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Hetz die Tribünen räumen. Die Vorlage des Magistrats Aber die Erhöhung der Gehälter für Sie Beamten und Angestellten mit den dazu gestellten Anträgen wurde einem Ausschuß überwiesen. Dasselbe geschah mit der Vorlage über die 9 Millionen Mark.

Bayern lehnt eine Nntersuchuug ab.

w München. (L. A.> Ministerpräsident Graf Lercben- ^ld teilte dem beayerischen Hanshaltsausschuß mit, daß vor einer Entscheidung des Staatsgerichtsbofes. der Reichstagsuntersnchnngsausschnß keinen Zutritt zu baye­rischen Gefängnissen erhalten würde.

Die Prüfung der Festnugsanstalten.

»^München. IR-. G. All Der Beschluß des Unter» suchnngsausschusses des Reichstages, auch die bayerische Festunäsanstalt NieSerschönfeld in den Bereich der Prü- fung zu ziehen, wird schon am Mittwoch vormittag den Finanzausschuß des Landtages beschäftigen. Der Bor- Ktzenöe des Ausschusses erklärte, eine schnelle Stellung­nahme sei notwendig, um einer Situation vorzubeugen, wie sie sich im September herausgestellt habe.

Schließung der Wiener Börse.

»^-Wie«. Der Gesetzentwurf über eine den Börsen- besuchern auferlegte Abgabe hat an den Börsen eine heftige Erregung hervorgerufen. Die Eröffnung des Verkehrs wurde um eine Stunde verschoben. Inzwi- ichen dielt die Börsenkammer eine Beratung ab. In dem Börsensaal herrschte heftiger Lärm gegen den Ge- schäftsvorftand. Die Regierung hat den Börsenverkehr bis auf weiteres aufgehoben. Der Präsident der Bör- Knkammer erklärte den Beschluß als entehrend und in feinen Auswirkungen ungeheuerlich.

Neue Straßenkämpfe in Belfast.

»- London. (B. T.) Laut Nachrichten aus Belfast haben sich dort Dienstag ernste Unruhen ereignet. In den Straßenkämpfen wurden 6 Personen «icdergefchossen und viele verwundet. Später fanden zwei ?lngriffe auf Hafenarbeiter, die der Ulsterpartei angehören, durch Sinnfeiner statt. Ein Wagen der Straßenbahn, der mit Hafenarbeitern besetzt war, wurde zur Entgleisung ge­bracht. Dabei wurde eine Bombe geworfen, wodurch 3 Personen sofort getötet und 16 verletzt wurden. Eine zweite Bombe, die in die Mitte iner Gruppe heimkehreu- der Hafenarbeiter geschleudert wurde, tötete 12 Per- Donen.

Tarl und Zita von ihres; Exil entzückt!

London. Der Berichterstatter derDaily Mail" be­richtet aus Madeira, daß der Erkönig Karl und die Ex­königin Zita von ihrem Aufenthalt auf Madeira ganz entzückt (!) seien. Sie besuchten beide das Hochamt. In ihrer Begleitung befindet sich nur ein Kammerdiener. Auch haben sie nur wenige Kleidungsstücke mitgenom­men, was sich aus der schnellen Abreise erklärt. Sie erwarten nunmehr ihre Kinder aus der Schweiz.

Neue Steuern und Zölle in Dänemark.

** Kopenhagen. Der dänische Landtag wird sich in den nächsten Tagen mit den neuen Steuer- und Zollvorlagen beschäftigen. Die von der dänischen Industrie geforder­ten Schutzzölle sind von der Regierung abgelehnt Vor­dem Dagegen soll ein Zoll für Luxusartikel eirrgeführt werden. Weiter ist eine Reihe neuer indirekter Steuern vorgesehen, ebenso eine Vergnügungssteuer. Hotels und Kaffeehäuser sollen mit einer lOvrozentigen Abgabe be­dacht werden.

AVerler vsm Tags.

Die Ts echo-Slowakei erhält nach Präger Meldun­gen in den Bereinigten Staaten eine Anleihe von 2^ Milliarden tschechischer Kronen, an der sich amerikanische Finanzinstitute und tschechisch-amerikanisches Kapital be­teiligen.

Die geringe KohlenverjorgAng Bayerns macht sich namentlich bei den Gas- und Elektrizitätswerken be­merkbar. Eine Reihe von Betrieben geriet in die größte ^Die Gesamtfraktio« der Bayerischen Vslkspartei be­antragt eine grundsätzliche Neuregelung der bayerischen Ministergehälter in der Form, daß die Minister jeweils die Bezüge der Staatssekretäre des Reichs erhalten sollen.

Bei des belgisches Wahlen scheinen nach den bis jetzt vorliegenden Resultaten See Liberalen' einen gewissen .Erfolg auf Kosten der Socialisten davonzutragen.

Wegen Berächtlickmachnug der Rei^sregierung wurde dieSchwäbische Tageszeitung" auf 8 Tage ver­boten.

Drei Milliorreu Mark Demseu beschlagnahmt wurden fit einem Berliner Schieberguartier, das der Polizei schon als Hauptherd für Devstenhaudel und Baluiawckula- tion bekannt war. 30 Personen, zumeist Ausländer, wurden verhaftet.

China steht im finanzielle« Zusammenbruch; das Ministerium ist infolgedessen zurückgetreten.

Der Berliner Börsenvorstand hat das Inkrafttreten der Sperrmaßnabmen gegen die kleinen Ordres vorläu- fig bis auf den 2. Januar verschoben.

Fortsetzung der Larmszeven.

70. Sitz««« des preußischen Landtages.

" In der Dienstag-Sitzung des preußischen Landtages setzten die Kommunisten ihre Lärmszenen und Schimpf- kanonaden fort. Zuvor eine ziemlich ausgedehnte Ab­stimmung zum Gestütsetat. Dann kam man zur Be­ratung der Neuregelung der Geschäftsordnung, die in ihrem wichtigsten Paragraphen, dem 8 59, die Macht­befugnisse des Präsidenten ganz wesentlich erweitert. Die überwiegende Mehrheit des Hauses ist sich seit lan­gem einig; daß, so berechtigt und fördernd eine Opposi- non auch fei, und so wenig eine solche mundtot gemacht werden dürfe, diese Opposition sich doch nicht zu einer Obstruktion auswachsen dürfe, die die Arbeiten des Hauses völlig lahmlegt. Seit Monaten sind die Kom­munisten bestrebt, aus Gründen der Agitition dieses chle Ziel zu erreichen. Die neuen Bestimmungen er» «eitern die Machtbefugnisse des Präsidenten ganz er­heblich, indem sie ihm das Ausschließungsrecht für re» »itente Abgeordnete gewähren. Bekanntlich sind ja die Bestimmungen im englischen Parlament, dem Muster- rnd Mutterlande des Parlamentarismus, noch üedeu- «nd schärfer. Hat man doch dort sogar Beamte, die die .Brachialgewalt" auszuüben haben, wenn Abgeordnete kn Anordnungen des Präsidenten sich nickn fügen

Die ganze Beratung war von Seiten der Summn» Asten eine Obstruktion in des Wortes schlimmster Be­deutung. Immer und immer wieder schickten sie Abge­ordnete vor, um Anträge zu begründen, die mcht die geringste Aussicht auf Annahme hatten. Die unbekann- »sten Gesichter tauchten auf; es war die reine Redner- Hule. Es mußte aber obstruiert werden. Des Lär- nens war kein Ende. Schließlich benutzte Präsiden! keinert sehr geschickt die Gelegenheit, als sich bei einer fer immer nnederkehrenden von den Kommunisten be- kntraaten namentlichen Absimmungen die Beschlnßun- Lhigkeit herausstellte, schleunigst die Sitzung zu verta- ten. Abg. Katz von den Kommunisten war sobei der Lache", daß er trotz der Vertagung der Gewohnheit ge- «äß dem Rednerpult zueilte, um aufs neue fein Sprüch­en herznsagen. Das Lachen des Hauses belehrte ihn, Ätz es für heute aus war mit dem Reden. Der Deutsch­

nationale Dallmer nutzte die Situation humorvoll aus, indem er in Erinnerung an die SonuabLnövvrgängk auf den Präsidententisch zueilte, um die Präsidenten- glocke dem Zugriff des zürnenden Kommunisten zu ent­reißen. So endete diese Sitzmtg, die für den Parlamen­tarismus gerade kein Ruhmesblatt war, doch mit einem heiteren Schluß.

polMsche Nachrichten.

** Gegen den bramrsckweigischen KultnsM.uister Oerter sind anläßlich einer Wahlrede in Blankenburg noit dem Phsychotherapemen Otto, dem das braunschweigische Kultusminister ru den Professorentitel verliehen und wieder entzogen bat, Beschuldigungen erhoben worden. Als er noch tu -uem Einvericehmen mit Oerter stand, habe sich Oerter ihm im August b. Js. angeboten, ihn für einige 100 Pfund Sterling als Geschäftsführer ei- ner phsychotherapeutischen Schule nach England zu be­gleiten. Er habe dem Minister ein Darlehen von 20 000 Mark gegeben, dies aber noch nicht zurückerhalten. Nach- dem Otto durch Kabinettsbeschluß der Professorentitel entzogen worden war, habe ihn Oerter die Belastung des Professorentitels versprochen unter der Bedingung, daß Otto den Minister mit nach England nehme. Oerter gab zu, das Darlehen erhalten zu haben. Bezüglich der Englandrelse erwiderte er, daß dieses Angebot von ihm im Mai gemacht worden sei, als er seines Ministeramts in Braun schweig überdrüssig gewesen sei. Oerter hat wegen dieser Beschuldigungen ein Verfahren gegen sich veranlaßt.

Eine bedenti me Kundgebung des Papstes. Nach einer SiefanimeLLung hielt der Papst im Konsistorium eine Ann räche, worin er sagte, daß die nach dem Kriege durch Neugnmdnng oder durch Vergrößerung bereits benoueuder enistanbene» Staaten keinen Anspruch dar­aus haben, die vorn Heiligen Stuhl anderen Staaten durch Konkordat oder besondere Abmachungen genehmig­ten Vorrechte für sich zu fordern. Infolgedessen häuen sie setzt für sie keine Gültigkeit mehr. Wenn die Staaten jedoch neue Verträge abschließen wollen, so sei der Hei­lige Stuhl bereit, mit ihnen zu verhandeln. Weiter führte der Paps: aus, die Völker wünschten den inneren und äußeren Iritden. Er bedauere, feststellen zu müs­sen, daß der Iriedensvertrag nicht von dem Geist des Irredens erfüllt sei und daß fast alle Nationen, beson­ders die europäischen, sich noch immer in schweren Kämp­fen zerfleischten, daß man täglich mehr empfinde, wie not- wendig die Hilfe Gottes sei. Schließlich kam der Papst auf die Einschränkung der Rüstungen zu sprechen. Er habe den innigen Wunsch, daß die Arbeiten der Washing­toner Konferenz erfolgreich sein möchten. Er fordere aber alte auf, Gott zu Litten, seinen Beistand zu leihen, damit die Völker von der fast unerträglichen Last be­freit würden und daß Besonders die Gefahr neuer Kriege immer weiter entfernt werde.

x England und Irland. Wie aus London verlautet, stich die Aussichten auf neue Verhandlungen mit Irland wieder hoffnungsvoller geworden. Ein Vermittlungs- plair r. t Irland, der Ulster zufrieden stellen wird, ist in Erwägung gezogen. Nach diesem Plan soll Irland jetzt noch kein gesetzmäßiges Parlament erhalten, son- dern es würde lediglich unter einem neuen Hamerule- gesetz eine Breite Bests für Selbstverwaltung bekommen. Iun fvuer ist die Einrichtung eines gesetzmäßigen Par- ürnmts für Irland ins Auge gefaßt.

^$ie dcntsch-potNischen Verhandlnsge« über Ober- iliesse st unter dem Vorsitz des ehemaligen schweizeri­schen Bnndesp-äsidenten Calandor werden Mittwoch vormittaa in Genf, dem Sitz des Völkerbundes, eröffnet werden. Die deutschen Bevollmächtigten sind am Diens­tag in Genf eilt getroffen.

st Ein ««gehUcher Erzbergermörder hat sich in Dres­den her Polizei gestellt. Er behauptete, Tylessen zu sein. Er mnrde bereits mehrfachen Verhören unterzogen, doch sind dadurch die Zweifel an seiner Identität mit Tylessen nicht behoben worden.

DOWLNZiMchSWches.

Vorschläge znr Behebung der Kartoffelsst. Die Irage, welche Maßnahmen können zur Behebmcg der herrschenden S-artoffelnot durchgeführt werden, wurde gelegentlich des Bürgervorstehertages in Hannover von dem Wortführer Dr. Kassebaum-Goslar in klarer nnd bestimmter Weise an Hand von Richtlinien und Vor­schlägen, die das Kolleg in Goslar ausgestellt hatte, er­läutert. Das Lkolleg in Goslar hat drei Vorschläge ge­macht: 1. Müßten gesetzliche Maßnahmen getroffen wer­den, wodurch, ähnlich wie bei der Getreideumlage, der Mindestbedarf der Bevölkerung, namentlich der Städte, gewährleistet und ein jeweiliger HSKw. - fcüaqefct wird; 2. ebenfalls im Wege der ("tfehiK^'m sei eine Miudestaubaufläche für Kartoüc' - : . . Z leisten und 3. sei es Pflicht des Erv ' u -.us, sofort ener- gifche Schritte zu mucr lv.v . um der Bevölkerung das wichtigste Na :v.. -nutz ei, die Kartoffel, sicherzu­stellen. Dieses siel meede nur erreicht, wenn nach vor­angegangener . ahme ein Abgabeverfahren er­zwungen wc m iv-durch alle im Besitze befindlichen Kartoffeln, sei , (te über den eigenen Bedarf hinaus­gehen, der Allgemeinbevolkerung sinn angemessenen Preise wieder zugeführt werden.

Wissenschaft und Kunst.

Ein destscher Chirurg »ach Japan Berufe«. Der be­kannte Chirurg Professor Iris Haertel von der Univer­sität Halle erhielt unter glänzenden Bdingungen eine« Ruf als ordentlicher Professor und Direktor der chirur­gischen Klinik an die Universität Osaka in Japan. Pro­fessor Haertel nahm den Ruf un.

Ein deutsche Expeditio« zur Erforsch»»« der Schlaf­krankheit. Die deutsche« Gelehrten Professor Klainer und Dr. Iischer sind in Kapstadt angekommen. Sie be- sinde» sich aus einer Reise zum Studium der Schlaf­krankheit in Rordrhodesta, das ein Jahr beanspruche« soll.

Saft sechs Mittisne« Theaterdefizit i« Frankfurt. In dem am 31. Oktober zu Ende gegangenen Theater­jahre ist die Verwaltung der städtischen Theater Frank­furt a M. mit dem städtischen Zuschuß von 5 Millionen Mark nicht ausgekommen. Er ist um etwa 950 000 Mark übersch citier worden.

' -ü de. Llerfteiger««- vo« Gemälde« alter Meister aus dem A> chlaß des Jreiherrn von Stmmn und aus anderem itz brächte einRingeltanz" von P. P. Ru­bens f; c Sammlung Weber 530 000 Mark. Der aus zirka Hier bestehende Nachlaß des Ireiherrn von Siunr brate, obwohl er zumeist aus nicht sehr guten Bildern bestand, rund 114 Millionen Mark.

Zum Berliner Reigenprozetz sendet Professor Brun- ner an die Presse eine Erklärung, in der er sagt: Im Reigen"-Prozeß haben zwei Weltanschauungen vor den Schranken des f^eritBts miteinander gerungen. Als Zeuge und Sachverständiger geladen, habe ich lediglich meiner staatsbürgerlichen Pflicht genügt. Ich habe schlechterdings nicht anders handeln können. Ich habe

gewagt, gegen den Terror der Brrfalls-Kultur" auf»? recht zu stehenim vollen-Gegensatz zu sämtlichen Sach­verständigen". DieAugsb. Postztg." schreibt dazms Wir freuen uns, daß es in Deutschrand doch noch Män­ner gibt, die deutlich und klar auf die Verseuchung des deutschen Bühne Hinweisen." Auch die Redaktion den? Jraukf. Zeitung" nimmt SteLcrug. Sie erklärt u. a./ Die Leser derIrankf. 3tß" wissen, daß wir die Aufs führung desReigen" niemals gebilligt haben, auM schützen wir das Bnch als Kunstwerk nicht ganz so hociff ein, wie es durch die Berliner Sachverständigen geschH den ist." Im gesamten Deutschland steht eben der sie» neu Kligue der Berliner Sachverständigen eine überwäl­tigend große Zahl anders Denkender gegenüber und die entscheidet.

Die Pflege der Bildschnitzerei. Die vom Staate Sachsen-Weimar unterhaltene staatliche Kunstschititz- fchule Empfershausen in der Rhön ist jetzt erweitert und nach Sem Städtchen Dermbach in der Rhön verlegt wor­den. Zum Direktor der Schule wurde der Bildhauer Iritz Basista in Weincar berufen. Die Lehrfächer sind: Schnitzen in Holz, Elfenbein, Bernstein, Meerfchaicm, Modellieren für Groß- und Kleinplastik, Freihandzeich­nen, Ausführen von Werkstattzeichnungen, Gießen und Formen in Gips. Im allgemeinen ist eine 3- bis 5= jährige Stndienzeit zur Ausbildung nötig. Auch Kin­dern unbemittelter Eltern soll die Schule Gelegenheit bieten, sich in der Bildhauerei auszubilden.

VseMschtes.

I« FlaMmen auf hoher See. In Nenyork traf eine drahtlose Meldung ein, daß der amerikanische Dampfer San Franciso" mitten im Atlantischen Ozean in Flam­men stehe. Ueber sein Schicksal ist seither noch nichts bekannt geworden.

Ei« Forfthaus durch Feuer vernichtet. In dem ein» mm liegenden Forsthaus Elba bei Lüneburg, einem mit Stroh gedeckten Gebäude, brach ein Brand aus, der sich über das ganze Gehöft verbreitete. Es war nicht mög­lich, irgend etwas zu retten. Drei Kinder des Försters Meyke, ein Mädchen oon 16 Jahren, ein Mädchen von 12 Jahren und ein Knabe von 3 Jahren kamen in den Flammen um. Drei weitere Kinder konnten gerettet werden. Weiter sind zwei Kühe, fechs Schweine und famtliches Geflügel verbrannt. Es wird Brandstiftung vermutet, wahrscheinlich durch einen Einbrecher.

Die Täter eines sechsfachen Mordes «uSgeliefert. Im August d. J. wurden in Kruschin, Kr. Bromberg, sechs Personen ermordet und eine große Geldsumme geraubt Jetzt wurden die Täter dieses sechsfachen Mordes von der preußischen R"merung der polnischen Justiz ausge- liefert.

Zwei Zentner Silbergeld beschlsgnahWt. Beamte der Schutzpolizei in Berlin bemerkten einen Mann, der einen schweren Sack die Neanderstraße entlangschleppte. Sie stellten ihn als einen Salomon Henneberg aus Krakau fest, der in dem Sack etwa einen Zentner Silbergeld mit sich führte. Man begleitete ihn nach feiner Wohnung und fand bei der Durchsuchung der Räume einen weiteren Zentner Silbergeld, der ebenfalls beschlagnahmt wurde.

Bayerische FeldposLweihnachtsfttftnsg. Aus den Zinsen der Bayerischen Feldpostwechnachtsstiftung wer­den zu Weihnachten 1921 an bedürftige Witwen und Waisen von Kriegsteilnehmern aus den Reihen des bayerischen Postpersonals einschließlich der mit Anwart­schaft auf planmäßige Anstellung eingestellten Postillone Unterstützungen verteilt. Telegraphenpersonal kommt für die Zuwendungen nicht in Betracht.

Unserer Seiten Schande. Wie vor einiger Zeit im Matin" zu lesen war, sollen während der ganzen Ta­gung der Abrüstungskonferenz in Washington bei dem offiziellen Essen keinerlei alkoholische Getränke verab­reicht werden. Freilich bleibt es den nichtamerikanifchen Mitgliedern unbenommenem ihrem Heim Mitgebrachte« Alkohol zu. Hütten. Die Amerikaner benutzen hoffent­lich diese Gelegenheit, den ihnen verbündeten franzö­sischen Freunden nahezulegen, weniger Alkohol nach Deutschland zu schickem Wie am 7. -s. der Reichswirt- schaftsminister im Reichstage mitteilte, sind durch die Emser Einfuhrstelle innerhalb vier Monaten nach Deutschland widerrechtlich hereingekommen für 990 Mil­lionen Wein, Champagner, Kognak, Likör! In ein Land, in dem täglich Menschen verhungern!

Las fließende Auto. Ein Kraftwagen, der im Nu kt c. r Flugzeug verwandelt werden kann, ist eine neue Maschine, die ein französischer Ingenieur Tampier er« fand und die aus dem Flugplatz zu Bue ihre erste glück- (üü verlaufene Probeleistung ablegte. In der Luft ist dieses fliegende Auto ein zweisitziger Doppeldecker um einem Motor von 300 PS. Die Propeller können au der Karosserie entlang rasch zusammengeklappt werden, yn- Kraftwagen ist die Maschine mit einem gewölm- H»i>en Motor ausgestattet, der auch bei dem Start des Aruos als Flugzeug zur Verwendung kommt. Die Mas G:ce flog zwanzig Müurten lang und fuhr danm nad dem sie ihre Propeller eingezogen hatte, als KrasH wagen nach Paris. DerFlugautomvbilist" kann den Wage t feiner Garage anfstellen, und mit ihm bis zum Flugplatz fahren und sich dann in die Luft erheben.

50 zZlvMeter in Flammen. Einer der größten Busch­brände, die jemals die auftraligtiEn Weiden heimgesucht haben, ist in dem Dreieck des westlichen NeusüdwaleS, das von den Flüssen Darling, Bogan nnd Lachlan ge­bildet wird, ansgebrochen. Von einem dieser Feuer wirb berichtet, daß es mit einer Front von 50 Kilometer« fortbrannte und zahlreiche Todesopfer forderte. Die ungeheurenFlammemvände" verbreiteten weit vor sich her einen glühenden Atem, der das Gras schon «erfengre und verdorrte, bevor die Flammen noch da waren.» Flammen breiteten sich mit der Schnelligkeit eines ga­loppierenden Pferdes aus. Das Gras, das sie vernichte­ten, war an vielen Stellen acht Fuß hoch, und matt schätzt, daß an einem Tage allein 800 000 Hektar Weide­land in Asche verwandelt wurden. Tausende von Mäw- nem, die das Feuer zu bekämpfen suchten, sind aus allen Teilen des Landes nach dem Feuerrevier geeilt und man hofft, die Flammet» von den Weizengegende« semzuhalten, wo eine außerordentlich reiche Ernte ge­rade eingebracht wird.

Große Hitze in Amerika. Der Korrespondent bei Jntransigeant" schreibt, daß gegenwärtig in Washin»- ton eine ungewöhnliche Hitze herrscht; man glaubt, bat man sich im Juni befinde.

Ein Spruch «o« Otto v. Bismarck: Wenn wir Zu­sammenhalten, werden wir den Teufel aus der Hölle schlagen. Wir müssen uns daran gewöhnen, in jedem Decttschen den Landsmann, »ficht den politischen Gegner zu sehen.

Handel und Verkehr.

Braurrtohle« und Erzlunde Bei Dubrina und ReudoeL Kreis Hoverswerda, wurde»» auf dem 3500 Morgen große» Gelände des Klosters Mafienftern ausgedehnie Braunkohle»^ laäer erbohrt. .HaNesche»» Blättern zufolge sollen sich die An- bMischcn Kohlenwerke das Ausbeutungsrecht gesichert baden.

Dividenden. Die G.-V. der Warsteiner Gruben- und Hüiteq» Werke setzte die Dividende auf 30 Pro»., die G.-V. der 3«M» labrik Fraustadt Me Dividende aus 36 Pro», fest