Hersfelöer Tageblatt
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| ftnzeigrnpreis für dir einspaltige petifgeile oöet ; | 6eten Raum 40 Pfennig, für ausirärfsdOPfennig, : ; Lie NeNameZcile 1.50 Mark. Bei ivieöerholungcn ; t Nachlaß. * Zur tie Schristleitung verantWortlich ♦ ► 8' anz Junt in yersfrlö. Zernfprecher Nr. 8. :
Amtlicher Mnzeigee für den kreis Kersfelö
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Nr. 867
Montag, den 14. November
1981
IDMerflond gegen die InduflFlqjfilne. ^Wie dem „L. A." aus parlamentarischen Kreisen mit- K'ÄSÄ
uend. Auch innerhalb des Zentrums dürfte keine allz«- große Stkurmurtg dafür vorhanden sein. Die Partei- 5?^I^^"'^chastsführer äußerten sich gegenüber dem Reichskanzler in -eutselSe« Sinne.
Abwartende Haltung der Entschädkgungskommifsto«.
^Die Entschädigmigskommission hat eine Sitzung ab- gehalten, in der sie sich mit der Entscheidung des Reichs- verbandes der dentschen Industrie befaßt hat: Sie wird abwarten, welche Entschetöung die Reichsregierung trifft.
Eine Erläuterung der Pläne der Industrie.
Der Geschäftsführer des Reichsverbandes der öeut- schen Industrie erläuterte vor Pressevertretern die Er- klarung des Reichsverbandes, die dem Reichskanzler gegenüber abgegeben worden war. Er gab zunächst einen Ueberblick über die Entstehunq der Kreditaktion und erklärte, daß der erste Schritt vom Reichskanzler Wirth ausgegangen sei, der Anfang September an die Industrie mit der Frage herangetreten sei, ob sie dem Reiche aus seiner Finanznot zu helfen bereit sei. Stach den Vorverhandlungen mit den ausländischen Bankiers kam die Industrie zur Formulierung bestimmter Beöiirgungen. Es stellte sich heraus, daß unter den gegenwärtigen Verhältnissen die deutsche Industrie als Garantie für die Reichsanleihe im Auslande nur sehr schwer und in ganz ungenügendem Umfange Kredit erhalten würde. Der Londoner Bankier Rothschild hat den Höchstbetrag auf, 50 Millionen Pfund, die amerikanischen Bankiers haben ihr: auf 250 Millionen Dollar geschätzt. Zugleich wurde allerseits erklärt, daß vor Abschluß der Washingtoner Koufereuz nicht an eine KretzitgsWähruug für Deutsch- lau- zu Senken sei. Bei Prüfung der deutschen Kreditfähigkeit erkannte die Industrie, daß die Finanzwirt- fchaft des Reiches r nd auch den Privatkredit untergräbt. Die Staatsbetriebe sind »ach Ansicht der Judustris am schlechtesten geleitet. Eine Unmenge überflüssiger Arbeitskräfte ist bei der Eisenbahn beschäftigt, während im Bergbau und anderen Privatindustrien Arbeitermangel herrscht. Aus dieser Erkenntnis heraus entstand dann die Schlußfolgerung, daß nur der Uebergang zur Privatwirtschaft die Reichseisenbahnen wieder zu einem sich rentierenden Betrieb machen könnte. Es ist klar, daß ~M64fe4ti*^^ uno uu- 1 ter positiver Mitarbeit der Arbeiter und Angestellten -urchgeführt werden könnte. Die Industrie wird in der nächsten Woche darüber mit den Gewerkschaften ver- , handeln. Sie denkt nicht daran, einem privaten Indu- striekcnzern die ganze EiserHahnve; waltimg zu übertragen, sondern ist der Meinung, daß an den llnterneh- nttmaen des Reiches die Industrie, die Gewerkschaften, —J der Handel und die Landwirtschaft, kurz die gesamte deutsche Wirtschaft, beteiligt sein müßte.
Eine Erklärung der „Germania".
»^ Die „Germania" erklärt: Was die Industrie er- . strebt, indem sie, mit den Reichseisenbahnen beginnend, die im Stiatsbesitz befindlichen Betriebe in privatwirt- schaftliche Form gebracht wissen will, das halten wir für unser Teil politisch für eine Unmöglichkeit.
Die Seltung des Berkehrsansschufses.
1-4 Im Unterausschuß des VerkehrSausschttsses des vorläufigen Retcbswirtschgftsrates fand eine Aussprache über die Ueberführuug der Eisenbahnen in Privatwirtschaft statt Es wurde einstimmig der Standpunkt vertreten, daß eine UeberfüBrumt der Reichseisenbahnen tu den Besitz des Priviikapitals für wirtschaftlich und po- , littst verhängnisvoll zu erachten sei.
Beratungen des Reichskabinetts über die Kredithilfe.
■ ** Berlin. Nach einer Meidung der „B. Z." hat das NeichSkabinett am Sonnabend vormittag 11% Uhr mit der Beratung über die Bedingungen der Industrie für die Krdedithilse begonnen.
' Aus Oberschlefleu.
Ein neuer Machispruch.
»^ Halbamtlich wird aus Berlin gemeldet: Die inier- alliierte Kommission in Oppeln hat die Einreisegeneh- miamtg für den stellvertretenden deutschen Bevollnchch- tigten für die deutsch-polnischen Berhandlnugen über Oberschlesien, Staatssekretär Dr. Lewald, und für den Staatssekretär Dr. Göppert, die sich Freitag abend zu Vorbesprechung mit Vertretern der oberschlesischen Bevölkerung nach Oberschlesien begeben wollten, verweigert.
Kostgreßpolnischer Zuzug in Hindenburg.
»-» Aus Hindenburg wird gemeldet: Obgleich die Ent- ^schetdung darüber, ob die Delbrückschächte bei Dentsch- land verbleiben oder an Polen fallen, noch ausstcht, macht sich bereits jetzt ein Zuzug Arbeitsloser aus Kongreß- polen bemerkbar. Sie sind von dem Glauben befallen, daß sie ohne weiteres in die Stellen der deutschen Arbeiter elnriicken sollen.
Protest gegen das Einreiseverbot.
m Berlin. (S. E.) Gegen das Verbot der Einreise der deutschen Delegierten nach Oberschlesien wird, dem Vernehmen zufolge, eine neue Protestuole der Reichs- regierung nach Oppeln und Paris abgehen. Das Reichs- kabmett ist am Sonnabend Vormittag um 11 Uhr zu einer Sitzung zusammengetreten, um über die neue Situation, die durch die neue Verfügung der Interalliierten Kommission gegeben ist, zu beraten. In Regierungs- fteifett wird die neue gegen Deutschland gerichtete Maß-
^we öer anieröGtierfen Kommissickt als gänzlich uu- Ä e^ V-rtt°SS°-k<Immm,g-n ge.
- AMD MÄÄ^ eh„ rm w Hi£^ Delegierten nach Oberschlesien wird ndiger stelle folgende Note des britischen Bot- aegeben: Die Interalliierte Abstim- ^Ä"ou hat erfahren, daß die polnische und &HmÄtB^ beabsichtigen Delegierte in das litt entsenden, um als Vorbereitun- raVerhandlungen Erkunöi- Die Interalliierte Kommsston ist tche-'Uiv!!>m^^^ Untersuchungen int gegen wär- smen AUgenolter in Oberschlesten durch -Tprar atinnp« ^^ Aufrechterhaltung der ^ ^ ^rdnung einwirken und mit unangenehmen Kommtss^MM /ein würden. Die Interalliierte deshalb vor, die Besprechungen in r^utsche» oder polnischen Stadt stattfinden zu las- Dortbtn fL^'Ä ^ Abstimmungsgebiets liegt. ^..^^.I^m^-e ReMerungell von Berlin und War- schan auch Personlichkerten aus Oberschlesten berufen.
Bewrechungen wünschten. Im Anschluß an die MUtterlung über die Ansicht der interalliierten m»mEsswn an das Ministerium des Auswärtigen cr- der britische Botschafter der Ueberzeugung ser^?^E,ä« M'daß die deutsche Regierung sich dieser begründeten Auffaßmg nicht verschließen werde.
19 000 vberschlesische Flüchtlinge, «.<Bre§lau. (S. C.) Die Zahl der fUüduluw aus an Polen abgetretenen oberschlesischen.Gebieisiei- len hat bis zum 10. November 19 000 erreicht
Dle Voraussetzung für die Wirtschaftsverbandlnugeu.
(§. C.) Die „Times" melden'aus Warschau, Den alliierten Gesandten in Warschau ist mHn^r^ Regierung unter dem 0. November ^^ Voraussetzung für die Wir> Zwilchen Polen und Deutschland £T^ Ler Entscheidung der Alliierten über Overschlefieu durch Deutschland. Deutschland dürfe ^ Entscheidung auf der Konferenz nicht geltend machen.
R§AS Ww^mmgsiwfe des Eutsuts. f«J“^ (©•>) Die. „Neue. Ttratzbnrger Jei-
lans zugemmmt hat. " . .
Die Beratungen mit der Rcparationsksmmkssto«.
,^ Berlin. (B. T.) Freitag nachmittag hat, wie wir
^f® Sitzung zwischen der Reparationskom- Misuon und Vertretern der deutschen Regierung stattge- funden. Auf deutscher Seite leitet die Verhandlung Waats^kretar Schröder vom Rekchssivanäministerinm. Sonnabend vormittag erstatteten die deutschen Unterhändler dem Reichskanzler oerWlkch Bericht über das Ergebnis der ersten Besprechung. Irgendwelche Be- schlüße sind noch nicht gefaßt worden und dürften einstwellen auch noch nicht zu erwarten sein.
Der deutsch-amerikanische Handelsvertrag,
»» Genf. tS. C.) Der „Herald" meldet aus Nenpork: Der Senatsausschuß teilt mit, daß der deutsch-amerikanische Handelsvertrag in der ersten Dezemberwoche ab- geschlosien werden kann. Die Vorarbeiten nähern sich ihrem Ende. Gegen das ;Mr lötS ist die amerikanische Ausfuhr nach Deuischland um 55 Prozent zurüchgegan- gen, die Einfuhr deutscher Waren nach Amerika dagegen nur um 25 Prozeilt.
Amerika und die europäische Währung.
** Rotterdam. <S. E.) Die „Morningpost" meldet aus Washington: Der SenatsaMschuß hat mit allen gegen zwei Stimmen einen Antrag angenommen, der den'Pra- sidenten der Vereinigten Staaten ersucht, Maßnahmen finanzieller und wirtschaftlicher Art zu erwägen,' um die darniederliegende Zahlungsfähigkeit der europäischen Länder zu heben, damit diese wieder in die Lage versetzt werden, als Konsumenten Amerikas auf,zutreten.
Die afrikanische» Truppen sind abgehärtet.
m Geuf. (S. E.) Der „Matin" meldet aus Mainz, daß die afrifanifdien Truppen in diesem Jahre zunr ersten Male den Wtnted über in ihren deutschen Garnisonen verbleiben werden.
Deuifchlands ^lusverkauf.
Der Ausverkauf in Mittel- und Südbaden hat nicht nur auf die größeren Städte wie Freiburg, Mühlheim, Lörrach usw.. überacgriffen, sondern auch in die kleinen SchmaröÄalddörfer dringen die Ausländer, um möglichst viel zusammenzukaufen. Die Preise steigen inkolae- dessen zum größten Unwillen der einheimischen Bcvöl-
Die Preise steigen inkolge- , . « .......len der einheimischen Bevölkerung sprunghaft in die Höhe. — Wie aus Mannheim gemeldet wird, stellte die Zentrumssraktion des Bürger- ausschusses in Mannheim den Antrag, für den Aufenthalt von Ausländern eine Steuer einzustihren, die in der Währung des HeimMaates des betreffenden Ausländers zu entrichten ist. — In Wiesbaden schließen als Maßnahme gegen den Ausverkauf die großen Juwelier- geschäfte die Läden.
Die Einfuhr tnnt.^fttocr Waren.
♦* Berlin. Nach einer Blättermeldung sollte in Ber- litt durch den französischen Botschafter eine Note der französischen Regierung überreicht worden sein, In der Einspruch erhoben wurde gegen die angebliche planmä> ßige Unterbindung -er Einfuhr französischer Ware«.
An zuständiger Stelle wird erklärt, daß es sich nicht uA ^iteit Einspruch handele^ sondern um einen gewöhn« Men Meinungaustausch über die Einfuhr französisches Waren.
Hardrngs Programm für Washington.
Der Sonderberichterstatter der Agentur Havas meldet aus Washington, die Politik Hardings, wie sie ii^ allgemeinen Umrtffen aus früheren Besprechungeir Her- vorgehe, lasse sich folgendermaßen zu lammen fassen:
1. Ein engeres internationales Z«saWmeuarbeiteW durch den Völkerbund zu vertreten, dessen Werk jedoch^ da es sich auf Europa beschränkt, nicht erschwert weröerß sell. Das Mittel, an engeren internationalen Beziehung gen mrtzi-arbeiten, würde die politische Bersammlun« uer jetzigen Konferenz sein.
2. Harding erkennt die Unabhängigkeit der Politik nud die territoriale Unverletzlichkcit Chinas an, hält es jedoch für nötig, innerhalb einer bestimmten Grenze die rxorSeruuge« Japans zwecks einer gewissen Ausdehnung seiner Grenzen zu^lasse». Die Schwierigkeiten werdew darin liegen, festzustellen, wie weit diese slusdehnuugs gehen würde.
3. Der Unabhängigkeit Englands gegenüber der übrigen Well m Bezug auf Rohstoffe und Lebensmittel so« Meynung getragen werden.
4. Die Lage Frankreichs muß berücksichtigt lverdeu. Es muß etwas geschehen, um die Befürchtungen Franko reichs zu zerstreueir. Der Dreibund darf unter seiner Jorm neu an;leben. Amerika werde Frankreich znr ßps geLerrs» Zeit stifteten, indem es einen moralischen Druck auf Teutfchland ausübe.
5. Selvst wenn die Konferenz ihr Ziel nicht errei» chen sollte, werte sie dazu zu dienen haben, die Hindernisse für den aneeweinen Frieden zu beseitigen, nn» sie werde auch diejenigen erkennen lassen, die dafür verantwortlich seien.
D^e Ansichten des Präsidenten Harding sollen angeb-' lich in zwei rvichiigen Punkten von den Gedanken ab-s weichen, die man Staatssekretär Hughes zuschreibt: Hu-^ ghes habe gegenüber England das ausgesprochene Ziel,: die KrmöigRug des englisch-japanische« Vertrags durch» zusetzc«.
Die Abrüsinng zur See.
»^ .Geuf. (S. C.) Der „Herald" meldet aus Wafhtug-
-u, daß der japanische.^Aulrm. Luf tf L-^^'1^“1“1^
ferein ill?^UMMcu zur STt mit 25 Prozent hrravzu» fegest, Sie UnterstWung 8er englischen und amerikanischen Vertreter.gesunden Bat Der Antrag fordere die Abrüstung für alte Flotten der Welt, wodurch das bisherige Machtverhältms der Länder nicht verändert würde.
Der Lichtstreik in Berlin.
w Berliu. (B. Z.) Die Gasanstal'sarbeiter allere Großberliner Werke sind Sonnabend früh in passive Resistenz getreten. Die Leute sind in den einzeinew; Werken zwar erschienen, verrichten aber nur die Not- standsarbeiten, sodaß die Gasversorgung voUftänOii)* unterbrochen ist. Die Arbeiter wollen das Ergebnis der Magistratssitzung abwarten, in der über ihre Forderung, ihnen sofort eine Teuerungszulage von 100» Mark auszuzahleir, beraten wird. Sofern der Maaistrak dre sofortige Auszahlung der Summe ablehnt, sollen die Arbeiter geschlossen die Gasanstalt verlassen.
«• Berlin. (L. SL) Wie der „L.-2l." hört, soll beschlossen worden sein, um 2 Uhr auch die Elektrizitätswerke liilWeaen nach dem Beispiel der Gaswerke. Es ver- lautet, daß der Magistrat dem Beschluß der Tarifkom« minwn beigetreten ist und daß nach einer sofortigen Verfügung die Auszahlung der Beträge erfolgen soll, hie nt 6ent Tarifabkommen mit den Reichsarbeitern festgesetzt worden sind.
Das jspa«isch-cnslische Bündnis.
»^ Rotterdam. (S. E s Die „Morninapost" meldet au» Tokio: ®ip japanische Presse stellt mit Entrüstung in Abrede, daß Japan auf die Nichtanerkennung des Vertrages mit England BtnarBcüe. Der Vertrag sei Bereit» am 1. November zwischen Tokio und London um die gleiche Bertragsdauer verlängert worden, weil sich Japan und England Bereit erklärt hatten, von der Kündt« gungsklausel keinen Gebrauch zu machen.
Der ungarische „ZwisKenfast« erledigt.
v-^ London. Nach einer Reutermelduug hat Ungarn sich in Iornr einer feiernden Zusage an die Grös-mächt« verpflichtet, die Dynastie 6er Habsburger für immer von der «aganschen Thronfolge auszuschließen. Die al- lirerien Regierungen sind der Ansicht, daß eine in die- fer Form »bcrüvmmeuc Verpflichtung durch»«» bin- bend sei. Die kleine Entente ist benachrichtigt -vorder daß der Zwischenfall erledigt sei.
Den Bock zum Gartuer gemacht.
^^ Nach der tschechischen „Tribuna" stehen im tschechncheu Haushaltsetat 5 Milliarden Mark Gesamt, ansgabe» nur Litt MMione» Lta-k Steuereiunadme» gcgennber. Das ist so zu erklären, daß in Tschechien Bie Notare, denen die AsSstbreibung urch MnzteHnSg der Steuem obliegt, auch gleichzeitig die Berater der Steuer- zahler sind. In Tschechen spannt man also ein Pferd i vorn und Hinten am Wagen am
Die russische Hungersnot.
»- Helsituttors. Der russische Volkskommissar swi-eibt in einer Mitteilung an die Presse, es sei der rw w;v ■. Regierung unmöglich, ohne iwwrärtw Aiife die Antt^ gerkatasirophe zu bekämpfe». Wenn Europa nicht'ein-