rsfelöerTageblatt
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Scans Zunk in Hersfeld. Kernsprecher Nr. 8. :
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Amtlicher MuZeiger für den Kreis Hersfel- • Budidruckerei in Reisfeld, (Oitglied des VDZV.
Nr° 357
Mittwoch, den Ä. November
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Das Revisions-Problem
Laut „Sunday Times" sind sich jetzt die meisten W^EÄ^/geu öarüber klar, daß der Sturz der deut- sA^,,MüLk im Grunde genommen auf die großen Re- Mationsforderungen in diesem Jahre zurückzuführen iü- In Wegrerungskreisen werde allgemein geglaubt Satz Deutschland,die nächste Zahlung im Januar nicht giften könne. Dies würde womöglich die Besetzuva Rnhrgeb-ets durch Frankreich und den MrtschaftliÄ §Ä^^^ubN'ch)^Deutschlmiö^ ^bedeuten. Die Auswir- ' cn
26 MMSNSN D-SUksche WSWl z K ^ÄL"^?0* tr^st die Annahme, daß As« fgKw । LALZWWW
Rtthrgebiets durch Frankreich und den Wirth Zusaminenbrnch Deutschlands bedeuten. Die Avgeu auf die französische Währung und den । Handel wurden verhängnisvoll sein. Das Schatzamt befasse sich daher augenblicklich ernstlich mitei- E m^^ftÄ? Es Deutschland ermöglichen würde, fei= neu VerpflAtungen nachzukommen, ohne daß es dadurch zum Ruin komme.
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Hngenberg über die Kreditaktio«.
' Im „B. L.-M ergreift der Reichstagsabgeordnete Dr. Hugenberg das Wort, um zu dem im Reichswirt- Mrftsrat vorgeschlagenen Gesetzentwurf über die Kredit- Hilfe der deutschen Jildustrie und Landwirtschaft Stellung zu nehmen. Er betont zunächst, daß er für den öe- kamrten Vorschlag einer skredithilfe der deutschen Jn- dustrie auf der Münchener Tagung selbst eingetreten sei, Wl> fahrt dann fort: Der Verlnst Oberschlesieus «nd -ie Marke«twert«ug hat nach Einsicht der meisten Werks- leimng die Ausftchten aus eine freiwillikc KreZithilfe außerordentlich zusautmenschrumpfe« lassen. Es wird Sache einer bereits zum 5. November eiitberufeüeit mei- t^n Atitgliederversammlung des Reichsverbandes der deutschen Industrie fein, zu der heute durchaus verZ-u- »ertsn Sachlage Stelluug zu nehmen, die zu einer Ableh- auug führe» müßte. Eine Annahme wäre geeignet, die mteruationalen Privütkrcdiie Deutschlands zu gefähr- den und so zu wirkeu, wie eine Umwandlung der Forderungen des Feindes au das deutsche Reich in Forde- Migen an die deutsche Einzelwirtschaft, also wie eine Auslieferung des deutschen Privatvermögens an den Augnss der Entente bezw. des inlernatioualeu uns feindlichen Kapitals.
ü& tmn;UWsn Pläne auf das KnUgsÄsl.
. ^ Der Pariser Vertreter der „Deutschen Teiegravhen- mformatron" gibt die Meldung wieder, daß Frankreich plane, in allernächster Zeit feine Fangarme «ach dem Ruhrgebiet auszustrecks«. Wenn auch von französischer sie die bestimmtesten Ableugnungsversuche gemmbt
deutschen Volkskraft zu bannen, müsse man dafür sor- geir, daß sich dre Bevölkerung Deutschlands um 20 Mil- vermindert, lind das soll durch Verelendung MHehen, rüdem man planmäßig das deutsche Wirt- kMZleben vernichtet. Der beste Beweis, wie systenta- tilW ore Franzosen darm vorgehen, liefert ihr Versah- !E bbn Deutschen Werken gegenüber. Diese sind be- kanntlrcg entstanden aus den Werken, in denen die Ver- terörgungsurrttel für das Deutsche Reich hergestellt wirr- ^Ui sie sind, um den Bestimmungen des Versailler Schmachfrredens zu genügen, gänzlich umgestellt: alles, ^ Herstellung von Krregsmitteln diente, ist verachtet, zahlreiche Gebäude, große Hallen, wertvolle Ma- schmeu masseuwcrse zerstört worden und die Betriebe rn Hanau, Erfurt uuö Spandau völlig auf die Herstellung von friedlicher Handelsware eingerichtet.' Aber auch das genügt den Neberwachungstommisiaren der Entente, des französischen Generals Rollet und keinen Offizieren nicht, sie fordern immer neue Aenderungen, Umgestaltungen, Zerstörungen, sodaß man sieht, sie'ge- hen planmäßig auf die gänzliche Stillegung dieser rie- sigen Werke aus, um dann den betreffenden Paraqra-. fLen des Friedensvertragcs in Kraft treten zu lassen, nach dem^sHüsteoeude Werte der Vernichtung anheim- kauen. S-e Habers es damit jetzt soweit gebracht, daß der Generatdirerwr der Deutschen Werke erklären muß:
kann d e ^Verantwortung für die Weiterleitung v^, ^u-schen Werre Bet den Bedingungen der Entente nicht nbernehincu."
^6H<5 nicht genehmigt und Ausnahmen davon nur füt SAchSut und für im Veredslungsverkehr Peiricffeifid bestcmmten Sicherungsmaßnahmeu zugs -^ Merschrebungen von Getreide, Kartoffeln unl Ausland zu verhindern, seien die Kontroll. K bewuderer Apsmerksamkeit angehalten und e-m Reihe Sicherungsmamrahmen getroffen worden - BÄ feitgenellten Zuwiderhandlungen würden mit allen- Nmcwruck die tcharfen Strafüesftuimungcn für verbois. widrige Auvnrhr, die m schweren Fällen Zuchthaus an- drohen, angewendet werden.
. Wwtzöas bedeutet, davon macht sich nur derjenige ^eme^ewrirellung, der das wahnwitzige Zerstörungswerk selbu ge?e^n aa:- Riesige Bauten, Halle an Halle, sind niedergeregt. MUliardeuwerte vernichte/. Die Entente hat d u! il einen Hunnenwerk geleistet, das in der Welt- WMchte einzig dasieht. Viele Millionen sind in die Umstellung der Fabriken gesteckt, zahllose neue Maschi- Et.JngestMti und alles das mm vergebens! Völlige ^DfUvrttng lautet die französische Hunnenparole. M000 Arbefter beschäftigt! diese Werke zur Zeit des -rrivbensschlunes. Was aus ihnen und ihren Familien werden soll, weiß kein Mensch. Nun, sie gehören eben auch zu den 20 Millionen Deutschen, die es nach An- ndit der Franzosen zu viel gibt. Dcögen sie also verderben und sterben! Was kümmert das die höhnts^ d'
. J5^ ^"'M «ene« Generalstreik in Berlin?
Berlin. («. C.) Das Gewerkschaftskartell bat be- ichlove«, eine Abstimmung der einzelnen Gewerkschaften ^^vbcr stattfinden zu lassen, ob in einen Generalstreik h/tt Durchführung der Forderungen der Gasthau^anaL- stellteu, Sse iei_t vier Wochen in Verhandlungen mit den el rbe ftgsberu stehen, ohne daß es bisher zu irgendeinem I^S/.bms gekommen ist, eingetreten werden soll. Die "bstlnmnuig wll im Laufe dieser Woche erfolgen.
Die Feier des 9. November.
, ^Ein. Die beiden sozialistisMen Parteien und die ft^ftn Gewerksihasten haben einen Aufruf zur Feier deS v. ?tooember erlassen. Um den Jahrestag der Revol^ twn würdig zu begehen und eine macbtuoBe Temonstra- twn durchzuführeu, sollen alle Betriebe um 2 Uhr fehlte* SÄmwS^ *wwto‘ «” «“"«*
Der Benthener Bahnhof polnisch?
Aus Oppelu wird berichtet: In Oberschlesien er* urkt Hartimckigkeit das Gerücht, daß der Bahn- Frü hen den Polen zufalle» soll. Dadurch würde die Stadt Beuchen, nachdem sie bereits den größten Teil vmc ^E^"öes verloren hat, aus wirtschaftlichem Ge- «SÄ $nx«^ SÄ—»LMN7 u°°---°«"n°-b°°°h°'-s tn Korfaut« polnischer Unterhändler.
qu^.^^^SaM. (S. C.) Die „Times" melden aus ^a^khan, daß Korsanty als polnischer Sachverständiger! für dre Konnnisnonsverhandlungen mit Deutschland be- - en.worden ist. Die voln"' " g„^rd^d^ R irr ' EEE- H8
„ ^in nenes Unterseekabel «ach Amerika.
Pariser Blättermeldungen sind Verhmrdluu- ^'^?si den beteiligten deutschen und amerikairi- lSia®B*Ä ^ ^^ Unte^Z-
tabei0 nach Amerika eingelettet worden.
Keine Streichung der Kriegsschulden?
.. Unttthause teilte Sir Robert Hörne mit, daß her !>inÄik^^S^rung. Nicht in Unterhandlungen mit
Regierung über die Streichung der dunm-»/^^s ^^egsschulü stelle. — Zu den Presiemel- §"U6en, daß die amerikanische Regierung beschlossen ttTfr+UrtW-AU^öer Washingtoner Konferenz keinerlei ^hJvi^I^ st^6a6?nÄ51tr Erörterung kommen sollen, erklärte Sir Robert Hörne, er wünsche ebenfalls her- P^tntrrMM ^^üen dieser Art eher geeignet seien, Schwierigkeiten zu erzeugen, als zu einer Lösung zu
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Plan Frankreichs. Man wird bald merken, wie ich mit besonderer Vorliebe seine Vorposten aus und Köln erstreckt.
Belgische Pläne datteruder Besetzung.
0* Aachen. (T. R.) Die Belgier haben auf dem jlebungsplatz Elsenborn einen Flugplatz angelegt, eine kiesige Kaserne für etwa vier Millionen Franken gebaut imö am 30. Oktober eine weitere Anzahl militärischer Rebäuöe zum Bau vergeben. Weitere Gebäude sind bei ktrefeld geplant. Es scheint also, daß auch Belgien den Sdanke» des in deut FriedeuSvertrag vorgesehenen spä-
e« Rückzuges der Truppe« endgültig aufgegeben hat.
Miildiguagen 6logd fieorges gegen veuWZMch
S-. Londo«. (T. u.) I« seiner Rede über die irische Konferenz Hai Lloyd George über die Verletzung leg Waffenstillstandsvertrages seitens der Sinufeiuer t. a. gesagt, -er Beweis fei geliefert, daß Borbereit«»- teu getroffen würden, um Waffe» »ach Irland zu ver- chtffe«. Ein Teil dieses Beweismaterials weise auf !i«e Aktion der deutsche» Regierung hin.
Hergt gegen Wirth.
Auf der in ehesten abgehaltenen dritten Tagung der essischen (Deutschnationalen) Volkspartei hielt Staats- Itcr a. D. Hergt eine Rede, ht der er u. a. aus- .... Der 26. Oktober war ein schwarzer Tag nicht mr, weil an diesem Tage das Schicksal Oberschlesiens mtschieden wurde, sondern vor allem, weil Regierung lud Volksvertretung nicht die richtige Stellung dazu mhmen. Die Deutschnationale Volkspartei hatte mit >en anderen bürgerlichen Parteien den Entwurf einer goßen Protestkundgebung ausgearbeitet. Zentrum und Soztaldemokratie hatten bereits ihre Zustimmung ge- keben. Da geschah das Schlimmste: Reichskanzler Wirth rat in Aktion und erklärte, die Protestkundgebung sei Ur die Regierung unannehmbar, die Annahme bedeute einen Rücktritt. Wenn Rathenau in Frankfurt be- lauptet habe, Wirth sei seit Bismarck der größte Kanz- er, so sei groß an ihm nur die Auswirkung feiner Par- eituteresseu. Der Redner ging dann auf die Stellung- «ahme der einzelnen Parteien und auf die neuesten Er- ignisse in Berlin ein. Er begrüßte, daß die Demokra- M im Reichstage einen energischen nationalen Ton ae- Unden haben. Mit Stolz stellte, er fest, daß die Deut- . che Volkspartei in diesen Tagen <»eite an Seite mit «n Deuischuaiionalcn marschiere. Die Detftschnationa- en würden es begrüßen, wenn es einer Koalition der -litte von der Sozialdemokratie bis zur Deutschei' zolkspartei gelinge, uns aus dem Sumpfe Herauszu- tcOcn; aber man sönne Zweifel an diesem Gelingen iaben. Hergt schloß: Durch Kampf zum Sieg! Der kein- muß geschlagen werdet!, wo man ihn trifft, ob inks oder in der Mitte.
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afttat jetzt der betroffenen deutschen Arbeiterschaft. Die Vernichtung Deutschlands Beißt ja in erster Linie die Vernichtung der deutschen Industrie.
Nots der kleirren Entente an Ungarn.
^ Dem „Corriere della Sera" wird aus Budapest gemeldet, Satz die kleine Entente trotz des Widerstandes der Alliierten in Budapest eine Note überreicht hat, in der sie die sofortige Abdankung aller Habsburger verlangt. Obwohl sich die Budapester Regierung sofort bereit erklärt hat, durch eigene Kontrolle tiefen Forderungen nachzukommen, wird die Lage als verschlimmert betrachtet. Nach ungarischen Berichten hat Sie Tschecho-Slorva- kei 800 000 Mann nus Südslawien allgemein mobilisiert.
Noch kein Thronverzicht Exkönig Karls.
** Die aus Budapest vorliegenden Nachrichten bestätigen, daß der Exkaiser Karl btsher die Erklärung des Thronverzichts verweigert hat. Die Abreise, die man für Dienstag in Aussicht genommen hatte, mußte auf Mittwoch verschoben werden. Es sind Vorkehrungen getroffen, daß die Abreise des Exkaisers mit allen Ehren, die seinem Range zukommen, erfolgt. Entente-Offiziere werden den Exkaiser auf seiner Reise begleiten. Die ungarische Regierung wird auf jeden Fall den Forderungen der Entente, zu der sich ihre Beziehungen in den letzten Tagen sehr gebessert haben, Genüge leisten.
Die letzten Stenervorlagen dem Reichstag zugegange«.
»* Berlin. Dem Reichstagspräsidium sind die letzten Steuervorlagen der Reichsregierung zugegaugen, und zwar die Gesetzentwürfe für eine Körperschaftssteuer und eine Verbrauchssteuer (u. a. für Tabakwaren) und die Vorlage auf Erhöhung der Zölle.
660 Milliarden Reichsschulde«.
^ Berlin. (S. C.> Nach den amtlichen Unterlagen im ReichSfinanzministertum ist, wie aus Kreisen des ReichSwirtschaftsrates mitgeieilt wird, bis Ende Oktober die gesamte ReiÄsschuld auf 660 Milliarden Mark gestiegen. Am 30. September ds. Js. betrug die Reichs- schuld 650 Milliarden Mark und vor dem Kriege 4 Milliarden Mark.
Boranssetzungen für die Kreditbeschaffnng.
**• Berlin. (S. &) Wie wir erfahren, ist für die Mitgliederversanimü: a des ReichSverbaudes der deutschen Jndusttie, die am Sonnabend stattfinden soll, ein Antrag der westdeutschen Industriellen eingegangen, wonach der endgültige Beschluß der Kreditbeschaffung durch die deutsche Industrie von der Aushebung der militärischen Zwangsmaßnahmen am Rhein und von gewissen Garantien der Reichregierung hinsichtlich Ooer- schlesiens abhängig gemacht werden soll.
Die Getreide- und Kartoffelausfuhr ins Ausland.
Wie der Reichsminister für Ernährung und Landwirtschaft auf eine im Reichstag vom Abg. Delius ge-
Ein »«abhängiges Ze«g»is für bett Reichskanzler.
Auf der Tagung der französischen sozialistischen Partei ersuchte Reiraudel die deutschen Unabhängimm, alles zu tun, um eine Einigung mit der Mehrhett beizuführen. Ledevo«r erwiderte, die Nnabhäm gingen nicht darauf aus, um jeden Preis die Reäte- rungen zu sabotieren, weshalb sie mich das Kabinett Wirth unterstützten. Der Reichskanzler Wirth sei ein Eharakter, obwohl er kein Sozialist sei. Dagegen finde man andererseits auch Sozialisten ohne Charakter.
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Verschärfung des Berliner Kellnerstreiks.
r,** Die wiederholt angekündigte Verschärfung des Bc-- liner Gasthausangestellteustreiks wird jetzt durch die £ v ganifationen der Arbeiterschaft in die Wege geleitet. Die Am und der Ausschuß der Gewerkschaftskommffsion fa. Berlin und Umgebung haben einen Aufruf erlassen, der den Lreferstreik für alle bestreikten Betriebe anord . verbunden mit Saalsperre und Absage aller Verfanin luugen tn den in Mitleidenschaft gezogenen Betrieben.
Der Mörder Datos verhaftet.
*-» Der „Temps" meldet aus Berlin: Der Wanffchen Polizei wurde von der Berliner Polizei die Anwesenheit von Louis Nicolau unter dem falschen Name a Ll'opold Stvble in Berlin angezeigt. Er ist der Mord des frühere« spauischcu Mtnisterprästdcuten Dato. L: cta Jonquina befindet sich bei ihm. Beide wurden ur . der Polizei verhaftet und werden nach Beendigung d notwendigen Verhandlungen der spanische«^ Pol auSgeliefert werden.
Luxemburg nimmt die Angehörigen König Karls «tf.
« Bafel. (S. C ) Der ^Basier Anzeiger" meltn aus Luxemburg, daß die luremburgische Regierung die Einreise des gesamten Hofes des Exkaisers Karl tn Luxemburg genehmigt hat. Wie weiter gemeldet wird, . Haben die Angehörigen Exkaiser Karls bereits da . scinveizerische Staatsgebiet verlassen.