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HersMöer Tageblatt

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Kranz Zunk in Hersfeld. Keenfprechcr Nr. 8. :

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Nr. 341

FrertKg, Vs« 14. Oktober

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Dunkle Ankunft

m DieD. A. Z." schreibt: Schwere Besorgnis er- flillt jetzt das gesamte deutsche Volk. Noch ist der Ent­scheid, den der Viererrat in der oberschlesischen Frage getroffen hat, amtlich nicht bekannt geworden, aber was über das Gutachten in Sie Oeffentlichkeit gedrungen ist, genügt, um die allerstärksten Befürchtungen gerechtfer­tigt erscheinen zu lassen. Namentlich verdient die ernsteste Beachtung, was die dem Quai d'Orsay nahestehende« Pariser Blätter berichten und was das braulianische Mitglied des Biereransschufses, da Cunha, dem Bericht- erstatt er desMatin" erklärt hat. Danach muß damit gerechnet werden, daß nicht allein Sie Kreise Pletz und RböNlk, sondern auch KönigShütte nnd Kattowitz dem , Dötttschen Reiche verloren gehen. Oberschlesien bildet ; Mitisch wie wirtschaftlich eine unantastbare Einheit, und es ist ein Verörecoen an Ser deutsche« wie an. der pol­nischen Bevölkerung des Abstimmungsgebiets, aus Rttck- kstcht auf den Machthunger der Polen und die Herrschafts- , gelüste Frankreichs die im Laufe der Geschichte immer fMsammengebliebeuen Gebiete zu zersplittern. Lloyd George hat in wiederholten Aertßerungen den englische« 'Standpunkt dahin festgekegt, Saß in Oberschlesien Sas Abstimmungsergebnis maßgebend sei und daher das ge­samte Abstimmungsgebiet deutsch bleiben müsie. Es ist über Briand gelungen, in der oberschlesischen Frage England zum Nachgeben zu zwingen. Die Vertagungs- lakiik von Paris hat ihre FMchte getragen. London hat sich den französischen Forderungen bereits unterworfen, als zwischen den beiden Staatsmännern. Großbritannierrs und Frankreichs die Verlegenheitsmaßnahme bersiü- ^Sart wurde, den Bölkerbundsrat anzurufen. Die Ent- j täuschung über Oberschlesien reißt nicht nur das Kabi- "" Wirth in den Abgrund, auch die Bildung einer

eu Regierung, möge man sich deren Zusammensetzung ... einzelnen denken, wie man mm ^v ib gut wie illusorisch^ Mit. dem ^uft Oberschlesiens droht das .Ataue ^^ Chaos, einer Wirrnis, aus der das verzweifelte Deutschland sich nicht mehr herauswinden kann. Aber Deutschland wird nicht das, einzige Land sein, das ins Elend gerät. Die Schwierigkeiten, unter denen alle europäischen Staaten leiden, werden umso- mehr gesteigert werden, und die GläubigeMaaten wer­den damit rechnen müssen, daß der Hauptschuldner dem Bankerott zilgeMeben wird. j

Die Errtscher-ttng in Genf.

schwachen, so hat doch die deutsche Oeffentlichkeit ein gro­ßes Interesse daran, Näheres über die Persönlichkeit des Tschecho-Slowaken Hodac zu erfahren, den der Völker­bundsrat mit einem wirtschaftlichen Gutachten über die vberfchlesische Frage betraut hat. Hodac ist General­sekretär des Jndustrieverbandes der Tschecho-Slowakei in Prag. Er ist ferner Privatdozem an der Technischen Hochichule in Prag. Parteipolitisch gehört er den ein­flußreichen Rationaldemokraten an und steht dem tsche­chischen Ministerpräsidenten Benes nahe. Hodac wird als absoluter Ententist bezeichnet. Diese Charakterisie­rung dürfte genügen, um zu beweisen, daß er sich bet seinem Gutachten weniger von wirtschaftlichen, als viel­mehr von politischen Gründen hat leiten lassen. Das kommt auch in der vorgeschlagenen Grenzlinie deutlich zum Ausdruck.

Baron Jfhii glücklich!

Am Schluß der letzten Ratssitzung hielt Baron Jfhii, Präsident der Tagung für die vberfchlesische Frage, eine Ansprache, in der er sagte, der Bülkerbundsrat schätze sich glücklich, bei der Lösung einer der schwierigsten und ver- wickettsten Fragen angelangt zu sein. Er Habe eine der wichtigsten Aufgaben, die ihm je nbertrgen wurden, mit Erfolg (!) durchgeführt. Dies sei eine entscheidende Stunde im Leben des Völkerbundes. Nachdem Jfhii feinen Kollegen den Dank für ihre Mitarbeit ausgedrückt hatte, fuhr er fort:Sie haben trotz der großen natio­nalen Interessen, die auf dem Spiele standen, eklatante Beweise Ihrer Berföhnlichkeit (!) gegeben. So gelang es uns, eine glückliche Lösung (!) des Problems zu er­

ferner zu der Möglichkeit, daß Dr. Wirth mit der stete bildung des Kabinetts beauftragt werden könnte, also eM Rücktritt nur eine Formsache sei, daß ein wiches Kabi­nett endgültig ein Kabinett der Nichterfüllung sein würde, denn die Kredithilie, das Wiesbadelrer Ablom-" men und das Mark-Abkommen mit Belgien feien nicht mehr diskutabel. Die »Rote Fahne" behauptet, eine Lösung der oberschlesischen Frage könne nur durch Ver­ständigung der deutschen und der polnischen Arbeiter, eine Revision des Friedensvertrages nur durch eine* Verständigung mit den französischen Arbeitern erreicht werden. DasDeutsche Tageblatt" erklärt in einem ArtikelSturmriemen fest": Es gibt Augenblicke im politischen Leben, die geeignet sind, geschichtliche Wirk­lichkeiten zu gestalten. Harte Lebensnotwendigkeiten las­sen sich weder durch amtliche Vertröstungen noch durch papierne Proteste erfüllen.

England gsgen dem Genfer Beschütz?

er-

neue:

im

dielte Lösung über die oberichlestsche Frage in hohem Maße zur Erhaltung des Friedens in Europa und in der Welt bestragen wird.

Der Umfall Englands.

* feit Nach den letzten Meldungen aus Genf ist klar zu ersehen, daß es wieder ein Umfall Englands int letzten Augenblick war, der die ungünstige Entscheidung riber Oberschlesien herbeigeführt hat. Aus diplomatuchen Kreisen wird versichert, daß die französisch« ten bis auf den letzten Augenblick bemüht die japanischen und l .

zWonen auf ihre Seite zu ziehen^

im Berlin. Die Entscheidung über die oberschleusche Frage wird wohl in London fallen. Es sind VerhanS- lungen eingelestet wm'Sen, um gegen die Genfer Be­schlüsse des Völkerbundsrates - in der oberschlesischen Frage Stellung zu nehmen. Wie in Berliner offiziösen Kreisen versichert wird, steht Lloyd George wie auch das Auswärtige Amt in London auf dem Standpunkte, daß d-e Stellungnahme des Völkerbundsrates in der ober- schlesischen Angelegenheit unhaltbar sei. Einerseits würde Frankreich eine so starke Ueberlegenheit aus dem europäischen Festlande durch Sie Auslieferuug der ober- schlesischerl Kohlen und Montanwerke an Polen erhalten, daß auch dadurch England auf das empfindl"" fährdet würde,- denn ein großes Polen würde ___________

veranlassen, seine Politik expansiv nach Osten auszu- dehnen. Dadurch würde natürlich EnglauS nicht nur

ge-

utzland

von Jlldien, sondern auch Japan in Sibirien abge­schlossen werden. Auch der mpanische Vertreter hat in Gens bei dem Völkerbund schwere Bedenken gegen die

at des Völkerbundes hat

Ru ibrMdalle Emzelheiten festgesetzt worden. .Die Antwort des Völkerbundsrates ist abends durch einen Gonderboten an Briand, den PrasideMeN dev Obersten Matts abaesandt worden. Der Oberste Rat, in der Tar die Botschasterkonferenz, wird wahrscheinlich am Don- "'Serstaa vormittag in Paris zusammentreten und die Vorschläge des VölkerSundsrates prüfen. Der Oberste Rat wird jedenfalls am Sonnabend einen Beschluß faf-

Die Veröffentlichung dieses Befchlusies, wird 'meichzeifia in Paris, London, Rom und Genf erfolgen. N !M WMM d-S BSMMlUdsmt-s wit» $« SS« f«t fe», MB -tz- A-I-.dl-jMSK-'LL gM ÄS'Ärf SäS

SSäääSSBS SääSäÄ

!&f mS3 Projekts empfohlen, in denen er Garan- lien für die politisthen Minderheiten verlangt.

Der mutmaßliche Grensverlauf.

Der Genfer Korrespondent desTemps" teilt mit. ^»s m^^linte in Oberschlesien, die der Völkerbundsrat ÄÄTb&M i'«>« w-

von UeSereinkoMMen für eine ge-

laufen: Me Heiden südlichen Kreise Pletz

fteK 'Deutsch^ die westlichen Kreise des K^&Ä«Ä

*t* Ä SÄOsten ran OtetWeW gelegenen ffS?M»»»S lind zugesprochen. &l anderen oberschlesischen

SsSfeSÄM '!&*ÄS tfÄ .&S'Ä

K«tfS Ä'iÄgfiS S chen wirtschaftlichen Folgen der TeilungSlinle.

Aurh von Paris aus verfließt wird, die Beben- tunst der Tätigkeit der Wirtschaftssachverständigen avzu-

^..jen Delegier­en Augenblick bemüht waren, auch spanischen Delegierten durch Kon-

Wsranf es dem MlkerLnntzsraL ankam!

^ In den Kreisen des Bölkerbrurdsrates bestes die

Lösung der oberschlesischen Frage geltend gemacht, da man auch -in Japan damit rechnet, daß ein Großpolen mit französischer Unterstützung einen empfindlichen Druck auf Rußland ausüben würde, um das Schwergewicht feiner Außenpolitik nach dem s . s ' _ .

wodurch ein unliebsamer Konflikt zwischen Japan und China heraufbeschworen werden könnte. Die Berhäst- niffe liegen so, Saß der Vertreter Japans in London er- klärte, r iden Protest aeaeu-UUL-vMmL.

ernen Osten zu verlegen,

der

wiaittner zr^s^rtt^^?^ofiEA^E'ützu8i ibl'ls^^er Voi- kerbmidsrät zeigen, daß er a«H praktiiche Arbett (!'.) M leisten vermag, dann aber auch erreichen, damit der Streitapfel, zu dem Oberschlesien geworden ist, endlich °^^A-M-Äd-rs-Ich!««-"»-"* 8!''!S*Lt|,n .5 S»ff »iiMÄ*l| »

irtfchafUichen Beziehungen auch m den jetzt 'drohten Teilen infolge wachsenden Ver- Entscheidung des Völkerbundsrates aufs

^iittmnÄM'

ohne Auf i

schaftlichen

bte engen wi . so schwer bedro! trauens aus die . neue verstärkt hatten.

Der Hilferuf der Stadt Kattowitz.

Koeben ist nachstehendes Telegramm von den Ver­tretern der deutschen Bevölkerung der Stadt Kattmmtz MILLS« «? ä javanischen Botschafter in Paris:

1 1 Ä sind bei der Volksabstim-

wuna^ttbcr 85 Prozent der Stimmen für Deutschland abacaeben worden. Die Zuteilung der Stadt an Polen wäre eine protze Mißachtung des Abstimmung niPeS Die deutsche Bevölkerung ist aufs tiefste durch die"Pressemeldungen, daß eine derartige Zw in Erwägung gezogen ist und kann andie Rlä Meirr Mttlduüaen nicht glauben. Das Wirtschaft der SMdt ist inst dem deutschen Wirtschaftsgebi trennbar verbunden. Ihre Loslösung vom Muttz würde ihre Lebensbedingungen verni dcrn deshalb, gestützt auf das eierltch s M,uc «Zustimmung die Stadt Kattw

tretern der deutschen

cnöltenntg ist aufs tiefste erregt '^ :_____Zuteilung nn an die Richtigkeit Das Wirtschaftsleben - ^Met un­

terlande

vernichten. Wir^for- g"Ä» die wlÄÄW land zu belassen." ,

Immer daran denken.

W Die Deutsch-demokratische Partei Württembergs hat BäSs^ää ebenso wie Norddeutschland diese Lostrennung deutschen ",ind -s ni^ ein Verbrechen anklagen, heute und in at.er Knknn t Äe Dcutsch-denwkratisch^ Partei wird zusam­men mit allen Deutschen die Zerreißung Oberschtesiens alseinen rechtlK« und ungültigen Gewaltakt erklären und in dieser Erkenntnis die Heranwachsende ^irgend er

Berliner Pressestimmen.

DerVorwärts" schreibt: Manches, was heute « DeUtici'iand geschehen könnte, wäre menschlich begreif $$ÄTM

jetitmit großer Schnelligkeit heran. Das Blatt bemerkt

W^®ÜÄS8W|*- die maßgebenden französtschenZellmtgen in ihren Leit­artikeln, ergeben, daß man der englischen Autzenpoltttk auch fernerhin mit dem größten Mißtrauen gegenuber- stehen müsse. Bis jetzt habe sich England, so schreibt der Figaro", weder zu der einen noch zu der anderen Rich­tung bekannt.

^ Paris. (F. Z.) Der Bekaiintgabe und Durchfüh­rung der Entscheidung des Völkerbundsrates über Oberschlesien dürfte in letzter Minute eme neue ed»me= rigkeit erwachsen sein, die in der Mein.ilugsvei-schieden- heit zwischen den Regierrmgen in London und Vatis ihre Ursache hat. Die französische Regierung hatte am 6. Oktober der Londoner Regreruilg vorgeschlagen, daß. eine Zusammenkunft des Oberster Rates nicht notwen­dig fei, sondern daß lediglich die Botschafterkvnfcrenz da- mit beauftragt werden kömre, der Entscheidung des W kerbundsrates über Oberschlesien Gesetzeskraft zu. per-, leihen. Die britische Regierung hat leöoch geantworw-»- daß sie, bevor sie sich über die Durchführung der scheidung des Völkerbundsrates äußern konnte, »W einmal von dem Inhalt der Entscheidmrg Kemstms ^ ben müßte, um sich zu verge,visier«, daß er auch nid mit den Bestimmungen des Versäiller Vertrages,im W derspruch stehe. v

M> London. (F. A) Die von ttauzösischer-SMe^O Propagandazwecken erfolgte vorzeitige Veroffenitzchung^ des Vorschlages der Unterkommission hat in den Londo­ner politischen Kreisen lebhafte VersttzniiiMig «rretztt Die Pariser Behauptung», der unkorrekten Versuche SK englischen Regierung, dm Völkerbundsrat zu beE Msien, wird von London strikt zuriickgewtesen.. Daß M englische Regierung die Entscheidung des VölttttmniSs- rates als btiu^nh hinnirwnt, gilt in 6«tfftpw gonboner polittschen Kreisen als stcher^ Ebc aber ist es, daß die Entscheidung des Volle-b den englischen Premierminister auis Uark^ wird. Man hat Grrriiö zu der Anuahm^ struktivil nach Genf an den englischen. DKic four ergangen ist, die englischen 4 ik(verteil .0 bedtngt^an dem bisherigen britischen & önWutte halten. Eine andere Frage ist es, ob Valfimr rio Gemges Meinung teilte und, um nicht elue« tvteu Pur irr den Verhandlungen des Völkerburu-spstes pMlt zu lassen, nicht einem Komproniktzarstrage, r>MW Die liberalen englischen Blätter beginnen me Enm dung des Vülkerbnudsrates und sprechen die Hp?n aus" daß nun auch bald wieder M ÖWÄ ,^ schaftsleben wiederkehren, werbe.^ Die MMH zette" nennt sogar die ^'stche dUM des .Vol rates einsalomonisches" Urteil, da öMMui lieft nicht gestört werde, obwohl eine polstiichc ^' ansgesprochen sei.

In Erwartung der Entfchetdrmg.

^ Berlin. Auch am Donnerstag uwtgeü Most keine amtlichen Mitteilungen aus Geuf über mt '

artikeln, ergeben, daß man der engli' auch fernerhin mit dem größten Miß stehen müsse. Bis jetzt habe sich Engst