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Hersfelöer Tageblatt

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i Nachlaß.. Kür die Schristleitung verantWortlich ~

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las Bons. Druck und Verlag Don Bildung Budidrudrerei in Bersfefd, (Ditgfied des Vi

DZV.

Nr. 23S

Mittwoch, bett 12. Oktober

19581

, SrissKMmMBNg' in Berlin.

B Kabinettssitznug über Oberschlesien.

| »si- Auf Wunsch des slußenministers Dr. Rosen ist am Montag abend gleich nach der Rückkehr des Reichskanz- xlers, die um 10,20 Uhr erfolgte, das Rcichskabinett zu Ktner Sitzung zusammengetreten, in der der Reichsmi- -nister des Auswärtigen über die oberschlesische Frage MNd seine Besprechungen mit dem deutschen Botschafter fitt London, Senator Sthamer, Bericht erstattete. Wie Haus sicherer Quelle verlautet, ist in diesen Besprechun- -gen auch die Wirkung einer Entscheidung der oberschle- ksischen Frage auf die innere Politik in England und in ^Deutschland gestreift worden, und Senator Sthamer soll »wiederum den Wunsch Englands nach einer Berbrei- terung der deutschen Regierungskoalition nach rechts Merbracht haben, namentlich mit Rücksicht auf deren -wirtschaftliche Wirkung. Die Berufung des deutschen Botschafters in London, die der Außenminister von sich aus vorgenommen hatte, hat in den politischen Kreisen, die dem Kanzler persönlich nahe stehen, und bet den So- S" ' mokraien verstimmt, besonders deshalb, weil die eise Sthamers sofort nach der Besprechung mit Dr. Rosen erfolgte, ohne daß irgend jemand Gelegenheit hatte, mit ihm zu sprechen. In diesem Zusammenhänge -ist die Frage des Rücktritts des deutschen Autzenministers aufgeworfen worden.

Die erschütterte Regie rungskoalitio«.

. #-r Zu der Nachtsitzung des Reichskabinetts bemerkt derVorwärts": Es gibt Leute, die vielleicht mit ab- -sichtlicher Uebertreibung behaupten, die innere Krise sei bereits in vollem Fluß und das Kabrnett Wirth werde die Nacht nickst überleben. Tatsächlich muß man bei dieser Bewegung zwei Pastoren von einander un­terscheiden. Auf der einen Seite herrscht in allen ver­antwortlichen Kreisen die schwerste Sorge um das «chick- M-Oberschlcsiens, und es wird die Frage erörtert, ob das Kabinett Wirth überhaupt noch im Amte bleiben kann, wenn sich die hier eingetroffenen Hiobsbotschaften 'bewahrheiten. Auf der anderen Seite spürt man aber guck, sehr.deutlich das faktische Bestreben, von rechts her in die erschütterte Front der Regierungsparteien trab tig nächst,stoßen und sie womöglich ganz zu durchbre­chen. Es gibt also Leute, die den Sturz des Kabinetts Wirth als Folge der oberschlesischen Entscheidung be­fürchten, und andere, die ihn wünschen und ihn herbet- zuführen bestrebt sind. ,

^ Bor chwerer, Enterbung-

^W^ll..,^.LrenMiMMWWa 11 Uhr zummmdttt

^e^weiene ifabfitcnerSr'''w^^taw^NWwiii^^

Lt. Mn^fHffte ßaae Im übrigen war die Sitzung streng S« Sle roÄ aÄl 6» UW !°-ts-M,"V l^ S« i.MfAvriffifeieit Kreisen verlautet, daß das Ka-

von Ellgoth-Zabrze gegen das in voller Fahrt befind­liche Auto ein schwerer Stock geworfen, der aber sein Ziel verfehlte. Der Kommissar ließ sofort das Automo- bil halten und den Stockwerfer, einen Grubenarbeiter aus Ellgoth-Zabrze, festnehmen.

Eingreifen Englands in Genf.

»* Viele Anzeichen deuten darauf hin, daß die Genfer Entscheidung über das Schicksal Oberschlesiens «umittel- bar bevorsteht. Nach zuverlässigen diplomatischen In- sormationen hat England die Absicht, noch vor dem Schiedsspruch zu intervenieren.

Französische Ablengnung.

'^ Eine französische Nachrichtenstelle: meldet: Im Quai ö'Orsav versichert man, daß die englische Meldung, wonach Großbritamrien Stellung gegen den von der Vierer-Kommission vorgeschlagenen Erstwurs Stellung genommen hätte, jeder Begründung entbehre.

Abreise von Arbeitervertretern nach London.

« LautB. T." ist Montag abend eine Abordnung von dentschen Zlrbeiterveriretern nach London gereist. Diese Reise ist verursacht worden durch die alarmieren­den Nachrichten über den Stand der oberschlesischen Frage.

NKilosigSeiS in Genf.

»^ Genf. Der PariserTenrpS" meldet aus Genf: Der Bericht des Slnsschusics des Bölkerbundsrates zur Vorbereitung einer Entscheidung über Dberfchlesien sei mit ZWeiSrittelmehrheit von den Delegierten abgelehnt worden. Es sei mit der Möglichkeit zu rechnen, daß auch der Bölkerbnudsrat zrr keiner Entscheidung kommen würde, wenn es nicht gelingen sollte, eine Mehrheit für den inzwischen eingegangenen französischen Vermstt- lunqsvorschlKg znstandezubriugen.

^ Gnf. DasFourual des Debats" meldet, dav der Bericht des Ausschusses des Völkerbundsrates über Oberschlesien von dem Präsidenten des Völkerbundrates auf Antrag mehrerer Berbandsmächte an den Ausschuß zurückgege en worden ist. Der Ausschuß hat aber am Sonutog einstimmig abgeishnt, seine Srellunguahme zu ändern und feine dem Bölkerbnudsrat erstatteten Vor­schläge durch andere zu ersetzen.

Deutschlanös S icksalssinn-c.

^Berlin. Die oberschle'iche Frage steht im gegen­wärtigen Augenblick vor einer sehr üblen Lösung, und wenn nicht irr den nächsten Tagen eine Wendung ein- tati, so ist Deutschland um Ane große Enttäuschllug ret- . fe -:chci«Ebreise cts mufften ^WischasterH. Sthamer,

an die Erklärungen Lloyd Georges in Parts und tot Unterhaus über die oberschlesische Frage für gebunden ansehen wird.

Fischbeck gegen die Teilnuaspläne.

»*- Berlin. lB. T.) Der preußische Hanöelsmtntste« Fischbeck hatte eine Unterredung mir dem Berliner Ver­treter des schwedischen Telegraphen-Büros. Minister Fischbeck wandle sich scharf gegen alle angeblichen Tet- lungspläne für Oberschlesien, die in den lebten Tagen in der Presse gemeldet worden sind, und betonte nach­drücklich die völlige Unmöglichkeit eines solchen Tet- lungsvvrschlages.

Neue Note an den Bölkerbnudsrat.

9* Berlin. Die Kabinettsberatungen über Oberschle­sien sind am Dienstag vormittag fortgesetzt worden. Die Sitzung des Kabinetts hat um 10 Uhr begonnen. In der am Montag spät abends stattgefundenen Sitzung des Reichskabinetts wurde eine nochmalige dringende Vor­stellung beim Völkerbmrdsrat in der oberschlesischen Frage beschlossen.

Ttresemaun über die politische Lage.

Anläßlich des nieder-rheinischen Parteitages hat sich der Abg. Dr. Stresemann in einer Rede über die außen-j und innerpolitischen Fragen geäußert. Mit Bezug auf: die Regiernvgsnmbilsnng erklärte er, daß weder von einer andern Partei an die Deutsche Volkspartei noch umgekehrt grundsätzliche Erklärungen vor dem Eintritt der Deutschen Volkspartei in die Regierung verlangt worden seien. Die Aufgabe der Parteiverrreter, ei» sachliches Programm für eine Verbreiterung der Koa- fzustellen, sei zum größten Teil gelungen. Nur manzfrage bestünde« noch Differenzen mit den

lition au'

in der Finanzfrage bestünde« noch Differenzen mit den Anschauungen der Sozialdemokratie, die aber durchaus nicht unlösbar erschienen. Der Gedanke der breiten Koa­lition sei aber so unbedingt der Ausfluß polittscher Not­wendigkeit, daß er sich durchaus durchsetzen werde, auch wenn der Weg zur Erfüllung des Zieles noch über mancherlei Erlttäuschung führen würde. Zur außen* politischen Lage bedauert Dr. Stresemann, daß scheinbar in der polftischen öffentlichen Meinung die Idee der Stärkung Polens gegenüber Deutschland die großen wirtschaftlichen Gesichtspunkte Überwege. Das Streben müßte eigentlich dahin gerichtet fein, die wirtschaftlichen Kraftquellen Deutschlands zu erhalten und damit die Er­füllung der Reparationsleistung zu gewährleisten. Auch die Deutsche Volkspartei habe nach der Annahme des Londoner Ultimatums dieses zwar als unsere Kraft überfteigend bezeichnet, aber gleichzeitig erklärt, daß ane. Anstrengungen gemacht werden müßten, um soviel zU ^-^^k^^^^^.^,^;. «I^hglwl Hz '. geoen

erhalten und damit die Er-

B, In unterrichteten Kreisen verlaute- ett vor schwersten Entscheidungen steh um eine ßrunbr^" "

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-gen steht. ES yanow

arundsätzliche Entscheidung über die Fragen samtpolitik, die bei unbefriedigender Lösung den des Kabinetts zur Folge haben werde. An an Stellen werden irgendwelche Demifftonsabsich-

Rücktritt Ii. ,

R^Ä«#®>®' seit Bestehen jetzt vor der allergrößten und allerschwer ften Entscheidung steht.

Zusammentritt des Auswärtigen Ansschnsies.

** Der Reichstagsausschutz für «uswarftge Angele- ?« «K d!- ob-rÄl-m»- sr-a- w untoWteu.

Die Entscheidung in Genf noch nicht gefallen.

iw. Ein französisches Büro meldet aus Genf: Die vier Müalieder des Rates des Völkerbundes, nämlich Bel-

RraNlieu Ch na und Japan, die beauftragt wor-

Er« te ää äs

MWWLSLZM WMWiUZM'- ÄerbundeS au Briand tettgraMsier werdon.

DerVorwärts" über Oberschleuen.

»^» DerVorwärts" schreibt: Mt die Entschei- bung über Oberschlesien so ungünstig aus, wie hier befürchtet ivirb, so werden wir deshalb noch n wt die Flinte ins Korn werfen, aber wir dürfen uns «iw hehlen, daß dann die Zukunft sehr dunkel vor «m liegt.

Polnifche Ausschreitungen in Oberschlesien. ff®«^Bx£"

Bentheu Sonntag iwrmittag sollte im Prinz Hern N?ULL«1«L^

' ®wurde das Konzert von der W»S 1 sws K»wS - PMiswitzer Chaussee entlang fuhr, wurde in der Nave

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15

günstig au^ wie hier deshalb noch nicht die

wordene" Abreise der DelePtion GdMestsM Ak^t- tervertreter nach London lasten aum nach auüv - otn er- [ kenne« man in den Berliner amtlichen Krepen, mit

NÜchskan-Ker Dr. Wirth an der eiu^e, nch der Schwere der Stunde bewußt -ist. lind der Kabinettsrat, der ach Molstag abend hinter verschlonenett Türen ^Ke, wird sich lediglich mit der Frage oeschafügt^' schellen hat, wenn die Entscheidung ul^r Oberschlesien in

^inne fällt, wie im gegenwärtigen Augenblick zu hi'Sih'rtviert ist Vorläufig muß mau lmch Mitteilungen ewgeweihter greife damit rechnen, daß der frauzosiM SS»«®® es ^ÄäÄÄ fi= damit rechnen daß Oberschlesien dann in ganz kurzer Keit von den 'Polen Heruutergewirtschastet fern würde. AndeEits können sich die Franzosen auch «ich ^ entfrftlieüen Oberschlesien ganz an Deutnhmnd zu geben, meti F^boffen das Land unter xoluijcher Herrschaft auch SS mtsithueu tu können Englülrd leistet allerdings EJ Mane Frankreichs noch startt Widerstand. Es iraat sick nur wie lange noch England diesen Widerstand Mr^J ramt und will Lloyd George vertritt die Auf-

£ 2 Engtzlnd Sinfam mit Malten einen KÄS mLll die Rechnung Frankreichs machen murre gvr enalische Botschafter in London hatte eine längere Unterreäung m" dem e^itiä,en ^ Sto'ÄÄwÄ^^

aeteiu basten daß er Weisung von Rom dübe, üit^r aßen nmstäuden gegen eine Anglreserimg Oberschlesieus an Polen Stellung zu nehmen. Durch diese Augliede- rung würde die stidslaivische, jugoslawtsche, tschecho-sl- wakische und polnische Allianz so außerordentlich gestärkt, daß Italien dadurch bedroht würde.

Französischer Verntiitelnngsvorschlag.

ßicitf cffto de Paris" teilt mit, daß ein franzö­sischer Vermi'ttluttgs-Vorfchlag für die Lös ring der ober­schlesischen Frage an das Präsidium des Bülkerbunds- rates abaegaugen fei, nachdem die Beratungen des Völ- kerhundsrates schon seit ewigen Tagen, im Ga«ge seien. S^.ÄÄti^^^^^^

U aeben den französischen Vermittlungsvorschlag, der die entstandenen Schwierigkeiten zu beseitigen geeignet sei, eingeheud zu erörtern.

Englische Besorguifle für Ge«f.

^ Rotterdam. Nach einer Reuter-meldung vom Mon­tag'wird das britische Kabinett zu Beratungen über die Ntitteilunacn Lord Curzons und Balfours aus Genf Londoner poltttschcu K7/^ttl dte Situatton in Genf st - sofern nicht ohne gewisse Besorgnisse, als «« Enamno

den Delegierten Gelegenheit Vermittlungsvorschlag, der geeignet

Abköiftmsns sei zn vec legende Besserung, M vom Hundert angereq

die SachleistttHgen « mürben vuö wir zu

Komplex der Reparationsleistung mußte auch anderen Ländern gegenüber auf Sachleiyung und zwar voll be­zahlte gestellt werden. Gleichzeitig wMte eine Stabtlt- > heruua der Mark erfolgen, um die IahreslMlsttgM in Einklang mit Deutschlands wrrtschaftltcher Lage zu briu- gen. Das Eingehen Frankreichs auf eine solche PolMk würde nicht nur dem politischen und wirtsSastlichen Frie­den Europas, sondern auch Frankreich selbst den besten Dienst erweisen.

Wels über die KsaUtrrmserwettenmg.

Auf dem Parteitag der Sozialdenwkratifchen Pattei für Heffen-Naffau in Weilburg a. d. Lahn sprach »W« tagsÄgeordneter Wels über die polnische Lage und be­merkte in seinen Ausfiihrungen u a : Der ^erüt Oberschlesiens wäre für Deutschland furänbar. Die R^ parationsmöglichkeit, ja die ßaity europäst ^ ?^^° schast, wäre in Frage gestellt. Wenn in 6>ei.r ^ne Ent^ scheidung fällt, die Oberschlesien zerreißt dann geben wir

M auch eine Nstderlage des repuMMischeu KabtE ^irtb sicher, und eine nattonalistiiche Hetze wird ein« fi die unser volittsches und -virifchaftstches Leben von Gruiid auf zerstören wird, lieber die Notwendigkeit der Heranziehung der Deutschen Solksparlei zur t.egternoa führte Wels aus: Wenn wir Deutschlal>d vor dem N nn retten und das Kabinett Wirch, das Kabinett der E fitiTtutg erhalten wollen, dann bleibt uns kein ante.

Ausweg, als die Vertreter^der Industrie mit. in die >,^

PEchen die Bersügungeit des KeiftSoräfiöeirten m Schutze der Republik sabotiert wurden, nmi ^n ^ o. Parteifreund die Meinung aufzwiugeu, daß rvir mne anen Umständen wieder in die preußische und bayer h Stegterung eintreten müssen.____

Die Berhaudluuge« über den JnbustriekreM.

w- Wie aus sicherer Quelle verlautet, werden die ul sprünAtch für Dienstag angesetzten Besprechungen z. scheu dem Reichskanzler Dr. Wirthund denVertret-- der Industrie über die Anfbringnn^- der weiteren ®o Milliarden am Donnerstag stattfinden

Kahr über ttttfere Leistungen an die Entente.

Der frühere Ministerpräsident Dr. v. Kahr bat * leaentlich eines landwirtschaftlichen Festes in Lau- berg-Lech in seiner Eigenschaft als Pte§i£n!d^ in Oberbayern eine Rede gehalten, ^ ber «htuMt-ich S(,r grervilichtungen gegenüber der Entente meintv.

eintreten werde, wo die Aufbringung der xwuruüu »