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Wna wird auf die massenhastS Begnadigung von Kom- wmttstfn verwiesen, die zum Teil zu schweren Zucht- HauSsirasen verurteilt worden waren.

Nettes ZeitnugsverSot.

e* Die deutschnationaleSächsische LandeszeUung" in Dresden ist auf Grund der Ausnahmebestimmungen Pom Polizeipräsidenten auf 14 Tage verboten worden. Der Grund dieses Verbots soll erst 24 Stunden später mitgeteilt werden.

Schwere Kümvke in Kleinasien.

** Nachdem der griechische Angriff östlich des Sakaria zum Stehen gebracht wurde, haben in den letzten Tagen schwere Kämpfe stattgefundem Das griechische Heer steht jetzt 40 Kilometer südwestlich von Angora.

England und Irland.

** Wie Reuter aus Dublin berichtet, werden die Sinn- feiner wahrscheinlich die Einladung der englischen Re­gierung zur Konferenz annehmen.

*-^ Das Kabinett des Dail Eireann hat Freitag vor­mittag unter dem Vorsitz de Valeras inr Mansion House in Dublin die englische Antwort besprochen. An: 14. September wird eine geheime Sitzung des Dail Eireann Pattfinden.

' Erweiterung der tschechischen Regierungskoalition.

- ^ Die tschecho-slowakische Agrarpartei hat mit allen 'Stinnnen beschlossen, an der parlamentarischen Regie- "rung teilzunebmen. Die tschechischen Sozialdemokraten fordern als Vorbedingung für die Teilnahme an der Regierung die Trennung von Kirche und Staat. Die .'Katholische Volkspartei erklärte, nicht gegen eine gute Regelung zwischen Kirche und Staat zu sein. Sie for­dert aber konfessionellen Schulunterricht für die Kinder.

Rücknahme belgischer Besatzuugskruppe«.

N* Die 12 000 belgischen Truppen, die sich seit der Lon­doner Konferenz im besetzten Gebiet in Deutschland be­enden und für die evtl. Besetzung des Ruhrgebiets be­stimmt waren, werden am 15. September nach Belgien zurückkehren.

FranzösischeAbrüstung".

Der französische Kammerausschutz für den Heeres­etat hat die Erhöhung des Mannfchastsbestanöes der französischen Armee um 150 000 Mann durch die Errich­tung neuer Kolonialgarnisonen in Frankreich zuge- stimmt. Auch die beiden sozialistischen Parteivertreter stimmten für die Militärverstärkung.

Zur Washingtoner Abrüstungskonferenz.

** Senator Roth hat der amerikanischen Regierung die Mitarbeit der Carnegie-Stiftung an der Abrüstungs­konferenz angeboten. Staatssekretär Hughes hat das Angebot angenommen.

Keine Spur von den Mördern Erzbergers.

*» Karlsruhe. Sämtliche wegen der Mordafsäre an Erzberger verhafteten Personen sind am Donnerstag mittag wieör auf freien Futz gesetzt worden. Nur der Fähnrich Oliwig von Hirschfeld befindet sich noch in Hast. Seine Entlassung steht aber bevor. Sämtlichen Verhafteien ist es gelungen, einen Alibibeweis anzu- treten. Die Berliner Polizeikommission ist, da weitere Verhaftungen nicht bevorstehen, nach Berlin zurttckge- kehrt.

Die Führer der Koalitionsparteien beim Reichspräsidenten.

k* Berti«. Die Führer der Koalittonsparteien haben sich am Sonnabend morgen um 9 Uhr zu einer Bespre­chung beim Reichspräsidenren eingesunden. Ein Resul­tat ist erst am Vormittag zu ermatten. Die Morgen- zeitungen bezeichnen die Lage noch als unverändert ernst.

Der Sturz der Mark.

** Neuyork. lF. Z.) Iu den hiesigen Bankkreisen herrscht die Ansicht vor, datz der weitere Sturz der deut­schen Mark eine Erschütterung der deutschen Wirtschaft bedeute. Man erwartet jedoch, daß die politische Lage davon nicht berührt werde, da freie sich in letzter Zeit lehr gesesttm habe. ^^^.

k* Berlin. (B. T.) Der Berliner Magistrat hat in einer außerordentlichen Sitzung die strittige Mark-Zu- lage für die Arbeiter der städtischen Werke nach erregter Debatte angenommen. Die Gefahr eines Streiks in du städtischen Werken ist mit diesem Beschluß behoben.

Das Urteil gegen Birginia Moll.

k* Berlin. (L.-A.) Im Prozeß gegen die Deutsch- Amerikanerin Virginia Moll wegen Betrügereien und Liebesgabenschwindel ist Sonnabend mittag das Urteil Sefällt worden. Die Angeklagte wurde zu 6 Monaten Gefängnis und 50 000 Mark Geldstrafe verurteilt.

Der österreichische Kanzler über die ungarische Frage.

** Wien. (F. G. A.) Der Bundeskanzler Dr. Scho­ber erklärte einer Abordnung von Flüchtlingen aus dem Burgenlande, er hege größte Zuversicht. Aus Budapest sei ihm gemeldet worden, in den dortigen Kreisen habe man das deutliche Gefühl, daß man in eine Sackgasse ge­raten sei, aus der es kein Zurück mehr gäbe. Der Kanz­ler ist der Ansicht, daß bald eine für Oesterreich günstige Entscheidung in der ungarischen Frage getroffen würde. Die Entscheidung sei schon in den nächsten Tagen zu er­warten. Dr. Schober erklärte weiter, daß ein Eiugrei- se« Italiens nicht ausgeschlossen sei, wenn den italieni­schen Staatsbürgern auch nur ein Haar gekrümmt würde.

Allerlei vom Tage.

Die Kosten für das gesamte Arbeitsuachweisweseu i* Deutschland betragen nach Mitteilung des Reichs- arbeitsministeriums für das Etatsjahr 1921 150 Mil­lionen Mark.

Zu der Gehaltsbewegung im Bergbau teilt der Afa- bund mit, daß das Angebot der Arbeitgeber aus Er­höhung der Gehälter um 16 Prozent und der Kinder­zulage um 50 Mark von den Verbänden der kaufmän­nischen Angestellten im Ruhrbergbau als unzureichend angesehen wird.

I« 30 Distrikten Rußlands sind, wie diePrawba" meldet, 112 582 Cholerafälle festgestellt worden.

Die deutsche Sprache in Elsaß hört am 1. Dezember mtf, im Verkehr zwischen Kommunalverwaltung und Landesbehöröe Geltung zu haben.

Die Regierung der Bereinigte« Staaten hat die Al­liierten um Anerkennung des deutsch-amerikanischen Friedensvertrages ersucht.

w Die König von Rumäuien hat, aus Valorbes kom­mend, Bern passiert.

** Das rumänische Ministerium des Aeußer« teilt mit, datz der Trianon-Vertrag in Wirkung getreten sei.

Politische Rundschau.

Storni" d^Ärärb-st-n ^^l^beUSn^

oeim Reichsarbeitsministerium unter Beteiligung der Jnterefsentenverbäude ausgearbeitet worden ist" hat kürzlich dem Reickskabinett vorgelegen und soll dem- nüchst dem vorläufigen Reichswirtschaftsrat zugehen. Krnftchtttch der Arbeitsdauer der Hausgehilfen sucht der Entwurf zwischen den wt-erstreitenSen Meinungen der

Arbeitgeber und der Arbeitnehmer zu vermitteln, in­dem er eine ISftünfrße Arbeitsbereitschaft, sowie ange- messene Ruhepausen und freie Zeit vorsieht. Weitere Vorschriften betreffen den Kinder- und den Jugenö- lichen-Schutz, die Rechtsverhältnisse der nicht in die häusliche Gemeinschaft aufgenommenen Haushaltsar­beiter, die Stellung der Hausfrau und der Haussranen- vereine, sowie die Schlichtung von Streitigkeiten.

Der Uutersuchuugsauöschutz des preußischen Land­tages setzte die Vernehmung der Generalzeugen über den Märzaufstand in Mitteldeutschland fort. Lberprä- stdent Breyer bekundete, im Jahre 1920 sei eher eine disziplinierte rfre Armee in Erscheinnng getreten als im Jahre 1921. Er glaube nicht, daß eine rote Armee sich der Aufmerksamkeit der Behörden entziehen konnte. Ueber die Gefahr eines Rechtsputsches befragt, bekun­dete der Zeuge, davon sei ihm nichts bekannt geworden. Organisationen mit politischen Zwecken hätten nicht be­standen. Abg. Dr. Dryander stellte fest, daß sich unter den zur Bestätigung vorgeschlagenen Amtsvorständen solche befunden hätten, die wegen gemeiner Verbrechen vorbestraft seien. Ferner seien unter diesen Personen Schiffer gewesen, die dauernd aus den: Heimatsort ab­wesend waren, notorische Alkoholisten und politische Agi- tatoren, die für die Weltrevolution eingetreten seien. Der Zeuge bestätigte die Richtigkeit dieser Angaben, ebenso die Mitteilung des Landrats in Saugerhausen, daß ein Amtsvorsteher vorgeschlagen wurde, der in der Niederlausitz an der Plünderung teilnahm. Im Gegen­satz zu diesem vom Oberpräsidenten stammenden Be­richt teilte Hörsing als Berichterstatter mit, daß nur ein- wandsreie Kandidaten vorgeschlagen wurden. In der weiteren Vernehmung des Untersuchungsausschusses be­kundete Oberpräsident Breyer, andere Mittel als der Einsatz der Schutzpolizei seien nicht in Frage gekommen. Ministerialdirektor Abegg bekundete zur Frage der Po­lizeiaktion, ein starkes Polizeiaufgebot habe man sich aus außen- und innenpolitischen Gründen verbeten. Alle Beamtenstellen und auch die Polizeioffiziere seien gegen eine Zuziehung der Reichswehr gewesen. Hörsing habe keine dem Reichsgesetz widersprechende Amnestie erlassen.

Der Ausschuß des Reichsrates über die Beschwerde der verbotenen Zeituugen hat das Verbot derDeut- schen Zeitung", desDeutschen Abendblattes", des Deutschen Tageblattes", derSüddeutschen Zeitung", derHamburger Warte" und desHeimatboden" in Gera aufgehoben.

USerllhiesiiM» ZeWSesiimmMgsreHI.

Der Völkerbundsrat hat die Untersuchung der ober- schlesischen Frage an eine Kommission übertragen, die sich aus Vertretern der Staaten zusammensetzt, die an den vorangegangenen Verhandlungen im Obersten Rat nicht teilgenommen haben. Das laßt ein Streben nach objektiver Urteilsbildung erkennen. Es ist ferner Ober­schlesien nützlich, daß diese Kommission ihre Arbeit auf breitester Grundlage vornehmen, daß sie sich alles Ma- terial, das nur immer in Betracht kommen könnte, zu­gänglich machen soll.

West wichtiger als diese Prüfung der lokalen Ver­hältnisse dürste jedoch für die Kommission sein, daß sie sich einmal über die Frage Klarheit schasst: Was ist un­ter dem Selbstbestimmungsrecht eines Volkes zu verste­hen und was folgt aus der Anwendung dieses Selbst- bestimmnngsrecht auf Oberschlesien für die jetzige Entscheidung? Daß Oberschlesien das Selbstbestim- mungsrecht im Friedensvertrag zugesprochen worden ist, wird wohl niemand wagen, in Zweifel zu stellen. Die Willensäußerung des oberschlesischen Volkes sollte für die Entscheidung des Obersten Rates neben wirt- sthastlichen und geogruphischey Gesichtspunkten matzge-

Die oberschlesische Bevölkerung hat sich nun mit Dreifünftel-Mehrheit für Deutschland ausgesprochen. Was folgt daraus? Ist es das Selbstbestimmungsrecht von Gemeinden, das für Oberschlesien maßgebend ist, oder das Selbstbestimmungsrecht eines Volkes? Von ersterem hat man bisher nie etwas gehört. Auch Wilson hat immer nur vom Selbstbestimmungsrecht der Völker gesprochen. Wenn nun aber die Bevölkerung eines Ge­biets für die Entscheidung über dasselbe mitmaßgebend sein soll, dann kann doch unmöglich eine Anzahl von Gemeinden ausgesondert werden. Dann kann doch ohne Zweisel dafür nur die Mehrheit, die sich in bem gesam­ten Gebiet bei der Abstimmung ergeben hat, Bedeutung haben. Für Oberschlesien kommt nun noch verstärkend hinzu, daß auch die wirtschaftlichen und geographischen Verhältnisse nicht nur gegen jede Teilung des Landes sprechen, sondern auch gerade sein Verbleiben bei Deutschland fordern.

Bei den Verhandlungen im Obersten Rat ist man ausfälligerweise an der Frage, was sich aus der Anwen­dung des Selbstbestimmungsrechts auf Oberschlesien für dieses Land ergibt, achtlos vorbeigegangen. Die starken machtpolitischen Interessen, die mitsprechen, führ­ten zu dem tollen Handel zwischen Lloyd George und Briand, der dann schließlich doch zu keinem Ergebnis führte. Wäre es aber zu einer Verständigung zwischen England und Frankreich gekommen, so würde es sicher auf Kosten des Selbstbestimmungsrechts der oberschlesi- schen Bevölkerung geschehen sein. Frankreich ist es be­kanntlich in ganz besonderem Matze, das diese Verge­waltigung anstrebt. Würde es genau so handeln, wenn es sich nicht um deutsches Gebiet handelte?

Nehmen wir einmal an, der Friedensvertrag habe, wie man es in Deutschland nach den Wilsonschen Erklä­rungen erwarten mußte, auch für Elsaß-Lothringen das Selbstbestimmungsrecht, die Willensäußerung der Be­völkerung durch Volksabstimmung vorgeschrieben. Würde Frankreich auch nur eine Diskussion über die Grenzlinie zugegeben haben, wenn das elsässische und lothringische Volk sich mit Dreifünftel-Mehrheit für Frankreich ausgesprochen hätte? Würde Frankreich nicht etwa in einem solchen Abstimmungsergebnis sein un- bestrettbares Recht aus das gesamte Elsaß-Lothringen erkannt und demgemäß dieses Land für sich gefordert ha­ben? Nach unserer Meinung würde es dazu vollberech­tigt gewesen sein. Und wir sind überzeugt, daß fein Frauzose dieser unserer Auffassung widersprechen wird.

Wenn die Kommission des Völkerbundsrats dem oberschlesischen Problem auf den Grund gehen, wenn sie ein rechtlich einwandfreies Gutachien abgeben will, dann wird sie sich zunächst einmal mit der Frage des Selbst­bestimmungsrechts befassen müssen. Die Prüfung alles übrigen dürfte sich dann sehr erleichlern und als belang- los sogar zum großen Teil überflüssig werben.________

VoNswirffchafNich«.

Kartoffelernte und Kartasfelpreise. Aus Berlin wird folgende offenbar offiziös inspirierte Meldung ver­breitet: In der Presse und im Publikum sind wieder­holt Befürchtungen laut geworden, daß die diesjährigen

Kartoffelpreise von Öntereffeniensette übermäßig in die ] Höhe getrieben werden. Diese Befürchtungen dürften > unbegründet sein. Die Kartoffelpreise sind in der letz-! ten Zeit ständig gesunken und belaufen sich in den mei- ften Erzeugergebjeten zur Zeit auf 40 bis 45 Mark. - Auch die Erntenachrichten geben zu besonderen Befürch» tun gen keine Veranlassungen; wenn auch in einzelnen^- Gegenden infolge der anhaltenden Trockenheit nur mit: einer geringen Ernte gerechnet werden kann, so lauten aus anderen, für die Kartoffelproduktion besonders wich- ü tigen Gebieten die Nachrichten durchaus günstig. IM Interesse der Konsumenten selbst muß daher dringend empfohlen werden, vom Kam zu übertriebenen Preisön Abstand zu nehmen. Das Verarbeiten von Kartoffeln in Brennereien wird in ähnlicher Weise wie im vorigen Jahre auf das notwendigste Matz eingeschränkt und le­diglich in einem noch zu bestimmenden Umfang den Be­sitzern landtvirtschaftlicher Brennereien, die im Inter­esse der Viehhaltung auf die Herstellung von Schlempe angewiesen sind, gestattet werden. Ein Aufkauf von Kartoffeln zur Verarbeitung in Brennereien wird in diesem Jahre in gleicher Weise wie im Vorjahre ver­boten werden. Die Ausfuhr von Kartoffeln ins Zoll- ausland ist aufs strengste untersagt. Die Grenzbehör- den sind angewiesen, die unerlaubte Ausfuhr aufs nach- drücklichste zu bekämpfen._____________

WieMdiaft sind Kunst

Ein Grabdenkmal für Carl Hanptman«, Es hat sich ein Ausschutz gebildet, der zur Errichtung eines Ge- düchtnismales auf dem Grabe von Carl Hauptmann aufruft. ,

Die freie Volksbühne im Residenztheater zu Wei­mar wurde mit einem Festabend und einer Festvorstel­lung eröffnet. Auf Einladung des Divektors Siegfried Deutsch waren eine Anzahl Mitglieder der thüringischen Regierung mit Staatsminister Dr. Paultzen an bet Spitze sowie die beiden Bürgermeister der Stadt Weimar mit Magistratsmitgliedern erschienen. Eine Darstellung des vieraktigen VolksschauspielsAm Tage des Ge­richts" giltst alsdann als erstes Stück über die Bühne,

Gerhart Hauptma«« arbeitet an einer kleinen epi­schen DichtungAnna", die Mitre Oktober erscheinen soll; dann ist er mit einem grötzeren epischen Werke Till Enlenspiegel" beschäftigt, dessen Handlung tief in unsere Zeit eingreift. Ferner wird zur Eröffnung des Lustspielhauses in Berlin eine ältere KomödiePeter Frauer" aufgeführt werden, die Hauptmann bereits vor acht Jahren geschrieben, deren letzten Akt er aber jetzt umgearbeitet hat. Außerdem arbeitet Hauptmann noch an seinen Lebenserinnerungen.

Richard Strauß hat ein heiteres zweiaktiges Ballett geschrieben. Es spielt in Wien und wird zusammen mit der Josephslegende einen Abend füllen. Das neue Werk, das in diesem Sommer in Garmisch vollendet wurde, dürfte in der Spielzeit 1922/23 zur Aufführung kommen.

Geheimrat Röutgeu wurde anläßlich der 25. Wieder­kehr des Tages der Entdeckung der .^-Strahlen das Ehrenbürgerrecht von Würzburg verliehen.

Vermischtes.

Die Ruhr ist im Lager Altengrabow ausgebrochen. Die im Lager befindlichen Reiterregimenter werden zu­rückgehalten, um die Jnfektionskeime nicht zu verschlep­pen. Bis jetzt kamen vier Todesfälle an Ruhr vor. Die Erkrankungsfälle verliefen im allgemeinen gutartig. Es sind alle Maßnahmen getroffen, um ein weiteres Umsich­greifen der Krankheit zu verhindern.

Ein schlechtes Valutageschäft machte ein Mann aus Prag, der nach Berlin kam, um für drei. Millionen äftpr^iAi u>^-%--- --- «^^»8»^. -w m Geld yeruverzubringen, hatte er in seinem Koffer einen zwei­ten Boden eingeschraubt. So glaubte er, es vor jedem Zugriff gesichert zu haben. In seinem Pensionat in Ber­lin mußte er aber am nächsten Morgen die Entdeckung machen, daß sein ganzes Geld über Nacht gestohlen war.

Von Kobleugasen getötet wurden auf den chemischen Werken der Firma Böhringer Söhne in Mannheim drei Arbeiter.

In Dresden sind wieder drei sogenannte Sportkon­zerne zusammeugebroche«. Die Dresdner Sportbank sollte mehrere Millionen auszahlen, hatte aber keinerlei Mittel in der Kasse; ebenso ging es bei der Kapitalver- wertungsgesellschaft, in die bisher im ganzen 50 Millio­nen Mark eingezahlt worden sind. Ferner ist ein so­genanntes Bankgeschäst Bergmann zusammengebrochen. Die Inhaber aller drei Unternehmen sind slüchtig.

Eiu großes Schadenfeuer zerstörte in Tämmsberg, dem durch Holzschuhmachereien besonnten Markt int Schwarzbach-Bergland der Oberpfalz, 14 vollgefüllte Scheunen. Bei einem Großfeuer in Großwenkheim <Bay.) sind elf mit Getreidenorrttten gefüllte Scheune« verbrannt. Der Schaden wird auf 1% Millionen Mark bemencn.

150 000 Mark erbeutete in Magdeburg ein Schwind­ler, der sich als Reichskommissar für die Mitteldeutsche« Wasserstraßen ausgab. Er benachrichtigte die Bäcker­meister auf eigens hierzu gedruckten Bogen, daß zivet Kähne mit beschlagnahmtem Auslandszucker verkauft werden sollten. Infolge des günstigen Angebots fanden sich zahlreiche Bäckermeister ein, und schon nach kurzer Zeit hatte der angebliche Regierungskommissar die oben erwähnte Summe einkassiert.

Die vielen Mordtaten des Masse«mörders Groß- mann kommen langsam ans Licht. Noch am Donners­tag leugnete er trotz vieler lückenloser Beweise und trotz der vielen Kleiderfunde, die man ibm zeigte, alles ab. Am Freitag vormittag jedoch sprach er, ohne Satz weiter auf ihn eingewirkt worden war. iwu selbst den Wunsch aus, die Sriminaffommiffare noch einmal zu sprechen. Ihnen vorgesübrt, legte er aus freien Stücken das Ge­ständnis ab, daß er die Sosnowsky in der Nacht vom 13. zum 14. August ermordet habe. Er trennte Kopf und Hände von der Leiche und warf sie in den Luisen siebter Kanal. Das Fleisch, das er dann von Sey Knochen schälte, verbrannte er zum Teil und zum an­dern Teil warf er es in das Klosett. Vom Kopf hat er auch noch die Ohren abgeschnitten.

Die deutsche drahtlose Telephonie kann einen nutzer- ordentlich bedeutsamen Erfolg buchen: Es ist vor kur­zem gelungen, einen normalen Wechselspruchverkehr vom Berliner Ortstelephonnetz über die Hauptfunkstelle Königswusterhausen mit Kopenhagen auf drahtlosen' Wege Surchzusühren.

Zu schweren Revolten ist es im Zuchthaus zu Wald heim gekommen. Einige Sträflinge versuchten auszr!- brechen; indem sie die Wärter knebelten und nteber= schlugen. Es gelang, die Fluchtversuche mit der Schutz waffe zu verhindern. Bei der Schießerei wurden einige Gefangene verwundet.

Durch ein Großfeuer wurden im, Dorfe Dankow, Kr Belgard lPvmm.) 5 Vanerngehöfte eingeüsclur! Der Schaden ist bedeuten-, da die Ernte mit vernicklet wurde.