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rrsfel-erTageblatt

finzeigenpreis für die einspaltige Petitzeile oder deren Raum 40pfennig,für auswärts öopfermig, r die Reklamezeile 1.50 Mark. Bei Wiederholungen ; Nachlaß. < gär die Schriftleitung verantwortlich * Kranz Zuuk in Yersfelö. Kernsprecher Nr. 8. ;

Reisfelder Kreisblatt'

MMtlicher Anzeiger für den Kreis HersfelS

Erscheint jeden Wochentag. < der Bezugspreis be­trägt im voraus zahlbar, für Hersfeld 7.5» Mark, durch die Post bezogen 7.80 Mark, bei freier Zu­stellung ins Haus.* druck und Verlag »on Ludwig Kunks Buchdruckern in Hersfel».

Nr

Mittwoch den 24. August

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kne«nsverya«aumgea mit »mZ«.

Der Vertreter der amerikanischen Delegation in Berlin hat am Montag im Auswärtigen Amt vorge- sprochen. Er sprach im Auftrage seiner Regierung den Wunsch nach einem Meinungsaustausch über die Grnudzüge des Friedensvertrages aus, der demnächst öwrschen Deutschland und den Vereinigten Staaten ab­geschlossen werden soll. Die Verhandlungen werden am Dienstag im Auswärtigen Amt fortgesetzt werden.

Zu den Verhandlungen über den deutsch-amertka- Nischen Friedensvertrag erfährt dieDeutsche Allgem. Ätg. aus besonders zuverlässiger Quelle: Entgegen den bisher verbreiteten Meldungen wird dem Abschluß ei- E Handelsvertrages zwischen Deutschland und Ame­rika ein Sonderfrieden vorausgehen, den die Bereinig­ten Staaten voraussichtlich in der nächsten Zeit unter- reichnen werden. Ein solches Verfahren ist eigentlich selbstverständlich, denn ein Handelsvertrag kann schließ­lich nur unter Mächten vereinbart werden, zwischen de­nen kein Kriegszustartd mehr besteht. Der Reichskanz­ler hat mit den Regierungsparteien den Vorschlag des Reichskabinetts über die Grundlagen zu diesem Frie­den besprochen und deren Zustimmung gesundem Um jedoch eine breitere Basis zu schaffen, hat Dr. Wirth auch mit den Oppositionsparteien Fühlung genommen. Es besteht die begründete Hoffnung, daß diese Parteien, mit Ausnahme der Kommunisten, Ske zu den Verhand­lungen nicht herangezogen wurden, dem Vorschlag der Regierung bei Unterbrettung im Plenum des Reichs­tages mit wohlwollender Neutralität begegnen werden. Der Auswärtige Ausschuß wird nicht besonders zusam- Lnentreten, sondern nach diesen Vorverhandlungen mit den Parteien wird der Entwurf der Regierung direkt Mm Plenum des

werden, nach- stimmt zu er-

wartende Zustimmung erugetroffen ist. Zur genaueren Orientierung der Parteien über alle wirtschaftlichen .Einzelheiten des Sonderfriedens mit Amerika hat der Reichskanzler zu den Besprechungen namhafte Wirt- schaftspolitikcr und Persönlichkeiten aus der Industrie und dem Handel zueezogen. Die Rechtsparteien dürf­ten um so weniger aus ihrer wohlwollenden Neutrali­tät heraustreten, als bestimmt damit zu rechnen ist, daß, entgegen den amerikanischen Meldungen, die Washing­toner Regierung die Frage der Schuld am Kriege nicht zu berühren gedenkt.

^IHBB'iBW^ nr-rnir

einer Weise für die Reparationszahlungen nutzbar ge- ^^^Vm-aussichllich^werdelt beide vertragsschließenden Warteten zunächst Geschäftsträger mit besonderen Voll­machten bei den beiderseitigen Regierungen ernennen,- gleichzeitig werden Haudelsmiistonen die Vorberestung und Ausführung des Handelsvertrages in die Wege Leiten.

Die FranzMch-engLZschsn Gegensatzs.

w IN englischen politischen Kreisen erregt es Mitz- Umttge Uebsrraschung, daß die französische Regrerung nicht geneigt ist, dem Gedanken Lloyd Georges, das oberschlesische Problem von Anfang an von einem un- partetisäMl Schiedsrichter oder von einer Gruppe mon Schiedsrichtern beraten zu lassen, zuzustimmem Ver­schiedene Blätter berichten auch von einer Beuuruh-glmg darüber, darüber daß die französische Regierung dre Ktttscheidüng des Völkerwundsrates nicht anerkennen will. Würde Frankreich die Abmachungen nicht anerkett- nen, so könnte das eine ernste Situation ergebem Es würden alle bisherigen Abmachungen beöenklrch erichüt- Lert, und alle Verträge würden hinfällig werden.

Vor der Tagung des VölkerSundsrates.

Vicomte Jshit, der Vorsitzende des Völkerbundsru wird Donnerstag in Genf erwartet. Der Havas

tes, wird Donnerstag in Genf erwartet. Der Havas- vertreter in Genf teilt mit, daß die Vertreten Japans im Obersten Rat sowie im Bölkerbundsrat sehr über­rascht waren iiber die Art und Weise, wie die Stellung­nahme Japans angesichts der oberschlestschen Frage be- nrteilt wurde. Sie schienen Wert darauf zu legen, daß am Vorabend der ©kung des Völkerbundsrates, die in Genf stattfinden wird, keinerlei Mißverstä-üdnis in die­ser Hinsicht bestehen und von keiner der beiden beteiligten Parteien ausg^Met werden kann. Man bestreitet, daß der japanische Vertreter im Obersten Rat, Baron. H a- tashi, offen für eine der sich gegmliiveiMhenden Anfsas- fmmen Partei ergriffen habe. Die jop^l^olun Vertre­ter werden in den Beratungen iiber die oberschlesliche Frage vollständige Urteilsfreiheit höben. Weder Baron Hajashi noch Vicomte Jshit feien irgelidtvie durch An- weisungn ihrer Regierungen gebunden. Die japannche Regierung hege nur den einen Wunsch, daß die Strett- sraae in gerechter und billiger Weise gelöst werde. Es stehe also fest, so wird zum Schluß gesagt, daß der japa­nische Vertreter-als Mitglied und Vorsitzender des ^öl- . ferdunddrates in Ekommener UnablE

i tesisch sich an den Beratungen in Genf beut!igen wno.

Wer wird Deutschland in Gens vertreten *

e m In den englischen Blättern wird die Frage leb­haft erörtert, wer Deutschland bet der Genfer Tagung

, für feine Zulassung eintreten werde.

īr AvrnstUKgskousereuz.

v^- In einer Aussprache der Verwaltung der Veam- tenverbänöe in Atlantic City in den Vereinigten Staa­ten Hat der Vorsitzende Gompers migeteilt, daß Har- ding sich bereit erklärt habe, das Ersuchen der Arbeiter, Vertreter zur Abrüstungskonferenz zu entsenden, anzu- nehmen.

Die TrrtpNeKverftSrkrrKgeK für Oderschlesten.

v-^ Nachdem die Entsendung von Truppenverstärkun- gen nach Oberschlesien in der Stärke von je zwei Batail­lonen zwischen England, Frankreich und Italien be­schlossen worden ist, soll diese Entscheidung der deutschen Regierung mitgeteilt werden und eine Festsetzung des Zeitpunktes des Abtransportes erfolgen. Der franzö­sische Geschäftsträger in Berlin hat die Weisung erhal­ten, sich mit seinem englischen und italeinischen Kolle­gen zu verständigen, um der deutschen Regierung ge­meinsam von der Entsendung von Truppenverstärkun- gen der Alliierten nach Oberschlesien Mitteilung zu machen.

Stimmungsmache gegen Deutschland.

DerTer " vom 21. Januar bringt an ausfallen­der Stelle d.cMeMMg, daß im Kreise Grotz-Strehlitz bisher 60 Polen, die nicht am Aufstande teilgenommen hätten, von den Deutschen ernwrdet worden seien. Wie vorauszusehen, ergaben die angestellten amtlichen Er­mittelungen, daß diese nachweislich auf böswillige Aus- streungen von polnischer Seite zurückzuführende Be­hauptung jeder Grundlage entbehrt. Wie festgestellt, stammt die ungeheuerliche Behauptung von dem polni­schen Kreisbreirat des Kreises Groß-Strehlitz. Durch solche Lügenmeldungen will man offenbar die Beratun- geir des Völkerbundsrates zu Ungunsten Deutschlands beeinflussen.

Die polnischen Aufsiandsfeierm

[ an den ersten und zweiten pol- .919 und. 1920 hatten wegen der

^ Die für den letzten Sonntag von den Polen im ganzen ehemaligen Aufstandsgebiet angektindigten Feiern zur Erinnerung Nischen Ausstand von 1! ,_______ ______

großen Aufmachung bei den Einladungen in den pol­nischen Zeitungen starke Besorgnis erweckt. Die Feiern haben jedoch nur vereinzelt stattgefunden und sind ruhig und ohne jeden Zwischenfall verlaufen.

-________________ . . cSctud&Käi..j&w--., »^

»-^Ufte^e^UeberschriftIlmsturzAnKösten^st^m^

Dziennik Poznanski" zu lesen: Seit mehreren Tagen laufen in Posen in hohem Grade beunruhigende Ge­rüchte um über eine ganz merkwürdige Lage, die sich in Kosten herausgebildet habe. Man spricht von einer Drk- tatur des Proletariats und von einer Republtt Kosten. Nach von privater Seite empfangenen Informationen stellt sich die Lage wie folgt dar: Seit einiger Zeit ha- bn die OÄZv^Lrden allen Einfluß verloren, und die Stadt wird eigentlich von den Arbeitern regiert, deren Anordnungen sowohl der Bürgermeister als auch dre Funktionäre der staatlichen Polizei befolgen. Die Ar­beiter beschlagnahmen die vom Lande auf den Markt ge­brachten Produkte und verkaufen sie zu billigen, von ihnen festgesetzten Preisen. Da die Bauern in den letz­ten Tagen infolge dieser Beschlagnahmungen die Liefe­rungen von Lebensmitteln eingestellt hatten, begaben sich die Arbeiter auf das Land und begarrnen Verhand­lungen mit den Bauern. Die Arbeiter erklärten, sie würden die Ausfuhr von Lebensrnitteln aus dem Kreise Kosten verhindern und sehen sehr hohe Strafen vor. Transporte verschiedener Produkte, dre nach Posen ge­hen sollten, wurden angehalterr und an Ort und Stelle verkauft. Auch von einer Erhöhung des Brotpreises wollerr die Arbeiter nichts wissen. Sie verlangen, daß der Preis höchstens 92 Mark Betragen soll. In dieser Angelegenheit haben sie nach Posen eine Abordnung erltsandst^n ist eine Kreisstadt im Regierungsbezirk Po­sen, hat über 40 ooo Einwohner und liegt an der Bahn­linie Lissa-Posen.)

Die neuen Gehatts- und Lohnforderungen.

Der Reichskanzler über die trostlose Finanzlage.

Berlin. (B. T.)' Im Reichsfinanzministerium wurden am Dienstag die Teuerungsverhandlungen zwischen den Vertretern der Regierung und der Orga- nisationen der Beamten und Arbeiter fortge,etzst Am Montag, dem ersten Verhandlungstage, erklärte der Reichskanzler Dr. Wirth in einer ausführlichen Rede die außerordentlich schwierige Lage des Reiches. Er streifte auch die oberschlesiM Frage und wrad) die Hoffnung aus, daß die Entscheidung des Völkerbundes es Deutschland ermöglichen werde, fest« Verpflichtun­gen nach Kräften nachznkommen Dre Forderungen der einzelnen Gewerkschaftsoraanisationen würden eine Mehrbelastung von 14 Milliarden Mark bringen. Au­ßerdem erforärn die Gehaltswünsche des deutschen Be- arntenbundes 16 bis 18 Milliarden Mark mhrlich. We­der für die eines noch für die andere ForHeruug sei Decklmg vorhaude rr. Sie würden den Etat sehr wesent­lich belasten. Steichsverkehrsminis er Gröner sprach über die Verhältnisse bei den Reichseisenbahlken. Zwar sei der Personerrverkebr befriedigend, dagegen seien die Einnahmen aus dem Güterverkehr gmlz wesentlich zu- rückMaugen. Dadurch, daß die Bergarbefter im Ruhr­revier das Ueberschichtenabkommen kündigte, würden täglich 8000 Etsenbahmvaggons weniger »erlabn als zur Zeit der Ueberkcklcüten. Amb. der Ausfall sei aroL

den die Eisenbahn in Oberschlesien nunmehr seit Mck raten erleide. Aus allen diesen Gründen habe man tml Rekchsverkehrsmirristerium bereits an eine neue Tarifs erhöhung gedacht, die sich kaum umgehen lassen werdet Im gleichen Rahmen bewegten sich die Ausführung gen des Reichspostministers Wesberts. Die Post Habet einen Fehlbetrag von über 2 Milliarden Mark. Eins Erhöhung aller Post-, Fernsprech- und Telegraphenge- Hührerr im Verhältnis von 1:10 sei notwendig. Ein Sirief wurde künftighin 1 Mark kosten. Das Persouak müsse alles tun, um eine Verbesserung zu erzielen. Je­der Beanfte und Arbeiter müsse intensive Arbeit leisten.

Die Verhandlungen über die Teuernnssznlage«.

»* Berlin. Die Verhandlungen mit den Organisatio­nen der Beamten, Angestellten und Arbeitern der Reichs- behörden zwecks Aufbesserung der Gehälter und Bezüge haben am Montag zu keinerlei Ergebnis geführt. Die Verhandlungen werden voraussichtlich bis Ende dieser Woche dauern.

» Im Reichsfinanzministerium wurden am Montag die Verhandlungen über die von den Beamtenverbäu- den und Gewerkschaften erhobenen Gehalts- und Lohn­forderungen eröffnet. Wie große Schwierigkeit sich in diesen Verhandlungen einem Ergebnis entgegenstelle» werden, erhellt daraus, daß der deutsche Beamtenbund an seinen aufgestellten Forderungen, besonders an der Zahlung der großen und laufenden TeuerungszulagS> von 5000 Mark jährlich, unbedingt festzuhalten entschlos­sen ist.

Nach dem Scheitern der Verhandlungen zwischen den Organisationen der Bergarbeiter und der Bergwerks- besitzer in Berlin hielt die für den Bergbau in Frage kommende Arbeiterorganisation eine neue Besprechung ab. Im Anschluß daran wurde dem Reichsverband der Deutschen Industrie, Fachgruppe Bergbau, die Stellung­nahme der Arbeiterorganisation übermittelt. Darin wird erklärt, daß die Arbeiter von der Forderung einer angemessenerr Lohnerhöhung nicht abgehen würden. M werden 12 Mark pro Schicht ab 1. August verlangt, und es wird eine Frist bis zum 1. September gestellt. In Anbetracht der starken Meinungsverschiedenheiten zwi­schen den beiden Organisationen nmß die Lage im Berg­bau augenblicklich als ernst augeseherr werden.

Bildung von Ausschüffc».

** In den letzten Verhandlungen im Fincurzministe-

^i^ üter m* nPKPir nmms H^ä l^h^in^^tt schloffen, einen Ausschuß mit mehreren Unterausschüs­sen zu bilden, denen Mitglieder der einzelnen Beam- tenverbänöe und der sonstigen Gewerkschaften, sowie Vertreter der Regierung angehören sollen. Alle ein­zelnen Fragen sollen hier vorberaten und alsdann des Ministerien, dem Reichsrat und dem Plemmr zur Be­schlußfassung vorgelegt werden.

Ein SwiWnfan in Vad Jschl.

* Aus Bad Ischl wird gemeldet: Nur Montag haben sich in Bad Ischl Vorfälle ereignet, die eine diploma­tische Intervention zur Folge haben werden. Die Ar­beiter der staatlichen Salinen veranstalteten eine De- monstrationsversammlung, der sich dann am Nachmit­tag ein Umzug mit Musikkapelle anschloß. Als die Ar­beiter beim HotelElisabeth" zum Bahnhof marschier­ten, fielen von einem Balkon des zweiten Stockwerks Schüsse., Außerdem wollen einige Arbeiter gehört ha­ben, daß höhnische Bemerkungen gemacht worden sind. Der Zug madjte halt, man besetzte die Einfahrt zum Hotel und verlangte den Namen des Provokateur, zu erfahren, worauf der Portier feststellte, daß ein 20jäh- riger holländischer Student Baron van de Capelle der Störenfried gewesen sei. Die Arbeiter verlangten seine Auslieferung. Als der junge Mann sich entschuldigM wollte, wurde er von den Arbeitern mrtzhandelt, ebenso sein Bruder. Stach längeren Verhandlungen und Be- ruhigungsversuchen durch anwesende Abgeordnete be- gnüateu sich die Arbeiter mit der Tatsache, daß die Fa- milie Eapelle bis Dienstag früh 6 Uhr Bad IM ver­laßt und einen Sühnebetrag von 10 000 Kronen zu Gunsten der hungernden Bevölkerung in Rußland zahlst Die holländische Familie hat bis zu der ange­gebenen Zeit Bad Ischl »erlassen und außerdem um die Intervention des holländischen Gesandten in dieser An­gelegenheit ersucht.

Ein sonderbares Verbot des ReichswehrministerS.

Am Mittwoch vormittag wird im Stadion im Grunewald eine nationale Feier unter dem Naraeu Deutscher Frontkämpfrrtag" stattfinden. Die Vera staltung, die vom Nationalverbaud deutscher Oifizlere und dem Verband nutionalgesinnier Soldaten ausgehr ist ein Wohltätigkeitsfest zu Gunsten armer FrEnm^ ferfaulilien und stellt unter dem Protektorat des Gen ralseldmarschalls von Hinaenbitzra. Ievt hat de gietSÄ einen Befehl erlassen, der den As gehörigen der Reichswehr die Teilnalme an der Fc . wenigstens in Uniform verbietest

Rückkehr weiterer 84 Gefangener ans AvignoN.

w Am Montag trafen in Karlsruhe 34 KriegSgeir gelte aus Avignon ein. Sie haben ur Karlsruhe Qua tier genommen. Aus Besprechungen mit den zurück - kchrten Gefangenen erfährt man, daß der größte T

luna aus.