Hrrsfel-er Tageblatt
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Amtlicher Mnzeiger für den Kreis hersfei- i ^ ' 6 Kunks Buchdruckerei in tzersfeld. ^
Nr. 196
Dienstag, den 23. August
1921
; Kaun' Deutschland bezahlen?
e. noch werde zahlen können. Sitten Aufschub bewilligt, so Otter entwickeln können, aber
^ Der englische Professor Keynes, der Verfasser der „Oekonomischen Folgest des Krieges", schreibt in den „Sunday-Times" über die Frage „Kann Deutschland zahlen?" Der Verfasser betont in dem ersten seiner Artikel, daß die politische Lage sich im allgemeinen gebessert habe. Die bolschewistische Gefahr bestehe nicht mehr. In Deutschland werde das Kabinett der bürgerlichen Parteien im Amte bleiben. Frankreich habe sich wenigstens für eine zeitlang beruhigt, und Ame- rika beweise Europa feine Sympathie. Aber niemand wisse, ob man am Ende der Revolutionsphase oder vielleicht am Anfang einer allgemeinen fortschreitende» Verarmung sei. Nach einer genauen Aufstellung des Reparationsübereinkommens vom 11. Mai, das er als Retter des Friedensvertrages bezeichnet, berechnet der Verfasser genau alle Lasten, die Deutschland im Verhältnis zu seinen Einkünften auferlegt seien: und kommt zu dem Schluß, daß Deutschland sicher nicht die am 30. August fällige Rate noch werde zahlen können. Hätte man Deutschland einen Aufschub bewilligt, so hätte es seine Fähigkeit weiter entwickeln können, aber unter der jetzigen Bürde sei es wahrscheinlich, daß seine Duellen versiegen und seine Bestände ■ würden. In der Geschichte aller Staat« Beispiel dafür, daß ein Land jemals Früchte seines Einkommens abgeben l ____
Artikel schließt mit den Worten: „Das neue Repara- tionsübereinkommen gewährt bis zum Jahre 1922 eine Atempause, aber es gewährt keine Aussicht für eine dauernde Beilegung der schwebenden Fragen."
(Es ist Deutschland zwar gelungen, die erste Gold- milliarde bis zu dem vorgesehenen Termin zu zahlen, aber die wirtschaftlichen Folgen dieser Zahlung nnö der steuerlichen Vorbereitungen für die Aufbringung der weiteren Zahlungsverpflichtungen machen sich schon jetzt in verhängnisvollster Weise bemerkbar. Sie finden ihren Ausdruck in der allgemein zunehmenden Teuerung mit ihren Begleiterscheinungen, die eine weitere ruhige Aufwärtsbewegung des deutschen Wirtschaftslebens, wie sie in den letzten Monaten festzustellen war, aufs empfindlichste zu stören drohen.)
sei es wahrscheinlich, daß seine Sitte Bestände weiter entwertet
Staaten finde man kein jemals fähig war, die zn können. Der
Vorläufig keine Holzliefernngen au die Entente.
in- Wie der „Frankfurter Zeitung" aus Berlin berichtet wird, ist die Zentralstelle für Holzlieferungen an Sie Entente bisher mit der französischen Regierung
des Wiederaufbaues in"
Ueberfüllung der Lager der Holzhändler mit schwedischem und finnischem Holz der Bedarf gering, sodaß für dieses Jahr mit einer nennenswerten Auswirkung der Holzlieserungen an die Entente nicht zu rechnen sei. Dagegen habe sich das Jnlandsgeschäft gehoben.
Die Knebelung der deutsche» Luftschiffahrt.
»--b Basel. Der „Basler Anzeiger" meldet aus Paris: Der Botschafterrat hat seine Beratungen über die neue Note an Deutschland in Sachen der zu beschlagnahmenden Luftschiffneubauten fortgesetzt. Die Note rmrd erst diese Woche von Paris abgehen.
Die Laste» der Besatzung.
** Mainz. (D. A. Z.) Für die Errichtung weiterer Wohnungen für die französische Garnison in Kreuznach werden abermals 30 Millionen Mark vom Deutschen Reich gefordert werden.
Die TruppenverMrkrmgen für Oberschlesien.
./ ** Ueber die Frage der Verstärkungen, die nach Over- schlesten geschickt werden sollen, herrsch^ immer noch Unklarheit. Entgegen der vor einigt
schlesien geschickt werden sollen, herrscht immer noch Unklarheit. Entgegen der vor einigen Tagen durch die Presse gegangenen Mitteilung, daß England und Italien je zwei Bataillone, Frankreich dagegen eine Bri- ,Mde entsenden werde, teilt ,,Petit Parmen" mit, daß jede der drei Nationen nur te 3 Bataillone entsenden werde. Nur wenn die Lage in Oberschlesien eine Verschlimmerung erfahren sollte, werde Frankreich weitere Verstärkungen ins Auge fassen. Das Datum der Eut- sendung der Verstärkungen ist noch nicht festgestellt.
Frankreich und das Gutachten des Völkerbundes.
imi Die englischen Blätter beschäftigen, sich weiterhin mit der oberschlesischen Frage. Man wirft die Frage auf, ob die französische Regierung eine für ihre Politik ungünstige Entscheidung ruhig hinuehmen werde. Das „Journal" findet dies zweifelhaft für den Fall, daß sich der Völkerbmidsrat für die Annahme des englischen Borschlages entfdiliefte, wonach das oberschlesische Ju- bustriegebiet bei Deutschland vMew^ Frankreich sei entschlosieik, ein solches Urteil des Völterbundsrates nicht amuerkenuem Der „Daily Telegraph" meint, daß dieser französisch-englische Konflikt zur Aullösung der Entente führen sönne, wenn Frankreich sich eurer in- icritcittündilcit titelt itiifcWT^ncn wolle» ^ttS AnsehmN^ durch die Ueverw^ der oberschlesischen Frage erheblichgestiegen durch eine Weigerung Frankreichs, den «Schiedsspruch , anzuerkennen, wieder geschwächt.
Der Autrag Englands.
mi Die „Morning-ost" veröffentlicht den Antrag Eug- »r &£te^ sä ^°U«Lm^
■ auch dem Ergebnis der Volksabstimmung entspreche.
der Taanna des Bölkerbundsrats spielen wird, stellen
die Blätter in Madrid allerlei Mutmaßungen an. Ein spanisches Blatt schreibt, daß es die Aufgaben der Diplo- maten fein müßte, dazu beizutragen, daß die Gegensätze zwischen Frankreich und England ausgeglichen werden. Die spanischen Vertreter würden sich jedenfalls auf den Boden einer Entscheidung stellen, wodurch das europäische Gleichgewicht (?) erhalten bleibe.
Der Kampf für ei» deutsches Oberschlesie».
Der deutsche Ausschuß für Oberschlesien teilt mit, daß er durch eins seiner geschäftsführenden Mitglieder bei der interalliierten Kommission in Oppeln vorstellig geworden und ermächtigt worden ist, mitzuteilen, daß niemals die Absicht bestanden habe und auch jetzt nicht bestehe, den Kreis Rosenberg oder Teile des Kreises als Austauschobjekt Polen zuzusprechen. Eine solche Behandlung des Kreises würde, wie die zuständigen Vertreter der interalliierten Kommission betonten, nicht dem Abstimmungsergebnis entsprechen.
Französische Quertreibereien in Oberschlesien.
Bekanntlich ist auf Anordnung des Generals Le- rond und der interalliierten Kommission in Oppeln nochmals ein besonderer Bericht ausgearbeitet worden, der im Grundriß nochmals die Möglichkeit der Teilung Oberschlesiens behandelt. In diesem Bericht sind, wie die „Magdeb. Ztg." aus bestunterrichteter Quelle erfährt, die Gutachten der französischen militärischen Sachverständigen besonders exponiert behandelt. In der oberschlesischen Presse ist der neue Schritt der J.-K., der wohl einzig und allein auf die Initiative Leronds nach vorherigem Einvernehmen mit Korfanty zurück- zuführen ist, scharf verurteilt worden. Einzelne Blätter haben sich in scharfen Aufsätzen dagegen gewandt, da sie übereinstimmend der Ansicht sind, daß eine Abtrennung auch nur kleiner Gebietsteile unausbleiblich den wirtschaftlichen Ruin Oberschlesiens zur Folge hätte. Diese Ansicht ist der J.-K. gegenüber in Oppeln auch von den deutschen Behörden vertreten und vorge- tragen worden.
Sie Suche mch einem MWU^ für MaMWon.
w Wie von gut unterrichteter Seite verlautet, sind Bemühungen itn Gange, um den Generaldirektor der Hapag, Cuno, zu bewegen, den demnächst zu besetzen-, den deutschen Botschafterposten in Washington zu übernehmen. Generaldirektor Cuno, der kürzlich in den Bereinigten Staaten weilte, erfreut sich dort eines großen Ansehens, dem er es auch zu danken hatte, daß die von ihm geleiteten Verhandlungen zwischen der Ha- vnm uud dem Harreman-Kogzern zu dem gewünschten
hung eine geeignete PersöiiifkhM^M^MWGEW«»«»»», Posten. Ob er sich aber zu dessen Annahme entschließen wird, ist vor der Hand noch fraglich. Bekanntlich nt mit ihm bereits wegen Uebernahme des Außenministe- riums verhandelt worden: er hat aber stets abgelehnt.
Doch ein Sander-friede mit Amerika?
Entgegen den verbreiteten Meldungen, daß die Besprechungen in Berlin den Abschluß eines Handelsvertrages zwischen Deutschland und Amerika herbeiführen sollen, erfährt die „D. A. Z" daß demselben ein Sonderfriede vorausgehen soll, dessen Unterzeichnung in den nächsten Wochen erfolgen werde.
Der Krieg in Marokko.
Durch eine königliche Verordnung ist ein größerer Geldbetrag aus der spanischen Staatskasse nach Marokko gesandt worden. Der spanische Oberbefehlshaber bat die Vollmacht erhalten, alle Maßnahmen zu treuen, die sich mit der Politik der Regierung vereinbaren lassen. Es wird zugegeben, daß die Kabylen Krieg*-und Sanitätsmaterial in der Umgegend von Melitta erbeutet haben, daß es aber größtenteils vernichtet wurde, weil es nicht abtransportiert werden konnte. Aus m- BIsMä'äa^ ät^ä
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fett neaen die aufständischen Eingeborenen in der Grenzzone inSpanisch- und Franzosisch-Marokko her- beizuführen. Ueber das Ergebnis der Besprechungen ist noch ilichtö bekaunt.
Die amerikanische Hilfsaktton für Nutzland.
»* Am 20. August ist in Riga der Vertrag zwischen der amerikaiiifcheil Hilfsdelegation und der sowjetre- gieruug unterzeichnet worden. Die Sitzung, die unter dem Bor-sitz des lettländischen Ministerpräsidenten Meyerowitz stattfand, war öffentlich und von zahlreichen, hauptsüchlch amerikanischen Journalisten besucht. Sofort nach Urtterzeichnung des Vertrages fand nt der Rigaer Sowjet-Gesandtschaft eine neue Koliscreuz zwi- schen Nansen und Litwinow statt. An diesen Verhandlungen nahm eine aus Gliedern des Völkerbuttdes und des internationalen Roten Kreuzes bestehende De- ^^Wie^aus Riga gemeldet wird, erklärte Nansen vor einer Versammlung von Pressevertretern, daß er sich an- faugs nächster Woche nach Moskau begebcu 'verde. wo er mit der Sowjetregierung die Möglichkeiten einer Hilfeleistung durch das Genfer interuationale Hilssko- mitee besprechen werde. In Moskau beabsichtige er nur einen Tag zu bleiben, moraitf er nach Genf zurückkeh
ren werde, um dem Völkerbund dort Entwurf eins Hilfsaktion vorzulegen. Seiner Ansicht nach könn» diese nur durch weitgehende Kredite euroväischer Staa, ten erfolgen. Es würden hierzu mirröestens 10 Millionen Pfund Sterling notwendig fein.
Verhandlungen über Teuerungszulagen.
** Am Montag vormittag beginnen die Berhandlim- gen zwischen dem Reichsfinanzminister und den Spitzenorganisattonen der Beamtenangestellten und Arbeiter auf Gewährung von Teuerungszulagen. Die Verhandlungen werden voraussichtlich längere Zeit in Anspruch nehmen, da es sich um Beschlüsse über Sunr- men von mehreren Milliarden Handett, für die im Etat noch keine Deckung vorhanden ist.
Gegen die Wettvanken.
** Am Sonntag fand eine Gläubigerversammluus des Köhn-Konzerns statt. Es wurde folgende Entschließung angenommen: „Die anwesendere Gläubiger halten es für ihre moralische Pflicht, die Schließung sämtlicher Konzerne von der Regierung zu verlangen. In der Hauptsache sind die anwesenden Gläubiger durch die wirtschaftliche Not, in der sie sich befinden, auf den Schwindel hereingefMen, und deshalb ist das Verlangen nach Schließung der Konzerne berechtigt, um wer-« leres Unglück zu verhindern."
Die deutsche Konkurrenz.
** Aus Kopenhagen wird gemeldet: Die Komnrifflon, die von der dänischen Regierung den Auftrag bekommen hat, die Ursache der Geschäftsstockung in Dänemark festzustellen, schreibt in ihrem Bericht, daß die deutsche Konkurrnz dank der niedrigen Valuta die Hauptschuld hieran trage. Das Ministerium wird aufgefordert, Maßnahmen zu treffen, um der ausländischen Konkurrenz entgegenzutreten.
Ausschreitunge« französischer Soldaten in Berlin.
Am Bahnhof Friedrichftraße in Berlin kam es Ms einem ernsten Zusammenstoß zwischen französischen Sol-, daten und dem Publikum. Die Franzosen luden am- Bahnhof Kleiöersäcke ab und behinderten so den Ber-. kehr nach den Bahnsteigen. Ueber diese Rücksichtslosigkeit empörten sich die vielen Reisenden, die zu den Zügen eil-, ten. Schließlich wurde ein Schutzpolizist ausgefordert, die Franzosen zurlickzuweisen. Als der Beamte dies in höflicher Weise tat, griff ihn ein französischer Soldat sofort tätlich an. Das Publikum nahm daher Partei für den Beamten und griff seinerseits die Franzosen an.« jäte.. Schutzpolizei erhielt bald Verstärkungen und ■i^mm^m^^s^s«!^"^- »»— <wrwi«tam&
» Amtlich wird über den Vorfall gemeldet: Am 20. August kam ein französisches Transportauw mit M Soldaten und einem Dolmetscher von der Interalliierten Kommission in Memel auf dem Bahnhof Friedrich- straße vorgefaßten. Mehrere französische Soldaten waren anscheinend betrunken und machten einen grotzeir Lärur, wodurch ein großer Menschenauflauf entstand- Als ein deutscher Polizeibeamter die französischen Soldaten aufforderte, sich ruhig zu verhalten, trat ein iran= zösischer Soldat au ihn heran, sprach einige französische Worte, die der Wachtmeister aber nicht verstand, mrd stieß ihn dann vor die Brust: dann faßte er sich nt die Tasche. Der deutsche Wachtnreister vermutete, daß der französische Soldat eine Waffe ziehen wMte und griff (litt daher an den Arm. Der französifche Soldat wurde dann verhaftet und auf die Wache gebracht. Dort wurden feine Personalien festgestellt, worauf er wieder entlassen wurde.
Zur Washingtoner Abrüstungskonfereltz.
w Washington. (T. R.) Die Abrüstuntchkouseren^ wird im Pair-Anrerikagebäude in Washington stattstn- den. Miau ist in hiesigen offiziellen Kreisen nicht geneigt, den gegenwärttgen Augenblick für die SchaMng. eines Drcibmrdes zwischen den Vereinigten Staaten, England und Japan, wie er von Lloyd George ange- regt wurde, für geeignet zu halten. Das Wort Allimtz, - t, schließe die Idee bindender BerpfltMun- und die Reqieruikgen der Vereinigten Staa- ' neu titfosgedessell den Gedanken
f» sage man, schließe die Ihre bindeuder BerpflikUun- gerr in sich, ünd Sie Regierungen dek.VekeMigteü Samten und Japan nehmeü tnfolgedeneü den Gedanken Lloyd Georges aus itaheliegenden Gründen wenig gün-ö sttg auf. Die republikanischen Senatoren sind dem Vertrage von Versailles und anderen strengen eugbegrenz- ten Bestimmungen immer unfreundlich gesinnt gewese Man kann jedoch annehmen, daß eine Anzahl Renate ren für ein besonderes Einveruelmren mit Japmr ei:
treten werden.
Die Verhandlungen über Tenernngszulage».
^ Berlin. Im Reichsfinanzministerium sind am Sonnabend die Verhandlungen mit den freien Gewer- schaften über die Terlerungszulagen wieder aufgenor. men worden.
Neue Lohnforderungen in der Berliner Industrie.
^ Berlin. Eine Versammlung der Großberli Betriebsräte hat beschlossen, die den Unternehmern e zureichenden Lohnforderungen am generell KV Proz der bisherigen Lohnsätze festzusetzen. Die Verhausi> gen mit den Unternehmerverbünden beginnen dem kommenöe Woche.
Neues Angebot eines Ministerpostens a» Cuno
w Berlin. (T. R.) Wie die „T. R." an zuständig. Stelle erfährt, ist dem GeneralStrektor der Hambur- Amerika-Linie, Culw, der Posten des Necchsfinanzmur sters aiigeboten worden. Cuno ha. Sie Annahme de- Amtes jedoch abgelehnt.