aapug Folge geleistet. Der Ferttverkehr ist aufrecht er- halten geblieben. Allerdings sind verschiedene Perfoneu- züge ausgefallen. Die Züge über Bebra treffen teilweise mit einslündiger Bersptitrurg ein Der Eilgitterverkehr konnte noch im vollen tzMnge aufrecht erhalten werden, dagegen wurden bereits Einschränkungen im Gitterverkehr notwendig. In Marburg ist der Streik lokalisiert. Die Reichsgewerkschaft deutscher Etsenbahnbeanrten und llnterbeaurten hat auch dort Nothilfe stellen nrüssen. Sie wird unterstützt durch Studenten der Marburger Universität, die als technische Nothelfer eingetreten sind. Demzufolge haben zahlreiche Streikende die Arbeit wieder ausgenommen. Es wird angenommen, daß der Streik noch im Laufe des Moutags wenigstens in Marburg zusammenbricht. Die Göttinger haben sich gegen den Streik ausgesprochen. Auf den Bahnböfen ist ein verstärkter Bahnschutz eingerichtet worden, um Dieb- stahlsmöglichkeiten schon von vornherein zu verhindern. Mehrere Streikende, die die Nothelfer belästigten, wurden verhaftet.
England und Irland.
w Das englische Auswärtige Amt hat am Sonnabend sämtliche Korrespondenzen zwischen Llohd George und de Valera veröffentlicht. Danach hat England folgendes angeboren: Irland erhält die Rechte eines selbständigen Dominions, ähnlich wie Kanada, Australien und Indien. Irland erhält Steuer- und Finanzscheit; es muß aber einen Teil der Kriegsschulden des Vereinig- ten Königreichs mit übernehmen. Ferner erhält Irland eine eigene Rechtsprechung und eigene Militär- und Polizeihoheit, d. h. eine eigene Landesarmee, jedoch mit der Brschränknna, baß die Streitkräfte der irischen Armee im Verhältnis zu der Bevölkerung Irlands stehen nrüs- sen. Daneben kann Irland eine eigene Post einrichten und in vielen Fragen eine eigene Verwaltung erhalten, z. B. Arbeiter- und Arbeitslosenfrage. Irland darf aber keine eigene Flotte halten. Die irische See und die irischen Hafen, sowie die Küsten sollen von der englischen Flotte beherrscht werden. — De Balera hat in seiner Antwort erklärt, daß Irland durch die Bedingungen der englischen Regierung in ein Abhängigkeitsverhäli- nis von England versetzt würde. Diese Bedingungen würden niemals von Irland angenommen werden. De Balera verlangt völlige Lostrennung Irlands von England. Irland müsse seine Angelegenheiten selbst regeln körmem — Lsoyd George erklärte in seiner Antwort, die er nach einer Ministerratssitzung am Sonnabend nach Dublin sandte, daß eine Lostrennung Irlands von dem Bereinigten Königreich ausgeschlossen sei.
Drohender Umsturz in Rußland?
>»> Wie aus Kopenhagen gemeldet wird, hat Maxim Gorki mitgeteilt, daß er Rußland zur Zeit nicht ver- lassen könne, da dort jeden Augenblick ein Umsturz zu erwarten sei. Er könne sich höchstens auf kurze Zeit zur Erholung nach Finnland begeben.
Die hygienische« Zustände in Petersburg.
** Anläßlich der großen Seuchengefahr hat die Petersburger Stadtverwaltung eine Revision der .städtischen Hygienischen Anlagen angeordnet, die folgendes Ergebnis hatte: Der Petersburger Bevölkerung von 800 000 Menschen stehen zur Verfügung 22 Badeanstalten, 68 Rasiersalons mit 257 Friseuren und nur 8 Wäschereien. Alle Einrichtungen sind kommunale Anstalten. Privatein- richtungen bestehen auf diesem Gebiete nicht mehr. Die Petersburger Stadtverwaltung hat beschlossen, die Un- entgeltlichkeit der städtischen Einrichtungen ouszuheben. Sie hat für diese folgende Sätze festgesetzt: Für ein Bad 300 Rubel, für einen Besuch beim Friseur 500 Rubel und für ein Pud Wäsche (16 Plgr.) 8000 Rubel. Die Selbstkosten der Stadt sollen sich dabei auf 20 000 Ru-
Bahnfahrt aufgehoben und für die Arbeiter ein Fahrpreis von 100 Rubel und für andere Einwohner von 500 Rubel.
Die bolschewistische Propaganda.
** Der ungarische Ministerpräsident Graf Bethlen gab einem Budapester Journalisten über die Lage in Sowjetrutzland folgende Erklärung: Zuverlässigen Jn- formattonen zufolge sind die aus Sowjetrutzland verbreiteten Gerüchte in jeder Hinsicht übertrieben, um auf diese Weise das Herz der besser mit Lebensmitteln versorgten Völker zu rühren und Lebensmittel, die Sow- jetrutzlaud durch Kauf nicht zu erreichen vermag, als Unterstützung zu erhalten. Die bolschewistische Propaganda bildet eine große Gefahr für den europäischen Frieden. Die Moskauer PropagandaKentrale verfüge über eine Armee mit Geldmitteln reichlich versehener Agenten, die oft unter dem Namen industrieller und Handelsmissionen verkappte bolschewistische Propaganda treiben, die nicht nur die Wiederaufnahme des Verkehrs mit Sowjetrutzland benutzen, sondern auch gewisse wirtschaftliche Gärungen, wie z. B. Arbeiterunruhen, verursachen. Die unterirdische Propaganda tritt mit aller Gewalt hervor und äußert sich in VerbrDen und Attentaten, wie die jüngsten Vorfälle in Budapest und Belgrad beweisen.
Eine neue Kabincitssignng.
*+ Berlin. (F. Z.) Das Reichskabinett ist, nachdem es schon am Sonnabend getagt hatte, aber wegen Mangels an amtlichem Material, das von Paris in Aussicht gestellt, aber bis zur Stunde noch nicht eingegangen war, ohne eine Entscheidung wicocr auseinander gegangen war, am Montag vormittag zu einer neuen Sitzung zu- sammenaetreten. Eine bestimmte Tagesordnung liegt nicht vor. Es ist aber wohl als sicher anzunehmen, daß die Beschlüsse über Oberschlesien Gegenstand der Beratungen sein werden.
Verlängerung der Polizetsinnde?
** Berlin. (F. Z.) Trotz der großen Spannung, die Begreiflicherweise die oberschlesische Frage bildet, wird das Reichskabinett in seiner Sitzung am Montag auch rber Festsetzung der Polizeistunde beschäftigen. Es beabsichtigt, die Polizeistunde im ganzen Reiche auf 11^ Uhr abends festzuletzen; es sind jedoch noch gewisse Schwierigkeiten zu beseitigen.
Die neuen Steuer».
** Berlin. Die bis Sonnabend dem Reichsrat zuge- gangenen neuen Steuervorlagen enthalten eine ausführliche Begründung des Reichsfinanzministeriums. Der mutmaßliche jährliche Ertrag der neuen Steuern wird auf 150 bis 200 Milliarden Mark (,) geschätzt.
Das Kreditabkommen mit Hollaud.
** Berlin. Das Kreditabkommen mit Holland, dessen Veröffentlichung die Reichsregierung verweigert, ist nach einer Meldung des «Rotterdamer Telegraaf" nur kurz- sristia. Die Kredite sind schon nach drei Monaten zu- rückzahlbar.
Die Rebe Lndendorffs in Königsberg.
m- Königsberg. (V. Z.) Am Tage der Eröffnung der dritten deutschen Ostmesse wurden in Königsberg Don links und rechts politische Demonstrationen abge- halten. Bei einer Veranstaltung der östlichen Bürger-
arbeitsgemelufchaft hielt General Ludeudorff, dem zu Ehren am Abend von den Studenten ein Fackelzng ver- anstaltet und der zum Ehrendoktor der medizinischen Fakultät der Königsberger Universität ernannt wurde, eine Rede. Er erinnerte daran, wie der Feind vor sieben Jahren in Ostprcutzen geschlagen wurde, eiu Feiud, von dem er auch hoffe, daß er nach Einsicht der beiden Völker und nach dem Willen Gottes nie wieder unser Feind sein wird. Auch gedachte er dann Oberschlesiens. Dann betonte Lndendorff: Ich zweifle nicht daran, daß im Kampfe um die Ostmark das Schicksal unseres Vaterlandes früher oder später entschieden wird. Solange wir uns selbst zerfleischen, schlagen wir den Lehren von Tannenberg ins Gesicht. Je größer die Not des Bater- landeS, desto enger müssen wir unb um fein schwarzweißes preußisches Banner scharen. Stets bekennen wir uns zu unserem geliebten Preußen. Wir sind Preußen und wollen Preußen sein. Auf demselben Platz war vorher eine Massendemonstration gegen den Krieg abge- halten worden. Zu Zwischenfällen kam es nicht.
Verhandlungen über die Beamteuforderungeu.
*-» Berlin. Die am Donnerstag im Reichsfinanzministerium begonnenen Besprechungen mit den Vertretern der Beamten-Verbände über die neuen Teue- rungsforderungen sind bis jetzt noch nicht abgeschlossen. Die Höhe der Hordenlngen wurde in den Besprechungen xrozentnal mit 50 bis 100 Prozent angegeben.
Streik »ud Aussperrung i» Bayern.
Seit Donnerstag befinden sich auch die Zimmerleute und Bauarbeiter in Augsburg im Streit Die Ursache ist in Lohnforderungen zu suchen. ES wurde ein Stun- denlohnzufchlag von 1.50 Mark verlangt. Als Repres- salie haben die Arbeitgeber beschlossen, in ganz Süd- Bayern sämtliche Bauarbeiter, Zirnmerleute, Weiß- putzer und Hilfsarbeiter auszusperren. In Süd-Bayern befinden sich insgesamt 10 000 Bauarbeiter im Streit Sonnabend wurden auch die sämtlichen Betriebe des Hoch-, Tief- und Betonbaues stillgelegt. Bei dieser Aussperrung kommen ca. 30 000—40 000 Arbeiter in Frage.
Neue frauzöfische Machenschaften im Memelgebiet.
Die „Königsberg-Hartungsche Zeitung" weiß über folgenden Vorfall zu berichten, der ein klassisches Beispiel für die französischen Machinationen im Memelge- biet zur Loslösung dieses Gebietsteises von Deutschland öcrftelTL Der Landrat des Kreises Pogegen Dr. Kuck- lick, hatte dem französischen Unter prüf esten von Pogegen eine Entschlietznng des Kreisausschusses gegen die Ver- schacherung des Memelgebiets an Polen oder Litauen überbracht. Der Unterpräfett lehnte aber die Weitergabe ab und stellte die Bedillgung, es müsse der Eut- fchließung der Satz hinzugefügt werden, die gesamte Be- ublfermtg wünsche nicht mehr au Deutschland zurückzu- kommen. Schließlich versuchte der französische Beamte, den Lanörat zu überreden, den gemünWert Zusatz ohne jede vorherige Anhörung des Kreisausschusses der-Entschließung anzufügen. Dr. Kucklick lehnte dieses Ansinnen mit Entrüstung ab und überreichte an demselben Tage sein Rücktrittsgesuch, das sofort genehmigt wurde.
Französische Justiz.
Das Mainzer Kriegsgericht verurteilte den Vorsitzenden der Tentschnationalen Partei in Wiesbaden zu einem Jahr Gefängnis und 10 000 Mark Geldstrafe, weil er in einer öffentlichen Verfamminng das Verhalten der Franzofen in Oberfchlesien unb die Verhängung der Sanktionen im Rheinlands einer Kritik unterzogen hatte. In feinen Aeußerungen wurde eine Beleidigung Frankreichs erblickt. Der Geschäftsführer der Deutsch- nattonalen Partei in Wiesbaden mußte sich gleichfalls vor dem Mainzer Kriegsgericht wegen Nichteinhaltung der Vorschriften, polttische Versammlungen mindestens 48 Stunden vor Abhaltung dem französischen Kreisdelegierten anzumelden, verantworten. Das Urteil lautete _aeaen..ihu nuf- 2ot«i-jDiarl Geldstrafe. < . »-..-. j. ^i»AM»»^^
Das nette fpamsche Kabrurru
** Der neue spanische Außenminister Goncales Hou- torit war früher bereits einmal Außenminister. Er ist Specialist in Marokkofragen und hat an vielen Konferenzen teilgenommem Als Unierstaatsfekretär war er dabei, als der französisch-spanische Vertrag im Jahre 1912 abgeschlossen wurde. Das neue Kabinett wird von der gesamten Presse mit größtem Wohlwollen begrüßt. Goncales Hontorit gilt als kaltblütig und klug. Das wichtigste Ministerium im neuen Kabinett ist neben dem Auswärtigen Ministerinm für die Lage in Marokko das Kriegsministerinm, das von de la Ciersa verwaltet wird. Der neue Kriegsminister ist in der Armee außerordentlich beliebt; trotzdem glaubt man, daß das neue Kabinett keine lange Lebensdauer haben wird. Ministerpräsident Maura hat das Parlament für Mitte September einberufen.
Allerlei vom Tage,
** Der 37. Abgeordnetentag des Dentschen Krieger- bundes stimmte einmütig der Aenderung des Namens in Deutsche Kriegerwohlfahrtsgemeiuschast zu und ebenso der Verschmelzung mit dem Deutschen Reichskrieger- bund Kyfshauser, sodaß also jetzt eine Zentralorganisa- tion geschaffen ist. Die Verhandlungen, die in Lübeck stattfinden, sind am Montag fortgesetzt worden.
•>* Der Zustand der bernhmten französische« Scha«- spieleriv Sarah Bernhardt hat sich nach den letzten Nachrichten verschlechtert, sodaß mit ihrem Ableben gerechnet werden muß.
Bei Unrvhen in Belfast sind zwei Personen getötet worden.
Die Königsberger Herbstmesse hat Sonntag ihren Anfang genommen.
Der Gesnudheitsznstand König Peters von Serbien hat sich derart verschlechtert, daß mit seinem Ableben gerechnet wird.
Ein Lohnstreik in der chemischen Industrie droht in England auszubrechen.
Die englischen Eisenbahnen und Bahnhofsbetriebe sind wieder in die Hände der Privatgesellschasten übergegangen.
In der Lohnbewegung der Metallarbeiter in Mannheim ist es zwischen den Vertretern der Arbetweümer und dem Verband der Metallindustriellen zu einer Einigung gekommen.
Die Zahl der unterstützten Erwerbslosen in Deutschland ist von 358 000 auf 317 000 zurückgegangen.
Die Staatsarbetter in Bremen sind wegen Lohnforderungen in einen Streif eingetreten. Auf der Weser- werft mußte infolge Strommangels die Arbeit eingestellt werden.
VsMmrrkschaWches.
Ueber die Aussichten der Weltgetreideernte ist nach dem Bericht des Internationalen Ackerbau-Instituts in Rom folgendes zu berichten: In den Vereinigten Staaten von Amerika ist nach dem Bericht eine Weizenernte von 226 Millionen Doppelzentnern zu erwarten gegen 214 Million Doppelzentner im Vorjahr und 208 Millionen Doppelzentner im Durchschnitt des letzten Jahrfünfts. Die Haferernte wird auf 204 Millionen Doppel-
zeütner geschätzt gegen 222 Millionen Doppelzentner" unb 208 Millionen Doppelzentner in den angegebenen 1 Vergleichszeiten. Bei Gerste sei auf eine Ernte von 42 Millionen Doppelzentnern gegen 44 und 45 Millionen,: Doppelzenter zu rechnen; die Roggenernte werde mit; 18 Millionen Doppelzentnern etwa der vorjährigen die- Wage halten gegen ein Dnrchschnittsergetznis der letzten fünf Jahre von 17,6 Millionen Doppelzentnern. Bon^ den oben nicht angegebenen Ländern, deren Ernteer--1 gebnis heute noch nicht voll zu- übersehen ist, lauten bieg Berichte im allgemeinen befriedigend aus Deutschland, y Oesterreich, Dänemark, Finnland, Frankreich, Irland. Lnxembllrg, Schweden, Kanada und Aegypten; mittlere Ernten seien zu erwarten in England und Italien, der Schweiz, der Tschecho-Slowaket; ungünstig lauten die Berichte aus Japan. Nach neueren Berichten haben sich die Ernteaussichten in England erheblich verschlechterr. Dazu soll die indische Getreideernte recht ungünstig ausgefallen fein.
Handel und Gewerbe im Juli 1921. Die Berichte, die die preußischen Handelskammern über den Geschäftsgang in Handel und Industrie im Monat Juli dem Handelsministerium erstattet haben, spiegeln den Einfluß der fortschreitenden Ausführung der Reparationsleistungen auf die deutsche Volkswirtschaft wieder. Sie bewirkte eine weitere Senkung des Markkurses und brächte im Zusammenhang mit den zum Herbst geplanten Steuern Zeichen für ein Fortschreiten der Teuerung mit sich. Steigerungen der Rohstoffpreise, Lohnerhöhungen im Hinblick besonders auf die bevorstehende Brot- preiserhöünng, kurz, ein Steigen der Produktionskosten und damit auch der Warenpreise wurden von manchen Seiten befürchtet. Darum machte sich im Groß- und zum Teil auch im Eirlzelhaudel wie auch in der weiterverarbeitenden Industrie vielfach ein lebhaftes Bestreben nach Eindeckung zu günstigen Preisen geltend. Die gesteigerte Nachfrage hob den Geschäftsgang der meisten Industrien. Diese Besserung läßt sich leider nicht ohne weiteres als Zeichen fortschreitender Gesundung des deutschen Wirtschaftslebens werten; vielfach dürfte sie vielmehr nur eine Neberganaserscheinung fein, welche der vollen Auswirkung der Reparations- bestimrnungen voraufgeht. Jedenfalls bietet die Ber- Serung der Geschäftslage manchen bisher dem Erliegen en Jndnstrien Gelegenheit zur Erholung und Sammlung neuer Kräfte. Die Besserung wurde aber in steigendem Matze beeinträtchigt durch die Wirkungen der „Sanktionen", die den Export vielfach unmöglich machten und die Industrie des besetzten Gebietes ebenso wie den innerdeutschen Verkehr schwer beeinträchtigten. Die vorläufige Beruhigung der Lage in Oberschlesien zeigte in der stark belebenden Wirkung, die von ihr auf das gesamte deutsche Wirtschaftsleben aubging, wie lebenswichtig dieses Glied des Deutschen Reiches für die ganze deutsche Volkswirtschaft ist.
Vermischtes»
Die Hungersteine in der Mosel sind infolge der lang* anhaltenden Trockenheit wieder sichtbar geworben. Sett 112 Jahren ist es das erste Mal, daß die beiden kuppel- artigen Feldstücke im Moselbett wieder vom Wasser frei sind. Nach dem Volksglauben künden die Steine eine beginnende Hungersnot an.
Als Nubelmillionär heimgekehrt. Der Kriegsfreiwillige Fritz Knuth, der nach siebenjähriger Gefangenschaft aus Sibirien zurückgekehrt ist, hat es durch harte Gefangenenarbeit in den siibirscben Bergwerken auf Ersparnisse in Höhe von 4% Millionen Sowjetrubel gebracht. „ -
Veruntreuung von Briefmarke» im Saargebiet. Auf eine Verfügung der Saarregierneg wurden in dem Hochofen der Borbacher Hütten dieser Tage in Gegenwart der Rehördmi und zwanzig geladener Gäste sämtliche
Saargebietmarken in feierlicher Weise verbrannt. Es handelt sich um Werte von vielen Millionen Mark.
Handel und Verkehr.
w Cassel. Auf dem Schlachtviehmarkt waren insgesamt 141 Stück Großvieh aufgetrieben, darunter 23 Ochsen, 54 Kühe und 55 Rinder, ferner 215 Schweine, 95 Kälber und 4 Schafe. Die Schlachtviehpreise haben angezoen. Bezahlt wurden für Ochsen je nach Qualität 550—650 Mark und 400—500 Mark, Bullen 550—600 Mark, Färsen 600—675 Mark, Kühe 450—65.0 Mark und 250—350 Mark, Kälber 500—700 Mark, Schweine 1200 bis 1400 Mark. Tendenz rege. Ausgesuchte Ware wurde über Notiz bezahlt.
»* Berlin, 15. August. Am Getreidemarkt wurden notiert für 100 Klgr. Roggen: märkischer 346 bis 356, pom* merscher 340 bis 348. Tendenz ruhig. Wetzen: mär- ki-cher 444 bis 452, schlestscher 430 bis 440. Tendenz still.
Wirtschaftliche Rundschau.
(Nach dem Stande vom 13. August 1921.)
Allgemeine Lage. Bei allen Rationen zeigt sich das ent- schievene Bestreben, mit Deutschland Handel zu treiben. Deutschland liegt wirtschaftlich noch zu tief darnieder und kann die Nachfrage des Auslandes nach Exportware nicht annähernd befriedigen.
Geldmarkt. Das Gesamtkapttal der deutschen Aktiengesellschaften war am Ende des 1. Halbjahres 1921: 38 Milliarden Mark, Ende 1920: 29, 1913: 17.
Handel und Industrie. Die deutsche Einfuhr nach England betrug im 1. Halbjahr 1921: 11797 491 Pfd., 1920: 11895 943 Pfd. — Die gesteigerte Nachfrage hob den Geschäftsgang der meisten Industrien. — Das Interesse an deutschen Eisenerzeugnissen ist im Auslande wieder reger geworden. Besondere Kauflust zeigt Holland und England. — In der Textilindustrie beobachtet man feit einigen Wochen eine ausgesprochene Hochkonjunktur.
Kohlen. Die Koh^euförderuna des Ruhrbeckens (einschl. d. linksrh. Zechen) betrug im Juli 7,83 Will. To. (Juni 7,75), in Oberschlesien fast 2 Mill.
Warenmarkt. Das besetzte Gebiet wird mit französischen Waren (bes. Spiritussen, Wein, Seidenwaren usw.) über» schwemmt. Frankreich setzt alles daran, diese nach dem übrigen Deutschland zu verschieben. — Im Handel mit Pelzwaren deckt sich die Kundschaft bereits flott für das Herbstgeschäft ein. Eine weitere befriedigende Entwicklung des Geschäftes ist zu erwarten. — An der Stuttgarter Lederbörse vom 9. zogen die Preise durchschnittlich um 2—3 M v. Klgr. weiter an.
Landwirtschaft. Die Getreideernte ist in der Hauptsachr beendet. Qualitativ ist sie im Durchschnitt gut, quantitativ mittet. Die zweite Heuernte wird kaum % des sonstigen Ertrages ergebe».
Produktenmarkt. Die Getreidepreise haben sich mehr stabilisiert. Sie stehen nun über den amerikanischen Preisen. Die Stockung im Absatz dürfte bald kommen. Die Preise für Rauy- futier zeigen scharfe Aufwärtsbeweguna — Es verkantet. das; in wenigen Tagen die Einfuhr von Brotgetreide freigegeben wird.
Biehverwertung. Das Angebot ist infolge von Futter- - Mangel nach wie vor sehr aroR. Bei der Trockenheit ist damit ' zu rechnen, daß die Landwirte weiterhin Vieh abstoßen. Die Preise zeigten stark rückläus'go Bewegung. — Die Berliner Häuleamtion bracht« am zweiten Tage Preise, die um ca. 20- bis 25 Prozent über die letzten Julinotierungen hinauSgingen. ; Am 1. Tag »r- en die Preise bei leichten Gewicksten an, während sie sonst unverändert blieben. Ebenso gingen in Frankfurt die Preise durchschuitilich 5—10 Prozent in die Höbe. R
Holzmarkt. Am Nadecrundholzmarkt ist der Absatz größer ' geworden. Die Preise ziehen an. Laubbolz bat weiter um befried wenden Ablatz, bejonders in Eichen. ..u