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«Utlich heMW. ES hat den stMehi, als ob ein Kam* ttrMNitz in dem Bereich der Möglichkeit liegt.

Erve polnische Note an den Overste« Rat.

Die polnische Regierung veröffentlicht eine Note, die sie dem Obersten Rat in Paris überreichen miß. Darin wird erklärt, die polrrische Regierung habe die Beilegung des letzten oberschlesische» Ausstandes durch die Alliierten durch ihre moralische Unterstützung gefördert. Sie könne aber den Alliierten nur dann eine gleiche uwra- lische Unterstützung zur Durchführung der Elttschetdung leihmr, wemr diese Errtchetdurlg definitiv und den ge­rechten Ansprüchen. Polens entsprechend fällt? arrderlr- fallS iverde das oberschlesische Volk nicht zr Ruhe gehal­ten werden können.

Die Beratuugsdauer in Paris.

»* London. Nach einer Reurermeldung werden die Beratungen des Obersten Rates nicht länger als eine Woche dauern.

Frankreichs Vorbereitungen für die Truppeu- verstärknngen.

»-» Mainz. In Ludwigshafen und den umliegenden Orten sind 2800 Mann französische Artillerie etngetrof- fen, Sie für Oberschlesien bestimmt sind.

Die Sachverstäuchgen-Beratnuge«.

** Köln. DaS Holländische Büro meldet aus Paris: Nach einer Meldung desMatin" werden die Sachver­ständigen ihre neuen Berichte bis Freitag abend sertig- stellen. Die oberschlesische Frage wird am Sonnabend von dem Obersten Rat weiter beraten werden.

Drohender polnischer Einfall.

'w Die ungeheure Spannung, die augenblicklich Ober- Wefien erfüllt, drängt unbedingt zur Entladung. Ein polnisch-deutscher Krieg liegt kettresrvcgs in der Luft. Daher glaubt matt, daß das, was vorher gewesen ist. nur ein Kinderspiel sein dürfte zu dem, was wahrcheinlich schon die nächsten Tage bringen werden. Von einem oberschlesische» Entstände könne keine Rede mehr sein, weil das oberschlesische polnische Volk in seiner Gesamt­heit nichts mehr von einem Aufstande missen ivill. Ei­nige wenige abenteuerliche Elemente, die zum ttberwie- genden Teil nicht einmal einheimische Oberschlesier sind, und einiqe polnische bewaffnete Drahtzieher der War­schauer Regierung bemühen sich vergeblich, Stimmung in der oberschlesischen Bevölkerung zu einem neuen Ge­waltakt großen Stils zu machem Daß dies ; Versuche, einen neuen Aufstaus Heraufzubrichwöreu, fehlgeschta- gen sind, haben auch die Ereignisse des letzten Sonntags bewiesen. Die oberschlesische» polnischen Arbeiter, die zum Generalstreik erfahrungsgemäß das Vorspiel für einen Aufstand für Montag, den 8. Augu», aufgeru­fen waren, haben der Streikparole keine Folge geleistet. Eine ganze Anzahl verständiger oberschiesischer Poleu­führer wehrt sich ebenfalls gegen neue Gewaltakte und sieht vernünftigerweise ein, daß das Glück des Landes und seiner Bewohner nur in frieol'-cker Zusammenar­beit begründet ist. In Warschau will man es anders. Die Vorbereitungen jenseits der Grenze geben den vol­len Beweis dafür. Unter Mitwirkung französischer Ge- ueralftäbler und Konstrukteure hat Polen bis ins Kleinste seine militärischen Vorbereitungen für eine ge- «aßfame Besitzergreifung Oberschlesiens getroffen.

Die polnischen Vorbereitungen für den Einfall.

Der Vorsitzende des Deutschen Ausschusses für Ober- schlesien, Landrat Dr. Lukaschek, erklärte nach derD. Allg. Ztg.", daß dem Ausschutz ein erdrückendes Mate­rial über polnische Vorbereitungen zu einer militäri­sch«» Invasion in Oberschlesien vorliege. Man müsse mit ernster Sorge den kommenden Tagen entgegensehen. Angesichts der Tatsache, daß die ranzöfischen Truppen offen mit den Polen zusammenarbeiten, erblickt die deutsche Bevölkerung nur in einer Verstärkung der eng- lifcheu und italienischen Besatznugstruppe« eine Gewähr für die Aufrechterhaltung von Ruhe und Ordnung in den Tagen nach der Entscheidung.

Die Stimmung in Oberschlesien.

* jy« et'viWvlTcü «wärmt alles ut fteherhaster Spannung die Entscheidung des Obersten Rates. Die Stimmnvg der deutschen Bevölkerung ist auf das höchste erregt, dabei aber durchaus pessimistisch. Die Stimmung auf der polnischen Seite geht auseinander. Charakteri­stisch für die Haltung der Arbeiterschaft in den überwie­gend polnischen Teilen der Grubenbezirke find einige neue Betriebsratswahlen in den polnischen Hochburgen, wie in Ferdinandsgrube bei Kattowitz und in den staat­lichen Gruben bei Knurr. Die Betriebsratswahlen hat­ten überraschende Ergebnisse für die deutschen freien Gewerkschaften, die bei den letzten Wahlen in beiden Bezirken keinen nennenswerten Anhang gefunden hatten.

Die Erfassung der Sachwerte.

* Das Steuerbukett, das in diesen Tagen von der Reichsregierung veröffentlicht worden ist, bedeutet kei­neswegs den völligen Abschluß der geplanten Steuer­reform. Wie dieC. P. C." von unterrichteter Seite hört, unterliegen zur Zeit bei der Reichsregierung noch sehr wettgeheude Pläne der Bearbeitung. Diese werden aber erst nach der Klärung der gegenwärtigen politt- tzhen und wirtschaftlichen Lage zmn Abschluß gebracht werden. Das »B. T." bemerkt hierzu: Wir können diese Mitteilung des Zentrumsorgans bestätigen und binaufügen, da» darunter eine weitere Heranziehung des Produktionskapitals lnicht des Rentnerkapitals) in einer Form vorgesehen ist, die man auch als eine Er- Sachwerte ansprechen zu können glaubt. -,fest bewegt sich im Zusammenhang mit der laufenden Vermögenssteuer ungefähr in einer Rich-

a wie auch seinerzeit von verschiedenen Seiten an der Retchsnotopsers^ vorgeschlagen worden war.

Die Forderungen der Eisenbahner.

Der Deutsche Eisenbahnerverband teilt mit: Am S. August traten die Vertreter der vier großen Eisen- bahnorganisationen zusammen, nämlich der Deutsche Eifenbahnerverbaud, die Gewerkschaft deutscher Eisen­bahner und Staatsbediensteter, der Allgemeine Etsen- bahnerverband und die Reichsgewerkschaft der Eisen-

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bahnbeamten und Anwärter, zur Beratung über die Durchführung der aus der Preissteigerung sich er­gebenden Lohn- und GehaltSforderungen. Nachdem die Reichsgewerkschaft erklärt hatte, mit Rücksicht auf ihre Zugehörigkeit zum Deutschen Beamten bund vorläufig eine Einheitsfront nicht herstellen zu können und ihr Vertreter sich weigerte, gemeinsame Forderungen auf» zusteven, erfolgte die Konstituierung eines Sechzehner- «usichuffes, der sich aus den erstgenannten drei großen Verbänden zusammensetzt.

Der Fast Laugevi«.

Ueber den Zwischenfall im D-Zug Berlin-Nord- deich ist am Momag und Dienstag eine Reihe von Zeu­gen im Berliner Polizeipräsidium vernommen worden.

~ Dlese PeriMen faDen Mereinsttmmend aus, daß der , säßen also Lei Deutschland ein Reparations- und ek» fräNzösische Kapitän provozierend aufgetreten fei. DaS Verhalten und Vorgehen der Beamten sowohl von der Eisenbahn wie von der Schutzpolizei sei ruhig und kor­rekt gewesen. Nach Slbschlntz der Zeugenvernehnmngen wird das ganze Material vom Polizeipräsidenten der zuständigen Stelle übergeben werden.

Gegen eine Wiedereinführung des Trinkgeldes.

* Die Generalversammlung des Zentralverbandes der Hotel-, Restanratious- und Cafeehausangestellten in Hamburg erklärte, mit allen verfügbare» Mitteln gegen eine Wiedereinführung -es Trinkgeldes etnzutreten und für eine auskömmliche Entlohnung Sorge tragen zu wollen.

Die Hilfsaktion für Rntzland.

In der Fortsetzung der vom deutschen Roten Kreuz eiugelettcten Hilfsaktion für Rußland fand unter dem Vorsitz von Geheimrat Bumm in Berlin eine Beratung von Aerzten, Hygicuikern und Vertretern der chemi­schen Industrie statt. Den Darlegungen des Landes­direktors von Winterfell» ist zu entnehmen, daß das Internationale Rote Kreuz in Genf eine allgemeine Hilfsaktion einleitet, die auf Linderung der Hungers­not in Rußland gerichtet ist. Der Befchlnß des deut­schen Roten Kreuzes, ein Sanitätsschiff mit Aerzten, Pflegepersonal, Medikamenten und chemischen Präpa­raten auszurüsten, beschränkt sich auf die Bekämpfung der in Rußland auSgebrochenen Seuchen und ergänzt sich mit der internationalen Aktion. Für diese besondere Unternehmung ist neben der grundsätzlichen Hilfsbe­reitschaft des Roten Kreuzes auch die Rücksicht auf die den deutschen Grenzen drohende Seucheugefahr maß­gebend. Im Laufe der Besprechungen wurde beschlossen, die Ausrüstung und Abseudung des Sanitätsschifses so rasch wie möglich durchzusützreu.

Steinwürfe auf Joffre und Seronb.

w Aus Soissons wird gemeldet, daß bet der Durch­fahrt eines Zuges bei Nissu für Affue Steine gegen die Wagen geworfen wurden, in dem sich Marschall Jofste und General Lerond befanden. Ein Fenster wurde zer- trümmert. Der Attentäter, ein Arbeiter aus dem ehe­maligen besetzten Gebiet, wurde verhaftet. Er verwei­gert jegliche Auskunft. ,

Frankreichs Antrag in der Krtegsbeschvlv^ten- prozetzfrage.

o* Genf. DerTemps" meldet, daß der Antrag Frank­reichs an den Obersten Rat in der Frage der deutschen Krieqsbeschulölgtenprozesse sich darauf beschränke» wird, daß der Oberste Rat beschließen möchte, die Aburteilung der weiteren deutschen Kriegsbeschuldigten durch alliierte Gerichte ansznsprechen und den bisherigen Urteilen des Leipziger Gerichtshofes die Anerkennng zu versagen.

Die Wiederherstellnng des europäischen Gleichgewichts.

Rotterdam. Die »Times" melden, daß der austra­lische PrÄnierminister sich auf der Sitzung der Reichs­konferenz über die zukünfttge Politik Grotz-Britanniens geäußert hat. Grotz-Briianniens Aufgabe fei die Wie­derherstellung des Gleichgewichts auf dem europäischen Festlande.

Mobilmachung Esthlands.

m Königsberg. Meldungen aus Reval zufolge hat die esthländische Regierung die allgemeine Mobil­machung angeordnet, um die Grenze gegen Sowjetruß- land zu sichern. In den letzten zehn Tagen haben größere Truppenabtettungen die esthländische Grenze überschritten, und nach Meldungen aus Petersburg sollen weitere Truppen auf dem Anmarsch sein.

Keine frühere Einberufung des Reichstages.

>* Berlin. Mit der Frage der früheren Einberufung des Reichstages hat sich das Reichskabinett befaßt. Wie znverlässiq verlautet, ist eine Einberufung des Reichs­tages nicht vor dem 6. September vorgesehen. Dagegen soll der Ausschutz für Auswärtige Angelegenheiten in der nächsten Woche zusammentreten, vorausgesetzt, daß bis dahin die Beschlüsse des Obersten Rates über Ober-

** Berlin. Den Gehalts- und Lohnforderungen der Eisenbahner haben sich nun auch die Postbeamten und Angestellten angeschlossen. In den Betriebsrätever- sammlungeu der Postangestellten in Berlin wurde ent­sprechend der allgemeinen Teuerung eine Erhöhung der Lohnsätze um mindestens 3540 Prozent gefordert.

Die Ausweisung der Bolschewisten.

** Berlin. Die bayerische Staatsregierung hat as ab­gelehnt, die Ausweisung der russischen Sowjetmitglie- der rückgängig zu machen, wie dies von der Reichsregie­rung auf Grund der Vorstellung des Sowjetvertreters in Berlin verlangt worden war. Infolgedessen hat der Sowjetvertreter in Berlin einen erneuten Schritt im Auswärtigen Amt unternommen und eine Note seiner

en in Berlin wurde ent-

Regierung überreicht.

Bergbrand auf dem Hoheastanfe».

** München. Der Bergbrand auf dem Hohenstaufen bei Bad Reichenhall ist erneut zum Ausbruch gekommen und hat wieder einen großen Umfang angenommen. Der Berg brennt gegenwärttg an fünf Stellen.

Allerlei vom Tage.

»< Die Zahl der Mitglieder der deutsche« Gewerkver- eine ist im Jahre 1920 von rund 190 000 auf fast 226 000 gestiegen.

Sämtliche Arbeiter in den Harburger Oelfabriken sind wegen Lohnstreittgkeiten in den Ausstand getreten. Sie verlangen eine 25prozenttge Erhöhung der Teue­rungszulage.

Der internationale Arbeiterkongreß wurde in Lu- zern von dem Präsidenten des schweizerischen Metallar­betterverbandes Konrad Jlg-Bern mit einer Begrü­ßungsansprache eröffnet.

Ein Lohnkampf im südbayerischen Baugewerbe , scheint unvermeidlich zu sein, nachdem die weiteren Be­mühungen des Vorstandes der Zweigstelle München des Landeseinigungsamtes auf eine Beilegung der bestchen- den Differenzen wieder erfolglos gewesen sind._______

Die Auspowerung Deutschlands

DerTemps" bespricht in seinem Leitarttkel den Er­satz der alliierten Besatzungskosten durch Deutschland. An Hand des Friedensvertrages stellt er als Leitsatz auf, daß die in Artikel 279 des Versailler Vertrags vor- i gesehenen Verpflichtungen zum Ersah der militärischen Ausgaben vor allen übrigen Verpflichtungen des Frte- densvertrags eingefügt werden müssen. Daß diese Ko­sten von den Reparationen vollkommen verschieden seien, inerde vollends dadurch bewiesen, daß lange vor der Fest- üynng der Reparat onsschuld der Betrag der militärt- I schen Ausgaben durch die drei Besatzungsmächte festge- I i w. worden sei, nämlich, daß die Gesamtsumme nicht ; über 240 Millionen Goldmark hinausgehen dürfe. Wie ! dem Abkommen hinzugefügt werde, könne diese Ab- la.hnug abgeändert werden, nenn die alliierten und assoziierien Mächte sich über die Notlendigkeit einer sol­che» Aländerung einig seien. Die genannten Mächte be-

myeu atm bet Deutfcyrmio ein meparanono« uno ernt militärisches Guthaben. Um die Erledigung des zivei- L ten Guthabens handle es sich jetzt. Euglischerseus

scheine man der Ansicht zu sein, daß der Ersatz der mili- - tärischen Kosten den Reparationszahlungen vormiszu-, gehen habe. Die Reparattonszahlungen genössen jedoch; das unbedingte Vorrecht auf alle gegenwärtigen undij künftigen Zahlungen Deutschlands auf Grund des Lon-i» doner Zahlungsstätuts. DerTernps" will die rechtliches Grundlage dieser Auffassung nicht untersuchen, findetH aber, daß das Problem so nicht gelöst werde. Wenn von* den deutschen Reparationszahlungen gleich der Ersatz der militärischen Ausgaben in Abzug komme, so wäre die Errechnung auf Grund des Londoner Zahlungssta» tttts, die sich auf die Emission der deutschen Bonds be­ziehe, falsch. In diesem Falle müßten schleunigst ergän­zende Hilfsquellen gefunden werden, um der Repara-- tionskasse die ihr entzogene Summe wieder zuzuführen. Auf alle Fälle könne die Frage nicht in der Schwebe blei­ben. Es sei nicht möglich, die Besatzungskosten unbe­zahlt bleiben zu lassen, ebenso sei es aber nicht angän­gig, daß vorweg die ohnehin schon ungenügende Summe der Reparation noch gekürzt werde.

Die Ausbeutung au 4er Zollgrenze.

** Aus Mainz wird gemeldet: Die Straßensperre a» der Grenze des Zollgebiets scheint auch den Zweck zu haben, Frankreich neue Einnahmequellen zu erschließen. Die Kraftwagen werden auf den vielen verbotenen We­gen von den zahlreichen Kontrollposten angehalten und können sich durch die Entrichtung einer Gebühr von 800 Mark die Freiheit erkaufen, die Zollgrenze ohne jeden weiteren Aufenthalt $u passieren.

VsKswirstchaMchs-.

Das Anziehen der Kosten für die Lebenshaltung wird durch folgende Meldung gekennzeichnet: Die Reichsindexzahl für die Lebenshaltungskosten, die vom Statistischen Reichsamt auf Grund der Erhebungen über die Ausgaben für Ernährung, Heizung, Beleuch­tung und WohnungSmiete berechnet wird, stieg im Juli beträchtlich und betrug 963, während sie im Vormonat 896 betrug und im Januar, dem bisher teuersten Mo­nat, 924 erreichte.

Der Saatenstand in Preußen anfangs August wird nach der Statistischen Korrespondenz, wenn 2 gut und 3 Mittel bedeutet, für Winterweizen mit 2,5 gegen 2,4 Anfang Juli, Sommerweizen 2,8 (2,7), Winterroggen 2,6 (2,5), Sommerroggen 3,2 (3,1), Wintergerste 2,6 (2,6), Sommergerste 2,9 (2,8), Hafer 3,8 (3,1), Kartoffeln 3,5 (2,3), Zuckerrüben 3,1 (2,7) begutachtet. Die größte Ent­täuschung bringt die Beurteilung der Kartoffeln sowie, der Futterpflanzen und Wiesen. Bei vielen Fruchtar- ten ist infolge der Trockenheit, besonders beim Hafer, vielerorts Notreife eingetreten. Der Strohertrag soll beim Wintergetreide im allgemeinen zufriedenstellend sein. Mit Besorgnis blickt man allgemein auf die Ent-- Wicklung und das Gedeihen der Kartoffeln und der son­stigen Hackfrüchte. Nur in wenigen Fällen wird den Stand der Früh- und Spätkartoffeln als günstig bezeich­net. Das Wachstum der Rüben- und Kohlarten ist gleichfalls zum Stillstand gekommen.

** Der Allgemeine Deutsche Gewerkschaftsbund er­läßt einen Aufruf, in dem er seine Mitglieder und alle ' Arbeiter und Arbeiterinnen im Reiche ausfordert, bei der bevorstehenden Lohnbewegung einig und geschlossen in den Gewerkschaften zu stehen.

Vermischtes.

Et« halbes Dorf in Flamme». Durch Kinder, die? mit Streichhölzern unvorsichtig umgingen, ist ein gro­ßer Teil des Dorfes Fürstenwalde bei Ortelsburg lOstpr.) von einem Feuer vernichtet worden. Zehw Wohnhäuser .und 24 WirtschastsaeMu d^ mit tt-i»»»-mnS AMMM^WNulut wurden em Raub der Flammen. Die Not der.obdachlosen Familien ist groß.

Von einer große» Brandkatastrophe wurde der Ort Herrenhut (Sa.) betroffen Das in einer Fabrik aus­gebrochene Feuer behüte sich bei starkem Nordweststurm außerordentlich rasch aus, so daß nach ganz kurzer Zeit schon 18 Häuser in Brand gerieten.

Große Brände in Baden. In Zaisenhausen und in Duntenheim bei Offenburg sind 9 Gebäude durch Feuer vernichtet worden. In Rastatt brannten die Stauungen der Fohlenweiden nieder, wobei 19 sehr wertvolle Pferde mitverbrannten. In einem Dorfe in der Nähe von Ortelsbnrg sind 15 Wohnhäuser und 24 Wirt­schaftsgebäude eingeäschert worden.

Waldbrände am Oberrhein. Seit einigen Tagen stehen die umfangreichen Wälder am Altrhein in Hellen Flammen. Sämtliche Bewohner der Umgegend von 17 bis 45 Jahren mußten zur Hilfe aufgeboten werden, doch gelang es bisher noch nicht, die weitere Ausdeh­nung des Feuers zu verhindern.

Bet einem schmere« Grubenunglück bei Sosnowice in Oberschlesien haben sieben Bergleute den Tod gefun­den, während sieben weitere schwer verletzt münden. Der Material- und Sachschaden beträgt mehrere Hun­dert Millionen Mark. Außerdem find 17 Pferde er­stickt.

Die asiatische Pest ist trotz strengster Maßnahmen in Warschau eingeschleppt worden. In einem Bezirk an der Grenze ereigneten sich bereits acht Pöstfälle.

Die Ruhrepidemie ist in Wildeshausen in Oldenburg ausgebrochen. Verschiedene Personen sind bereits ge­storben.

Paratyphns in Lippstadt. Seit dem 22. Juni sind in Lippstadt 38 Fälle von Paratyphus amtlich gemeldet worden. Todesfälle sind bisher nicht zu verzeichne» gewesen. Die Seuche ist im Abnehmen begriffen.

Schiffsunglück. Bei Warnemünde kenterte bei hohem Seegange ein mit vier Personen besetztes Segel­boot? zwei Personen find ertrunken.

Studienreise englischer Schüler dnrch Deutschen». Der »Manchester Guardian" meldet, daß mit Erlaubnis der britischen Behörden Mitglieder der englischen na­tionalen Schulen eine Studienreise durch Deutschland machen werden. Der Besuch soll sie nach Köln, Frank­furt, Darmstadt und Eisenach führen. Sie werden in deutschen Familien unternebrachi werden.

Weibliche Steuerzahler in Amerika. Der fünfte Teil aller Personen, die im Staate Neuyork Steuerer­klärungen abgeben, sind Frauen. Von den 150 000 Frauen, die im Staate Neuyork selbständig Steuern zahlen, waren 110 000 ledige, 13 000 waren verheiratete Frauen, die gesondert von ihren Ehemännern Steuer- erklttrnngen abgaben.

Sturm auf der Nordsee. Infolge des auf der Nord­see herrschenden Sturmes kamen drei Dampfer mit Ma­schinenschaden von See auf der Elbe an. Der Segelschiff- verkehr ruht nahezu vollständig.

Ueber das Schicksal derVaterland" wird in Kürze das Schiffahrtsamt in Neuyork entscheiden. Das Schift ist seit zwei Jahren in Hoboken und kostet, um es in­stand zu halten, 40 000 Dollar monatlich.