^ersfel-er Tageblatt
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Kranz Zank in siersfeld. Zernfprecher flr. S. •
Hersfelöer Kreisblatt"
Amtlicher Anzeiger für den Kreis Hersfel-
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Nr. 183
Oberschlesten und DeuLschlaud.
Eine kleine unscheinbare Broschüre unter dem Titel „Die wichtiqsteu wirtschaftlichen Folgen einer Abtrennung Oberschlesiens von Deutschland" ist soeben erschienen. Sie enthält sich jeder Polemik, sie verzichtet auf alle Mache, aber sie beweist mit der Wucht der wirtschaftlichen Tatsachen an der Hand einwandfreien Zahlenmaterials, welches europäische, nicht nur deutsche Unglück mit einer Slbtrennuug Oberschlesiens heraufbeschworen würde. Aus der knappen Zusammenfassung der Unter- suchungsergebntsse sei hervorgchoben:
Deutschlastö verlöre, wenn Oberschlesten an Polen ausgeliefert wird, einen großen Teil seiner Kohlenbasis, den überwiegenden Teil seiner Zinkproduktwn,- es würde damit aus einem Ausfuhrland zu einem Einfuhrland. Gleichzeitig ginge ihm eines seiner wertvollsten inländischen Absatzgebiete verloren. Eine derartige Verschiebung seiner wichtigsten Existenzgrundlagen könnte Deutschland nicht ertragen. Deutschland muß heute, nur um nicht zu verhungern, noch viel mehr industriell tätig ein, als vor dem Kriege. Zu alledem soll und will es eine finanziellen Verpflichtungen aus dem Friedensver- rag erfüllen. Auch diese Milliarden können nur durch vermehrte Ausfuhr, nur durch die Industrie aufgebracht werden. Wie ist das aber möglich, wenn der deutschen Industrie die unentbehrlichsten Rohstoffe entzogen werden? Als Käufer auf dem Weltmarkt würde Deutschland im wesentlichen ausscheiden. Einschneidende Wirkungen auf die gesamte Weltwirtschaft müßten sich notwendig ergeben. — Die Sprache der Bruschüre ist, gerade weil sie nur die Zahlen ohne blendendes Beiwerk wirken läßt, klar, tiefernst und unwMrleglich.
Die Bremse in
»* Die Pariser Presse beginnt bereits seit Mittwoch ' die Erwartungen auf eine Entscheidung des Obersten Rates hinsichtlich Oberschlesiens zu bremsem Der „Temps" ist bestrebt, vor einer Ueberstürzung zu warnen. Die Lage in Oberschlesten sei noch viel zu ungeklärt. Der „Matin" schreibt, daß eine Entscheidung auf Drängen Englands augestrebt werde, aber es sei auch sehr gut möglich, daß die Entscheidung erst in einer späteren Sitzung fallen würde. Auch das „Echo öe Paris" und das „Imrrnal" bereiten darauf vor, L^n eine Entscheidung von einer Voraussetzung abhängig sei, die jetzt noch nicht gegeben werden könne. — ?tach den vorläufi- Feststellungen wird der Oberste Rat zuerst die Ent- \. scheidung über die Entsendung von Truppenverstärkun- Ken nach Oberschlesten und dann die Entscheidung über
Sonnabend, den 6. August
teilung englischer Artillerie, die zum Schutze der Grenze abgilig, von den Polen die Lebensmittel verweigert wurden.
Deutsche Borbereitnugen für Oberschlesien.
»*. Berlin. Dem Anträge auf Einberufung des Aus- schuises für auswärtige Angelegenheiten ist vorläufig nicht entsprochen worden. Dagegen soll der Ausschutz unmittelbar nach der Entscheidung der Alliierten über Oberschlesten zusammentreten. — In der Annahme einer für Deutschland günstigen Entscheidung des Obersten Rates über Oberschlesten werden bereits im Reichsamt des Innern weitgehende Vorbereitungen für die staatsrechtliche Selbständigkeit Oberschlesiens getroffen.
Die Polen halten „sich bereit"!
** Oppeln. Der polnische Oberbefehlshaber hat einen Aufruf an die Insurgenten erlassen, in dem diese auf- gesordert werden, sich bereit zu halten. In allen Gemeinden sind Prüfungsämter errichtet worden, um die Adressen der in die Geheimlisten eingetragenen Insurgenten festzustellen. Als Sammelorte werden Pletz, Rybnik, Tarnowitz, Beuthen und voraussichtlich auch
sehlshaber hat einen
Kreuzburg genannt.
Die Haltung Englands.
w Rotterdam. Die „Times" melden, daß die englischen Vertreter auf der .Konferenz. des Obersten Rates für die Aufhebung der „Sanktionen" ohne weitere Verzögerung, Zuerkennnug Oberschlesiens mit Ausnahme der Kreise, in denen sich bei der Volksabstimmung eine
" '' gte polnische Mehrheit ergeben hat, an Deutsch- rd für eine Erklärung des Obersten Rates, daß frage nicht interessiert sind, on der Alliierten, angerufen
undedin, land un
die Alliierten an der Orient'
solange nicht die Intervention ------- ----------
wird, eintreten.
London wettet schon!
»^ Rotterdam. Die „Morningpost" meldet, daß am Borabend der Entscheidung des Obersten Rates über Oberschlesien die Wetten in London mit zwei für Polen und drei für Deutschland standen.
.. Wer Oberschlesien ist am Mittwoch geschlossen worden, ohne daß bestimmte Beschlüsse gefaßt worden sind.
Die Polen bedrohen Ostpreutze«.
te* Die Polen haben, etwa 10 Klm. von der deutschen Grenze entfernt, schwere Geschütze und, Maschinengewehre mit der Front nach Deutschland emgebaut. Die nach Ostpreußen gerichteten Befestigungen sollen einem polnischen Angriff auf Ostpreußen dienen, der erfolgen w«v?>p frtssa pg in DherfcMeften zu einer kriegerischen
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polntfchen An^.^ —, - - . - , .
würde, falls es in Oberschlesten zu einer kriege: Auseinandersetzung käme. Daß die Polen unt der lichkeit eines Einfalls in Ostpreußen rechnen, geht auch baraus hervor, daß sie jetzt schon iu Ostpreutze« ei«e um- »eiche Spionage treiben. Mehrere polnische Spione bereits in Ostpreußen festgenommen worden.
Eine Teilung Oberschlesiens unmöglich.
Der Reichsverband der deutschen Industrie erläßt . eine Kundgebung für ein ungeteiltes, deittsches Ober- fchlesien. In dem Austuf heißt es: .„Dre ^orderung der Beibehaltung Oberschlesiens als wirtschaftliche mid politische Einheit beruht nicht nur auf rechtlichen, sondern auch auf natürliche« und politischen, Gründen. Der Reichsverband der deutschen Industrie verlangt mit allem Nachdruck, daß Oberschlesten auch mit Rücksicht auf den unlöslichen technischen Zusammenhang des^ industriellen Gebietes ungeteilt bei dem deutschen Reiche
PolevS kriegerische Borbereitnug. ^7 . ” ■ ^ Tüs Breslauer. polnische Konsulat entEelt eme kteberbafte Tätigkeit. Es hat sich ein nnlitarficherAus- chutz gebildet der sämtliche Männer polnischer Nation Ämfaßt. Es gilt bei den Polen als ausgemacht, daß ein Krieg mit Deutschland bevorsteht. Die polnischen Aka- demiker schließen sich zu akademischen Legrouen zuiam- men Als sicherstes Zeichen der Unterstützung des kommenden polnischen Aufstandes durch die Franzosen wird die Ankunft der französischen Division angesehen, .such e Zukunft °er uanzon^ tzie Franzosen und Po- - • den Dienst ihrer Gewaltmap-
Der polnische Terror.
Aus den Landgenieindeu des Kreises Beuthen wird ständig wachsender Terror gemeldet. Polnische Banden bedrohen besonders die Insassen der Grubenschlafhäuser und nötigen sie zu fliehen. Der ehemalige deutsche Plebiszitkommissar von Rybnik ist von polnischen Banden verhaftet und verschleppt worden. In den Grenz- orten des Kreises Rosenberg sind besondere polnische Brandkommandos aufgetauchi, die bereits verschiedene BrandMtungen auf dem Gewistp tz haben. Jn Mernitz. nisten Insurgenten ist Zivil «v^fällrn'M^M ^ode geprügelt! Aus Rybnik ist eine starke Mastenabwande- rung zu verzeichnen. Zweihundert deutsche Familien sind bereits verzogen,
WiederaufSauverhKndlungen.
»* Berlin. Im Wiederaufbauministerium haben dieser Tage Verhandlungen über die deutschen Sachliefe- rungen für das »erstelle Gebiet in Frankreich stattge- funden. Ueber eine Reihe von Fragen wurde beidersei- tige Verständigung erzielt. Der französische Vertreter ist am Freitag von Berlin wieder nach Paris abgereist.
Keine Beteiligung deutscher Arbeiter.
te* Rotterdam. Wie die „Daily Expreß" meldet, haben die Verhandlungen der deutschen mib franzöyschen Sachverständigen eine endgültige Ablehnung der Beschäftigung von deutschen Arbeitskräften im französischen Wiederausbaugebiet ergeben. Die Ablehnung der Fraii- zosen stützt sich auf die entsprechenden Beschlüsse des französischen Gewerkschaftsbundes.
Die RSeinftädte bleibe« besetzt?
te* London. Der Oberste Rat wird wahrscheinlich, wie in gut unterrichteten Kreisen verlautet, den Beschluß fassen, die ökorwmischen „Sanktionen" aufzuheben, da Deutschland bisher alle seine finanziellen Verpflichtrm- gen erfüllt habe. Die drei Rheinstädte sollen jedoch weiter besetzt bleiben, da Deutschland seine Verpflichtungen in der Aburteilung der Kriegsbeschuldigten und in der Entwaffnimgsfrage noch nicht vollständig erfüllt habe.
1921
Die Tagesordnung für PäW.
•>■* Reuter erfährt, daß die Tagesordnung für die bevorstehende Konferenz des Obersten Rates aller Wahrscheinlichkeit nach außer Oberschlesten noch folgende Punkte umfassen wird: Bestrafung der Kriegsschuldigen, Sanktionen und der Orient.
Amerika und die Pariser Konferenz.
•* Wie ein Mitarbeiter des Berliner Tageblattes au» amerikanischen Kreisen erfährt, werden die Vereinigten Staaten jedenfalls an der Pariser Konferenz teilnehmerr. Es wird bestätigt, daß voraussichtlich der amerikanische Botschafter in London, Harvey, zu diesem Zwecke als Vertreter des Präsidenten Harding nach Paris gehen wird. Seine Rolle dürfte die eines Beobachters, nicht die eines Stimmberechtigten sein, also eine Haltung, entsprechend jener, die der Vertreter Amerikas seinerzeit tn den Sitzungen der Reparationskommission einnahm. Da Amerika den Versailler Vertrag nicht unterschrieben hat, stehe ihm auch kein Recht zu, an den Pariser Sitzungen stimmberechtigt teilzunehmen. Nach den in amerikanischen Kreisen vorliegenden Meldungen aber war bis Donnerstag noch keine Einladung Briands an die Regierung der Vereinigten Staaten zur Teilnahme au der Sitzung erfolgt.
Grötzer-Britannie« eisig!
6* In London wird betont, baß die Politik, die Lloyd George in Paris Wer die oberfchlestsche Frage " wird, auch von den ersten Ministern der Dominions voll- kommen gutgeheitzen wird.
Die abzuliefernden Elbschiffe.
»* In Dresden haben am Donnerstag die deutsch» tschechischen Schiffahrtsverhandlungen zu einer Einigung über die Abtretung der noch strittigen Elbschiffe gefithrü Das Abkommen bedarf nur noch der Notifizierung durch die beiden Regierungen.
Danzigs kritischer Tag.
Ueber die vereitelten Putschabsichten in Danztg erhalten wir folgende Meldungen: _ , ,
** Am Donnerstag kam es im Danziger Volkshause zu einem Zusammenstoß zwischen der Regierung und der Oppositton. Die Regierung hatte die Bannmeile um das Volkshaus durch Sicherheitswehrtruppen schütz«! und in das Parlamentsgebäude selbst eine Patrouille von zwei Offizieren und 50 Mann im Einverständms mit dem Volkstagspräsidenten legen lassen. Die drei O^- ein deutschnationaler Abgeordneter eine Gegenerklrrnn§ abgeben wollte, erhoben die Sozialisier: einen wune« Lärm, worauf der Präsident die Sitzung ichlog. Der deutschnattonale Redner hatte dies nicht bemerkt, und wollte weiter sprechen, worauf der Kommunist Smmiw auf die Rednertribüne sprang, den Redner bei den Dhur tern faßte und ihn nach dem Präsidenten herumörehte In dieser Handlung erblickte der Senator Schimnw eine Ungesetzlichkeit und ließ eine Patrouillehole». PL kau: zu einem Handgemenge zwischen der SicherhettS webr und den Kommunisten, worauf die Abgeordneter Rahm, der Vorsitzende der kommunistnchen Partey unt der koummnisttsche Abgeordnete Schmidt verhaftet umr den. Der Sitzungssaal Llieb noch eine halbe Stunde vm der Sicherheitswehr besetzt.
Dke Absicht der Danztger Kommunisten.
te* Aus den Kreisen des Danziger Devats wir» «tt geteilt, daß die Kommunisten für Donnerstag eine grobe Aktion geplant hatte«, «m die G e w a l t i« d e m F r e t - st a a t i n die Hand zu bekommen. Es soll «. a. schon beschlossen gewesen sein, wie die einzelnen Staatsgewalt te« unter die Kommunistenführer verterlt werde» soll- ten. Ferner sollten, wie aus den aufgesnudene« S»M- Eicken hervorgeht, der Senatsprafident und der Sensor
chimmer beseitigt werde«. In später Abendst««de Mb * — ------ in der Sitzung eine
Borgehen des Senatore
Schimmer beseitigt werde«. I der Senat über die Borgäuge klärnng ab, in der er das Schimmer billigte.
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Besprechung Leronds.
Paris. (F. Z.) General Lerond hatte eine längere rechung mit dem Generalsekretär des Auswärtigen
ES verhalldelt,^um sie in den Dienst ihrer Vewairmap- nahmen zu stellen.
Franzosen und Polen im Bunde.
w Wie die „Schlesische Zeitung". Mttteilt haben die Franzosen mit den Polen die ^egernche Auvrnstung gegen Oberfchlesteti vollständig durchgeführt. Es ist vei er ner Zusammenkunft französischer Generale mit dem p - nischen General Haller vereinbart worden, daß die Fran
• - zosen der polnischen Okkupattonsarmee bei einem Kriege mit Deutschland die Waffen liefern.
Die Parteinahme der alliierte« Truppen.
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sich noch kaum, und es kommt fortwährend zu MftcheM leiten zwischen ihnen. Wie öre Polen gegen % Mtzer Vorgehen, acht auch daraus hervor, daß einer AV'
Besprechungen am Quai d'Orsay.
te#i Paris. (B. 3?) „Chicago Tribune" meldet: Briand hatte am Donnerstag drei uiichtige Besprechungen am dem Quai dDrsay. Er empftug zunächst den Botichafter der Bereinigten Staaten Jußderant, dann, deri^ lram>o- fischen Botschafter in Berlin und endlich den deut chen Botschafter Dr. Mauer. Es rvirö vermutet, das Jutzde- rant Aufklärung gab über die Abrüstungskonserenz, io* wie den Standpunkt der Vereinigten Staaten m der oberschlesischen Frage darlegte. Laurent berichtete über die Lage in Deutschland, wahrend Dr. Manerebensall» die oberfchlestsche Frage erörterte und MeMrngen über etwaige TruppenveiNarkungen nach Oberschlesten entgegengenommen hat.
Abrüstuugsträume. .
te* Paris. Präsident Harding hiett eukc politische Rede, in der er ausstthrte: Ich glaube, daß die gan»e Welt entschlossen ist, mit der Rüstlmg auszuraumen. Ich freue mich, erklären zu können, das Amerika nn Begriff ist, ein Unternehmen ins Leben zu r^r das ohne dem Nationalismus und der Freiheit Abbruch zu tun, die Ursache für die künftigen Kriege hinweg zu.räumen ivistande ist. Ich glaube sogar, daß es uns gelingen wird.
Der Danziger Generalstreik mißlungen.
Infolge des enftchlosienen Vorgehens .des SES bet umfassende Sicherheitsuiagregeln getrosten al len Swats- und Stadtarbeitern und -angenellten, die an dem für Donnerstag angefetzten Generl,tre,k bete-, gen würden Entlastung augek.tidtgt hatte, iowle iU- der besonnenen Haltung eines erheblichen Leils der d veiterschaft war der Streit iwon tm Keim errieft, c senbahn und Straßenbahn verkehrten. Tus »iragei’d war völlig ruhig.
Wüste Szene« im Danziger Parlament
te* Wie dem Lokalanzeiger mrs Danzig gemeldetwn baden bevor die Sipo in das Parlament gerufen ttnrri. die Unabhängigen den Senator Schimm«- und dttr^- nattonalen Abgeordneten Botz mit W W*
Verhaftungen tu Danzig.
Danzig. In Verfolgung der kommunistischeu Z ickeiställe im Dmiziger Parlament sind sieben ^rvo. gWÄKrder kommtmistischen Partei v^tt den. Die Anschuldigungen lauten aus Vorberettst S^h-LX £rivttüminta einer Räterepublik
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