Aus der Heimat.
Einzug der SchutzpOlizei.
Hersfeld, 21. Juli.
Der um 7 Uhr mit -er für Hersfeld bestimmten Hundertschaftder Schutzpolizei bereits erwartete Extrazug kam erst, infolge Umleitung, gegen 1/312 Uhr hier an. Die Grüberfche Kapelle begrüßte die Mannschaften mit einem flottgespielten Marsch. Unter Vorantritt der Kapelle marschierte die Abteilung, begleitet von Einwohnern, darunter viel Jugend und Kinder, durch die Bahnyofsstraße, Breitenstraße, Weinstraße nach dem Marktplatz, wo sie Ausstellung nahm.
Herr Bürgermeister Wagner war mit einigen Mitgliedern des Magistrats zum Empfang erschienen. Der Begrüßungsansprache des Bürgermeisters entnehmen wir folgende Sätze: „Ich habe die Ehre, die Hundertschaft der für Hersfeld bestimmten Schutzpolizei im Namen der Bürgerschaft und des Magistrats der Stadt herzlich willkommen zu heißen. Sie werden auch gewiß froh sein, nun in Ihrem Standorte angekommen zu sein. Hersfeld war früher Garnisonstadt und zwischen dem Militär und der Einwohnerschaft bildete sich ein herzliches Einvernehmen heraus. Hoffentlich bleiben Sie längere Zeit oder dauernd hier, damit Sie sich mit den Einwohnern in freundschaftlichen Verkehr setzen und sich gegenseitig kennen lernen können. Dieses wird sehr gut möglich sein, wenn auch Sie sich als Bürger eines Gemeinwesens fühlen. Große Aufgaben harren Ihrer. Mögen Sie dieselben zum Wohle der Stadt und des Kreises erfüllen. Wenn wir alles Trennende, und das, was trennen kann, nicht betonen, werden Sie sich auch in den Mauern HerSfeldS wohlfühlen. Einigkeit tut uns bitter notj" — Der Hauptmann der Schutzpolizei erwiderte: „Ich danke im Namen der Hundertschaft für den freundlichen Empfang, -er uns von Seiten -er Stadt und durch Ihre Worte, Herr Bürgermeister, zuteil wurde. Mit diesem Empfang wurde uns schon ein gewisses Maß von Vertrauen entgegengebracht. Ohne gegenseitiges Vertrauen ist ein segensreiches Arbeiten unmöglich. Die Schutzpolizei ist, das wissen wir, nicht überall ein gern gesehener Gast. Bei längerem Zusammen» wohnen in Hersfeld wird sich das Vertrauen, das gegenseitige, vertiefen. Wo die Hundertschaft bis jetzt war, hat sie sich schnell das Vertrauen der Einwohner erobert und deren Wohlwollen erworben. Möge es auch in Hersfeld so sein. Unsere Aufgabe ist es, für die Aufrechterhaltung -er Sicherheit und Ordnung Sorge zu tragen und dieses in strenger Unpartei» lichkeit und Neutralität, gleich, gegen wen gesetzliche Maßnahmen in Anwendung kommen müssen"-
Nachdem der Herr Bürgermeister die anwesenden Magistratsmitglieder dem Führer der Hundertschaft vorgestellt hatte, lud er die Schutzpolizei im Namen der Stadt zu einem heute Abend stattsindenden Be- grüßungstrunk in den Garten der Kriegsschule ein.
Unter den Klängen der Musik zog darauf die Abteilung in die für sie bestimmten Räume -er früheren Kriegsschule. A. K.
' — Der Bil-ungswert der Lokalpresse. Dr. W. Kühler, Professor an der Technischen Hochschule und Handelshochschule zu Aachen, hat einen Leitfaden für seine Hörer
olgender Passus: „Greifen Sie ruhig auch zu den Lokal- IÄffern; sie werden Ihnen zur Charakteristik Ihrer Umgebung schätzenswerte Beiträge liefern: im politt- Mst, lokalen, im geschäftlichen Teil haben Sie einen Ausschnitt der Sitten und Gedanken der Leser. Die oft mißachtete Lokalpresse ist ein gewichtiger Faktor der öffentlichen Meinung: ist sie, doch oft das einzige Band, mit dem die breite Schicht des Volkes noch mit dem Ge» samtleben in politischer und geistiger Hinsicht verbunden ist."
— Die Teuerung steigt jetzt wieder. Die Kosten der Lebenshaltung sind in den 47 Gemeinden des Reiches mit Eildienstmeldungen im Juni zum 1. Male wieder um 16 auf 896 Mark gestiegen. Die Bewegung ist allerdings ungleich bei den einzelnen Bedürfnissen. Auch in den verschiedenen Städten ist die Aenderung >ehr ungleich. Am meisten ist Teuerung gestiegen, soweit Berichte vorliegen in Göttingen nur 90 Punkte, dann in Köln und Karlsruhe um 77. Erfurt 88, Augsburg 66, Eirenach 64, Breslau und Essen 69, Dannftadt 57, Oldenburg 55, Nürnberg 43, Hagen 41. Frankfurt a. O. 35, Gießen 30, Frankfurt a. M. N. Schwerin *27, Braun- schweig 24, Stuttgart 21, Holberüadr 19, Bauten in Solingen 14, Dresden 9, Berlin 5, C hemmst und Königsberg 3. Weich blieben die Zahlen in Aachen, die Teuerung fiel dagegen in Hamburg um Punkte, in Magdeburg um 8. Dortmund 15, C^n 16, Lübeck 20, Heilbronn 41, in Herford sogar um 138.
— Die tatsächlichen ErmeansKchte« für 1921. Ein Berliner MiriagsÄlatt drackre mit großer AmnmÄung die ansseherterregende Nachricht über eine Reksrdrrnre 4021 in Deutschland. Danach sollte im Durchschnitt der diesjährige Ernteertrag doppelt so Sock M schätzen -er», als z. B. während der SriegsiaSre usw. Eine LeivKger Zeitung bat sich an zuMn-iger Stelle erfnuW und die Antwort erhalte«, -aß die Nachrichten, Über 6k E-e- aussichten 1921 in dieser Form zweifellos «SertrieSe« sind Mit BeWmmtSeit konnte nur gesagt werden, da« man in diesem Jahre eine ante Ernte erhoffe. W'e in Wirklichkeit aber die Ernte ausfallen. wird, dornver konnte noch nichts gesagt werden. In einzelnen in^ des Reiches wird sogar wegen der übernnmrgen ^3c mit einer schleckten Getreidesrute zu rechnen irm. Was die Kartoffelernte betrifft, so kann sogar ,etzr «»hk Bestimmheit gesagt werden, dau sie mckr w zur au-- fallen wird, und zwar ebenfalls we-,Ml der herrschenoeu großen Dürre,. - - -- - — -
-n» Hersfeld. (Schöffengericht.) Der Schreiner G. aus Niederthalhausen war angeklagt, einen Rot- buchenstamm entwendet zu haben. Der Termin wurde zwecks Vernehmung von Zeugen auf den 4. August vertagt. — Der Bahnarbeiter E. A. und der Auszüger I. H. A. aus Meckbach standen wegen körperlicher Mißhandlung vor Gericht. Der Angekalgte E. A. wurde freigesprochen, I. H. A. wurde zu einer Geldstrafe von 50 Mark, an deren Stelle im Nnvermdgens- falle für je 10 Mark ein Tag Gefängnis tritt, und zu
den durch ihn entstandenen Kosten verurteilt. — Der Schweinehändler H. G. von hier hatte feine Hühner in den Anlagen frei umherlausen lassen und erhielt dafür einen Strafbefehl in Höhe von 16 Mark, gegen welchen G. richterliche Entscheidung beantragte. G. wurde zu einer Geldstrafe von 9 Mark bezw. 1 Tag Haft und zu den Kosten des Verfahrens verurteilt. — Der Oberpostsekretär M. hatte einen Strafbefehl von 9 Mark erhalten, weil er seine Gänse in der Bärengasse frei umherlaufen gelassen hatte und diese in einen anliegenden Garten gedrungen waren. M. behielt die ihm auferlegte Geldstrafe und bekam die Kosten des Verfahrens noch dazu. — Der Arbeiter Pf. Bl. von Rotenjee war angeklagt, dem Uorstfiskus Nutzholz entwendet zu haben. Der Angeklagte wurde zu einer Gefängnisstrafe von einer Woche und zu den Kosten des Verfahrens verurteilt. Der Angeklagte erhielt, da er noch nicht vorbestraft war, eine Bewährungsfrist von 3 Jahren mit Aussicht auf Straferlaß zuerkannt. In letzterem Falle hat der Angeklagte eine Buße von 100 Mark in zwei Raten zu zahlen. — Der Angeklagte H. E. hatte einen Armeerevolver in Gewahrsam ohne der Ablteferungspsticht nachzukommen. Diesen Revolver hatte E. seinem Freund R. zur Benutzung gegeben, bet welchem derselbe bet einer Haussuchung vorgefunden wurde. Die Angeklagten wurden zu je 50 Mark Geldstrafe, an deren Stelle im Unvermögensfalle für je 10 Mark 1 Tag Gefängnis tritt, und zu den Kosten des Verfahrens verurteilt. Den Angeklagten wird eine Bewährungsfrist von 3 Jahren bewilligt. Sie haben in diesem Falle eine Buße von 100 Mark, welche in zwei Raten zu zahlen ist, zu entrichten. — Der Weber H T. war beschuldigt den Kläger A. M. vorsätzlich körperlich mißhandelt zu haben. Der Angeklagte wurde wegen Körperverletzung zu 310 Mark und der Kläger auf Grund der Gegenklage wegen Beleidigung zu 50 Mark, an deren Stelle im Unvermögensfalle eine entsprechende Freiheitsstrafe tritt, sowie zu den Kosten, mit “' der Angeklagte und w der Kläger, verurteilt.
§ Hersfeld. Das Ergebnis des für das Ober- id) le fter HilfSwerk veranstalteten Abends im Kurpark belauft sich auf 5430,97 Mark.
8 Hersfeld. Das Gauwetturnen des Ober- fulda-Werra-Rhön-GaueS findet am 30., 31. Juli und 1. August in Geifa statt. Hierbei wird auch wieder der Wettkampf um den Ehrenwanderpreis des Herrn Arnold Rechberg ausgefochten und ebenso erfolgt die Austragung des Ehren-Wanberschilöes des Herrn Kultusministers.
§ Hersfeld. Wie wir einem Bericht in der „Bolks- stiyrme" über eine Parteiversammlung hier entnehmen, begrüßte daselbst Herr Schnabrich in erster Linie den neuen Landrat für den KreiS Hersfeld, den Genossen Regterungsrat v. Harnack auS dem Kultusministerum, und sprach die Hoffnung aus, daß die Amtsübernahme recht bald erfolgen möge zum Wohle des Kreises.
-m- Friedewald. Ein seltener Genuß soll den hiefigen Einwohnern ».denenderUmgebung amnächsten Sonntag hier geboten werden. Das HerSfelder Licht- schauspielhaus hat es unternommen, auf dem hiesigen Schloßhof ein Freilicht.Vorstellung, wie diefe bereits mit großem Erfolge im Hersfelder Kurpark stattfinden, zu veranstalten. Zur Vorführung kommt ein prächtiges Lustspiel, bei dem sich ein jeder köstlich »««fierv-dnv. -^^^1^13^
daß das Hersfelder Lichtschauspielhaus für seine große Mühe auch entsprechend entschädigt und veranlaßt wird, derartige Vorstellungen öfters hier zu geben.
§* Caflel. Die Zustände» in dem aeue» stä-tische« Schwimmbad sind derart geworden, daß Sie Schutzpolizei einen verschärften Ueberwachungsöienst einrichten mußte. Eine ganze Anzahl Streifen werden allabendlich nach der Fulda entsandt, die Dienstag und Mittwoch wiederholt Gelegerkbeit hatten, eingreifen zu müssen.
^ In Weimar bei Caffel wurde Mittwoch nachunttag ein Landwirt von seinem Pferde geschlagen. Der Landwirt erlitt einen Beinbruch und schwere innere Verletzungen. Er mußte nach CaM ins Krankenhaus gebracht werden.
6? In dem Konflikt der Angestellten der Herkules- bahn mit der Direktion wurde 'Itittwoch nachmittag durch das Schiedsgericht daS Urteil gefällt. Währen- das Urteil von der Aktien-Gesellschaft angenommen wurde, lehnten die Sirbeiter es ab. Der Streit dauert an. Auch im Streit der Werkmeister der TextiliuSnitrie ist noch keine Aenderung eingetretsn.
^ Beim Abbruch eines Halzschnppens in der Nähe von Krageuhof ftürnes Zimmerienie ab: dabei erlitt einer s» schwere Berleyuugen. daß er bald darauf im Roten Kreuz verstarb. Der andere kam mit einem Beinbruch davon.
«5 Die Polizsiverwattun« Weilbnr- ist mit der Kasseler Schutzpolizei verbunden worden. Die zweite Hundertschaft der Weilburger Schutzpolizei ist nach Fabel über führt worden. Die dritte Hunderrtchafr wurde Hers- feld zugeteitt. Die gesamte Tasseter Schutzpolizei ist nunmehr dem Polizei-Oberwaklnmeister von Buch unterm stellt worden, nachdem Ma-or von Ruppert, der Organisator der Kasseler Schutzpolizei, aus dem Dienste aais-' getreten ist.
— „Ick kann es nicht zugeöen. aber auch Nicki beftrei- ten," so äußerte sich vor Gericht der Händler H., der wegen vorsätzlicher Sackbeichädtgung unter Anklage gestellt war. H. wurde beobachtet, wie er in betrunkene in 8ustände mit einem Beil seinem Hauswirt eine große cheibe eimdUmt Wegen Sachde-ckädignng muß er nun noch 100 Mark Getbftrirse und die Kosten bezahlen.
— Der Bm«» Dentscher Milttära«wärter, e. V., in Berlin, der aus eine ÄNäAcige Tärigkeir znrückbticken samt, hält seinen diesjährigen Bundestag ant 4.^ 5. und
6. August in Caffel in den Räume« des «Kasthofs »um öackerbrau ab.
Back«. Mir Rücksicht auf den ausierordeniltch nngün- ftigen Geschäftsgang in der üa!Industrie sollen die beiden PsftüWjer ja Wemgeutaft und Mausbach im Eisenocker Oberland am 1. August miedet ausgeboben »«erden.
Fnlda. Gegen das Fußballspielen auf den Straßen find vielfach Klagen laut geworden. Die Polizei greift nun feste gegen dieses Spiel, durch das der Fußgänger- und Fuhrwerksverkehr gestört wird, ein. Einem hiesigen Einwohner waren dieserhalb für seinen lsjährtgen Sohn zwei polizeiliche Strafmandate über
je 30 Mark -»gegangen. Die Strafe erschien ihm zu hoch urkb er erhob Einspruch. Das Schöffengericht erkannte auf 40 Mark Strafe und legte dem Verurteilten auch die Kosten des Termines auf.
Fnlda. Durch einen wildgewordenen Bullen wurden ein Schweizer und der 24jährige Sohn des Gutsbesitzers Walter in Kohlhaus schwer verletzt,
— Der Kreistag des Kreises Fulda beschäftigte sich zum zweiten Male mit der Erhebung von Zuschlägen zur Grund-, (tzebäude-, Gewerbe- und Betriebssteuer' iür das Rechnungsjahr 1921 zwecks Abtragung der Bauzinsen und der Ueberteuerung des Fernleitungsneyes für das Ueberlandwerk. Nach einer längeren Debatte fand Annahme ein Zentrumsantrag, als Nachtragssteuer zur Deckung der Ueberteuerungskosten des Ueber- landwerkes zu erheben für 1921 je 250 Prozent Grund- und Betriebssteuer: 125 Prozent Gewerbesteuer und 100 Proz. Gebäudesteuer. Statt der ursprünglich zu deckenden Neberlandwerkkosten von 813810 Mark können durch diesen Antrag nur etwa 500 000 Mark ausgebracht werden. Insgesamt kommen somit zur Erhebung je 750 Prozent Grund- und Betriebssteuer, 025 Prozent Gewerbe- und 600 Prozent Gebäudesteuer.
Gcrsfclb iRhön). Die Oberpostdirektion Wurzburg beabsichtigt, den infolge des Krieges eingestellten Postverkehr Bischofhheim— Gersfeld wieder einzurichten und hierdurch einem vielfach geäußerten Wunsche zu entsprechen.
Traisbach (Rbön). Bei einem starken Gewitter und heftigen Regengüssen schlug der Blitz in die Scheurre eines Landwirts, äscherte diese ein und ergriff auch Stall und angrenzende Gebäude. Mit knapper Not gelang es, das Vieh zu retten. Der Schaden ist sehr groß.
— Wildschweine richten hier mrf den Kartoffel- und Weizenfeldern recht viel Schaden an. Auf lange Ttrek- ken sind Weizenfelder nmqewälzt und ausaewühlt.
K Frankfurt. Die Preisgestattung für Obst hat in diesem Jahre eine Form angenommen, die dringend energifdieu Einspruch der zuständigen Behörden erfar- dert, Was soll man sagen, wenn an der Bergstraße beim Erzeuger der Zentner Zuckerbirnen mit 100 120 Mark bezahlt wird und dieselben Birnen nad) knapp zweistündigem Bahntransport 250 Mark kosten. Ganz ähnlich liegen die Dinge bei den Pflaumen, die in den meisten Fällen mit Ausschlägen von 100-150 Prozent gehandelt werden.
- Die Maschinenfabrik Augsburg-Nürnberg bar eine Belohnung von 50 000 Mark zur Ermittlung von Ak- tienfälschern ihrer Fabrik ausgesetzt.
-r Ein Ptetzgermeister aus Oberursel wollte ein Rind nach Frankfurt auf den Ptarkt. fahren. Unterivegs scheute das Pferd vor einem Motorrad, und der Wagen kippte um. Bei dem Versuch den Wagen aufzurickten, fiel der Metzgermeister unter das im Wagen befindliche Rind, das ihm den Brustkorb eindrückte. Der in den besten Mannesjahren stehende Metzger erlag bald seinen schweren Verletzungen.
4- Zwischen der Einwohnerschaft des Borortes Eichers- beim und dem Magistrat ist ein schwerer Konflikt aus- . gebrochen, da der Magistrat verlangt, der seitherige Eschersheimer Friedhof solle geschlossen werden und die Toten auf bem Frankfurter Hauvtfriedbvf beigesetzt werden. Nunmehr hat die E'chersheimer Bürgerschaft in einer Protestversannnluna beschlossen, in keiner Weise dem Bernangen des Magistrates nachzugeben, vielmehr Klage beim Bezirks-Ansschuß zu erheben.
+ Zwischen Hanau und Offenbach bat man in den letzten Tagen eine Unmenge toter Fische beobachtet, dio auf dem Main schwammen. Altscheinend hat wieder eine Fabrik ihre ungeklärten Abwässer in den Fluß laufet* lassen, wodurch der Fischerei schwerster Schaden zugesngb wird.
schlüge verhafteten Kowmuuiste« beginnen unter dem Borsitz von Dr. Schmidt-Blanke am 25. Juli.
— Das Frankfurter Maschiniste«- and Heizerpersoual ist ausständig, so daß die gesamte Rhein-Schi nahn sttS- liegt. Auch im besetzten Gebiet beharrt man, entgegen dem Befehl der Rheinlandkommission in Koblenz, tm Ausstand.
Mainz. Heute früh 5L» Uhr wurde auf dem großen Sand bei Gosenheim der Raubmörder Mohamed Ben Achmed von der 1. Maschinengewehr, kompagnie im 63. marokkanischen Schützen-Regiment, der am 27. Mai d. Js. vor dem Kriegsgericht beim Hauptquartier der Rheinarmee wegen Raubmordes an dem Kaufmann Burkhardt in Höchst a. Main zum Tode verurteilt worden war, erfchosieu. Die Exekution dauerte nur einige Sekunden. Der Delinquent war sehr kaltblütig, bis ihn die Kugel niederstreckte. Zugegen waren Vertreter der Presse, der OberstaatS- anwalt von Wiesbaden, Vertreter der Stadt Höchst a. M. und ein Schwager des Ermordeten.
Elsenaw. Eine Komnnlnoi! negab um naiv Weimar,? um in der Landgerickissrage in letzter Stunde nochmals mit den ^andlau^abaeordnelen ,vü^^u^^ zu nehmem
— Das gemeinschaftliche Schwurgericht Etsenach - Gotha verhandelte gegen die Händler H. und R. aus Fnlda wegen MnuzverbreckenS. Die Angeklagte» nn» befchnldigt, Mitte Januar 1921 falsche Fünszig-Mark- scheine in Verkehr gebracht Fn babeu. Die Angeklagten bcitreiteu ihre Schuld. Das Urteil lautete -regen H. auf Freisprechung, gegen 9i auf Fahr Geiänanis.
— In seiner letzten Sitzung beschäftigte sich der IV= meinderar eingehend mit den Fiuauznöteu des Etse» nacher Tia-ttheoters, das während der Winter,pielzeii einen Fehlbetrag von 2tzM Mark und während der. aeqenwärtiaeu Sommerspielreit bereits einen solchen von 55 000 Mark zu verzeichnen hat. Die KorpemMatt bewilliate einen ZuichuL von 6*i 006 Mark.
— Durch die QuSkrrhilK erhielt die sradt Eneuaciß innerhalb eines Fadres Lebensmittel im Weifte vmt, über eine Million und aus der Smerifabtlfe solche hn Werte von 362 000 Pkark. ... .u
Flmeuau. Hier wurden drei Eivdrecker ermittelt, drK in Roda, Netküß und Martinroda Einbrüche verübt "Sckmarkalden. Hier mol(fe:t Reickswehrfol-ate« einer« einen Besuch abstatten. D as hat die Unabhängigen so erregt, dad sie forderten, die Truppen möchten ander» wettili Unterkunft suchen. -
Gbilsirgeu. Nur dem GoUinger Schützenplatz tust sich eine furchtvare Eifersuchtstragödie ereignet. Bereits a>n Sonntag hatte die Ehefrau eines hiesigen Scblachter- aesellen mit einem Arbeiter in dem Tauzzelt au' dem Schützenfeuplatz getanzt, was dem Ehemann hinierbrachc wurde. Es kam zu einem Handgemenge zM'chen den beiden Männern, wobei der Arbeiter schließlich feinem Gegner das Messer entriß und es ihm mit aller Wucbt in die Brust stieß. Der Sdilacbtergefelle brach tot zusammen.