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Aus der Heimat.

3«h« Gebote für bethe Tage.

1. Stehe früh auf, lüfte zeitig das Bettwerk und schließe spätestens gegen 7 Uhr die Fenster und Läden.

2. Im Ztmmer lasse Wasser verdunsten in mög­lichst zahlreichen und flachen Gefäßen und du wirst über die angenehme Kühle erstaunt sein.

3. Bet Spaziergängen trage leichte Kleidung und in praller Sonnenhitze eine ebensolche Kopfbedeckung.

4. Beim Trinken vermeide alle Haft und kühle dich erst gehörig ab. Das Durstgefühl läßt ganz be­deutend nach, wenn man einen Schluck Wasser solange im Mund hält bis er warm geworden ist.

6. Plötzliche kalte Bäder an heißen Sommertagen können den Tod zur Folge haben. Abkühlung des Körpers und eine schnelle kalte Abreibung der Arme und Brust ist dringendes Erfordernis.

6. Am Abend nach Untergang der Sonne öffne alle Fenster und Türen und lasse sie während der Nacht möglichst offen. Alle übermäßig warmen Decken beim Schlafen sind zu vermeiden.

7. Sei vorsichtig mit Speisen. Unter keinen Um- ständen dürfen leicht verderbliche Lebensmittel der Sonnenhitze ausgesetzt werden. Der jetzt unbenutzte Himmerofen ist für kleine Gegenstände eine vorzügliche Kühlstätte.

8. Habe ein besonderes Augenmerk auf Magen und Mohlbefinden der Säuglinge. Hitzewellen haben fast stets größere Säuglingssterblichkeit zur Folge. Die junge Mutter stille ihr Kind nach Möglichkeit selbst.

9. Eingetretene Hitzschläge suche bis zum Ein­treffen des Arztes durch Oeffnen der Kleider und Abwaschungen des Kopfes und Körpers mit kaltem

Master abzudämmen.

10. Gedenke auch der Tiere in dieser heißen Jahres­zeit. Vieh, insbesondere Pferde und Rindvieh, aber auch die Kleintiere aller Art der Sonne stundenlang auszusetzen, sie womöglich festzubinden, ist eine arge Tierquälerei. Sorge deinen Haustieren mehrmals

Tage für sauberes, frisches Trinkwasser l

am

Fliegenkrieg

Sie sind eineSommerplage" im wahrsten Sinne Wortes, die Fliegen. Doch bei dem Krieg gegen Fliegen ist ein vollständiger Erfolg kaum zu ver- zeichnen. Wohl aber läßt sich die Fliegenplage sehr eindämmen durch verschiedene Vorsichtsmaßregeln und mancherlei Abwehrmittel.

des Sie

Wer die Lebensgewohnheiten der Fliegen kennt, weiß, daß sie Sonne, Licht und Wärme gebrauchen, wir müssen deshalb die Fenster geschloffen und ver­dunkelt halten, so lange die Sonne auf ihnen steht, außerdem für scharfe Zugluft frühmorgens und spät abends in Wohn- und Schlafräumen sorgen. Die Zugluft können die Fliegen nicht vertragen und ver­treiben sie aus den Zimmern. Da aber, wo die frische Luftzufuhr nicht abgesperrt werden kann, wie in der Küche uud in Vorrats- und Wirtschaftsräumen, muß man die Fenster durch dichtschließende Gazefenster ersetzen, auch müssen wir alle Eßwaren und Vorrät mitr

tun Unnen, nirgends

man Reste liegen lassen. Wenn die Fliegen in Räumen nichts Eßbares finden, werden sie auch Abwehrmitteln viel leichter zum Opfer fallen.

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Diese Fliegengifte und Fliegenfallen sind in schiedenster Art zu haben, aber nicht alle haben sich

gleich gut bewährt. Die Leimtüte und Leimbänder wird ein ästhetisch empfindender Mensch schwer vor Augen haben mögen: eine gleich gute, wenn nicht bessere Wirkung erziehlt man durch eine kozentierte Abkochung von Quassiaholz, die zudem den Vorteil hat, daß sie für den Menschen nicht giftig ist, die Flüssigkeit muß stark versüßt werden, damit ihr bitterer Geschmack verdeckt wird. Sehr gute Ver- tilgungsergebntsse erziehlt man durch Aufstellen von einem Teil Formalin mit zwei Teilen Milch oder Tropfbier gemischt, das man in flachen Schalen auf- stellt. Ein Stück Brot stellt man in die Mitte der Flüssigkeit, aus der es etwas herausragen muß, damit die Fliegen leichter an die Giftflüssigkeit ge­langen.

Will man in der Küche eingedrungene Fliegen rasch vertreiben, so vermischt man Benzoetinktur, Essigsäure und Nelkenöl zu gleichen Teilen mit etwas Kölnischen Wasser, gießt dies auf ein heißes Blech und öffnet dann die Fenster, die Fliegen scheuen diesen Geruch und entfliehen ihm schleunigst. Auch der Geruch von Lorbeeröl ist den Fliegen zuwider, manche Hausfrauen bestreichen daher mit diesem Oel des öfteren Küchenbretter und Speisekammerbörte, lowie in den Zimmern die Beleuchtungskörper, die Hekanntlich einen beliebten Tummelplatz fürs Fliegen- wolk geben.

Wird man aber selbst beim Mittagsschlaf von -vorwitzigen Fliegen, im Hochsommer namentlich, ge. stört so kann man sich gegen diese Ruhestörung schützen, wenn man einen großen Regenschirm auf- gespannt über den Kopf aufstellt, unter ihn kommen Sie Fliegen nicht, weil sie die Dunkelheit scheuen.

* Wie sind die Aussichten der Kartoffelernte?

Daß unsere gesamten Kulturen unter -er furchtbaren Dürre schwer leiden, steht wohl außer allem Zweifel, indeß ist es doch notwendig, vor allzu großem Pessi­mismus hinsichtlich unserer wichtigsten Ernte, der Kartoffeln nämlich, zu warnen. Die Frühkartoffeln sind wohl als abgetan zu betrachten. Hier ist eine richtige Mißernte zu verzeichnen, die auch ein Regen, und sei es der nachhaltigste, nicht mehr aufzuhalten vermag, Senn die Frühkartoffeln sterben in den Wurzeln, wie das dürre Kraut zeigt, bereits ab. Dagegen ist für die Spätkartoffeln noch nicht jede Hoffnung verloren, denn sie zeigen noch überall frisches, lebensvolles Kraut: ja auf schwerem Boden

stehen sie vielfach recht gut. Aber auch im sandigen I Boden vermag ein recht bald einsetzender ausgiebiger Regen noch vieles wieder gut zu machen.

* Ein günstiges Jahr für Jäger wird 1921 sein. Schon der gelinde Winter ist der niederen Jagd sehr zustatten gekommen,Fasanen,Birkwild undRebhühner sind verhältnismäßig in großer Anzahl durch den Winter gekommen und das Brutgeschäft in dieser Zeit ist fast vollendet. Man sieht bereits junge starke ' Völker von Btrk- und Fasanenhühnchen. Auch die Rebhühner haben ihre Gelege tadellos ausbrüten können. Die Hühnerjagd verspricht also vorzüglich zu werden. Die Märzhasen, die ziemlich zahlreich vorhanden sind, haben sich gut entwickelt, unö auch der zweite Satz der Häsinnen wächst infolge der günstigen Witerung schnell auf. Auch die Rehe haben gut gefetzt. Wer indessen an eine Verbilligung der Wildpreise zu denken wagt, wird sich grimmig ent­täuscht sehen. Die ungeheuere Steigerung der Jagd- pachtpretse wird trotz des reichlichen Wildbestandes eher noch eine Preissteigerung zur Folge haben.

Zur Förderung der Pflege der schule«tlasse«en Jugend sind in den preußischen Staatshaushalt für 1921 als Beihilfe für Veranstaltungen 6 Millionen Mark eingestellt. Es sollen alle Jugendvereinigungen berück­sichtigt werden, denen es nicht um parteipolitische, son- rmr ernstgemeinte erzieherische Beeinflussung ihrer lieber auf körperlichem, geisttgem und sittlichem :t zu tun ist. Der preußische Wohlfahrtsminister

Hern

Mitglieder auf körperlichem, geisttgem und sittlichem Gebiet zu tun ist. Der preußische Wohlfahrtsminister weist hierbei darauf hin, daß die Jugendpflege sich auch der werktätigen Mitarbeit der Jugend bei der Herstel­lung von Geräten und Haushaltungsgegenständen wid­men kann. Das trifft auch auf Sport-, Turn- und Rn-

dervereine zu.

Ma« versorge sich jetzt mit Brennstoffen! Der Reichskommifsar für die Kohlenverteilung weist darauf hin, daß die Brennstoffe für den Hausbrand von den Verbrauchern nur sehr spärlich abgenommen werden, obgleich Brennstoffe für den Hausbrand, soweit sie öf­fentlich bewirtschaftet würden, außer Kohlen, in genü­gender Menge vorhanden sind, um.die Bevölkerung im Rahmen des Kontingents für den kommenden Winter damit zu versorgen. Daß die Preise für den Hausbrand nächstens abgebaut werden, ist ntcht zu erwarten, im Gegenteil wird man damit rechnen müssen, daß mit der Erhöhung der Kohlensteuer auch die Kohle wieder teu­rer werden wird. In den Wintermonaten wird außer­dem die Abfuhr ungleich schwieriger werden. Der Reichskohlenkommissar empfiehlt deshalb dringend, sich jetzt mit Brennstoffen zu versorgen.

Zeh« goldene Reges« des Waldschutzes sind von der Deutschen Gesellschaft zur Pflege des Waldes auf­gestellt worden. Ihre Befolgung wird währerrd der bereits eingesetzten Hauptwander- und Urlaubszeit, die für den Wald nicht immer erfreulich ist, den Wandern­den eindringlich ans Herz gelegt: 1. Schont die Ge­wächse des Waldes, denn sie sind ein Schmuck der Ge­gend und sollen noch viele erfreuen und neues Leben bilden. 2. Ein bescheidener Blumenstrauß ist jedem gern gestattet, doch dürfen nicht Zweige abgebrochen, Bännic verstümmett und die Pflanzen mit den Wur­zeln ausgerissen werden. 3. Jungwüchse und An­pflanzungen bedürfen der Schonung. 4. Werst kein Papier, keine Eierschalen usw. in den Wald: es sollen sich auch noch andere nach euch an oder in dem Walde erfreuen. 5. Vermeidet vor allem das Fortwerfen von Flaschen, Glasscherben usw.; herumliegende Glas­scherben haben schon oft Unheil angerichtet. 6. Vor­sicht beim (an und für sich verbotenen) Rauchen, befon- ders bei ______ M»o in oer Nahe junger

. Keine glivnnenöe Zigarre, kein bren­nendes Zündholz fortwerfen. 7. Stört nicht die Tiere des Waldes, freut euch an ihnen. 8. Schonet die Vo­gelnester. 9. Laßt den Hund nicht jagen. 10. Der Wegweiser sei eurer Schonung empfohlen, er soll umh anderen nach euch Rat erteilen: er ist ein Freund der Wanderer.

8 Hersfeld. Auf die heute Abend im Kurpark stattfindende Veranstaltungen zum Besten des O ber- schlefier-Hilfswerk möchten wir noch einmal ganz besonders Hinweisen. Möge ein jeder zur Linderung der entsetzlichen Not dieser Bevölkerung beitragen.

§ Hersfeld Die Abteilung der Schutzpolizei, welche hier in Hersfeld untergebracht wird, trifft morgen früh 7 Uhr ein.

§ Hersfeld Dem heutigen Schweinemarkt waren 175 Stück Ferkel aufgetrieben, Läufer waren keine vorhanden. Die Preise für 4 Wochen alte Ferkel betrugen 100 Mark, für 6 Wochen alte Ferkel 140150 Mark. Der Handel war schleppend, da nur ganz wenig Käufer erschienen waren

Hersfeld. Einem hiesigen Arbeiter sind auf seinem Acker etwa 50 Stöcke Kartoffeln ausgerissen worden. Da es sich nm Spätkartoffeln handelt, sind die Spitz­buben nicht einmal recht auf thre Kosten gekommen, denn die meist noch unreifen kleinen Knollen haben sie liegen lassen. Solchen gemeinen Dieben gehörte einmal eine exemplarische Strafe.

Friedewald. Einen empfindlichen Verlust erlitt der hiesige Gastwirt Meurer dadurch, daß ihm in der Nacht vom Sonntag zu Montag ein Betrag von un­gefähr 4006 Mk, sowie eine goldene Damenuhr und eine goldene Herrenuhr gestohlen wurde. Dem Täter ist man auf der Spur.

Rommerode. Die Rommeroder Chamottefabrik der Grotzalmeroder Tonwerke A. G die mit allen Erfordernissen eines neuzeitlichen Großbetriebes auS- gestattet war, ist gestern ein Raub oer Flammen ge­worben, Die Brandursache konnte bis jetzt noch nicht ermittelt werden. Der Schaden ist natürlich sehr er. Heblich und dürfte sich in die Millionen belaufen Die etwa 200 Mann starke Arbeiterschaft des BerkeS wird mit Aufräumungsarbeiten beschäftigt.

Gaffet Im Regierungsbezirk Gaffel sind dreizehn er­ledigte, zur Seit meist auftragsweise verwarteie Schul- fteaex zu besetzen. Es handelt sich daber um ie sechs Stellen für evangelische und katholische Lehrkräfte: eine Swlle ist für einen israelitischen Lehrer. .

= Eine Versammlung der Terttiwerkmeister sanft int Saale des Gewerkschaftshauses statt. Die Versammlung nahm nach einem Referat des Verhandln,ngsleiters Bel.- nard eine änßerst scharfe Wendung an, rüdem sämtliche Redner verlangten, infolge der Weigerung der Arbeit­geber die geforderten Gehaltssätze anzuerkeunen, sofort in den Streik cinzutreteii. Der Vertreter der Arbetter- fchaft gab die Erklärung ab, daß die. Text,larbeiterschast diesem kommenden Kampf solidarisch , geaenüberttebe

uno es ganz entschieden ablehne, in irgend einer Weise die Arbeit der Streikenden zu verrichten. In einer ge­heimen Abstimmung wurde hierauf von 124 anwesen­den Werkmeistern aller beteiligten Orte der Streik mit 119 Stimmen beschlossen. Auf dringende Mahnung der Verbandsleitung, und da sich herausgestellt hatte, daß viele Firmen noch mit ihren Leuten verhandelt und günstige Angebote gemacht hatten, wurde beschlossen, an alle Arbeitgeber und an den Arbeitgeberverband noch­mals ein letztes Ultimatum zu richten. Wird die For­derung abgelehnt, so soll der Streik in allen TextUbe- trieben beginnen.

Ein Preßprozeß wurde in der Berufungsinstanz vor der hiesigen Strafkammer verhandelt. Wegen eines ArtikelsPrinz, Rhodin Brill" im hiesigenVolks­blatt" war dessen verantwortlicher Leiter Tejessy von RechtSanwalt Brill verklagt und im Februckr d. J. we­gen öffentlicher verleumderischer Beleidigung zu einer Haststrafe von einer Woche verurteilt worden. Die Strafkammer als Berufungsinstanz hob dieses Urteil auf und verurteilte T. nach dem Bericht desVolks- vlattes" wegen formaler Beleidigung zu 400 Mark

Geldstrafe.

Rentner Emanuel Spiegelberg, lange Jahre in Amerika ansässig, feierte in Rüstigkeit seinen 84. Ge­burtstag. Bei dieser Gelegenheit hat er einen großen Betrag zur Verteilung an Casseler notleidende Fami­lien, ohne Unterschied der Konfession, gestiftet. Außer­dem überreichte er 25 000 Mark an Oberbürgermeister Scheidemann zur Verwendung für Casseler kranke und erholungsbedürftige Kinder.

Ueber Hnndcdiebftiihlc in unserer Stadt ist schon wiederholt berichtet worden. Kürzlich glückte es nun, einen derarttgen Menschen der Tat zu überführen. Zwei Wochen Gefängnis trug dieHundeliebhaberei" dem Angeklagten ein, doch billigte ihm das Gericht wegen der bisherigen Unbescholtenheit Strafaussetzung zu.

Wegen Beleidigung eines Beamten der Schupo wurde ein 24jähriger E. zu zwei Wochen Gefängnis ver­

wiederholt berichtet worden. Kürzlich gli einen derartigen Menschen der Tat zu übe:

urteilt. -_____. ... . . _ ___________

+ FnlSa. Im schönen Diebertal ist ein neues Theater« borf entstanden. Die Ortseinwohner von Langenbieber haben in mühseliger Arbeit unter Leitung des Drama­turgen des Bühnenvolksbundes Dr. Werner E. Thor- mann ein von Leo Weismantel verfaßtes Heimatsptek Fürstbischof Hermanns Rhönfahrtt einstudiert. das am letzten Sonntag erstmalig aufgestihrt wurde. Die Bühne ist im Freien recht idnllisch gelegen und die Ortsein­wohner, über 200 an der Zahl, sind mit vorbildlichem Eifer bei der Sache.

Ein von der Regierung in Casiel an die Stadtver­waltung gerichtetes Schreiben verneint die Frage, ob die Stadt Fulda im Verpachtungstermin für die Do- mäue Zielatz als Bieterin zuzulaffen sei. Die Weiter- verpachtung der Domäne erfolge aus dem Gesichtspunkt der Erhaltung der Domäne als einheitlicher landwirt­schaftlicher Großbetrieb und als Milchlieferant für die Stadt Fulda. Sie sei also nachhaltig zu bewirtschaften, was von der Stadt nicht erwartet werden könne.

Brendlorenze« (Rhön). Einem vierjährigen Kinde wurde durch die Lokalbahn ein Bein abgefahren. Das andere Bein wurde schwer verletzt.

Marburg. Der Direktor des pharmazeuttsch-chemischen Jnstttitts. Pros. Dr. phil. Johannes Gadamer, wurde zum Rektor der Universität für das Universttätsjahr 1921/22 gewählt.

Den Feuerwehren der an den Burgwald grenzeL-" den Orte, gelang es, den bereits am Donnerstag aus-' gebrochenen und am folgenden Tage durch den Wind wieder aufaelebten Waldbrard zu dämmen. Man spricht _ "-""'»-"- ist. Es

wird böswillige Brandstiftung vermutet. <

< Wchrhanken b. Marburg. Seit einigen Tagen wü­tet hier die Maul- und Klauensenche. Einem Landwirt hat sie schon den Verlust von 9 Stück Rindvieh gebracht.

Aus Oberheffen. Von Wilddieben erschollen wurde abends der vertretungsweise diensttuende, seit einigen Jahren pensionierte Förster Maul von Weinn gs tu dem in der Gemarkung Merkenfritz gelegenen Walde.

Dieser Tage fand zum ersten Male wieder seit dem Krieae eine Pfarrsamilien-Konfereuz auf dem Hohe- rodskopf statt. Hofprediger Widmann-Gedern hielt einen Vortrag überBaltisches Märtmennm", in wel­chem die geschichtliche Entwicklung der evangelischen Kirche im Baltenland und ihre nirdMbare Leidenszeit unter der blutrünstigen Bolschewistenherrschaft geschil­dert wurde.

Bad Homburg v. d. H. Auf der Fohlenrveide bei Dorn- bolzhanlen lösten nachts unbekannte Täter die Verkop- pelungen. Die in der Weide untergebrachten 20 Rinder entliefe« in die nahen Wälder und konnten bis heute nicht wieder eingelangen werden.

-!- Frankfurt. Infolge der Erhöhung der Bälmpreise am 1. Juni hat eine solche Frequenz der vierten Wagen- klasse eingesetzt, daß der für diese Klasse vorhandene Wagenbestand nicht niedr ausreicht. Man ist deshalb in weitgehendem Maße dazu übergeganaen, 3. Klasse- Wagen mit einem Schilde zu verleben und sie als Wagen vierter Güte zu benutzen. Nach Auskünften an den hie­sigen Fahrkartenschaltern ist die Beuntznug der dritten Wageuklane uni über 40 Prozent zurückgegangem

+ In der letzten Zeit wurden hier von dunklen Ele­menten mehrfach Zigarrenaeschäste in ganz aussichts­loser Lage ins Leben gerufen, die bann gegen einen hohen Aufschlag an Leute versauft wurden, die sich eine Existenz zu gründen suchten. In einem Falle wurde einem Kriegsinvaliden der Betrag von 6000 Mark für die Uebernahme U? leeren Ladens gefordert und auch bezahlt. Das Geschäft brächte dann eine Tage^dimabme von sage und schreibe 80 Mark. f

Gewitter.

Es ballen dunkle Wolken sich zusammen, Der Sturmwind sich erhebt und braust mit Macht, Und aus der grellen, schnellen Blitze Flammen Und aus dem Donnerschlag, der niederkracht, Ertönet Thor, des Wettergottes Stimme; Er schwingt jetzt kraftbeseelt den Riesenhammer, Erschreckend die Natur mit seinem Grimme, Verscheuchend Mensch und Tier in dunkle Kammer!

Ein scheues Böglein fliegt noch nach dem Neste, Schon fällt der Regen nieder, tropfenweise Fetzt strömt er machtvoll von der Himmelsfeste, Zu krönen Arbeit mit des Segens Preis. Die Waldesbäume seligschauernd rauschen, Sie trinken gern Gewitterregens Kühle. Die munteren Frösche in dem Teiche lauschen, Und eine Unke klagt im schlammgen Pfühle.

Armin Kraft.