! hersfelöer Tageblatt
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Kranz Kunk in Hersfeld. Kernfprecher Nr, S. :
hersfel-Le Kreisblatt^ s"™; “ ,,
Amtlicher Mnzeiger für den Kreis hersfelö : 8 JunL Buchdruckerei in herss
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j von e«dwig Junta Bochöruckerei in Hersfrlö.
Nr. 150
Donnerstag, den 3V. Juni
19581
! AerlHörlyng des lcohlenaiklals. b Die „Times" melden: Die Alliierten haben Deutschland zu Verhandlungen Wer die Neuregelung Wer Kohlenlieferungen eingeladen. Bon der Entente ist sin Aussicht genommen, die bisher von Deutschland gelieferte Kohlenmenge von 2 Millionen 200 000 Tonnen -auf 2 Millionen 000 000 Tonnen pro Monat zu erhöhen.
Während in Deutschland der Kohlenmangel infolge Der Ruhrkohlenlieferungen an die Entente und der Absperrung des Kohlenbezugs aus Oberschlesien seit Anhang Mai, jener Zeit, wo in Oberschlesien die polnischen Unruhen ausgebrochen sind, immer größer wird und zu 'starken Einschränkungen der Belieferung der Industrie, senbahn, Gas- und Eelektrizitätswerke geführt hat, rlangt nun die Entente noch eine Erhöhung der bis- r in ihrem Umfange uridurchführbaren Kohlenliefe- gen. Die monatlichen Lieferungen, die zunächst 2 Zonen Tonnen betrugen, dann auf 2 Millionen 000 Tonnen heraufgesetzt wurden, sollen abermals rz beträchtlich erhöht werden. Es ist bekannt, daß es ... s trotz größter Anstrengung bisher nicht gelungen tit, Die monatlichen Pflichtmengen voll zu liefern, und da» 'besonders in den letzten Monaten nach Einstellung der Äleberschichten die Lieferungen hinter dem monatlichen Soll erheblich zurückgeblieben sind. Natürlich wird die -Lieferung dieser Rückstände von der Entente nachver- Mngt. Es steht fest, daß Frankreich und Belgien einen -beträchtlichen Kohlenüberflutz haben und —“ y*™
Schwierigkeiten die Kohlenvorräte aufstapeln oder ab- getzen können. Infolge des Kohlenstreiks besteht zwar in England ein Mangel an Kohlen, aber Der Streik ist Jetzt nach einer amtlichen Reutermeldung beigelegt wor- - Den, und die Arbeit wird am 4. Juli wieder aufgenom- -men. Es ist damtt zu rechnen, daß aus diesem Grunde , ^französische Kohlenlieferungen nach England nicht mehr lange in Frage kommen; denn nach einigen Monaten ; -dürfte auch England wieder überreichlich mit Kohlen
ltz Frankreich unk erfluß haben und chlenvorräte aufsi
nur mit großen
versorgt fein.
Dagegen besteht, wie schon oben erwähnt, in Deuttch- i ckand ein großer Kohlenmangel. Handelsmtnister Fisch- . Deck hat am Dienstag in einer Sitzung des Hauptaus- Musses des Landtages darauf hingewiesen, daß die Kohtenknappheit sich noch in großem Maße verschärsen _ werde. Die Förderung habe betragen im Januar 7,8 Millionen Tonnen, d. s. 82/7 Prozent der Friedensför- im Mai war rie sogar bis auf 6,7 Millionen sonnen gesunken. Infolge der schlechteren Arbeitsbedingungen sei im Sommer mit einem weiteren arbeitstagltchen Ausfall von 40 000 Tonnen zu rechnen. Dies find Zahlen, die uns die Trostlosigkeit unserer Kohlenversorgung Deutlich vor Augen führen. Dementsprechend ist denn such die BeUcseruug der Industrie und der lebenswichtigen Betriebe zurückgegangen. Die Gasanstalten tot Reiche sind nur mit durchschnittlich 60 Prozent ihres eingeschränkten Bedarfs beliefert worden. Bei den Elektrizitäts- und Kraftwerken ist ebenfalls die Bekiefe- mitß weiter stark eingeschränkt worden. Zum Terl Huben Sie Elektrizitätswerke Strmnsperrungen vornehmen müssen, zum Teil sind, um den Betrieb überhaupt noch -aufrecht zu erhalten, die Rücklagen für den Getreide- Drusch angegriffen worden. Ebenso haben sich die Befände der Reichseisenbahn stark vermindert. An Bun- ker^ohleu für die Schiffahrt herrscht ebensalls großer Mangel. Wenn die jetzigen Zustände weiter,andauern, dann müssen sie bald zu einer völligen EntblvMNg Deutschlands vmr Kohlenreserven führen. Dabei wird «der von uns eine vermehrte Produkttorr zur Erfüllung -des Londoner Ultimatums gefordert. In Anbetracht Dieser Sachlage ist die Kohlenbelteserung der deutschen Wirtschaft ein ernstes Probiern, dessen Lösung nicht -allein aus wirtschaftlichen, sondern auch aus polittscheu -Gründen dringend notwendig ist wk.
Protest gegen die Erhöhung der Kohlenlieferuugeu.
»* Berlin. Gegen die von der Entente für den Mo- 5kvli fettaeiet-ien deutschen Kohlenlieserungen von
glaubt, daß vor dem Ende der Verhandlungen Dr. Mathenau nach Paris kommen werde, daß es aber auch möglich sei, daß die deutschen Sachverständigen die notwendigen Direktiven von Berlin erhallen haben, so daß ein Kounnen Nachenaus unnötig sei. Falls Dr. Rathe- nau dennoch komme; werde erwartet, daß er noch ein» mal über ein deutsch-französisches Zusammenarbeiten zum Wiederaufbau Rußlands sprechen werde. Dieser Gedanke hat aber nach Meldungen der französischen Zei- tungen wenig Aussicht auf Verwirklichung, denn das Wort „deutsch-französische Zusammenarbeit" klinge vorläufig noch übel für französische Ohren, und überdies könne Frankreich mit Berlin keine Vereinbarungen treffen, durch die die Interessen anderer Bundesgenossen berührt würden. ■ — -
Der erste Verhandluugstäg. ~ - —
** Der „Temps" meldet über den ersten Verhand- ■ lungstag der deutschen und französischen Sachverständigen in Paris: Die deutschen Vertreter haben ihren Antrag, die Aufhebung der „Sanktionen" in Verbindung mit den Reparationsfragen zu bringen, zurückgezogen, nachdem die französischen Sachverständigen die Erklärung abgegeben haben, daß sie keine Vollmacht zu der Besprechung dieser Frage hätten. Es sei kaum anzunehrnen, daß die Pariser Besprechungen für Deutschland eine wesentliche Abschuiächung der Verpflichtungen bringen werden, wie man in Deutschland noch immer anzuneh- men scheine. Die Heranziehung von deutschen Arbeitskräften für das Wiederaufbaugebiet in Frankreich sei bereits vor der Einleitung der Besprechungen von den französischen Vertretern abgelehnt worden. Ebenso sei die Hineinziehung der oberschlesischen Frage in den Re- parationsvertrag abgelehnt worden.
Beratungen der Wiedergutmachnngskommissio«.
Die Sitzung der Wiedergutmachungskommission am Dienstag in Paris beschäftigte sich nnt den Naturallre- ferungen, die auf das Wiederherstellungskonto angerechnet werden sollen. Frankreich wünschte zu wissen, ob diese Lieferungen von der deutschen Regierung oder von deutschen Privatfirmen ausgeführt würden. Ueber diesen Punkt werden wahrscheinlich nunmehr die deutschen Vertreter ihre Vorschläge einreichen.
Der Gang der Berhaudlunge».
•m- Ende dieser Woche werden die Mitglieder der französischen Garantiekvunnission von Berl'n nach Paris Äurütffcbren. um mit dem iranüllls^ ll Wiederaufbau -
der Einwohnerwehren.
m Anschluß an eine Erklärung der taatsregierung, die die bayeri
schen Einwohnerwehren mit dem 29. Juni im ganzen Lande als aufgelöst erklärte, richtete Forstrat Eschertch eine Kundgebung an die Bevölkerung, in der er der Regierung die Verantwortung der Auflösung der Einwohnerwehr zuschiebt und erklärt, daß er sein Ehre»- amt niedergelegt habe.
der Ein
satz er sein Ehren-
Vor dem Friede» mit Amerika.
Nach dem „Neuyork Herald" hoffen die republikaut- schen Führer im Kongreß, daß die Vereinigten sich mit Deutschland am 4. Juli im Friedenszus finden werden. „Chicago Tribune" bestätigt, d Häuser des Kongresses zu einer Verstau dignng : Resolutroue« Knor und Porter gelangt sind.
Dooge, der Vorsitzende des Senatsausschuffes fm «>«- wärtige Angelegenheiten, sei nach Washington zurückgekehrt, um das Zustandekommen des FriedensMstandes bis zum 4. Juli sicher zu stellen. -
»=#■ Paris. (F. G. A.) Nach einer Washingtoner Meldung hat am Dienstag eine aus Mllgliedern der beiden Kammern bestehende Kommission das Studium eines Kompromisses zwischen den Entschließungen Knox und Porter über den Frieden mit Deutschland begonnen. Senator Lodge untersttitzt die Entschließung Knox, damit, wie er sagt, der Frieden mit Deutschland am 4. Juli, dem Jahrestage der Unabhängigkeitserklärung Amerikas, uMerzeichnet werden könne.
#*' Neuyork. (F. Z.) Die Unzufriedenheit mit der Fruchtlosigkeit der Regierungspolittk wächst dauernd t» Lande und hat auch weitere Kreise der Regterungspartet ergriffen. Besonders wird die soforttge Herstellung des Friedenszustandes mit Deutschland durch Annahme einer Resolution gefordert.
Aus Oberschiesten.
abkommens mit der Interalliierten K-ommisston, das auch Korsanty anerkannt hat, noch keine endgültige Klärung erfahren. Korfanty hat zwar auch zum Rückzüge in der vorgeschriebenen Frist geblasen, aber wie es scheint, ist er doch so wenig Herr über seine aufständischen Horden, daß diese sich zum Teil seinem Rückzugsbefehl widersetzen und auf eigene Faust neue Vorstöße und Plirnderungen und reisungen vornehmen. Be-
erenz der
«at Juli festgesetzten deutschen Kohlenlieferungen 2 400 000 Tonnen ist von der deutschen Regierung -Protestnote an die alliierten Kabinette geiandt worden. Deutschland erklärt sich außerstande, solange der Ausfall der oberschlesischen Kohle andauert, die geforderten "Kohlenlieferungen zu leisten.
eine
Grunde wir -------—
französischen Sachverständigen nur den Charakter einer Vorberatung tragen. Danach werden von der einen oder anderen Seite die Vorschläge über die verschiedenen Fragen yrmacht werden. Ueber diese Vorschläge werden dann die Vertreter bei ihren Regierungen berichten, um dann mit entsprechenden Instruktionen für die nächsten Beratungen in der kommenden Woche zurück- zukehrem Dann werden die abschließenden Verhandlungen fortgesetzt.
Die Aufbringung der Reparationsleistungen.
iw Wie aus zuverlässiger Quelle verlautet, wird entgegen den bisherigen Dispositionen in der Sitzung des ReparationsauLschusses des Reichswirffchastsrats am Mittwoch der Reichskanzler nicht sprechen. Es ist auch fraglich, ob die bereits vor einigen Tagen angekundigte Rede des Reichskanzlers und Reichsfinanzmintsters über die neuen Sieuerpläne vor Anfang nächster Woche wird gehalten werden können. Es scheiitt, daß das Kabinett in seiner Dienstagsitzung noch nicht zu einer Einigung über die Grundzüge der Aufbringung der Reparationsleistungen gekommen ist. Alle Anzeichen deuten vielmehr darauf hin, daß zwischen den Regreruugs- parteie« und auch zwischen den einzelnen Neichsmim- stern nach wie vor erhebliche Gegensätze bestehe».
Die Zahlnngsschwierigkeitsn.
•^ Berlin. Zur Regelung der Zahlungen an die Entente sind Verhandlungen der deutschen Regierung mit Ententevertretern und den Berliner Grogbanken auf- genommeu worden. Zur Seit des Beginnes des deutschen Devisencmkaufs für die Entente ist im Börsenverkehr der Dollar um 20 Prozent gestiegen.
Knebelung der Presie i« Rheinland.
M MWWsrgWÄWgM in pnris,
»* Die Besprechungen zwischen den deuMen und den französischen Sachverständigen über den W-ederauibau, Die am Dienstag in Paris beginnen sollten, werden erst »am Mittivoch ihren Anfang nehmen. Der Reichskom- Missar Dr. Guggenheimer ist am Montag in Paris ein- »aetrosfen, Staatssekretär Bergmann traf am Dienstag •ein. Die „Libertee" glaubt, daß die Verhandlungen sich wornehnilich auf die Methoden, die von Deutschland für Den Wiederaufbau vorgeschlagen worden sind, beschran- ken werden. Zurrächst müsse aber eine Frage ihre Lo- . fung finden, die für Frankreich vmr grundsätzlicher E Wichtigkeit ist: die Art der Zahlung für die an Frank- Äick gelieferten Materialien. Daß diese Lieferungen . nur die deutsche Schuld in Anrechnung gebracht werden -sollen, ist vereinbart worden. Es besteht aber noch auf ; 'französischer Seite Zweifel, ob die Zahlungen für diese Lieferungen von dem Betrage der von Deutschland ab- ' gegebenen Bons abgerechnet werden sollen, oder von < den anderen später fälligen Obligationen. Wenn diese Frage gelöst ist, werden ivahrscheinlS die Müßten Schwiertakeiten überwunden sein. Die „Libertee
»* Mainz. Im französisch besetzten Gebiet werden Presseartikel über Oberschlesien ohne vorherige Genehmigung verboten. In Kaiserslautern wurden zwei Versammlungen, die zu der oberschlesischen Frage Stellung nehmen wollten, untersagt.
Die Eutfestignns des Rheinlandes.
•* Koblenz. lD. A.) Die JMeralliierte Entwaffnungskommission, bestehend aus sieben Ententeosflzieren, ist aus Berlin in Koblenz eingetrosien und hält dort gegenwärtig eine Reihe von Sitzungen ab, in denen die »chlei- sung der Festungen und befestigten Werke verhandelt wird. Die Kommission hat bereits nnt der Erörterung des BeriMis tx-nonnen. der von alliierten Offizieren be-
wird. Die Kommission hat bereits mtt der Erörterung des Berichts begonnen, der von alliierten Off—"— ^ züglich der Festungen an der deutsch-sranzoi der deutsch-belgischen Grenze erstattet morden
in und
Die Waffeuavgave in Bayern.
0* Die bayerische Regierung hat dem Reichskommisiar für Entwaffnung mitgeteilt, daß 80 Prozent der nach Tchützung des Reichskommiffars in Bayew vorSandc- nen Waffen zur Ablieferung gelangt sind. Die Entwaff- nuna in Bauern wird am 30. d. Mis. mittags geschlossen.
von neuem ihren Terror beginnen. Eine Sicherhett gegen Mord und Plünderungen ist daher auch in den befreiten Gebieten nicht gegeben. Es besteht auch die Gefahr weiter, daß, falls tatsächlich die Aufständischen in der vorgeschriebenen Frist das Aufstandsgebiet räumen sollten, sie bei passender Gelegeu- Hett einen neuen Aufstand inszenieren werden. Es liegen folgende Meldungen vor:
Die Entscheiduug über Oberschlesie«.
** Reuter meldet, daß in der bevorstehenden Sitzung des Obersten Rates die oberschlesische Frage endgültig entschieden werden wird. Die englische Regierung hat ihrem Beauftragten bei der Interalliierten Komunssion in Oppeln die Anweisung gegeben, auf eine Beschleunigung der milftärischen Beruhigungsmatznahmen in Oberschlesien hinzuwirken.
Neuer Augriff der Polen, f* Wie aus Oppeln gemeldet wird, kennzeichnet der Jnsurgentenausschuß in einer öffentlichen Erklärung die Räumuugspläue der Franzosen m»d Polen als gemeinen Betrug. Auch auf Königshütte erfolgte Dienstag abend ein erneuter Feuerüberfall der Polen.
Der Ueberfall auf Gleiwitz.
** Der „Temps" meldet aus Oppeln: Die Jüsurgen- ten erklären, daß der Feuerüberfall auf Gleiwitz nicht von ihnen angeordnet worden sei, sondern das SBert irregulärer Banden sei. Die Räumung der zweite« Zone werde pflichtgemäß am Montag fortgesetzt.
Neuer polnischer Terror.
Aus Ratibor wird genreldet: Hier eingetrlfffeue Flüchtlinge berichten, daß die Polen im Kreise Ratibor neue Verstärkungen zusammenziehen. Ueberall setzt erneut der Terror ein. In Rockau steht ein polnisches Bandendetachement unter der Führung des Zuchibäus- lers Karzeschka. Ebendort requirierte der polnische Apv- beamte Friedrich rücksichtslos und erpreßte 150 000 Mark in bar. Zahlreiche Flüchtlinge haben die Gestellungsbefehle erhalten. Die polnischen Führer kündigen für den Fall ungenügender Entscheidung einen schärferen Kampf an.
Neue deutsche Note».
m- Zwei Noten der Reichsregierimg in der oberMe- sischen Frage sind am Dienstag von dem deutsche« Botschafter in Paris überreicht worden.
Londoner Wette«.
o* Bei Lloyds in London standen dem „Rotterdam- schen Courant" zufolge am Diontag die Wetten über Oberschlesien zwei für Polen und drei für Dentschkaxd.
Unter der Frevrdherrfchaft.
»-»-Die Tättgkett der politischen Parteien int neul setzten Gebiet wird durch eine neue Verfügung des k-; maudierenden Generals des Düsseldories Brücken:- pes erheblich beschränkt. Künftighin sind nach diese t Erlaß vor der Genehmigungserteilung zu einer Ver sammlung die in dieser gehaltenen Reden, wenn in ' im vollen Wortlaut, so doch wenigstens im Entwurf, bei. Besatzungsbehörden vorzulegem