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Hersfelöer Tageblatt

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Hersfelöer Kreisblatt^

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Amtlicher /lnzeiger für -en Kreis tzersfei- [ ^""8 Sun^ach^^^i» tz^M° ^'^"^ |

Nr. 145

Freitag, den 24 Juni

1931

Von den politischen Ereigniffen

der letzten Woche.

Ebenso unvorbereitet wie die Zusammenkunft

Mrthenaus und Louchcurs in Wiesbaden der Allge­meinheit kam, eben?» bedeutsam kann dieselbe in ihren

Auswirkungen Nicht nur für Deutschland, sondern für

Sie wirtschaftliche und politische Stabilität der ganzen

Welt W. Es ist dies die erste Begegnung, die seit

Kriegsausbruch zwischen einem deutschen und französi-

Men Staatsmanne stattgesunden hat, und scheint es doch fast, als wenn die Unterredungen der beiden Wie- Heraufbauminister sich in Bahnen bewegt haben, die eine Verständigung jedenfalls in den wirtschaftlichen Fra­gen dieser beiden Länder möglich erscheinen lassen. Rathenau hebt diemutige Tat" Loucheurs, die diese Zusammenkunft bedeutet, hervor und mit Recht, denn der Widerstand radikaler Kreise, die eine.Verständi­gung mit Deutschland nicht wollen, gegen Loucheur ist in Frankreich sehr groß. Es war klar, daß die Unter­redungen in Wiesbaden nicht sofort ein positives Er- »ebnis haben konnten: sie waren ja nur dazu eingeler-

M um auf beiden Seiten die Auffassung der anderen Partei darzulegen und um Irrtümer aufzuklären. Wenn auf der aewonnenen Basis weiter verhandelt wird, kann man Höffen, daß der Weg zum gemeinsamen Wiederaufbau nicht allzulang mehr ist. Rathenau hat dem Neichswirtschaftsrat einen Plan entworfen, wre er ych die Ausführung der Sachlieferungen für das Repa- rationskonto in großen Zügen etwa denkt. Erwird Augen, daß alle Länder Deutschlands und alle Schrch- A» der Bevölkerung in gleicher Weise zur Herstellung dieser Lieferungen herangezogen werden. Dadurch Könnte die Not weiter Kreise gelindert werden, und der Reichsgedanke durch die gleichmäßige Heranzr^ung der einzelnen Länder ungemein gefördert werden Dle Schaffung großer Reparattonsgewrnne soll unmöglich

gemacht werden. .

Besteht so eine kleine Hoffnung für eine BerstSn- Sigung mit Frankreich über den Wiederaufbau, so darf

K * allem sind es dieSiMktto-

«en", die ein schweres Hindernis bilden und die beson­ders auf Frankreichs Befehl hin ganz ungerechtfertrg- ier Weise immer noch wetter aufrecht erhalten werden. Me Erkenntnis in den leckenden Kreisen wßüjft,^i>stj? ^-^" SMrktio««l » unter ihnen -«or w«>. ^ -i>on- Maßnahmen aufgehoben werden wüsten, dazu die deutsche Wirtschaft im schlimmsten Maße lahmen und die Möglichkeit zu ReparationSlerstungen erhebltch ver-. mindern. Wäre diese Maßnahme schmr entgegen den

Bestimmungen des Friedensvertrages emgefuurt, w müßte sie doch wenigstens nach der Annahme des Mir- matums sofort wieder aufgehoben werden. Frankreich sucht immer wieder nach neuen VMwanden, um die Aufhebung hinauszuztehen. So wirdletzt in ^nzö- Mchen Blättern die Auffassung vertreten, daß manzu- Tst die oberschlesische Frage entscheiden und m.Deutsch­land die Eniwassnung erzwungen haben müsse. Eine solche Verzwickung von zwei Fragen, die mchts ander zu tun haben, wie dre oberschlesische und die HerSanktionen", dürfen wir nicht dulden. Das Recht Deutschlands auf Oberschlesien ist unanfechtbar. Hrer statt es kein Feilschen mehr geben, denn bei der Ab- Nimmung hat sich der überwiegende Teil der Bevocke- ^^^für Deutschland erklärt, sodaß ihm auch das ganze Land ungeteilt zugesprochen werden wuß. Es ist ein «-Enanisvoller Fehler der Alliierten gewesen, die SeB Kommission in Händen

»« »W» Punkten nicht zu behandeln verliehen Dw Folge davon ist sie Untätigkeit der interalliierten Kommission, me wieder den neuen Aufstand Korsantys und die Berzö- aeruna der Säuberungsaktron zur Folge gehabt hon. Es ist direkt unverantworttich, daß dort untni, »m obe^ schlesischen Hexenkessel noch.immer nichts geschieht, um die Ordnung wieder herzustellen und die Schicks igen zur Verantwortung zu ziehen. Man muß Haffen, daß General Hennicker jetzt schleunigst ernsthaft durchgrer. und daß die interalliierte Kommission Mit dem Selbst- mwü ?u einer Einigung kommt. Auf der Konserens d?8 en'alischen Außenministers mit Briand tn Paris wird^von französischer Seite aus wahrscheinlich veracht werdem dieoberschlesische Frage auch mit diesen Be-

aÄXÄ«»"Äw* rL®oÄÄ^^

Dcutlcklank» mutz Blerßesen ^^^.^^ ^f^nh! cvin Pi'ni'asenlanlenbaus in Amerika ist ein Antrag Benommen der den Frieden zwischen Amerika und DeuEa^d fordert Das ganze politische Leben der West ist dadurch in ein neues Stadium getreten und mHink basten daß dieses ein für Deutschland gün- KgerZ kein wird als das, was bisher geherrscht hat.

Die Räumung Oberschlssiens»

Dreiviertel des Judustriegebiets befreit.

_. N«« Ovpeln wird gemeldet: Die Engländer mu h^r Einnahme des Gebietes von Myslowitz - Ä-ivieAel des Industriegebietes besetzt. Die I«s«r-

> Kerrie« Nabe« sich ganz «tf tas Land ««» a«f See PWe I der polnische« Grenze zvrückgezoge«. Mit der Wie­deraufnahme der Verbindungen mit dem Industries.

Seraufnahme »er Verbindungen mit Sem J«dnstrreLe- biet, das seit fünf Wochen völlig abgesperrt ist, ist für Anfang «ächster Woche zu rechne«.

Bericht General Hennikers.

** Rotterdam. Nach einer Meldung der ^Morning- post" hat General Henniker dem britischen Mintuerrum berichtet, daß die alliierten Truppen alle Städte tot overschlesischeu Industriegebiet besetzt haben. Die Ent- waffnungsaktion aussen: Lande könne erst dann durch- geführt werden, wenn der deutsche Selbstschutz das Land zu räumen beginne. .

Die Verhaudlnngeu des Generals Hoefer.

h* Breslan. (V. Z.) Die Verhandlungen zwischen

niker sind am Donnerstag noch fortgesetzt worden. Eine Entscheidung ist spätestens am Freitag zu erwarten. Die parlamentarische Kommission Hat ihre Untersuchungs­reise zu Ende gesührt.

Einigung über den neuen Ränmnngspla«.

o* Die Verhandlungen zwischen (General Höfer und General Henniker haben nach einer osftziellen deutschen Meldung völlige UebereinstiniNtung über den Na«- mungspla« ergeben. Es wird von den Jvsnrgenten zunächst die Räumung des Gebietes verlangt werden, Sas ungefähr den Kreisen Gleiwitz « Hindenbnrg entspricht. Der englische Truppenkonnnandeur dürfte diesen Plan bereits am Mittwoch mit den Nritgliederu der Interalliierten Commission beraten haben. Dre Mitglieder des Zwölferausschusses verhandelten ge­meinsam mit den drei nach Oberschlesien entsandten Reichstagsabgeordneten der Regiervngsparteiw über den neuen hiäumungsvorschlag. Sowohl dre Mitglie­der des Zwölserausschusses als auch die Reichstagsab- geordneten Pohlmann, Schulte und Küster, kamen dar­auf zu dem Ergebnis, daß dieser Plan die beste Ga­rantie für eine verhältnismäßig reibungslose Ran- nmng Oberschlesiens in UebereinstimENg mit den Al- liierten gebe und daß von deutscher Seite nur zu wun- MMWWWWMMLve, vay nun auch möglichst rasch an die Durchführünq dieses Planes Hcrangetreten würde.

Weiter wird hierzu gcnleldet:

Die Zusammenkunft führte zur Vereinbarung der Rärrmung Oberschlesiens, und zwar zunächst in einer bestimmten Linie, auf die sich die.S^3tt sieben-fo^^ nicht fo roeck un

den Industriebezirk hinein, wie vom 12er Ausschutz ver­langt worden war, umsatzt aber noch den Ort HiNdeu- burg. Diese Räumung soll innerhalb 36 Stunden nach erfolgtet Annahme der Vereinbarung durch die Inter­alliierte Commission erfolgen. Innerhalb 48 Stunden soll anderseits der Selbstschutz über die Grenze Leob­schütz und Kronstadt zurückgehem Innerhalb sieben Tagen sollen die Insurgenten die Grenze des gesamten oberschlesischen Gebiets überschritten haben. Sobald dies erfolgt ist, soll an den weiteren Abbau des Selbstschut­zes heraugegangen werdem Der Plan umsatzt die Rau- nnma des gesamten besetzten Gebietes mit Einschluß Pletz und Robnik. Der 12er Ausschutz hat dem Plan bedingt zugestimmt, er fordert jedoch die Einsetzung ei­ner Zentral-Polizeigewalt über die sofortige Auflösung der von Korfanty eingerichteten anfständrschenBe-

Hördeu".

Die Zustände in Oberschlefien.

>* Rotterdam. Der Korrespondent eines^englischen Blattes berichtet aus Kattowitz: Nach einer Reise durch das oberschlesische Industriegebiet muß ich dte Zahl der polnischen Ausständischen in Oberschlesien auf fast 50000 schätzen. Ich sah diesseits der Grenze ganze Wagen- kolonncn mit schweren Geschützen, die nur aus Polen kommen konnten. Tue Lage irr dem oberschlestschm In­dustriegebiet ist trostlos. Für ein bescherdenes Mcktag- essen mußte ich 130 Piark in deutschem Gelde zahlen.

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»jr «»Ä Ä Härt sich die Haltung der englischen Regrerung immer mehr. Die Regierung tritt dafür ein, daß die Teilung Oberschlesiens streng nach den bei der Abstnnmung ab­gegebenen Stimmen erfolgen muß, wonach 40 Prozent von Oberschlesien an Polen fallen münen.

AVSer«su«g Leronds? , , o-f Paris. (F. Z.) Wie bereits gemeldet, hatte der englische 9Inßeumintfter Curzon fei seiner Besprechung mit dem französischen Minstte^räMenten ^ AK'LILKL

»»seä« Tatsache. Von einem Parster Blatt «rrdJmmardal^ Rachfolaer Leronds bezeichnet, der nicht wieder nach Rorn zurückkehren soll. Nach den von uns erngezoge- nen Inforinationen trifft dies aber nicht zu, m^ckuchr ist eine andere Persönlichkeit in Anzucht genomrirem

Greueltaten «ud Plünderungen der Jnsuraeuten

Die Mißhandlungen der DeickscheniitOberfÄsiesien dauern fortgesMzt am In der Nähe von Gletwitz wur­den zwei junge Deutsche ermordet und furcrterliÄ »u- gerichtet aufgeful7dem Bei Beuthen wurden mehr-ere deutsche Einwohner mit Gumimkniwpeln und Reitpeck- schon fürchterlich gemartert. Die Polen führten eine

und Reitpeit

Wohnnngssieusr sowie eine Waremnnsatzsteuer ALS sichtslos ein. Ein Schloß bei Rosenberg wurde in kur­zer Zeit systematisch von drei polnischen Kompagnien geplündert. Zufällig war Korfanty in der Nähe des Schlosses, als die geraubte« Silbersachen sortgeschleppk werden sollten. Er ließ als peinliche Beute drei schwere

Worten:Was wollt Ihr damit anfangen?" ----!

Neue polnische Ausschreiwuge« tu Grandenz.

** Dauzig. Nach einer Meldung aus Graudenz kam es dort am Mcktwoch zu großen Kundgebungen gegen die Deutschen. Die polnische Menge plünderte die Stände auf dem Wochenmarkte, sowie mehrere deutsche Geschäfte. Die Poltsei verhielt sich passiv. Die Tu­multe dauerten bis zum Nachmittag. Eine Anzahl Teutsche wurde mißhandelt.

Die Einberufung deS Oberstes Rates.

** Reuter meldet, daß England auf ich rufung des Obersten Rates beharre, für die Juli in Aussicht genommen sei. Boraussef bis dahin die Wiederherstellung der Autor teralliierten Kommission in Oberschlesien werde.

Wiederaufnahme des Nostverkehrs in £>&«!mwk*-"-

** Breslan. Nach wochenlanger Verkehrsstockung ist oberschlesischen Abstimmungsgebiet werden am kommo­den Sonnabend die Postverbindungen mit Beuthen,- nigshütte, Tarnowitz, Gleiwitz und Umgegend rmeder ausgenommen. Die Postbeförderung soll am Tage z^^ mal geschehen, und zwar mit dem Ententezuge witzOppeln. Die Forderung von alliierter Seite, ^daß: die deutschen Postbeamten sich zur BerkehrsaufnaM»' am Sonnabend mit Ausweisen von den polnischen Ju-' Benten versehen sollten, wurde nach Weigerung ders schen Beamte» fallen gelüsten.

Kahr über Bayerns PolMK.

Im bayerischen Landtag brächte Ministcrpräfide«ks von Kahr in Beantwortung der Interpellationen der. Unabhängigen und Mehrhriissozialisten wegen der^Er- mordung Gareis' namens der RealLLMM

rung Habe man fern Recht, den Mord als polttisch H1»- zustellen. Die Regierung habe natronaltsttschM^E^ vinismus niemals gebia gt Wo Rechtsmoglichkenme- zum Einschreiten gegen ö ^echtsultra gegeben gew»- WWs- »«stets cütdes-V.n; »otdatr Die ttefste »r sache des gegenseitigen Mchtverstehens zwischen Nord- und Süd, zwischen Reichs- und bayerischer Politik läge in dem Mangel des Verständnisses, daß die wirt­schaftliche und soziale Struktur Bayerns anders sei aM die im Reiche, und gewisser, besonders einflußreichen Teile des Reichs, was sich prakttfch darin ausspricht^ daß die Politik Bayerns immer mehr rechts gerichtet: sein müsse als im Reich. Wolle man ernstlich die Atmo-. sphäre verbessern, so müsse man diese grundsätzlichen Dinge missprechen.

Schinlpffzene« im bayerische« Landtag.

** Nachdem im bayerischen Landtage die Koalittmls-- parteien eine gemeinsame Erk abgegeben hatten,, worin die parteipolitische Aussch des Mordes an Gareis verurteilt wird, fpi., Vertreter der; Mehrheitssozialtsten, Unabhängigen und Kommuntswm. die neue scharfe Angriffe gegen die Regierung richteten.» Der unabhängige Redner erklärte, wenn noch emma. ein Arbeiterführer beseitigt würde, müßten drei anr der anderen Seite daran glauben. Darauf sprach der Staatssekretär des Innern Dr. Schoveyer, besten Bus--^ führungen durch heftige Zwischenrufe von den Links­parteien fortwährend unterbrochen wurden. Der ^Prä­sident rnutzte verschiedenttich eingreifen. Staatssekretär Dr. Schoveyer wurde durch die Zwischenrufe als urwer-< schämter Kerl und Lump bezeichnet und mit dem ^t* auswerfen bedroht. Hierauf sprach FtnanMnnuter Dr.» Roth, der die Angriffe der Linksparteien zurü^>ies. Die bayerischen Richter würden sich durch Tchmähruse nicht in ihrem gerechten und unparteiischen Urteil be­irren lassen. Der Präsident geißelte das Verhalten der Zwischenrufer und erklärte, daß die Verhandlmrgeu zeigten, auf welch niedriger Stufe man airgelamst sei. Darauf rourde die Sitzung aufgehoben und auf den nächsten Tag vertagt.

Die Steuerlast

160 Milliarden aufzubrisge«.

Im Reichsrat hob bei der Beratung des NaSr«gS- etats der Berichterstatter zum Hauptetat, Mtmsterial- direktor Sachs sPreußeu) hervor, daß durch die Nmv tragsetats Mehrausgaben in Höhe von 17^ Millürr- den entstehen. Der Gesamtbetrag des Etats für 1921, einschließlich der Betriebsverwaltungen, beträgt 49^ Milliarden. Sollen die ReparattonZlelstungeu vM er- fütlt werden, so beträgt der Jahresbedars 106 Mlliar- den Papiermark. Dazu kommt der gesamte von 1921 mit 53^ Milliarden unter Fehlbedarfs des außerordentlichen .

setzt, daß der Kursstand der Mark sich nicht änder müßte also für 159^ Milliarde« DcKmg gesund werden.

Das Stcuerlabyrknth.

Im Reparationsausschutz des Reichswirt^be- rates sprach der Reichskanzler Dr. Wirth über die Fr. e der Deckung der aus dem Ultimatum erwachsenden V pflichtungeL Ohne schon ein abschließendes Proann- n M die gesamte Deckung zu geben, schrlöerte der NUa . -

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