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i Wer schöpft mit?

, Von Ludwig Finckh - Gaigenhofen.

K. L. Vom Weltkrieg will niemand mehr etwas hören, die Revolution hängt einem zum Halse heraus. Und doch gibt es für uns und unsere Nachkommen nicht viel Wichtigeres als die Beweise unseres guten Glau­bens und der Wahrheit über uns. Ich bekomme viele Briefe von Deutschen und Neutralen aus aller Welt: sie beklagen, daß wir die Anschuldigungen so jämmerlich auf uns sitzen lassen: sie verlangen, daß wir unsere mi@ zu Unrecht abgenommenen Kolonien uns aufrechnen lassen sie allein schon würden unsere ganze Schulden­last tilgen, und sie beschwören uns, ihnen geistige Waffen in die Hand zu geben, um uns zu schützen. Waffen, die bis jetzt Volk und Regierung nicht gebraucht hat. Unsere Entwaffnung bezieht sich nur auf rohe Schußwaffen. Die Hauptwaffen in unserem Kopf, Mund und Herzen sind noch da, sie kann uns nienrand nehmen!

Heute schrieb mir eine alte, schwache Frau, die in ihren jungen Jahren Klavierlehrerin in der Schweiz war und vor kurzem wieder dort verweilte, sie kenne einen tapferen Pfarrer dort, der für die Aufhellung un­serer Finsternis eintreten würde, wenn er nur den Stoff dazu, die Unterlagen hätte.In der Schweiz sehen sie jetzt ja ein, daß sie geschäftlich mit uns ruiniert find, und sie sagen:die Franzosen sind rein verrückt" Aber irgendwelche rechte Aufklärung über die Nicht- fchuld unseres Volkes und über das Lügengewebe unse­rer Feinde bekommen sie nicht. Ich habe alle Ihre Auf­sätze in den Zeitungen zum Verschicken nach Amerika gesammelt, schreiben kann ich aber nicht, meine Hand will, nicht mehr, ich habe heute auch schon 6 Klavierstun­den hinter mir."

Liebe deutsche Männer und Frauen: wenn wir alle so unsere Pflicht tun würde« wie diese alte Frau, die mit nimmermüdem Herzen für ihr Vaterland denkt und schafft, dann wäre es heute schon anders um uns be­stellt in der Welt. Wer läßt sich von dieser treuen Seele beschämen und übertreffen?

Es gibt ja so unendlich viel Stoff, der dem Ausland zugänglich gemacht werden muß. Die Aufgabe des ge­samten Volkes ist es, hieran mitzuarbeiten. Die Liga zum Schutze der deutschen Kultur u. a. im ganzen Reiche sammelt und hilft usw.

Was es gibt, darüber kann man sich unterrichten, und da Hat es nun der Stuttgarter wieder einmal so gut wie kein anderer Deutscher. Er darf nur einen Spa- ziergang auf das Landhaus Rosenstein, und dort findet er in der Bibliothek, im Lesesaal der Weltkriegsbücherei, alles zur Hand, was man sonst nur mühsam und mit großen Kosten sich verschaffen kann. Dort ist eine Quelle, die tausend Brunnen in der Welt speisen muß und von -er einmal Aufrichtung und die geschichtliche Wahrheit «tsgehen wird.

Wer schöpft mit?

Bus der Heimat.

Eutgcld für die Benutzung des Fernsprechers durch Dritte. Für weite geschäftliche Kreise bietet sich die Möglichkeit, die durch Einführung des Ortsgesprächs­tarifs und der Einrichtungsgebühr eintretende Verteue­rung des Fernsprechverkehrs erträglicher zu gestalten,, da ab 1. Oktober d Js., dem Tage des voraussichtlichen Inkrafttretens Des zurzert dem Reichstage vorliegenden neuen Ferusprechgebührengefetzes, zugelassen sein soll, das Entgelt für die Benutzung des Fernsprechers durch Dritte im Wege freier Vereinbarung festzusetzen. In -er Begründung des Entwurfs wird dazu ausgeführt: Schon jetzt ist es den Teilnehmern, welche Grund- und Gefprächssteuern mbttu,

ihren Anschluß benutzen, die Gesprächsgebühr erstatten zu lassest. Künftig wird man überhaupt davon absehen, die Frage, wieviel sich der Anschlußinhaber von Dritten für die Benutzung feines Anschlusses erstatten lassen darf, zu regeln, sie vielmehr der freien Vereinbarung zwischen den beiden Parteien überlassen, wie es trotz -em gesetzlichen Verbot vielfach schon jetzt geschieht."

Vorsicht bei Abuabme von Gütersendungen. Bei ««kommenden Bahnsendungen, bei denen etwas zer­schlagen oder Teile der Sendungen fehlen, darf Ab­nahme nicht eher erfolgen, als bis der Schaden auf beut Frachtbrief bescheinigt ist. Der Versand geschieht stets auf Gefahr des Empfängers.

Ferkel in der 4. Wagenklasie. Es ist zur Gewohn­heit geworden, kleine Schweine im Sack oder in Kisten in die 4. Wagenklasie hineinzttnehMen. Mit diesem Un­fug soll nun aufgeräumt werben. Die Eisenbahnver- waltung hat jetzt folgendes Verbot erlassen: Die Mit­nahme von Ferkeln in Säcfer. Kisten oder Körben als Traglast in die 4. Wagenklasie hat infolge des Ge­schreies der in ungewöhnlicher Lage befindlichen Tiere, des von ihnen verursachten üblen Geruches und der

Beschmutzung der Wagen Ufach zu lebhaften Kläger» -es Publikums geführt. Leon nach den AusführmiSs- Vestiurmungen als Traglasten müh kleinere Tiere mit« genommen werden dürfen, so setzt dies doch voraus, daß dadurch die Mitreisenden nicht belästigt werden. In­folge der zahlreichen Beschwerden und der großen Un- zuträglichteiten fetten wir uns veranlaßt, die Mitnahme von Ferkeln in die 4. Wagenklasie fortan nicht mehr zu gestatten. Die Bahnsteigschaffner und die Zugbegleit- mannschaften haben die Eigentümer der Tiere aufzu- fordern, sie als Gepäck oder Expreßgut abferttgen zu lassen. .

Eine schlechte Obsternte i« Aussicht. DieHau«. Land- und Forstw. Zig." schreibt: Ein schlechtes Obst­jahr wirb im allgemeinen erwartet, weil an vielen Stellen Aepfel, Pflaumen und Nüsse ganz ausfallen.

Postsendungen in das oberscyLensche Aufstandsge- biet. Nach einer dem Reichspostministerium zugegan­genen Nachricht wird der Inhalt der Postsäcke, die in be­grenzter Anzahl in das Aufstandsgebiet Oberschlesiens befördert werden, von den Aufrührern regelmäßig ge­prüft und zensiert. .

Legitimierung von Ausländern. Es werden von Arbeitgebern immer noch Ausländer beschäftigt, die nicht ordnungsmäßig legitimiert sind. Nach dem neuesten Erlaß des preußischen Ministers des sintern smd aus limbische Arbeiter, die bet Revisionen nnlegttnmert an- getroffen werden, auszuweisen.

8 Hersfeld. (Dieb stahl.) In einem Hause der Fuldastraße wurde von der Garderobe im Korridor ein dunkelgrauer Mantel gestohlen. Der Täter ist bis jetzt noch nicht ermittelt.

§ Hersfeld. AlS Geschworener zu der am 27. Juni in Cassel beginnenden Schwurgerichtsperiode wurde von hier Herr Verlagsbuchhändler Zulauf ausgelost.

8 Goraa. Am vorigen Sonntag fand im Garten

deS Herrn G. Schott auf den Sölzerhösen ein Misstonsfest des KirchspielsPrtersberg statt. Durch das ungünstige Wetter war der Besuch von auswärts wohl beeinträchtigt worden, aber die Gemeinden des Kirchspiels beteiligten sich so zahlreich an der Feier, daß die Bänke des Festpiatzes gefüllt waren. Nach einer kurzen einleitenden Liturgie des Ortspfarrers, in der der Schülerchor von Sorga drei­stimmig das Lied:Meinen Jesum laß ich nicht" vor. trug, hielt Herr Pfarrer Kaiser Vbergeis auf Grund des Btbelwvrtes: 1. Tim. 2, 4-6 (Gott will, daß allen Menschen geholfen werde) eine die Herzen der Zuhörer packende Predigt, darauf erzählte Herr Missionar Bernius, der mehrere Jahre lang in Indien arbeitete und während der Kriegszeit in englischer Gefangen, schaft lebte, in fesselnder Weise aus seiner Missions- tätigkeit, wobei er besonders die Widerstände und Hindernisse schilderte, die sich dem Wirken des Missionars in Indien entgegenstellten. Ein kurzes Schlußwort deS Ortspfarrers beschloß die trotz der Un. gurrst des Wetters wohlgelungene Feier. Ein be- sanderer Dank gebührt dem Posaunenchor des Hers- selder Jünglingsvereins, der die Lieder der Gemeinde begleitete, sowie allen, die um die Errichtung und Ausschmückung des UestplatzeS sich verdient gemacht haben.

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Hersfelder Tageblatt.

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Bezugspreis monatlich für Bersfeld 2,50 (Ilk., durch die Polt bezogen 2,60 M. frei ins Baus gebracht.

Heringen (Werra). Gelegentlich der letzten Sitzung deS Reichskalirats trat der Vorsitzende der Zentral- verwaltung derWerra-Werke des Winterhall-Konzerns, Bergaffeflor Dr. Hecker-Heringen, als Mitglied in den ReichSkalirat an Stelle des verstorbenen Mitgliedes Dr. Richter.

Heringen (Werra). Am Sonnabend, den 2. Juli b. I., beabsichtigt der demHessischen VslkSschullehrer- verein" angeschlosseneVerein für Naturkunde" in kaflel eine Besichtigung der Anlagen des Kaliberg­werkes WinterShall bei Heringen.

6? Cassel. Gerüchtwette verlautete, sag auf oer yranr- furter Strecke zwischen Kirchhain und Neustadt ei» D-Zug verunglückt sei. Wie wir von amtlicher Stelle erfahren, soll es sich jedoch nur um eine Rangiermaschine battbeln, dke die Strecke eine zetüang versperrt hat, wo­durch sich daS Eintreffen des D-Zuges etwas versvätete.

5* Auf dem Martinsplatz ereignete sich ein peinlicher Vorfall. Man begann damit, die Stände abzubrechen. Eine Frau hatte wahrscheinlich ihre Kasiette nicht ge­nügend befestigt, denn durch emen Windswtz murhe plötz­lich das ganze teri ßttfbew schenmeuge auwesend war, gelang es nicht, das ganze Geld wieder einzusammeln.

^ Am Hohen Tor fiel ein junger Mann in Krämpke. Er zog sich beim Hiniallen so schwere Verletzungen zu, daß er durch die SanitätSkolonne ins Krankenhaus ge­schafft werden «rußte.

s* Einem Bäcker in der Schillersiratze wurde aus der Ladenkasie ein größerer Betrag entwendet. In einem Geschäft in der Sophienstraße wurden sämtliche Lebens­mittel im Werte von 5000 Mark gestohlen.

5? Einer allem Anschein nach gntorganisierten Diebes­bande, die es besonders auf Fahrräder abgesehen zu haben scheint, ist es gelungen, bei der Post, bei dem Hessischen Bankverein und auf der Wilhelmstraße drei Fahrräder zu entwenden.

j? Die Wirkungen -es Bollbieres machen sich bereits bernertbar. In einer Gastwirtschaft zertrümmerte ein Gast mehrere Gläser, und als er an die frische Luft ge­setzt war, schlug er die Fensterscheiben in Trümmer. In einer Straße wurde ein junger Mann von Alters- ikmufen mit Stöcken derart geschlagen, daß er ärztliche Hilfe in Anfprnch nehmen mntzte.

Meimbresien (Krs. Hofgeismar). Auf dem hiesigen Rittergirte bräunte der nördliche Flügel der Wirtschasts- m bände. Dort lagerndes Sttoh und Häcksel gaben der Flamme Nahrung. Das Gebäude bräunte vvllftänbia nieder.

Fulda. In der letzten Kreistagssitzung wurden bei der Beratung des Haushaltsplanes für die Krimvelfür- forge statt 4000 Bl. 40 000 M., für die Säuglingsfür- forge statt 2000 M. 6000 M , für die Volksbücherei statt 800 M. 5000 M., als Beihilfe für brotlos gewordene Arbeiter 5000 M. itnb zur Hebung der Ziegenzucht statt 500 M. 1500 M. eingesetzt. Bezüglich der Unterhaltung der Landwege muß eine Etatserhöhung um 100 000 M. stattfinden.

In der letzten Kreistagssitznna wurde entsprechend dem Vorschlag für die endgültige Besetzung des Land- ratsposiens nach kurzer Aussprache der bisherige kom- misiarische Landrat, Freiherr von Gagern, einstimmig zum Landrat gewählt.

Gersfeld (Rhön). Die Zahl der dieses Jahr durch­wandernden Volks- und höheren Schnle«, Vereine uub Gesellschaften übertrifft bei weitem alle Vorjahre.

Marburg. Zur Förderung und Untersttttznng der Universität Marburg wurde der Nniverfitäisbuud Mar­burg gegründet. Vorsitzender ist der Generaldirektor der Höchster Farbwerte, Geb. Reg.-Rat Tr. Haeuser. Die Zahl der Mitglieder beträgt stürm über 1300.

Die Studentenschaft.beging bei der Bismarckiäule das Sonnwendfest. Von der üblichen großen Fatzpar- tie und dem Fackelzug wurde?lbftanb genommen.

Frankfurt. Der hiesigen Kriminalpolizei ist es ge­lungen, die Diebesbaude feftzunehrne«, die im Mnun- heimer Schloß zehn wertvolle Gemälde mitgeben hieß, geraöe in bem Augenblick, als die Bilder an Ausländer verlaust werden füllten. Als Hcmpttäter kommt der Schlosser Friedrich Metzinger aus Neunkirchen an der < mr in Betracht, weiter als Hehler und Beihelfer der Arbeiter Franz Fischer und ein gewisser AM« w«

I

Kleeblatt kam in Haft. Metzi g« "phe Anzahl von K' rcheneinbrücheu ista? lmrts unb Saarbrückens auf st vor einem Zähre aus dem Zucht- ebne dgß es in der Zeit gelang, fei* zu werden.

hier. Das saubere hat außerdem rtzre in der AmgMnng dem Gewissen und haus auSgebrochen, ner wieder habhaft

«Sttingen. Ein Korpsstudent wurde nachts auf ben» Heimwege plötzlich ohne jeden Grund von einer Rvttt junger, allem Anschein nach beirnnkener Burschen tät­lich angegriffen und mit Stöcken schwer mitzhanbÄt, ohne daß einer der Zuschauer aus den umliegenden Häuser« Miene machte, dem bedrohten zu Hilfe zu eilen. Schließ, lich gelang es einem zufällig des Weges kommende« Studenten nicht ohne eigene Gefahr, seinen KommM- tonen, aus den Händen der Rowdys zu.befreien.

Arnstaöt Ein ltzjähriger Lehrling 'und' ein ~cb^t- tuabe »bersteten am der Straße eine Dame Raub­ten ihr die Handtasche, die Geld enthült Das Jugend von heute. *

Gcra. Die EutWaffnungsakicon hatte hier re,. über* raichende Ergebnisse. So wurden in der «affeefiusc Pelnch am Rrßpiatze 6500 Schuß g.aürr^r M -G - Munition gefunden und beschlagnahmt.' Außerdem wur- oen im betiafhbaricit Langenberg im Grundstücke der Landmrrt Hemmann 8000 Schutz M.-G.-Rtunstisu LM emem Schuppen von Franz Rahmiuq dorr LchUtz M.-lv.-Muuuiou vorgefunden, am ganzen

gründen worden: 4 schiveW Maschiuengewetz«^ 1 letcytes Mafch-uengewehr, 550 Gewehre, 32 Harroa«^ noten und etwa 13,000 Schutz Mmritio».

tvotya. Der Streit bet Ziegeleiarvelter ist noth acat» wöchiger Dauer beendet worden. Die Leute babeis ihre Forderung von 6 Mark Stundenlohn auf 5,10 Ma-k er- mäßigt und sich mit der Entlassung ihrer politische, Führer einverstanden erklärt. Auch sind die Arbeit«- bereit, den Zehnstundentag wieder einzuführen.

Frankenroöa (Werra). Eine große moderne Wasier- kraftanlage soll, wie dieTh. A. ZZ schreibt, durch ei» im Entstehen begriffene Aktiengesellschaft mit einem Kostenaufwand von etwa 15 Millionen Mark hier er­richtet werden. Zahlreiche Orte des Werratales sollen durch ,,e mit Elektrizität versorgt werden. Auf einem Berge bei Frankenroda soll ein großes Bassin mit etnw 600 Kubikmetern Inhalt erbaut werden, das durch ein Pumpwerk mit Werrawasier dauernd versorgt werde» soll. Das Wasser wird dann unter starkem Druck in tiefgekegene Turbinen geleitet, die die Kraftmaschine» zur Erzeugung der Elektrizität treiben. Diese selbst­tätige Anlage wird den Strom auf billige Weife erzeu­gen. Ueber das Projekt fchweben mit den Behörden be­reits Verhandlungen.

Mciuiugen. Am -25. Juli 1921 findet in Meininge« ein Viehmarkt statt, den die vereinigten Züchterver­bände in diesem Jahre zn einer großzügigen Tierschau, verbunden mit Prämiier»«« und Verkauf, ausmgesial- ten sich zur Aufgabe machten. Es sollen zur Ausstel­lung kommen: Bullen, Kühe, Selber, Pferde, Stuten. Fohlen, Hengste, Ziegen mit Lämmern und Böcke.

Gotha. Der seit dem 10. November v. J. wege: Un­terschlagung flüchtige Sparkafsenrevifor Karl Amling aus Siebleben ist nach einer durch eine Photograph 'che Aufnahme bestätigten Nachricht bereits am 23. Nove.n- ber in einem Hotel in Dresden erhängt aufgefunden worden.

Büchermarkt.

Deutschland im Spiegel seiner Geschichte, »i» Hausbuch für die deutsche Familie. Ban Erwt»

abbildungen und Vollbildern in Vierfarbendruck mt» Tondruck. In 45 Lieferungen a. 2 Mk , in Prachtbau- 110 Mark. Verlag Enßlin & Laiblin in Reutliugeu. Der ungeheure Zusammenbruch unseres Vaterlandes, ins UngemeGene vergrößert durch die Grausamkeit unserer Feinde, die uns trotz des Friedensschlüsse» noch immer jede Möglichkeit der Wiederaufrichtung versperren und erschweren, hat die besten Schichten unseres Volkes mit Mutlosigkeit erfüllt, während wieder andere sich in sträflichem Leichtsinn dem tollsten VergnügungSrausch hingeben. In solcher Zeit der Geistesverwirrung kann ein Werk wie daS »ben ge­nannte nicht freudig- genug begrüßt werden. In einer für^ebermann verständlichen flüssigen Weise wirb darin die Entwicklung unserer Geschichte geschildert, wobei die Hauptpunkte klar hervortreten und vor allem die großen Persönlichkeiten, die der Geschichte ihren Stempel aufdrückte», in den Vordergrund ge­rückt sind. Besonders die Neuzeit hat eine ausführ­liche Darstellung gefunden. Unparteiisch, niemand zu Sieb und niemand zu Leid, nie auf Kosten der Wahrheit beschönigend oder verdeckende wird uns ein äußerst fesselndes Bild des bewegten aüf^nb Nieder deutscher Geschichte gegeben, die herzerhebend und mächtig durch die Jahrhunderte an uns vorüberrauscht. Allen denen, die jetzt in Mutlosigkeit zu verfinlen. drohen, wird das Werk zum Bewußtsein bringen, daß deutsche Art sich auch in den dunkelsten Zeiten unserer Geschichte immer wieder auf sich selbst besann und deutsche Kraft sich nach dem tiefsten Fall stets wieder zu achtunggebietender Größe hinaufarbeitete. Mit Stolz und Liebe finden wir auch die Entwicklung deS deutschen Geisteslebens geschildert, und die Größen unserer Literatur, Kunst und Wissenschaft werden unS vvr Augen geführt. Das Werk tritt unS nicht als Bruch­stück entgegen, sondern behandelt in fich^ren großen Linien die Regierungszeit deS letzten Kaisers und alle jene Vorkommniffe, die uns in den Weltkrieg hineinführten. DaS letzte Kapitel beginnt mit dem Mord von Serajewo, schildert u. a. Frankreichs Revanchepläne, Englands Machtstellung und Rußlands Erobernngspläne, und ichl letzt mitdem Frieden von Versailles und einem Ausblick in unsere Zukunft ab. Der gehaltvolle Inhalt und die glänzende Ausstattung deS Werkes mit seinem überaus reichen Bilderschmuck machen es zu einem HauSbuch im besten Sinne deS Wortes und eS sollte als Gelegenheitsgeschenk in jeder deutschen Familie seinen Eingang finden.

FamiliW-RachrWen.

Vermählt: Herr Heinrich Huth mit Fräulein Anna Serfling in HerSfeld.