Einzelbild herunterladen
 

^ersfelöer Tageblatt

hersfelöer Kreisblatt^

| Anzeigenpreis für die einspaltige petitzeilr oler i | deren Raum 40 Pfennig, für auswärts ddpfennig, : : die Reklamezeile 1.50 Mark. Bei Wiederholungen ; | Nachlaß. * Kür die Schriftleitung verantwortlich : | Kranz Kunk in Hersfeld. Kernsprecher Nr. S. :

Amtlicher Anzeiger für -en Kreis Hersfelö

Erscheint jeden Wochentag. ♦ der Bezugspreis be­trägt im voraus zahlbar, für Hersfeld 7.50 Mark, durch Sie Post bezogen 7.80 Mark, bei freier Zu­stellung ins Haus. <• druck und Verlag von Ludwig Zunks Buchdruckerel in Hersfeld.

Wr. 141

Monta, den 20. Juni

1921

kinmarfch der Engländer in Seuchen.

^ Breslau. Die «Oppelner Zeitung" meldet, daß «englische Abteilungen in Beuthen eingerückt sind.

Schnelle Befreiung des J«d«ftriegebrets.

•«* Die „Morningpost" meldet aus Oppeln: Die Lage hat in den letzten 24 Stunden eine unbedingte Verbesse­rung erfahren. Das Einlenken des deutschen Selbst- sthutzes hat dem General Hennicker den Weg in das Industriegebiet freigemacht. Wenn die in Grotz-Streh- litz im englischen Hauptquartier gegebenen Juforma- rionen richtig find, dann ist die Befreiung des Industrie­gebiets von den Jnsurgente« nur noch eine Frage kür­zester Zeit.

Weitere englische Trappe« für Oberschlesie«.

»* Rotterdam. Reuter meldet, daß auf Verlangen des Generals Henniker weitere zwei englische Kaval- keriedivisionen und vier Bataillone englische Truppen für Oberschlesien transportbereit gemacht sind.

Das Hauptquartier der Jnsurgeute«.

o* Das Hauptquartier der polnischen Insurgenten wurde nach Rybnik verlegt. Sechshundert bewaffnete Aufständische rückten in die Stadt ein. Der Fabrikbe­sitzer Eschenbach und ein Domänenpächter wurden miß­handelt und verschleppt.

Mttersttttzuug der Jnsurgente« durch Poleu.

•* Kopenhagen. Die „National Tidende" meldet aus Warschau: Der Ausschuß des Reichst-i<>es nahm einen vertraulichen Bericht des Ministers des Auswärttgen über Oberschlesien zur Kenntnis. Im Anschluß daran vewilliate der Ausschutz die Forderung der Staats- HUfe für die aus dem oberschlesischen Aufstandsgebiet nach Polen eingewanderten Flüchtlinge, einschließlich der Insurgenten, die von den Deutschen gefangen ge- Mommen find.

Das Nachgebe« des Selbstschutzes.

** Breslau. lB. T.) Der Zwölferausswutz der deut­schen Bevölkerung in Oberschlesien hat sich in seiner Sitzung am Freitag aui den Standpunkt gestellt, daß die g des Annaberges kein Hindernis freiung des Zentralindustriereoiers hiossen, der Interalliierten Kommis-

. ______ e zu machen. Der Ausschutz wird noch weitere Strecken vom Selbstsllurtz räumen lassen, wenn vorher die Insurgenten größere keile des Zen-

Durch Vermittelung des Genfer Roten Kreuzes ist im Aufstandsgebiet ein Austausch deutscher und polni­scher Gefangener vorgenommen worden. In Rosen- berg sind Freitag 300 Deutsche eingetroffen, die in den Jnternierungslagew von Neubermn und Lublinitz ge­fangen gehalten worden sind. Die Zurückgekehrten sind zum allergrößten Teil körperlich und seelisch in trauri­ger Verfassung. Im Kreise Rosenberg ist die Stim­mung der deutschen Bevölkerung auch nach der Beset- MNg der einzelnen Orte durch die Truppen der Alliier­ten sehr erregt. Da sich polnischer Terror sehr stark be­merkbar macht, verlassen zahlreiche deutschgesinnte Ober- fchlesier unter Mitnahme ihres notwendigsten Hausrats das Gebiet und flüchten westwärts.

Polnische Greueltaten.

o» Rotterdam. Der „Manchester Guardiatl" meldet «us Oppeln: Bei Rosenberg sind 14 Deutsche aufgefun- -en worden, die von den polrrischen Insurgenten ver­schleppt worden waren. Die Polen hatten die Deutschen ausgeplündert und sie dann mißhandelt liegen gelassen. Sie wurden von englischen Vorposten aufgesunden. Nach einer als durchaus zuverlässig anzusehenden Mel­dung eines unter dem Schutz der Entente aus dem Jrr- .duftrtegebtet kommenden englischen Staatsangehörigen sollen in den letzten vierzehn Tagen mehr als 50 Deutsche gewaltsam fortgeschleppt und 11 Morde verübt worden sein.

on werde. Die Alliierten

Keine Antwort Frankreichs anf die Protestnote.

*-r Der „Temps" meldet, daß die französische Regie­rung auf die Protestnote, die der deutsche Botschafter im Pariser Auswärtigen Amt überreicht hat, keine schrift­liche Antwort erteilen werde. Die Alliierten werden in Oberschlesien die Durchführung des Versailler Vertra­ges verlangen und sich nicht in ihrer Absicht beirren las­sen, daß das eine Angelegenheit sämtlicher Alliierten sei.

Neue Beschwerde« der deutsche« Parteien.

Die deutschen Parteien und Gewerkschaften in Oberschlesien haben eine Kundgebung an die Interal­liierte Kommission gerichtet, in der sie dagegen prote- stieren, daß der oberschlesische „Wegweiser", das jetzige offizielle deutschsprachige Organ Korfantys, mit der Ueberschrift „Eine oberschlesische - Miliz" am 11. Juni eine „Verordnung der Jnsurgenteuleitung" über Zwangseinziehungen veröffentlichen durste, ohue von der interalliierten Zensurstelle in Beuthen daran ge­hindert zu werden. Ferner habe die Beniur die Aus­schreibung einer Steuer durch Korfanty im oberschlesl- chen „Wegweiser" vom 11. Juni zugelatzen. Solange .die interalliierte Zensurstelle in. Beuthen derartige ant Förderung des Aufstandes bestimmte Bekanntmachun­gen und Veröffentlichungen der Rebellen unbeanstandet läßt, fürnten die Deutschen nicht an den Ernst der inter­alliierten Zusage glauben. Die Kundgebung fordert so-

alliierten Zusage gla fortige Abhilfe.

Die Aufruhrfchäde« in Kattowitz.

•* Beim Magistrat der Stadt Kattowitz sind bisher Aufnrhrschäden im Werte von drei Millionen Mark an- gemekdet.

Kein Abwekchen vom Londoner Ultimatum.

** Das Pariser „Journal" meldet: Im Kammeraus­schuß erstattete am Donner- lag Loucheur Bericht über seine Besprechungen mit dem deutschen Wiederaufbau­minister Dr. Walter Ratheuau, Der Ausschutz billigte die Erklärungen Loucheurs. Loucheur sagte u. a., er halte an dem von Deutschland angenommenen Londo­ner Ultimatum fest.

Sachverstäudigen-Beratttuge« der Alliierten.

** Die Exchange Agentur meldet: Die erste vorberei­tende Sitzung der Sachverständigen der Alliierten ant Donnerstag hat sich im allgemeinen auf die Londoner Borschläge der Alliierten geeinigt. In der Frage der deutschen Schuldverschreibungen wurde an dem Londo­ner Abkommen festgehalten, wonach die deutschen Schuld­verschreibungen auf den öffentlichen Markt zu bringen sind.

Die Preise für die Spaakohle«.

** Der „Temps" meldet über die Donnerstags-Sitzung der alliierten Sachverständigen, daß die Preise für die deutschen Kohlen auch dann nicht erhöht werden könne, wenn Deutschland die Preise für den Inlands­bedarf auf das Doppelte oder Dreifache hinaufsetze. Dem Sinn des Vertrages widerspräche es, daß Deutschland die Kohlenpreise für das Inland nur deshalb erhöhe, um die Zahlungen der Alliierten steigern zu können.

Rene Ententenoten in Sicht.

m- Dem „Echo de Paris" zufolge sind noch zwei Noten der Alliierten an Deutschland über die deutschen Werf­ten und die Entfestigung Helgolands in Vorbereitung.

KriegsbeschuldigtendebaUe im französischen Senat

w- Im französischen Senat wird die Interpellation über die Aburteilung Kaiser Wsthelms und der anderen deutschen Kriegsbeschuldigten in Anwesenheit Briands am kommenden Montag zur Besprechung kommen.

Frankreichs Pläne auf die Saargruben.

»* In der französischen Kammer erklärte der Mini­ster für öffentliche Arbeiten, daß die'Regierung die Ab­sicht d.iBc, die Verwaltung der Saargruben unter vol­ler Autonomie zu übernehmen. Die Haltung der fran­zösischen Arbeiter unterscheide sich vorteilhaft von der der deutschen und könne nicht versahlen, einen guten Eindruck auf die Saarbevölker^ ng zu machen.

** Freitag abend hielten sämtliche Fraktionen deS Reichstages Sitzungen ab, um die Lage und "orgänge

ler Dr. Wirth wird am Montag, Juni, in einer Ver sammlung des Deutschen Gewerks tsbunöes in Essen eine Rede über das Thema: „Das Londoner Ultimatum und seine Erfüllungsmöglichkeiten" halten.

Der Raub der deutschen Kolonie«.

** Genf. (F. Z.) Der Rat des Völkerbundes ist am Donnerstag zu einer kurzen Sitzung zusammengetreten. Der brasilianische Botschafter Cünyl übergab den Vor­sitz an den Vertreter Japans, Vicomte Jshij. Er un­terbreitete gleichzeitig der Leffentlichkeit eine ausführ­liche Erklärung wegen der Mandatsverteilung der ehe­maligen Kolonien. Der Rat des Völkerbundes sei auf seiner Genfer Vollversammlung im September v. Js. ersucht worden, allgemeine Regeln für die Verwaltung der ehemaligen deutschen Kolonien und türkischen Ge­biete außerhalb Europas aufzustellen. Die Vereinigten Staaten haben jedoch gegen die Aufteilung der Kolo­nien durch den Völkerbund Einspruch ergoßen. Dar­aufhin wurde beschlossen, die Frage zu vertagen und die Bereinigten Staaten zur Mitarbeit bei der endgültigen Regelung der Frage einzuladen. Die Bereinigten Staaten haben jedoch auf diese Einladung überhaupt nicht geantwortet. Die amerikanische Regierung ist der Meinung, daß die Verwaltung der ehemaligen deut- schen Kolonien durch den Versailler Vertrag den alliier­ten und assoziierten Mächten übertragen ist und daß der Völkerbund keinen Anspruch darauf erheben könne, bei der Verteilung der Kolonien mitzuwirken.

w Genf. (B. Z.) In der Eröffnungssitzung des Völ- kerbundsrates wurde, nachdem der bisherige Präsident die Frage der Mandate der stocheren deutschen Kolonien besprochen hatte, die Budgetfrage erörtert. Am Sonn­abend und wahrscheinlich auch Sonntag und Montag werden verschiedene Danziger Fragen vor dem Volker- Luudsrat verhandelt werden.

Wiederaufbau der deutschen Handelsflotte.

Reuter meldet aus Neuyork: Der Generaldirektor der Hamburg-Amerika-Linie, Enno, der an Bord der „Mougols" nach Europa reist, erklärte, daß die Ham­burg-Amerikalinie binnen 5 Jahren etwa H ihrer Bor- kriegsflotte wieder erbauen werde. Ste werde größten­teils aus modernen Frachtdampfern von 5000 bis. 1'2 000 Tonnen bestehen. Einige dieser Schiffe würden mit Em- richtungen zur Aufnahme einer kleinen Anzahl von Fahrgästen versehen werden. Ferner wurden 2 Schiffe von 22 000 Tonnen für den transatlantischen Verkehr gebaut werden, die 1923 fertiggestellt sein würden.

•e

Ein nochmaliges Nolopfer.

Das Netchskavinett hat am Freitag der nochma- ligen Erhebung einet Bermögensabgabe lRekchsvot- opfer) zugestimmt. Die Einzelheiten für die Erhebung nnd ihre prozentuale Höhe werden unumchr vom Reichsfinanzminister fertiggestellt werde«. Die Bor­lage auf Abgabe eines Bermdgensanterls an das Reich wird dem Reichstage als letzte der neuen Steuervor­lagen ruaehe«.

Der Hölz-Prozev.

eitschenhagen wiederum

er-

Jm Hölz-Prozetz kam es am Freitag nehmung des Angeklagten über die Er Gutsbesitzers Hetz in Reits^...:..„... regten Szenen. Hölz erklärte, wenn es nicht gelingen sollte, ihm einen Mord nachzuweisen, so wisse er ganz genau, daß die bürgerliche Gesellschaft, die­ses Pack von Ausbeutern und Meuchelmördern, ihn durch Meuchelmord beseitigen werde. Auf Entgegnung des Vorsitzenden, Hölz möge keinen solchen Unsinn re­den, ruft der Verteidiger Justizrat Proh dazwischen, daS sei kein Unsinn, man solle nur an Gareis, Sylt, Lieb­knecht usw. deuten. Hölz brüllt nunmehr den Vorsitzen­den an, er möge nur zugeben, daß ihm als Mitglied der bürgerlichen Parasitengesellschaft höchst angenehm

wäre, wenn er, Hölz, ermordet würde. Als der Vor­sitzende dies als dummes Zeug bezeichnet, brüllt Hölz den Vorsitzender mit den Worten an: Sie haben doch den Auftrag, mich wegen Mordes zu verurteilen, leug­nen Sie nicht. Warum lassen Sie denn nur ihre bür-i gerliche Parasttenbaude, die Ausbeuter und Aussauger,, in den Saal hinein, weil Sie Angst vor dem revolutio­nären Proletariat haben. Weshalb umgeben Sie sich mit der bewaffneten Macht, weil Sie einen Mord kon­struieren und mich verurteilen wollen. Nachdem der Vorsitzende ihn zür Ruhe ermähnt, und erklärt hat, daß' nur die Zeugen für das Gericht maßgebend seien, äu­ßert sich Hölz über die Erschießung des Gutsbesitzers' Hetz. Er behauptet, an jenem Tage überhaupt ohne Waffe gewesen zu sein. Der Vorsitzende bemerkt dazu,, daß Hetz vor seinem Hause von 11 Kugeln getroffen- worden sei. Zeugen hätten bekundet, daß Hölz selbst dem ersten Schutz abgegeben habe, dann den Hund des Hetz- erschossen, sodann noch einmal auf Hetz gefeuert habe un>, schließlich eine Salve hätte abgeben lassen.

Weitere Prozesie gegen Hölz.

** Im Hölz-Prozetz wurde am Freitag bekannt ge­geben, daß Hölz nach seiner Aburteilung in Berlin noch von vier Staatsanwaltschaften zur Aburteilung ver­langt wird. Allein im Freistaat Sachsen werden ihm noch 16 gemeine Verbrechen zur Last gelegt.

Die Kommunist n fordern Genugtuung.

Kommunisten geforderte rung ab.

Nach den Feststellungen des Aeltestenausschuises des Reichstages bezieht sich der zustimmende Zuruf des Ab--- geordneten Mittelmann nur auf die Ausführungen, daß die „Kommunisten keine Deutschen seien", nicht aver, daß; sie „kalt erledigt" werden würden. Man muß sich hier über die Empfindlichkeit der Kommunisten wundern, die sonst im Parteistreit meistens nicht die Worte auf die Goldwage legen und die den Kampf mn die kommu­nistischen Ideen in der schärfsten Weise ankündigen und dabei häufig die schwersten Angriffe und Borwürfe er­heben. Bei einer gerechten Beurtellung muß man zu dem Ergebnis kommen, daß hier wirklich kein Anlaß vor- liegt, aus den Vorkommnissen im Reichstag Kapital schlagen zu wollen, wie es aus der nachstehenden Mel­dung hervorgeht. Am allerwenigsten hätten die Kom­munisten hierzu Anlaß.

Kommunistische Agitario«.

»* Der Berliner Arbeitslosenrat hat Freitag abend beschlossen, sich der kommunistischen Reichstagsfraktion für Aktionen aus Anlaß der Beleidigung des deutsche>r Proletariats durch den Abgeordneten Dr. Mittelmann zur Verfügung zu stellen. Für Sonnabend sind vorn Er- werbslofenrüt allgemeine Spaziergänge der Arbeitslo- sen nach dem Reichstagsgebäude angekündigt worden.

Gegen die politischen Unruhestifter.

** In einer Versammlung in München sprach der Abgeordnete Dr. v. Knilling von der Bäuerischen Volkspartei über die politische Lage. Er dankte der Regierung für ihre mannhafte Haltung in der Ettnooh- nerwehrfrage und erklärte zu den jüngsten Ereignissen: Jeder vernünftige Mensch müßte die Ermordung des Abgeordneten Gareis verurteilen, es sei aber unver­antwortlich, die Ermordung eines einzelnen Menschen, für den Aufruhr der ganzen Bevölkerung und für den Sturz der Regierung auszunutzen.

Bulgarisch-serbische Annäherungspläae.

x Der bulgarische Ministerpräsident Stambulinsky, und der bulgarische Minister des Innern hatten in Bel­grad eine Konferenz mit dem südslawischen Minister­präsidenten Pasitsch. In der Konferenz machte Starn- bulinsky bestimmte Vorschläge für den Eintritt Bulga riens in die Föderation mit Südslawien. Pasitsch ver­sprach, diesen Gedanken zu unterstützen.

Fortdauer des englischen BergarbeitersireikS.

** Das definitive Resultat der Abstimmung in der englischen Bergarbeiterschaft ist jetzt bekannt geworden . Die Bergarbeiter haben mit großer Mehrheit die neuen Vorschläge der Bergwerksbesitzer abgelehnt und sich für die Fortsetzung des Streiks entschlossen.

Anwachsen des Arbeitslosenheeres.

Berlin. Die Zahl der Arbettslosen ist in den ersten < beiden Wochen des Monats Juni um 5885 gestiegen.

Schießerei bei einer Gareis-Demonstration.

** Tilsit. (F. G.-A.) Anläßlich einer Demonstra­tion wegen der Ermordung des baverittben Abaeordne-