HersMer Tageblatt
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yersfelöer KreisöSaLt"
/imtlichrr Anzeiger für den Kreis HersfelS
: Erscheint jeden Wochentag. <• der Bezugspreis bt- X • trägt im voraus zahlbar, für Hersfeld 7.50 Mark, : J durch die Post bezogen 7.80 Mark, bei freier Za» ; ! stellung ins Haus. ❖ druck und Verlag von Ludwig ‘ Sunfs Buchdruckerei in Hersfeld. !
Nr. 140
neuer Vormarsch der Engländer.
Räumung des Annabergs durch den Selbstschutz.
o* Die Hoffnung, daß es zwischen der Interalliierte Kommission und dem deutschen Zwölferausschuß doch noch zu einer Einigung kommen würde, hat Nicht getrogen. Der Selbstschutz wird den Aunaberg räumen, Safür aber von der Interalliierten Kommission die Erfüllung entsprechender Garantien verlangen und znge- billigt erhalten. Alle Nachrichten aus dem Aufstands- Mbiet lasten ein Abnehmen der Kampftätigkeit erkennen. Durch das Einrücken der Engländer in Zembowitz wur- Den die Polen genötigt, ihre Angriffe aus Pruskau ein- zustellen. Die englischen Truppenverbände sind aber zu schwach, um die deutsche Bevölkerung überall vor den Drängsalierungen der Polen zu schlitzen. Die Engländer sind am Donnerstag in Ratibor, Ferdinandshof, Alt- Hammer, Salesche, Soppitz und Guttentag eingezogen, französische Truppen in Jacobswald und Kostellitz. Die Polen zogen in östlicher Richtung ab. Ju ZÄenze, einer Vorstadt von Kattowitz, sind englische Truppen einge- troffen.
^ Oppeln. (B. T.) Eine Reihe von Ortschaften der Kreise Kosel, Rattbor und Groß-Strehlitz ist nach Zu- rückweichen der Insurgenten von englischen Truppen besetzt worden. Zluch die Städte Guttentag, Tarnowltz und Kannttzan wurden von den polnischen Banden geräumt und von alliierten Kommandos besetzt.
Wirth rät Höfer zum Rückzug.
**■ Wie der Berliner Vertreter des „Petit Parrsten seinem Blatte telegraphiert, hat der Reichskanzler Wirth Sem deutschen General Höfer in Oberschlesien die Er- fiillung der alliierten Forderungen nach Räumung der vom deutschen Selbstschutz besetzten Gebiete dringlichst nahe gelegt. — Ueber Bebra-Etsenach sind am Donnerstag wieder zwei Züge mit weiteren englischen Truppen
nahe gelegt. Mg wieder l. nach Oppeln gef<
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Die franzöfisch-englischen Unstimmigkeiten.
»* Die Verlegung des englischen Hauptquartiers von Oppeln nach Groß-Strehlitz ist auf Unstimmigkeiten zwischen dem englischen General Jennifer und dem französischen General Lerond zurückzuführen. Als General Lerond erklärte, die Säuberungsaktwn durch die alliierten Truppen solle unterbleiben, bis der Zwölferausschutz die Bedingungen Korfawys anerkannt habe, erklärte General Henniker: Die SüuberungsÄtion wird doch fortgesetzt ohne Rücksicht auf die Verhandlungem Da von dem Zwölferausschuß der Parteien und Gewerkschaften eine Abordnung nach Berlin berufen ist, konnte noch keine Entscheidung getroffen werden. Der Zwöl- ferausschub handelt im Einvernehmen mit der Reichs- regierung und wird feine Beschlüsse der Interalliierten
Rücktritt des englischen Abstimmungskommissars.
. w. Die „OberschlesisHe Volkszeitung" meldet, daß der englische Absttmmungskommissar aus „Gesundhettsrück- firbten" zurückgetreien ist. Er hat den deutschen Beamten für ihre korrekte und pflichttreue Hattung seine^^Anerkennung ausgesprochen. — Die TattÄett ^A bolschewistischen Aufrührer nimmt nach, den der Jnteralltter- -ten Kommission zugegangenen Meldungen in Oberschle- sten zu. .
% Eine Geisel-Liste.
Von amtlicher Seite wird ein Verzeichnis der nn Äreise Rosenberg als Geiseln intermerten Deutschen berausaegeben. Dieses Verzeichnis, das 93 Namen auf- führt, umfaßt nicht nur Angehörige der geistigen Berufe mnd der wohlhabenden Stände, sondern auch ^^ele Na-
Sonnabend, den 18. Juni
Grundzüge der Aufgaben dar, die sich an den Wiederaufbau Frankreichs knüpfen. Die erste Frage, die sich aus der Tatsache ergibt, daß Frankreichs Anteil an den Reparationsforderurrgen der Alliierten nur 52 Prozent beträgt, lautet: Wie ist es möglich, die ReparÄion, die in drei bis vier Jahren beendet sein soll, so zu verteilen, daß diese gewaltige Masse nicht die Jahresaus- trahmefäyigkeit Frankreichs an Reparationsleistungen erheblich über steigt? Die zweite Aufgabe besteht in der im Ultimatum selbst vorgesehenen Ersetzung des In- Sex von 26 Prozent durch eine andere Vereinbarung. Diesseits und jenseits der Grenze setzt sich die Erkenntnis durch, daß dieser Index kein glücklicher Maßstab ist. Zunächst entwertet er die Bonds, Die in französischem Besitz sind, fernerhin entwertet er den deutschen Kredtt. Mtt der Frage des Index hängt eng zusammen das Problem der Goldleistungen oder das, oa effekttves Gold nicht vorhanden ist, der Devisen- l e i st u n g e n in diesem gewaltigen Umfange. Es ist möguch und nötig, dafür zu sorgen, daß das uns gegenwärtig obliegende hasttge Devisenkaufen aufhört. Auch wenn diese Devisen aufgebracht werden könnten, würde die Folge eine vollkommene Zerrüttung des internationalen Geldmarktes seim Ueber diesen Fragenkourplex werden also Verständigungen getroffen werden müssen.
Die Preisfrage bei den S a ch l e i st u n g e n wird eine große, vielleicht die größte Rolle spielen. Es muß ein Blaßstab gefunden werden, der Preisfestsetzungen in gerechter Weise ermöglicht. Neben der Preisfrage steht die Finanzierungsfrage. Man kann nicht erwarten, daß Frankreich in einem Jahre gänzlich auf De- visenempsang verzichtet, oder ins Debet kommt, falls in dein betreffenden Jahre Zahlungsansprüche gestellt werden.
Die Arbeitsleistungen werden verhältnismäßig zurücktreten. Es wird kaum möglich sein, Hun- derttäusende von Arbeitern nach Frankreich zu entsenden. Von den Arbeiten, die hauptsächlich für deutsche Arbeiter in Frage fönten, sind bereits viele geschehen. Bei dem Wiederaufbau werden hauptsächlich Einzelarbetten in großem Umfange zu leisten sein, bei denen es schwer sein wird, Tausende von deutschen Arbeitern in französischen Städten unterzubringen.
Bezüglich der Beratungen in Wresbadcn hob der Minister hervor, daß die öffentliche Meinung in Frankreich und einem Teil des übrigen Auslandes jetzt noch geteilt sei. Eine Reihe von Vertretern von wirttchastlichen und politischen Kreisen halten den Weg des Diktats, des politischen Druckes immer noch für den richtigem Es war deshalb eine entflossene und staats- männische Tat des französischen Ministers der bereiten Gebiete, daß er sich entschloß, nach Wkesbaden zu gehen und persönliche Verhandlungen zu führen, eine TÄ, die in Frankreich nicht widerkoruchslos geblieben ist.
19581
_______ 2 2" t erwarte. Die Friste» eritrecken sich vom 28. Mai bis zum 28. September 102L Im Laufe dieses Zettabschnittes seien 960000 Kubikmeter Holz zu liefern, die unter Frankreich, Italien und Belgien verteilt werden.
Rückkauf abgelieferter Schiffe?
** Reuter meldet: Es besteht Grund zur Annahme daß verschiedene Reeder die ihnen von der Wiederherstellungskommission überwiesenen Schiffe wieder an Deutschland verkaufen oder mit deutscher Besatzung versehen werden. Der Wert der Schiffe soll ungefähr
tung der vorgeschriebenen Fristen erstrecken sich vom 28. Mai bis M
300 000 Pfund Sterling betragen.
Die Zwangsmatznahmen am Rhein.
-w Berlin. Der französische Botschafter hat der Reichsregierung mitgeteilt, daß Frankreich auf die von Deutschland gewünschte Aufhebung der RheiulcMd-„Sanktto- nen" eine Entscheidung nicht geben könne. Die Aufhebung der „Sanktionen" sei nur auf Beschluß des Obersten RÄes möglich, der Ende dieses Ntonats zusam- mentrete.
Pünktliche Diktats-Erfüllung.
Rotterdam. Wie die „Times" melden, wurde in der Botschafterkonferenz am Donnerstag festgestellt, daß Deutschland die durch das Ultimatum Übernommene« Verpflichtungen bisher pünktlich erfüllt hat. Ein englischer Antrag, in die Prüfung der Aufhebung der Rhein- lanö-„Sankttonen" einzutreten, wurde dem Obersten Rat zur Entscheidung überwiesen.
Die rückständigen Kohlenlieferungen.
»^ Genf. Laut dem „Temps" hat die deutsche Regierung erklärt, die rückständigen Kohlenlieferungen seienu nicht durchzuführen, solange die oberschlesischen Kohles für Deutschland nicht greifbar sind. Dem „Temps" zu-l folge wird der Oberste Rat in seiner nächsten SitzunM sich mit dieser Weigerung der deutschen Regierung befassen. „ ....... „
** Genf. Dem „Journal" zufolge hat Kabinett die Sachverständigen für die 5 den Deutschen, die zwischen Sem 24. un ginnen sollen, ernannt. Es sind die gl
i das französische Beratungen mit .'
langen in Spaa und London gegenüberstanden. Die Vollmachten der frcmzösischen Delegierten sind dahin fest-^ gelegt, daß sie nur zur JnsormÄtmn verhandeln dürfen.
Das Schicksal der deuffche« Kolouieu.
•w Paris. <D. A. Z.) In der kommenden Sitzung des Völkerbundsrates soll auch die Mandatsfrage der deut-^ scheu Kolouieu zur Behandlung kommen. Eine definitive Entscheidung wird aber erst getroffen werden, nachdem Amerika dem Völkerbünde wieder angehört.
den
Oeffentlichkett gegenüber gelösten yave.
Bei den Verhandlungen sind auf beiden Serien mit voller Loyalität die Schwierigkeiten anerkannt worden, die auf Seiten des Gegeuparts bestanden. Die Verhandlungen beschäftigten sich an beiden Ta^n «ü den frisierten generellen Problemen. Der Munster betonte, er habe die volle Objektivität empfunden, mit der Herr Loucheur die Interessen seines Landes vertrat.
Was die deutsche Seite des Problems anlangt, so wird es sich um die Schaffung eines Organismus handeln, der in großem Umfange rn der Lage rst, Aufträge von Frankreich entgegenzunehmen und sie der Bearbeitung auf deutscher^Seite zuzuführ wird in Deutschland eint
________ zuzufWren, Ferner ,vll.v ... ........ _„;e Organisation geschaffen wer
den müßen, die den berechtigten Ansprüchen genügt, die einerseits von den verschiedenen Lanoesteilen auf Mit- beteiligung, andererseits von den verschiedenen Berufs- ständen gestellt werden. Bez""" *
ganisation bemerktes^. ,
Bezüglich der Formen der Or- Mmister, daß er weder eine
Der 2 ' Wiederau'
u ^ Aus dem oberschlesischen Industriegebiet HÄ eine große Auswanderung von Flüchtlingen eingesetzt. In Oppeln sind allein 3000 deutsche Flüchtlinge erngetros- In ganz Oberschlesien finden Zwangsrekrutierun- gen durch die Polen statt. Ein Ententezug, der täglich zwischen Oppeln und Kattowitz verkehrt, ist bei Hinden- ^«rg beschossen worden. Zwei Franzosen wurden ver- wuu>^' - . , . ^ ^°. "!^
^ Verschleppte Deutsche. ^ . ,, . -
Nack^ein^r in Oppeln eingegaugenen Meldung ver- süüedener Enteinx^ffiziere und Geistlicher befinden. sich in dem pottlischen ^nternierungslager Neuberun über SwÄ SÄ ta“ÄÄ ^ Teilerfolg des Oppelner Aerztestrecks.
. ^ Der Oppelner Aerztestreik hat zu einem Teilerfolg aefübrt. Die Interalliierte Ltonrmisswn hat erklären lassen, daß sie die der Verhaftung und Mrtzhandlung des » ^Freund beschuldigten Beamten entlasten und aus ^ ^ ' ^rbnimmungsgebiet abgeschoben hat. Eine Bestra- R L L fiamöMZm OffMers, der der Mißhandlung 2 lahnnhiitc. ist jedoch noch lttcht erfolgt. Die Aerzte ha- l • ^™wfir beschossen/nurden englischen und italie- l Nischen Mitgliedern ihre Hilfe angedeihen zu lassen.
Mtgenau üöer die Reparationsfroge.
Der Reichsminister für Me^raustau Dr Rathe- «a« legte im Ausschutz des Relchswirtschaftsrates die
einseitig
Mister betonte schließlich, daß die Ausgabe des aues noch nicht gesichert sei. Man könne nicht - Frankreich es
orschlägen zU- Mng, die die
wolle und daß es den ihm gemachten stimmt Er hoffe aber, daß diese m erste im engsten Kreise zwischen verantwortlichen StaÄZ- leuten beider Larröer seit Beginn des Krieges gewesen ist, zur Fortsetzung der Beziehungen und zur ^Auffindung einer Lwung führen wird. Gelingt das und konum die Lasten des Ultimatums für Deuffchland eintgsrnrayen dadurch tragbar gemacht werden, daß sie m Sach- und Arbeitsleistungen verwandelt werden, so hegt nicht mehr allein eine Wirtschaftsaufgabe der Konkurrenz schaft vor, sondern zum ersten Male die Aufgabe einer großen Nationalwirtschaft.
8* Wie wir aus zuverlässiger parlamentarischer" Quelle erfahren, HÄ das Reichskabinett am Donners-- tag früh folgenden neuen Steuervorlagen des Reichs- finanzministeriums seine Zustimmung erteilt: der Umsatzsteuer, der Körperschaftssteuer und der netten Kod- lenftener. Ueber das Ausmaß der neuen Steuerbela- ftungen wird Stillschweigen bewahrt. Die Vorlagen gehen mit Beschleunigung an den Reichsrat. Ueber die neue Zuckersteuer, die Branntweinsteuer, die Tadak- «nd Zigarettenstcuer dauern die Beratungen im Reichs- finanzministertum noch an.
Butterausfuhrverbot in Süddeutschland.
** Nach Bayern hat nunmehr auch Württemberg die Ausfuhr von Butter verboten. Die Reichsregterung muß gegen diesen Verstoß gegen die soeben angeordnete freie Wirtschaft durch die füddeutsch^n Regierungen fort tfnjcijidten. . - ^ — • ’
Oe^ou die Getreidebewirtschaftnug.
I »^Der Verband der preußischen Landkreise hat tn- Berlin seine diesjährige außerordentliche Mitgliederversammlung abgehalten, die von 280 Kreisvertretern
Die ungeheure« Reparationsverpflichtungen.
Der Reparattonsausschutz teilt in einer offiziellen Verlarttbarung mit, daß die deutsche Regierung zu der im Londoner Abkommen vorgesehenen ^ist ^om 1. ^Är eine Gesamtschuldverschrelbung üvtt zwölf Milllarden Goldmark übergeben werde, eine Entscheidung, dre im Einvernehmen mit den Deutsr^n getromn worden sei. Hierzu bemerkt der „Temps", daß diese Schuldverschreibung, die ein Anerkenntnis des ersten Tettes der deutschen Schuld darstelle, später in eine gewrsic! Anzahl von Obligationen nach Ueberemkunft der alliierten Machte eingeteilt werden soll. Dieser Teil der Schrttd soll o Ä‘ ^ÄäSÄuÄv«“^ SäS««ÄÄ» gierung daran erinnert, daß sie eine strenge Jnnehal-
Machte
an den Reichspräsidenten und an die zuständigen M- uMrien abgesandt wurden einstimmig gefaßt: Die heute in Berlin versümmesiten Vertreter von 280 preußischen Landkreisen erklären sich einstimmig gegen eine vollständige Umgestaltung der Erfassung des Brotgetreides durch ein Umlageverfahren. Mer Wochen vor der Ernte stehen die Kreise vor einer technisch undurchführbaren
ren läßt und zu einer Erschütterung der VolksernSS- rung führen muß.
Neue Abenteuerpläne Sxböuig Karls.
w- Am 20. August feiern die Ungarn als Nattonalsest den St. Stephanstag. Der 20. August dieses TageS soll ein historischer Tag werden. An thm null Karl von Habsbnrg sein ungarisches Osterabenteuer wiederholen. Dieses Datum ist von den Legittmisten schon Äs Strch- tag festgesetzt worden, Äs der Exkaiser nach Osten: Steinamanger verlassen und rmter dem gemischten Schutz der Ententeoffiziere und SoziÄdenwkraten durch Deutsch-Oesterreich nach der Schweiz zurückreifen muß Karl von Habsburg hatte den Schweizer Bundesrat gebeten, ihm den Aufenthalt bis zum August zu gestatten. ■ Dann werde er die Schweiz verlassen. Die spanische Regierung hat jüngst dementiert, daß Exkönig Karl um ein Asylrecht auf spanischem Boden nachgesucht habe, e r will zurück nach Ungarn.