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Hersfelöer Tageblatt

I O erscheint jeden Wochentag.» der Bezugspreis^ ;

r trägt im voraus zahlbar, für siersfeld 7.S0 Mark, :

V f : durch die Post bezogen 7.80 Mark, bei freier Zu. :

f F H : stellung ins Haus. * Druck und Verlag von Ludwig r

Amtlicher Mzerger für den Kreis yersfelö = ^^j

Nr. 139 Montag, den 6. Juni 1 1921

r Anzeigenpreis für die einspaltige Petitzeile oder : | deren Raum Wpfennig, für auswärts 60 Pfennig, : die Reklamezeile 1.50 Mark. Bei Wiederholungen : r Nachlaß. §ür die Schriftleitung verantwortlich * I Kranz Kunk in Hersfeld. Kernsprecher Nr. 8. :

i erscheint jeden Wochentag.» der Bezugspreis be- r trägt im voraus zahlbar, für Hersfeld 7.50 Mark, : durch die Post bezogen 7.80 Mark, bei freier Zu- : stellung ins hau». Druck und Verlag von Ludwig Kunks Buchdruckerei in Hersfeld.

Die Gewaltmatznaymen»

W. W.

ZFerhandlungen im März führte der Verband sofort die ««gedrohten Strafmaßnahmen durch. Duisburg, Düs- Neldorf und Ruhrort wurden besetzt, ebenso eine Zoll- Linie errichtet, die den inneren Markt Deutschlands in Lwei Teile riß. Diese Strafmaßnahmen waren an sich Wertrags- und rechtswidrig. Nach dem Wortlaut des Vertrages waren Strafmaßnahmen überhaupt erst nach Fern 1. Mai 1921 und nnr dann zulässig, wenn Deutsch­land absichtlich mit seinen Leistungen in Verzug geriet. Nun hat Deutschland die Forderungen des Londoner Ultimatums, die über die Pariser Beschlüsse vielfach noch hinausgeüen. glatt und ohne Vorbehalt angenommen. Die Rechtslage ist nun so: Das Londoner Ultimatum erledigt an sich die Pariser Beschlüsse. Deshalb, weil Deutschland diese Pariser Beschlüsse nicht annahm, sind keine Str-------- ' ------- ^

ig. Diese Beschlüsse be- e sind untergegangen und : Ultimatum. Selbsttätig

stehen überhaupt nicht meh svcrbralicht durch das Lond

Hätte also die Aufhebung der Zwangsmaßnahmen er- Kolgen müssen. Dazu trifft Frankreich indessen noch micht die geringsten Vorbereitungen. Im Gegenteil, es Meint sich in den widerrechtlich

töten Bau

dauernd einrichten zu wollen. E. ---------- von Kasernen und Schießplätzen, was wieder bre Be- ffatzungskosten erhöht, also neue Lasten für Deutschland Darstellr. Dies umsomehr, als der Bau von Kasernen -angesichts der Entwertung des Geldes Dutzende von Millionen Papiermark verschlingen würde. Nun heißt Es allerdings, daß bei der Zusammenkunft in Boulogne auch die Frage der Aufhebung der Gewaltmaßnahmen Äur Besprechung kommen solle. England ist mit der Aushebung einverstanden, ebenso Italien. Ist das der Fall, so ist nicht einzusehen, warum nicht in Parrs die Aufhebung schon angeregt und durchgesetzt wurde. Es muß und kann doch auch dem Verband nicht gleichgültig sein, daß er Deutschland gegenüber Vertragsbrüche ge­worden ist. Selbst die Forderung der 12 Milliarden Goldmark, die ursprünglich auch am 1. Mai fällig sein sollten, begründet nachträglich nicht die Besetzung Der Wertrag erkennt ja an, daß von Deutschland mchts Mr-

Frankreich bleibt im Harnisch.

w- Gens. DerTemps" meldet: Die am L Juni ab­gelaufene Frist der Mobilmachung der Truppen des 20. Armeekorps (Nancy) ist bis zum 31. Juni verlängert worden. Die Truppen sind am 28. April für die Be­setzung des Ruhrgebietes mobilisiert worden.

Deutschlands Zulassung zum Völkerbund.

W Loudom (V. Z.) Der Generalrat des Völkerbun­des hat auf seiner Sitzung am Freitag mit großer Mehr­heit eine Resolution angenommemn, daß Deutschland bei der nächsten Zusammenkunft des Völkerbundes als Mit­glied zugelassen werden soll. Lord Grey wurde als Prä­sident wieder gewählt. Sir Robert Cecil bezeichnete es als einen großen Vorteil für den Wiederaufbau Euro­pas, wenn es gelänge, Oesterreich wieder lebensfähig an machen. Das Finanzkomitee des Völkerbundes yar einen Bericht über die österreichische Frage erstattet. Der englische Handel gegen die deutsche Ausfuhravgabe.

^ Rotterdam. DerCourant" meldet aus London: n Handelskammer in Liver-

Die Tagung der engli pool am 1. Juni hat s Bett gegen den Fortbestand oer Wprozenngen N abgabe auf die deutschen Waren ausgesprochen.

Die Friedensfrage in Amerika.

Aus Washington wird gemeldet: Der Ausschutz des Repräsentantenhauses für auswärtige Angelegenheiten beschloß, dem Hause die Resolution Porter zugehen zu lassen, die die Aufhebung des Kriegszustandes zwischen den Bereinigten Staaten einerseits und Deutschland und Oesterreich andererseits vorsieht. Diese Resolution gU an die Stelle der Resolution Knox treten. Porter, orsitzender des Ausschusses, erklärte, seine Resoluttmi werde dem Repräsentantenhaus in der nächsten Woche zur sofortigen Beratung unterbreitet werden.

Vergebliche Liebesmüh.

Gelegentlich eines Festessens in Koblenz hielt der französische Kriegsminister Barthou dort eine Ansprache, in der er sagte: Wir befinden uns an dem Ufer des Rheines, an dessen Annexion Frankreich niemals rm Ernst gedacht hat. Ich betone das ausdrücklich im Na­men der französischen Regierung. Aber die franzonsche Zivilisation (I!) ist in der Lore, die Bevölkerung der,

Uebersall auf Pletz.

o* Nach zuverlässigen Meldungen aus Oppelu sirw in der Nacht vom 1. zum 2. Juni die polnische« Insurgen­ten in Pletz eingerückt. Sie haben dort die deutsche Ab­stimmungspolizei in der Stärke von etwa 60 Mann ge- fauge« genommen und verschleppt. Auch ist eine Anzahl deutscher Bürger weggeführt worden. In einigen Fäl­len sind hohe Lösegelder erpreßt worden. In der StE liegt eine Eskadron französischer Dragoner tu der Starke von etwa 45 Mann. Da bereits seit einigen Tagen die Besetzung der Stadt durch Insurgenten zu befürchten war, bemühte sich der' itaüenische Kreiskontrolleur, die Apo in Sicherheit zu bringen. Er Besam aber aus Glei­witz/ wohin er seinen Adjutanten schickte, keine geeig­neten Beförderungsmittel. Indes erklärte der franzö­sische Abgeordnete des Kreiskontrolleurs diesem aus­

Truppen haben aber dem Anrücken der Jusurgente« keinen Widerstand entgegengesetzt. Nach einer späteren Meldung haben die Insurgenten auf das Ultimatum des italienischen Kommissars Pletz wieder geräumt; ein Teil der Verschleppten ist zurückgekehrt.

Polnische Bestialitäten.

m< Die Deutschen, die in polnische Gefangenschaft ge­raten, werden furchtbar mißhandett. Noch schlimm^ ergeht es den Verwundeten, die den Polen in die Hände fallen. So ist am Freitag bei Kreuzburg ein deutscher Offizier vollständig anegezogen, an einen Baum ge­bunden, tot vorgefunden worden. Die Polen patten ihn in diesem Zustande der Sonnenhitze ausgesetzt. Die Leiche wurde nach Kreuzburg zurückgebracht.

Pole« unterstützt seine Räuberbande«.

s* Die KopenhagenerNational Tidende" meldet cms Warschan: Die polnische Regierung bewilligtes Mil­lionen Mark für die Unterstützung der polnischen Opfer des Aufstandes in Oberschlesien.

o* Die Polen sind am Freitag

L vom s«-

auf dem anderen Ufer klar gewesen. Zu pritfen Bietet schließlich noch, ob nicht der Verbarg in Hinsicht auf die widerrechtliche Besetzung zum Schadenersatz ver-

pflichtet ist.

Die Zollgrenze.

w Aus einer neuen Verfügung der interalliierten Rheinlandkommission ist zu entnehmen, daß die Kom­mission noch mit einer längeren Aufrechterhaltung der unberechtigten Rhein-Zollinie rechnet. Die Kommission hat, wie aus Koblenz gemeldet wird, verfugt, daß m Abwesenheit von deutschen Zollbeamten oder im ^alte der Verweigerung der dienstlichen Dblregenheiwn durch diese die interalliierten Zollbearnten dieselbe Mach, be- sitzen, soweit es sich um die Durchführung der Zollbe- stimmungen handelt. Zuwiderhandlungen werden nach Den Bestimmungen der Besatzung-->beyorde oder nach deutschen Gesetzen bestraft.

Die Folge« des Zollkrieges.

w Der Mittelrheinische Fabrikbesitzerverein weist dar­auf hin. daß infolge der Zollgrenze am Rhern große Auf- Mige ausbleiben und daß demzufolge große Arbekter- entlassnngev unvermeidlich seien. In vielen Betrieben üeien über die Hälfte der in normalen Zeiten beschafttg- EtobSer entlassen. Die Ansicht in industriellen Krer-

Die Enteignung Deutschlands.

^ DieDaily Mail" meldet aus Paris: Die Garan- IKÄ* L ÄSSÄ 'MSL^L^

Den alliierten Kabinetten schon am 30. Mai zugegangen. Er schlägt eine Gesamtbeteiligung der in der Garantie- kommission vertretenen Staaten von zunächst fünf Mil­liarden Goldmark vor.

Schandtaten französischer Soldaten.

Aus Düsseldorf wird gemeldet: Die Uebersälle fran- zösiMer Zuppen auf friedliche Zivilisten häufen sich, so wurde ein friedlich seines Weges ziehender Bürger von einem Posten auf der Straße angehalten und durch Be­drohung mit der Schußwaffe zur Geldhergabe öezwun- ^A^t cyh piit^nt dttbCTcn »VdHc wurde eilt 33iiröer uns §W? Straße überfallen, mißhandelt und seiner Bar­schaft beraubt. Eine Frau wurde ohne jede ^-eranlas- inna von französischen Soldaten mit dem Seitengewehr tßesäß gestochen, so daß sie sich in ein Krankenhaus ZnInmr wsstn miißte. Vor einigen Tagen hat man einen alten Gemüsehändler, der angeblich »u nahe «r 4 auf der Fahrstraße stehenden belgischen Unteroffizie­ren vorübergefahreu ist, vom WWen gezerrk, m ein nalp gelegenes Soldatenquartter geschleppt und ihn dort » hinter verschlossenen Türen und Fenstern furchtbar miß- ; handelt. Evtwaffnttngsfor-eruuge«?

^ kieu? DemTemps" zufolge hat General Rollet eine Eingabe an den Botschafterrat gerichtet, um die Anslösuuä der Polizeiverbünde in Deutschland zu for- Ä^v nnd^ die Herausgabe des Verzeichnisses der in den Händ^ der sAmei kindlichen Waffen und Munition ?u v^anlasstu. Ein- Note des Botschafterrates ver­lasse in den nächsten Tagen Parts.

(Barthou kann mit seinem Phrasen dreschen höchstens die Entrüstung der rheinischen Bevölkerung hervorru- fen, nicht aber Sympathie erwerben. Dafür haben seine schwarzen Bestien schon gesorgt, die, wie aus der Rede Barthous so schön hervorgeht, die Pioniere für die fran­zösische Zivilisation sind.)

Der vierte Kriegsbeschnldiglenprozeh.

9* Leipzig. (L.-A.) Am Sonnabend hat vor dem Reichsgericht der vierte Kriegsbeschuldigten-Prozey be­gonnen. Er richtet sich gegen den Kapitänleutnant a. D. Karl Neumann, der beschuldigt wird, mit »emem U-Boot ein englisches Hospitalschiff versenkt zu haben. Die aus­ländischen Pressevertreter sind wieder in gro^r Zahl anwesend. Di e Zusammensetzung des Senats ist die gleiche wie in den vorhergegangenen Prozeß em Se- natspräfident Dr. Schmidt führt wieder den Vorsitz. Die englischen und französischen Regierungsvertreter sind vollzählig erschienen. Der Angeklagte bestreuet, sich schuldig gemacht zu haben.

Kapitäuleutnant Neumauu freigesprochen.

Leipzig. (F. G.-A.) In dem vierten Kriegsbeschul- digtenprozetz gegen den Kapitänleutnant a. D. Neumann wurde das Urteil gefällt. Neumann wurde fremeipro- chen; die Kosten wurden der Gerichtskasse zur Last ge­legt.

Neue Angriffe der Polen.

Nach den vorliegenden Meldungen ist an der ganzen, »on den Insurgenten besetzten Linie eine lebhafte Wie­deraufnahme der Kampfhandlungen festzustellen. Im Kreise Oppelu mußte Turawa von den deuttchen Ver­teidigern aeräumt werden, die 4 Tote und 8 Verwun­dete zu beklaaen hatten. Im Kreise Grotz-Strehlitz wurde Siawa durch einen polnischen Panzerzug vom Bahnhof Schimischow aus durch Artillerie der Aufftan- öiqen stark beschossen. Besonders heftige Kampfe, die ebenfalls durch polnische Artillerie vorbereitet und un­terstützt wurden, richteten die Insurgenten Aesen die deutiMen Verteidiger östlich von Annaberg. Die Hefti- gen Angriffe der Aufrührer scheiterten völlig. Tue Vor- ftöfte wurden mit starken Kräften wiederholt. Sie en- öeten gleichfalls mit einem Mißerfolg der Insurgenten. Lebhafte Kampftätigkeit herrscht auch im Kreise Kos<_l- Bei Brzesnitz und Gregorsowitz im Kreise Ratibor ver- sticktmr die Polen, über die Oder vorzudringen. Sie wurden zurückgeschlagen. Im Kreise Rosenberg wire Sn polnischen Aufrührern nach wie vor ^plündert. Ein weiteres Vorrücken der Engländer bei Stabendorf ist immer noch nicht erfolgt.

Kämpfe zwischen Franzosen «ud Justtrgevte«.

*. In Kattowitz kant es zu schweren Z«sammenstötze« zwischen den polnischen Jusurgenten and den fra«^ schen VesaHnngstrnppen. ..M» von den ^ Ä ScnÄl?» JAm wird-- ,?äI^ti*» »MMÄÄ

witz_____ließ der französische Kommandant den Polen. Nach einer anderen Meldung treffen immer mehr pol­nische reguläre Truppen in Oberschlesteu ein. In Tar- nowitz wurde eine .Kompagnie uniformierter polniiche

Der Vormarsch der Engländer.

o-» Aus Oppelu wird gemeldet: Freitag früh hat die Fortsetzung des Vormarsches der englischen Truppen begonnen. Von Grotz-Strehlitz und Bottnitz rücken die Engländer an der Eisenbahnlinie vor, die nach Gleiwitz führt. Ilm Freitag sind aus Oppeln englische Tanks ge­gen Kreuzburg und ein Fliegergeschwader in der Rich­tung auf Lublinitz abgegangen.

Sofortige Entscheidung über Oberschlesien.

England gibt den französische» Wünschen «icht nE ^Rotterdam. Reuter meldet: Das englische Ka­binett ist nicht in der Lage, einer Verschiebung der E«t scheiduna über Oberschlesien zuznstimmen. Die Wgl'- toe Reaiernna stimmt der Bildung einer neuen Sack-

verstänSigenkommission zur Prüfung der oberschlestschr« Frage nnr insofern zu, als es sich nicht um eine Ent­sendung der Kommission nach Oberschlefien handelt, son­dern darum, daß die Kommission lediglich zu dem Zwecke gebildet wird, die Frage über die Staatszugehorrstkert zu prüfen und der Konferenz des Obersten Rates Bor- schläge z« nnterbreiteu. Die englische Regierung betont die Dringlichkeit der Entscheidung der Alliierten, um die Ruhe in Oberschlesien wieder herzustellen.

Die kemMen lehnen das Londoner üökommen ab.

_ _ j Regierung betont

»kett der Entscheidung der Alliierten, «m die

w Der türkische Korrespondent der Havas-Agentur hatte an der cylicischerr Front eine Unterredung mit Munir Bei, der bekanntlich General Gourand die Ge-

daß das Londoner Abkommen zwischen der sranzösischen Regierung und Bakir Samt Bei die Vollmachten über- schreite, die den türkischen Unterhändlern etteitt wurden. Das Abkourmen verstoße gegen die polttrsche urw mtri= schaftliche Unabhängigkeit der Türken, tor Sie ine ttrr- kischen Nationalisten kampfen. Die Regierung w Angara verlange schleunige Räumung der von denstau- zosische« Truppen besetzten Gebiete. Manche türkischen Nationalisten nahmen den Stmldpunkt ecn, daß ^r aeaeirwärtige Schutz der türkischen Minderheit die Sicherheit der cylicischen Christen hinreichend gewähr­leiste.

Ein Protest an die Reichsregier««g.

^ Der Nafionalverband DeuMer Offiziere, der . Deutsche Offiziersbund und der VerbEd naüona . Soldaten haben ein Schreiben an die Relchsregiern. i gerichtet, in dem Protest dagegen erhoben unrd,daß der Antwortnote der deutschen Regierung anwe tute r- ^nii^c^ «niiiini-kommistion von einer Wiederkehr d^

alliierte Militärkommission von . .

Freikorpsmrwesens" die Rede ist. Das Schreiben '^ ö« Regierung die Verdienste auseinander, die dre Frei- korps in den Jahren 1918 und 1919 um diese^e Regie- rung erworben haben, die berste wieder am Ruder ut.

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