Wahlkreisvertretertag der Deutschen Bolks- parteiim Reichstagswahlkreis Hesjen-Nassau.
Von Freitag, den 27. bis Sonntag, den 29. Mai 1921 fand in Dillenburg ein Vertretertag der D. V. P. im R. W. «r. Hessen-Nassau statt. Der erste Tag war vornehmlich dem Empfang nnd der Begrüßung der zahlreich aus allen Teilen des Wahlkreises erschieneneü Vertreter gewidmet. Die gastgebenden Ortsgruppen Dillenburg, Waiger und Werborn hatten es sich nicht nehmen lassen, den Parteifreunden einen Begrüßungs- abend zu widmen, der in allen Teilen einen wohl- gelungenen Verlauf nahm und in dessen Mittelpunkt । ein ^ichtbildervortrag des Generals von Francvis Über die „Schlacht bei Tannenberg" stand. Der zweite Tag war dann den eigentlichen Verhandlungen mit umfänglicher, ausschl. politischen Fragen geltender Tagesordnung gewidmet. Der WaylkreiSvorsitzende, Stadtverordneter, Mittelschullehrer Landgrebe-Frank- furt eröffnete die Tagung mit dem Hinweis, daß auf Seüen tiefster Erniedrigung Zeiten umfänglichsten ^Ä?^«Ewen müssen. Nachdem er unserer bedrückten Volksgenossen in Oberschlesien mit warmen Worten gedacht hatte, erteilte er Herrn Reichstagsabgeordneten Geheimrat Dr. Rießer das Wort zu / einem Bcricht über die politische Lage. Der Referent wies zunächst darauf hin, daß durch die fast einjährige Mitarbeit der D. V. P. in der Regierung außer- »rdentlich viel geleistet worden sei, außerdem so manches Schädliche verhindert worden sei. Dann begründete ^vie Haltung der Fraktion zum Ultimatum. Mit packender Beredsamkeit schilderte er das nur unter den Gesichtspunkt heißester Vaterlandsliebe gestellte geistige Ringen um die tragbarste Lösung. Bei aller Würdigung des reinsten Wollens der Ja-Sager in der Fraktion gab er doch eine zwingende Darstellung aller Gründe, die letzten Endes eine erdrückende Mehrheit in der Fraktion für die Ablehnung des Ultimatums ergaben. Die durch den Austritt der D. B. aus »er Regiernng folgende Oppositionsstellung wird unter den Gesichtspunkt des Dienstes am Vaterland gestellt sein. Stürmischer Beifall dankte dem Redner. — Darauf gab Herr Landtagsabgeordneter Dr. Kalle- Biebrich einen Bericht über die Lage in Preußen. In scharfen Strichen entrollte er vor den Hörern die wechselvollen Bilder »er nach den Preutzenwahlen vollzogenen Umbildung der preußischen Regierung. Mit der klugen und warmherzigen Aufforderung, die positive Einstellung auf weite Sicht in der Politik der Kritik im Einzelfall voranzustellen, schloß der Nesebent seine überaus beifällig aufgenommenen Ausführungen. — Die Aussprache, in der die Einheitlichkeit der Auffassung in der Partei deutlich zum Ausdruck Sam, eröffnete mit eindrucksvollen Mitteilungen der NeichStagsabgeordnete Landwirt Hepp. Einstimmig iwurde folgende Entschließung angenommen:
„Der Vertretertag der D. V. P. des Wahlkreises Hessen-Nassau spricht der Reichstagsfraktion für ihre Haltung u. Entschließung gegenüber dem Ultimatum der Entente vollstes Vertrauen aus. Insbesondere würdigt der Vertretertag die Versuche der Parteileitung, beruhigende Husicherungen von fetten der 'Entente zu erhalten bezüglich des Ruhrgebietes, Äberschlesien, der Aufhebung der verhängten Sank-
Z Mben. .... ... ..... ......
Der Vertretertag erwartet, daß die D. V. P. nur in eine Regierung eintritt, in der unter voller Wahrung nationaler Würde eine gesunde Wirt- ffchaftliche und soziale Entwickelung unseres Volkes gewährleistet wird. Unabhängig von der Siellung- »ahme zum Ultimatum hält es der Vertretertag nach dessen Annahme durch eine Mehrheit für die Pflicht eines jeden Deutschen, sich für möglichste Steigerung der deutschen Produktion einzusetzen.
Der Vertretertag nimmt mit Empörung Kenntnis vvn den Gewalttaten, denen wehrlose deutsche Männer und Frauen in Oberschlesien schutzlos preiSgegeben itnb. Er erwartet, daß die Reichsregierung mit allen Mitteln für die Erhaltung des deutschen Ober- schlesiens eintreten wird. Auch für Oderschlesien gilt das Wort: Auf ewig ungeteilt."
Während des gemeinsamen Mittagsmahles im
Endlich gefunden.
Roman von HeSda v. Schwidt.
(Nachdruck verbot«.)
Tänzen habe ich leider nur noch die fünfte Quadrille frei, und ich fürchte, daß es zu der gar nicht komme» -So werde ich mich durch Rundtänze schadlos halte» müssen," entgegnete Reginald.
Erich Wald tanzte nicht. Der Landrat hatte ihn Es das ttebenswürÄgste eingeladen, den Ball rnitzu- machen, er war dieser Aufforderung auch ^dankbar ge- kol^ allein, tanzen mochte er nicht. Er kannte außer den Töchtern des Hauses keine der anwesenden Damen, war auch im Grunde zu stolz, um sich einer etwaigen Abweisung auszusetzen, falls er gewagt hatte, gleich Ln andern jungen Herren zum Tanze aufzuforderu Er fühlte sich auch so wohl in Doras Nahe, daß ihn eben nach nichts anderm verlangte, als ruhig auf seinem Sessel sitzen bleiben zu können. Dora gab sich so allerliebst natürlich, sprudelte„ von launigen Em- fällen, die doch heute jeder Schärfe, jedes verletzend wirkenden Spotts entbehrten.
Sie und Erich — die Doktorin warf nur ab und zu ein Wort in die Unterhawma, denn die Touren, die getanzt wurden, interessierten sie mehr — sprachen über alles Mögliche, auch über Litteratur:,M>ra hatte viel gelesen, leider auch manches, was Mädchen überhaupt ' nicht in die Hände bekonnnen sollten, doch besochsie zum Glück einen scharfen Verstand, der sie das Reine
< von den Schlacken sondern hieß. ~ . „
„Haben Sie den Rattenfänger von Hameln gelesen? fragte sie Erich, „ich meine das Epos von Julius Wolfs."
'' „Ja, gnädiges Fräulein.
SftittiX Verehrer Wolffs Mir geht ; jedoch nichts über den „wilden Jäger. ^Jetzt komme s ich natürlich nicht zum Lesen, derm im «vmmer heM
Kurhaus in Dillenburg regte LandtagLabgeordneter Schulrat Schwarzhaupt eine Sammlung für die Opfer des großen Brandes in Tann t. 0 Rhön an. Seine Worte fanden lauten Widerhall. Mehr als 1000 Mk. werden als Ergebnis der Sammlung den Abgebrannten überreicht werden.
Nach der Mittagspause nahm man noch die Berichte der Kommunallandtagsabgeordneten Pfarrer Meyer- Frankfurt, Studienrat Dr Becker-Cassel und Rechtsanwalt Dr. Krücke-Wiesbaden Über Kommunallandtag Wiesbaden, Lasset und über den Provinziallandtag entgegen. Ueber die Tätigkeit des Staatsrats berichtete Staatsrat Dr. Rumpf-Frankfurt. Auch hieran schloß sich eine interessante Aussprache. Mit dem freudigen Hinweis auf die Geschlossenheit »er Auffassung konnte der Wahlkreisvorsitzende die bedeutsame Tagung schließen.
Am gleichen Abend sprach noch Reichtagsabgeordneter Geh. Rat Rießer in einer stark besuchten öffentlichen Versammlung und fand einmütigen lebhaften Beifall. Am Sonntag schloß eine Kundgebung am Wilhelmsturm in Dillenburg, bei der Studienrat Dr. Becker-kassel kernige deutsche Worte fand, die Tagung würdig ab.
Bus der Heimat.
^An dem Nvrnlaunsteiu wird gebaut, umdie jetzt Leerstehenden Hallen durch den Einbau von sechs Stockwerken und einer Plattform zu einer Jugendherberge herzurichten. Die Geldmittel sind von einer katholischen Jugendorganisation aufgebracht worden.
— In »er Preutzisch-Süddeutscheu Klaffeulottexie wurden folgende Gewinne gezogen: 30000 Mark aus Nr. 105379, 15 000 Mark auf Nr. 235325, 10 000 Mark auf Nr. 22406 89484 148151, 5000 Mark auf Nr. 63779 175982 205614. (Ohne Gewähr.)
— Der sechste Monat unseres Jahres ist der Monat des üppigsten Wachstums, der Monat, in dem sich die Frucht entwickelt. Daher ist es von größter Wichtigkeit, wie sich in Mn das Wetter gestaltet. Es soll warm sein, soll aber auch genügend Nasse zeitigen, denn: „Soll gedeihen Korn und Wein, muß im Juni Wärme sein" und „Ist der Brachmonat warm und naß, füllt sich die Scheune und das Faß". Gleichen Wert wie ein warmer und feuchter Juni soll aber auch ein kalter und trockener haben, denn: „Brachmonat kühl und trocken, gibt was in die Milch zu brocken". Bon einem kalten und nassen Juni aber sagt man: „Brachmonat kalt und naß, läßt leer Scheune und Faß". Der heurige Juni dürfte aller Wahrscheinlichkeit nach ein warm-feuchter werden. Besonders erwünscht sind unseren Landwirten während des Juni Gewitter, denn: „Des Juni Gewitter erfreuen des Bauern Herz" und „Donnert's im Juni, gerät das Getreide gut". Als besonders wichtig • in meteorologischer Hinsicht gilt nur der Tag der Som- mersonnenwende. Von ihm heißt es: „Vier Tage vor und nach der Sonnenwende zeigen die heurige Witte- rung bis stach Michaelis an.: Ein altes Sprüchlein besagt ferner: „Heiß im Juni — kalt im Dezember".
— Heilfürsorge der Invalidenversicherung. Der Vorstand des Allgemeinen Deutschen Gewerkschaftsbun- des hat an den Reichskanzler und den Reichsarbeitsminister eine Eingabe gerichtet, in der er für ein Notgesetz eintritt, das die Versicherungsträger in den Stand setzt, für die Zwecke des Heilverfahrens besondere Beiträge zu erheben.
— Halber Fahrpreis für Schülerfahrten. Vom 1.
belehrenden Zwecken, .... Schulfahrten und für ....... ten nach und von Ferienkolonien, auch in der 4. Klasse zum halben Fahrpreis gewährt.
^ — -Arsettslown-Uttterstützuns für Sür»«tte«. Uev^. die gewerbliche Nebenarbeit der Studenten ist es zwischen dem Bund der entschiedenen Schulreformer mich dem Allgemeinen Deutschen Gewerkschaftsbund zu einer Vereinbarung gekommen. Hiernach soll jeder Studierende, dessen Existenzminimum nicht anderweitig gesichert ist, das Recht haben, durch den öffentlichen Arbeitsnachweis eine geeignete Halbtagsarbeit vermittelt zu erhalten. Sind auf dem betreffenden Arbeitsgebiet noch nicht alle arbeitsfähigen Vollarbester eingestellt, so soll dem Studierenden eine Arbeitslosenunterstützung zu den üblichen Sänen gewährt werden.
Fulda. Ein Einbruchsdiebsiahl wurde in einem Modewarengeschäft am Kaiserplatz verübt. Der Dieb stahl aus der Schaufensterauslage zwei Blusen und einen Hut und aus dem Laden 20 Kostüme.
es täglich früh Heraus, und am Abend bin ich so müde, daß ich nicht im stande bin ein Buch zur Hand zu
nehmen."
„Sie lieben Ihren Beruf?"
„Von ganzer Seele."
^Jhre Frau Tante," sagte Dora zögernd, „hat mir erzählt, wie fest Sie auf Ihrem Entschluß, Landwirt zu werden, bestanden haben. Ich weiß auch, daß Sie sich deshalb mit Ihrem Onkel erzürnt haben, und —"
sich deshalb — .„.,_„._______ . „______ ________ .....
Dora sprach jetzt ganz leise mit fliegendem Atem — „ich habe alle Achttrng vor dem festen Willen, mit dem Sie Ihrer Gesinnung treu geblieben sind, ich achte alle Menschen, die kein schwankendes Rohr im Würde sind, und —" die Stimme der jungen Dame sank noch mehr, sodaß Erich k«urm die Worte verstehen konnte — „ich möchte Sie um Verzeihung bitten, daß ich Sie oft durch mein Hochfahrendes Wesen verletzt habe. Glauben Sie mir, als ich so krank daniederlag, da, als mein wiederkehrendes Bewußtsein mir die letzten Ereigntsie vor meiner Krankheit ins Gedächnis rief, da ward es mir auch klar, wie gut Sie es mit Ihrer Warnung, die Falben betreffend, gemeint hatten, und wie häßlich ich Ihnen Ihren guten Rat gedankt habe. Wollen Sie mir verzeihen, Herr Wald?"
Dora hielt Erich bittend ihre etwas kräftig geformte Rechte im tadellos sitzenden Handschuh hm, er ergriff sie und umschloß sie sekundenlang unt feinen Fingern.
Ein heißes Rot stteg in seine Schläfen, rvie^öamals, als er neben Dora auf dem Bock des Char-ä-banc gesessen und sie ihn so hochmütig abgeferttgt hatte.
„Sie beschämen mich, Fräulein v. Nordlingen, stammelte er bewegt. ,
Sie sahen sich oeide in die Augen — blitzarttg grug es wie eine Erkenntnis, eine wortlose Verständigung
durch beider Seelen.
Fran Agnes hatte nichts gesehen und gehört, die Kutschtour, rvelche eben getanzt wurde. feil elfe ausschließlich ihre Aufmerksamkeit. Drei Paare aus der Mazurka fehlten, das eine. Fricdel und Mademoiselle Beamte, stellte sich eben wieder im Saale ein. Beide saHeu»sehr erhitzt aus und schienen keine Lust zu haben.
Hanau. Ein Einbruchsdrehstahl ist in einem An- , Wesen der Steinheimerlandstraße verübt worden. Außer den verschiedenartigsten Silbersachen siel den Dieben ein Herren- und ein Damenfahrrad in die Hände.
+ Frankfurt. Obgleich der Pferdebestand in Preu-' ßen seit der letzten Zählmra eine ausgiebige Steigerung c aufweist und gegen den Bestand von 1913 nur mit: 150 000 Tieren zurückbleibt, befinden sich die Pferdevreise ■ ständig im Steigen. Während 1913 Pferde je nach der' Gattung Mit 650—1250 Mark, 1^jährige Fohlen mit ; 500 -700 Mark bezahlt wurden, beträgt heute deren P Preis 14 000-35 000 Mark pro Tier bezw. 6000 Äs " 18 000 Mark für Fohlen, ja vereinzelt werden Pferde- preisc von 40 000—50 000 Mark angelegt. Dabei ist der Austrieb zu den Märkten fortwährend im Steigen begriffen. Man hofft nunmehr, den Preiswucher durch eine Pferdeeinfuhr aus den Ostländern zu unterbinden, da eine Einfuhr aus Belgien, Holland oder Schwede« nach dem Stande der Valuta nicht gut möglich ist.
+ Allerorts hört man Klagen und Beschwerden über den mangelhaften Telephonverkehr. Die Frankfurter Handelskammer hat sich deshalb an die Oberpostötrek- tion gewandt, indem sie unter Hinweis auf die hohen Gebühren auch eine entsprechende Gegenleistung von der Post verlangt, damit endlich die Mißstimmung des telephonierenden Publikums beseitigt werde. In der Eingabe wird noch auf die hohen Gehälter der Telephonbeamten und Beamtinnen hingewiesen, deren Arbeitsfreudigkeit und Zuverlässigkeit nicht in demselben Grade wie die Gehaltserhöhungen gestiegen sei.
+ Die Reichsgetreidestelle hat sich bezüglich der Uebernahme des Saatgntgetreides bereit erklärt, für den . erübrigten Bestand von Brotgetreide und Gerste 1009 Mark pro Tonne auf den jeweils in Frage kommenden Höchstpreis als Prämie zu zahlen. Für Hafer un» Handelssaatgut von Brotgetreide und Gerste will dieselbe jedoch kein Aufgeld vergüten. Auf eine erneute Petirion der betr. Firmen wurde ihnen mitgeteilt, daß sie Hafer und sonstiges Getreide, welches sie als Saatreserve zurückstellen, evtl. mit Genehmigung der Reichs- getretüestelle als Saatreserve zu erhöhten Preisen verkaufen dürfen.
+ Der Direktor des chemischen Institutes der Universität Frankfurt Professor I. von Braun, der erst kürzlich von Berlin nach Frankfurt gekommen.ist, er- '••ielt einen Ruf als Ordinarius für Chemie an die Uni- rsität zu Wien. > : '
Apolda. Die diesjährige große Hunde-Ausstellung war mit 540 Hunden aller Rassen beschickt, unter denen sich hervorragende Exemplare befanden. Amerikaner boten bis 60 000 Mark auf einzelne Rassehunde.
Bischhausen bei Witzenhausen. Hier überfielen zwei wrldernde Hunde fünf Ziegen auf der Weide und zerrissen sie buchstäblich. Einer der Hunde gehörte dem Besitzer der Ziegen.
Bnrg Haustein. Ueber die auf dem Hanstein siatp- gehabte Vertreter- und Stuistculagung der Deutschen Studentenschaft wird folgender Bericht ausgegeben: I« seiner Festrede am Vorabend sprach der Letter der Ko- lvnialschule, Professor Fabarius, über Aufgabe und Bedeutung einer Hochschule für das Deutschtum im Auslande. Obwohl es uns heute wie einen Widerspruch anmutet, eine Kolonialschule einem Volke zu erhalten, das keine eigenen Kolonien mehr besitzt, so müssen wir gerade deshalb, um unserem Volke den Platz an der Sonne und den Mitbesitz am Weltmarkt zu sichern, jetzt nach dem Kriege um so hartnäckiger darum sümpfen. Nicht eine deutsche Auslandshochschule zu schaffen un» zu erhalten, iei unsere Ausgabe, nein, eine Hochschule für das Deutschtum im Auslande. Gerade darin liegt die Bedeutung der Hochschule für das Deutschtum im Auslande, daß sie die draußen lebenden Deutschen im Sinne einer kämpfenden und arbeckenden deutschen Jr
Leivold, über die Verhältnisse in seiner dem steten zähen Kämpfe des Deutschtums^ gegen die Tschechen: er brächte zum Ausdruck, daß die 5% Millionen Deutsche in seiner Heimat ohne Schädigung für das Reich nicht zu Grunde gehen dürften. Die Deutschen im Auslande müßten aber auch fühlen, daß im Reiche etwas für sie getan werde.
RonüWerg. ikilwetter richieu in unserer Gegend durch Hageffchlag an Feld- und Gartengewächsen einen Schaden an, der in die Mittione« geht. Die Eisstücke, die ungefähr 15 Minuten lang niederpeassciten, hecken zum Teil einen Durchmesser von fünf Zentimetern. Von den Bäumen würden nicht nur die Früchte und das Blattwerk, sondern auch ganze Zweige vernnter- geschlagem Klee und Raps sind vollständig zerschlagen. Gleiches ist mit dem Salat und anderen Gemin'epfiau- zen der Fall. Stachel- und JohannisSeeren tragen rast teilte Früchte mehr. Besonders schwer ist auch der aus den Getreidefeldern an gerichtete Schaden.
wieder in die Reihen der Tauenden m traten, sie wandten sich der Ecke zu, in welcher Dora, die Doktor« und Erich saßen.
Dora faßte ihren Bruder scharf ins Auge:
„Mein Lieber, wie siehst du aus, dein Schnurrbart ist ja ganz gepudert!"
„Ach — in der Tat —* Friede! fuhr sehr verlege» mit seinem nach lilas de Perse duftenden Taschentuch über die von Dora bezeichnete Stelle, und Mademoiselle fand es plötzlich ftrr geboten, den kleinen Battistfetzen, mit dem sie sich eben Kühlung zugeweht, an die dorn- geritzte Wange zu drücken und dann mit katzenartiger Gefchwindigkett aus dem Saal M verschwinden. Es war ein sehr spöttischer Blick, den Dora ißt nachsculdte.
Ihr Gespräch mit Erich war unterbrochen den» nun schlenderte auch Tibbi Jlsenkor» heran, sehr ver- sttmmt drainschauend: er war Dagmar, die sich unter dem Vorwande, nach einer Kranken setzen M müssen, dem Tanze entzogen hatte, vergebens in den Park gefolgt, er hatte sie nich gefunden.
„Doch nichts als Sprödigkett von der Kleinen, dieses stete Ausweichen," dachte er. Tibbi war nach Schluß des Balles ganz davon iiberzeugt, daß er Daa- mar im Kottllon glänzend unter Butten habe, jedenfalls hatten ihre Angen geftrahlt . . . Sie hatte ihm. zwar mehre Mal ganz verkehrte Antworten gegeben, aber sie war eben rettungslos in ihn verliebt dadurch erklärte sich alles!"
Ja, Dagmar strahlle, denn Reginald hatte sie fast in jeder Tour im Kottllon geholt und mit ihm zu tanzen, war für sie eine namlose Wonne. Sie war so glücklich, das verlassene Nesthäkchen, das häßliche, junge Entlein, das- sich heute als weißer, glänzender Schwan entpuppt hatte und seine ersten BaWriumphe feierte. Dagmar tanzte sehr viel, und von allen «Seiten machte man der Land rät in Komplimente über ihre Jüngste.-
Jawohl, Dagmcrr hat Cbic," war das Ergebnis der mütterlichen Betrachtungen, welche durch den Beifall, den das Mädchen bei allen fand. Versorge rufen i wurden.
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