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Hersftlöer Tageblatt

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Kranz Kunk in tzersfeld. Kernsprecher Nr. 8. :

Hersfelöer Kreisblatt^

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Nr. 118

Dienstag, den 24. Mai

1931

Reue Kämpfe in Sberschlefiem

Polnische Verstärkungen von jenseits der Grenze.

W Auch im Laufe des Somitags war es ««möglich, mit den bedrohten Städten des oberschlesischen I»-«- striereviers irgendwelche Verbind««ßen zu erhalte«, da »ach wie vor alle Drahtleitungen gc,töy sind. Aus den Kreisen Kreuzburg «nd Rosenverg wird übereiustnn- 8end von starke« TruvPenansammlungen jenseits der reuze berichtet. Polnische Verstärkungen haben be­reits die Grenze überschrrttten. Auch Waffennachschübe " Im Zusammenhang damrt ist es in oer Rosenberg zu schweren Kämpfen gechm-

sind erfolgt.

Gegend von Rosenverg zu schw me«. Nach -e« bisherigen Meld; ständische« vorerst Albrechtsdorf, woschau ränme«. Doch liege« i_____ .. .......

AuSgang dieser zweifellos schwere« Z«samme«stöße ab­schließende Meldungen noch nicht vor. In Gogoli« im Kreise Grotzstrehlitz blieb ein Angriff -er Insurgenten erfolglos. In der Nähe von Gogolin w«rden granen- hast zugerichtete Leichen deutscher Apobeamten a«fge- fnnNn. ?E M M -MM

Auch Beuchen in polnischer Hand

n* Bresla «. Der

Beutherr jn den Händen -er »Ä^ f«rge«ten weiter.

.Tagespost" zufolge ist auch * : polnischen Insurgenten, in Beuchen geblieben und gemeinsam mit den Ju-

x- Warschau droht schon wieder.

, Rotterdam. DieTimes" melden, daß eine neue volnische Note bei den alliierten Kabinetten emgegan- gen ist, die gegen die deutsche« Truppenkonzeutratio- «e« (?) an der polnischen Grenze Gegenmaßnahmen androht.

Die englischen Truppentransporte nach Oberschlesien.

" ^ Paris. (V. Z.) Der.Petit Parisien" bestMiat, daß englische Trupven bereits auf dem Marsche nach Oberschlesien sind. Der Transport sei erfolgt aus Grund einer Entscheidung des Lorrdoner Kabinetts.

Berlin. (L.-A.) In Schlesien rst von bem Durch- marsch der Engländer noch Nichts bekannt. Albst die amtlichen Stellen in Berlin sind davon noch mcht unter­richtet. Doch ist an dem Beschluß öe» englnaMr Kabi­netts bezüglich der Truppenseudnugen kem mehr. Nach unserer Information äu zuständiger ste.E

stättdigen Wayrivchmung Nr Rechte Frankreichs ge­droht, wenn Lloyd George seine deutschfreundliche Po- litik fortsetze. Der Artikel sagt zum Schluß: Zu der oberschlesischen Frage kann Freikreich feine Auffassung nicht ändern, auch nicht um den Preis des Verlustes der Freundschaft Englands.

Londoner Wette« über das Schicksal Oberschlefievs.

« Rotterdam. DemCourant" zufolge standen am letzten Mittwoch bei Lloyds in London die Wetten über die Zuteilung Oberschlefiens mit drei für Deutschland und eins für Polen.

Oberschlefische Kundgebung in Berlin.

tigung Öberschlesiens fand Sonntag mittag in Berlin statt. Sämtliche Arbeitnehmer- und Arbeitgeberver- bände sowie die Vertreter der Industrie, des Handels und der Presse hatten sich ohne Unterschied der Parteien unter dem Vorsitz des Reichstagspräsidenten Loebe zu- fammengefunden, um festzustellen, daß durch den Ge- waltstrcich der Pole« -er Friedensvertrag von Versail­les unter den Angen Nr Entente auf das gröblichste verletzt worden ist Es sprachen die Präsidenten des Reichstags und des Preußischen Landtags, Loebe und Leineri, Vertreter der Gewerkschaften, oes Großhan­dels und der Industrie, u. a. Fr. v. Mendelssohn und Walter Rathen au. Sämtliche Redner traten für die un­geteilte Zuerkennung Oberschlesiens zum Deutschen Deiche ein und appellierten an das Gerechtigkeitsgefühl der Ententemächte.

Das deutsche Saargebiet.

Mit dem Tage der Ratifikation des Friebeusver- trages von Versailles endigte in der Wirtschaftsge­schichte des deutschen Saargebiets eine Epoche glänzen­den Ausstiegs unter Führung deutschen Geistes und deutscher Tatkraft. Bei formeller Einhaltung des Pa­ragrapheninhalts des Friedensvertrages beginnt mit diesem Tage der Versuch, das Volk und die Wirtsü-ast des Saargebiets aus seiner natürlichen Verbindung mit dem östlichen Hinterlands zu lösen und nach dem Westen umzustellen. Das ist von neuem das Unter­fangen, die alten Wünsche zu verwirklichen, die schon Ludwig XIV., die Revolutionszeit und Napoleon IU.

Die A«sliefcru»g von etfe*»«m«aßtw.

Bon dem von der Enteilte verlangten Eisenbahn-« Material hat die Reparationskommission als erste Ab-, schlagszahlung die Uebergabe von 5000 Wagen bis 15. Mai d. J. gefordert. Nun sind bis MM 14. Mai einschl. an Belgien 3429 Staatsbahnwagen und 61 Privat­wagen, an Frankreich 1492 Staatsbahnwagen und 113 Privatwagen, zusammen also 5085 Fahrzeuge, zurück­gegeben worden.

Verstärkung -er EntenteiiSermachungskommissionen.

* Die Ententeüberwachungskommissionen in Berlin; sind am 15. Mai um 17. Mitglieder, darunter zwei ja­panische und drei belgische Oberste, vermehrt worden. General Rollet reist am Freitag dieser Woche zur Kou- trolle der Entwaffnung der ostpreutzrschen Grenzwehren nach der ostpreußisch-polnischen Grenze.

Neue Ausweisungen aus »em Elsatz.

w Nach einer Periode dreimonatigen Stillstandes sinS am Freitag früh in Kehl wieder 56 aus dem Elsatz aus- aewiesene deutsche Familien eingetroffen. Die Ausge­wiesenen waren fast mittellos über die Rheingrenze ab­geschoben worden.

Noch eine Gnadenfrist für Briand.

w Genf. DerTemps" meldet, datz die Abstimmung; in der Kammer über das Vertrauensvotum für Briand erst nach der neuen Konferenz der alliierten Staats­männer stattnndeu soll. Die Vertagung fei notwendig, um dem Ministerpräsidenten eine letzte Gelegenheit zu geben, seine Stellungnahme in der deutschen und in der oberschlesischen Frage durchzusetzen.

oincarees Borberettung zu einem Bortrag.

' " -. -- - ------* - : aus Pa-

Poiucarees Borberettung zu einem Vort w Basel. DieBasier Nachrichten" melden ris: Auch im Senat bereitet sich der Angriff l. Nachgiebigkeit Briands gegenüber England vor. Poin- caree hat im Senat eine Jnterpellatton eingebracht, m der von der Regierung die Geltendmachung aller Rechte des Versailler Vertrages gegenüber Deutschland mit) den Alliierten gefordert wird.

gegen die

Der erste Kriegsbeschuldigtenprozetz.

n* Der Stand der Aburteilung der Kriegsbeschuldig- ten ist folgender: Die englischerseits beschuldigten Deut­schen werden sich Anfang Zuni, die von den Franzoien genannten Deutschen Ende Juni und die von den Bei-- gern Beschuldigten Anfang Juli zn verantworte» haben.

m-

den Polen bedn

Die BorMdie von Königshütte

Die Vorstädte von Königshütte sind von ^en iuEtten beieA worden. Die Franzosen habe« ih Trupperkaus KönigshMte nach Beuthen zurückgeuom- me« und nur ein Wachkommando von 2o0 Mann im Rathaus von Königshütte belassen.^

Englische Truppe «Verstärkungen für Oberschlefwn.

». M.» aus sicherer Quelle verlautet, sind am Sonu- tag l^Bstaillone englische Infanterie nach Oberschlesien auf den Weg gebracht worden.

Lebensmittel für ©leiwiü.

.^ Nach einem Ueberei «kommen zwischen der inter- abiierten Komuttssion in Ovvetu und den deutschen El- sekchahuern ist ein Lebensmittelzug nach Gleiwitz abgc- f,rrnrr0n ,SL wstr zur BedtUgUNg gemacht, daß du ftatt- mmmen Truppen in Oppeln zurücKleiben müssen, nur ein enchifther EMr durste den Zug begleiten. Wenn der Lebmsmittelzug ungestört in Glecww eintest, wl- len weitere Züge mit ätahrungsmttteln folgen.

Einsetzen des deutschen Selbstschutzes.

»* Nachdem am Sonnabend in Loslan ^ur der Grenze s,pä ©reifes Nvbnik wieder ein Durchzug regulßter po». Uch7k Truppeu mit 65 Feldküchen und Mmtt on e « ^stellt worden war und die Polen begonnen hatten, eine Eisenbahn von Loslau bis zur Grenze zu legen, und Sem Ä für polnische Kavallerie em-

«pirnffen rareren einigten sich am Sonntag lette.fr e Kreise der EnteMestellen und des dentfeben Teld'uäw= -p® einen aemeinsamsn O cnbernngvplan. Die ^ei- ?>in« über nahm der englische Major Keattng, den llu- terbefebl über die deutsche Abstimmüngspolizei und den deutschen Selbstschutz führt ©eneralle^ ^vvelner fer, ein geborener Oberichlesier, Sohu en^ OPpelner^ Apothekers. In einem uMfafseude« Borstotz LUf Krap- ..6. «,,5, äcici wurde von diesen Streilkratteu vor ÄuuÄra'im Kreise Kofel, mit 400 Metern der höchste ^ .,, ^«^«siblesieu aenommeu. Der Aunaberg, ein berühuttcr^WaÄ drei Wochen von den Po­

len besetzt gewesen und war mit Artillerie, bestückt^wor- den Er beherrscht das Land weit hcuaus und ent- &S W mehrere wichtige Eisenbahnlinien. Die Polen wurden vollkommen geworfen und vsrlvreirdrI Geschütze Gleichzeitig wurde im Ollen des Amra^rgv ^ GateaNcle Punkt Großstettt genommen. Die Po­len verloren dort zwei Mnenwerfer und 7 schwere Ma-

ire

Mobilisierung der br,t,sche« Garnison m Köln

ti,!;i -rie britische Garnison in Köln,befindetsich soll , ' G«O abend in Alarmzustaud. Die Beurlau- \ Lb,. F" c murre und Piannschästen sind ansgcho- bem" Die GerüM daß die Mobilifiernngsvorderettun- stehen, sind bisher »W bestätigt wmden.

. X WSÄÄrr Ä'ÄU.

Vene Anspru ^ .. . an Kohle«, der

gerade in Höhe der Saarproduruon durch die Anglie- derung Elsaß-Lothringens entstanden ist. Den ireltesten Schritt auf dem Wege zur Verwelschung des Saarge­biets stellt der Beschluß der Negierungskommission des Saargebiets dar, im Saargebiet die Frankenwahrung einzuführen. Damit wird neben der bereits bestehen- beu Zollgrenze eine weitere nur schwer ubersteigbare Mauer zwischen dem Saargebiet und dem übrigen Deutschland gezogen. Die Folgen werden , die auf den Bezug aus Deutschland fast ganz angewiesenen, unge­fähr 700 000 Einwohner des Saargebiets und seine nur durch die Absatzmöglichkeit im Osten blühende Indu­strie bald und schwer zu erfahren haben.

Denn nur für die Eisenindustrie besteht eine wesent­liche Abhängigkeit des Saargebiets von dem neuen Frankreich. Im übrigen ist Deutschland das Hautzt- absatzgebtet des Saarlandes und sein Erhalter. Daran haben auch die bisherigen Maßnahmen der Franzosen nicht viel ändern können. Auf der «euren ^-la^ Saargebietes von 182132 Hekrar leben z. Zt.^ 700 000 Menschen, das sind mehr als 384 auf einen Quadratkilometer. Von den Einwohnern sprachen am 1. Dezember 1910 nur 342 französisch als IFtiitterfinstcIre.

Ein Verlust dieses reichen ^ndustruebezirW würde für das durch den Friedensvertrag von Versailles lchon stark verkleinerte Deutschland von größter ^>edeutmch sein. Auf dem Gebiet des Bergbaues, Hiirten-und «m linenwesens würde Deutschland, nachdem e» berttU | durch die bisherigen Abtrctnngen 5,5 v. H. seiner Ar- Leiterschaft verloren hat, itodmiaU' 63 v. H. uernereil.

Deutschland würde über 13 Millionen Z-^uen ,; edlen und fast 5 Millionen Tonnen Men verlieren. Eine Wegnahme des Saargebiets wurde also «um ^ell r^- sentlich einschneidender auf ^SW »^ftl Deutschlands einwirken, alv der bisherige Verlust an Gebiet und Bevölkerung

Die Bedeutung des Saargebiets ruht haüvtmchlich in feinen Kohlenschätzen Mid selner Rühen^ Indu­strie. Nach ihnen, die einer rein denn eben Bevölkerung, deutschem Gewerbefleiß und beuttcher UMrneVrmtngs- lust ihre ganze Entwicklung verdanken, geht das we»- sche Verlangen. Das Bewußtsein der LN'amuwngc Hö­rigkeit mit dem deutschen Mikiterlande wird iruvch die fremden Hoffnungen, wenn es nach Ablauf der tu Jahre I zur Abstimutung kommt, allen Bestrebuugeu nunrrotz, zu schaudert machen. .

Frankreichs" Gelüste nach dem R«Yrrev»er.

! >>. Einer Meldung desDailn Telegraph" zufolge ist die Ungeduld "er Fraii.meu autzeror^ntkichPro^ um das Ruhrgebiet zu besetzen und dic webl"'-, und C i i..- läget in die Hand zu bekommen. $in Besurch uugeu, daß in der franzSsischen Besgtnmgsgruiee Nnrnchen^ent- stehen könnten, wird entgegenMalisn, dag die Trlw- neu bereits mit derartigen bollchenuinschen ^lememeu in Fühlung oeannmen seien und "ber tue ^u^ die unter diesen Arbeitern herrsche, genau unterrichtet seien.

schieuen, geführt von dem englischen Generalstaatsan-> walt Sir Pollock. Dem Angeklagten wird fortgesetzt' Mißhaudlnug der ihm als Unteroffizier im Gefange- nenlager Münster unterstellt gewesenen Gesangeuen zur Last gelegt. Er war deshalb vom Militärgericht zu zwei Wochen Mtttelarrest verurteilt worden. Die Ver­handlung dauerte um 3 Uhr nachmittags noch am

Graf Sfsrza Wer Italiens Politik.

Ein Vertreter derStampa" hatte mit Graf Ikorza in Turin eine Unterredung, bei der der zu Besprechun­gen dort weilende Minister des Aeutzern erklärte, das Kabinett Giolitti habe in der Seit unmittelbar nach dem Krieges die Sforza als die diplomatische Perrode- bEchnete, historische Erfolge erzielt: denn die aus­wärtige Politik des Kabtiletts habe Italien überall die besten Landgrenzen verschafft, um Orient habe Italien sich neue wirtfdiaftlicbe und vwralische Eiluuzouen geschaffen. Ztalien fahre fort, sich über den Balkan hin­weg dem Orient und dem Schivarzen Meere zu nähern. Auf diesem Wege liege ein großer blutsverwandter- Staat, Rumänien, der mit Italien, ebenso wie SÜd- flawien und die Tichecho-Slowakei dadurch sehr wrrk- fam verbunden fei, daß alle diese Staaten sich gegen das Wiederauftanchen einer gemeinsamen Gefahr ichutzen müßten. Sn dieser Richtung kovime Italien die, Po­litik der Sympathie mit türkiswen und arabiuneit Volksteilen zustatten, die bereits, trotz der 9eid)he.-tig^ seit einiger türkischer Uebernatiouaü uen. eure für Italien in der gesamten slawischen Welt sehr günstige Stellung geschaffen habe. Graf Sforza rechiferrigte M- dann einen ehrlichen und, wie er glaubt, ntr du ita­lienischen Interessen sehr nützlichen Versuch, ebenw wie England zu wirtschaftlichen Vereinbarimgen imt sow- setrußland zu gelangen. Man dürfe sich freilich keinen Täuschungen über unmittelbare Vorteile Hmcubeu. Zum Schluß sagte Gras Sforza, die rommEe Epoche in der auswärtigen Politik sei zn Ende, wie auswär­tige Politik Italiens müsse sich allein von dem Gedan­ken an die Bedürfnis^ des Landes leiten lassen und von einem neuen nationalen Gemmen.

Die Bayerische Volkspartei und die SSuigsftage.

w Mönche«. Der bäuerische Minister für Soziales, Oswald, hat in einer Versammlung die ^mnge'rage (ittctcfd^ititi^iT* dE WHiiiftcv* .^cr jj^tu'ivü1 jiiho sei banerischen Volkspartei angehört, sagte, daß 70 Prozent aller Bauern heute schon wieder für die Monarchie em- treten würden. Er wisse, daß me . der VanerrfEt ' Volkspartei verüble, daß sie itw dev >> o-rm^u«- tei zusamnien in diesem Smne tätig seu Dau du bay­rische Volkspartei eine wiche Latigkeit nicht entmin, f« damit zu begründen, deü 'i u Gin wenig du vage de»

; Landes bessern könne. Es heiße, abzuwarten.

Harding isill einen Großmachtbitud gründen.

London. fF. G.-A.i Einer Meldung aus Wa­shington zufolge beabsichtigt die Regierung wtrvum ge­gen den Völkerbund einen Bund der GronmachN nt gründen, um spätere Kriege umnöglich M machen und u. a. die Frage der Fusel ^ap und der Petroleum-

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