Einzelbild herunterladen
 

PaS 6er ®exiW von BeMUloS durckgcniNrt werde. ^>AS« in ist nicht davon -Sie Rede, miß Deutschland rütchen Mylenvecken Behalten und Polen sich mit dem Rest Heanüqen fall. iM wünsche keine Kontroverse mit LlouS George cuiMletlen. Ich halte mich völlig an das, was ich SmumSend den Journalisten erklärt habe, und werde in der Kainmer noch ausführlich darüber sprechen.

Ententekonferenz am 21. Mai.

Es ist bis jetzt beschlossen, daß der Wtederzusanunen- hüt des Obersten Rates Sonnabend oder Sonntag er­folgen wird, höchstwahrscheinlich in Paris oder in Bon- logne. Es wird bekannt gegeben bah die Besprechungen zwischen Paris und London bereits zu einem Erfolg ge- sübri haben, und daß dasMißverständnis" zwischen Llovd George und Briaud so gut wie geklärt ist Der erste Schritt scheint durch Briaud erfolgt zu sein. Auch ist es wahrscheinlich, daß die Bereinigten Staaten dies­mal an den Besprechungen inoffiziell teilnehmen werden.

Unabhängigkeit für Irland.

* * In englischen Negierungskreisen verlautet, daß in den nächsten Tagen wichtige Schritte unternommen werden, um den Frieden m Irland herzustellen. Die Vertreter sind eifrig tätig. Lord Hugh Cecil erklärte, -Satz man Irland die größtmögliche Unabhängigkeit ge- Hen könne, wenn die britischen Inseln für den Kriegs­fall gesichert wären. ES wäre sogar rnöglich, daß Ir­land einen eigenen König erhielte, der von der enali- fichen Regierung aus einem Prinzen des KönigshauseS erwählt würde.

Die Beisetzung der Frau von Hindenburg.

* * Mittwoch vormittag fand im Hause des Feldmar- toaKS von Hindenburg in Hannover eine schlichte Trauerfeier im engen Familienkreise statt. Dann wnrde der mit Blumen und Kränzen geschmückte Sarg der Leiche der Frau von Hindenburg von Unteroffizieren des Regiments Nr. 13 auf den Leichenwagen getragen, der von 12 Unteroffizieren des Reiterregiments beglei­tet wurde. Dem Leichenwagen folgte ein geschlossener Wagen mit Sem Feldmarschall und den Familieumit- gliedern. In der geschmückten FrieSHofskapelle wurde Der Sarg auf einen schwarzen Teppich aufgebahrt. An dem Sarge hielten Offiziere des Reiterregiments Nr. 13 die Ehrenwache.

Die Beisetzung erfolgte auf dem Stöckener Friedhof. Der Andrang des Publikums war ein ganz enormer. -Groß war auch die Zahl der Leidtragenden. Der Kaiser hatte den Prinzen Oskar von Preußen mit seiner Ver­tretung beauftragt. Er legte einen Kranz von Bux- baum und weißen Syringen, geziert mir der Namens- schleife des Kaisers, am Sarge nieder. Genera! Ludeu- Sorff war verhindert, bei der Trauerieier zu erscheinen, er hatte einen Kranz gesandt, der die Inüörift trug: »Im schwersten Leid der treueste Freund." Die Gedächt­nisrede hielt auf Grund des BibelwortesDer Herr ist mein Hirte", des Lieblingspsalms der Verstorbenen, der Geh. Konsistorialrat Sirach. Er pries die Verblichene als die beste Kameradin des Feldmarschalls 42 Jahre hindurch. Nur ihrem Gatten und ihren Kindern le­bend, sei die Verewigte eine echt deutsche Frau gewe­sen. Als der Sarg von 10 Feldwebeln der Reichswehr zu Grab geleitet wurde, streuten die kleinen Mädchen der freiwilligen Krieoshilfe selbstgepflückte Blumen aus den Weg. Die Schüler sämtlicher Lehranstalten bildeten Spalier. Als letzten Gruß warf der Feldmarschall seiner Battin 3 Hände voll Blumen in die Gruft nach.

Vorschläge zur Hebung der Wohnungsnot.

Auf dem über Pfingsten in Berlin verunstalteten ReiÄsfiedlertag sprach Dr. Breumann-Leipzig über Das Thema: Wie siedeln wir zweckmäßig? Zur Beschaf­fung ausreichender Mittel schlug er die Mietssteuer vor; ferner eine Reform des Taxverfahrens, um die erftstellige Beleihung zu erhöhen. In einer Entschließung forderte der Redner die Beschaifnua eines Wektrentenbriefes und AriEstnLEoee'

ersten Stelle durch die Taxatoren. Architekt B r ö m e l - Friedeuau referierte über die Frage: Wie siedeln wir hillig? Er stellte fest, daß die weitaus größte Berteue- runa der Siedlungsbauten und Verzögerung der Bau­vorhaben durch die Behörden entstanden. Herr Krei­sel- Dresden sprach über den Ausbau des Siedlungs- werks int Reich auf gesetzlicher und organisatorischer Grundlage. Die Praxis des Heimstättengesetzes würde, S führte er aus, durch vielfache Bestürmungen erschwert. n der Hauptsache fehle bei diesen Gesetzen noch die Er­füllung des § 155 der Reichsverfassnug, der eine weiss sehende Bodenreform zur baldigen Durchführung vor- steht. Der Zusammenschluß der Siedler im ganzen Gleiche sei das Ziel, dem im nächsten Jahre zugesteuert werden müne. Auch die Organisation werde in der näch­sten Zeit schon eine reichsgesetzliche Regelung erfahren, wobei eine fünffache Erhöhung der heutigen Mieten in Aussicht genommen fei die bis zum April 1922 Surchge- kührt werden solle. Die erzielten Ueberschüsse sollten hierbei nicht dem Haus- und Grundbesitz zugute kommen, sondern in eine Zentralkasie fließen, aus der dann der Bedarf für die Siedlung gestritten werden soll. Dr. Breymanu -Leipzig führte weiter aus, daß viele Ge- «ossenschasten Bisher völlig versagt hätten. Obwohl in '-Streunen 1,2 Millionen Heimstätten fehlen, sträube sich die Regierung gegen die Bildung gemeinnütziger Ge- rwssenfchasten. Zu fordern sei die Unparteilichkeit der Regieruna in dieser Beziehung und damit die Gleich- stclluna der Genossenschaften mit den Gesellschaften mit beschränkter Haftpflicht, ferner die Beteiligung an der Organisation der provmziellen Beiräte für SreSlungs- meten, die dann einen weitgehenden Selbstschutz der Siedler zu üben hätte.

Argentinien bleibt im Völkerbünde.

** Nach einer Meldung der Exchange Agentur aus Genf hat die argentinische Regierung dem Sekretariat des VölkepM'.ndes zur Anzeige gebracht, daß sie weiter an den Sitzungen des Völkerbundes teilnehmen, an der Beschlußfassung sich aber nicht beteiligen werde, solange nickt der Antrag auf Zulassung aller Staaten zum Völ­kerbund erledigt ist

Die Frage der RegiernngSuenbildnug in Preußen.

** Berli«. (B. Z.) Ministerpräsident Stegerwald teilte einem Mitarbeiter derB. Z." mit, daß er zu einer Neubildung der preußischen Regierung erst Schritte un­ternehmen werde, wenn die Reichsregierung vollständig gebildet ist

Deutsch-schweizerische Schiedsgerichtsoerharrdlungeu.

** Zürich. sF. Z.) Nach einer Zeitungsmeldung sol­len demnächst Verhandlungen zwischen Deutschland und der Schweiz beginnen. Beide Länder wollen sich ver- . Pflichten, alle ihre Streitigkeiten einem obligatorischen " Schiedsgericht zu unterbreiten. Auf schweizerischer Seite ist die Frage von Professor Max Huber vorfleprüst worden.

Die Volksabstimmung in Salzburg.

> * Wien. (F. Z.) Der Salzburger Landtag hat in der Frage der Anschlutzbestinmmngen folgenden Antrag

angenommen: Die in dein Landtag vertretenen Par­teien übernehmen in Verhinderung der Bnndesregte- rung die Durchführung der Volksbefragung am 29. Mai. Ein von den Parteien bestellter Ausschuß wird das Ergebnis der Volksbefragung zur Kenntnis des Obersten Rates bringen.

Das Ergebnis der Kammermahlcu in Italien.

* Mailand. (B. T.) Nach den neuesten Ergebnissen der Wahlen gibt die neue italienische Kainmer folgendes Bild: 175 Abgeordnete der Verfassungsparteien gegen bisher 289, 107 Katholiken gegen 100, 129 Soziatdemo- kraten gegen 138,16 Konummisten gegen 18,17 Republi­kaner gegen 13, neu vier Deutsche und vier Slorvenen.

AntibolschewistisAe Erfolge in Gibirieu.

x Kopenhagen. In Helsingfors sind aus Rußland Nachrichten etheeganaen, wonach das unter General Bielow stehende anfibölschewistische Heer, das über 40 000 Mann zählt und längs der sibirischen Eisenbahn operiert, nach heftigen Kämpfen Omsk genommen hat. General Bjelow marschiert nun aus Tomsk. Ein Teil der roten Garnison ist zu Bielow üBergetreten.

Beilegung -es Streiks in Tirol.

o* Bösem jD. A.) Der Generalstreik ist nach 14tä- giger Dauer in sich zusammengebrochen, da die Arbeit­nehmer bei der Ungunst der wirtschaftlichen Verhältnisse die Fortdauer des Streiks nicht ohne Besorgnis mehr mit anseheu konnten. Die Arbeiter herben die Arbeit wieder ausgenommen. Nur der Eisenbahnerstreik geht noch weiter, dürfte aber auch bald beigelegt werden.

AÜerlei vom Tage.

Der angebliche Flicgcrbomvenwnrf anf das Schmarz- walddorf Fantenbach hat sich dahin aufgeklärt, daß es sich um keine Bombe, sondern lediglich um einen Sauer­stoffapparat handelt, den das Flugzeug beim Ueber- fliegen der Ornchast verlor. Der angerichtete Sach­schaden ist glücklicherweise gering.

In der Nationalrersammlnug der Kemalisten m Augora wurde ein Gesetzentwurf eingebracht, laut wel­chem für Männer vom 25. Lebensjahre ab die Ehepflicht eingeführt wird.

Politische Rundschau.

»* Die Verhandlungen des Reichskanzlers Dr. Wirth mit der Deutschen Volkspartei über den Eintritt in die Regierung und Uebernahme der noch unbesetzten drei Ministerposten haben am Mittwoch fortgedauert. Ob­wohl die mehrheitssozialdemokratischen Minister sich eines Einspruchs gegen die Verhandlungen mit den Volksparteilern enthalten haben, besteht die Deutsche Volkspartei auf ihrer Weigerung, der jetzigen Regie- rungskoalitimr beizutreten.

Ein Verfaffungskonflikt ist in Braunschweig ausge­brochen. Es wird gemeldet: Die Fraktion des Landes- wahlverLarlües im braunschweigischen Landtag hat au­ßer dem kürzlichen Jutervenfionsersuchen an die Reichs- regierung zur Lösung des entstandenen Berfassungs- konfliktes noch eine Eingabe an den Staatsgerichtshof gerid fet, durch die derselbe ersucht wird, festzustellen, 1. daß durch das LandeSgesetz vom 15. November 1918 in § 5 eine einjährige Wahlperiode festgesetzt ist, 2. daß in­folgedessen das Verlangen der Rechtsparteien des Land­tags lLandeswahlverbanö und Denwkraten), jetzt neue Wahlen auszuschreiben, Berechtigt ist und 3. daß der am 16. Mai 1920 gewählte Landtag mit dem Ablauf des 15. Mai dieses Jahres sein Ende erreicht hat, eventuell eine sonst der Sach- und Rechtslage entsprechende Entschei­dung zu treffen.

volkswirsschasKiche».

Die Freigabe der Milch- und Butterbewirtfchaftnng mbthr *m.Setter aus dem Auslande ist bekanntlich auf den 1. Juni festgesetzt worden. Im Großhandel ist man allgemein der Anstchi, daß, nachdem die Bewirtschaftung der inländischen Butter und Milch freigegeben ist und auch die Einführung der Auslands- Lutter nunmehr gestattet wurde, die Butterpreise sich nicht sehr erheblich erhöhen werden. Man ist überzeugt, daß, wie es bei der Freigabe der Schmalzeinfuhr zu be- obachren war, wohl die Preise anfänglich anziehen wer­den, aber unbedinal infolge der Konkurrenz des freien Handels wieder ganz, zurückgehen werden.

Die Einfuhr von Kaffee und Tee Mird nach einer Mitteilung aus dem Reichsministerium für Ernährung und Landwirtschaft in den nächsten Tagen freigegeben werden.

Ssridit and i®Ä

* Milderung der Strafe« gegen verurteilte Kommu­nisten im G»a-e«wege. Durch Verfügung des Reichs­präsidenten sind einige Urteile gegen Teilnehmer an den letzten kommunistischen Unruhen in Berlin und Mittel- deutschland im Gnadenwege gemildert worden. Der Prozeß gegen den Urheber und Leiter der letzten Unru­hen in Mitteldeutschland, den viel genannten Max Hölz, Beginnt in der zweiten Juniwoche vor dem Sonöerge- richt in Berlin.

Der Kapitalfluchtprozetz gegen den Prinze« Eitel Friedrich kam vor der 9. Strafkammer des Landge­richts 1 in Berlin zur Verhandlung. Der Prinz ist be­schuldigt, dem Bankhause Grusser, Phflippson u. Co. in Berlin 370 000 Mark in Wertpapieren und 2000 hollän­dische Gulden übergeben zu haben, damit der Bankier Grusser die Summe auf seinen Namen durch ein deut­sches Bankhaus nach Holland überweise. Prinz Eitel Friedrich erschien persönlich in Begleitung seines Ver­teidigers, des Rechtsanwalts Wangemann. Bet der Vernehmung versicherte 6er Prinz, daß ihm eine Kapi- talslucht oder Kapitalverschiebung völlig serngelegen habe. Auch Habe er nicht gewußt, daß Grusser damit etwa Kapitalverfchiebung begehe. Er habe freilich ange­nommen, daß Grusser die ihm übergebenen Gelder nach dem Auslande schaffen würde, Anweisung dazu habe er ihm jedoch nicht erteilt. Als erster Zeuge wurde Zoll­inspektor Willhusen vernommen. Nach etwa einftünbiger Beratung verkündete Landgerichtsdirektor Rehar iolgen- des Urteil: Das Gericht ist auf Grund der eigenen Aus­lassungen des Angeklagten und der übrigen Ergebnisse der Verhandlung zu einer Verurteilung des Angeklagten Prinzen Eftel Friedrich wegen Vergehens gegen die 88 1 und 2 der Verordnung der Volksbeauftragten vom 21. November 1918 gekommen. Dagegen liege ein Verge­hen gegen den § 8 nicht vor, ebenso habe das Gericht die Anwendbarkeit der sogenannten Jrrtumsverorönung der Schiffer) und das Vorliegen des 8 137 StGB. ver­neint. Bei Abmessung der Strafe sei zu berücksichtigen, daß der Angeklagte nicht aus ehrenrührigen oder ge­winnsüchtigen Motiven gehandelt hat und sich durch die Tat hat schützen wollen, um ein nach seiner Meinung ihm damals drohendes Unrecht von seiner Familie ab- zuwenden. Das Gericht glaubt aus dem Gang der Ver­

handlung erkannt zu haben, daß es nicht Absicht bes An» « gefragten gewesen sei, sich seiner Staatsbürgerpflicht als H Steuerzahler zu entziehen. Aus allen diesen Gründen H hat das Gericht auf eine Strafe von 5000 Mark Geld- 8 strafe erkannt. "

Vermischtes. |

^ Ein seltsamer Massenwahn hat große Teile der Be-1 wodnerschaft von Masuren ergriffen. Allsonntäglich K wallfahren viele Tausende nach den in der Nähe des Schlachtfeldes von Tannenberg gelegenen Goldenen Bergen in dem Wahn, die Berge würden sich auftun und überreiche Goldschätze einer verschwundenen Stadt bar* Bieten. Am letzten Pfingsttage weilten über 25 000 Per­sonen auf dem Schlachtfelde.

Vom Blitz getroffen wurde eine Gruppe von Aus- flüglern aus Remscheid, die während eines Gewitters in der Nähe der Stadt unter einer Eiche Schutz suchte. Zwei Frauen wurden getötet, drei andere Personen er­litten Lähmungen und schwere Brandwunden.

Eine schwere Explosion ereignete sich in der Brikett- fabrik des staatlichen Kohlenwerkes Hirschfelde (Sa.). Da die Belegschaft bereits die Fabrik verlassen hatte, ist ein Verlust an Menschenleben nicht zu beklagen. Ueber die Ursache der Explosion hat die Untersuchung bisher keine Klarheit schaffen können. Der Sachschaden ist sehr groß, der Betrieb erleidet indessen keine Unterbrechung.

Ein Verbreche«, das noch der näheren Aufklärung bedarf, beschäftigt die Steglttzer Kriminalpolizer. In dem Hause des Rechtsanwalts Dr. Ernst Mariens ver­kehrten stets viele junge Leute, die, wie der Anwalt, krankhaft veranlagt waren. Die Beziehungen zwischen Dr. Miartens und dem 22jährigen Arbeiier Erich Fichte schienen in der letzten Zeit getrübt zu sein. DieserTage Bat sich nun in dem Hause des Rechtsanwalts eine Mord­szene abgespielt. Man fand Dr. Mariens mit einer Schußwunde im Kopf auf dem Boden. Er gab noch schwache Lebellszeichen von sich. Fichte lag mit einer Schußwunde in der rechten Schläfe auf dem Ruhebett unb war bereits tot. Auch der Rechtsanivalt ist kurz, darauf gestorben. Aus Briefen ist zu ersehen, daß Fichte mit der Absicht gekommen war, bett Anwalt und sich selbst zu erschießen. _

Durch die Geistesgegenwart eines Chauffeurs wurde in Berlin ein Raubmordversuch aufgedeckt. Dem Kraft- droschkenftthrer waren zwei Fahrgäste, die er von Spau- dau nach dem Hotel Sanssouci in der Linkstraße gefah­ren hatte, unheimlich vorgekommen. Er machte der Kri- minalpolizet davon Mitteilung. Zwer Beamte begaben sich sofort nach dem Hotel und verhafteten dre beiden Mtänner, den Händler Alfred Krüger aus Hamburg und den Hochschüler Ludwig Befiel aus Geismar. Bei der Durchsuchung des Hotelzimmers fanden die Beamten eine Aktentasche mit einer Eierhandgranate, einer Ar- meepiftole, 50 Patronen, einer 6,5 Millim. Selbstladepi- stole, Meißel, Stemmeisen, Feilen und mehreren ver­dächtigen Papieren. Die beiden Männer waren durch die schnelle Verhaftung so überrascht und bestiirzt, daß sie sofort ein offenes Geständnis über einen beabstchtrg- ten Raubmord an dem Chauffeur ablegten. Sie gestan­den auch mit größter Offenheit ein, daß sie, wenn sie die Ankunft der Beamten geahnt hatten, auf drese ohne wei­teres geschossen hätten. ,

Vo«i eigenen Bruder erschlage« wurde eme Konto­ristin, die mit ihrem Bruder zusammen in Berlin i« einem Hause wohnte und seit längerer Zeit krank war. Es kam zwischen den beiden Geschwistern zu einer er­regten Aussprache, in bereit Verlauf die Kranke ein Beil ergriff und sich auf den Bruder sttirzte. In dem sich entspinnenden Handgemenge schlug der Bruder, wie er angibt, in der Notwehr, so heftig auf das Mädchen los, daß es tot zu Boden sank. Der Bruder stellte sich selbst der Polizei.

Telegrapheuleituuge« durch Nordlicht gestört. Nach einer Havasmeldung ans Neuyork sind infolge der Stö-

Dienst unterbrochen werden mußte.

Haa-el und Verkehr.

§§ Grotze Caffeler Straßenbahn A.-G. t« Gaffet. Die, Ge­sellschaft beruft auf den 14 Juni d. Js. eine außerordentliche Generalversammlung ein, welcher die Verdoppelung des Attienkapiials durch Ausgabe von 5 000 000 M siebenprozen- tiger Vorzugsaktien mit einfachem Stimmrecht und die Aus­gabe von 5 000 000 M fünfprozentiger Obligationen vorge- schlagen werden soll. Die Vorzugsaktten und Obligationen sollen von der der Gesellschaft nahestehenden Bankgemeinfchasr unter Führung der Dresdner Bank, Filiale Cassel, übernommen und die Vorzugsaktien den alten Aktionären im Verhältnis von 1 :1 zum Kurse von 112 % angeboten werden. Auf die Vor­zugsaktien sind zunächst 25 % zuzüglich Agio einzuzablen; die Ginzahlung der restlichen 75 % soll in drei gleichen Raten inner­halb Jahresfrist erfolgen. Dtlrch die Begebung dieser Werte wird der Geldbedarf der Gesellschaft, auf den sie schon in ihrem letzten Geschäftsberichte hingewiesen hatte, auf absehbare Zeit voll gedeckt werden. Die Mittel sollen besonders für die nicht metir aufzuschtebende Gleiserneuerung dienen, mit denen noch in diesem Jahre, zunächst in der Wilhelmshöher Allee, be­gonnen werden wird. Die Ausgabe neuer Obligationen ist wegen der Bestimmungen des Gesellschaftsstatuts und der danach friiher begebenen Anleihen nur bis zur Höhe des jeweiligen Aktienkapitals zulässig, sodaß besten Erhöhung vorangehe« muß. Nachdem die Gesellschaft hauptsächlich durch die Schwie­rigkeiten, die vor Erlangung der gegenüber den erhöhten Be­triebskosten unerläßlichen Fahrpreiserhöhungen zu überwinden waren, das letzte Geschäftsjahr mit einem aus dem Reserve­fonds gedeckten Betriebsverlust abschließen mußte und auch noch in den ersten Monaten des laufenden Geschäftsjahres unter ähnliche» Verhältnissen zu leiden hatte, erschien die notwendige Ausgabe neuer Aktien nur in der Form von VorzugsaMen möglich, denen neben hinreichender Verzinsung das Recht auf Nachzahlung etwaiger Fehlbeträge aus späteren Gewinnen und. im Falle der Liquidation, auf bevorrechtigte Rückzahlung zu 115 % gewährt werden soll. Eine Benachteiligung der alten Aktionäre durch diese Form der Kapitalbeschaffung wird durch die Gewährung des Bezugsrechtes auf den vollen Betrag der Vorzugsaktien ausgeschloffen. Die Grundlage für diese zur Er­haltung des Bettiebes erforderlichen Maßnahmen ist gegen­wärtig insofern geschaffen, als nach den etngeführlen, vergleichs­weise immerhin noch mäßigen Erhöhungen der Fahrpreise in Verbindung mit Betriebsersparnissen, die allerdings nur unter Einschränkung der Fahrleistungen auf ein dem Verkehrsbe- dürfnis sorgfältig angepaßtes Maß möglich waren, die Auf­bringung der für den Unterhalt der Bahn und für den Dienst des neuen Kapitals benötigten Mittel aus dem Betriebe bet allseitiger weiterer Rücksichtnahme auf die wirtschaftliche Lei­stungsfähigkeit des Unternehmens nunmehr mit hinreichender Sicherheit zu erwarten ist.

88 Stahl & Nölke. A.-G. für Zündwarenfabrikatin in Gaffet. In der in Cassel abgehaltenen a. o. Generalversammlung wur­den die vorgeichlagenen neuen Satzungen genehmigt und die danach ausscheidenden Mitglieder des Aufsichtsrates.' Justizrat Frieß-Cassel, Kommerzienrat Moritz Wertheim-Cassel, Direktor Adolph Nau-Hamburg, Kommerzienrat Dvrenfurtv-Wcga, Kaufmann Karl Tvemc-Bcrlin einstimmig wiedergewählt.

4- Frankfurt a. M. Der letzte Frachtmarkt zeigte außer­ordentlich feste Tendenz. 6eu und Stroh waren infolge der Knappheit an Futtermitteln gesucht und höher bewertet. Auch in den anderen Erzeugnissen war das Geschäft, bei nicht sehr starkem Besuch, gut. Es tasteten 100 Klgr. Saatmais 450500 Mark, Erbsen 350 X Brasttbobnen 125 .A Rangoon-Bohnen 150160 M, Saferflorten 465 X Stark ist das Geschäft auch in Malsfcheinen. Es kasteien Rote Nähtische 25 .< weiße Hes­sische 40 Ji. Weiße Bayrische 35 X In preußischen Scheinen kein Anaebol.