Der krvetlsmarkt im Januar 1921.
Das aus den Zahlenergebnissen der verschiedenen Zweige der Atbeitsmarktstatistik für die Lage im verflossenen Januar sich ergebende Bild läßt noch immer <eine Zeichen der Besserung erkennen: im Gegenteil reifen die zunehmenden Zahlen der unterstützten Erwerbslosen, der arbeitslosen Gewerkschaftsmitglieder «nd Arbeitsgesuche bei den öffentlichen Atbeitsnachwei- ken noch immer stark in die absteigende Richtung, und Das, obwohl die milde Witterung des Monats in wei- ^K,Teilen des Reiches bereits die Inangriffnahme der OrirhjaHtsbestellung gestattete. Wenn es gelegentlich scheinen kann, insbesondere bei Vergleichen mit den An- saben der auslärrdischen Statistik, daß die an sich unverkennbare Gesamttendenz weniger scharf zur (Leitung kommt, so darf die Berschiedenarttgkeit des Zustandekommens der Zahlenresultate nie außer acht gelassen weröem — Die Zahl der unterstützten Voll-Erwerbslosen hat sich weiter erhöht. Ohne Familienangehörige be- rief sie sich am 1. 2. auf 432 318 gegen 409 928 am 1. Januar: das bedeutet eine Zunahme um 22 390 oder 5,5 *• H- Diese Verschlechterung entfiel fast ausschließlich *uf dre männlichen Erwerbslosem — Die Statistik der Arbeiterfachverbände läßt eine Steigerung der Arbeitslosigkeit unter den Mitgliedern erkennen. Berichte lagen vor über 5 707 717 Mitglieder von insgesamt 39 Verbänden. Bon diesen waren am 31. Januar (Stichtag) 252 658 Mitglieder arbeitslos, d. h. 44 v. H. gegen 4,1 am 31. Dezember. — Die stärkste Steigerung zeigte von den namhafteren Verbänden der Bauarbeiterver- band, der Textilarbeiterverband, der Transportarbeiter-, der Fabrikarbeiter-- und der Holzarbeiterverband. Bei den Metallarbeiterverbänden ebenso wie bei dem Verband der Gemeinde- und Staatsarbeiter blieb die Lage gegenüber dem Vormonat kaum verändert. — Bei den öffentlichen Arbeitsnachweisen -zeigte sich eine Verschlechterung: es stieg die Zahl der Arbeitsgesuch« von 992 000 auf 1059 000, also um 67 000 oder 6,8 v. H., die der offenen Stellen dagegen nur von 486 000 auf 504 (XX), also um 18 000 oder 3,7 v. H.
Die nwnatlichen Nachweifungen des Mitgliederbestandes der Krankenkassen, die bei der allgemeinen Versicherungspflicht aller in abhängiger Stellung Erwerbstätigen einen Rückschluß auf den Umfang der vorhandenen und tatsächlich ausgenutzten Beschäftigungsmöglich- keit gestatten, zeigen für die Bertchtsmonate bet einem Vergleiche mit dem Dezember des verflossenen Jahres keine nennenswerte Veränderung. — Nach Abrechnung der arbeitsunfähig Kranken und Erwerbslosen beziffert sich d-e Zahl der Pflichtversicherten bet den 6341 Kran- kenkasien, von denen Berichte vorliegen, am 1. Januar auf 12 781 958, am 1. Februar auf 12 781 684. Die da- mit sich ergebende Abnahme von 274 fällt praktisch nicht ins Gewicht, Immerhin ist bemerkenswert, daß diese Abnahme ausschließlich auf Kosten des weiblichen Geschlechts ging, während die Zahl der beschäftigten Männer in amsteigende Richtung wies. ES wäre falsch, dieses Zahlenergebnis in günstigem Sinne deuten zu wollen. Die Krankenkassenstatistik folgt der tatsächlichen Entwicklung immer um eine gewisse Zeitspanne nach und bietet auch nur einen Teilausschnitt.
Bus der Heimat.
Keine MonatSnebenkarten mehrt *Ä ab April s. I. gültigen neuen Vorschrift des Erseubahm- " " und Gütertarifs Teil 2 werben die MonatS- tten, die bisher von Angehörigen eines Hans-
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^tröthiw Nebenkarten nicht mehr ausgegeben.
^ ~ ^e Rechtsvertzältuisse des Ha«spersonals. Das Melchsarbertsmluisterium hat nunmehr den Borentwurf E^s^btzes zur Regelung der Rechtsverhältnisse des MUt-personals fertigge,teilt, bei dem namentlich die Vorschläge der Gesellschaft fhr soziale Reform berücksich- &ÄÄ Nutzer den Angestellten im Sinne des Derstcherungsgesetzes für Angestellte zählen nicht zu den Hausangestellten.solche Personen, die außer der Arbeit W H^use ^landwirtschaftliche Arbeit leisten oder vor- ubergebcnb in anderer Weise, namentlich gewerblich beschäftigt sind. Der Entwurf regelt die Rechte und Pflich- ten aus dem Hmisaehikfen-Vertrag, insbesondere die sbwie die Stuhepausen
Mlb Freizeiten. Nach österreichischem Vorbild ist ein der lediglich die Festste!-
-^^ü der Jdeiftrtät des Hausgehilfen ermöglichen soll L^ W" flSWÄ»’^ versagt wer» darf. Paritätisch zusammengesetzte HäuSÄenstaus-
Die Tochter MinMers.
65.)
Roman von Ernst Georgy.
(Nachdruck verboten.»
Langsam kehrte er sich von den Gemälden ab und näherte sich ihr. Dann hob er ihr beide Hände entgegen, in die sie die ihren legen mußte. „Fräulein Meiu- Hard, ich möchte Ihre große Kunst nicht durch ein Laienurteil entweihen. Das verbietet mir die Achtung vor . solchem Schassen. Ich danke Ihnen, weil ich Ihre Bilder ganz so fand, wie ich es erwartet hatte." Wtede neigte er sich und küßte die kalten Finger.
„Nun setzen wir uns endlich," sagte Susanne un . sicher und setzte sich ihm gegenüber nieder. Während si. ibm Zucker, Milch, Rum und Zitronenscheiben auf einem Anrichtebrett zureichte, erfreuten sich ihre Künstleraugei an seinem Kopfe, der sich prächtig von der tiefdunkle Einschnitzung des Lehnen-Rahmens und dem blasse Violett des Polsters abhob. „Bedienen Sie sich!"
„Heimatluft. Ich bin wie zu Hause!" murmelte c und griff zu.
In dem Mädchen wogten unklare Gefühle. „Ei werden nun endlich Wurzeln schlagen, Sie Weltumsee ler? Erzählen Sie mir von Ihren letzten Fahrten."
„Ich habe Ihnen ja alles geschrieben," wich Hoeru aus.
„Allerdings: ich hätte Ihre entzückenden Schilderungen am liebsten drucken lassen," sagte sie. „Also, was haben Sie vor?"
„Wissen Sie, wie ich einmal zu Ihnen sagen möchte,"
„Nein!" , .
„Schwester Susanne!" meinte er leise und inmg.
„itcl) habe wenig Talent zur Schwester," widersprach
sie gerefft „ „ „ ..
Er schüttelte den Kopf. „Das wem ich besser, Frau kein Meinhard! Und darum wage ich Sie zu bitten: Geben Sie mir endlich Klarheit! Erzählen Sie mir «ndlich, was für eine BemandniS es mit Gertrud hat."
Am den Ausem des Mädchetus flackerte es plötzlich i Kraft. Sie wirtschaftlich nicht weit reicht, anaewiefsrn'
Müsse, die nach Bedürfnis zu errichten sind, dienen zur Schlichtung von Einzelstreitigkeiten zwischen Hausgehil- sen und ihren Arbeitgebern. Dem Schutz'der jugendlichen Hausgehilfen ist angemessen Rechnung getragen.
— Freimarken auf der Rückseiie der Briefe. Freimarken wurden von manchen Leuten Mon immer ant der Rückseite von Briefumschlägen ausgesiebt. Nach einer Mitteilung des Neichspostministeriums kommt es in neuerer Zeit häufig vor, daß Freimarken nur z. T. auf die Rückseite geklebt werden. Wenn dann die Stern« pelung versehentlich unterbleibt, so kann, sagt der Reichspostmintster, der Empfänger die nicht entwerteten Freimarken nochmals zur Freimachung von Sendungen benutzen. Das ist unbestreitbar. Weniger gewiß ist aber die amtliche Annahme, daß dies in betrügerischer Absicht geschieht. Wiederholt wären auch auf die Vorderfeite eine rote 10 Pfennigmarke der früheren Ausgabe, die übrigen Marken aus die Rückseite geklebt worden. Auch dies wäre geschehen, um die Reichskasse zu schädigen, in der Erwartung, die 10 Pfennigmarke auf der Vorderseite werde im Postbetriebe als 40 Pfennigmarke der neueren Ausgabe angesehen, während die auf der Rückseite angebrachten Freimarken unentwertet bleiben würden. Erhebliche (Gewinne dürften wohl damit kaum erzielt werden können.
I HerSfeld. Seit Mittwoch durchfahren Sonder- 8ü g e mit Abstimmungsberechtigten für Overschlesien unsere Station. Sie Züge sind mit Wähnen und Zweigen geschmückt. Wn vebr«, wo die Fahrtteik- nehmer verpflegt werben, trägt der Bahnhof ebenfalls reichen Fahnen- u»d Gutrlandenschmuck.
PerSfel». Wegen Steuerhinterziehung wurden durch daS Wtuanzamt Rotenburg abermals über zwei Geschäftsleute in Bebra empfindliche Strafen verhängt. Fn einem Falle betrug die zu zahlende Geldstrafe über S0«0S Mk., im anderen Falle 8S t7L Mk.
§§ Caffel. Albert »affermann von den Staatlichen Schaufvielen in Berlin gastierte am Montag und Dienstag in den Staatlichen Schauspielen in Kassel in „Stein unter Steinen" von Sudermann und „Die Menschenfreunde" von Richard Dehmel. Das gut besetzte Haus nahm die fein durchgeistigte Darstellung des Gastes mit **««Ttein »aur entgegen MB brächte ihm große Dv* klonen bar.
§§ Die Unterhaltung der Staatliche« Schauspiele in Caffel ist nunmehr sicher gestellt Unter Leitung eines Abgeordneten des Sultusministeriums, des Ministe- rialreferenten Dr. Selig, wurde bestimmt, daß die Stadt Caffel einen jährlichen Unterhaltungsbeitrag von 750 000 Mark den Staatlichen Schauspielen zuwendet. 5? Am Mittwoch vormittag fanden sich hier aus dem ganzen Hesienlande die ersten Abstimmungsberechtigten für Oberschlesien ein. Es sind über 200 Leute. Vor dem Sammellokal am Ständeplatz spielte eine Militärkapelle. Gegen 2 Uhr wurde die Abfahrt nach Bebra angetreten.
6? Aus dem D-Zug Casiel-Hannover wurde der Arbeiter Orth hermrSgeholt und verhaftet. Er hatte in Gemeinschaft mit einem in Düffeldorf bereits ermittelten Krbettet in der letzten Zeit zahlreiche Diebstähle bei der Güterabfertgung auf dem Casseler Hauptbahnhof ausgeführt.
ST Innerhalb einer Woche wurde in einem Geschäft in der unteren Königstratze zum zweiten Male eiuae- brochen. Die Täter erbeuteten große Mengen Wäsche. Sie blieben nachts über in dem Geschäft, kochten sich Kaffee und verließen,am Morgen in größter Seelenruhe mit ihrer Beute das Haus. Bis jetzt konnte noch keine Spur der Täter gefunden werden.
— Die Kasseler Maschinenfabrik Henschel u. Sohn
: schloß mit der spanischen Eisenbahngesellschaft Madrid- Saragoffa-Alicante einen Vertrag auf Lieferung von 25 LokomMperr ab. Liejermlgsütst betrüg! 4t4iiö U» Monate. _
Wlendorf, Kr. Kirchhain. Die Bürogehilfen Georg mrd Johannes Schmidt von hier sowie die Hausiere rin Lina Schick aus Marburg hatten sich wegen Salvarsan- Schiebung vor dem Casseler Wuchergericht zu verantworten. Das Gericht erkannte alle drei des versuchten Erwerbes dieser Heilmittel, um weiter zu schieben, für schuldig. Das Urteil lautete gegen Johann Schmidt auf neun Monate Gefängnis und 3000 Mark Geldstrafe, gegen Georg Schmidt als Vermittler- auf zwei Monate Gefängnis und 1000 Mark Geldstrafe. Frau Schick erhielt wegen Beihilfe sechs Monate Gefängnis und 1000 Mark Geldstrafe. Die Strafe wird bei ihr auf drei Jahre ansaesetzt.
Schlüchter«. Im Spessart wurden Frankfurter Eierhamsterer aufgegriffen, die 750 Eier gehamstert und sie zu billigen Preisen dort eingekauft hatten. Die Eier, welche zu teuren Preisen wieder in Frankfurt an den Mann gebracht werden sollten, wurden beschlagnahmt.
sonderbar. Sie stellte die Tasse hin. , alles erfahren, Doktor! — Aber — — „Ader?"
ie sollen
„Verwechseln Sie nachher nicht die Botschaft mit dem Boten!"
Und sie erzählte alles, klar, kalt, rückhaltlos. —
Als Doktor Hoerne sich nach fast zwei Stunden entfernte, war seine frische Gesichtsfarbe merklich fahl. Seine Züge hatten etwas Müdes. Seine Haltung war weniger straff. Obgleich sie längst eine Unterhaltung gepflogen, die das Persönliche ausschaltete, wirkte das Vernommene tiberwaltigend stark in ihm nach.
Susanne, zuerst gehoben in einem gewissen grausamen Lustgefühl, fühlte es, und das Gute in ihr siegte. Habe ich Ihnen Ihr Heiligenbild beschmutzt?" fragte e beim Abschied.
Er sah sie tu tiefem Ernste an. „Nein! Aber es ist .iir, als müßte ich eine weite LValliahrt machen, um es -iederzufinden. Ich ahnte nicht, daß mir sein Besitz efiritten wird! — Ich konnte ja nicht vermuten, daß — ind an wen eine Gertrud Meinhard ihr reines Herz >erloren hat. — Alles ist ja so ganz anders! Ich muß erst Klarheit suchen, mit mir inS Reine kommen!" Und er neigte sich und küßte mit kalten Lippen ihre jetzt glü- ende Hand.
Achtzehntes Kapitel.
Dorothea Neumann hatte sich zur Besprechnng einer Berufsangelegenheit bei Eva Wiesener in Steglitz zu Besuch augesagt. Nachdem beide Damen mit ihrer sachlichen Erörterung zu Ende gekommen waren, begaben sie sich auf den Erker, in dem der Kaffeetisch gedeckt war.
Die schlanke Eva, deren herb und hager gewordenen Zügen man noch den früheren Reiz aufaö, holte aus der kleinen Küche das dampfende Getränk und febenste die Tassen von.
„Sie müssen schon entschuldigen," sagte sie, „wenn ich selbst für alles sorge. Meine Aufwärterin kann nachmittags nicht kommen. So bin ich ganz auf meine eigene
... Marburg An der hiesigen Universität schwebten ■ Ml'ch wie an den anderen Hotb'chnlen Deutschkcwds' Erwägungen, den sog. unmerus clcwfew, d. h. nur eine bestimmte Anzahl von Studierende!! zu gern wen Faf Untaten, insbesondere Medizin, zuzulassen. In Aobe-raM, der damit verbundenen Schwierigkeiten ist man ied-eck- von der Sache abgekommen.
Der Heidelberger Botaniker, ord Professor Dr. Ludwcg Iost, den, Lehrstühle in Marburg und ®rtan* aen angeboten wurden, hat sich entschlossen, dem stuft naco yjairburg zu folgen; seine Ernennung zum Cr^ nariuö in der Marburger philosophischen Fakultät um Stelle von Arthur Meyer» ist bereits erfolgt.
v -Unter '^" wechselnden Namen Lou, Lutz, 9er ober Schmidt hat der Briefmarkerchändler Martin Lock von hier in süddeutschen Städten umfangreiche Betrügereien mit gefälschten SBriefmarten verübt, und awü Briefmarkensammlern, mit denen er in Verbindung wno, wertvolle Sachen gestohlen. Lott, der wegen der- lletdfen Betrügereien schon vorbestraft ist, hatte bi ^i-- w Verhaftung m Tultlingen goldene Schmuckstück» vif Altertumswert bei sich, die er von unbekannten Pers»- «n gelaust haben will.
Treyia. Die Strafkammer in Marburg verirrtEe einen schon mehrfach vorbestraften hiesigen EinwohXL der in einem der Anstalt Hephata gehörigen Gutsh« ein Schwein gestohlen hatte, einschließlich einer füralW gegen ihn wegen Hühnerdiebstahls erkannten Strafe von 3% Jahren zu 5% Jahren Zuchthaus.
Fulda. Vom Schöffengericht wurde ein 21jährige« Fabrikarbeiter von hier, der schon während des Krieäö>- zeit Unredlichkeit verübt hatte, wegen eines DiebstatzU in der Tütenkabrik zu 2 Monaten Gefängnis verurteil-.
4- Gießen. Aus allen Teilen Kurhesfens und Obw» Hessens, auch aus der Lahn- und Dillgegend wird ve« Sachverständigen der außerordentlich günstige Sien* der Wintersaaten bestätigt.
Hanau. Das Schwurgericht Hanau verhmrdelte w gen den 60 Jahre alten Landwirt Wilhelm Roll *■» Karbol isch-Willenrotb im Kreise Geluhausen, der des versuchten Totschlags und der Bedrohung des La»o- wirts Heinrich Schoppmann schuldig befunden und M 9 Monaten Gefängnis verurteilt wurde. Es handeNe sich um Streitigkeiten, die aus einem Zivilprozeß entsprangen.
Geluhausen. Weil die Freigerichter Kleinbahn eine Erhöhung der Preise für Personen- und GüterbeförSe-- rung vorgenommen hat, beschloß eine Bersauunlum von Ortsbewohnern, die an der Strecke wohne», Sie Berbüngung des Boykotts über die Bahn. — Fragt sich einer, wie lange dieser Boykott wirksam bleibt!
+ Frankfurt. Die Mainschiffahrt liegt in den Ky° ten Wochen auffallend ruhig. Bergwärts blieben i* Frachten mit Ausnahme der gewöhnlichen Kohlenkähue aus. Die Anforderungen der Industrie an SchiffsraE war selten schwach. Nur Höchst besam einige Kähne Tors und Chemikalien. Talwärts hat die Flößerei trotz großer holländischer Auftragsbestände in Speffarthotz noch nicht eingesetzt. Auch die Verfrachtung von Mu' schelkalk und Mrltenberqer Buntsandstein fehlt »och gänzlich.
- Ausbildung von Arbeiterinnen in der W»G- tahrtöpflege hat der Magistrat den Betrag von 20 we Mark berertgestellt. Das Reich soll einen Zuschuß in 1 >6 Prozent dieser Summe leisten.
4- Für den Fall eines evtl. Einmarsches der 4rw< aasen tn Frankfurt, der aber nach allen Anzeichen nicht zu befürchten ist, hat die Sicherheitspolizei ihre Maßnahmen getroffen, um nötigenfalls sofort die Gutleick« faferne und das IMmQrmm-üas ebentalls zu Poltz«i- zwecken teilweise mit benutzt wurde, räumen zu könne».
-- Der Straßenhandel wird augenblicklich von der Polizei mit der größten Schärfe auf den Verkauf von Lebensmitteln kontrolliert. Alle Lebensmittel, die nicht verpackt sind, dürfen nicht zum Verkauf kommen. Die zuwiderhandelnden Händler werden von den Aufsichtzs- beamten verwarnt und sollen in Wiederholungsfälle» dadurch bestraft werden, daß man ihnen die Ware ve- fchlagnahmt.
+ Wegen Ablehnung ihrer Lohnforderungen fw» die Glasreiniger in Streif getreten.
Heiligenstadt Die Stadtverordnete» wählten einstimmig den Bürgermeister von Papenburg, Dr. K«t Wolters, zum Bürgcrmcifter von Heiligenstadt.
— In Berlin wurden acht Räuber feftgenomwm. die die St. Michaelkirche ausgeplündert hatten. Bet der Vernehmung stellte sich heraus, daß auch die CUmbrüche in die Wallfahrtskirche Etzelsbach und die Pfarrkirche zu Hundstzagen auf ihr Kmltv kommen.
„Sir waren durch Ihre Mutter recht verwöhnt. Ich kenne es ja nicht anders!" entgegnete Dorothea seufzend
„Ich muß zugeben, daß meine Riutter mir an alle» Ecken und Enden fehlt."
„Wird sie denn nicht bald wiederkommen, Sie spr*- chen doch davon, daß sie nur auf einige Wochen fortbled- ben sollte!"
„Und nun sind es schon mehrere Monate," ergänzte Eva ben Gedankengang. Es ist auch keine Aussicht e»- ner Rückkehr vorhanden! Ich febe es ja ein, mein Bruder kann oder — sagen wir besser — soll sie noch nicht entbehren. Bei seiner Haltlosigkeit braucht er eine nw= ralische Stütze."
Es war ausgesprochen. Mit sorgenvollem Ausdruck schaute sie in die grüngewordenen Baumwipfel hinab.
Dorothea beobachtete sie durch ihr Augenglas ml dem ihr eigenen scharfen Mustern.
„Wie ich Ihre Mutter kenne, strahlt sie vor Glück. Ihren Brüder wieder zu haben!"
„Allerdings. Georg war immer ihr Schmerzenskind und Abgott. Sie schrieb mir erst in ihrem lebten Brief begeistert, wie ernst und arbeitsam er geworben ei, und daß sie jetzt voller Vertrauen in die Zukunft schaue. Amerika wäre eine gute Schule für ihn gewesen."
„Merkwürdig," erwiderte die Neumann, „rvelche Macht derartige Persönlichkeiten auf Frauen ausübe». Sie müssen schon entschuldigen, Eva, wenn ich mich offen nsspreche."
Eva stimmte ein: Georg war immer ein Windhund! Er war der Blender, der Backfische und Balldamen begeisterte. Schon zu meines Vaters Lebzeiten war er bei Götze, dem gehuldigt und jeder Wunsch erfüllt wurde. Anstatt, daß man ihn ruhig, wie ich es wollte, dem Schicksal überlassen und damit zur Besinnung gebracht i hätte, wurde ein Tausender nach dem andern seiner Spielerleidenschaft in den Racken geworfen. Schließlich . war es zu spät, und da mußten wir, um ihn vor dem ’ Schlimmsten zu bewahren, die ganze schöne Srbfdtc* I »pferm" ..... . »Fortsetzung Matt