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7.80 Mark, bei freier Zu-
Amtlicher Mzeiger Dr -e« Kreis hersfelS i ^“ 8 5uX Bachüruckrrri in HerefelS. 8 J
FreitsU- -e« lt März
1981
M kremüyerrlcha?l in RUME.
** Der iravzöflsKe OrtSkomnkandant m Düsseldorf Hat Mittwoch sbenv plötzlich ein Verbot evtiffes, daß sich Niemand von 10 Uhr abends bis 4-Uhr morgens auf den Straßen aufhalten soll. Vorr einer Präveutivz-rttur hat »te Düsseldorfer Besotzungsbehörde bisher Abstand ge- »«muren. Der oberkommandierende General ^egcuhe Tat verfügt, daß die grüne Polizei einschließlich der Beamtem in Düsseldorf auf 600 Mann herabgesetzt werden muß. Die augenblickliche Stärke der Sivo beträgt 1.150 Mann. Die Besatzungsbehörde entscheidet, welche Ge- «nten der Sicherheitspolizei in Düsseldorf bleiben dürfen und welche ausgewiesen werden. Es ist ferner 8e= «Ssichtigt, in Düsseldorf ein militärisches Polizetgericht rmS ein Kriegsgericht einzurichten.
Auch Hamborn besetzt.
** Hamborn und der Kohlenhafen der August Thysien- Hütte Swelgern sind Mittwoch nachmittag besetzt Worten. Es sind 200 Mann belgische Raöfahrkompagnie und eine Eskadron belgische Kavallerie eingerückt. ZwisHen- Me sind nicht vorgekomme«. Der Belagerungszustand wurde erklärt. Die Schutzpolizei wurde bisher nicht «ntwaffnet. Man erwartet den Einmarsch größerer Truppenmassen. Es geht das Gerücht, daß man die Ab- HSt habe, auch Oberhausen zu besetzen. In Duisburg And 7 Kompagnien Franzofen und 5 Kompagnien Bel- «ter sowie eine Fliegerstaffel.
Beratungen in London»
: W Aus London wird offiziell mitgeteilt, daß in den Gitzungen der Leiter der allierten Delegationen die Einzelheiten über die Durchführung der „Sanktionen" ge- Oen Deutschland geregelt worden sind. Man kam über- Mn, daß Sie „Sanktionen" nur dann rückgängig gemacht werden sollen, wenn eine befriedigende Lösung in der Frage der Schadensersatzleistung und der Frage der Bestrafung der Kriegsschuldigen gegeben sein wird. Da- «eben wurde Hie türkische Frage besprochen. Briairb erklärte in der Mittwochsitzung, daß die französische Re- «terunq nicht die Absicht habe, die deutschen Provinzen «n Rhein dauernd zu besetzen oder gar einzuverleiben. Frankreich^beabsichMe nur hie.Wcherheit der HlusstA-
Die Zollmatzuahme«.
>- Nach dem „Matin" sollte die Beschlagnahme der Ä an der rbeinländischen Anslandsgrenze schon am Mittwoch dnrchgefttbrt werden. An der ganzen deutschen Grenze bis nach Holland haben die Zollbeamten die Zölle wie gewöhnlich einkasstert. Am Abend ist dann aber das Geld anstatt in die deutsche Kasse in diejenige der Wir derherstellunaskommisston geflossen. Was den Zoll- verkebr von den Rheinlanden nach Deutschland betrifft, Tee verlangt die Einrichtung der Maßnahmen Zeit. Jn- Hesten scheint man sich in London darüber geeinigt zu Haben, daß für die aus Deutschland kommenden Waren bloß eine Einschreibegebühr entrichtet werden müsse, während für die Ausfuhr aus dem Rheinlande nach Deutschland eine Abgabe, nach dem Wert berechnet, bezahlt werden soll.
** Das französische „Rhein-Echo" in Mainz schreibt «rgenscheinlich beeinflußt: Die Frage der Bildung einer Zollgrenze am Rhein unterliegt augenblicklich dem Studium. Da die Brückenköpfe Köln, Koblenz und Mainz in dieser Zone einbegriffen sein müssen und diese drei Brückenköpfe längs des Rheins durch unbesetzte Städte getrennt sind, die ernste Unzuträglichkeiten darbieten. würden sie umzuwandeln sein in den 36 Kilometer tie- Gn Geländestreifen längs des Rheins, und auf dieser Linie würden bann die neuen Zollposten errichtet wer- »e». Dies würde also eine Besetzung des rechtsrheinischen Userstreifens bedeuten.
Die fatalen Zwangsmaßnahmen.
•* Die „Times" veröffentlichen einen auffehenerre- senden Artikel, in dem sie die fatale Wirkung der wirt- Äöftridten Zwangsmaßnahmen schildern, vor allem die Unsicherheit der Kaiser in dem Fall, daß die deutschen Exporteure mit dem vorgesehenen Zahlungsmodus nicht einverstanden sind. Die Geschäftswelt findet Lloyd Georges Borschlag unpraktisch. Trotzdem bewahrt die City einen gewissen Optimismus im Vertrauen auf künftige Verhandlungen.
Lloyd George über die Zwangsmaßnahme«.
•* Lloyd George erklärte im Untexhause zu der Frage der wirtschaftlichen Zwangsmaßnahmen, daß Ursprungszeugnisse für die aus den neutralen Ländern eingeführten Waren verlangt werden könnten. Er be- künnncre sich nicht darum, ob die Neutralen das Meist- begünstigungsrecht haben oder nicht. Nach Annahme des Gesetzes, das die Hälfte des Kaufpreises vonbeut- schen Waren dem Schatzanft zur Verfügung stelle, sei «ruch Holland oder Schweden bekannt, was sie zu erwar- ten hätten.
Was ma« i« London erwartet.
** In politischen Londoner Kreisen erwartet man, daß der bevorstehende Kabinettsrat in Berlin von großer Bedeutung für die Weiterentwickelung der Dinge sein wird. Es wirft geglaubt, daß Deutschland den Versuch machen wird, die Verhandlungen mit den Alliierten sobald als möglich wieder aufzunehmen. Namentlich die Tatsache, baß bie deutschen Botschafter in Paris «nd London sofort nach Berlin berufen worden sind, wirb in politischen Kreisen als ein Zeichen dafür ange- trhpn kok Deutschland wenigstens versuchen wird, die
r Höften wieder anzntnüpfen. Man ist überzeugt, daß l die beiden Botschafter deshalb nach Berlin beruten worden sind, um an der Fvrmuliermrg der neuen Vorschläge i mitzuwirken.
• Deutschland toirb den VMkerSnnd anrufen.
| ** Vor seiner Abreise aus London erklärte Dr. ®i- : moK8 einem Vertreter der „Daily News", daß das ' deutsche Angebot eines Provisoriums von fünf Jahren j von den verschiedenen alliierten Regierungen angeregt ! worden war. Wegen der Anwendung der Sanktconen, i Sie gegen den FriedenSvertrag und das Völkerrecht ver- ! stoßen, werde die deutsche Regierung die Intervention ; »es Völkerbundes anrnfe«. Deutschland sei durchaus bereit, Einblick in seine wirtschaftliche Entwickelung zu gewähren und die ihm alsdann vorgeschlaaene Zab- lungSweise anzunehmen. ES erscheine jedoch zweifelhaft, ob nach der Anwendung der Zwangsmaßnahmen in der nächsten Zukunft Konlererrzen wieder ftnttfinften können.
Dr. Simons RnRanlt in Berfln.
Begeisterter Empsssg aus dem Potsdamer Bahnhof.
** Die Berliner Bevölkerung hat der deutschen Delegation bei ihrem Eintreffen an Berlin auf dem Potsdamer Bahnhof einen sehr stürmischen Empfang bereitet. Minutenlang durchbrausten Hochrufe auf den Minister und die Delegation die Bahnhofshalle. Minister Dr. Simons erstattete dem Reichskanzler in folgender kurzer Form Bericht: „Herr Reichskanzler, wir haben in London getan. n^S wir konnten. Jetzt sind wir da, um der Neichsresicrung Nechenfchaft über unser Tun abzulegen.^ Der Reichskanzler erwiderte: „Herr Minister, das weiß ich. Sie genießen unser vollstes Vertrauen." Arm in Arm verließen dann der Reichskanzler und Minister Simons, dessen Gattin kaum zu dem Zurückgekehrten vorzudringen vermochte, den Bahnsteig. ? Dabei brach das Publikum in neue Hochrufe aus. Ein älterer Herr stürzte auf den Minister zu, drückte rüm die Hand und rief Dr. Simons zu: „Herr Minister, wir danken Ihnen im Namen des deutiMn Volkes, daß Sie es gewagt haben, der Entente ein „Nein" entgegenzu- setzem" Der Minister antwortete: „Es lebe unser Deutschland!" Die Menge stimmte begeistert in den Ruf ein. Vor dem Bahnhof ßoüe sich eine kaum übersehbare Menschenmenge versammelt. Ausreichende SicherheitS- nratznahmen waren nicht im entferntesten getroffen. Die Menge ließ sich nicht beruhigen. Immer wieder ertönten neue Hochrufe. Der Reichskanzler bat mit lauter Stimme, die Ruhe zu bewahren, und nur seinem entschlossenen Auftreten war es zu verdanken, daß die Menge sich schließlich beruhigte. AlS Minister Dr. Simons endlich seinen Wagen erreicht hatte, versuchte er eine Ansprache zu halten. Es gelang ihm nicht. Die Menge jubelte ihm zu und stimmte dann das Deutschlandlied an. Unter den Klängen der Wacht am Rhein kormte der Kraftwagen erst nach langem Aufenthalt sich schließlich den Weg bahnen. Dr. Simons war sichtlich ergriffen. Er winkte immer wieder. Nach der Abfahrt des Reichskanzlers nnö der Delegation zerstreute sich die Menge nur langsam unter Absingen von patriotischen Liedern.
Die Kabi«ettssttzy«g.
** Für Mittwoch abend war eine Sitzung des ReichS- kabinetts in Aussicht genommen, in der der Minister des Aeutzern Dr. Simons über die Londoner Konferenz Bericht erstatten sollte. Wie verlautet, ist die Sitzung auf Dmrnerstag vormittag 9% Uhr verschoben worden.
• * Das Reichskabinett trat am Donnerstag vormittag zusammen, um den Bericht des Ministers Dr. Simons über die Londmler Verhandlungen entgegenzu- nehmen. Der auswärtige Ausschuß des Reichstages versannuelt sich am Donnerstag nachmittag um 4 Uhr. Die große politische Aussprache im Reichstag wird am Freitag fortgesetzt und zwar im Anschluß an die Rede des Außenministers Dr. Simons.
Die Sachverständige« bleibe« in Berlin.
w Berlin. (S. E.) Die Reichsregternng hat die Sachverständigen der Londoner Konferenz noch nicht entlassen. Die Sachverständigen haben weiter zur Verfügung der Reichsregierung in Berlin zu bleiben. Infolgedessen erhält sich in parlamentarischen Kreisen die bestimmte Annahme, daß die Fortsetzung der Londoner Besprechungen in sehr naher Zeit bevorsteht.
Protest »er Neutrale«.
** Zürich. In schweizer Finanzkreisen verlautet, daß die neutralen Regieritngen, besonders die Schweiz, Holland, Schweden und Nonvegen,vbeim Völkerbund Protest gegen die wirtschaftlichen Zwangsmaßnahmen gegen Deutschland erheben wollen. Diese Zwangsmaßnahmen würden künfttg den Handelsverkehr zwischen Deutschland und den neutralen Ländern auf das schwerste beeinträchtigen. Der Protest soll in eine feierliche Form gekleidet werden.
_ Riesiger Warenverkehr am Rhei«.
, ** Mannheim. (F. N.j Auf die in Maincheim und in der Pfalz verbreiteten Gerüchte hin, daß die durch die Verbündeten als „Sanktionen" ni Aussicht genommene Zollgrenze zwischen Mannheim und Ludwigshafen errichtet wird, trat am Mittwoch Nachmittag ein beiderseitiger Warenverkehr ein, wie er noch niemals auf der Rhembriicke beobachtet worden war. Der Verkehr war so riesig, daß Stockungen auf der Rbeinbrücke eintraten und eine verstärkte Polizeipatroulle Ordnung schaffen mußte. Der Straßenverkehr war zeitweise unterbrochen.
Von der Pfalz, yauptfachtrm von Pcrmnsenz, wurden Schnhwarn und pfälzische Weine nach Manribeim gebracht. Die pfälzischen Schuhfabriken verschickten von ihren großen Vorräten alles, wa irgend inöglich war, nch Sem unbesetzten Deutschland. Der Wrt des gegenseitigen Warenaustausches ging am Mittwoch in die Mimonen. Die französische Miliiärbehörde sah dem Geschäft zwar nicht mit freundlichen Mienen zu, konnte' es aber nicht hindern.
Sympathiekurl0eb««g der Deutsche« in Tschechien.
** Prag. (F. Z.) Der deutsche parlamentarische Verband hat an den Reichspräsidenten Ebert eine Svmpa- ihiedepesche gerichtet, in der die Einheit des Gefühls mit den Brüdern im Reiche ausgesprochen wird.
A«ttnllier«ng deutscher Aufträge in England.
^ Rotterdam. (S. C.) Der Börsen-Berichterstatter der Londoner „Times" meldet: An der Dienstagbörse setzte man die Höhe der annullierten Kaufaufträge aus Deutschland auf 4 bis 8 Millionen Shilling fest. Die Loiidoner Börse hält zur Zeit jede Internationale Anleihe für Deutschland als ausgeschlosien.
Die Regierungsfroge in Preußen.
>* Im preußischen Landtag fand Mittwoch abend eine interfraktionelle Besprechung der bisherigen preußischen Regierungsparteien über die Regierun^bilöung statt. Die Aussprache drehte sich um die BeteiliMng der Deutschen Volkspartei an der Regierung. Die Sozialde- uwkraten verharrten auf ihrem ablehnenden Standpunkt. Das Zentrum trat dagegen sehr energisch für die Hinzuziehung der Deutschen Volkspartei ein. Die Demokraten unterstützten die Argumente des ZentrumS. Eine Einigung wurde nicht erzielt. Gleichzeitig während der interfraktionellen Besprechungen hielt auch die Deutsche Volkspartei eine Fraktionssitzung ab. Das Für und Wider der Beteiligung an der Regierung! wurde in der FrakNon sehr lebhaft erörtert. Einmütigkeit über den Eintrttt in die Regierung bestand aber nicht. Die Entscheidung über die Regierungsbildung ist Mittwoch, abend jedenfalls noch nicht gefallen. Im Laufe des Donnerstags werden weitere Verhandlungen statt« finden. Die deutsch-nationale Landtagsfraktion hat an die Fraktionen der Deutschen Volkspartei, des Zentrums und der Deutsch-demokrattschen Partei die Anf- foröerung gerichtet, alsbald in Besprechungen über die Herstellung einer gemeinsamen Regierungsgrundlage für Preußen und das Reich einzutreten.
Die Fahrt nach Oberschleften.
Bon Mittwoch ab laufen die Sonderzüge für die Fahrr der Abstimmungsberechtigten nach Oberschlesien. Der erste Sonderzug ist aus Duisburg mit 800 Ober- schfesiern abgegangen. Der „Lok.-Anz." warnt vor einem polnischen Ävstimmungsschwinöel. Kürzlich erhielt eine in Potsdam ansässige deutsche Dame aus Oberschleften einen Brief von einer angeblichen Freundin, die ihn aber unbekannt ist, in dem von der Reise nach Ober- schlesien abgeraten wird, da die Polen die Züge tn die Luft sprengen wollen. Irgend ein polnisches Schwindelkomitee versucht, auf diese Weise die Reise der Heimattreuen Oberschlesier zur Absttmmung zu verhindern. Es darf sich daher niemand dnrch berarttge Schreiben irre« führen^lassen, da in Oberschlesien vollkommene Ruhe
Die Estfchei»««g über Oberschlefie«.
• * Genf. lL. C.t Nach einer Meldung der Erchange Agentur wird sich der Alliierte Rat am 28. März zum ersten Male wieder mit der oberschlesischen Frage befassen. Es sei anzunehmen, daß in dieser Sitzung die Ent- scheidnng auf Grund der Absttmmung Oberschlesiens erfolgen wird.
Eine polutsche A«8weis«u-S!lste.
• * Genf. (S. 6.) Der Pariser „TempS" meldet aus Warschau- Die polnische Regierung hat eine Liste von Über 106 Pewwen irrstgoeihiH die »er Angriffe aus polnische Staatsangehörige beschuldigt werden und deren Andweisung für die Allstmimungstage aus Ober- schlesien vom Alliierten Rat verlangt wird.
Menlchewißi-Iieoolvllon in ilußlmL
** Wie der Ausschuß der früheren Duma-Abgeordneten in Paris erklärt, ist die in Rußland auSqetzrochene Bewegung als die erwartete Menschewiki-Revölution zu betrachten. Seit zwei Monaten bat der Ausschutz dieser Gruppe unter Vorsitz von Kerenski gemeinsame Sitzungen abgehalten, um den gegenrevolutionären Plan vor- zubereiten und entsprechende Weisungen nach dem Auf- itandszentrum zu ttbermitreln. Kerenski beabsichtigt, öfe Führung der Gegenrevolution zu übernehmen.
** Nach aufgefangenen Funksprüchen hat die Sowjet- regierung zn energischen Strasmatznaümen gegriffen, um den Umstand niederzuwerfen. Maffenhinrichtungen und Einziehung des Eigentums der Bauern, die dem EinbrufungSbesehl nicht Folge leisten, sind an »er Tagesordnung. Die jungen Bauern leisten der Sowjet« regiernng offenen Widerstand. Die Deserttonen nehme« beständig zu. Die Soldaten verlassen die rote Armee aus Furcht vor der Bevölkerung.
w Kopenhagen. (C. C.) AnS Riga wird gemeld k Hier liegt ein Kronstädter Fnnkfpruch vor, wonach 6 Wiborger Vorstädte von den Aufständigen eiNttenomme worden sind.
Rufsüll««g 5er Kohlenvorräte »er Eisen da»».
*» Der Reichsverkehrsminister hat eine Anordrn ? an die Etsenbab»U>trektionev zur schleuniaen 8ütff»numi