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Hersfelöer Kreisblatt"

Mtüchrr Anzeiger für den Kreis Hersfel-

Nr. 41 (erstes Blatt)

Freitag, den 18. Februar

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1921

ömVsröerMM^ to li^MBsMUM.

Die Beratungeri des Zwölferansschnises über die deutschen Gegenvorschläge beginnen, wie bereits gemel­det, am Freitag. Wie dieKöln. Ztg." dazu hört, ist man sich in den Kreisen der deutschen Sachverständigen darüber einig, daß man auf dem bis setzt versuchten Wege kaum mehr zu einem Ziele gelangen kann. Es muß daher ein neuer Weg beschritten werden, besonders in der Frage der Wiederherstellung. Man denkt dabei an die Schaffung von deutsch-französischen Syndikaten für gewisse Industrien, besonders vor allem für die Koh- lenindustrie, Kali- und Metallindustrie, für die Sach­leistungen mit einer gegenseitigen Beteiligung an jeder Steigung und Schwankung der Ausfuhr. Diesen Ge­danken hat auch Reichsnsinister Dr. Simons in seiner Stuttgarter Rede bereits angedeutet, als er davon sprach, daß man die Möglichkeit einer starken Beteiligung Deutschlands, ohne allzu starke Schädigung der anderen Länder suchen müßte. Ein Produktionsausgleich müßte eingeleitet werden. Freilich wäre auch dieser Weg nur dann möglich, wenn die dadurch erreichbare Lösung in Frankreich eine günstige Aufnahme finden würde.

Frankreich lehnt deutsche Gegenvorschläge ab.

w Berlin. lS. C.) Nach den hier eingegangenen Berichten des Staatssekretärs Bergmann aus Paris verhalten sich die französischen Sachverständigen gegen­über den deutschen Vorschlägen zur Londoner Konferenz Ablehnend. Bergmann trifft Montag wieder in Berlin ein.

Roch keine Festsetzung des Londoner Programms.

«# Die Agentur Reuter veröffentlicht folgende offiziöse Information: Man besitzt in London noch keine offiziö­sen Informationen bezüglich der Zusammensetzung der französischen, italienischen, belgischen und deutschen Kom­mission, die für die bevorstehende Konferenz in London erwartet werden. Man weiß bis. jetzt nur, daß der Außenminister Dr. Simons sich unter den deutschen De­legierten befinden wird. Ferner nennt man die Namen der Vertreter der Kommissionen von Konstantinopel und Angora. Die erste Konferenz dürfte sich mit den grie­chisch-türkischen Verhältnissen beschäftige,: und am 21. Februar in Downing Street eröffnet werden. Bis heute ist noch kein Programm aufgestellt worden. Man nimmt an, daß der Oberste Rat vor der ersten Konferenz zunächst die schwebenden Fragen noch einmc v« 'r f# besprechen als möglich seine Vorschläge bezüglich der Zahlnugeu machen werde, damit man diese noch vor Beginn der Konferenz prüfen könne.

Daily Mail" meldet, daß der bekannte deutsche Finanzmann Karl Melchior, der schon früher Mitglied der Friedensdeleyation in Paris war, zur Londoner Konferenz entsandt werden wird.

Wilson lehnt die Einladung «ach London ab.

w Rotterdam. (S. C.) DieTimes" melden aus Neuyork: Die neue Einladung der Alliierten zur Teil­nahme än den Londoner Besprechungen ist vom Präsi­denten abermals abgelehnt worden. Bisher ist kein Ein­spruch Wilsons gegen die Pariser Beschlüsse erfolgt.

Italienische Entrüstung über Dr. Simons.

^ Rom. (B. T.j Der offiziöseTempo" schreibt: Wir haben niemals eine hohe Meinung von der deut­schen Redekunst gehabt. Simons zumal spricht zur Zeit, wie ein Staatsmann nicht sprechen dürfte, so bei seinen wenig geschmackvollen Anspiegelungen auf. Sudttrol. Zerrte beliebt Simons, wegen Italiens Politck in der Wiedergutmachungsfrage sich an dem Grafen Sforza zu reiben. Dabei werden Sforza und Simons einander in Wochenfrist in London begegnen, und wenn nicht al­les täuscht, wird Graf Sforza demselben Simons helfen müssen, sich möglichst leidlich aus der Verlegenheit zu ziehen. DasB. T." bemerkt ä« dieser Aeußerung: Die Bemerkunacu Simons über Sforzas Erklärungen sind durchaus sachlicher Natur gewesen. Der Tempo", der Simons so von oben herab behandelt, hatte bei,er getan, ihn ebenso sachlich zu widerlegen.

Gren für eine Kredithilfe für Deutschlaub.

w Rotterdam. (S. C.) Reuter meldet, daß Lord Grey. der frühere Minister des Auswärtigen in England, kür die Beteiligung Englands an der Kredithilfe zu Gunsten Deutschlands eingetreten sei.Daily Mail" meldet: Die »iberalen des Unterhauses wollen den Premierminister interpellieren über die wirtschaftliche und finanzielle Leistungsfähigkeit Deutschlands, die den weiteren Forde­rungen der Alliierten in Deutschland zu Grunde zu legen sei. Abreise Briands nach London.

_, Paris. (F. N.) Briand wird Sonntag vormit­tag 9,30 Uhr Paris verlassen, um sich zur Londoner Konferenz zu begeben. Er wrrd begleitet sein von dem Generalsekretär im Auswärtigen Amt, Berthelot, dem Unterdirettor ftir asiatische Angelegenheiten, Kämme­rer, dem Kabinettschef Carteron und dem Dolmetscher des Obersten Rates.

Armeniens Kriegsentschadigungsansprüche.

Ml Paris. (L. A.) Armenien beziffert seine Entscha- dignugsansprüche an Deutschland auf über 31 Mil­liarden. , _ ,,

Entente-Kontrolle der deutschen Schiffahrt.

M Eine neue Marine-Kontroll-Kommission in Stet­tin hat wie dieP. P. N." hören, den unerhörten An- spruch eZobem auf allen ausfahrenden Schiffen nicht weniger als 40 bis 50 Prozent der Ladung nach eigenem Ermessen zu untersuchen. Gegen dieses Vorgehen, das

>n atm ^neoenovcrrragk lemv «trin findet, hat Öle deutsche Regierung Einspruch erhoben.

Die deutschen Kohlenlieferrmgen im Jarruar-

w Die deutschen Kohlenlieferungen beUefen sich nach französischen Angaben im Januar auf 1681696 Ton­nen. Davon erhielt Frankreich 1069 075 Tonnen, Ita­lien 208 011 Tonnen, Belgien 274 696 Tonnen und Luxemburg 130112 Tonnen.

Beratungen über die Kohlenversorgung.

** Beim Reichskohlenkommissar in Berlin finden in diesen Tagen Besprechungen statt, an denen die Leiter der Unterverteilungsstellen der Länder und Dezirke teilnehmen. Bor allem soll die Hausbrandfrage geregelt werden. Die monatliche Belieferung von zwei Zentnern soll erhöht werden. Doch dürfte die verlangte Beliefe­rung von vier Zentnern nicht zustandeckommen, die be­reits am 20. Februar in Kraft treten sollte.

Poincarees Wiederaufstieg.

Die friedliche Entente.

tM- Aus Paris wird gemeldet: Die Zeitungen der Rechten jubilieren über die Ernennung Poincarees zum Vorsitzenden der Kommission für Auswärtige An­gelegenheiten im Senat. Sie glauben, daß gewisse Sena­toren durch die Wahl Poincarees andeuten wollten, daß der französischen Politik unter den gegenwärtigen Ver­hältnissen eine feste Richtung gegeben wertM müsse. Auf der Linken behauptet man, daß es sich keineswegs darum handele, die Politik Poincarees derjenigen Briands gegenüberzustellen, sondern daß das Ziel der Senatoren darin bestanden habe, Herrn de Selves zu entsernen, der von ihnen als zu wenig energisch empsim- den wurde und der sich im Uebersluß als Anhänger der Wiederaufnahme der Beziehungen mit dem Vatikan er­klärt hatte. Poincaree hat am Mittwoch nachmittag sei­nen zweiten Vortrag über den Ursprung des Krieges gehalten. Seine Ausführungen betrafen das franzö­sisch-russische Bündnis und die französisch-englische En­tente cordiale. Sein Ziel war darauf gerichtet, zu bewei­sen, daß diese Bündnisse im wesentlichen friedlicher Na­tur waren, während der Dreibund ein offensives und kriegerisches Ziel hatte.

Poincarees neue Rolle in der auswärtigen Politik.

DieDaily Cbrouicle" nennt die Wahl Poincarees zum Vorsitzenden des SeuatsauZ' '

tige Äugewgenyeuen einen vemertcnswcncu Triumpo. Der Pariser Korrespondent des Blattes erklärt, es sei kein Geheimnis, daß der ehemalige Präsident der Re­publik auf der vollständigen Durchführung des Berfail- ler Fricdensvcrtrageö bestehe. Der Senatsausschutz teilt zweifellos diese Ansicht, indem er Poincaree zu sei­nem Präsidenten ivählte. Poincaree werde eine beden- tende Rolle in der Leitung der auswärtigen Politik Frankreichs spielen, insbesondere in der Entschädigungs- frage. Seine Wahl müsse eine Warnung für Briand bilden, falls dieser von der Londoner Konferenz znrück- lehre ohne feste Versprechungen Deutschlands, die For­derungen Frankreichs zu befriedigen. Die Regierung Briand wurde sofort durch ein Kabinett Poincaree er- fetzt werden, das, wenn nötig, die Forderungen Frank­reichs gegenüber Deutschland durchsetzen werde.

Die Entwaffnung Bayerns aufgehoben?

w Berlin. (S. C.) Wie wir zuverlässig erfahren, hat das Reichskavinett den Beginn der Entwaffnungsaktion in Bayern vertagt. Der Reichskommissar Dr. Peters öc; gibt sich zunächst nach München. Es ist anzunehmen, daß die Reichsregierung die Ergebnisse, der Londoner Be- fl>rechunqen abwarten will. Für die Entwasinung der ostpreußischen Greilzwehren ist vorläufig angeoröncf morden, daß mit der Ausführung fofort begonnen wird.

AmeriSonilifie Rredltorganilaflen.

w Nach demMatin" ist in Chicago von 500 Groß- Lankiers und Geschäftsleuten der Bercinigten staaten eine Gesellschaft gegründet wordem die, den Zweck hat, den Welthandel neu zu beleben. Die Gesellschaft nennt sich Foreign trade fiiiancial Corporation nnd vcmlgt über ein Kapital von 150 Millionen Dollar. Ihr Vor­sitzender ist der Direktor der Staatsbank W. P. G. Har- ding. Die eigentlichen Schöpfer sind Herbert Hoover, der als Komulissar für die Nahrnngsmitielverteilnng in Europa bekannt ist. A. C. Bedford, Präsident der Stan­dard Oil Company, und M. P. Hogh. Vizepräsident der Nationalbank für Maschinen und Metalle. Nach den Nentzerungen Hoovers und Hardings sollen den europäi­schen Ländern langfristige Kredite gegeben werden, öa- sie in Amerika die notwendigen LebenSmrttel und hiohstvffe kanfen können.

Die Ronjereiy der ErnöSningsminifler.

»-# Die Konferenz der Ernährungsminister in Mün­chen. die diesmal ganz besonderes Interesse in Anipruch nimmt, weil auf ihr die Frage der Brotveriorgnng aus der kommenden Ernte zur Besprechung gelangt, ist jetzt endgültig auf den 21. und 22. und nötigenfalls den 23. Februar sestgelcgt worden. Auf der Tagesordnung steht die »luftige Getreidevewirtschaft««g in Verbin­dung mit der Anbauflächen-Erhebung und den Mindest­preisen für Getreide der Ernte 1921, ferner Absatzbe- schränkungen und Höchstpreisfestsetzungen der Lander und Kommunalverbände für Erzeugnisse, für die das Reich die öffentliche Bewirtschaftung aufgehoben hat, die Ein- und Anssubr. Sie Zustänöe auf dem Gebiete der

^letiämeiioranna und die Kartoffelvewtrtschaftuug ver Ernte 1920=21. Zu der Getreidebewirtschaftung ist öen Ländern bereits eine Denkschrift übersandt worden, die das Thema der verschiedenen Bewirtschaftungsformen erörtert.

Baldige Bekanutgabe des Abstimmungs- termins.

»7« Bresla«. (F. Z.) Nach Aeußerungen von Mit­gliedern der interalliierten Kommission wird der Ab- stirnmungsternrin wahrscheinlich in nächster Woche be­kannt gegeben werden.

9» Oppeln. (F. N.) Die Abstimmung in Oberschle­sien scheint tatsächlich im März stattzufinden. Mit der Aufstellung von Baracken für die Abstimmungsberech­tigten ist begonnen wordem Es verlautet, daß der Ab- stimmnngstermin in der kommenden Woche bekannt gegeben wird. Dagegen wird die Meldung, daß die Abstimmung der einheimischen Oberschlesier am 31. März und der Abstimmungsberechtigten aus dem Reime am 6. April statffinöen soll, als unzutreffend bezeickmet.

Abkommen über den Traussitverkehr «nt Pole«.

Berlin. lT. U.) Die Bevollmächtigten von Deutsch­land und Polen, von Ddutius und Olfchowski, die un­ter dem Vorsitz von Lefevre in Paris zusammengetreten waren, haben am 16. Februar die Ausarbeitung des im Artikel 98 des ^erfasster Vertrages vorgesehenen Transsitabkommens zwischen Deutschland, Polen und Danzia beendet. Das Abkommen regelt die Berbindun- aen jeder Natur zwischen Ostpreußen und Sem übrigen; Deutschland wie zwischen Polen und Danzig auf dem rechten Weichf-lufer und bezieht sich vornehmlich auf zi- vile und militärische Eisenbahntransporte, auf Post-, Telegraphen- und Telephonverbindungen, auf die Schis-' fahrt, den Krastwagenverkehr, die Zollabgaben und Patz-; Vorschriften. Die Unterzeichnung des Abkommens wird demnächst in Parks staEnden. sobald die Stellungnahme; des Freistaates DWM berbeiaefithrt ist.

PoluisSer Terror.

Bresla«. (G g.) In Boautscbütz wurden meh­rere deutsche Zeitungsträger von polnischen Avo-Be- amten bedrobt und zur Herausgabe sämtlicher Zeitun- aen gezwungen. Man sieht daraus, datz die Zusam­mensetzung der Apo in keiner Weise den Ansordernn- aen entivricht, die man im Interesie der Sicherheit Oberschlesiens an hin PnN'-Ururvcn stellen muß,

Ueber frfe chaotischen Lüstände der volnUchen Staats- Wirtschaft schreibt der Warschauer Korrespondent der B. Z." u. a.: Der polnische Staatsvorcnvchlag weist einen Feblbetraa von 80 Milliarden auf. Am meisten zehrt das polnische Heerwesen an Polens Staats- und Volkskörver und beansprucht 80 Prozent der gesamten polnischen Staatsausaaben. Laut Boranschlaa für 1921 besitzt das reloHr kleine Polen die größte Armee nt ganz Europa für deren Unterhalt kein einziger Psennig aus den Siaaiscinnahmen verwendet werden kann, da die Militärausgaben 80 Milliarden Polenmark betra­gen. aber ebenso hoch sind wie das Desizst im Staats-

Hanshalt

Deulsch-tschechischss Abkommen.

Verhandlungen, die feit Ende Januar in Berlin zwischen deutschen Vertretern und der Echecho-slowaki- fdien Deleaation unter Führung des tschechischen Staats­sekretärs Dr. Schuster schwebten und die sich mit der Au^'übruna des am 21. Juni vorigen Iabres geschlos­senen Wirtschaftsabkommens befaßten, sind zum Ab­schluß aelangt. Es sind insbesondere die Fragen des Warenanstnusches erlediat worden. Die Kohlcnme«- acn, die auf Grund des Kohlenabkommens zum gegen- leitiaei: Austausch kommen sollen, sind um ein geringes erböl't worden. Eine Verlänacrung des Abkommens bis Ende Juni stellt in Aussicht. Die Verbandlunaen der tübecho-ssowakischen Delegation- mit dem Reichs- finanzminisierium in der Frage der Dopvelbesteneruvg und des Re.htssÄntzes in SEueranaclegenheiten haben zu einem vorlänsiaen Entwurf gesührt. der indessen für nuvcrbiudsich erklärt worden ist. da noch gewisse Wider­stände bestehen, die zu beseitiaen sind.

Plan einer französischen Ausstellung im Rbcinlande.

Der Overkommisiar der Rheinlandskommission Tirard will eine Ausstellnna moderner französischer Kunst im Rheinlande vorbereiten. Eine besonders gut an Saeffastete Bücherschau soll mit der Ausstellung ver­bunden werden.

Kündigung des Reberschichtenabkommens.

<m- DieRbein.-Westf. Ztg." teilt mit, daß die Vor­stände der vier Beraarbeitervcrbände in einer Konferenz am Mittwoch beschlossen haben, das Neverschichtenab- kommen im Rubrbergbau zu kündigen. Vom 13. März an sollen, event, weitere Verhandlungen Vorbehalten, keine UeSerschichten mehr gefahren werden.

^-oleott der KünSianna des Nekcrschichte«aSkomme«8.

^ Berlin. lS. C.) Die Kündigung des Ueberschich- tcr:abko,umens durch die Ruhrbergleute wird einen Au Stall von monatlich 300 000 bis 400 000 Tonnen vom 13. März an zur unmittelbaren Folge haben. Damit ist die Erfüllung des Svaacr Kohlenabkommens mit der Entente ernstlich gefährdet.

Danzig-polnische Verhandlungen.

e-t Der Beginn der Verhandlungen zwischen DanM s und Polen znm Abschluß der verschiedenen Verträge^ Sie das weitere Verhältnis dieser beiden Staaten an'