KrrsMer Tageblatt
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tzersseSöLr Kreisblatt"
Amtlicher Anzeiger für den Kreis hersfelS
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Nr. 40
Donnerstag, den 17 Februar
1981
Die Dorfiereitangcfl für London.
e* Am kommenden Freitag werden, wie das „B. T." erfährt, Beratungen des engeren Sachverständigen-Aus- schusses, der zur Formulierung der in London zu unterbreitenden deutschen Gegenvorschläge eingesetzt wurde, zum zweiten Male stattsinden. Es handelt sich um die Zusammenfassung der statistischen Daten über die Lei- itnngsfähigkeit der einzelnen Industriezweige. Mrni- Her Dr. Simons, der sich am Dienstag zum Besuch der badischen Regierung in Karlsruhe aufhielt, wird Ende dieser Woche wieder in Berlin eintreffen. Bis dahin dürften aus die Besprechungen in der Sachverständigen- Kommission soweit gediehen sein, daß fest umrissene Projekte in ihren Rahmen einbezogen werden können.
** Rom. M N.i Die Reise des Grafen Sforza nach London ist auf Freitag, den 18. Februar, festgesetzt worden. Das besagt, daß man italienischerseits das Datum der Eröffnung der Konferenz, die auf den 21. Februar fallen sollte, beibehält. Die kemalistischen Delegierten, die an Bord eines italienischen Torpedobootes die Aebersahrt machen, werden Mittwoch abend in Rom er
wartet.
Vorbesprechung der Ententedelegierten.
tte* Paris. (F. G.-A.) Das „Journal" meldet aus London: Lloyd George, Briand und die anderen Delegierten der Entente werden ohne Zweifel vor Eröffnung der Londoner Konferenz noch eine Vorbesprechung haben. Was die deutschen Gegenvorschläge anbelangt, so erklärt man beharrlich in offiziellen Kreisen, daß gar nicht die Rede davon sein könne, über den Vertrag von
Versailles zu diskutieren.
Zur Entwaffnung Bayerns.
0* Nach einer amtlichen Meldung hat das Reichska- binett sich in seiner Sitzung am Dienstag mit der Antwort der bäuerischen Regierung in der Entwaffnungsfrage beschäftigt. Bauern erkennt an, daß die Verantwortung und Zuständigkeit in dieser Frage beim Reiche liege und daß es Sache der Reichsregierung sei. nach Maßgabe der Gesetze das Erforderliche zu veranlassem
w Berlin. (S. EI Die neuen Verhandlungen der Reichsregierung mit Bauern betreffen die Zuziehung bayerischer Beamten zu der Entwaffnungsaktion. Nach den Feststellungen der Reichsregierung kommen in Baneim 113 Einwohner- und Selbstschutzwehren zur Auflösung. M
rilkben Ortßwehren hat am Sonntag beschlossen, bu militärische Entwaffnung nur durch die verfassungsrechtlich zuständigen bayerischen Behörden vornehmen -u lassen. Wie die „Donau-Zeitung" ersahrt, besteht in bäuerischen Regierungskreisen nicht die, ^lbf^i' i^ bie Entwaffnungsaktion des Reiches bayerische Beamte zur Verfügung zu stellen. ..
Ostpreutzische Proteste gegen die Entwaffnung.
»» Berlin. (S. C.) Eiwa 80 ostpreutzische Städte und Gemeinden der Grenzbezirke haben bei der Reich^re- sierua Protest gegen die angeordnete Auflösung der ostvreutzischen Grenzwehren erhoben. Bei Johannis- bu?g und Bialla T die Polen, um die Truppen- ronzentrationen gegen Ostpreutzen tzu verdecken, die .lb- fperrung der Grenze mit Stacheldraht begonnen.
Weitere Ententestimmen zu Simons Rede.
Auch die Londoner Morgenblätter äußern sich im allgemeinen nur wenig zur Stuttgarter Rede des deittuben Ministers des Aeutzern. Im „Daily Telegraph schreibt ein diplomatischer Mitarbeiter, von emer britischen Stelle sei die Rede Simons als „durchaus sttnueshaft bezeichnet worden. Daß Simons die Partter Summen phantasttsche Ziffern genannt habe, sei nicht unerwartet gekommen. Simons müsse sich jedoch veraeg'nwariinen, daß die Alliierten darin einig seien, jede wertere Herabsetzung der deutschen Reparationssumme zu verhindern Das Anerbieten, in Arbeit zu zähle«, sei nichts anderes als Herrn Stinnes' Angebot von Svaa in einem veränderten Gelang, desgleichen die Anspielung auf die Notwendigkeit interngtionaler Kredite. Eine neue Note in der Rede des deutschen Anßennstnisters sei der Borschlag. daß der Hauptteil der deutschen Ausfuhr in Zukunft nach den Märkten Osteurovas gerichtet fein müsse. Der frühere „Drang nach dem Osten" könne aber in der wirtschaftlichen Verhüllung friedlicher Durchdringung ^-kannt werden. Simons habe auch zu versteheu gegeben daß er die oberschlesische Frage in London anlrol- lenwerde Bon: politischen Standpunkt aus sei der be- iPfAtrenhfte ^eil der Rede der gewesen, der den persön- Mn Anarift auf Graf Sforza enthielt. Simons findet Ä»K entschlossenen ententefreundlichen Hal- Ka des augenblicklichen italienischen Außenministers kü^Drano nack> Berlin, den er vor sechs Monaten von den Drang nacb Bernn, o^ ^ Politik vorberrschcn- b-n Po^sismns und Kommunis'nus erwartet habe. Gral Sforzas Popularität Prestige in ber Wett^ Alliierten werde nach den AMiften. deren Zielsche e er in Stuttgart war, noch wachsen. Der Berliner Be richterstatter der „Morningpost" meldet seinem B'atte die deutschen Minister unternahmen im Hinbtt^ bevorstehende Londoner Reparationskonferenz zu ^ pagandazwecken politische Tourneen in den Vrvinzen. Die deutschen Delegierten nstirden daher sicher räch London komme» mit »m Bollgewicht des Landes Vtn-
Das Pariser „Petit Journal memt, ore zwei letzten Wochen schienen Simons noch nicht zur Einsicht gebracht zu haben. Die Stuttgarter Rede sei vielmehr eine Bekräftigung der Erklärung im Reichstag. Von einer Festsetzung des Guthabens, von einer Pauschalsumme von festen oder abänderungsfähigen Jahreszahlungen sei keine Rede. Nichts von alledem, schreibt das Blatt, paßt den Deutschen. Was wollen sie denn in London? Die Deutschen haben nur einen Grund, nach London zu kommen, um Zeit zu gewinnen. Das Blatt hofft, daß die Alliierten, da Simons noch nicht seine Absicht kundgegeben habe, die nächste Woche dazu benützen würden, sich im voraus über ein kurz entschlossenes Vorgehen einig zu werden, um, so schreibt das Blatt wörtlich, falls die deutsche Dickfelligkeit (!) genügend festgestellt ist, zu den bewußten Zwangsmaßnahmen zu greifen, die das Berliner Kabinett so sehr fürchtet.
Dr. Simons über die Geschlossenheit des Volkes.
•w Karlsruhe. (V. Z.) Minister Dr. Simons erklärte dem Chefredakteur der „Badischen Presse", von dem bisherigen Verlauf seiner Reise habe er den Eindruck erhalten. daß die Bevölkerung im Gegensatz zu der Zeit des Versailler Diktats jetzt viel einheitlicher in der Abwehr des gegnerischen Angriffes auf die deutsche Existenz sei. Er habe von seiner Reise große Stärkung und innere Kräftigung auf den Weg nach London empfangen.
Nationaler Trauertag.
»* Berlin. (L.-A.) Dem Reichsrat ist ein Gesetzentwurf vorgelegt worden, den 6. März 1921 als allgemeinen Trauert«» zu begehen.
Kohlenuachlieferungen für Januar.
m* Berlin. (S. Cj Die Entente hat der Reichsregierung für Januar eine Nachtragsforderung von 187 000 Tonnen Kohlen zugestellt.
Die englische Thronrede.
Der englische König und die Königin haben am Dienstag die Parlament ssession im Rahmen der vor dem Kriege üblichen Zeremonien eröffnet. Die im Par- lament verlesene Thronrede beginnt mit folgenden Worten: Unsere Beziehungen zu den ausländischen Mächten fahre: zu tragen, ferenz statt ten
In kurzer Frist wird in London eine Kom ftndeM«WWP Verbündeten aus dem ley
MMWWMMLLLMsuds und_Mii^ܰM»
On^racht^in EVova uns dem netten Orient erzielt wer- den Ich hoffe, daß die Verhandlungen zwecks Wceder- aufnahme der Handelsbeziehungen zu Rirtzland einen befriedigenden Abschluß finden werden. Die ^age m England fährt fort, für m » eine schwere Betrübnis M sein. Ein im Irrtum befindlicher Teil des irischen Volkes fährt fort, gewaltsame Methoden anzuwenden, um eine unabhängige Republik herzustellen, ine nöron* rZe kündigt sodann an, daß dem Parlament ein neues tÄesen unterbreitet werden wird, um die Arbettvlong- keit zu bekämpfen und die Interessen der Industrie zu wahren Schließlich verheißt die Thronrede mehrere Maßnahmen sür die innere Lage wwte eine baldige Wiederherstellung der Freiheit des Kohlenhandels.
Die Fahrpreiserhohung auf der Eisenbahn.
Nach den von Staatssekretär Stieler dem Sachverständigenbeirat des Reichsverkehrsministeriums gemachten Mitteilungen sind erneut große Steigerungen der Fahrpreise bei den Eisenbahnen vorgesehen, und zwar ollen sie vom 1. Juni an in Kraft treten, würden also n der Reifezeit schon voll in-Wirkung treten. Die neuen ncrthmretfe sollen sich auf Einheitssätzen auwanen. me betraaen werden: für die vierte Klasse 13. für die dritte Klasse 19.5 für die Zweite 32,5 und für die erste, K!aüe 58 5 Pfennig pro Kilometer. Gegenüber den Friedens- saüs-Etfen bedeuten diese Sätze eine Steigerung von 550 und dritte, von 622 Prozent X I Leite und 725 Prozent für die erste Klaffe. Die Schnellzugsznfchläge werden unter Beibehaltung de^ bisherigen Dreizonensystems (bis / 5, lsis ^ound u 150 Kilometers erhöbt auf 8, 16 und 24 Mark in der ersten und zweiten Klasse und auf 4, 8 und 1- Mark in
der dritten Klasse.
Propagandazentrum für die Weltrevolution.
neher durchgreifende Veränderungen in der sowjet- voMsstien Vertretung in Berlin wird mitgeteilt, daß die selbständige Sektionen geteilt S Srw ftS Abteilung er- rAtet werden dtttfte Ebenso sollen eigene Abteilungen für Kriegsgefangenenwesen und Propaganda errichtet werden Berlin solle das Zentrum der kommuni tischen Nvinioaända in Westeuropa werden. Vollkommene Selbständigkeit behält das Büro zur Spionage nach rui- Uen Emigranten Die politische Vertretung behalt nach wie vor Vigdor Kopp. $ Gematzigte Richtung der englischen Arbeiter
Zum Führer der englischen Arbeitervartei im Un- terhause ist Clrmes ernannt worden. Der bisherige Vorsitzende Adamson ist aus GesundSettSrückuchten zu- rückgetreten. Clunos gehört zu äußersten rechten fW- gel der Partei und bat während des Krieges und nachher hohe Posten in der englischen Regierung, besonders im Arbeitsministertum, bekleidet. Charakteristisch ist, daß Henderson, der Gründer der Arbeiterpartei, in let-
ner gegenwärtigen Auffassung zweifellos ein radikarer Politiker, nicht zum Vorsitzenden gewählt worden ist.
Die Ernennung Clynes unterstreicht den traditionellen, vorwiegend gewerkschaftlichen und beruflichen Charakter, den die Arbeiterpartei im Unterhause vor der»
Kriege hatte.
Ein Botldjeroijl üfier Amerikas Politik.
Der aus Amerika zurückgekehrte Sowjetvertreter
Martens gab dem Rigaer Sonderberichterstatter der „Dena" in einer längeren Unterhaltung interessante
Aufschlüsse über die Haltung der Vereinigten Staate» gegenüber Rußland. Mariens erklärte u. a.: Um er
Büro ist seit seiner Eröffnung, Ende März 1919, der Gegenstand fortwährender behördlicher Ueberwachungen und Razzien gewesen. Ich selbst und meine Mitarbeiter wurden monatelang von einer außerordentlichen Senatskommission eingÄenden Verhören unterworfen. Trotz dieser Behinderung gelang es uns, die amerikanischen Geschäftskreise von der Notwendigkeit der Wie- Herausnahme der Handelsbeziehungen zu überzeugen. Besonders war das amerikanische Industriekapital am russischen Markt stark interessiert, da die Vereinigten
Staaten mit Vorräten überhäuft sind und die Ueberpro. duktion anhält. Die Folge davon sind bereits Arbeiter- entlassungen und Produktionseinschränkungen. Die, Ausweisung der sowjetrussischen Vertretung darf als der letzte Akt der Rußlandpolitik Wilsons betrachtet werden, die ihm vom Finanzkapital diktiert wurde. Dieses ist ausschließlich an der Hebung der englischen und französischen Valuta interessiert und hat daher nur indirektes Interesse am russischen Absatzgebiet. Aus diesem Grunde überläßt das amerikanische Finanzkapital das russische Gebiet gern seinen Schuldnern England und Frankreich. Mit der amerikanischen Industrie gelang es mir, große Aufträge unter Vorbehalt abzuschlre- ßen. Diese sind jedoch bei unserer Ausweisung alle wieder gelöst worden. Die Republikanische Partei der 83er* einigten Staaten, die die Interessen des Industriekapitals vertritt, wird jetzt die Zügel der Regierung übernehmen und wird meinem Dafürhalten nach den Kurs ändern."
Mariens sagte dann über Vereinigten Staaten. i^K^^ -erkennn^' -"""'u M ^^lH.'.
, und sein Prefseaaent
ack in letzter Zeit stark diskreditiert worden seien. Zum Schluß trat Martens der Auffassung entgegen, daß Amerika sich aus den enrooäischen Angelegenheiten zu- habe Es begirme vielmehr, sich erst setzt ‘fitwmern wie man die Vereinigten staate» KM SÄ in der W-lt«°I,M b°u-t-.l--
müsse. ___
Die Frage des Abbaues der Einkommensteuer.
m-rlin tB T.j In einer Unterredung Mit dem Vertreter des „S S" erklärte der sächsische Fittanzmini- ller Held nach einer dem Reichstag zur Entscheidung mrli?aend°n Vorlage soll für das Rechnungsiahr 1921 nicht der volle Betrag der Jabreseinkommensteuer, so», b erzu von zuständiger Seite erfährt, ist in dem GesZ- pnlwnrf der dem Reichstag vorliegt, allerdings die Av- 75 Prozent der Reichseinkommensteuer fürdas ^aür 1921 et&uÄn, enthalten. Ob es abersurAus. }L' hfpfpr Absicht kommen wird, laßt sich bei der Schwierigkeit der Materie heute noch nicht überleben.
Verhaftung von Kommunisten.
ssgen (S. C.) Wegen konnnunistischer Agitano« für die rote Armee und wegen Waffenverfchiebung wurden am Mittwoch früh in Hamborn sechs Einwohner verhaftet. ,
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Reiche zu demonstrieren.
Straßenbahnerstreik im Ruhrgebiet.
Ellen (F Z.s Die Lobn-Kommission der Straßen- babnangestellten des ganzen rheinisch-westfälftchen Jn> dnstriegcbietes bat nunmehr den Beginn des allgemeinen Straßenbahnerstreiks im Industriegebiet auf Donners-
^^^ Förderung des Siedlungsmesens in Großberlin.
Wie die „Freiheit" erfährt, bat der preußische Wohl- fabrtsminister die Absicht, für Großberlin einen Lied- lungsfonds von 27 Millionen Mark liereitäitftefien. ®a- zu kommt das Gemeiudedrittel in Höbe von 9 Millionen, sodaß für Großberlin zu Siedlungszwecke« 36 Pilllione«
Mark zur Verfügung stehen werden.
Vereinfachung der Verwaltung in Bayern.
»^ München. (F. G. A.) Im StaatshaushaltSmS- fchnß ist bestätigt worden, daß die Arbeiten zur Vereinfachung der Staatsverwaltung in Bayern wesentlich ge- fördert worden sind. Am weitesten ist man mit den Vorarbeiten für die Zusammenlegung der Minftterieo gekommen. Dem Landtag wird in Kitrze ein W»w gelegt werben, der diesem die endchtttiae Eistscheiditm überläßt. Es ergibt sich nach dem Plan der Regienn. folgendes Bild: Bestehen bleibt das Mmisterrmn d^ Aeutzern, das mit dem Ministerium »erbunbe^ das der jeweilige Ministerpräsident leitet. Weitere Mi-