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Aus der Heimat.

Oberschlesier tragt Euch in die

Listen ein!

Die Eintragung der Heimattreuen Oberschlesier in die hierfür ausgelegten Listen gestaltet sich noch unzureichend. Die Bekanntmachung der polnischen Aufmarschpläne im Anschluß an die der Entente über­reichte Note und die Meldung der Unruhen in Ober- Rieften hat manchen Heimattreuen Oberschlesier in der Absicht, sein Abstimmungsrecht auszuüben, schwankend gemacht. Auch wenn die Hoffnung, daß ernstere Un­ruhen und polnische Gewaltstreiche vermieden werden können, nicht in Erfüllung geht und mancher Heimat­treue später den Entschluß, zum Abstimmungstage zu fahren, aufgeben sollte, so müssen jedenfalls die Ein­tragungen in die Listen innerhalb der hierfür gesetzten Fristen bewirkt werden, da andernfalls eine Aus­übung des Bbstimmungsrechtes überhaupt ausge­schloffen ist. Die Frist für die Eintragung ist nur sehr kurz; fie läuft bekanntlich nur vom 14. Januar bis zum 3. Februar. Deshalb sei an alle Heimattreuen Oberschlesier erneut die dringende Mahnung gerichtet, sofort ihre Eintragung in die Listen bewirken zu wollen, damit diese Stimmen der deutschen Sache nicht schon jetzt verlorengehen, und die Möglichkeit für sie offen bleibt, am Abstimmusigstage ihre Stimme in die Wagschale zu werfen.

« wem Hallo!-R«f am Telephon. In einer Veröf- Antlichung des Reichspostministeriums wird es als Zeit- verschwendung getadelt, daß viele bei einem Anruf Mit Hallo antworten. Diese aus Amerika stammende Ge­wohnheit laufe ledtÄich auf Zeitverschwenöuug hinaus, weil der Anrufende, wenn man sich ihm gegenüber mit »Hallo" meldet, damit zunächst nichts anfangen könne, vielmehr erst wieder fragen müsse, mit wem er denn die Ehre habe, verbunden zu sein. Es wird demgegenüber empfohlen, bei Beantwortung des Anrufs den eigenen Namen ober den Namen der eigenen Firma zu neunerr. Bei dem Umfang, den derHallo"-Ruf in Deutschland angenommen hat, entlastet jedes entbehrliche Wort, um das die Gespräche gekürzt werden, den Betrieb in den außerordentlich in Anspruch genommenen Verbin- Hungsleitungen der Ortsämter, was den Teilnehmern selbst wieder zugute kommt.

Freimachung der Postsendungen. Die Annahme mm ungenügend oder nicht freigemachten Postsendun­gen von Privaten wird seitens der Reichsfinanzbehörden grundsätzlich verweigert. Schreiben von Privaten an Behörden, auf welche eine Antwort erwartet wird, ist daher seitens des Antragstellers ein Freiumschlag mit vollständiger Anschrift beizufügen, widrigenfalls in allen Fällen, in denen es sich lediglich um ein privates In­teresse des Empfängers handelt, ein Bescheid grundsätz­lich nicht erfolgt.

Die Frauen im Justizdienst. Nach einer Verfü­gung des preußischen Justizministers können Frauen, die die erste juristische Staatsprüfung bestanden haben, zum Referendar ernannt werden, jedoch dürfen Perso­nen weiblichen Geschlechts zur selbständigen Wahrneh­mung der Dienstgeschäfte eines Richters, Staatsanwalts oder eines Gerichtsschreibers sowie zu Vertretern eines sWpÄ»®fe^

Halbamtlich wird aus Berlin gemeldet: In einer Sit­zung des Reichsausschusses für die KriegsbeschäSigten- fragen erklärte der Regierungsvertreter, die Regierung habe verschiedene Maßnahmen in Aussicht genommen, um namentlich die Schwerbeschädigten besser zu stellen. Die Ruhegrenze soll um etwa 2000 Mark heraufgesetzt und auch die Elternrente erhöht werden. Zur Fürsorge für die Kinder der Kriegsbeschädigten seien bereits 100 Millionen Mark genehmigt. Die Teuerungszulagen sollen einer Revision unterworfen und Härten ausge-

* Die Notwendigkeit der Kalidüngung! Neben Stickstoff und Phosphorsäure haben alle Pflanzen viel Kali nötig; sie gebrauchen auf 50 Pfd. Phosphor- säure etwa 100 Pfd. Stickstoff und 150 Pfd. Kali, also weitaus am meisten Kali. Die Kalisalze sind billig

und überall wieder in beliebigen Mengen zu haben. Ihre ausgirbigsteVerwendungauf allen Aeckern, Wiesen und Weiden liegt ebenso sehr im Interesse unserer ganzen Volksernährung wie auch unserer ganzen Volkswirtschaft, am meisten aber im Interesse eines jeden einzelnen Landwirts, denn besser als jetzt hat sich die Kalidüngung noch niemals rentiert. Die Kali­salze sind in Wirklichkeit nicht teurer, sondern ver­hältnismäßig billiger als vor dem Kriege.

§ Hersfeld. Man schreibt unS: Nachdem vor einigen Tagen die Fuldaer Metzgerinnung einen Waggon geschlachteter Schweine aus Süd - s l a v i e n erhalten hatte, ist nunmehr auch hier für die Metzger eine Sendung durchweg schwerer fetter Tiere eingetroffen. Man beabsichtigt, nachdem der erste Versuch zur Zufriedenheit ausgefallen ist, auch fernerhin Schweine in regelmäßigen Zwischenräumen aus Südflavien zu beziehen. Hoffentlich trägt dies, sowie der Beschluß der Metzgerinnungen in Caffel, Fulda, Hersfeld u. a., eine zeitlang die Schlachtungen auSzusetzen, mit dazu bei, daß die gegenwärtigen hohen Biehpreife auf ein normales Maß zurückgehen. Sowohl die Landwirte, rote auch die Händler werden dann doch zur Einsicht kommen, daß die jetzigen Preise, die täglich noch weiter in die Höhe getrieben werden, nicht zu halten sind. Das Publikum ist ein­fach nicht mehr in der Lage, das Fleisch zu kaufen, obwohl die Metzger mit ganz geringem Nutzen rechnen, ohne den sie ja schließlich nicht bestehen können.

8 Hersfeld. ReichSbankinspektor Graf hier wurde unter Beförderung zum Reichsbankkaffterer an die Reichsbankstelle in Allenstein »ersetzt.

Heringe«. Fehlbeträge in Höhe von über 10100 Mark wurden bet einer Revision der Kasse in der hiesigen Konsum- und Spargenoffenschaft aufgedeckt. Der Verein der erst 1911 gegründet ist, erleidet jedoch, keinen Schaden, da der Fehlbetrag bereits ersetzt worden ist.

^ Caffel. Die Stadt Caffel war aufgefordert wor­den, die Patenschaft für die oberschlesische Stadt Katto- witz zu übernehmen, weil durch diese Handlung der Ge­danke des Deutschtums gestärkt und gefestigt werden soll. Aus Finanzrücksickten hat es aber der Magistrat abgelehnt, dafür jedoch den Vereinigten Verbänden hei- mattreuer Oberschlesier einen Betrag von 5000 Mark bewilligt.

F Die Regierung gibt bekannt: Der Landesver- sammlnng liegt eine Novelle zum Haufierstenergesetz vor, wonach die jetzigen Steuersätze den augenblicklichen Verhältnissen entsprechend erhöht werden sollen. Da die Wandergewerbescheine vom 1. Januar bereits ausge­stellt worden sind, haben die dauernden Gewerbetreiben­den mit einer Steuernachforderung zu rechnen, sobald die Novelle Gesetzeskraft erhalten hat.

6? Seit mehreren Tagen wird der 25jährige schwach­sinnige August Reinemann aus Jmmenhausen ver­mißt. Er hatte in Begleitung junger Leute sich auf einen Spaziergang begeben. In Harleshausen wurde er von feinen Begleitern im Stich gelassen. Seitdem ist er ver­schwunden.

ÄNtlilhk WllMMchWtL

Hersfeld, den 26. Januar 1921.

Die in meiner Bekanntmachung vom 15. Januar

Name der Gemeinde

»W .........

Wahlraum

bisherigen

Stellvertreters

jetzigen Wahlvorstehers

bisheriger

jetziger

Gershausert Herfa

Schöffe Euler

Schöffe Wrede

Schöffe König Schöffe H. Sippe!

____

Kleinensee

GeschäftSlokal des O. V.

Gastwirtschaft KniS

Obergeis

Beigeordn. Sandrock

Schöffe Dippel

......- -

Widdershausen

-

-

Geschäftslokal deS O. V.

Gastwirtschaft A. Ruch

Die betreffenden Herren Bürgermeister werden ersucht, sofort entsprechende ortsübliche Bekanntmachung zu erlassen.

I. Nr. 965. Der Landrat. I. V.: Funke.

Rotem urg. Am Greife eines in einem hiesigen Lanzlokal abgehalte.wu Vergnügens kam es zwischen den Veranstaltern des Vergnügens und dem Wirt zu einer Schlägerei, bei welcher der Wirt so schwere Ver­letzungen erlitt, daß er ärztliche Hilfe in Anspruch neh­men mußte.

Wil-ungen. Ein vierblättriges Kleeblatt, der Ar- better R., der Koch B der Hausdiener U. und der Elek­tromonteur D. von hier standen meoen gemeinschaftli­chen schwere« Tiebstahls vor der Strafkammer in Gaffel Sie Hatten aus einer Geschirrkammer der Pferdeställe eines Hotels Sachen gestohlen. Sie verkauften alles an einen Schaubudenbesitzer, der aber am andern Morgen, als sie sich das Geld abholen sollten, abgereist war. R., B. und U. wurden zu je 9 Monaten Gefängnis verur­teilt, D., der bereits erheblich vorbestraft ist, erhielt 1 Jahr 6 Monate Zuchthaus nur 5 Jahre Ehrverlust.

Marburg. Eine große Anzahl Eiubruchsdiebstähle, die in letzter Zeit fast allnächtlich, besonders in unbe­wohnten Sommerhäuschen der Umgebung -er Stadt Marburg begangen wurden, haben setzt durch Verhaf­tung einer Einbrechergefellschaft ihre Aufklärung gesun­den. Bis jetzt sitzen bereits 10 junge Männer hinter Schloß und Riegel. Bei den Haussuchungen, die nmh andauern, wurde bereits ein Teil der gestohlenen Sachen wieder herbeigeschafft. Es sollen noch weitere VerHrf- tungen bevorstehen.

Fulda. Nach einer Verfügung des Papstes soll der Peter- und Paulstag am 29. Juni, der in den letzten Jahren nicht mehr kirchlich begangen wurde, vom Jahre 1921 ab wieder als allgemeiner katholischer Feiertag in den Bezirken Fulda und den Thüringer Diözesen ge­stiert werden.

Hanau. Gestohlen wurde aus einer Werkstatt des Reichswerks Wolfgang ein Motor im Werte von etwa 3000 Mark. Als die Verüber des Diebstahls konnten jetzt die Arbeiter Friedrich H., Peter W. und Bernhard S. von hier bezw. Grotzauheim ermittelt werden.

+ Frankfurt. Die vorjährige Aufhebung der Bor- schalen macht sich jetzt erst in der Weise bemerkbar, Satz einzelne Volksschulen bis zu drei Aufnahmeklasien ein- richten mußten, um die zur Aufnahme gemeldeten Kin­der unterbringen zu können. Dadurch ist in manchen Schulhäusern ein empfindlicher Mangel an Unterrichts- räumen entstanden.

+ Der Magistrat hat der Errichtung der Bersuchs- schnle« ab Ostern 1921 zugestimmt. Diese Schulen sind auf 5er Grundlage des Werkunterrichts aufgebaut und unterrichten Knaben uns Mäöcken gemeinsam

+ Der 25jährige Fabrikarbeiter Franz Gets aus Steinback in Unterfranken hatte eine reiche Dame tn der GuiUetstraße Überfällen und ihr Schlafzimmer aus»

Subt. Das Schwurgericht erkannte auf sieben Jahre tbans. Geis sitzt augenblicklich schon 2H Jahre Zuchthaus in Ziegenhain ab.

Der ordentliche Professor der Tierzuchtlehre an der Universität Jena, Dr. Irmas Schmidt, hat den an ibn ercronaener R'^ na<b Her anaenommen.

Mihla. DreLiga zum Schule oer oennmeu xui- t«r" veranstaltete vor zahlreicher Zuhörerschaft einen Vortragsabend. Herr Oberlehrer Dr. Caspersohn sprach überErlebnisse und Eindrücke in Sowtctrutzlanö" und erntete für feinen sachlichen, verständlichen und höchst interessanten Vortrag starken Beifall.

1921, I. Nr. 541 atzgedruckt im Kreisblatt Nr. 15 betreffend die Wahl zum Preußischen Landtag, ent­haltene Verzeichnis über die Abgrenzung der Wahlbe­zirke, die Ernennung der Wahlvorsteher und deren Stellvertreter, sowie die Bestimmung der Wahlraumes für die Landtagswahl wird wie folgt geändert:

Die Tochter des Ministers.

Roman von Ernst Georgy.

87) (Nachdruck verboten.)

Alle schüttelten ihr die Hände, begrüßten sie wie Hresaleicken.

Es ging wie ein schmerzhafter Stich durch sie; aber sie biß die Zähne zusammen. Schweigend, aufmerksam der Arbeit hingegeben, mühte sie sich in den ersten Ta­gen, alles richtig zu erfassen und abzuseyen. Vor ihr und um sie herum brauste das Treiben des Geschäftes atem- und pausenlos. Gertruds Kopf schwirrte und schmerzte. Sie verstand nicht, daß die Mädchen bei die­sem Wirrwarr noch leise Unterhaltungen führen konn­ten. Der Leimgeruch, der Dunst benahm sie. Ihre Fin­ger taten ihr weh. Sie stach sich oft, beschmutzte sich, und vor allem, sie verzählte sich anfangs unausgesetzt. Sie wurde bleicher und matter von Tag zu Tag.

Abends war sie meist zu matt, um noch zu essen. Sie giug um halb neun ins Bett und verfiel dann in einen Dämmerzustand, der nicht Schlaf war und nicht erfrischte.

Immer Mut, aller Anfang ist schwer!" ermutigte Frau Kern und versuchte, sie durch Eier und Malzbier zu kräftigen.So ging e der Seite genau und allen an­deren auch." . _

Sie sind ja nicht gescheit, Fraulein Trude," schalt ihre Tochter,jeden Tag zehn Stunden Arbeit und keine Abwechselung, das hält kein vernünftiger Mensch aus. Sie müssen raus, müssen mal ein Vergnügen ha­ben, müssen sich einen netten Herrn anschaffen, der Sie ausführt." _ _

Lene hat nickt lv un reckt," bestätigte die Mutter.

Hat Sie denn noch keiner mal in eine Konditorei aufgesordert?" fragte Seite lachend und schaute sie spitz­bübisch an.Unsere Herren haben doch sonst Geschmack."

Bis jetzt noch nicht," antwortete die Gefragte ab- wcürend, und ihr Antlitz wurde hart und verschlossen.

Mutier und Tochter sahen sich an.Ich muß doch mal Erk fragen, woran das liegt," sagte Seite, als Ger­

trud sick zurückgezogen hatte und in ihrem Zimmer verschwunden war.

Nach einigen Tagerr brächte sie Bescheid.Bei An­gelt u. Berchows kann kein Mensch sie ausstehen. Sie finden sie hochmütig und hundeschnäuzig und haben sie dieverwunschene Prinzessin" getauft. Erk tut sie lets. Er meint wir sollen ihr gut zureden, daß sie sich mit dem Personal besser stellt." t

Das können wir ja tun, Sene; aber die laßt stch nicht umkre»npeln," scklotz die Mutter betrübt.

Zehntes Kapstel.

Entschuldigen Sie gütigst." Er murmelte es wie geistesabwesend, als er eine Dame stark gestoßen hatte. Dann sprang er von der Straßenbahn mitten im Fah­ren ab. .

Alles schalt und wetterte hinter ihm -rein.

Jedoch er hörte es nicht. Wie gejagt stürzte er durch die Bkenge der Menschen, die jetzt in der Morgenfrühe dieses größte Geschäftsviertel -er Hansastadt belebtem Mancher Blick streifte erstaunt das von der Sonne und Wind tiefbraune Gesicht des jungen Mannes in der kleidsamen Uniform eines Schiffsarztes, die hier wohl­bekannt war. ,

Nachdem er fast zwanzig Minuten hin- und herge- cilt war, ohne die Gesuchte zu finden, schritt Doktor Ernst Hoerue langsam und verstimmt weiter.Ich hätte meinen Kopf gewettet, daß sie es war," -achte er aufgeregt,-ieses stolze Tragen -es Körpers, das so traurige Senken des schönen Köpfchens na® der Seite, diese aoldalünzende Haarprackt hat nur etne. Sie ist es gewesen. Selbst -as blaue Jackenkleid habe ich wie- -ererlanttt. Sie war es! Besttmurt! Werde ich sie denn nie finden? Nie wieder von ihr hören? Es ist zum Tollwerden!"

Der innge Arzt stampfte mit dem Fuß ungehalten auf das Pflaster. So oft er seit jener schrecklichen Un= alüdsbütfdiaft, die ihm den Tod der über alles geliebten Mutter uerfündet hatte, in Deutschland gewesen war, hatte er Gertrud Meinhard gesucht. Ihr Bild im Her- neu hätte er einst die Heimat verlassen. Immer sah er das schölte schlanke Mädchen neben der teuren Fran. bis

sein Gefühl für beide fast verschmolz. Nichts als Gu­tes und Liebes hatte die leidende tapfere Mutter von ih­rer Gesellschafterin zu berichten gewußt. Fein, gütig uns voller Verehrung für ihre Pflegebefohlene waren Sie Schreiben, Sie Fr.uletn MeinSard beifügte.

Als er tn einem Hafen auf der Heimreise Sie ersten Brieftchaften erhielt, da griff er nicht nach den Schrei­ben der Verwandten, sondern zuerst nach dem, das Ger­trud Meinhards feste schöne Sckristzüge trug. Und ihre ausführlichen, unendlich zarten Zeilen, gaben ihm das feelische Gleichgewicht zurück. Sie schilderte ibm das gänzlich schmerzlose, in der Schwäche der Auflösung so unendlich rührende Heimgehen seiner Mutter, deren ein­zige Gedanken und segnenden Wünsche sich bis zum letz- ten Atemzüge um ihn rankten. Sie ersflülte ihm von Sem wundervollen Entsagen und heldenhaften Opfer dieser zarten Frau, die vor ihrem Kinde alle Anzeichen -es entstehenden Leidens verheimlicht und alle Fort­schritte der Krankheft verborgen und mit Hilfe der ins Vertrauen gezogenen Aerzte üinaeüalten Satte, bis er die Vorbereitungen zur Abreise getroffen Hatte.

Ich schreibe Ihnen kein Wort Ses Trostes, geehr­ter Herr Doktor! Sie haben das uneuSliche Glück be­sessen. eine solche Mutter zu haben. Heute möchte ich Ihnen nun dafür danken, daß Sie mir Ihr köstliches Kleinod anvertrauten. Ich weine mit Ihnen! Die Er- innentna an diese Heilige, diese Frauenseele. Sie sich so überirdisch vrklärte, wird anck für mein Leven ein un- vergänglicher Besitz fein. In der bewundernden Ver­ehrung, in dem tiefen, warmen Dankesgefühl an Ihre Teure werden wir uns immer begegnen! Gott schütze Sie, und Ihrer Mutter Segen gebe mit Ihnen alle Zeit!

Gertrud Meirthard."

So hatte der Brief deendiat, den er mit sich führte in einer Ledertaiche, Sie er beständig bei sich trug.

HeimaekcHrt, fand er das leergewordene ClternbanS unverändert vor, nur abgeschlossen. Verödet! Die einst so trauten Räume erschienen ihm quälend, etwam. fremd. Sein einst sonniges Dasein im Glanz ihrer Mutterliebe erweckte keine beruhtaenSen Gedanken. Sie fehlte. (Forts, kolat.i