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n— Gj« SMtMUltfßw».

•* Dieser Tage ist ein ReichSlan-buud gegrüitbef worden, der den Bund der Landwirte und den Deut- kche» Landbund umfaßt. Er soll am 1. Januar 1921 seine Tätigkeit bcqinnerr. Damit ist in der deutschen Landwirlschast ein einheitlicher Plan augebahnt wor­den Wie in landwirtschaftliche» Kreisen versicbei't wir-, erfolgt in der Landwirtschaft die Vereinheitlichung 6er Organisationen in gleicher Weise, wie das in -er Industrie zu beobachten war.

Bolschewistischer Terror in Gefaugenenlagern.

** Auf Grund einer deutsch-nationalen ?tmerpel(a- Hon beschästigt sich der Reichstag mit der Unterüriu- S»»g der bolschewistischen Truppen in den deutsche» Axlernieruugslagcrn. ES wurden Dokmnente vorge- teat, aus denen bervoraeht, datz die den bolschewistischen Truppen gewährte Selbstverwaltnng sich iu einem Ter­ror der bolschewistischen Kommissare ausgewachsen hat. Die Kommissare veranlassen ihre Truppen, mit bewaff, freier Hand die deutschen Kommnnisteu zu unterstütze«. Sie deutschen Lagerkommandanten sind diesen Zusiän-

» aeaenüber machtlos.

Ein Zwischenfall bei einer Waffensuche.

** Berlin. (S. C.) Bei den Haussuchungen in einer ga ferne der Sicherheitswehr in Charlottenbura ist es At einer geschlossenen Kundgebung der Mannschaft gc* wmmen. ^n der Kaserne waren grobe Mengen nicht au- temelbeter Waffen beschlagnahmt worden. Der Haupt­mann wurde zur Aufklärung nach dem Polizeipräsidium -ebracht. Die Mannschaften erzwängen durch eine ein- Kimmige Kundgebung die sofortige Wieberfreilaflung des HomptmannS. Bet dessen Rückkehr kam es zu neuen Kundgebungen, die in dem Absingen der früheren Na- timfciflinnrne gipfelten.

Der Bischof vo« Sachse«

** Dresdeu. <F. A) Der apostolische Vikar von Sachten, Bischof Dr. Loebuiann, ist gestorben. Lr war «it November 1914 Bischof von Sachsen.

Einigung der südafrikauischen Parteien.

** Frankfurt. (F. ZJ Ein Reutertelcgrauini an? Johannisburg bringt die Mitteilung: LmurS habe den Lusammenschlub der südafrikanischen Unionisten mit der Ldatrikaniichen Partei zustande gebracht. Das gcmein- Wbaitliche Programm kündigt den Stampf zur Erhaltung der Verfassung und gegen die Raffenteilnng an.

Unruhen in Spanien

** Meldungen aus Barcelona zufolge sind in der lev- frii Woche dort 17 Attentate verübt worden. 34 Mcn- ichen wurden getötet, der Lechsch>röen ist sehr grob. In Saragossa hat man die unterirdische» elektrischen Leitun­gen der Ltadtzentrale durch eine Bombe zerstöre» wol­len. Einige Gebäude sind in die Luft geflogen. Die Vankdirekwren sowie gewisse führende Persönlichkeiten sönnen üch nur bewaffnet oder in Begleitung der Poli- yi in ihre BüroS begeben. Der Zustand ist unhaltbar -eworden.

Generalstrcir in Spanien.

** Madrid. «L. A.j Die spanischen Gewerkschaften daben wegen der Zwangsmaßnahmen gegen Arbeiter­organisationen und die sozialistischen Parteien den alt- Ke-meinen Ansstand in ganz Spanien angekündigt.

ttoerlei vsm Tage.

** Der Teilansstand der Eisenbahucr im oberschlesi- Irften Judnsrriegebiet ist, wie von amtlicher Seite mit- etteilt wird, zusammengebrochen. Die Arbeit wird »heran wieder ausgenommen. Die Regelung der For- »erung auf einmalige wirt'chastliche Beihilfe schwebt noch.

*• Bei der Bürgermeisterwahl in Jgla« ist nach einer Meldung aus Prag der deutsche Kandidat Oberst Renner zum Bürgermeister der Sradr gewählt worden. Die erste Wahl, bei der ein Tscheche gewählt wurde, war bckannt- «ch von den Deutschen angekochten worden.

Die Ablieferung weiterer fünf Luttkreuzer-und LlLter WallerflugzenM-fordert laut Pariser , sonrual" die Ententekommisnon.

Ei« Kongreß der Juden der ganzen Welt wird laut .Rktuwr Eouram" am 31. Mai 1921 im Haag stattfinden.

Der Regierungsrat a. D. Augustin bat eine Belei­digungsklage gegen den Ernährungsminister Hermes gestreng!.

Unter 15 Millionen Europäer«, die um Heberfahrt nach den Bereinigten Staaten nachgeincht haben, befin­den sich fünf Millionen Teutsche.

Ueber die zurückgehalteneu Papier-Milliarden teilte tzrvonzrat Saffian im hessischen Landtag mit, daß 40 Milliarden hauptsächlich von Landwirten zurückgehalten würden.

»Ein Lcbrcrstecik ist in der Nienburacr Fortbil» dunas- und Gewerbeschule auSgebrochen. Ein Teil der ^brer ist in den Ansstand getreten, weil die gezahlte , nchomgung für den Dienst nicht mehr ausreichend Mschemr.

-nekische LanUessersMiMW.

18 7. Sitzung.

^d Haus überweist zunächst einen Alp rag über ke Wahlen zum Staaterat dem Bersassungsausschuß.

Antrag -evering ,Soz.I auf Annahme eines Ent­wurfes über die Bestellung von Mitgliedern d.s Reichs- «nes öurcb die Provinzialverwaltunacn wird gleichfalls Wem Bersassungsausschub üverwiesen. Ein Toeiferer Antrag Scvcring über die Erhöhung der vreutzisthsn ettltttitfn tm Reichsrat wird einstimmig angenommen.

Haushalt des Miuisters des Innern.

, ^Kt Stcnid 'T. Spt.j: Die Stell,mgnabme des Hlr» Pcinisters zu dem Jalle Jre-ind kann gar nicht 8»tBxflieber sein. Wir wünsche, , das alle ordnung^- Aevenden Elememe sich in der Orgelch zutammettiinden, such Arbeiter. Der Minister sollte für einen gcsuitden Or.sschutz sorgen. (SJfaß rechts.!

Ada. Tegenhardi «Dem »: fedc be,va- nete Organi-- fation einzelner Parteien ist ein Verbrechen am Bolle, p-irr die Betämpsung der Orgelch werden nch c-nch juri­stische Gründe verbringen lassen, «Unruhe rechts.» Wir »erlangen die Bildung einer Schutztruppe, die auf "rod und Verderben mit dem J-reistaare verbunden ist. Der Minister muß unserem Volke die Mi elichkeit der Ar­beit 'chaffen. (Seifaß linksn

Plimster des Innern Seuering: Die Aibcitsfreu- diakeil zu heben, wird meine vornehmste Auwabe fein. Die Arbeitswilligkeit der Bergarbeiter man durch reich­liche Ernährung gestützl wrden. lLebh. Buffj Der Reichs» 'v.ister für Ernährung hatte Zumge erteilt, ae- nügend t'artoifeln in das Rubraebier zu schicken. u-e- «en Saboteure wird die Gewalt des Staates mit ganzer Sirenae eingesetzt. Wenn das Rnhrgevicl. welches ge- «emvärti- das Hcr.z Deutschlands ist, ausoebört bat zu ichlagen, sind mir als Volk und Staat erledigt. lLebh. sehr mehr.) Die Sicherheitspolizei ist in ihrem gegen» wifriiaen Zustande eine Notstandseinrichtuno, das sollte man nicht vergessen. Wir haben aber den festen Willeir, w»iL ihr eine eintvandfreie verfassungstreue Truppe zu-

»UMtett und werben tm® eine eingehende Prüfung der Kommandeure lind Unterbcamtei, voruehmen. Klagen über die Zentralstelle für Heimatdienst (die am Anfang der Sitzung van dem Rechtsunabh. Ludwig erhoben uwrden maren) müssen im Reichstage vorgeßraebt wer­den. Der Abg. Stendel sollte, wenn er hier Anklage erbebt, nicht mit Gerüchten kommen, sondern mit tat­sächlichem Müterial. ES folgt die Absttnnmmg.

Abg. Lüdicke td.-n.): Zur Geschästöordnung: Wir sind nicht in der Lage, das Gehalt des MintsterS zu bewilligen und beantragen getrennte Abstimmung. (La- chen links.s Das Gehalt des Ministers wird gegen, die Deutschnationalen und Unabhängigen bewilligt, im übrigen der Etat nach dem Ausschutzantrag ange- nommeit. ,

Mittellandkanal.

ES folgt die zweite und dritte Beratung des Ent­wurfs bctr. die Bollendnng des Mittellandkanals und der durch sie bedingten Ernänzungstmutcu an vorhan- -enen Wasserstratzen. Der AuSschutz bat sich für die sog. Mittellinie entschieden. Das Projekt erfordert insge- famt den Betrag von 306 Millionen 40 Tausend Mark.

Nach Zustimmungserklärnngen aller Parteien und Mitteilung des Ministers Oeser, datz Notstandsarbeite» am Kanal bei Braunschmeia in Kürze in Angriff ge­nommen werden sollen und der Umgebnngskanal bei Magdeburg sofort auSgeführt werden wird, wird der Entwurf in zweiter und anschließend in dritter Lesung einstimmig angenommen.

Angenommen wird ferner in zweiter und dritter Beratuna der: Entwurf betreffend die Verbesserung der Lderwasferstratze unterhalb Breslau, sowie der Errtwnrs betreffend BercitsteNnua weiterer Staatsmittel für die Scklevp-Betriebe aus Rhein-Weser-Kanal und Lippe- Kanal.

Montag 12 Uhr: Haushalt des Jinattzminifteriums.

— Schluß ö^ Uhr. ....

Parteitag der Deutschen Msptmel

Der Parteitag but zum Bersailler Friedeusvertrag, nachdem Freiherr von LerSner, Abg. Dr. Zapp. Reichs- wirtschaftSrninister Dr. Scholz und Abg. Dr. Gildemei­ster über die nucrfüllbarc« Laste« und die Notwendigkeit ciucr Revision des Fricdcnsvcrirages gesprochen hatten, folgende Entschließung angenommen:

„Die deutsche Volkspartei erklärt im Namen des Rechtes und der Freiheit des deutschen Volkes:

1. Wir fördern die.Wiedergutmachung des dem deut­schen Volke durch die Erzwingung eines innerlich un­wahren Schnldbekenntuisses angetauen Unrechts.

. Wir fordern Beseitigung jeglichen Eingriffs in die staatlichen Hoheits,echte Deutschlands und Gleichberech­tigung im internationalen Verkehr.

3. Wir fordern, daß dem Reiche bei allen Ansprüchen aus Wiederherstellung der Nachweis seiner tatsächliche» und von ihsn verursachten «chäden erbracht wird.

4. Wir fordern die Wiedergutmachung allen durch die Wegnahme oder Beschädigung deutschen Privateigentums entstandenen Schadens. ' . .

5. Wir fordern unser Eigentum an den Kohlen­gruben im Saargebiet, an der deutschen Handelsflotte und den deutschen Unterseekabeln zurück.

6. Wir fordern freie Volksabstimmung in allen dem Deutschen Reich entrissenen und in den ihm innerlich an- gehörigen Gebieten, Herabsetzung der BesatzungStruppen im besetzten Gebiet nach dem Verhältnis der Entwaff­nung Deutschlands. Teutsche.Verwaltung in den bent- schen Kolonien.

7. Wir fordern die Einlösung der feierlichen Ver­sprechungen, die Berstchtung jeder willkürlichen Macht und gleiche Rechte der beteiligten Völker, damit das deutsche Volk in Freiheit der Entfaltung seiner geistigen, moralischen und wirtichastltchen Kräfte und seines Slaatswesens leben kann.

Die Deutsche Soff «narret verpflichtet sich und ihre Anhänger, in der unablässigen Verfolgung dieser Ziele nicht zu ruhen, bis das deutsche Volk und daS deutsche Varerland wieder geeint und frei find."

PoHtifdie Rundschau.

Ein einheitliches Schuljahr wird in Deutschland nach Mitteilungen im bm,erifcheu Landtage eingeführt wer­den. Bereits mit dem Schuljahr 1921 22 soll der einheit­liche Schulbeginn an allen höheren Lehranstalten erfol­gen. Danach wird das nächste Schuljahr schon zu Ostern 1922 schließen, womit dann auch eine Verlegung der Reifeprüfung im Sommer 1922 auf Ostern des gleichen Jahres verbunden sein wird. Das Schuljahr wird in Zukmnr einheitlich schon im Frühjahr beginnen.

Ein interfraktioneller Haubmertcransschntz hat sich im Reichstag gebildet. Er besteht aus 16 Mitgliedern, die uns allen bürgerlichen Parteien entnommen sind.

Ter Besoldnngsausschutz im Reichstag beendete die zweite Lesung des Beaniwnbcsolduugsgcseyes. Der Aus­schutz ist soweit wie möglich den Ansprüchen der Beamten entgegenackovinien. Vielen Wünschen gerecht zu wer­den, veibot die traurige Finanzlage des Reiches. Auch letzt noch hat die Regierung einer Anzahl Beschlüssen des Ausschusses ein Unannehmbar entgegengesetzt. Es ist zu hassen, daß eine Einigung über die noch strittigen Punkte zustande fmmuen wird.

Ueber die Wahlen zum preußische« Staatsrat ist von 'amtlichen Parteien der preußischen Landesver- tammluna mit Ausnahme der Deutschnationalen ein Antrag eiugebrach. worden, der einen entsprechenden Gesetzentwurf enthält. Nach der Verfassung besteht der Staatsrat aus den Vertretern der vierzehn vreutzischen Provinzen, wobei Wahl die Stadt Berlin, wie die Grenzmark Poien-Westpreutzen als selbständige Pro- mn; zahlt. Jede Provinz emienbet auf je 500 000 Etn- woßner einen Verlierer in den Staatsrat, jedoch min- deüens drei Vertreter Der Gesetzentwurf enthält die Einzelheiten über die Wahlen, die nach den Grundsätzen oer BerbaltitzSwahl erfolgen. Die Wahl geschieh, durch die Mirgliedcr der Wablkörver, also der Provinzialland 'age. Wählbar sind alle Männer und Frauen, die das L>. Lebensjahr vollendet haben und minbeftenö ein Jahr in der Provinz wohnen. Für jedes Milalied des Staats- rats werden zwei Vertreter gemäht». Die Wahl erfolgt durch Wahllisten, wie bei den Parlamentswahlen. Sie ist selbstverständlich geheim. Praktisch ist die Bestim­mung des 8 2g die bei einstimmigem Beschluß des Wahlkörpers die WaHk durch Zurul gestattet. Die. Wahl ermißt in der ersten Tagung der Provinzialland- tage nach der Neuwahl.

Volkswirtschaftliches.

Die Preissenkung in den Sercinigten Staate« macht weitere Fortschritte. Die Biehp' elfe gingen erheblich her­ab und laufen teilweise auf den Stand der Borkriegs- zeil. Hand in Hand mit dem Sinken der l*cbeiwmlttc(= preise geht eine Verringerung der Löhne. Die Arbeits- lakigkeit nimmt dauernd zu.

Vermischtes. <

** Zu ei«em schweren Feuergefecht zwischeu Militär- Personen der Küsteuwehrabtcilnng kam es in Swiire- münde im Stadtviertel Kurpark. Die Soldaten glaubte« sich tm Dunkel von Zivilisten angegriffen und beschösse» sich gegenseitig. Dabei wurde der Oberleutnant und Bat- tertefübrer Mangutn, der als Unbeteiligter die Strafte passierte, durch Schüsse und Stiche lebensaefährltch ver- ; lellt. Weiter wurden zwei Soldaten durch BauG> und : LimgenschÄlle schwer verletzt. •

<m> Der frühere Direktor des Edeu-Hotels in Berti«, Birndörfser, der vor einigen Wochen wegen Schleich­handels vom Auchergericht in Berlin zu neun Mona­ten Gefängnis und 200 000 Mark Geldstrafe verurteilt und dann flüchtig geworden war, ist in der Schweiz ant Antraa He Berliner StaatsanwaltscheK verhakter worden.

Ein schwerer Eisendahnnnfall hat sich auf der Strede Berlin-Hamdurii im Gelände des Bahnhofs Paullice». aue, 50 Kilometer von Berlin ereignet. Ein von Ham- bürg kommender Gütetzug mußte vor dem Bahnhof Patilinenanc halten. Beim Anfahren riß eine Kuppe, luna, so da6 ein Teil des Zuges zurückblteü. Auf Lie­fen Teil fuhr bann bet Eilgüterzug Nr. 6061. 20 Wa­gen sind »ertrümme6» ein Schaffner wurde schwer

In dem Prozeß roegru Kapitalverschiebuug tut Aud. land, der seit vier Wochen vor der 8. Strafkammer des Landgerichts 1 in Berlin verhandelt wurde, ist das Ur­teil gefällt worden. Es lautete dahin: Legationssekre- für a. D. Joachim von Errist wird wegen Verstoßes ge­gen die Verordnung vom 21. November 1918 zu 60 000 Mark Geldstrafe verurteilt. Die Angeklagten Louis Säemann und Josef Säemmm werden freigesproche«. Kommerzienrat Jakob Säemann-Nürnberg wird in ei­nem Falle freigesprochen, in einem Falle zu 30 000 Mark Geldstrafe verurteilt. Vizekonsul Max Weinntan«- Mümöen wird freigesprochen, ebenso Geh. Komm.-Rat v. Ovel, Kmnm.-Rüt Zitzmmm, Komm.-Rat Goeagl- Müllche» und Rechtsairwalt Dr. Otto Kahn in München. Als dem Reich verfallen werden die von dem verur­teilten Jakob Säemann hinterlegten 10 000 Gulden un­garischer Goldrente und 535 000 Mark erklärt, soweit sie sich noch in dessen Eigentum erweislich befinden. Der gegen von Ernst bestehende Haftbefehl wurde aufgehoben. 1 105 000 Mark Geldstrafe und 4 Woche« Gefänguis erhielt vom Schöffengericht zu Goch a. Rh. der Landwirt Anton N. aus HMm, der zwei Pferde über die Grenze geschmuggelt hatte. Der Wert der geschmuggelten Pferde betrug nur 35 500 Mark.

Wegen schwerer Mitzhaudlung ihres dreijährige« Sohnes wurde die Arbeiterfrau Berger von dem Ber­liner Schwurgericht zu drei Jahren und fechs Monaten Zuchthaus verurteilt. Die unmenschliche Mutter hatte den Jungen mit einem abgebrochenen Schrubberstiel fe geprügelt, daß der Kleine schließlich an innerer Verblu­tung starb. ■

Ein seltsamer Unglücksfall ereignete sich in Calbe a. S. Der Rechtsanwalt Lorenz verunglückte tödlich da­durch, daß in das Bad, in dem er sich gerade erfrischte, die Leitung -es elektrischen Stromes fiel.

Ein grober Diebstahl ist bei einem Berliner Grotz- induftrieüen verübt morden. Vier Einbrecher, die mit einem Auto verfuhren, raubten sämtliche Teppiche, ins­gesamt 9 Stück, die einen sehr erheblichen Wert dar-' stellen. - " - - " ' ■ • • ;

Bier Mitglieder einer Verbrecherbande sind in Ber­lin festgenommen worden, die vor einigen Monaten in Pommern den Pro-ukteuhändler Mbraßam ermordeten.

Unter schwerem Verdacht ist in Stolp in Pommern der praktische Arzt Dr. Mendelssohn verhaftet worden, der von einer jungen Dame beschul-igt. roüA-etHfrH« der Narkose ein StttnöTeltSberbredicu begangen zu ha­ben. Verschiedene Damen, die bisher and Scham ge­schwiegen haben, treten mit gleichen Anschuldigungen in die Oefsentlichkeit. Die Staatsanwaltschaft lehnte es ab, gegen eine angebotene hohe Kaution den Arzt auf freien Fuß zu setzen.

Ein Mord auf dem Krongnt Boruftedt soll jetzt nach beinahe vierzehn Jahren seine Sühne finden. Am 23. Dezeinbcr 1906 wurde der 40jährige Nachtwächter Fähudrtch auf dem Krongut von einem Gänsedieb nieder- geschlagen. Die Suche nach dem Mörder blieb damals erfolglos. Der damalige Kaiser entsandte zum Schutze seiner Schrvägcrin, der Prinzessin Feodora, die seiner­zeit das Glit bewirtschaftete, größeren militärtschen Schutz. Dieser Tage machte lünt die Ehefrau des 47« »ihrigen Kutschers Friedrich Kühue in Potsdam dem K riminalkommisiar Steinhauer das Geständnis, daß ihr eigener Mann der Mörder des Fähndrich gewesen sei. ißhandlnngen durch ihren Mann haben die vollständig ■ nirbte Frau dazu getrieben, ihn bei der Polizei prets-

■ l en. Kühne wurde daraufhin sofort verhaftet.

/ im dritten Mal in Brand gesteckt worden ist da? ? er. st- w bei Schweidnitz. Den gesamten Wehren der ll«mac^ iid gelang es nicht, dem Brand Einhalt zu tun. DU nefamte dort lagernde Rtcsenernte ist vernichtet ivorbcn. In einem Großschuppen allein 2500 Zentner Heu und Stroh und 60 Zentner Hans. Auch die'gesamte 38r»cn= und Flachsernte ist vernichtet.

Ueber bte parlamentarischen Sitten in der Tschecho- Stomofel geben zwei üble Auftritte in der tschcctw-slv- mafiftben i.attuner Ausschluß. Den ersten provozierte ei» tschechischer Nationalist, der ehemalige Finanzmini- st er Raschin. indem er, zu deutschen Zwischenrusen ge­wendet, die Zunge heraiwstreckte. Er besam dafür einen Ordnnngsrnf. Den zweiten verschuldete ein iscbechischer Socialist, det ehemalige Ernährungtzmiulster Dr. Vr- Vensko, ein feilt jähzorniger und fraftiger Mann. Der tschechische flersteif Pfarrer Huvar halte in seiner Rede den Gowtliften SÖWVürfe gemacht. Als er von der Tri-- büne Lcrnnteikavt». trat ihm Dr. BrbenSku entgege» nnb gab ihm eine schallende Ohrfeige. Die Parteifreunde des also Mißhandelten machten sich übci Dr Vrbensku her und schlugen ihn. Nitr mit Mühe sonnte er ihnen cntrnicn werden.

Bei der Operation nom Paücnlen gebissen wurde der Budapester Kchllopfspczialist Dr. Lang Es trat .Infektion ein, der Dr. Lang erlegen ist.

Ein heftiger Streit entspann sich zwischen Zigeunern in Münster. Familienangelegenheiten hatten den An­laß gegeben. Einer der Bctciliglcn, der 4>; Jahre alte Marschall holte einen Armeerevolver und feuerte auf feinen löegncr, einen gennffeu Marx, einen Schutz ab, der sofort tödlich wirkte. Der Täter ist eittfivheu.

Ueber eine geheimutsvolle Seuche, die aus dem Osten flammt, ist im französischen Senat eine Anfrage einacbracht worden. Dtedizimsche Kreise vermuten, daß es sich um eine Art Best handle. In die li ranfenbäufer sind bereits dreihundert Kranke dieser Art ehmelicfcrl worden. Bis jetzt ist noch «ein Fall tödlich verlaufen. Die Krankheit tritt besonders in Gegenden auf, die von Flüchtlingen aus dem Osten überschwemmt sind.

Starker Schneesall ist im Schwarzwald biß zu toöO Metern herab eingelrete». Die Schneedecke ist auf 20 Zentimeter anaervochscu.