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Nr. 280 SÄt:^°L°M Mittwoch, den 1. Dezember '^L.^U'r^^ 1020

Der Anschlag auf vssstchleflen.

Echo der Entrüstung.

Mit grosser Entschiedenheit treten alle Berliner Abendblätter Dafür ein. daß die Absiimmnng in Ober- schlessen unter Dir A^rm vor sich gebe, wie der Vertrag es wünscht. DerVorwärts" hofft. Haß man in Enq- tand dem französischen Versuchsballon mit der Absttm- mung in Köln den richtigen Weg gebe. Frankreich sei doch sonst so ängstlich darum bemüht, daß der Versailler Vertrag bis aufs Tüpielckien erfüllt werde. DieV. A" hat zu der internationalen Absiimnnulgskommission das Vertrauen, daß sie nicht nur den Willen, sondern auch die Macht habe, jede Ruhestörung nickt nur zu un­terdrücken. sondern von vornherein unmöglich zu ma­chen. Es gebe nur eine Art der Abstimmung. sagt das Blatt, die dem Friedensvertrag und den praktischen Be- dürfnissen entspricht, die einheitliche und gleichzeitige Abstimmung aller Stimmberechtigten im Lande Ober- fdilefien. Auch dasBert. Tagebl." weist nach, daß die Forderung. es solle nur derjenige Oberschlesser über das Schicksal der Heimat mitbestimmen, der gegenwärtig dort wohne, wenn sie erfüllt würde, den schärfsten skan­dalösesten Vertragsbruch bedeute, der denkbar sei. Auch die . Kreuzzeitung" nimmt diesen Standpunkt ein und sagt, im übrigen müsse unbedingt gefordert uerden. daß nunmehr die Entente die Modalitäten der Abstim­mung schnellstens bekannt gebe damit alle Vorbere:- mngen rechtzeitig getroffen werden könnten. Die Germania" sagt: Die Trennung der Stimmen der in Oberschlenen Ansässigen von denen der im Reich woh­nenden Abstimmungsberechtigten würde allen möglichen Manövern bei der in Paris nack der Abstimmung vor- zunebmenöen endgültigen Entscheidung bedenklichen Vorschub leistee.

Protest der deutschen Regierung.

o* Berlin. (S. E i Der den Botschafter in PariS ver­tretende dortige erste Legationssekretär erhielt den Auf­trag von der Reichsregierung, gegen eine nach privaten Londoner Meldungen in Aussicht stehende Beschränkung der Zahl der Abstimmungsberechtigten für Oberschlesien eine Anfrage bet der Friedenskonferenz zu stellen, die gleichzeitig eine BeroaSruttg der deutsche» Regierung in schärsster Form enthält. Der Schritt ist das Resul- Mt der Beratungen im Reichskabinett.

** Basel. <S. E.) DieBasler Nachrichten" nrekden aus London: Nach einer Verlautbarung von Montag vormittag hat die Sitzung des englischen Kabinetts am Sonntag mittag nicht die erwartete Zustimmung zu allen französischen Vorschlägen über Oberschlesien ge­bracht. Voraussichtlich sind die französischen Vorschläge stark zu modifizieren, weint die englische Regierung ihüen znstimmen soll.

«» Köln. (S. C.) Der am Montag abend erschienene Renterbericht über die Londoner Verhandlungen ent­hält noch keinen Hinweis auf Beschlüsse über Ober- Westen.

Radikale Wühlereien in Dberscklesien.

* Alle Meldungen aus dem oberschlesischen Judu- strierevier lauten dahin, daß ein neuer Generalstreik vor der Tür steht. Es heißt, daß auch die Eisenbahn- arbeiter hineingezogen werden sollen. Die Simdtkali- fkn haben die letzte Forderung einer Wirtschastsbeihilse für jeden einzelnen Arbeiter wieder ausgenommen. An­gesichts der Tatsache, daß eine derartige Forderung über die Grenze der Leistungsfähigkeit der Industrie htnaus- geht, haben die Gewerkschaftsführer die Vertretung die­ser Forderung abgelehnt. Es ist aber zu befürchten, daß die streikenden Arbeiter selbst durch Terror die Ent- famunn des Generalstreiks erzwingen wollen. Die vol- «ilche Presse hat bezeichnenderweise bereits nor einigen Tagen auf die Möglichkeit eines nahe bevorstehenden Generalstreiks aufmerksam gemacht.

Der E^xhavener Zwischenfall.

Schmachvolle Forderungen der Entente.

»* Wegen des bekannten Zwischensalls in Cnrhaven, bei dem Entente-Offiziere belästigt wurden, hat der Reichswehrminister dem Vorsitzenden der inte''alliicr- ten Kontrollkommission schriftlich sein Bedauern ausge­sprochen und Bestrafung der Schnldigen zugesagt. Die Kontrollkommission hat dagegen sosgende Forderungen gestellt: 1. Entschuldigung der deutschen Regierung. 2. Kofortige Entlassung und strenge Bestrafung des Fe- stnugSkommaabaute«. Diese Bestrafnug soll dem Kom­mandanten in Gegenwart der vier beteiligten Entente- vssizicre verkündet werden. 3. Eingehende Untersuchung des Zwischensalls zwecks Verfolgung und Bestrafung der Hanvischnidtgen. 4. Zahlung von 20 500 Mark Er­satz für die beschädigte Uniform.

Protest gegen die rMchWeschlagnaliine.

>* Gegen die von der Entente verlangte Heransgabe der LnstschisfeBodenice" undNordstern" richtet sich eine Note der bcntfdie» Regierung, in der die von der Entente geforderte G,rfam>nul)t für die in den Mongien Juni und Juli 1919 erfolgte Zerstörung von sieben bemühen Mariuelustschifsen nbgelehnt und betont wird, daß die tSntentercalcrmmen, indem sie in dem 'ProtofcW vom 10. Januar 1020 ül»er die deutschen ENatzverpflich- tungen die Marinelustschifse nicht erwähnten, die An- geleaenhctt alS endgültig erledigt betrachtet haben. Für den Fall, daß die Entente an ihrem Verlangen festhält. wird eilt Schiedsgericht voraeschlage».

Die «rewer vor vLyerrsHen sromgspartet.

»-<. Der Streit zwischen der Deutsch-nationalen Volks- partei und der Bayerischen Volkspartei über die Her­kunft der für die Königspartet aufgewendeten Gelder hat nun auch den ehemaligen Präsidenten der imagi­nären Nhemrepublik, Dr. Dorten, auf den Plan geru­fen. In einer Zuschrift an dieMünchru-Augsburger Abendzeitung" befreitet Dr. Dorten, daß ihm vo-r sran- -ösischer oder sonstwie ausländischer Seite jemals Gel­der angeboten worden seien und daß er dem Grafen Bothmer Gelder zur BerMgung gestellt habe. Dr. Dor­ten will wegen dieser Behauptung dieFrankfurter Zeitung" und den deutsch-nationalen Baron Halkett ver­klagt haben. a

Der britische MuZLrchef in München.

** Der baverische Ministerpräsident von Kahr bürste zunächst im Ministerrat über feine Berliner Verhmrd- lunaen Bericht erstatten. Weiterhin wird der Landtag informiert werden. Der Eüef der britischen Militär- mission, General Malcolm, ist am Sonnabend in Mün­chen eingetroffen. Alsbald nach seinem Eintreffen hatte General Malcolm eine Bewrechuna mit ^forftrat Esche- rtch über die Einwohnerwehr und Die Oraanisation Escherich. Der Montag galt einem Besuch des oberbaye- rischen Bero'andes. Am Dienstag Dürfte wahrscheinlich gegen Abend eine Aussprache zwischen General Mal- eolm und dem bayerischen Ministerpräsidenten stattfin- den, zn der kinch Forstrat Eicherich zugezogen wird. Die Abreise des Generals Malcolm ist für Mittrvoch vorge­sehen.

DW VölSerLundslaguug.

Die Abrüstungsfrage.

Der Unterausschuß der fünden militärischen Kom- mtss-on beschloß die Sckafkung einer besonderen Kom­mission. die über die gemäß Artikel 16 des VölkerbundS- statuts zu ergreifenden Zwangsmaßregeln gegen Ver­tragsbrüchige Staaten zu beraten hat. Danach scheint es sowohl über das Prinzip selbst als auch über die Aus­legung des Artikels zu ziemlich scharfen Auseinander­setzungen gekommen zu sein.

Immer neue Blutsau er in Deutschland.

e-* Berlin. tS. 6J Die -erliner En^entekommisst»-

ren sind rmm 1. Dezembec ab n'n 28 Offiziere mit dem

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Die tiittjtte Völkerbunds^

** PariS. IL -A.) Stack einer Havosmeldung aus Genf soll die nächste Vollversammlung deS Völkerbnu- deS im September kommenden Jahres in Genf statt- findem

Die englisch-französischen Gegeusllste.

«--r Paris. (J. G. A) Nach denk Londoner Dertchter- siatter desJournal" hat die Rückberufung Leygues arlS Paris einen unaünstigekt Eindruck gemacht, da sich die endliche Ansicht zu verhärten scheint, daß die franzö­sische Politik unter einer gewissen Untätigkeit leide. ES bestätigt sich weiter, daß Leygues bis tetzt so gut wie gar- nichts in London erreicht hat. Die G? ächte Über den be­vorstehenden Abschluß eines französisiÄn BürrdnisseS entskrccbe nicht den Tatsachen.

Mehrheit für Cnox Friedeusautrag.

»* Gens. sS. C.) DerMatin" meldet aus Wa­shington, daß zwei Drittel der Senatoren den Cnoxsche» Antrag, vor Weiterberatung des Versailler Vertrages den ^AeSenSzustand mit Dentschlaud zu erkläre«, -n- gestimmt haben,

Strenge Zensur in Ungarn»

Aus Budapest wird gemeldet: Die ungarische Re­gierung hat der Nationalversammlung einen Gesetzent­wurf vorgelegt, der drakonische Bestimmungen zur Be­strafung bei Verbreitung von falschen Melönngcn über Ungarn enthält. Nach den Bestimmungen dieses Ent- kvurfs soll die Berbrettnng mpvahrcr Nachrichten über Ungarn in der Presse oder ans einem anderen Wege, die den entfen Ruf Uugarns schädigen oder auch andere wichtige Interessen des Staates verletzten, mit Gefäng­nis bis zu 5 Jahren oder einer Geldstrafe bis zu 100 000 Kronen bestraft werden. Die Be'breitung von Nach­richten zu dem Zweck, eine militärische Jntervcntko,l gegen llngarn zu veranlassen sollerk mit Zuchthaus bis zu 10 Jahren bestraft werden. Bei ausländischen Zet- tnngökorrespondeniett soll auf Laudesverweifung oder auf das Verbot der Rückkehr nach Ungarn für immer erkannt werden. Die ZeitnugSkorrespondenten der AuS- landspresse in Budapest erörterten daraufhin die Frage. Wenn diese Besiimknnngcn tatsächlich Gesetz werden und ihnen dadurch die Berichterstattung rmmöglich ge. macht werden soll, wollen sie die Berichterstattung gänz­lich einstellen und Ungarn verlassen.

Einführnng der Monarchie in Ungar».

** <!9ien. (S. E.l DaS ungarische Parlamevt hat mit allen gegen t4 Stimmen eine Resolution angenom­men, die die beschlrnuigte WiedereinfüHrnag der Monarchie in Ungarn »erlangt

Sinnfeinerfurcht in London.

** London befindet sich in einem Zustande der Auf­regung und des Entsetzens, wie das kaum zur Zeit der Spionenverfolgung zu Anfang deS Krieges der F-all ivar. Der furchtbare Racheakt der Iren hat Ode die Detektiv Scotland Uards auf die Beine gebracht. Die Presse wird gebeten, möglichst Stillschweigen über die

«rwegung oer Porrzm zu oeurayre«. seser etnrgev- ; maßen verwundbare Punkt in London wird bewacht. Lloyd George, Bonar Law und auch Carson schwebe» in Angst vor einem Attentat. Geheimpolizisten bewa­chen den Bnktngham-Palast. Im Parlament wird strenge Kontrolle geübt. Allen Frauen ist der 3utritt verboten, und jeder Fremde muß sich einer Leibesvisi- mtion unterziehen. Nach abgefangenen Berichten be­steht eine Verschwörung, die es auf bte Vernichtung der Wohnhäuser aller irischen Polizeitruppen in England : abgesehen hat. Es ist allerdings erstaunlich, daß es des i Sinnseinern trotz aller dieser Pläne noch nicht gelungen : Zt. in London irgendwelchen Schaden anzurichten. Mau : wird einen großen Teil der Alarmnachrichten wahr- ! fckeinlich auf Stimmungsmache gegen die Iren zurück- i führe» müssen, wie auch gar nicht erwiesen ist, daß der Liverpooler Brand auf daß Konto der Sinnfeiner zu fetzen ist. Der angerichtete Schaden wird nach den letz­te» Meldungen auf über eine Million geschätzt.

Soif über die Kolonien.

Die deutsche Denkschrift über die Kolontalfrage hat ziemliches Aufsehen erregt. DasJournal be Geueve' hat die deutschen Ansvrüche bekämpfen zu sollen ge­meint, und die ^fndepedance Belge" glaubt darin ein Zeichen dafür zu sehen, daß Deutschland seine Hoffnuru an Weltgeltung noch immer nicht begraben habe. Auch der eingefleischte Gegner Deutschlands müßte es be­greifen, daß ein Sechzig-Millionenvolk sich nicht dau­ernd in die Rolle der Unterdrückten begeben kann, unt daß der Wunsch nach wirtschaftlicher Betätigung in der Welt und nach dem Besitz von Kolonien nur natürlich ist. Gerade die Belgjer haben übrigens den allergering­sten Anlaß, über die angebliche Verkehrtheit der deut­schen Kolonialmethoden zu sprechen. Die Greuel im Kongo sind noch immer in voller Erinnerung, und er ist nicht lange her, fettarm F. D. Morel in England mit Unterstützung der Belgier in ihrem afrikanischen Besitz damals noch derUnabhängige Kongostaat" begann.

Nun hat der ehemalige Staatssekretär des Reichs- kolonialamtes und heutige Botsckaster in Tokio, Dr. Solf, soeben eine kleine SchriftAfrika für Europa" er­scheinen lassen, in der er darlegt. wie von Frankreich, England, Belaien und Portugal der Krieg zuerst nach ^»^zchWWW»M«aM^MI '»<MM^7»-»^chM^-^-»»--^<1MiI Unt'n^- - arbeit der vergangene« Zeiten In Frage gestellt morde» ist Dr. Solf hebt hervor, daß die Deutschen im Far­bigen auch den Mewcl'en achteten, und daß die sittliche, intellektuelle unb materielle Hebung der Schwarzen neben der Nutzbarmachung der wirtschaft­lichen Kräfte der Kolonkalgediete das Ziel der deutsche, Kolontalpolittk war die sich trotz aller Schwierigkette» im einzelnen als Gan-eS durchaus bewährt hat. ES ist ein tragisches Geschick. Saß die deutsche Kolonialtätig- fett eben in dem Augenblick beendet wurde, wo sie Früchte zu tragen begann. Dr. Solf stellt die Forde­rung aus, daß Afrika unter die enropätfdtcn Staaten nach Maßgabe ihrer wirtschaftlichen und kolonisatori­schen Leistungsfähigkefs verteilt werden müsse, sodass der gegenntärftge, auf Zwischenfälle der geschichtlichen Em» Wickelung beruhende Besitzstand zu befestigen wäre.

Keine Bermögensverschievuug her Sronprtnzesfi«.

** Bon einem autorisierten Vertreter des ehemaligen Kronprinzen erhalten Berliner Blätter eine Mittet- luna. wonach es unwahr ist. daß die Firma Grusser, Philippsohn u. Eo das kronvrinzltche Vermögen im Be­trage von CD Millionen Mark ans Deutschland heran- geschafft habe. Auch nur ein entfernt so hohes Vermö­gen besitzt der Kronprinz überhaupt nickst. An Barmit­tel» und sonstigen Vermögenswerten seien dem Kron­prinzen lediglich ntni> 300 000 Mark, nach dem heutigen Kurse etwa 14 000 holländische Gulden, üverbracht wcr= den. und zwar in völlig aesenmäßiger Weise mit Geneh- migmra der ReichSbank. Für die Kronprinzession be­stehe bei der Firma da« mehrfach erwähnte Konto Frau E. von Mecklenburg, auf dem deutsche ReichSvapiere im Gesamtwerte von 350 000 Mark und 25 000 Mark in bar rnhcn Die Wertvapiere sind von dem ErlöS bezahlt worden, den die Kronprinzessin im Frühjahr 1919 än­dern Verkauf einiger Edelsteine hatte, die sie ohne Wis. sen des Kronprinzen für den FM eintretender Not des Kronprinzen veräußert hatte.

Die Erfassung des inländische« Getreide«.

Aus Einladung deS RcicksministeriumS für Ernäh­rung und Landwirtschaft fand im Reichstage eine Be­sprechung statt mit den Vertreten: der landwirtschaft­lichen Organisationen und LaubwirtschaftSkammen: und zahlreichen Abgeordneten, in der die stärkere Erfassung des inländischen Getreides eingehend erörtert wurde. Die Verhandlungen wurden eingelettet mit einer Rede des Ministers Hermes, der anf den Ernst der Lage hinwies. Der Präsident der ReicksgetreiSestelle erläuterte an Sand reichen Zahlenmaterials die Verhältnisse. An die Darlcgnngen schloß sich eine sehr eingehende Debatte.

Rcichseisevbahvtagnng.

Die Presseabteilung ber basischen Regierung teilt mit: Unter der Leitung deS ReickSverkedrsministerS GrSncr hat in KarlSruhe die erste allgemeine technische Tagung der NcichSetsenbabnen mit den Führern her umschinen'tcchnischen Dienst- und Zweigstellen, der Generaldirektion und den Sisenbahndirekttonen stattge- sunden, um über Richtlinien und maschlnen-techntsche Fragen zu beraten und Maßnahmen für die Erhöhung der LeifiuugSfShigkeit »ad Wirtschaftlichkeit deS Ma-