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HersMer Tageblatt

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Nr. 273

Jetziger Bezugspreis gegen Vorausbezahlung ouailidi 2. Mk., frei Baus 2,25 (Dk.

Dienstag, den 23. November

^enprets >6r de einipalilgt 4C Pig., auswärts 60 Pfg

1920

BetBopjeiniis ott starannmi?

>* Die neuen Fernsprechgebühreu reichen trotz der recht beträchtlichen Erhöhung, die sie erfahren habe« eine Verfünffachn«« gegenüber dem Friedensstaude noch immer nicht ans, um den Fehlbetrag bei der Reichspost zu decken. Wie g«tn«ter-zrchtete parlamen- tarische Kreise höre«, wird der Reichstag sehr bald die Frage gestellt werden, ob die notwenhigea Beträge dnrch Steuern oder durch eine neue Erhöhung der Ge- ^biihreK gedeckt werden soll. Die Postoerwaltung hatte R» bei der letzten Erhöhung auf den Siandpunkt ge­stellt, daß die allgemeinen Steuer« nicht zur Deckung der Fehlbeträge der Reichsbetriebe verwandt werden Lürsen. In diesem Falle müßten die Gebühren um sötte 100 Prozent erhöht werden. Gleichzeitig wird mit­geteilt, daß die Vorarbeiten für einen entsprechenden Gesetzentwurf bereits begonnen haben.

s* Berlin. (S. C.) Die angeblich bevorstehende Ber- dovpelung der Fernsprechgebühren soll nach Erkundi­gungen bet der Reichspost nicht in dieser Höhe beabsich­tigt sei. Die im Reichspostm'uisterium geführten Verhandlungen Betrafen eine 25 bis tNsrozentige Ver­teuerung der Fernsprechgebühren. Jedoch befindet sich die ganze Frage erst im Stadium der Vorbesprechunaeu.

vor

» Berlin. (L. A.i Entgegen einer anderslautenden Zeituugsmelduug über eine bevorstehende Berdoppe- kung der Fernsprechgebühren wird auf die laugst abge- gebene amtliche Mitteiluirg verwiesen Satz die Reichs- telegraphen-Verwaltung zur Zeit an einer neuen Fern- sprechaebührenorduuna arbeite, wonach wie die Nach­richtenstelle des Reichsvostministeriums mitteilt, der Tarif so gestaffelt werden soll, daß er die Lasten gerech­ter verteilt, daß also derjenige, der den Apparat häufig benutzt, auch mehr bezahlen muß als ' wenig Gespräche führt. Ein neuer 2

s dericaige, der Tarif steht zur

nur

Zeit

noch nicht fest.

Die Berliner Hausbesitzer gegen Stegerwald

<-* Der .Heizungsverband der Hauswirte in Berlin nahm zu der verschärften Lage im Portierstreik Stel­lung. Der Präsident der vereinigten Hausbesitzerver­eine, LadenSorf, richtete dabei scharfe Angrisse gegen den Wohffahrtsmtnistcr Stegerwald. Das Verhalten des Wohlfahrtsministers sei der Ausdruck der Angst vor der Gasse und dem Lustgarten. Die Verhältnisse wür­den sich erst dann ändern, wenn Mch die Tätigkeit bc^ würde. wurde ein Antrag angenommen, daß eine Kommission ber Hauswirte dem Minister Stegerwald den Siandvuukt der Hauswirte klar machen soll. Wei­ßer kündigte ein anderes Vorstandsmitglied die Veröf­fentlichung einer Flugschrift gegen Minister Stegerwald an. Man werde keine Kosten scheuen, um dem Minister

Mannschccsteu waren oaruver empört und Irenen sich zu Belästigungen der Entcntemitalieder hinreitzen. Auch der Kraftwagen der Kommission wurde beschädigt. Die deutsche» Ueberwachiuiasofiiz!ere, die sich in Begleitung der Kommission befanden, suchten nach Möglichkeit die deutschen Atannschaften zu beruhigen. Sie konnten je- dvw Bit Kundgebungen nicht oerhindern.

Die VörkerbundsMgung.

Dentschlaud bleibt ansgeschlosie«.

>. Der PariserTemps" will erfahren haben, daß 30 Nationen Frankreich unterstützen werben, um sich der Zulassung Deutschlands in den Völkerbund zu wider­setzen. Bevor Deutschland begonnen habe, feine Ver­pflichtungen vollständig zu erfüllen. Die japanische De­legation erhielt die direkte Aufforderung ihrer Re- gteruna, einen formellen Vorbehalt zur Zulassung der Deutschen zu machen und den französischen Standpunkt zu vertreten. Auch der Schwede Branting hat sich auf die Seite Frankreichs gestellt, indem er erklärte, daß Deutschland der Völkerbund solange versagt werden müsse, bis es überzeugende Beweise gegeben habe, den Vertraa von Versailles zu erfüllen. Deutschland hat lediglich die Unterstützung von Südafrika, Norwegen, Holland und Argentinien.

Die Kriegscirtschcidig««g.

a- Lloud George erklärte einem Vertreter desPetit Parisien", daß Deutschland so viel bezahlen müsse, wie es könne. Zunächst müsse der Betrag festgesetzt wer­den, und dann werbe England gemeinsam mit Frank­reich die Bezahlung erzwingen.

Fordern«« nach Revision des Fried>msve?trages.

*^ Elle«. <L. A.i Der Kongreß der christlichen Ge- roerrschaften bat eine Entschließung angenommen, in der die Revision des Friedensvertrages von Versailles ge- forderr wird.

Der Völkerbnudsvla« Hardings.

** Genf. lS. C.) In derAction francaise" weist Bainville auf die Vorbereitungen Harbinas zur Schaf- funa eines Völkerbundes hin, der alle enropäische« Staaten einschließen soll Die meisten republikanischen Führer sind entschlossen, die dem bisherigen Völkerbund ausopstell<en VoNnmchten nicht au-uerkenven.

Der künftige Präsident Harding wird in der nächsten Zeit eine Konfere iderufeu, um die Gr»"d-

Lu.. --^», -»Ki,»««. -Ä/Mee

Abenteuer des Generals Zeltgowskis erscheint trotz de» Erfolges täglich verzweifelter, da die allgemeine Lsge sich für Polen durch den Verlust von Kamenez-PodotSk erheblich verschlechtert hat. Eine neue und «ahrschsiu- tzch sehr starke bolschewistische Offensive gegen h e Front des Generals Balachowitsch steht u?»'ittclb -r bevor.

Die Bolschewiken kämpfen weiter.

** Die Städte Simse ropol. Sebastopol und Feodosia an der südlichen Küste der Halbinsel Krim sind nach den Moskauer Heeresberichten in der Hand der Bolsche- misten. In dem Heeresbericht heißt es weiter: Obgleich wir den General Wrangel nunmehr erledigt haben, tar­nen wir das Schwert noch nicht beiseite lege«. Mr ha­ben noch mit den Resten der Wrangelarmee und mit Petljura aufzuräumen. Wranaels Niederlage wird auf die internationale Lage naturgemäß zurückwirken. Der letzte General, dem ein Sieg verkagt wurde, ist zu Boden geschmettert. Es kommt niemand, der an des­sen Stelle treten kann. Mit feiner Flucht ist die Gefochr für eine Gegenrevolution in Rußland beseitigt.

Barbarische Kriegführung der Bolschewik«.

** Die russische Delegation Hat Polen eine Note über- sandt, worin mitgeteilt wird, daß die russischen Bürger, die in den Armeen Petljuras und SvalaikowitschS kämpfen und von den roten Truppen gefangen werden, «icht als rcanläre Soldaten betrachtet werden können, uno daß sie infolgedessen ohne weiteres erschossen wer­den würden. Die polnische Delegation bat erwidert, daß Polen kein Interesse an der Unternehmung aei diese beiden Generale habe, daß es aber die angekl

in

digte Maßnahme der russischen Reaternng als «eae» die Menschlichkeit verstoßend betrachte und daß diese geeignet sei, die Entrüstung der ganzen Welt hervorzu- rufen.

Die Sage in Griechenland.

** Aus Athen wird gemeldet, daß die Mitglieder des diplomatischen Korps dem neuen Ministerpräsidenten Antrittsbesuche abgestattet haben. Rballis bat verfügt, daß die im Auslande lebenden griechischen Prinzen so­wie alle verbannten Griechen nach Griechenland zurück­kehren können. Daraufhin sind König Konstantins Brüder Andreas und Cbristopborrrs mit ihrer Schwe­ster Maria, Sie in Rom Aufenthalt genommen hatten.

das

©rÄBeroerfche Schicksal in Moabtt zn bereiten.

Am die bayerksche Einwohnerwehr.

Der bäuerische Ministerpräsident von Kahr, der sich gegenwärtig für einige Tage auf Urlaub befindet, wird sich nach dessen Wläuf unverzüglich nach Berlin begeben, um sich dort mit den zuständigen Stellen der ReichSregieruna über die Zulassung der bayerischen Gmiwhnerwebren und über die Frgge der Entwaffnung ins Benehmen zu setzen. Man darf wohl annebmen, daß es auf dem Wege weiterer Verhandlungen mit den alliierten Mächten zu einer Verständigung kommen wird. Ob sich die schließlichen Zugesiändnisse an den Danerischen Standpunkt anlehnen werben, muß natür­lich abgewartet werden. In gut unterrichteten Kreisen ist man davon überzeugt, daß die bayerische Regierung ebenso wie die Reichsregierung alles tn« werde, um Deutschland vor den möglichen Folgen eines Nichtzn- ftandekemmevs »er Verständigung zu bewahren.

Deutsche Krkegerehrung in Frankreich.

s* Der deutsche Botschafter Dr. Mayer hat am Toten­sonntag am Denkmal für die auf dem Friedhof in Paris Beerdigten deutschen Soldaten einen .Kranz niedergelegt. In einer Ansprache an die versammelten Mitqlieder der deutschen Botschaft und der übrfgen deutschen Kmumis- sionen sagte er, daß Deutschland auch in Unglück und Not seine Helden nud ihre Taten nie vergessen werde. Für die deutschen Mütter und Frauen legte Frau Bot­schafter Dr. Mayer einen ^anz nieder, für die Frie- denSdelegation Gesandter von Lucius.

Ein neuer Zwischenfall in BerNn.

Wie derL. A." berichtet, ist es durch Heraussor- »erudes Benehmen zweier Franzosen in Berlin am Potsdamer Platz wieder einmal zu Reibungen gckom- men, die jedoch glticklicherweise zu keinen ernsten Zu- sammenstößcn geführt haben. Die Franzosen, von de- neu einer in Uniform war. befanden sich in Begleitung eines Mädchens und beschimpfte« tu der Betrunkenheit Sie Gäste eines Bierlokals. Daraus suchten sie ein Cafee am Potsdamer Platz auf, wo sie unter den Rufen «Bo- ÄcS* undeattBnbe" Platz nahmen. Die Gäste ver­langten die Entfernung der Franzosen. Aber erst als die Haltung der Gäste ansiim, drohend zu werden, ent- , fernte sich der französische Soldat tu ziemlich beschlen- ' »tatem Tempo aus dem Lokal, während der Zivilist ,i mit feiner Begleiterin erst vom Gcschäsisfithrer zum - Verlassen des Lokals aufgefordert werden mußte.

i Auch ein Zwischenfall in Cnrhaven.

5 Zwischen Mannschaften der SuxBavener Garnison «rd französischen Mitgliedern der ßurßavcner Ente.rte- tffion ist es am Sonntag nachmittag zu einem schensall gekommen. Bet der Feststellung von Wal- eständen der Eutenielommtssion sollten auch 6te Bei Mannschaften durchlücht werd«. Die

ch auf einen internationalen Gerichts­hof Mitzen, für den ein besonderer Plan »'«sgearbeitet worden ist Die französische Presse beschäftigt sich leb­haft mir den Plänen Hardings. So schreibtAction francalse". Was in Aulerika zurzeit gebraut wird, ist unendlich interessanter als die Genfer Debatten. Der Hardmasche Völkerbund biete Deutschland keine beson­deren Vorteile und deshalb könnte Frankreich gut auf die amerikanischen Ideen eingehen, um so mehr, als die Vereinigten Staaten sich niemals zum Genfer Völker­bund bekehren lassen werden. Alles, was in Genf ge­gen die Union unternommen werbe, falle auf den Bvl- ferbunb zurück. Bainville hofft, daß eines Tages ein wohlberatener und mutiger Mann sich erheben werbe, um zu erklären, daß die ganze Genfer Arbeit nichts tauge, solange sie sich gegen die Vereinigten Staaten richte.

Merekheistellms-esenraPMchenHau-els

Englische Bestrebnngsn.

**Daily Cbronicle" teilt von offiziöser Seite mit, daß das englische Kabinett im Hinbrick auf Maßnahme» zur Hebung des evropätsche« Handels Sachverständige hinzugezogen hat. In einem Leitartikel erläutert das Blatt die bemerkenswerte offiziöse Kundgebung tn dem Sinne, daß die Regierung sofort Schritte tun wird, um ben Handel mit dem Kontinent wieder herznstellen. Dabei leitet sie ber Grundsatz, daß ein gegenseitiger Handelsverkehr Wohlstand auf beiden Seiten vorans- setze und daß Englands Wohlfahrt an die Wohlfahrt des Kontinents gebunden sei. Dann wird ein Programm gezeichnet, dessen schwierigster Teil das Abkommen mit Rußland ist.

Amerikantscher Rohstoffkredit an Deutschland?

e* Parks. lF. Z ) DemPlatin* wird aus Nennork gemeldet, daß eine Gruppe hervorragender Bankiers in den Vereinigten Staaten sich mit dem Plan beschäftigt, von ber Regierung die Erlaubnis zu erhalten, daß die deutschen in Amerika beschlagnahmten Gitter als Ga- rantten genommen werden dürfen für einen an Deutsch­land zu aewäBrenben Kredit, der eine fünf mal so große Höhe haben soll, damit sich Deutschland dann in ben Vereinigten Staaten Rohstoffe ankaufen soll. Diesem Protest wird in politischen Kreisen Sympathie entaegen- gebracht.

Verhandlungen über die MNchkühefordernng.

» Die Verhandlungen über die Milchküheforderu»« sind in Parts im Gange. Sie werden von beiden Sei­ten in korrekten und höflichen Formen geführt. Das deutsche Angebot erschien des Franzosen zu «eri««. Sie baten die deutschen Vertreter, «ene Vorschläge zu ma­chen. Die entscheidende Sitzung ist am Dienstag.

Neue Flammenzelchen im Osten.

** Die litauische Regierung hat den Versuch gemacht, Waffenstillstandsverhandlungen ^anzubahnen, da ein neuer Vorstoß des Generals Zeligowskis die Lage Kownos wieder stark gefährdet. Dte Umzingelung der litauischen Hauptpstadt kann in wenigen Tagen vollen-

sie in Abwesenheit ihres Sohnes Konstantin die Regent­schaft übernommen habe. In einem zweiten von der Königin Obga als Reaentin und dem Ministerpräsiden­ten Rballis unterschriebenen Manifest wird verkündet, daß als erste Tat nach dem Sturz der Tyrannei die ver- sasiungsmäßige Freiheit wieder hergestellt werden soll. Die neue Kammer ist auf den 25. November einberufen worden, um die Vereidigung der Reaentin auf die Ver- fassung vorzunebmen. JVn Athen fanden weite Knndge- bnugeu für die Rückkehr König Konstantins statt. Nach­dem das Ministerium eine Erklärung veröffentlicht hatte, daß die Regierung von der Politik des Bündnis­ses mit der Entente keineswegs abgehen wird, wurden von dem Volke Umzüge und festliche Demonstrationen verunstaltet

Wie weiter aus Athen gemeldet wird, ist die Re­gierung bereits mit den Vorarbeiten für Äe Bolksah» Kimmung über die Rückkehr König Konstantins beschäf­tigt. Der König bat telegraphisch mitgeteilt, er werde unter allen Umständen das Ergebnis der Volksabstim­mung abwarten, bevor er zurückkebre. Mit VenizeloS sind auch alle früheren Minister abgeretst, ebenso eine Anzahl Notabeln der Liberalen Partei, darunter meh­rere Zeitungsdirektoren. Als der Erzbischof von Albe« der Eidesleistung der Reaentin wie üblich beiwobne« wollte, weigerte sich Rballis, ihn anzuerkennen, weil er in nnkonstitutioneller Weise verianat worden sei. Er wurde durch Tboklitos. bisher Priester in einer benach­barten Gemeinde, erseht.

* Der griechische Ministerpräsident erklärte einem italienischen Pressevertreter gegenüber, es sei gewiß, daß König Konstantin zurückkehren werde. Das ganze Land fordert seine Rückkehr. Die venizelistische Leibgarde ist entwaffnet worden. Die heilige Synode hat die Wie­dereinführung der Namen der Mitglieder der KönigS- familie in die Gebete angeordnet.

Bartholomäusnacht in Dublin.

** Kopenhagen. (F. G. A.l In der Nacht zum Mon­tag ist in Dublin ein furchtbares Blutbad angerichtet worden. Bisher konnte schon festaestellt werden, daß etwa 20 Militärpersaue« getötet wurden, größtenteils Offiziere, aber auch eine Anzahl Soldaten fiel der Bar­tholomäusnacht zum Opfer. Im Anschluß an das S^» kanntwerden dieser Meuchelmorde entspannen sich Hef­tige Siraßeukämpfe in Dublin, bei denen drei Persone» getötet wurden. In einem einzigen Privathaus sind vier Offiziere ermordet worden. Die Stratzenschlachten dauern noch an und erneuern sich immer wieder mit großer Heftigkeit. Mtlitäi--Pau^rantoS fahren durch die Straßen und fahren schonungslos in die Menschen- menge hinein. Im Laufe der Nacht erwartet man fürch­terliche Represiakie«. .___________ , . _

* London. (L. A.) Bei einem Sinnfetnerangriff an, Offiziere in TuBIin wurden 15 Persoue» getötet wnl sechs verwundet. Drei Mörder wurden gefangen ac-

Schweres Siseubahnnnglück in Westpreuße», w Martendurg. tL. A.) «uf vra««swalde ereiguete sich am Mo»t« schweres etfewMtwimeli* »er dem 40