Nr. 270 ^L!^U^ MLL' Freitag, de« 19. November '^VU.LL^r^^' l»3O
X Berichte aus .Qtmfiiumnoucl besagen, daß der Z«- .mmcndrnch der Wraugelsckeu Armee besmrders auf ungeheure Gasaktivnc« zurttckzuiühren sei, die gewal- ig- Verlust,.- unter den Trlrvvcn hervorgerufen hätte». ;ifuf der Krim seieu txitm durch den. Ausdruck der dort '.efangm gehaltenen roten Truppen im Rücken Wran- gels große Schwierigkeiten entstanden. Die Führer der Wrangelschen Truppen baten die dort stationierten alliierten Kriegsschiffe, aus die vorrückendetl roten Trrw- ven w feuern. Das konnte iedock nicht geschehen, da hie Offiziere der Verbündeten von ihren Regierungen seinen Befehl dazu erhalten hatten. Die zahlreichen in Konstantinepel eintreffenden Flüchtlinge bringen die Gefahr einer Hungersnot mit sich.
Die Sapitulatioasbedingnuge» für Wraugel.
Einer Revaler Meldung zufolge übermittelte der Oberbefehlshaber der Bolschewisten an der Südfront in Nikolazewsk an Wranael im Namen des revolutionären Kriegsrats folgende Kapitulationsbedingungen: ..Fortsetzung des Kampfes ist vergeblich Daher, schlage ich die unmittelbare Einstellung der Feiudfellgkeitc« und die Entwaffnung unter Ihrem Befehle stehender Land- und Seestreitträfte vor. Ich garantiere im Namen der Nüteregierung allen denen, die freiwillig die Waffen niederlegen, eine »olle Amnestie für die Teilnahme am Bürgerkriege. Ich erteile auch auf Wunsch die Genehmigung zur Reise ins Ausland unter der Bedingung einer ehrenwörtlichen Versicherung, niemals Räterußland zu bekämpfen."
Die Flucht ans der LriA.
e* In vergangener Woche trafen sieben französische und italienische Scknffc mit ruffischen Flüchtlinge« m Konstantinopel ein. Der französische.General verwe-- gerte den Russen die Landung in Kormantinopel. Eine solche Landung könnte nur zu Kundgebungen gegen die Alliierten Mbren, weil die Flüchtlinge Frankreich femd- lich gesinnt seien. Die Ursache der Feindschaft sei darauf zurüüzusühren. daß Frankreich die versprochene Hilfe nicht nach der Krim entsandt habe. Viele von den Russen wären viel lieber zu deu Bolschewisten gegan- gem General Wrangel hat um einen Waffenstillstand nachgesuckt, damit die Bevölkerung wcggeschaM werden könne. Die Bolschewisten verweigeren ihn aber. Die
Btrafverfolg««» B«ttz«os unk «emm«.
x Zürich. <S. C.) C*efani meldet aus Athen: Der griechische Offiziersbund des Heeres hat eine Vorlage dem Kabinett überreicht, die die Strafversolsnxg derjenigen Politiker vorsteht, die an der Entfernung König Konstantms im Jahre 1916 mitgewirkt haben.
Kurrbgebungen für KSutg Kouftaati»._____ x B«sel. tT. R.) Der -Matin" meldet aus^Athen: Am Diensiag fanden vier große patriotische und roya- listtsche Kundgebunger: statt. Vor dem Schlöffe stauten sich mehr als 30 000 Menschen zusammen, welche die dtattmiallmmne fangen und. Hochrufe auf .König Konstantin und die königliche Familie ausbrachten.
Amwestle in Griechenland.
X Bafel. lT. R.) Die Athener ZetMng „Patric" berichtet: Der vrovisortsche Regent erließ eine Amuestie, durch welche sämtliche auf Veranlassung der Regierung Venizelos ins Gefängnis gebrachten pslittsche« Gefa«- geneL wieder in Freiheit gesetzt wurdem Viele auf diese Weise amnestierten Personen wurden in einem Triumphzuge aus den Gesänauissen herausgeholt.
EnteAte-Flottendemoustrativu.
x Zürich. <S. C.> Der „Tagesanzerger" meldet aus Athen: Enalische und französische Krtegsfchifie kreuzen vm Piräus. Der französische Gesandte hatte am Mittwoch eine längere Besprechung mtt dem Regenten. In Athen sind bet der militärischen Kundgebung der Garnison am Montag abend zwei Tote und eine Anzahl Schwerverletzten zu verzeichnen.
engtimes zuW, gegen zris»».
X Die „Eveuing News" eutbalte« eine Erkliiruug der Regierung, wonach diese eine» umfassenden Plan «r Wiedereroberuug Jrfaubß zur Ausführung bringen will. Die Polizeitruvven, Sie jetzt in großer Zahl angeuwrbeu werden, sollen die vor längerer Zeit verlassene» Polizeibaracken in den kleinere« Orten Irlands miedet besetze». Diese wurde» seiverzett verlasse», als Sie Anarisse der Sinns einer begannen da tn den kleinere» Städten die Zahl der Polizettruppe» zur Verteidigung nicht genügte. Die Strettträfte der Krone muv- öe» damals in den größeren Städten konzentriert, um größere Angrisse dort abschlagen zu können. Dies« Rückzug im letzten Frühjahr ließ große Teile des Landes ohne Polizeistreitkräfte, wodurch dort die Gerichte und Beamten der Tinnfeiner die maßgebenden Behörden wurden. Die Stnufetner herrschten daher in allem diesen Gegenden vollständig unabhängig. Hunderte von den Kasernen wurden am Jahrestage des Aufstande»! von 1916 ganz oder teilweise zerstört. Jetzt läßt die Regierung alle diese Plätze wieder mit starke» Polizei-^ trappe» beleben, um Sie Autorität der Krone miedet herzustellen. Man karm datier erwarten, Saß in den nächsten Wochen inn diese Plätze schwere Kämpfe sttrtt- finden werden, besonders da England schon ganz beträchtliche Trupoerrmassen in Sie kleineren Orte legen« muß, wenn es auf eine einigermaßen erfolgreiche. Durchdringung des Landes rechnen will.
Neue EnSenteLrohUNgsn gegen Oesterreich.
X Wie die „Wiener Arbetterzeirun^ meldet, hat General Zuccari im Namen der interalliierten Kommission dem österreichischen Staatssekretär des Aeutzern Dr. Mauer auf das Treiben der Heimatwehre» aufmerksam gemacht und ihm erklärt, wenn die Heimatwehren nicht abgebaut würden, und das große Landesschießen Licht abgefaKt würde, könnte sich die interalliierte Kommission genötigt festen, die Eet.eib-liefsru«geu eiuznstelle«. Der Staatssekretär soll diesen Protest an die Tiroler Landesreatcruna mit dem Bemerken weiter gegeben haben daß die deutsch-österreichische Staatsregierung wünsche, daß das Schießen unterbleibe.
DsutfchfeiAdl!che Krr dgebungev in Prag.
X Auf dem Ständeplatz-: . Prag fand 'LveP-rs.^^
Moskaus Wühlarbeit in England.
u wo
hin die Flüchtlinge gebracht werden sollen. Das anw- rikant^che Rote Kreuz hat -in Telearanrm gesandt, wonach es die Versorgung der bedürftigen Flüchtking- übernehmen wolle.
Sieg Der 8mfta»iinlfte» in GriecheulM.
Flucht Venizelos
X Nach den letzten Berichten römischer Blätter aus Griechenland hat Beuizelos nach seiner Niederlage sich nicht mit der Demission begnügt, sondern aus Furcht vor Versorgung auf einem Kriegsscheff Grv.cheuis«» verlassen. Er soll sich unter englischem Schutz nach Acanvten begeben haben. Der provisorische Regent Ku- «anrivtis hat den Oppositionsführer und ehemaligen Ministerpräsidenten Rbalallis mit der Kabinettobildnng beauftragt. Im Lande herrscht Ruhe.
Die letzten Wahlergebnisse verzeichnen als gewählt 118 Venezelisten und 250 Anhänger der. Königspartesi Die Niederlage Venizelos ist vollständig. Ventzelos sowie seine Minister, mit Ausnahme von zweien, sind unterlegen. Weder in Mazedonien noch in Alt-Gme- chenland mit Ausnahme des Epirus wurde em Beni- zelist acwäbl!.
Rückkehr König Konstauiius.
handlunge? von Tschechen in Eger und Nordböhmen Klage geführt wurde. Die Menge zog zu den Nedak- ttonen der deutschen Blätter, „Präger Tageblatt" unS „Bohemia", drang in die Gebäude und drohte, das Erscheinen der deutschen Blätter in Prag unmöglich zu machen. Die Menge zog darauf zu dem deutfchen Landestheater und drohte, falls die Mißhandlungen von Tschechen tu Nordböhmen nicht aufhören, die deutsche» Theatervorstellungen in Prag zu verhindern.
x Wegen der a«tide«tfchen Kundaebnuge» in Prag herrscht in de» Praaer deutschen Geschäftskreisen große Aufregung. Man fürchtet ftu. ... —,.. ------- ....
öffnen. Das .Präger Tageblatt" schätzt den in seiner Druckerei angerichteten Schaden auf eine halbe Million Krmien. Das Blatt kann vorläufig nicht erscheinen. In den späten Zlbendstunden am Dienstag war die Ruhe wieder bergestellt. Die Polizei verhielt sich während der Ausschreitungen zumeist paMv.
X. Die bolschewistische Beweg««« i» E«gl««d, am der von Zeit zu Zeit kleine Affären i» die Oeffentlich-- keit gekonnnen sind, ist nach einer Meldung der „Globe* ietzt durch eine einwandfreie Untersuchung blosgestellt. Es sieben bedeutsame Enthüllungen vor der Tür. Le- xin soll an 10000 Ageute« über ganz England verteilt haben, die sich verpflichtet haben, seinen Befehle» zu gehorchen »nd einen schweren Bürgerkrieg «orzuberet- ten. Sie sieben in direkter Verbindung mit Moskau und haben ihre Agitatoren in allen größeren Städten Englands eingesetzt. Tatsächlich wird sich diese Verschwörung durch das Bestehen der kommunistischen Partei erklären, die gerade ebenso viele Mitglieder besitzt wie Lenin Agenten habe» soll.
ISemnHoe MilttürdleNsfifett fa ^^^'-
X Der rranzosnü ?--^.nifterrar hat sich prinzipiell für eine 18mg»atiqe MilitärdieaNzeit mtt einer Ueber- ganqsoeriode ausgesprochen. Der Mintsterpräsibent berichtete dann über die äußere Lage. Der Kriegsminister Lefevre dementierte auf Befragen Ste ht den Wandel- gänge» der Kammer umlaufenden Gerüchte über seine Demission ttlsolge der Meinnnasverschiedeabetten über die Dauer der Militärdienstzeit.
Wieder zu
Der Reichskanzler wieder in Berlin.
x Berlin. (L. A.) Reichskanzler F^hre«b«ch und: RcichSnnnister Dr. Simons find am Donnerstag vor-^ mittag wieder in Berlin ettuietrvffen.
»* In allen Provinzen Griechenlands werden von der monarchischen Oppositionspartei Kündnedvnge« für die Rückkehr des KönigS Konstantin veranstaltet. I» Athen, wo Venizelos an der Spitze der Regterunw-- Kandidaten stand, wurde keine etnatae stimme für Be- ni^ews abgegeben. Alle 22 Kandidaten fielen der Op- position .w. Aeußerungen aus den Kreisen der Mehr- bÄtsvartcien zufolge ist mit der Wiedereinselmna des Königs Konstantin als mit einer vollendet^« Tatsache Alt rechnen. Die Königin Olga wird sofort die Reaent- schast übernehmen. .
X Die englische Presse steh! sastermtmnnmauf dem Standpunkt daß dem Exkönig Konstantin s^ wahrscheinlich die Rückkehr auf den ^ro» durch d^ Grie- chen ermöglicht werden wird. Man ist aber der Anst^ daß der König unter keinen Umständen als Herr- f& nach Griechenland «'Eke^n dürfe. In poM- M^n owKpir her englischen Lmm'tstadt Staubt man
scke^ Kreisen der englischen Hauptstadt glaubt kmrck die ledtugungslose VEtstung der Kckiigs- an den Prinzen Paul die Frage einer beuereu Losung
würde
zuznfübren.
Zusammenstöße tu Athen.
m 3\er Athener Korrespondent des „Tempo" drahtet über die Sttfm^rof^Be vor ^
dem Schlosse: Das Militär mach«« »o« seinen Echust. ,» Waffen Gebrauch. ES gab viele Opfer. Die startet Ve- ' nizelos verlangt Atmullieruna der Wahlen. Die ita- J ltcntskhc Presse weint im libiigcn Benizelos ke^ . > TrSne nach Der „Tempo nennt thu den Helfersyet- ' ^r Frankreichs unK Eualands, der.^tn Reckt hatch, Kö- ? ntg .Konstantin einen Verräter zu nennen. Leider ' werde der Nachfolger wohl dieselbe PoUttk-Leiben ivie - Ventzelos, und das Mißtrauen der Griechen gegen.Ita-
Iten werde nicht verschwinden. C
Ei« Putsch gege» die Regier«»«?
x Die Ausschreitungen in Prag, Sie anfangs als Vergeltungsakte gegen die Exzesse m Eger dargestellt wurden, gaben einen Charakter angenommen, der M der Vermutung führt, daß es sich in Wirklichkeit um einen Putsch gegen Massarik und Benesch handelt, Während zunächst nur ein Vorgehen gegen Deutsche Md Juden vorgeschutzt wurde, mn der Bewegung möglichst viel Zulauf zu sichern. Einmal trafen Berichte ein, die von deutschen AuSschretttmgen in Pllien meldetem Andere Berichte besagten, daß in Reichender« und Teplw antktschechtsche Krawalle begonnen hätterr.
Deu1fchenverfolg««gen in Tschechie«
X Prag. 6.) Am Donnerstag mittag haben auf den Straßen nette Demo«stratione« gegen die Deutsche« eingesetzt. Die deutschen Geschäfte wurden zerstört ««S geplündert. In den ersten NacknnittagSstunden san- berte Militär die Straßen. Die Reichsdeutsche« flüchten aus Prag. Das deutsche Konsulat hat fett Mttt- woch 980 Reisepässe ausgestellt.
Plünderung der deutschen Geschäfte in Brüu«.
x Wien. (S. C.) Die „Retchspoy" meldet aus Brünn: Die Tschechen -«stören seit Mittwoch die deutschen Geschäfte in Brünn. Die sozialistische Arbeiter- fdtnft beteiligt sich an den Zusammenstößen. Die Po- lkzet geht nur langsam gegen die Plünderer vor. In Pilsen versuchte eine Menge von 100 Demonstranten, die deutschen Güterwagen, die ihre Hetmatauffchrtften tragen, zu demolieren.
Die Abstimmung in Oberschiefien.
Deutscher Protest bei« Botschafterrat.
x Die deutsche Regtening hat beim Botschafterrat Einspruch dagegen erhoben, daß in polnischen Blättern unter Berufung auf Mitteilungen des BotschafierratcS bereits sichere Nachrichte« über die Festsetzung des Ab- Mmmnngstermtnö für vberfchlesten enthalten sind, die
Das Echo der Kanzlerrede iu Paris.
x Die Reden, die der Reichskanzler Febrenbach tntfr der Minister des Aeußern Dr. Simons gehalten haben, werden von der Pariser Presse wenig freundlich kom-, mentiert. Dem Reichskanzler wird der Borwurf gemacht, daß er gesagt habe, er könne den Vertrag von; Versailles nicht anerfennen, weil Deutschland nicht ab-, kein die Schuld am Kriege trage. Die Worte, es wärej gesährlich, das deutsche Volk zur Verzwetfluna zu tret-- ben, werden als Drohung betrachtet.
Die BSlr«bnndstagvug.
Die BölkerbundsveriMmlUM nahm die Protestnoiq des monttmegrinischer Ministeroräsidente« wegen den Dergewaltigunq Montenegros durch die Serben ent« gegen. In der Note kommt zum Ausdruck, daß es der rechtmäßigen montenegrinischen Regierung, die seit 191fT in der Nähe von PariS ihren Sitz hat, unmöglich ist, infolge des Terrors der serbischen Behörden nach Srf- tinie, der Hauptstadt des freien und unabhängigen Montenegros, zurückzukehren. Schließlich ersucht die Note der montenegrinischen Regierung, durch Völkerbunds befcklutz dieser Veraewalfiauna ein Ende zu bereitem
Wie die „Tägl. Rnndsck." mitteilt, liegt dem in Gcuf tagenden Bölkerbundsrar auch eine Beschrverdelckrcft der Vereinigung des dentfdien Dolkstums in Pole» vor, ht der durch zahlreiches Material die Grausamkeit ten der polnischen Ausrottunaspolittk gegenüber den Deutschen dargelegt und tnr Abhilfe gebeten wird.
Internier«»« der Ausländer.
x B«lt«. (L. Aö Wie der „L.-A." hört, hm der teichsmintster des Innern den Beschluß gefaßt, alle it-
läge« »utcr^ubrinaeu, um sie später bet paffend« leaenheit aus dem Reiche abzusckieben.
I»t«pe»«tto« über S«pitalverfchiebnn«ex.
x Der Vorsitzende der sozialdemokratfichen Reichs- taassraktto», Herrnmun MMer,» brächte folgende I^ terpellatton un Reichstage ein: Ist es richtia. datz «ambafte Sapitalverfchteb»«ae» «ach dem »«Slaude stattaefunSen haben? Ist es ferner richtig, Satz in B«ü Itn die Aufhebung des Bankhmlses Kruser ftattfand
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sind. Die deutsche Reaienrna ersucht um eine mögltchst baldige Bekarmtgabe des AbsttmnmngStermivck. __
Wie aus PariS gemeldet wird, soll der Botschaft«' rat den AdsttunnungStermin für Oberschleste» auf de» 28. Januar nächsten IavreS festgesetzt habe».
Bücher aefübri hat? Ist eS weiter richtta, baß bterb eine wett ausgedehnte Kapitalfluchr nachgewtefen und daß dabei eine große Anzahl Mitglieder adi
und f Hauses denkt die
icher Häuser, darunter and eru gefaßt worden
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