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kersseloer Tageblatt

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j kwzeigsnpreise: die emfpcitige Petitgefle oder dere» Rannt 15 pfelmis. auswärte V» Pjenwg, im Textteil Mk. .- / semsprecher Amumer I.

Nr. 262 ÄÄ.SKS? Dienstag, den 9. November

ffgMtgnpMs für i : einspaltige Zeile M Pig., auswärts 60 Pfg.

1920

möge ZrsrefllmSASvmA sr? Mchstus«

2 s. $ i 13 u h a.

Ant Remerunastifch: Simons, Koch. Präsident

Loche eröffnet die Sitzung um 10,20 Uhr.

Lupen und AtaimcSi'r

Auf der Tagesordnung steh! eine Interpellation Schiffer (Dem.), die von allen übrigen Parteien, mit Ausnahme der Linksuunbüänaicien. unterstiitzt wird. Darin wird gefragt, welche Stellung die Beichsregie- rung gegen den Beschluß des Völkerbundes einnimmt, Belgien endgültig die Souveränität über die Kreise Lu­pen und Malmedy mufor^ben. Verbunden wird eine Interpellation Korev (T.em.) über die Lage in den be- setzten GeBeLu des Rheinlands Darin wh& Anskuyft erbeten über die Höhe der Besatzungskosten, die Be­handlung der Bevölkerung und über Maßnahmen zur Herbeiführung der Rückkehr der wegen separatisti'cher Bestrebungen Ausaewiesenen.

Abg. Bell tBir.) bem ündet Ine 1. Inlerpettatiou: Ein Schrei der Entrüstung wird mir aus der Kehle ge- preßt: Die BesatzuugstruNveu betrachten das besetzte Gebiet als Aufmarschgelände. Die Büraermetster wer­den fast ausgeschaltet. Sie Reichs:egierung muß alles tun, um Deutschland zu seinem Rechte zu verhelfen. Der Geldüberfluß in den von den Amerikanern besetz­ten Gebieten ruft eine große sittliche Verwilderung her­vor. Noch heute besteht die Kulturschande der Besat­zung durch schwarze Truppen. Wir appellieren an das Weltgewisseu. Der Spruch des Völkerbundes, der Eu- pen und Malmedu den Belgiern zumeist. ist abzulehnen, denn nach dem Friedensvertrah ist die Bollversnnm- lung des Völkerbundes zuständig. An sie appellieren wir und verlangen Nachprüfung. WiZk-sind ehrlich be­strebt, mit der belgischen Bevölkerung wieder in /tu freundschaftliches Verhältnis zu kommen. Wir verfan­gen, daß auch die Schuld der Entente nachgeprult wird. Reichsminister Dr. Simons: Die schwere Not der Bevölkerung der Kreise Eupen und Malmedy hat im ganzen deutschen Volk wärmstes Mitgefühl erweckt. Die Reichsregierung hat dem Völkerbund ein Weitzbuch mu reichem urkundlichem Material über das Verhalten der belgischen Behörden gegenüber der deutschen Bevölke­rung zugestellt. Sie hat beantragt, diese Volksbesra- guna für ungültig zu erklären und eine freie und nu- bceinslunte Volksabstimmung vorzunehmen. Kn oem Beschluß des Völkerbundsrates über die endgültige Festsetzung der Souveränität der beiden Kreise fehlt eine Bezugnahme auf unser Weißbuch so gut wie ganz. Auf unsere zahlreichen Beschwerden haben wir niemals ^n^ ^nnü:np< °-m.omi bekommen: ~Wr n,.Mlts!.chl, ob unser Material überhaupt geprüft wurde. tHört! Hört!) Unsere Versuche, darüber Auskunft zu erhalten, sind gescheitert. Der Völkerbund meint, daß keine Stimmnno für Deutschland in Eupen und Malmedy begclst, tueil sich von 02 00C Seelen nur 271 Einwohner eingeschrieben haben. Diese Bahlen beweisen gerade, daß die Abstimmung nicht in der richtigen Form vorge- nommen sein worden kaun Besonders aus rechtlichen Gründen kann nach der Ueberzeugund der deutimen Regierung der Beschluß des VölkerbuudSra eZ nicht auirechterbalten werden, denn der Rat ist für Eupen und Malmedu nach dem Wortlaut des Friedensverna- ges überhaupt nicht zuständig. Die ©tttfcbe'buna taun nur durch die Völlerbundversammlung getroffen wer­den. Die Reübsregierung wird keine Gelegenheit ver­säumen, der Welt vor Äugen zu führen,, welches Un­recht sich in Eupen und Malmcdn abgespielt hat. Wir hosten, daß der Völkerbund endlich eine eingehende Prüfung des vorgelegten Materials vmaummt und von seiner Grundlage der Gerechtigkeit nicht abweichr. Die Regierung hofft aber auch, daß zu irgend einer Best ein­mal wieder Beziehungen mit Belgien ausgenommen werden, die es der belgischen Regierung und der bel­gischen Bevölkerung nahe legen, nicht über das veral­tete Recht der deutschen Bevölkerung in Eupen und Malmedy lnnwegzngehen. (Lebhafter Beifall.)

Abg. Korell (Dem.): In dieser Frage sind wir alle einig. Den Beamten, die im Saarland ausgehalten ha­ben, sprechen wir unseren Dank aus. Wir Rheinlän­der sind ein reindeutscher Stamm Wir lehnen die Ein­griffe der Franzosen in unsere politischen Berhaltntnc ab. Redner gibt ein Bild der Bedrückungen, die die rheinische Bevölkerung zu erleiden hat. Das Verhalten zahlreicher 'Mitglieder der weiblichen Bevölkerung gibt leider zu großer Entrüstung und Scham Anlan, Meist handelt es sich aber um deutsche Dünen, nicht um deutsche Krauen. Im Rheinland Erstellt man den Par- teihader, der in Deutschland herrscht, nicht. Das Rhein- land hält treu zum Reiche.

Reichsminister des Innern Koch: Ich freue mich, daß im Rheinland die Einheitsfront der Parteien auf­recht erhalten wurde. Die Kosten der Bcsatzungstrup- ven sind unerhört.' Bisher sind 6,2 Milliarden Schaden anaemeldel. Nach Angabe von Loucheur kostet die Be­satzung jährlich 27 Milliarden. Diese Lasten sind für das verarmte Deutschland unerträglich. Die Heere sind noch von Rache und Mißacht nng gegen die Deutschen v erfüllt daraus erklären sich die zahlreichen Ansschcet- tungen. Wegen der Ausschreitungen ist Protest erlio- ' ben worden. .Der Rhein ist noch immer unser deutscher ^^Abg. Kohlmann (Soz.): Das, Siecht Deutschlands , an Eupen und Mamedy ist sonnenklar. Durch die ho­hen BesatzungSkosten im Rheinland wird es Dcutsch'- land unmöglich gemacht, seine Wtedergutmachungöver- : iSMSWj* >,,'«.»-«,° ^ -Wchtiakett wird durch die Abstimmung in Eupen und

Malmesy ams brnmine verlegn stur unsere -rnwlder- leglichen Anklagen vermag man uns von drüben lerne Antwort zu geben. Der Völkerbundsrat bat kein Ur- teil des Rechts, sondern ein Urteil der Mach: gefällt. Seine Entsö-eidimg w-rd das RechtsempftMen des deutschen Volkes unter keinen Umständen als rechtsver- bindlich anerkennen. (Beifall rechts.)

Abg. Dr. Molbenhauer (D. Vvt.i: Unsicherheit und Unfreiheit ist das Los der rheinischen Bevölkerung. Weit über soi Leute sind bereits durch Anwerbung für die Fremdenlegion aus dem Rheinland verschleppt worden. (Hört! Hört!) Frankreichs politisches Ziel ist die Eroberung des Rheins. Es sucht es durch Ein­schüchterung und List zu erreichen, bisher sind seine Versuche aber an der Standhaftigkect der rheinischen Bevölkerung gescheitert. (Beifall rechts.) Den Völ- kerbundsratsbeschluß über Eupen und Malmedy werden wir niemals anerkennen. Frankreichs Rheinvolitik ist nur die Ruhrpolitik: dazu wird das Rheinland als Aufmarschgelände gebraucht. Die Lasten, die das Rheinland zu trügen bat, müssen Mir» Vereinfachung des Instanzenzuges und durch Ersatz der Schäden er­leichtert werden Wir dürfen den Iranzosen nicht durch Sclbstcndigleitsbcßrebungen im Rahmen des Reiches Anlaß für ihre Abtrennungspolitik geben. (Lebhafter Beifall rechts.)

Abg. Breitfckcid (R. U.): Unsere .Kundgebungen hätten an Muckst gewonnen, wenn sie kürzer gewesen Mi''k Irics-Köln M S.i: Wir lebnen die Gewalt- mstznalmieii in Lupen und Malmedy ab, wenn wir auch die Intervellation nickst unterzeichnet haben.

Abg. Kchrmaun cBanr. Bbd.B Die besetzten Ge- Bteie wollen und müssen unter allen Umständen beim Reiche bleiben. Wir Kyerraüften verlangen den Aus­bau des Artikels 118 der Wetmartscheu Verfassung.

Damit schließt die Aussprache.

K artoffelWerpeKatto«.

Es folgt eine.Interpellation der Deuischnaiionalen, die darüber Klage flirrt daß von den auf Lieferuugs- «criräga absBEwNeueu .Kartoffeln noch große Mengen uccabgcnommen sind. Weiter fehlt es an Eisenbahn­wagen.

Abg. Schimmelpstzuq td -n.): Wir haben volles Verständnis "in tue Not d \ Bevölkerung, aber diese Not darf nicht poi lisch auL^enutzl werden. Als Land­wirt fordere ich meine 93 fSfDUec.cn auf. das Men­schenmögliche zu tun, um die Bevölkerung zu versor- aen. Eine .<d.üu ümiaue der Kartofseknot ist der früh­zeitige Frost. Die Produktion ist bereits erhöht wor- ^:--.e:iMIÜ^ f«-ö--a - M-^fvru .nu w^ö durch den frühen Eintritt des Fros-.S entimnden.

Estnähruttgsmintstcr Hermes gibt einen eingehen­den Ueberblick über die Kariös elversargung des ver- mugenen Karree und rechtfertigt die Llufbebung der -lwarlgswirtschaft. Die Reichsregierung wird energisch gegen Wucherer und Schieber einschreiten.

Donnerstag, den 18. November, 3 Uür sozmldemo- kratische Interpellation über die Sozialifierung. Kitten pellatton der Deutschen Bolkspartei über die Not des deutschen Mittels andes. deutsch-nativnMe Kartoffel-Iu- ert ellation und kleine Vorlagen. Schluß nach 6 Uhr.

Der KelttlMMrSeitersireik in Betti.

M. Bei dem Elektrizitätsarbeiterstreik in Groß-Berlin wurde die Einsetzung der Technischen Nothilfe zunächst für die Elektrizitätswerke Moabit, RummelSburg und Dbermree angeordnet. Die Situation hatte sich am Sonriabcnd abend für die Bevölkerung Grotz-Berlins mit zunehmender Dunkelheit sehr bedrohlich gestaltet. Vvn allcn Seiten waren dringende Silsermc an die Lei­tung der Technischen Nothilfe gerichtet worden. U a. teilte ein Krankenhaus mit, daß es durch das Versagen der elektrischen Siromzufuhr außer Stand gesetzt sei, nie Heizanlagen in Gang zu bringen und daß tue Kranken nach ihren Wolmungen entlassen werden müßten. Das Krankenhaus lehnte sede Verantwortung für Schaden der Insassen des Krankenhauses ab.

Eine große Gefahr bedroht die in der Nähe der Bau- arttbc der Nord-Süd-Bahn gelegenen Wohnhäuser. Durch die Ausschaltung der Siromzufuhr wurden die Pumpwerke dieser Gruben stillgelegt, wodurch die Gru­ben sich mit Wasser füllten und eine große Gefahr für die umliegenden Häuser bedeuten.

Die Vcrlecmna der Einsetzung der Techmschen Not­hilfe in die Abendstunden infolge Hinauswacrung der Verhandlungen hat für die technische Ausuillrung der Inbetriebnahme der Werke außerordentliche Sckuvierig- retien mit sich gebracht. Die Kessel waren zum Teil be­reits erkaltet. Die Werke lagen ganz im Dunkeln und waren nur schwer wieder in Gang zu bringen. Die Verhandlungen des Tarifeinigungsamtes haben am Sonnabend Nachmittag um 6 Uhr begonnen.

In den städtischen Verwaltungen fanden am Sonn­abend geheime Abstimmungen der Hilfö^äfte und An­gestellten über den Schiedsspruch ,ü,tt. Die Hilfskräfte lehnten den Schiedsspruch mit großer Mehrheit ab.

Weiter wird uns gemeldet:

* Die Verhandlungen im ElektrizitatSarbeiterstreik ant Sonngbend haben nur dahin geführt daß die Arbei­ter sich bereit erklärten, die Notstandsarbette« zu ver­richten.

** Die Angestellten der Straßenbahnhöfe Neukölln tntd AckerMaße haben sich bei der Abstimmung über ihr weiteres Verhalten mit großer Mehrheit für den Sym­pathiestreik erklärt.

Wiederaufnahme der RotstandSarbeite«.

»* Die Streiklage in Großberlin hat sich im Laufe des Sonntags nur insofern verändert. aW entsprechend

den Beschlüssen der Sonnabenö-Nachversammlung Ben Arbeiter mit den Direktionen der Elekirizitätswerke Not-tandsarbeitev auSgeführt werden. Die Kranken­häuser, einige öffentliche Gebäude und ein Teil der Straßen und Plätze im Innern der Stadt haben wieder elektrisches Licht. Die elektrisch betriebenen Pumpen der Nord-Süd-Bahn sind auch wieder in Tätigkeit ge­setzt worden, und die Gefahr einer Nnterspülung der Häuser durch das eindringende Grundwasser ist besei­tigt. Die Teckulische Nothilfe ist infolgedessen wieder nbgerückt. Neue Verhandlungen mit den Arbeitern ha­ben bis zur Stunde nicht stattgefunden.

Wie weiter milgeteilt wird, wird das Reichsarbeits- ntinifierinm ant Montag erneut versuchen, die Parteien zusauunenzubrmgeit. ES besteht aber die Gefahr, daß die Gas- und Wasserkrdeiter sich dem Streik der Elek- ttizrtätsarbeiter aufchließeu werden. Das Gesamter­gebnis der am Sonnabend und Sonntag vorgenomme-- nen Urabstimmungen in den verschiedenen Werken liegt noch nicht vor. Aus verschiedenen Gasanstalten wird aber gemeldet, daß 80 v. H. der Stimmberechtigten den Schiedsfprirch des städtischen Etnigungsamtes abgelehnt haben. Von kommunistischer Seite wird versucht, die Leute zu bewegen, sofort nach der endgültigen Icstktel- luna des Abstimmungsergebnisses die Betriebe zu ver­lassen. Dazu kommt noch, daß auch die Straßeubahurr sich dem Streik anschlietzen werden. Es wäre auch ver- ivunderlich gewesen, wenn die Straßenbahner nicht streiken würden. Die Keiner und Schaffner haben in der Urabstimmung beschlossen, sich am Streik zu betei­ligen. Das ändert aber an den gegenwärtigen Zustän­den nichts, denn ohne Strom kann die Straßenbahn doch nicht fahren. Die Straßenbahner sind aber auch städ­tische Angestellte. Da ihnen der Schiedsspruch nicht zu- sagt, "schließen sie sich eben dem Streik an.

Diese Bestrebungen werden noch unterstiitzt durch das ganz «geuartiae Verhalte« der Stadtverwaltupg. Das Nachrichtenamt der Stadt Berlin hatte am Sonn- :aa bekannt gegeben, daß sowohl der neue Magistrat als auch die Stadtverordnetenversammlung vorläufig nicht zusammentreten werden und daß infolge der feh­lenden Beleuchtung und des Stillstandes der Straßen­bahn auch die sgcramnaen und die Beschlußfassung über den Schiedsspruch für die städtischen Arbetter und An­gestellten nicht stattsinden könnten. In den Kreisen der städtischen Arbeiter wird diese Veröffentlichung dahin ausgelegt, daß die Stadtverwaltung neue Verhandlun­gen überhaupt nicht führen will.

Ultimatum der städtifchen Angestellte« an den «MÜL^HH Mj^ftHfjlxeiMT^ I Ilhr-«

-Hilf? äste» bab^n Montag vormittag über den TchicdSfxruch abgefHntint Die Urabstimmung hatte sol­lendes Resultat: 16 561 Stimmen für Ablehnung des Schiedsspruches, 347 für Annahme desselben. 75 Stimmen waren zersplittert. Dem Magistrat wurde nachmittags 2 Uhr dieser Beschluß überreicht mit dem Ersuchen, sich bis Dienstag vormittag 10 Uhr zu äußern, ob er in neue Be> Handlungen eintreten will. Sollte das nicht der Kalt sein, dann wird in den Betrie­ben sofort über den Streik abgestimmt werden.

Die Gaswerke arbeiten noch.

>* Die Berliner Gaswerke arbeiten sämtlich. Ins­besondere sind die Werke in der Gitschine-- und Danzt- aer Straße ununterbrochen in Betrieb. Die Gaswerke in ^Tchmargendorf und Tegel waren kurze Bett unter­brochen. arbeiten jetzt aber wieder. Im Gaswerk Eharlottenburg werden nur die Notstandsarberten ver­richtet. Die endgültige Entscheidrmg über den Streik) steht noch aus. Im Gaswerk Neu-Spandau ist die Ar-< betterschaft roKftäriMa anaetreten. Das Werk kamr aber wegen Strommanaels nicht arbeiten. In dem- Gaswerk von Westend ist die Slbstimmnng gegen den Streik ausgefallen. 'Auch die Gaswerke üRitaaeKee und LichtenLera arbeiten in vollem Umfange. Das Eraeb- nis der Abstimmung stehf hier noch aus. Das Wasser­werk Wuhlheide ist noch immer wegen Strommangels unterbrvch.'n. In den Elektrizitätswerken wird nach verbanhelt, sodaß bis Sonntag mittag noch kein Absttzn- munascrgcbnis erzielt war.

Politischer GWafter des Streiks.

>» Der Borfilccnde des Deutschen Eisenbabuerver- Landes wanit öffentlich, auch in den Eisenbahnbetrieb Ben den Streik zu proklamieren. In der Beilviig Rote Iahue" wird der SLeik der Elektrizitätsarbeiter als politischer Machtkamvs bezeichnet und als solcher gefeiert. DerVorwärts" gibt der Berunlwug Aus­druck daß für einen Teil der konnnunistisch gesinnten Arbeiterschaft der Streik weniger ein Protest gegen den Schiedsspruch als eins passende Einleitung der Rcoo- lutimrSfeier sei.

Keine Morgenzeituugcn in Berlin.

** Am Montag morgen sind in Berlin mit Aus­nahme desLokalanzeigers" keine Zeitungen erschienen. Die Ruhe ist bisher nirgends gestört worden. Shrr irr der Nähe des Schlesischen Bahnhofs kam es za etttigent Zusammenstößen.

** Die Berliner Straßenbahnen liegen noch still. Die Straßen und nachts tn völliges Dunkel aeMllt. zum Teil nur notdürftig Meuduet. In den Häusern bilde»! Kerzen tttiB alte Lampen ehren erbärmlichen Ersatz für das fehlende Licht. Auch am Sonntaa ist ein Teil Bet Bettungen ausgeblieben, tmntnter wiederum dieIret- beit". DerVorwärts" teilt mit, daß er mtr mit ben größten Schwierigkeiten erscheinen kann. Auch ver­schiedene ariöcre bürgerlichen Blätter machen diese Ptitteilung. Möglicherweise wirb ein tett der Man lag-Abendblätter nicht erschBneu können. Die «nzet-