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Nr. SS« ^L^L^L^M Dienstag, den S. November ^^LL^H^ 1930
3utiWetmna öes Loswerkeyrsvertzois.
** Die Gefahr einer Stittsauug des deutsche« Luftverkehrs ist abaewe«de<. Nack Ankflärnkg nerkchiebener Mißverständnisse hat die interalliierte Luftschiffztzrts- Kontrottkommission das über verschiedene große deutsche Luftverkehrs-Firmen verhängte Verbot der Ansführnug weiterer Flüge in Deutschland zurückgezogen. Sie hat sich ferner bereit erklärt, die in Wien und Königsberg beschlagnahmten dentschen Mngzenge frei'.«geben.
Das Flugverbot der Entente, durch das den Rump- lerwerken und der Luftreederei in Berlin untersagt wurde, überhaupt Flüge auszufübren, war ein ebenso ungeheuerlicher Gewaltakt wie die Forderung nach Vernichtung und Auslieferung der Dieselmotoren. In beiden Fällen hat die Entente nackaeaebeu oder vielmehr nachgeben müssen weil das Sckanddokument von Versailles trotz seiner vielen Fußangeln dock keine auch nur dem Schein nach gerechtfertigte Handhabe bot, den: deutschen Wirtschaftsleben noch diese Fcsielu anzulegen.
Dentsche Denkschrift über die Dieselmotoren.
** Der Botschafterkonferenz wvrde am 30. Oktober als Anlage zn der Note betreffend die Zerstörung der Dieselmotoren eine eingehende Denkschrift überreicht, die den Standpunkt der dentschen Regierung i« dieser für nnser Wirtschaftsleben lebenswichtigsten Frage nach allen Seiten hin beleuchtet.
Hcrahsrßnug der Viebkorbernng auf 409 000 Milchkühe.
Auck in der Frage der Ablieferung von 800 000 Milchkühen soll bei der Entente die Geneigtheit bestehen, diese Forderung um die Hälfte zu reduzieren. Aber auck selbst dann noch ist diese Forderung so ungeheuerlich und von so großer Bedeutung für die Ernährung des deutschen Volkes, daß ihr von deutscher Seite auf keinen Fall auaeitimmt werden kann. Die Meldung des „Matin" vom Sonnckoeud wird durch folgende Meldung bestätigt:
Keine Zerstörnng der Flngplätze?
t-r Die große englische Flugzengsabrik Handlen Pagn hat ihrem Berliner Bertreter mitgeteilt, daß die iuter- klliierte Kommission auf ihre Forderung, daß die Lcut- schen ^luaülätnv zerstört werden, verzichtet hat. Eine
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Stelle nickt eingegangen. " E, hinwies, ersoff per eyennmae Bvrnvenüe üc^^
Die skmzöM-enMche VerMmirnz.
** Der Pariser Vertreter des „Secolo", der zu den Stammgästen des Quai d'Orsau gehört, schildert den höchst fatale» Eindruck des englischen Zugeständnisses. Uebrigens nehme man in Paris an. England habe sich für die beständige Vertagung der Genfer Konferenz rächen wollen, und es ständen wohl noch weitere Ueber- raschungen hinsichtlich der Wiedergutmachung sowie Deutschlands Ausnahme in den Völkerbund bevor. Der „Avanti" lobt Englands weisen Entschluß, der Erpresser-politik gegen D-ntschlaud ein Gute zn machen.
Scharfe Note Fraukreichs an England.
x. Englischen Meldungen zufolge soll das englische auswärtige Amt von Frankreich eine Note erhalten haben, die einen zientlich dreisten Ton anfwcift. Darin wird gesagt, daß keiner der Alliierten den b 18 des Friedensvertrages auf eigene Faust auslegen dürfe. Der Bersailler Vertrag, der die Unterschritt aller alliierten Mächte trage, könne nur duck- ein vollkommenes Einverständnis mit Frankreich abgcandey werden. Die Note bringt zum Ausdriick, daß »»raukreich sich als der tonangebende Sieger ansehe.
Verlängerung des SNaa-Mbkommens.
^ Im Laufe des November sollen Verhandlungen wegen Verlängerung des am 31. Dezember ablausen- ben Kohlenabkommens von Spaa beginnen. Die deutsche R-aierung wird versuchen. Erlerchterungen hinsichtlich der Höhe der Lieferungen und der Kolttenbe- schaffenheit zu erreickeu. Sie begruudei ihre Haltung eingehend mit der Not der deutschen Industrie und des Verkehrswesens. Jede Mehrlieferung bedentet. tür Deutschland eine Minderverfügung für das eigene Land, das bereits setzt schon am Ende seiner Kraft an- gelangt sei.
Zwanasenteignnno teutscher Rhemschiffe.
Die Straßburaer Blätter berichten aus. Autwerpen, daß ^ der aus 110 Schiffen Kttammenge,etzte, unter Zwangsverwaltung „Rheinische Lloyd und die Ärö= Gesellschaft" einer Gesellubatt von belgischen Schiffs- reebern zugesprocken wurden. _. .
*ÄÄ»ffÄ» SSeSS
ernsthaft besprochen. Die maßgcbendeii Blatter schiet-
mütigung und Schädigung sei, die
und die letzten Endes aur die Besetzung des Ruhrgebiets Hittauslaufe. ,
^ In ,Ä^ <Äi ^LÄffwfhS , und Frankfurt, sich über die ^iründe der ^emdsthalt zu unterrichten. Er fei zu dem Ergebnis K^omm^n, daß bei Frauzofenbaß von der französischen Politik und der ftcni^öfifdieti ®reffe fett deut SÖttff^ffn^^^^^ itnitiitcr- bröchen künstlich gezüchtet worden sei. Die nnausyesMe Drohung mit der Besetzung des Richrgebietee; &^ Dc- müttannaelt durch den tormtUtschen Imperialismus und
die brutale Verweigerung der Bereinigung Oesterreichs mit Deutschland seien die Ursachen der Erbitterung.
Die Rnsplündcrnna Deutschlands.
»-> Beri-n. <S. (5.) Mitglieder der Ententc-Kou- tronfemmiffiau sind a«! Montag mittag nach den deutscher: 0äfcß abaercisi, um die als Sühne für Seapa Flom^; ssrr Dentschland nachträglich zu liefernden 83 006 Tonnen Schiffsraum auf den Werften zu beschlagnahmen.
Keine Berminderung der Besatzungstruppe».
** Genf. tS. Ett Der „Matin" meldet: Die Regierung wird am Mittwoch die Erklärungen für die Kammer über die auswärtige Lage und die Beziehungen mit Deutschland feststellen. Die Ablehnung des deutschen Ersuchens um Reduzierung der Besatzungsarmee in Deutschland ist am Sonnabend dem dentschen Botschafter angezeigt worden.
Immer weitere Schadcnscrsaüanfprnche.
** Genf? tS. E.i Der Matiu„ meldet aus Straß- burg: Bon mehr als -2000 Bürgern Straßburgs sind nachträglich Sckadeuscrsatzausprucke gegen die deutsche - Militärverwaltung in Höhe von 270 Millionen Franken eingegangen. Mit ihrer Geltendmachung gegen Dentsch- land ist die WiedergutmachungSkommIssion beauftragt worden.
MG^berteb deMscheL Gmerkschksren.
*♦ Im Tiergarten in Eharlotteuburg wurde am Sonntag die erste Reichstagung des Nativualvervaudcs deutscher Gewerkschaften, der rund 150 000 Mitglieder zählt, eröffnet. Als Gäste waren Reichsjustizminister Dr. Heinze, Geheimrat Riesfer, Geheimrat Kahl, Geheimrat Graf HoenSbroech von der Deutschen Bereinigung, sowie zahlreiche Reichs- und ^ana aasavaeord- nete der Deutsch-nationalen und der Deutschen BollL- partei und Bertreter verschiedener Behörde.: und Kor- vorationen erschienen. Großen Unwillen erregte die Mitteilung, das; das ReicksarbeitsminitterulM wegen Arbeitsüberlastung keinen Bertreter entsandt hatte.
Nach einer Begrüßungsansprache des Vorsitzenden Neicüstagsabgeordueten Geißler, in der er aus die Bedeutung dieser ersten Tagung als einer Tagung, in der
ein Stück der sog. Errungenschaften der Revolution zu Grabe getragen und der Kampf gegen den Bolschewts-
reiherr von gcr§«cr, das
scheu ^riedensöele^ation,
Wort zu seinem Bor-trage über den Friedensvertrag von Versailles. Nach längeren Ausführungen schloß er: Der Bersailler Vertrag trüae den inneren Grnnd aller Pntfchc, Unruhen nnd wirtschaftlichen Kämpfe in sich, und er sei es. der den Bolschewismus bei uns grotz- züchtet Die Vernichinng dieses Vertrages müsse das erste Kiel «nscrer gesamten innere» und äußeren Politik sein. Die Versamnrlvng nahm darauf eine Entschließung gegen den Verfailler Friedensvertrag ein- stinimig an.
Sodann sprach der Vorsitzende des Natioualverban- des, Reichstagsabgeordneter Geißler, über das Theum „Die de«tsche Gewerkschaftsbewegung auf falschem Wege". Er führte aus: Durch Verringerung des deutschen Volksverrnögens sei es unmöglick, beule dieselbe Lebenshaltung zu führen, wie vor dem Kriege. Mgn habe den Ach'-Stundentag allgemein eingeführt und dadurch die Ergiebigkeit der Arbeit beschränkt. Man habe die Zugehörigkeit zur Partei zum Maßstab der Brauchbarkeit für verantwortliche Staatsmänner gemacht und den Klassenkampf großgezogen. Der falsche Grundgedanke der Revolution, die Menschen in ihrem Können gleichmäßig einzustellen. Habe sich bitter gerächt. Aus der Erkenntnis alles Falschen heraus, was die Rcrwlution bisher gebracht hat, hat die nationale Gewerkschaftsbewegung «enes Leben bekommen, und diese stellt heute folgende Grundsätze auf:
Der Nationglverbgnd deutscher Gewerkichaften Halt grnndsählich die Eigenwirtschaft für die dem allgemeinen Kulturfortsckritt wie dem Wohl der Arbeiter und Anaesteliteu am besten dienende Wirtsckaftform und ist beständig bemüht, sie zu größter Ergiebigkeit für das Gemeinwohl zn entwickeln sowie sie zu möglichster Boll- komnienbeit im Sinne der christlichen Sitte aller zu ver- edelu. Die anaefchtoücneu Verbände sind von der Erkenntnis dnrchdrnngen, daß das Wohlergehen der t>e»trcken Arbeite! ynd^ Angestellten von der volitückeu Machtstekttttg und UnaSbäugigkeit des dentschen Reiches abhängig ist und daß es deshalb eine nationale Gemeinschaft erfordert. Die dem Nationalverband deutscher Gewerkschaften angeschlossenen Verbände sind ferner der Ueberzeugung, daß die für die Arbeitnehmer- und Arbestaeberverbände gleich wichtigen nationalen und gemeinschaftlichen Interessen schwerwiegender sind als Meinungsverschiedenheiten über die! Verteilung der Arbeitserträge, und dnß eine, möglichst friete liehe Zusammenarbeit aller Erwerbsitande »nter A«- tcilnahvre der Arbeiter und Augestellten am Besitz unr am Gewinn der Unternehmungen das Wohlergehen der ?lrbeituchmerschast besser fördert als der größte Kampf. Die dem Nationalverbaude deutscher Gewerkschaften angeschloiserren Verbände erstreben deshalb die Dertre- tuua der wirtschaftlichen, aeiftiaen und sozralen In er- essen ihrer Mitglieder möglichst auf dem Wege friedlicher Verständigung: erforderlickenfMs bedienen sie sich aber anderer gesetzlicher Mittel. Der Natwnalvcr- band deutscher Gewerkschaften ist parteipolitisch und konfessionell neutral.
Der Schiedsspruch im Ruhr-Kohlenbergbau.
** Vom Reichsarbeitsministerium wtrd mitgetAt: Der Zechenverband hat den Schiedsspruch t,ber die Regelung der Löhne im Rubr-Kobleuberaban vom 19. Ok-
toter' abgelebn? Der Nietmsarveitsminister erklärte hierauf dcu Schiedsspruch nach der Tcmohitimmni-n^: »erordnung vom 12. Februar 1920 für verbind! cz, be- tonle aber zugleich, daß damit bem Bergbau äußere:- deittlicke Lasten aufgelegt werden, deren Traanua nur möglich fein wird. roenn alle am Produktionsprozeß Beteiligten mit voller Kraft und unter Ausnunuug aller Möglichkeiten an der Verringerung der Produktionskosten Mitwirken.
Der Mische Aeberfall auf Manen.
Die Polen haben ihre Angriffe gegen Litene» auf der ganzen Front erneuert und haben die litanische Linie zwischen Maljaty und Olian» durchbrochen. Auf sitantschei: Seite erwartet man, daß sie einen weiteren Bor stoß versuchen werden, um ten linke» Flügel des litauischen Heeres zu umzingeln. Der Hauptaugrisf wird in Richtung auf Kowna err> artet. Die litauische Rcgiernug beginnt bereits die Rünm»»g Kownos.
Die SttSischalralsswZe in ©toSkedin.
Keine Bestätign»g Dr. Löwensteius.
►♦ Die Bestäiiauna des der Partei der Unabhäuqigen angehörender: Dr. Löweustein als Stadtsckulrat von Großberlin ist, nachbem sich sowohl das Provinziat- Schnlkolleginm als auch der Minister für Wissenschaft, Kunst Jiub Bolksbildnna gegen feine Befäbignug für das Amt eines Obcrstsdttchnlrats anSgcsprrutzen lmt, rricht mehr zu erwarte». Mgn hofft, daß an seiner Steil- Direkter ^oldbach vom Friedrich Werdcrschcn Gum«a- ü«m gewählt wird, für den die Mchrhcitssozialdemo- kratea und die bürgerlichen Parteien eintreten werden.
Werterer Milliarden-Defizit im Reiche.
^Berlin. (S. G.) Der Reichsetat für den Mo»at Oktober schließt nach vsrlänsiaen Schätzungen im Reichs- sinanzministerinm mit einem Fehlbetrag von 3% «vd J?2 Milliarden Mark ab. Der Rückgang der Eivuahme» der Verkehrs»«stalten des Reiches wird als katastrophal bezeichnet.
Der Kampf um den Steuerabzug.
>♦ Berti». (S. G.) Eine Reihe Berliner Großfirmerr. die bisher die Zahlung des Steuerabzuges auf eigene °Lr.ch-x--^_L^x«"^stt^bitttt^/M^ei' dftl^» Z"Okstandet uis für den 1. November gekündigt In einer Ber-amn: lung der Großberliner Betriebsräte wurden Verhandlungen mit den Gewerkschaften beschlossen, um Gegenmaßnahmen der Arbettersckaft vorzubereiten.
Rückkehr des Kronprinzen nach Deutschland?
** Das „Haudelsblad" in Rotterdam beschäftigt sich in einem Leitartikel mit der Frage, warum der deuticke Kronprinz nicht nach Dentfckland zurückkehre und den Aufenthalt auf bei kleinen Zuider-Insel abbreche, der während deß Winters gerade nicht empfehlenswert sei. Als Internierte seien weder der Kaiser noch der Kronprinz zu betrachten. Da der Krieg zu Ende sei, habe ihre angebliche Gefangenschaft aufgehört. Sie hätten beide volle Freiheit, dorthin zu gehen, wohin sie wollten. So werde, wenn der Kronprinz erklärte, er wolle nach Deutschland znrückkehreu die holländische Regierung ihqr nichts in den Weg legen. Bei dem Kaiser sei es eine andere Sache, da dieser nach national-politischer Auffassung eine besondere Rolle spiele, die es nicht ratsam erscheinen lasse, daß er schon jetzt nach Deutschland zu- rückkehre. Das „Haudelsblad" und andere Blätter kommen zu dem Entschluß, daß es nur beim Kronprinzen liege, sein Los zn beenden, und daß er dazu berechtigt sei und Wünsche äußern könne. Allem Anschein nach ist diese Meldung dazu bestimmt, die Meinung in Deutschland und der Entente zu prüfen, ob einer baldigen Rückkehr .des Kronprinzen nach Deutschland, die er plant, nichts im Wege stehe.
Snmvathie-Kuadgebungcn für Moskau
** Berlin. (S. G.) Bergarbeiter-Delegierten-Ber- kammlungen am Sonntag im Rubrrevier haben Entschließungen aiiaeitoiymen. die die Solidarität der deutschen Albeilerschast mit beut russischen Proletariat ans- smacken.
Die Entente argen die Anerkcunung Sowiet-Nublauds.
>♦ Genf. (S. G.) Havas meldet: Der Alliiertcu-Rat wird gegen die Aussührungen des deutschen Slußen- minifterS Simons im Reichstage Stellung nehmen. Deutschland erkenne ausdrücklich die Sowjet-Negierung an. M't dieser Grflärinta setzte sich Deutschland in Widerspruch mit der Stellungnahme aller europäischen Kulturnationen, von betten noch keine einzige Sowjet- Rußland anerkannt habe.
Abbott der russischen Front.
i* Rotterdam. (S. G.) Nach einer Meldung der Londoner ..Datlu Mail" von der polntsch-rnsiisckcn Front ist die Zurücknahnle großer russischer Formationen von der Front und ihr Abtransport in das innere Ruuland sestzustellen. An bei Front bei Rinsk sind, wie Flieger einwandsret ermittelt haben, mehrere Regimenter nach Rußland verladen worden.
Deutsch-irische Kundgebung in Berlin.
w Berlin. tL. 30 Die deutsch-irische Gesellschaft ver- anstaltete am Sonntag für den verstorbenen Bürgermeister von Cork im Meistersaale eine Kundgebung.
Ein finnischer Dampfer vo« teu Engländern angeholte».
«-E Danzig. (V. A) Am Montag vormittag ist tot Danztger Hafer der finnische Dampfer „Ariadne", von Stockholm nach Helsingforö unterwegs, eingelaufen. Er hatte 70 Personen an Bord. Der Dampfer ist. rote w«