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Thronrede, in der er der Dankbarleit des ganzen des über die Wicderrcrciniaung ^'iue-druck gab und . .i^ob, wie dankbar die dänische blegicriine nicht nur Bevölkerung für treue Auhünplichkeii, sondern auch ? i Mächten gegenüber sei, denen sie die Vereinigung ■ =tt den Stammesbrüdern zu verdanken haben. Der <öntg kündigte ferner eine Resvrnl des diplomatischen untzenütcustes an und betonte, daß daS Verhältnis Dänemarks zu den fremden Mächten gut sei. Er hob -um Schluß hervor, daß Dänemark große Hoffnungen auf das Zusammenarbeiten mit dem Völkerbünde setze.
Der Zusammentritt des Reichstages.
»*> Berlin, 6. Oktober. lB. L) Der Reichstags- präsident Lobe ist heute nach Berlin znrttckgekehrt. Die erste Sicung des Reichstages wird auf Dienstag, den 1g. d. Mts., einverufeu nxtrden. Auf der TageSordrmng werden vor allem und im wesentlichen kleine Anfragen stehen. Ueber die nächsten Dispositionen des Hauses wird am gleichen Tage der Aeltestenausschuß beraten und beschließen.
Beschleunigte Einziehung der Bermögeussteueru.
•* Berlin, 6. Oktober. lV. Z.) Die aus Münchener Zeitungen in die Berliner Presse gelangte Nachricht, daß der ReichSfinanzminister eine neue große Steuerreform plane, die eine Mehreinnahme von 15 Milliarden bringen soll, ist, wie von zuständiger Seite verlautet, unrichtig. Der ReichSfinanzminister plant vielmehr, einstweilen die beschleunigte Eintreibung des Reichsnoiopfers und der Bcrmögensznwachssteuer Surchzuführen und durch äußerste Sparsamkeit die Ausgaben des Reiches zu verringern.
Roch weiteres Auschwellen der Reichöschuld.
Senf, 6. Oktober. (5. 6.) Der „Temps" meldet aus Brüssel: Die deutschen Mitglieder des Finanz
ausschusies gaben weitere Erklärungen ab, wonach man in Deutschland bis Ende März 1921 mit einer Reichs- schuld von 300 Milliarden rechnen müsse.
Der Wiederaufbau der Handelsflotte.
n* Danzig, 6. Oktober. (T. U.) Der frühere deutsche Kreuzer „Gefion" ist auf der Sämiger Werft zu einem Toppel-Schrauben-Motorschtff umgebaut worden und bat den Namen „Adolf Sommerfeld" erhalten. Die Probefahrt des Schisses wird am kommenden Montag in der Danztger Bucht stattftnden. Besitzerin ist die Dan- ztger Hoch- und Tiefbaugesellschaft, aus deren Rechnung noch ein zweiter deutscher Dampfer auf der Tauziger Werft zu einem Handelsschiff umgebaut wird.
Der Karloffelkrieg.
** Dresden, 6. Oktober. (2. II.) Die Verhandlungen mit den Landwirten in dem Meißener Bezirk haben zu einer Herabsetzung der Kartoffelpreise geführt. Die Landwirte haben beschlossen, Kartoffeln zum Preise von 15 Mark je Zentner an die minderbemittelte Bevölkerung und von 20 Mark an den übrigen Teil der Bevölkerung zu liefern.
Ervährnugsschwierigkeiteu im Memelgebiet.
** Memel, 6. Oktober. In der letzten Sitzung der städlischen Lebensmittelkommission ist auf Antrag eines Vertreters der Landwirtfchaftskammer beschlossen worden. 12 000 Stück Vieh aus dem Memeler Gebiet aus- zuiühren. Als Begründung wird der Futtermangel an« geführt. Zu dieser Versorgungsschwierigkeit des Memeler Gebietes kommr noch, daß die Verordnung über ^die Ablieferung von Brotgetreide, die in der Durchfüh- erytge Getreidemenge ergeben
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auf wenige Tage fldK.^jteüt ist und ^_ Lieferungen auch die Weiterbelieferung der Versor- gunasbe^echtigten in Frage gestellt ist.
Frankreich und der Anschlnbgedauke.
Wie», 6. Oktober. (T. U.) Dem „Neuen Wiener TÄglsiatt" wird aus Genf gemeldet, daß die französische R gi? !:ug beschlossen habe, von der deuiich-österreicht- " Regierung in aller Form die Annullierung des : - der Wiener Naiionalversammlung über D nchiodrung der Volksabstimmung über den Anschluß an S u'chlaud zu verlangen. Eine Bestäiigung dieser Nachricht liegt bis zur Stunde nicht vor.
Die Wiedergutmachung vor dem Völkerbund?
^' Basel, 6. Okrober. lS. C.) Die „Basler Nach- richtco" melden aus Paris: Die Franzosen haben für die Sinung des Völkerbundes am 20. Oktober eine Reihe Anträge gestellt, die in aller Form die Wieder- Herstellungsfrage auch dem Völkerbund unterbreiten.
Deutsch-srauzösische Wirtschaftsverhaudlnugeu.
Senf, 6. Oktober. sS. E.) Havas bestätigt heute die bevorstehende Wiederaufnahine der Verhandlungen über direkte Handelsbeziehungen mit Deutschland. Dem „Temps" zufolge solle» sie am 23. Oktober in Paris beginnen.
Berti», 6. Oktober. lS. C.) Die Wiederaufnahme der deutsch-französischen Wirtschaftsverhand- lunaen wird nach den Havasberichien von gestern für die vierte Oktoberwoche vorbereitet.
Die Brüsseler Konferenz.
w Berlin, 6. Oktober. lS. C.) Nach einer heute früh hier vorliegenden Meldung aus Brüssel wird die Konferenz voraussichtlich auch in der nächsten Woche noch tagen. Der Finanzausschuß hat seine Beratungen bis Freitag verlängert. Der Bericht, der heute der Konferenz vorgelegt werben sollte, ist infolge der Ausdehnung der Debatten noch nicht fertiggestellt. Nach Ansichr der deutschen Delegierten wird die .Konferenz ihre Beschlüsse nicht vor Mitte nächster Woche fassen können.
Vom internationalen Arbeitsamt.
** Basel, 6. Oktober. Der Direktor des internationalen Arbeitsamtes in Genf, Thomas, wirb auf dem hier zusammentretenden Berwaltungsrat die Heranziehung der deutschen Sprache als dritte Verkehrssprache bes internationalen Arbetterbundes beantragen. Er begründete seinen Antrag damit, daß von 25 Millionen organisierter Arbeiter 10 Millionen die deutsche Sprache sprechen.
Die Siuuseinerbewegnug.
** Rotterdam, 6. Oktober. <S. C.) Die „Times" melden, in Irland wurden vom 1. bis 30. September 41 englische Polizisten und Soldaten getötet. Die englische Truppenmacht in Irland beträgt 62 000 Mann.
Allerlei vom Tage.
I» der Rheiupsalz sind neue farbige Truppen ein- marichiert, so in Neustadt, Kaiserslautern und Speyer.
Mehrere deutsche Leitungen, darunter die „Saar- brücker Zeftuug", find in französischen Besitz überge- chrNgen.
I» London ist die internationale Freihandelskonse- z, auf der auch Deutschland vertreten ist, eröffnet
renz, an worden.
„ Das Verfahre» gegen den General von Lettvw-Bor- V» wegen Beteiliguna am Kapp-Putsch ist eingestellt worden.
Durch Verhandlungen zwischen den Königsberger Krankenkassen und Aerzte» ist der seit dem 25. April dauernde Aerzte streik bei gelegt worden.
Der Dampfer „Hamburg" der Deutsch-Australischen Dampfschijssgesellschast hat von Hamburg aus mit einer Sttickgutladung feilte erste Ausfahrt nach Nicderländnch- Jndien angetreten.
Infolge Aussperrung der Nieter auf den Howaldts; werke» in Kiel hat die gesamte Belegschaft die Arbeit niedergelegt.
Die Verhandlungen im Ministerium des &nwtu über die Umgestaltung der Polizei mit der interalliierten Kommission sind beendet worden.
<k Der Verlag der „Deutschen Warte", die vom Bund der Bodcnresvrmer berausgegeben wird, wird, wie das „B. T." erfährt, von der Stinnes-Gruppe übernommen werden. Die ArbeitSräume der „Deutschen Warte", die bisher am Schtssb-ner-Daimn in Berlin lagen, sind in das Gebäude der „D. A. Z." verlegt wörderr.
Erster Seulscher VelriedsrAetongretz.
Die Versammlung des aeschästsfübrenden Ausschusses und des Beirates der Betriebsrätezentrale des „Allgemeinen deutschen Gewerkschaftsbundes" traten am Dienstag in der „Neuen Welt" (Hasenheide) zum ersten Kongreß der Betriebsräte Deuischlands zusammen. Ueber 1000 Abgesandte und sonstige Vertreter der Arbeitnehmer füllten den Saal bis zum letzten Platz. Die rot ausgeschlagene Vorstandsbühne zierten die Büsten von Marr, Lasalle und Vebel. Auch die Reichs- und Staatsbehörden hatten Vertreter entsandt.
Der frühere Reichswirtschaftsminister Wisse! hielt eine Rede, in der er ausführte, daß er kein parteipolitisches Referat halten wolle. Er stehe hier nicht als Vertreter einer Partei oder als Privatmann in einer Volksversammlung sondern er sei beauftragt, tatsächliche Dinge vorzutragen. Wissel suchte klarzulegen, wie hoffnungslos die finanzielle Lage Deutschlands sei. Es würde der ungeheuersten Anstrengungen bedürfen, um die Basis für die Ausfuhr zu schaffen, daß wir die notwendigste Einfuhr damit bezahlen können. Vor allem braucht die Textil- und Eisenindustrie, das Rückgrat Deutschlands, Rohprodukte aus dem Auslande. Wir können wenigstens für elf Millionen Tonnen Eisenerze aus dem Auslande beziehen. Wir vermögen weiter den siebenten Teil unserer Friedensproduktion, etwa 4% Millionen Tonnen Eisen, zu gewinnen. Wisset schilderte die Höhe unseres Goldbestandes, der bei Ausbruch der Revolution noch 2% Milliarden betrug. Heute besitzen wir keine Kredite im Auslande mehr. Wir haben 300 Milliarden Mark Reichsschulden, außerdem Verpflichtungen gegenüber der Entente. Bei der allgemeinen Steigerung der Preise müßten wir heute, wenn wir die Ausfuhrbedürfnisse von 1913 zugrunde legten, für 22 Milliarden Goldmark einführen. In Papiermark umgerechnet bedeute das ein Einfuhrbedürfnis in Höhe von 200 Milliarden jährlich. Niemand sei wohl so optimistisch, zu glauben daß wir so viel Waren für die Ausfuhr erzeugen könnten, um die Hälfte der Einfuhr damit begleichen zu können. Die augenblickliche Krise ist letzten Endes auf
unserer Unterproduktion begründet. Durch Sparsamkeit und eine weitgehende Verwendung einheimischer Stosse, ferner durch rationelle Wirtschaft und zweckmäßige Oracmisatiou der Be- owie durch eine planmäßige Ausführung die KrU^zn bepiMiaeu sein.
§n der N a ch m i t t a a s s i % u tr a wnWb Thr von pposiiion eingebrmbter Antrag, den russischen Gewerkschaftsführern zu gestatten, ein Referat über die russischen Gewerkschaften zu halten, abgelehnt. Die russischen Führer wollten zu den einzelnen Punkten der Tagesordnung in der Diskussion sprechen. Der Führer der russischen Gewerkschaftsliga kritisierte die Haltung der westeuropäischen Gewerkschaften, insbesondere auch der deutschen. Der Vorsitzende des Kongresses, Graß- mann, stellte fest, daß der Russe über den Rahmen seiner Begrüßungsansprache erheblich hinausgegangen sei. Unter dem Beifall der Mehrheit der Versammlung wandte sich der Vorsitzende weiter gegen die von dem russischen Führer den deutschen Gewerkschaften gegenüber geübten Kritik. Es müsse festgestellt werden, daß die deutsche Arbeiterschaft im internationalen Gewerkschaftsbunde gegenwärtig den stärksten Rückhalt sehe, und es sei bedauerlich, wenn die Meinung unwidersprochen bleibe, daß die deutsche Arbeiterschaft zu irgendwelchen Bestrebungen sich hinreißen lasse, diese zu unterhöhlen und zu zertrümmern.
Weiter sprach der Chefredakteur der „Freiheit", Hilferding, über die politisch-ökonomischen Machtverhältnisse und die Sozialisierung. Er forderte vor. allem die sofortige Sozialisierung des Bergbaues und der Elektrizität. Die Zerstückelung des Großgrundbesitzes lehnte der Redner ab.
Provinziallaudlag.
Lf Cassel, 6. Oktober.
Nach der Begrüßungsansprache des Oberpräsidenten Dr. Schwander übernahm der Alterspräsident T h e i s > Gladenbach den Vorsitz. Er gab der Hoffnung Ausdruck, daß der Provinziallandtag, der zum ersten Male nach Parteien sich zusammensetze, ohne Rücksicht auf die Par- teizugehörtgkeit des einzelnen Abgeordneten gemeinsam Arbeit an der Volkswohlfahrt leisten möge. Von den 136 Abgeordneten sind 126 anwesend, darunter zunr ersten Male eine Frau, die Mehrheitssozialistin Frl. Marie Bittorf, Stadtverordnete in Frankfurt. Nach kurzen geschäftlichen Mitteilungen wurde zum ersten Präsidenten der Mehrheissozialist Hopf, Stadtverordnetenvorsteber in Frankfurt, zum Stellvertreter Rechtsanwalt Dr. Rumpf- Frankfurt gewählt. Es sind n. a. folgende Anträge eingegangen:
Antrag der deutsch-demokratischen Fraktion: Der Provinziallandtag wolle bei der Reichsregierung beantragen, daß durch ein sofort zu erlassendes Notgesetz, 1. der Mißstand abgestellt wird, wonach die zwangsweise Versicherung landwirtschaftlicher Betriebs- unternehmer gesetzlich und satzungsgemäß nach den heutigen entwerteten Geldverhältnissen nicht genügend gegen Unfallschäben ist und dementsprechend 2. die Zwangsver- sicheruug unabhängig von einer Höhe des Einkommens für alle landwirtschaftlichen Betriebsunternehmer gesetzlich festgelegt oder doch wenigstens auf eine Höhe des Einkommens gebracht wird, die den veränderten wirtschaftlichen Verhältnissen in genügender Weise Rechnung tragen.
Ein zweiter von einer Reihe von Abgeordneten unterzeichneter Antrag besagt: Die Provinztalverwaltung wird ersucht, beschließen zu wollen, daß den durch die Maul- und Klauenseuche geschädigten Vichbe- sitzern, denen nach dem ÄusfMrungsgesetz zum Vieh- seuchengesetz und den dazu erhangenen Bestimmungen
eine Eunmämgung nicht gewährt n«röey konnte, em solche Entschädigung aus Billigke r< v iinden gezahlt werden kann uns daß in eine Revision der EmtschtUn- aungssatznngen unter Hinzuziehung ro? Vertretern der Lanbwirischait eingetreten wird.
Ein Antrag des Zen.tralverbaltdev der ,invaliden und Witwen Deutschlands verlangt die Schaffung einer Zentralstelle für Arbeits-Ztvtllnva l i d c_n.= Fürsorge im Bereiche der Provinz Hessen-Naßau mit dem Sitz in Frankfurt a. M. , , „ „ _,
Es folgte die Wahl der verschiedeuen AuLichüsie. Die öftuwahl des Provinzialausschusses nach dem Verhalt- Niswahlsystem hatte folgendes Ergebnis: Vorsitzender Oberbürgermeister Dr. Antoni-Fulda, Siellvercreter Landrat Thöne-Mtzenhausen, Mitglieder: Stadtrat Hä- rina-Cassel, Postrat Letneweber-Cassel, Lündrat a. D. von Keudell-Schlotz Wolfsbrunnen, Prof. Dr. Bredt- Marburg, Rentner Theis-Gladenbach, Landrat Rex. Weilburg, Rektor Klemann-Eltvitte, ßagcrverwaltcr Wick-Lbernrsel a. T., Rechtsarnvalt Dr. Albertt-Wics- baden, Parteisekretär Witte-Wiesbaden, Stadtrat Sie« lowski-Frankfurt a. M. und Rechisanwalt Lutsch- Frankfurt. ______________
WiHenFdiaft Kirnst und Literatur*
Geheimrat Professor Wilhelm Foerster, der bke Sitzung des Komitees für das Internationale Matz- und Gewichtswesen eröffnete, hat darum gebeten, wegen seines Alters — er ist 88 Jahre alt — das Amt des Präsidenten niederlegen zu dürfen. Foerster gehörte dem internationalen Konfttee, das im Jahre 1875 seine Tätigkeit begann, seit dieser Zeit als Mitglied an; das Präsidium führte er 20 Jahre.
Die Ausgrabungen am Katzeuberg bei Mayen in der Vorder-Eifel haben znr Freilegung eines großen römischen Kastells geführt. Das Kastell war mit einem äußeren Palisaden- und einem inneren Mauerring befestigt, in dem sich am steil abfallenden Uferrand der Nette zwei mächtige Türme mit einem Durchmesser von 6,50 Nietern erhoben. Das Mouerwerk besteht aus Basalt und Schiefer als Zwischenschicht. Auf dem Gipfel des Berges wurden nicht nur die Ueberreste von römt« schni, sondern von Hütten aus der Steinzeit gefunden.
Vermischtes.
m- Nach Unterschlagungen vo« ganz bedentenden Summen ist, wie uns aus Dresden gedrahtet wird, ein Unterwachftneister vom Dresdener Generalkommando flüchtig geworden. Man vermutet, daß er sich nach der Schweiz begeben hat. Gerade in dem Augenblick, als eine Kontrolle vorgenommen werden sollte, konnte er noch 40 000 Mark zusammen raffen und verschwinden. Die gesamte veruntreute Summe belauft sich auf 150 000 Mark.
Die Rettungsstation Maasholm der deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger telegraphiert: Am 3. Oktober wurden von dem Segler Aurora, Kapitän Krause, gestrandet bei Falshoeft, mit einer Labung von Ziel nach Kristiania bestimmt, durch das Motorretftmgs- boot der Station vier Personen gerettet.
An Pilzvergiftung erkrankte in Altengrabow eine fünfköpfige Arbeiterfamilie. Die Kinder im Alter von 4 bis 11 Jahren ftarben nach enigen Stunden. Die Mutter wurde ins Krankenhaus geschafft, der Vater erholte sich wieder.
Seinen KvMrigen Stiefvater erschlagen hat der 16« jährige Stiefsohn S. in Zantoch, Kr. Landsberg a. b. W. Sein Stiefvater hatte ihn im Wortwechsel geschlagen. Um den Verdacht des Mordes von sich abzuwälzen, hing er die Leiche des alten Mannes auf.
Eine schwere Blnttat beging in Hackenbach bei Augsburg ein Einbrecher, der in das Haus des Landwirts _ Wuest eingedrungen war. Er ichlug den Besitzer und ein zwölfjähriges Mädchen durch wuchtige Schlage mit der Hacke nieder, durchwühlte alle Behältnisse und floh, als er gestört wurde.
Ein heftiger Sturm und starkes Hochwasser haben Quebeck in Kanada heimgesucht. Der Si.-Lorenzo- Strom ist aus seinen Ufern getreten, viele Straßen sind überschwemmt. Das Dach des Rathauses ist eingestürzt.
Ein Petroleumlager ist nach italienischen Blättermeldungen in Dentsch-Südiirol in der Umgebung von Bateruo entdeckt worden. Das Lager soll eine große Ausdehnung besitzen.
Ei» groß angelegter Verbrechertrick ist, wie die „L. N. N." melden, in Plauen aufgedeckt worden. ?lm 1. September nahmen mehrere Männer, die sich als Po- lizcibeamte ausgaben, in der Wohnung eines Kaufmannes in dessen Abwesenheit eine Haussuchung nach falschem Gelde vor. Sie wurden dabe. von der Polizei überrascht und verhaftet. Die Uitterfucbung führte dann noch zu weiteren Verhaftungen. Zwei Häftlinge in teil jetzt einen Kriminalbeamten beschuldigt, sie un- R ■ ftüöt zu haben. Die Wahrheit dieser Angabe haben die e-ngeieiteten Feststellungen ergeben. Ein Plaueuer Kriusinolwachtmeister, der seinem Geständnis zufolge ^n.Veibrechern durch Aussteituug polizeilicher Aus- wcne .'ilse aeleitiet hatte, ist feftgenommen worden.
Einer Stempelschiebung ist man in Hamburg durch die Verhaftung eures Heizers und eines Gastwirts, in deren Besitz für 750 000 Mark Sternpelmarken gefunden wurden, auf die Spur geEommen. Die Marken befanden sich in geschlossenen Umschlägen der Berliner Rerchs- druckerer und sind mit deren Stempel versehen.
Einen grausige» Fund machte man bei Ohlenmün- dung a. O. Auf einem Floß entdeckte man frischabge- ichnittene Arme und Reine und im Buschwerk des Bahndammes den zugehörigen Kopf und den Rumpf. Der Ermordete wurde feftgefteat als der 21jährige aus Poln.-Lissa stammeude Handelsgehilfe Heimann Jaku- bowitz. Vom Mörder fehlt jede Spur.
Anf dem Riesen dumpfer „Bismarck in Hamburg ist ein Großfeuer ausgebrochen. Das Feuer war in den beiden Buukern des Schiffes ausgeknochen und wurde zuletzt mit 13 Wasserrohren von der Land- und Wasser- seite aus bekämpft. Es gelang, den Brand in den unteren Bunkern im Baum zu halten und au scheinend zu löschen. Durch die starke Hitze waren die Eisenplaiten und Eisenicile der über den Bunkern liegenden Decks so heiß geworben, daß ungefähr 5 Deck höher die Holz- Wandungen und Bekleidungen in Brand gerieten und in kurzer Zeit das Feuer auch hier stark um sich griff. Der Dampser, der auf der Werft von Rlvhni & Voß erbaut ist, befand sich seit einiger Zeit unter Eutentever- waltung. t
Der Pautlnenschmnck. der der Fürstin PanNne zur Lippe gehört hat, ist an eine Berliner Juwelenfirma für % Millionen Mark verkauft worden. Der Schmuck sollte nach dem Testament der Fürstin Pauline im Falle des Fehlens einer berechtigten Trägerin zugunsten bestimmter wohltätiger Anstalten verwendet werden.
Der Pfarrer als Grubenarbeiter. Der Pastor von Grvß Leimmgen ist als Arbeiter in die Sänuerspatgrube von Morunnen ewaetreteu, da er sich mit seiner Familie mit etncm Gehali von 5800 Mark nicht ernähren kann. Er versteht neben dieser Arbeit sein Amt alS Seel- foraer weiter.