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Frankreich bemächtigt n® Togos.

Das frMlzösische Kolonialministerilun Bat soeben ein »Kabeltelegramm von der Regienuig Westasrikas erhal­ten. Haft die Vorarbeiten für die Besitzergreifung Togos durch die französifären Behörden am 80. September be­endet sehr werden.

Die Leiden der Bevölkerung im Rheinland.

Neichsminister a. D. Schiffer hat eine Reise in das besetzte Rheirrland gemacht. Er teilte derV. Z." mit: Die Sage tot Rheinland ist sehr schlimm. Die deutsche Bevölkerung in den Städten wie auf dem Lande leidet gleichermaßen unter dem Druck der Besetzung. Fran­zosen, Engländer und Belgier üben allen nur erdenk­lichen wirtschaftlichen und geistigen Druck aus. Nichts aber wird so hart und unerträglich empfunden wie das WohnungSeleud. Privatleute und selbst kinderreiche Familien werden oft genötigt, Dreiviertel bis Vier- fiimrel ihrer Räume abzugeben. Die Einrichtung muß meist in den abgetretenen Räumen verbleiben. Diese gewähren jetzt ein erschreckendes Bild der Verwahrlo­sung und Beschmutzung. Die Entschädigung ist lächer­lich gering. Ganz besonders auffällig fand Schiffer die Unzahl von Stehen. Jede kleinste Truppenabteilung bar ihre eigene Messe mit einer großen Anzahl von Stimmen und dem entsprechenden Personal. Bisweilen, so sagte Schiffer, überkommt dte rheinländische Bevöl­kerung das Gefühl, daß sie von uns vergessen werde. Dieses Gefühl ist gewiß nicht berechtigt, denn es gibt wohl keinen Deutschen, der die Not des Rheinlandes nickt mitempfindet. Das nationale Empfinden der rheinischen Bevölkerung sei stärker als je und in jedem Rheimänder lebe der feste Wille, sich wirtschaftlich den fremden Machthabern nicht zu beugen.

Dr. Wirth bleibt.

* * Berlin, 22. September. (S. C.) Die Krise im Reichskabinett ist vertagt. Der Reichsfmauzministcr hat in der Sitzung des Reichskabinetts erklärt, daß er sein Eutlassungsgesuch zurückgezogen habe, daß er aber keine außeretatsmätzigen Forderungen der Ressorts mehr bewilligen werde. Da u. a. dem Verkehrsminister neue Lohnforderungen von fast 900 Millionen Mark vorliege», ist mit einer Fortdauer der gespannten Lage im Reichskabinett zu reckne«.

* * Berlin, 22. September. Aus ZentrumSkreifen erfährt dieGermania", daß Dr. Wirth sein Rücktritts- gesuch nicht zurückgenommen habe. Es bleibe noch wei­terhin bestehen. Allerdings ist Hoffnung vorhanden, daß eine Verständigung erzielt wird. Eine Zurücknahme des Rücktrittsgesuches ist wesentlich abhängig von dem Verlauf der Verhandlungen zwischen Dr. Wirth und den Ministern Grüner und GiesbertS mit dem Reichspräsi­denten. Der eigemlichc Grund für die Einreichung des Rücktrittsgesuchs ist lediglich in der Finanzlage des Reiches zu suchen. Der Minister knüpft an die Weiter- führung des Amtes die Bedingung des geordneten Weges zur Gesundung der Finanzen des Reiches und der Schaffung eines festgefügten Finanzprogramms.

Erklärungen Dr. Heinzes.

* * Frankfurt, 22. September. Der Dresdner Mit­arbeiter derF. Z." hatte eine Unterredung mit dem ReichSjustizminister Heinze. Dieser erklärte alle Ge­rüchte, er habe sein Abschiedsgesuch eingereicht, für voll­kommen unbegründet. Zur Frage der Regierungsum­bildung erklärte der Justizminister, er habe sein mög­lichstes getan, die Sozialdemokraten zum Eintritt in die Regierung zu bewegen. Daß eine Umbildung der Re­gierung auch vom politischen Standvnnkt aus gewünscht wird, sei klar. Die jetzige Koalition habe keinerlei Mehrheit hinter sich, besitze aber den Vorteil, daß sie Fühlung nach beiden Seiten hin habe.

Die Frage des Eintritts der SozialSemokratbu in die Reichsregierung.

* s Berlin, 22. September. (S. C.) In Berlin ha­ben sich in den knien Tagen wieder 4, in Spandau 2 und Potsdam 3 sozialdemokratische Versammlungen für den Eintritt der Mehrheitssozialisten in die Reichsre- gterung ausgesprochen.

Ein Wirtschastskabiuett.

* * Berlin, 22. September. (V. Z.) Da es not­wendig erscheint, eine dauernde Fühlung zwischen den Ministern berzustellen, die an der Wirtschaftspolitik iu- teresfiert find, hat fich ein wirtschastspolitisches Kabinett gebildet, dem der Wirtschaftsminister, der Finauzmini- ster, der Arbeitsmiuister, der Verkehrsminister und der Ernährnngsminister angehören. Dieses Wirtschafts- ikabinctt hat gestern unter dem Vorsitz des Reichswirt- Lchaftsministers seine erste Sitzung abgehalten.

Neue Steuerprojette.

. Die neue preußische Steuervorlage, die das Finanz­ministerium vorbereitet, soll einen jährlichen Steuerer- krag von 1% Milliarden abwerfen. Die Vorlage wird beschleunigt und geht noch im September dem Parla­ment zu. Dte Legierung wünscht unbedingte Erledi- Mung der Borla-re vor den Neuwahlen, da sonst, ivie in Ker Begründung der Borlage gesagt wird, Preußens Finanzlage vor dem Zusammenbruch stehe und die lau- Fenden Ausgaben nicht gedeckt werden können, (Sanz Lynlich wie in Preußen liegen die Dinge aber im Reich. Auch das Reichsfinanzministerium braucht notgedrun­gen unndtstens zwei Milliarden mehr Ec-^q als im Borjabr, begegnet aber zunächst bei denen Deckung noch starkem Widerstand bei der Reichsregierunq.

Hierzu wird derV. Z." aus parlamentarischen Kreisen geschrieben: Wie verlautet, will das Finanzmi­nisterium der verfassunggebenden Landesveriammlnng schon in allernächster Zeit den Entwurf eines Grund­steuergesetzes unterbreiten, der eine sehr erhebliche Stei- verung der Grund- »»b Gebimdeftcuer und ihre In­anspruchnahme nicht nur für die Gemeinde, sondern auch für den Staat vorsieht.

Die preußischen Finanzen sind durch die fortgesetzt steigenden Ausgaben, denen nur verhältnismäßig ge- , ringe Einnahmen gegenüberstehen, in große Unordnung geraten. Schon jetzt ist im laufenden Haushalt für weit über zwei Milliarde« Ausgabe« keine Deckung vorhav- be«. Als neue Einkommensquellen für den Staat kom­men nach 8 8 des Landessteuergesetzes im wesentlichen nur die realen Steuern (Grundsteuer und Gewerbe­steuer) in Betracht, die bekanntlich auch als staatliche Steuern für Preußen bestanden, aber durch das Gesetz wegen Aufhebung direkter Staatssteuern vom 1. Juli 1893 außer Kraft gesetzt sind und seitdem nur von den Gemeinden als Einnahmequelle benutzt werden.

* Daß die Gemeinde«, deren l^eldbebarf sich gleichfalls f dauernd steigert, auf sie verzichten können, ist ausge- E Mosten: das sieht auch das Finanzministerium ein. k Aber gleichzeitig will es diese Steuerquelle für den * Staat nutzbar machen. Die (Vewerbesteuer, die in den j^emeinden bei leistungsfähigen Gewerbebetrieben schon ! jetzt fast überall sehr stark angespannt ist, soll ihnen einst- weilen noch allein gelassen werden, zumal sie sich bei der mißerorbentlichen Verschiedenheit der gewerblichen Be- -triebe weniger für eine staatliche als für eine kommu­nale Inanspruchnahme LMet. Die Grund- und Ge-

väudestener dagegen soll den Gemeinden nicht mehr allein Angewiesen bleiben, sondern sie soll so ansgebant werden, daß die Gemeinden sie noch in erhöhtem Maße in Anspruch nehmen können, während sie außerdem für den Staat nutzbar gemacht wird.

Daß das ohne eine bisher unerhörte Steigerung nicht möglich ist, ist einleuchtend. Man spricht denn auch schon von einer Steigerung um das Vier- bis Fünf- fache des bisherigen von den Gemeinden erhobenen SabeS, wozu auf Grund gesetzlicher Ermächtigung noch weitere Zuschläge erhoben werden sollen. Auch soll da­bei der Plan bestehen, die ländlichen Grundstücke noch stärker als die städtischen in Anspruch zu nehmen.

Dankkundgebung Hindenburgs,

** Berlin, 22. September. Generalfeldmarschall von Hindenburg veröffentlicht eine Kundgebung, worin er für die zahlreichen Grütze von Versammlungen, Ver­einen und Einzelpersonen anläßlich der Erinnerungs­tage von Tannenberg dankt.

Tumult auf dem Bahnhof Bitterfeld.

w Halle, 22. September. Auf dem Bahnhof Bitter- feld fam es zu einem großen Tnmnlt. AlS zwei Arbei­ter verbotswidrig die Gleise überschritten, wurden sie von Bahirbcamten festgenommen. Die Arbeiter riefen ihre Kollegen zu Hilfe, die auch sofort in Stärke von 200 Mann anrückten und das Eisenbahngebäude stürm­ten. Die Fenster und Einrichtungen des Gebäudes wur- dee zerschlagen und die Festgenommenen befreit.

Das Landesschietzen der bayerischen Einwohnerwehren.

o-i München, 22. September. Die Landesleitung der Einwohnerwehr von Bauern erklärt, daß das Lau- desschietzen eine rein interne Veranstaltung der unpo­litischen Einwohnerwehr gewesen sei. Aus diesem Grund seien auch Einladungen an die genannten Per­sönlichkeiten, den früheren König Ludwig, den früheren Kronprinzen Rupvrecht, an Ludendorff und Hindenburg nicht ergangen. Politische Ziele seien mit dem Landes- schießcn keineswegs verfolgt worden.

Thronrede der holländischen Königin.

Die Königin der Niederlande eröffnete die Session der Generalstaaten. In der Thronrede erklärte sie: Mit den fremden Mächten unterhalten wir Beziehungen, die im allgemeinen Anlaß zur Zufriedenheit geben. Trotz­dem bleibt die Lage in Europa unsicher. Außerdem sind die Absichten, die durch den Völkerbund in bezug auf die künftigen Beziehungen der Staaten erlassen werden, noch nicht verwirklicht. Die Königin sagte weiter, sie richte unter diesen Umständen weiterhin ihre Aufmerk- famfeit auf die Maßnahmen zur Verstärkung der Ver- teidigungsmacht. Trotzdem die Eimlahmcn bisher die Erwartungen übertroffen hätten, fei eine Erhöhung der Einnahmen unvermeidlich. In dieser Session wären Gesetzentwürfe betreffend teilweise Abänderung der Verfassung zu erwarten.

Jtalienfeindliche Beweg««g in Südtirol.

* * Rom, 22. September. Pressemeldungen zufolge ist in dem von Italien einverleibten südlichen Tirol ein Baucrnaufrnhr ausgebrochen. Die Bewegung hat eine offene Tendenz gegen Italien und Ilnzeichen einer Rebellion. Nach den letzten Meldungen sind 60 000 Ge­wehre in das Aufruhrgebiet qeschmuqqelt worden.

Der neue Geschäftsträger für Portugal.

Berti«, 22. September. (B. T.) Zum Geschäfts­träger in Lissabon ist Dr. E. A. Voretzsch ernannt wor­den. Dr. Voretzsch war während des Krieges Gene­ralkonsul in Christiania und früher Konsul an verschie­denen Plätzen EftafienS und in Südamerika. Er hat auf allen diesen Posten Gelegenheit gehabt, die Wirt­schaftspolitik zu studiern, und verfügt über große Sprachkenntnisse.

®toltttis luuerpolitifcher KnrL,

Mailand, 22. September. Zur Lösung des Kou- sliktes in der Metallindustrie durch ein Machtwort des Ministerpräsidenten wird gemeldet: Giolitti erklärte, Italiens Politik müßte sich unbcdinat den neuen Zeiten anpässen. Es müsse alles daran gesetzt werden, um in der Politik die Gewißheit zu haben, daß künftig auch in moralischer Hinsicht als einer der Hauptfaktoren die Wiedergeburt des Landes betrachtet werde.

Die Wahlen zum dänischen Folkething.

* * Kopenhagen, 22. September. (L. A.) Die durch die Einverleibung Nordschleswigs notwendig geworde­nen Wahlen zum dänischeu Folkething ergaben im we­sentlichen dieselbe Zusammensetzung des Parlaments wie bisher.

Die Bergarbeiterbewegung in England.

* * London, 22. September. (L. A.) Die Entscheidung über den Streik der englischen Bergarbeiter wird heute erwartet.

Allerlei vom Tage.

Auf der ZecheRoland" bei Oberhausen sind seit kurzer Zeit sechs frühere Offiziere der deutschen Han­delsmarine als Bergarbeiter unter Tag tätig.

In Mailand ist ein deutsches Generalkonsulat er- össnet worden, dessen Geschäftsbereich das gesamte Kö­nigreich Italien umfaßt.

Der Beirat bei der interalliierten Kommission ist in Ovveln auf Grund des Beuthener Abkommens gebil­det worden. Er besteht aus sechs Polen, zwei Zentrums­vertretern, einem Demokraten, zwei Sozialdemokraien und einem Volksvarteiler.

Die Lnftlinie Paris-Straßburg ist, wie Havas mel­det, eröffnet worden. Ferner sollen demnächst die Teil­linien Straßburg-Prag vnd Prag-Warlchau eröffnet werden. Auch ist eine Flngzenglinie Parls-Konstanti- nopel über Bukarest geplant.

In Nürnberg wurde die össentliche Sitzung der Deutschen demokratischen Partei, in der Neichsminister a. T. Gothein über den Preisabbau sprechen wollte, von den Anhängern des Schutz- und Trutzbundes gesprengt, sprengt.

In Minden liegen große Mengen von Kartoffeln versandbereit, dte von der Retchskartoffelstelle zur Ver­sorgung der minderbemittelten Bevölkerung von Dort­mund bestimmt sind. Die Versendung kann jedoch nicht erfolgen, da die Eisenbahner die Verladung nicht zu­lassen.

, In einem Schreiben des Vorsitzende« des Reichs« wirtschaftsrates wird mitaeteilt, daß die Einstelluna von Arbeitslosen in die Landwirtschaft mit besserem Erfolg durchgeführt worden sei, als zuerst vielfach angenommen wurde.

w Eine Vollversammlnng der Magdeburger Unab­hängigen hat den Anschluß an die dritte Internationale beschlossen.

VrMIsche tmServersMMng.

Sitzung vom Dienstag, den 21. September.

Auf eine Anfrage des deutsch-nationalen Abg. Lu- kassowitz hinsichtlich der Zulassung von Vvlksschulleh- rern zu dem Amt etnes Schöffen oder Geschworene« erklärt ein Regierungsvertreter, daß eine dahingehende Aenderung des Gerichtsversassungsgesetzes noch nicht in

Kraft getreten fei. Eine Aendernüg tn diescnr Sinne sei aber in Anssicht genommen.

In dritter Lesung wird hierauf die ^lnlagcordnung . nach den Beschlüssen der zweiten Lesung mit unerheb­lichen Aenderungen angenommen.

Es folgt die dritte Lesung des Kirchenaustrittsge- setzes. Wortmeldungen liegen nicht vor.

Anf Antrag des Abg. Adolf Hoffmann (U. S.) muß die Schlußabstimmuug namentlich erfolgen. Vor der Schlußabstimmung verlassen beide sozmldemokratisäie Fraktionen den Saal. Präsident Letnert stellt die Be- schlnßnnfähigkeit des Hauses fest und beruft eine neue Sitzung auf 3 Uhr ein.

In der neuen Sitzung wird zunächst bte Vortage zur Aenderung der Verordnung über ein vereinfachtes Enteignnngsverfahre« in zweiter und dritter Lesung angenommen. ES folgt die

erste Beratung des Nothaushalts.

Abg. Nippel (d.-n.): Durch die Taten eines Teiles der soztalöemokratischcn Minister werden die Loslö- sungsbestrebunqen im Westen und Osten gefördert. (Großer Lärm Der sozialdernokrattsche Abg. Peters wird wegen des Znrufs Lümmel zur Ordnung geru­fen.) Redner fordert Nenwahlen und schleunige Vor­legung des Wahlgesetzes.

Ntinisterpräsident Braun: Das Parlament des größten deutschen Bundesstaates hatte 5 Jahrzehnte lang eine ganz andere Struktur als der Reichstag. Da wird es wohl auch nicht auf eine kurze Spanne Zeit ankommen. Das Wahlgesetz wird demnächst vorgelegt werden. Die verfassunggebende Landesversammlung muß mindestens so lange tagen, bis die Verfassung fer­tiggestellt ist.

Der Notetat wird in zweiter und dritter Lesung qe« gen die Unabhängigen a« genommen.

Es folgen Auträge aus dem Hause. -

Ein Antrag Eracf-Frankfurt (S.) ersucht die Re­gierung um Maßnahmen zur unverzüglichen Anstellung von Bankontrolleuren aus den Reihen der Arbeiter­schaft und um Gewährung von Zuschüssen an finanziell geschwächte Gemeinden für diesen Zweck.

Abg. Satt tuet (d.-n.): Gewiß ist der Bauarbeiter­schutz notwendig, aber er gehört jetzt zur Zuständigkeit der Betriebsräte.

Ein Regieruugsvcrtrcter erwidert, das Betriebs­rätegesetz verfolgt ganz andere Zwecke. Die Baukotl- trolleure sind dadurch nicht überflüssig geworden. Sie sind nicht Angehörige des betr. Betriebes und sollen unabhängig von den Arbeitgebern und den Arbeitneh­mern sein. Dem ersten Teil des Antrages ist bereits durch einen Erlaß des Ministers genügt worden, die Gewährung von Zuschüssen kommt noch nicht in Frage, da die Inanspruchnahme von Bankontrolleuren noch vollständia nebenamtlich und auch nur für bestimmte Fälle erfolgt.

Der Antrag geht an den Haushaltsausschntz.

Nächste Sitzung Mittwoch 1 Uhr.

Vermischtes.

66 Waggons Schmalz im Werte von 20 Millionen Mark sind von der Frankfurter Firma Müller und dem Direktor FuliuL Wahl, der sich als Generalpräsen- tant der Firma Robert u. Co. in Montevideo ausgab, verschoben worden. Als Generalpräsident hatte Wahl Zutritt zu einem höheren Beamten des Reichsernüh- rungsministeriums erhalten, der ihm die Genehnügung der Einfuhr unter den üblichen Vorausfetzungen in Aussicht stellte. Um die Abnehmer sicher zn machen, zeigte er noch ein Schreiben des Reicksernährugsmi- nisteriums an die Reichssveisesettstelle vor, in dem diese ersucht wurde, eine Entscheidung in der Einfuhrsache im günstigen Sinne herbeizuführen. Diese Zuschrin war aber gefälscht. Die Behörden waren jedoch aufWerr- sam geworden und deckten die Betrügereien auf.

Ein Bombenanschlag ist im Börsengebände von Nizza, wo gerade die Fondsbörse abqehalten wurde, ver­übt worden. Verletzt wurde niemand, der Materialscha­den ist bedeutend. Es wurden zahlreiche Verhaftungen vorgenommen.

Einer großen Mehlschiebung ist man in Braun­schweig auf die Spur gekommen. Auf der brannschwei- gischen Landeseisenbahn wurde ein Waggon, der 120 Zentner Weizenmehl enthielt, das in das besetzte Ge­biet verschoben werden sollte, angehalten und beschlag- nahnit. An der Schiebung sind verschiedene Müller be­teiligt.

Ein schweres Verbrechen, das in Schöneiche bei- penick verübt worden ist, beschäftigt die Berliner Kri­minalpolizei. Der siebzigjährige Rentner Juliits Sckolz wurde aus mehreren Kopfwunden stark blutend im Bett auf gefunden. Bei seiner Vernehmung gab er alt, daß er in seinem Keller von einem Mann Überfäl­le!, und mit einem Holzscheit so lange geschlagen mor­det! ei, bis er zusammenbrach. In seiner Wohnung sink olle Behältnisse erbrochen und des Inhalts beraubt

worden _

Ein reisender Betrüger, der seit mehr als drei Jah­ren sein lluwesen getrieben hat und mit großem Erfolge in ganz Deutschland mit einem besonderen Trickarbei­tete", konnte jetzt endlich verhaftet werden. Der Ver­haftete, Hubert Ahrweiler, trat als Zoll- und Bankbe­amter aus und hatte es auf Familien abgesehen, die An­gehörige im Auslande haben. Mit den Familienverhält- nissen machte er sich dann vertraut, stellte sich als Zoll­beamter vor und machte ihnen die Mitteilung, daß Amerika ein Paket für sie eingetroffen sei. Er langte dann 75 bis 100 Mark für ihm erwachsene

aus ver- Un-

Sett tta-

kosten.

Italienischer Rogelmord in Deutsch-Sndtirol.

dem 1. September sind in dem durch den Frieden .... lienisch gewordenen Deutsch-Südtirol die Einschränkun­gen im Jagdgesetz aufgehoben worden. Die Vögel Deutsch-Südtirols sind damit, wie in Italien, vogelfrei und den Büchsen, Leimruten, Netzen und Fallen ausge­liefert.

Ei« schwerer Raubübersall ist in Bitterfeld aus den Nachtportier der Vereinigten Aluminium-Werke ver­übt worden. Während zwei mit Revolvern bewaffnete Männer den Portier festhielten, erbrach ein dritter mit Beil und Stemmeisen eine Kiste, in welcher sich eine Kassette mit etwa 11000 Mark Lobnüberschnb befand. Sie mit Masken versehenen Räuber entkamen uner­kannt.

Für 100 000 Mark Möbelstoffe gestohlen haben Ein­brecher aus den Geschäftsräumen einer Berliner Möbel­fabrik. Die Diebe wurden durch Beamte der Sicherheits­polizei bei ihrer Arbeit gestör.' Sie ließen einen Teil ihrer Beute in der Portierloge liegen, einige Stoffbal­len haben sie bei ihrer Flucht verloren. Die Täter konnten nicht mehr ergriffen werden.

Vollständig niedergcbranut ist die Probsteikirche in Bochum. Das Feuer ivar im Dachstuhl entstauben und verbreitete sich mit rasender Schnelligkeit. 13 Minuten nach Beginn des Brandes stürzte der Turm in sich zu­sammen. Die Kirche beherbergte wertvolle historische Kirchenschatze. Ueber die Euistehuna des Brandes ist noch nichts Genaues bekannt.