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' polnisch-litauischer Konflikt.

W Berli«, 2. September. (Eig. Drahtn.) Ein Kownoer Telegramm derBerlingske Tidende" gibt fol­gende Darstellung des polnisch-lttautschen Konfliktes vom litauischen Standpunkte airs: Die Verhandlungen der litauischen Regierung mit der polnischen Offiziers­delegation über eine Regelung der polnisch-litauischen ^reirfragen wurde ergebnislos abgebrochen. Polen hat die litauische Note, die eine gütliche Vereinbarung über - die Demarkationslinie vorgeschlagen hatte, nicht beant- Kitt sowie ohne vorhergegangene Ankürrdigung einen gen Angriff auf LUauen untern trennen. Von li- tauischer Seite hält man die Verhmiölungen für zweck­los. Ebenso muß man die Forderungen der Polen für übertrieben halten, sodaß sie nicht zum Gegenstand ernst­hafter wetterer Verhandlungen gemacht werden können. Man verlangte von polnischer Seite das Recht znr Be­setzung der EifeUbahnlinie Lida-Moloöeskna und Grodno-Wilna, sowie das Recht zu einer zeitlichen Neu­besetzung Wilnas. Ganz abgesehen davon, daß dieser Punkt des russisch?-litauischen Friedensvertrag wider- fmicht, mißtraut Litauen, durch bittere Erfahrungen be­lehrt, den polnischen Versicherungen, daß die Besetzung WilnaS nur eine vorübergehende sein soll. In litaui­schen Regierungskreisen kann man in den Borschlägen der Polen keinen ernsten Charakter erkennen.

Verschärfung des polnisch-litauische« Konfliktes.

* Kopenhagen, 2. September. Der polnisch-litaui­sche Konflikt hat sich in den letzten Tagen bedeutend ver­schärft. Es ist kaum noch damit zu rechnen, daß der Konflikt ohne kriegerische« Avsgavg verläuft. Die pol­nische Abordnung hat bereits die Verhandlungen abge­brochen. Litauische Flieger haben gestern Augustowo mit Bomben belegt. Die Engländer versuchen nochmals zu vermitteln, indem sie den Polen Mäßigung angera­ten haben.

Poluisch-litauische Kämpfe.

Zwei polnische Divisionen haben die litauische Grenze überschritten und nach blutigen Kämpfen mit kleineren litauischen Abteilungen Smvalki besetzt. Auch der Fall von Setup wird sMndlich erwartet.

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Russischer Angriff. Die Reserven.

* * Warschau, 2. Sepreurber. Nach den letzten Mel­dungen von der Front ist im Osten von Dünaburg eine russische Reservearmee festgestellt worden, deren Stärke mehr als 100 000 Mann betragen dürfte. Diese Armee rückt bereits auf Bialystock vor und hat verschiedene Stützpunkte an der Nordfront besetzt. Im Zentrum der Fronr soll offensichtlich eine neue Offensive unternom­men werden. Alle Meldungen zeigen darauf hin, daß die Rüsten keinerlei Truppen von der Front gegen Ge­neral Wrangel zurückgezogen haben. In polnischeu Ge- «sralstabskreiseu wird die neue Wendung der Dinge als kritisch bezeichnet. Nichts schließt auf die Absicht der Rusteu, einen baldigen Frieden zu schließen, mit dem Pole« rechnen müsse.

Trotzki meldet einen Sieg.

* * Paris, 2. September. Ein Radio-Telegramm aus Moskau berichte« daß Trotzki sich bei den russischen Armeen im Kubangebiet befindet. Er drahtete an den großen Sowjet, daß feine Armee einen bedeuteubeu Sieg über Geueral Wraugel errungen habe. Damit wirb die erste russische Meldung über einen Sieg im Kubangebiet beftätiat.

Russischer Erfolg.

* * Geuf, 2. September. (S. C.) DerTemvs" mel­det am Mittwoch aus Warschau, daß die Russen zwischen Bialystok und Bjelsk den Narew überschritten haben.

Ste-wurden jedoch vvv-äe? vcLttsch-2 Sirtillert«' an der

* * Berlin, 2. September. (S. C.) Nach Meldungen aus Königsberg ist Grajewo von den Polen geräumt worden. Dte Russen stehen 5 Kilometer von Grajewo entfernt. Die Grenzübergänge bet Grajewo waren Mittwoch früh noch von Polen bewacht.

Polnische Siegesnachricht.

Warschau, 2. September. (L.-A.) Die Polen melden die Zersprengung der russischen Reiterarmee des Generals BudjennyS.

Russische Zuversicht.

* - Paris, 2. September. Ein russischer Funkspruch uilterrichtet über die Zustände der russischen Armee. Diese sei vollkommen intakt. Ihre Kräfte feien keines­wegs gebrochen und man hoffe in der nächsten Zeit schon Den entscheidenden Sieg zn erringen.

Die Einschließung Lembergs.

^ Basel, 2. September.Daily Herald* veröfsent- licht einen Mokaner Funkspruch, wonach die rote Armee Lemberg von allen Seiten eingeschossen habe. Verzwei- früe Ausfälle der polnischen Besatzung wurden unter Wnverften Verlusten zurückgeworfen. Ein neuer Augriff auf die Festung Przeniysl eingesetzt. Die russische Artillerie beschießt bereits die Autzenforts.

Untergang eines russischen Schlachtschiffes.

* * Kronstadt, 2. September. «L. A.) Das Sowjet- MlachtschiffRote Morgenröte" ist nach finnischen Mel­dungen nach einer Explosion auf der Kronstädter Reede Afunten.

Raudstaatenkonsereuz.

* * Warschau, 2. September. Aus unterrichteter Duelle verlautet, daß gegenwärtig zwischen der polni­schen und Räteregierung ein Gedankenaustausch statt- finbet über eine Anbahnung der russisch-polnischen Ver­handlungen zu einer Eonsereuz sämtlicher Randstaaten, f Hren Unabhängigkeit die Rätregierung anerkannt hat.

Die »kleine Euteure".

* * Bafel, 2. September. DerTemps" meldet aus

> Bukarest: Am 10. September findet eine Zusammen­kunft des serbtsönn Prinzregenten und des griechischen tftervräciber.ten Benizelos mit Vertretern der ru- >cheu RegreruNg statt. Auch Abgeordnete der Tscke- lowakei werden »e~treien sein. Der Zweck der Konferenz ist angedlich die Bildung eines jugo-slawisch- «iechisch-rumäntschen Bundes eobei die sog.kleine Entente" ins Leben gerufen werden soll.

Itarteuischer Amsturz.

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* * Lngano, 2. September lT. U.) Bon he« Me­tallarbeitern sind in Mailand »««mehr 280 Fabriken mit 30Mii Arbeitern besetzt worden Diese halte« straffe Disziplin und stelle» Wachen inneryar- «nd an- ßeyalS der HeMnine sowie ans den Dächer« aus. Ueberall von Schornsteine«, Türme« «vd Fenstern «ehe« die roten Flaggen. Es kam bisher zu keinerlei * Zmtschenfällc». Die revolutionäre Bewegung hat sich auf Rom und Neapel ««sgedehnt. F« »om sind Fabriken, in Neapel das große Eisenwerk und die fswerst von den revolutionären Arbeitern besetzt

De-ikchlarrds Ausnahme in Den Völkerbund.

w Paris. 2. September. Die Neutralitätserkläruug Deutschlands m russisch-polnischen Konflikt hat der En­tente besonders Frankreich, die größten Schwierigkeiten

beret-u. stn Boulogne war seiner Zeit von Frankreich

löslichen Mützen, tt@ Auge

der Plan gefaßt worden, Polen mit allem Kriegsmaterial und auch mit Trttppen zu unter'. . deren Durchfuhr durch Deutschland, Frankrecch ins Auge gefaßt hatte. Die deutsche Neutralitätserklärung hat diesen Plan vernichtet. Frankreich schreibt dieser Hal­tung Deutschlands allein die Folgen zu, die Polen durch den russischen Vormarsch zu tragen hatte. Von franzö­sischer Seite ist nunmehr angeregt worden, daß anf »er Genfer Konferenz die Zulassung Deutschlands zum Völ­kerbünde erfolgen solle, um Deutschland in Zukunft da­ran zu hindern, daß es sich ohne Zustimmung der an­deren Mächte neutral verhalten kann. England, Ita­lien und Amerika sind so wie so schon für Deutschlands bedingungslose Aufnahme in den Völkerbund.

Kein Abbruch des Generalstreiks.

** Stuttgart, 2. September. Der Württembergische Generalstreik nimmt seinen Fortgang. Die Berhand- lnuge« haben wider Erwarten zu keinem Ergebnis ge­führt. In einer gestern nachmittag abgehaltenen Ver­sammlung der Betriebsräte wurde der erste Beschluß, den Stretk abzübrechen, wieder aufgehoben, und die Durchführung des Streiks beschlossen. In verschiede­nen kleineren Städten haben die Arbeiter dte Arbeit ge­

stern wieder ausgenommen.

Berliner Bürgermeister-Wahl.

** Berlin, 2. September. (T. U.) Im 25er Aus­schutz der neuen Berliner Stadtverordnetenversamm­lung wurde von den unabhängigen Sozialdemokraten Oberbürgermeister Wermutb als Oberbürgermeister in Borschlag gebracht und mit 14 gegen 11 Stimmen vom Ausschuß als Katldidat empfohlen. Mit der gleichen Stimmenmehrheit wurde der mehrheitssozialistische Stadtrat Ritter als Kandidat für den Posten des Bür­germeisters aufgestellt.

Eine französische Niederlage.

Daily Expreß" meldet aus Konstantiuopel, daß arabische Streitkräfte die Franzosen angegriffen und sie gegen Damaskus zurückgeworfen haben. Von Mer- sina wurde in aller Eile Verstärkung abgeschickt.

Dr. Schwander reift nach Hanau.

* * Cassel, 2. September. Oberpräsident Dr. Schwan­der hat nach Hanau die Mitteilung gerichtet, daß er morgen nachmittag in Hanau eintreffen werde. Aus diesem Anlaß soll der bisherige Magistrat zu einer Sit­zung zusammenberufen werden. Dte Neuwahl soll dann im Anschluß an die Konferenz vorgenommen werden.

Lebeußmittelkrawalle.

* * Augsburg, 2. September. (T. U.) Infolge einer Lebensmitteldemonstration kam es zu blutigen Krawal­len. Gegen 3 Uhr zogen etwa 1000 Mann vor das Rat­haus. Als es zu Gewalttätigkeiten kam, gab die Reichs­wehr Schreckschüsse ab. Die Menge ging jedoch nicht auseinander. Mehrere Reichswehrsoldaten wurden an­gegriffen, angespuckt und geschlagen. Es kam zu einer Schießerei und einem Handgemenge, in deren Verlauf drei Personen getötet und mehrere verletzt wurden. Eine Abordnung der Menge wurde ins Rathaus ge­lassen und brächte dort die Forderungen der Demon­stranten vor.

Verhinderte Munitioustransporte.

* * Berlin, 2. September. (S. C.) Die Eisenbahner in Burg haben Munitionstransporte für die Reichs­wehr augehalten. In Stendal sind zwei Munitionszüge für die Reichswehr in den Ostgarnisonen aufgehalten und an der Weiterfahrt verhindert worden.

Der Präsident von Guatemala.

* * Berlin, 2. September. (L. A.) Carlos Herrera wurde zum Präsidenten der Republik Guatemala er­nannt.

Werlei wir La-e-

_ Der Rücktritt des^ngltschen Botschafters in Paris LoroTekvy wird von^eN LUgliMen Blättern gemeldet. Die preußische Landesversammlung wird am 15. September ihre Arbeiten wieder aufnehmen.

Der Reichstag wird voraussichtlich am 18. Oktober zuiammentreten.

lS-M Mtttterw gemeldett ä (f

Der amerikanische KreuzerPittsburg" ist gestern im Danziger Hafen eingelaufen.

Italienische Verstärkungen zum Angriff auf Al­banien sind aus Ftume nach San Giovanny abge- gangen.

Der Sowjetvertreter Fürstenberg-Hanotzki ist ge­stern in politischer Mission in Berlin einaetroffen.

Der Abtransport der internierten Russen wird nunmehr durch den polnischen Korridor vorgenourmen, da die größeren militärischen Operationen eine Ge- Mrdung nnd die große Anzahl der Russen eine wirt­schaftliche Belastung der Provinz darstellen.

Die Hamburg-Altouaer Fischindustrie ist von einem Streik bedroht, falls die Arbeitgeber den Wünschen der Arbeiter ntcht willfahren.

Das Bestehen eines deutsch-polnischen Geheimver- trages wurde vom polnischen Ministerpräsidenten Das- zinskt dementiert.

c Lloyd George traf gestern mit dem Bundcspräsi- denten Motta zusammen. Die Unterredung drehte sich um die Schweizer Verfassungsverhältniste.

Der Reichssinauzminister Dr. Wirth ist zu Bespre­chungen beim Landesfinanzamt in Stuttgart eingetrof- fen, ohne daß seine Reise mit dem Generalstreik im Zu­sammenhang steht.

An rusfischer Fnukspruch an Berlin teilt mit, daß die Russen die deutsche Grenze bei einer neuen Offen­sive nicht achten werden, da polnische Truppen, ohne entwaffnet worden zu sein, diese überschritten hätten.

Politische Rundschau«

Die Zukunft der Soldatensteblung. Mtnisterpräsi- dent Braun Afinbet sich zurzeit in Begleitung von Re- gierungsrat Goslar auf einer Inspektionsreise; er be­suchte das Lockstedter Lager, wo er Veranlassung nahm, in einer Versammlung über die Absichten und Ziele der Soldatenausiedlungen zu sprechen.

Zurücknahme von Deutschenansweisuuae«. Gleich nach der Aufhebung des Belagerungszustandes hat die Regterungskommisston die Ausweisungsbefehle nachge- prüft. Infolge einer ersten Aktendurchsicht sind ein­zelne Personen bereits ermächtigt worden, in das Saaraebtet zurückzukehren.

Das helslsch-frauzösischL Militärabkomme«. Man erwartet für die allernächste Zeit die Veröffentlichung des Inhalts des französisch-belgischen MtlitZrabkom- mens, das dem Völkerbund zur Registrierung vorge- legt werden soll. Das Abkommen setzt den Unstang des Heeres fest, welches Belgien im Kriegssalle stellen soll.

Die Umlage Dr Ninsttiche Düngemittel

Der Preußische Pressedienst teilt mit:

. In Kreisen der landwirtschaftlichen Bevölkerung ist vielfach noch die Ansicht verbreitet, daß die neben den xoch'tprA en für stickstoffhaltige und phosphorsäure- halttge Düngemittel zur Erhebung kommende und et- nem Teil des Verbraucherpreises bildende Umlage eine Zrt Steuer sei, die dem Reichsfiskus zufließt. Diese Ansicht beruht auf einem Irrtum. Die Umlage dient

tu erster Linie dazu, die Mittel zu schaffen, die erfor­derlich sind, um wirtschaftlich ungünstig arbeitenden Werken die Weiterarbeit im Interesse einer ausreicheu- den Belieferung der Landwirtschaft mit kttustlrchen Düngemitteln zu ermöglichen. Die Umlage hat ferner den Zweck, die Einfuhr von bestimmten Düngemittel- sorten und Rohstosseu, die zur Herstellung künstlicher Düngemittel benötigt werden, zu fördern. Die Um- lagebetrage werden hiernach ausschließlich im Interesso der Landwirtschaft verwendet.' Mit den aus der Um­lage zur Verfügung stehenden Wein ist es möglich ge­wesen, die Erzeugung von künstlichen Düngemitteln auf die retzige Höhe zu bringen. Ohne die Zuschüsse aus der Umlage hätte die Kunstdünger-Industrie diese Tä­tigkeit nicht entfalten können. Einzelne größere Werke hätten sogar die Erzeugung von Düngemitteln einstel­len miissen. Was aber ein Ausfall an Düngemitteln unter den gegenwärtigen Verhältnissen zur Folge ha­ben würde, dürfte jedem Einsichtigen ohne weiteres klar sein.

ßeridd und Recht

Urkundenfälschung «n» rBetrug. Der Monteur Friedrich Kühne aus Gelsenkirchen war am 22. Januar 1919 aus dem Heere entlassen und hatte an Stelle eines Entlassungsanzuges eine Ablösung von 129 Mark er- "------ " ' hat er auf Grund von Beschet-

Attlassungsanzuges eine ______ _ . ,

halten. Im November hat er auf Grund von Beschei­nigungen, die er gefälscht hatte, sich einen Anzug verab­folgen lassen, und im Dezember versucht, auf ähnliche Art noch einen zweiten Anzug zu bekommen. Unter Zubilligung mildernder Umstände wurde der Angeklagte Kühne zu eitler Gefängnisstrafe von neun Monaten ver­urteilt.

Gefährliche Sabotage in einem Schachte. Vier 18- jährige Bergarbeiter, Richter aus Ebersbrunn, Zeuner, Escher und Oeser aus Planttz, hatte« im Heinrich-Schacht zu Planttz bei Zwickau die zweigleisige Bahn zerstört, um die Arbeitsmöglichkeit zu vereiteln, damit sie aber doch den vollen Lohn erhielten. Sie erreichten durch Zu­fall nicht ihren Zweck. Wegen dieser Tat verurteilte das Landgericht Zwickau den Zeuner zu sechs Monaten Ge- fänMis. Escher hat sich inzwischen entleibt, Richter ist flüchtig geworden, Oeser aber mangels genügenden Be- weises freigesprochen worden.

Vermischtes.

Deutsche Dampfer nach Brasilien. Der Norddeutsche Lloyd nimmt jetzt die vor dem Kriege ausgeführten deut­schen Expeditionen nach Mittel-Brasilien ab Bremew und Hamburg wieder auf und zwar mit eigenen Schiffen. Auch die Deutsch-australische Dampfschiffahrtsgesellschaft in Hamburg wird in absehbarer Zeit ihren Dampfer- dienst wieder aufnehmen und zwar wahrscheinlich mit dem DampferWorms".

Unwetter anf der Ostsee. Der DampferGrüß Gott* des Norddeutschen Lloyd, der den Verkehr zwischen Swinemünde und Danzig vermittelt, traf infolge -es furchtbaren Sturmes mit 18 Stunden Verspätung in Danzig ein. Auf der Höhe von Rixhöft, unweit Zoppot, wurde vonGrüß Gott" der Untergang eines mit Holz beladenen Schleppkahnes beobachtet, wobei zwei Mann der Besatzung ertranken. Auch von dem Schlepper wur­den 2 Mann von den Wellen weggespült.

Das Hochwasser der Traun (Oberösterreich) hat be­sonders in der gleichnamigen Ortschaft Traun schwere Schäden zur Folge gehabt. Der Verkehr in den über­schwemmten Straßen wird durch Zillen aufrechterhalten. Aus den Gebirgsgegenden laufen Nachrichten über vor­zeitigen Kältecinbruch und Schneefälle ein. Aus ganz Böhmen wird Anschwellen der Flüsse infolge des letzten Regenwetters gemeldet. Der Elbe- und Moldauverkehr

Ein großer Hotcldievstahl ist in Berlin in der Fried- richstraßev erübt worden. Einem Gaste wurde dort eine braunlederne Reisetasche gestohlen, die 116 000 Mark deutsches und 180 000 Mark polnisches Geld enthielt, außerdem zwei Brillanten im Werte von 26 500 und eine Brillantnadel im Werte von 12 000 Mark.

Typhuserkraukungen haben sich in Potsdam fett un­gefähr eineinhalb Wochen in bedenklicher Weise gehäuft. Die Ermittelungen der zuständigen Behörden ergaben eine Infektion durch Milch. Der Herd der infizierten Milch wurde in der Stadt Beelitz entdeckt. Auch in Bee- litz wurden Erkrankungen der gleichen Art festgestellt.

Bei einem Zusammenstoß zweier Automobile auf der Chaussee Langfuh-Oliva (Danzig) wurden drei In­sassen getötet und ein Arbeiter schwer verletzt.

Wegen großer Schiebergeschäfte bei dem Verkauf von Heeresgut, das auf den Reichswerken in Lippstadt bei Esien lagerte, wurden Generaldirektor Windmüller, Ingenieur Hering, Bankier Sixtus und Kaufmann Stahl verhaftet. Kernig und Sixtus waren bis »unv 1. Oktober 1919 Leiter der Zweigstelle der Reichsver- wertungsämter in Hagen und Hoheulimburg. Das Gerichtsverfahren ichwebt beim Landgericht Paderboru.

Ein Zug entgleiste aus unbekannter Ursache auf der Strecke Göteborg-Saeroe (Schweden). Ein mit Passa- gieren stark besetzter Wagen wurde vollständig zerstört. Bet dem Unglück wurden 3 iunge Leute getötet, 3 an­dere schwer verletzt.

Umfangreiche« Banderolendiebstählen ist die Ber­liner Kriminalpollzer auf die Spur gekommen. Es stellte sich heraus, daß vier Packer bei einer Berliner Steuerzweiastelle von zwei Galiziern dazu angesttsiet waren, Zigarettenbanderolen zu stehlen. Nach den vorläufigen Feststellungen haben die Diebe nach und nach für über 700 000 Mark Banderolen entwendet, von denen ein Teil wieder herbetgeschafft werden

Hagenbecks Verluste seit Krieasbeainn. Durch die Presse ging die Meldung, daß die sühne Hagenbecks be- absichtiatem/Sen Stellinger Tierpark bei Hamburg auf. zugeben. Die Nachricht bestätigt sich nicht. Der Tier­park wird nur für einige Zeit geschlossen, da sein Unter­halt noch immer hohe Kosten verursacht und sein Bestand infolge ungünstiger Zeitverhältniffe ftarf TuÄ^^ ist. Während des Krieges und der auf ihn folgenden Nabre hat der Tierpark unersetzbare N-iu.«n- -in,u-

ist. Während des Krieges und der auf ihn folgenden Iame hat her Tierpark unersetzbare Verluste erlitten. Nach einer Aufstellung Haaenbecks sind in dieser Zeit verendet. 74 ^wen, 19 Tiger, 40 Bären, 19 Etöbärcrl, 8 Leoparden, 19 Hyänen, 2M Affen, darunter 7 Schim­pansen und tE, 14 Elefanten, 120 Hirsche, 28 ^???-^^0 Lebras, 17 Känguruhs, 2 Nashörner, 05 Antilopen, 20 Stachelschweine, 1000 Schildkröten. 08 ^E,.^ Kraniche, ^Schwsim

50 «(titangen und iamtliche Robben, darunter auch Dali !^e Walroß. ^ L^lehriae "Harros", der das Publtkum so oft durch feine Kunststücke ergötzt hatte

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^^ « s^Ä 'M» ?»"?innen des Stattstischen Amtes in Chemnttz haben in einer hW aenau feoae. setzten,Ul p°n Fall^ sich Leben^ittel^^ unge­eignet und zur Bertrcschung dteser Verteüluuaen falsche Urkunden angfertigt. Das»»»." .-Ä". verurteilte die sechs Angekla, von 16 Wochen, eine nucrde 1

Amnestie vom 8. Dezember 1916 geroßt

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