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Französische Lieferungen für Pole».

x Basel. 27. August. C.) Wie Sie Blätter aus Havre melden, sind am 22. August 3 und am 23. und 25. August je 4 französische Dampfer mit Aruuftivn und Kriegsmaterial nach Danzig ausgelaufen. Den, Luoucr ProgreS zufolge hat der französische Hafeuarbciterver- band in Havre die Aufforderung, Munittonstransporte sttr die Polen nicht abzufertigeu, keine Folge geleistet. Dem Baseler Anzeiger zufolge sind auch aus Cheroburg in den letzten Tagen Schiffsverladungen für Polen über Dauzig erfolgt.

Die Ht«richt»«gsmaschi»e.

Lromderg, 27. Augiftt. Nachdem auch in der Ge­gend von Cohensee die Russen den Rückzug angetreten haben, ist ganz Pomerellen wieder in der Hand der Polen. Die Zahl »er von den Pole» erschossenen Deut­schen ist bereits auf 32 gestiegen.

Verstärkung »er ostrreußiscke« Reichswehr.

x Berlin, 27. August. (T. U.) Um die zahlreich übergetretenen Russen aus Ostpreußen auf dem Wege über Pillml nach Deutschland abtransvortieren zu kön­nen. hat sich eine Verstärkung der Besatzungstruppen in Ostpreußen als notwendig erwiesen. Wie dieT.-N." meldet, sind zur Zeit ein bis zwei Bataillone Reichs­wehr auf dem Transport nach Ostpreußen unterwegs.

Für die ftltcruierte» Rusieu.

x Berlin, 27. August. Die deutsche Regierung hat mit den dänischen Reedereien Verhandlungen ausge­nommen für die Bereitstelluna von 60 000 Tonnen HandelStomwge für den Abtransport der Russen aus Ostpreußen. Gleichzeitig hat das Reichsmehrmiuiste- rium Auftrag gegeben, von der: früheren 17 Internie­rn« gslagern sechs wieder in Stand zu setzen, um die russischen Kriegsgefangenen aufzunehmen. Nach den beim Reichswehrministerium bis gestern abend einge­gangenen Meldungen beträgt die Zahl der übergetrete- nen Nullen 56 247 Mann.

Ncichstagsausschutz.

x Berlin, 27. August. (T. U.) Der parlamenta­rische Ausschuß für auswärtige Angelegenheiten wird rassfichtlich am Dienstag nächster Woche zu einer Sitz»»» zufammeutreteu, in der Minister des Auswär- ttge« Dr. Simons einen Bericht über die auswärtige Lage geben wird.

Simons auf Reisen.

x Berlin, 27. August. «T. II.) Nach einer Meldung derT.-U." wird der Minister des Auswärtigen. Dr. Simons, erst morgen nach Berlin zurückreisen. Seine Ankunft verzögert sich infolge seiner dienstlichen Reise in Süddeutschland.

Neuordnung der Polizei.

x Berlin, 27. August. (T. 11.) Die seit geraumer Zeit geplante Neuordnung des gesamten Polizeiwesens wird nunmehr in Angriif genommen, und zwar im Sinne der einheitlichen Ausübung der Polizeigewalt durch die Behörde. Unter Bezug auf die augenblicklich herrschende Zersplitterung wird die Ordnungspolizei, Sicherheitspolizei gewissen Provinzial-Jnstanzen un- Jerstent. Der Plan für die Neugestaltung berücksichtigt c® die FordetlUlgen der Miierten. Die Durchfüh­rung dieser Pfaßnabmen ist in aller Kürze zu erwarten.

UebertriSese Gerüchte.

x Hamburg, 27. August. (T. 11.) DieHamburger Warte" hatte vor einiger Zeit eingehende Mitteilungen über das Vorh,mdeniein einer roten Armee in Hamburg gebracht. Diese Mitteilungen führten dazu, daß der Herausgeber des Blattes, Soly, nach Berlin Berufen wurde, um dem Reichswehrminister nähere Aufklärun­gen zu geben. Die sofort angestellten Ermittelungen sind nunmehr abgeschlossen und die Akten dem Staats­anwalt übergeben worden. Wie die Hamburger Poli­zeibehörde mittelst, läßt sich jetzt feststellen, daß die An­gaben derHamburger Warte" stark übertrieben sind, .. ^-««iu-fctÄ. Anlaß zur Beunruhigung vorliegt. .

Entwafsnungstermi«.

x Berlin, 27. August. Nach Informationen des Neichskommissars für die Entwaffnung beginnt die Entwatinungsaktion für das Reich am 12. Septem­ber d. Is.

Rückkehr des Außenministers.

x Berlin, 27. August. lT. U.) Der Reichsminister des Aeutzern, Dr. Simons, hat nach seinem Besuch beim Reichspräsidenten Ebert in Freudenstadt und beim bayerischen Ministerpräsidenten Dr. Kahr gestern früh um 8 Uhr von München aus die Heimreise nach Berlin angetreten.

Einheitliche Polizeistunde.

x Berlin, 27. August. lT. 1t.) Wie dieMorgen- post" erfährt, ist die einheitliche Durchführung der Po­lizeistunde für das ganze Reichsgebiet in Aussicht ge­nommen. Es wird voraussichtlich ungeordnet werden, daß sämtliche Gaststätten um 11 Uhr abends zu schließen sind. Für Preußen steht eine dahinzielende Verfügung des Ministers des Innern unmittelbar bevor.

Ausschreitungen.

x Berlin, 27. August. lT. II.) Bei der Firma Pin'ch A.-G. in Fürstenwalde durch eine Ententekom- mtffwn für Frankreich, England, Japan und Italien »eschlagnahmte 28 Torpedos und Bombenabwurfvor­richtungen, nebst vier vollständigen Wasserflugzeugen, die einen Wert von 7 bis 8 Millionen Mark darstellen und gestern abtransportiert werden sollten, wurden von der Arbeiterschaft, die glaubte, das Material sei für Polen bestimmt, auf dem Fäbrikhofe vernichtet. Die Firma meldete die Vorfälle sowohl der Reichsregie- rnng wie der interalliierten Kommission. Bei der Zer­störung spielten sich Szenen ab, die die Schließung des Werkes notwendg machen dürften.

Ableh»u»g des Generalstreiks.

x Stuttgart, 27 August. Die Vertreter des Ge­werkschaftskartells sowie der Betriebsräte und Ver­trauensleute nalrmen Stellung zum Generalstreik. Ein Antrag auf Erklärung eines sofortigen und unbefri­steten Generalstreikes wurde mit großer Mehrheit at= gelehnt. Die Stadt ist vollkommen ruhig. Es kam nir­gends zu Zwischensätzen.

Spinnerstreik in der Pfalz.

x Ludwigshaseu, 27. August. Seit gestern sind die Textilarbeiter der Baumwollspinnerei in Spener wegen Lohndsiserenzen ausgesperrt. Der Arbeitergeberverband droht mit der Aussperrung der gesamten Textilarbeiter der Rheinpfalz.

Freiheit der Lehre?

x Berlin, 27. Angust. lT. U.) Die persönlichen Angriffe, die gegen Professor Dr. Einstein in einer Ver­sammlung der Arbeitsgemeinschaft der deutschen Natur- sorscher und bei anderen Gelegenheiten vorgebracht wurden, haben den Gelehrten, wie dasB. T." mitteilt, zu dem Entschluß gebracht, seinen Wohnsitz von Berlin in eine andere Stadt zu verlegen.

Frankreich und Luzeru.

x Paris, 27. August. In Frankreich haben die Telegramme von Lloyd George und Molittt an Mille­rand lebhaftes Mißbehagen erweckt. Die Pariser Be- ächte sichren eine lehr erregte Sprache. In den Blät­

tern heißt es, noch vor 10 Tagen führte die englische Regierung eine Politik für ein Uevereiukommeu mit der Sowjctrcgicruug. Llovd George und Giolitti haben zwei Tage lang Beraten ohne Frankreich um seine Mei­nung zu befragen. DerFigaro" meldet, daß Deutsch­land sich sehr getäuscht sehe, denn Simons und Fehren- bach, die darauf rechneten, in der Schweiz zu finden, was sie in Belgien verloren haben, sind nach Berlin zurückgekehrt.

Oesterreichischer Protest.

x Wien, 27. August. (Eig. Drahtn.) Die österrei­chische Regierung hat der Reparationskommission eine ausführliche mit eingehenden Zahl- und Finanznach- meisen belegte Note über die Oesterreich im Fricöens- vertrag von St. Germain auferlegten Verpflichtungen zur Ablieferung von Vieh und Möbel übermittelt. In der Note wird zum Ausdruck gebracht, daß derzeit in Oesterreich keine Möglichkeit bestehe, den Verpflichtun- gen uachzukommen. Oesterreich führe selbst ausländische Produkte und Fabrikate ein, deshalb möge die Kom­mission neue Termine für die Lieferung bestimmen.

Exkönig Konstantin nicht gcuchm.

Der Timcs"-Berichterstatter in Luzern meldet, daß Lloyd Oicorce gestern morgen einen Brief vom ehema­ligen König Konstantin erhalten habe. Dieser äußerte darin den Wunsch nach einer Unterredung mit Lload George. Der britische Ministerpräsident antwortete, daß es ihm infolge des kürzlich verübten Anschlags auf das Leben Venizelos' unmöglich sei, diesem Ersuchen nachzugebeu.

Balkan-Freundschaft.

x Belgrad, 27. August (T. II.) Der bulgarische Ministerpräsident Stambulinski ist in Belgrad einge­troffen, um Verhandlungen zwecks Annäherung Bul­gariens an die kleine Entente zu führen. Auch wird der Beitritt Griechenlands in diesem Bunde in Aussicht genommen.

. Eine Warnung der englischen Arbeiter.

Das Aktionskomitee der englischen Arbeiterschaft hat nach Kenntnisnahme des Luzerner Kommuuguecs Sloud George wissen lassen, daß das Komitee in dem Kom- muniauee einen Schritt zum Kriege und einen reaktio­nären Akt erblicke.

Tschechien mobilisiert.

Wie derUkrainische Kurier" meldet, ziehen die Tschechen an allen Punkten der Demarkationslinie Truppen zusammen. Bei Fernern und Salgo-Tarjan wurden militärische Bewegungen fest gestellt. Die Tsche­chen haben an der polnisch-ukrainischen Front Befesti- gungsarbeiten begonnen und Drahtverhaue aufgestellt.

SinnfeinerBewcgnng.

x Dublin, 27. August. In den letzten Tagen sind wieder in Irland verschiedene Polizeibeamte von den Sinnfeinern erschossen worden. Die Küstenwache bei Brom Bca» in der Nähe der Stadt Cork wurde über­fallen. Die Angreifer nahmen die Wache gefangen, steckten das Gebäude in Brand und beschlagnahmten sämtliche Lebensmittel. Mit der Vernichtung dieser Küstenstaiiou ist es unmöglich geworden, den Schiffen in der Nähe drahtlose Verbindungen zu schaffen, daß diese Station den Verkehr mit dem offenen Ozean un­terhielt. Stuf eine Anfrage der Schwester des Bürger­meisters von Cork teilte der Minister des Innern mit, der Bürgermeister würde nicht entlassen. Wenn er keine Nahrung zu sich nehmen wolle, so müsse er eben sterben.

Allerlei vom Tsge.

Die deutsch-österreichische» Beratungeu über wirt­schaftliche Fragen, die in München stattgefunden haben, haben zu einem beide Teile befriedigenden Ergebnis ge­führt.

Ein internationales revolutionäres Komitee der Gewerkschaften hat sich in Moskau gebildet. Es umfaßt 8 Millionen Arbeiter Rußlands, ^llligiijSi.^ Bulgariens uW GeorglensF

Der Bürgermeister von Cork sollte gestern von 3000 Iren befreit werden, die das Gefängnis zu stürmen ver­suchten. Bei Zusammenstößen mit der Polizei wurden mehrere Personen, darunter Frauen, verwundet.

Der sozialistische Freistaat Georgien hat hervor­ragende Sozialisten aller Länder zum Besuch des Landes eingeladen.

Der Reichsanzeiger gibt das Gesetz über Abschaf­fung der allgemeinen Wehrpflicht und über die Dauer der neuen Dienstverpflichtung besannt.

General Weygand, der französische Militärbevoll­mächtigte in Warschau, ist zum Ehrenbürger von War­schau ernannt worden.

Die rnssischeu Delegierte» Kameneff und Krassin haben bisher nicht, wie gemeldet wurde, um die Zustel­lung ihrer Pässe ersucht.

Die italienische Regierung wird, laut einer Note an die Vereinigten Staaten in kürzester Zeit die diploma­tischen Beziehungen zu Sowjetrutzland wieder auf­nehmen.

Zum italienische« Gesandten in Kunstantinopel ist Garron ernannt.

Eine besondere Bermaltuugsbehörbe beabsichtigt die englische Regierung für die Araber östlich des Jordans einzufetzen.

Die Hafenarbeiter in den deutschen Nordleehäfen drohen wegen Lohnforderungen mit dem Streik.

Die anhaltische Regiernng hat die Landessicherheits- polizei aufgelöst und an ihrer Stelle die Schaffung einer staatlichen Ordnungspolizei angeordnet.

Der amerikanische Govverneur Cor hat gegen die republikanische Partei die Anklage erhoben, sie habe be­deutende Summen zusammengebracht, um die amerika­nische Präsidentschaft zu kaufen.

Wegen des znrttckqehaftene» DampfersImpera­tor", -er zu Truppentransporten zur Verfügung gestellt war, hat die englische Regierung nach Washington eine Entschädigungsforderung gerichtet.

Polififdie Rundschau«

Drohender Streik der preußischen Koucmunalbe- amten. Wie dasBerl. Tagebl." vernimmt, macht sich in den Kreisen der im Gemeindedienft tätigen Beamten und Dauerangestellten seit einigen Tagen eine stark wachsende Erregung bemerkbar, die sich gegen die Slus- sührungsbestincmunaen zum Besoldungsgesetz richtet. Die Beamten befürchten davon eine Kürzung ihrer Be­züge. Massenkundgebungen und Protestversammlnugen seien in den nächsten Tagen mit Bestimmtheit aus allen Landestetlen zu erwarten. Gelingt es nicht, die Mi­nister von der Unhaltbarkeit der Ausfiihruugsbestiw- mungen zu überzeugen, so werde die ArbcitSeinstelluug der preußischen Kommunalbeamten und Augestelften in bedrohliche Nähe rücken.

Sie Stmotbung bet Satenfamilie.

Ueber die Ermordung der Zarenfamilie, die immer noch nicht ganz aufgeklärt ist, schreibt jetzt die Prawba auf Grund dokumentarischer Unterlagen:

Bolschewistischer amtlicher Bericht über die Unter suchung, die am 17. Dezember des Vollzugskommissars der Sowjets in Perm stattgefunden hat. 28 Personen wurden verhaftet unter dem Verdacht, den Zaren und dessen Familie ermordet zu haben. Der Bericht lautet:

Der revolutionäre Gerichtshof hat den Fall der Er- . mordung des ehemaligen Zaren, seiner Gattin, der Töchter Olga, Maria und Anastasia und ihrer Diener- schaff behandelt. Insgesamt sind elf Personen ercuor- det worden. Vocc .diesen 28 Angeklagten waren die 1 Mitglieder der Sowjets in Iekateriuburg, uämlich Grusinow, Jakhontow und Malutin sowie zwei Frauen Maria Afraksina und Elisabeth Mironova. Der Mord hatte sich laut Material, das dem revolutionären Ge­richtshof zur Verfügung stand, folgendermaßen ruge- tragen:

Der Zar und seine Umgebung wurden erschossen, aber ohne Spott und ohne Grausamkeit. Jakhontow gestand ein, daß er den Mord organisiert habe, um die Schuld den Sowjetbehürden aufzubürden. Er sei Mit- glieo der Sozialrevolutionäre des linken Flügels. Der Plan, den Zaren zu ermorden, war bereits während seines Aufenthaltes in Tobolsk entstanden. Dort wurde aber der Zar zu streng bewacht. In Iekaterinburg, als die bolschewistischen Truppen sich der Stadt näherten, waren die Sowjetbehürden in derartiger Aufregung, daß es ihm ein leichtes war, als Präsident der außer­ordentlichen Kommission zur Niederkämpfung der Ge­genrevolution den Befehl zu geben, den Zaren und seine Familie zu ermorden. Jakhontow gestand weiter ein, er habe sich selbst persönlich an dem Mord beteiligt und übernehme die Verantwortung. Er stellte aber die Schuld an der Beraubung des Eigentums der Zaren­familie in Abrede. Wie er weiter sagte. Habe der Zar, ehe er starb, die Worte gesprochen:Für diesen Mord wird Rußland die Bolschewiki fluchen!" Grusinow und Malutin erklärten, von Jakhontow vorher nichts ge­wußt und lediglich seine Befehle ausqefiihrt zu haben. Jakhontow wurde zum Tode verurteilt, die beiden Frauen und die beiden anderen, Grusinow und Malu­tin, wurden wegen Diebstahls verurteilt, und zwar gleichfalls zum Tode. Das Urteil wurde am nächsten Tage ausgeführt.

Wissenschaft Kunst und hiteratun

Zur Krüppelfürsorge. Das Krüppeltum hat unter den Kriegswirkungen erschreckend zugenommen. An­dererseits ist durch die neuen Krüppelgesetze für aus­reichende Abhilfe Sorge getragen. Wie dieses zweck- mäfna zu geschehen hat, werden die Beratungen des 6. Deutschen Krüppelkongresses feststellen, der mit einem, reichen Bortragsstoff aus Klinik, Schule, Sandwerks­lehre vom 1. bis 3. September unter dem Vorsitze von Prof. Biesalski-Berlin im preußischen Volkswohl- fahrtsministerium, Berlin, abgehalten wird. Ntit dem Kongreß ist eine Ausstellung für Bekämpfung der Kno­chen- und Gelenktuberkulose verbunden, die von der Deutschen Vereinigung durch das Oskar-Heleue-Heim unter Mitwirkung des Deutschen Hygtene-Museum Dresden geschaffen ist.

VermiFdites.

Znr Bekämpfung der zunehmende» Arbeitslosigkeit und zur Föröeruug der produktiven Erwerbslosen-Für- sorge hat der Bezirksverband Gera-Reutz eine kunstge­werbliche Werkstätte eingerichtet, in der farbige Futz- bodenmatten aus Binsen und Strohgsflechte hergestellt werden. Die Organisation und künstlerische Leitung liegt in den Händen des Malers Friedrich Blau. Auf der Leipziger Herbstmesse werden die Werkstätten be­reits vertreten sein.

Große Beute an Lebensmittelkarten machten Ein­brecher, die in die Räume einer Brotkartenkommission tnüharlvtteiibnr» -t»drangen. Sie-Wahlen 4A 2QQ-NNO,fa** .4 karten, 1550 Fettkarten und ebensoviele Lebensmittel­karten.

Unterschlagungen in Höhe von einer Million find bei der Reichsbanknebenstelle in Harburg aufgedeckt worden. Als Täter wurde der 24jährige Hilfsbeainte Karl Luedge festgestellt. Es gelang der Polizei, ihn in Waruemünde zu verhaften. Ein Teil des Geldes wurde in feinem Besitz gefunden.

Polnische Getreidehamsterer reisen nach Meldungen aus Schlesien dort und in anderen Teilen Deutschlands herum mit dem Auftrag, deutsches Getreide für Polen zu kaufen. Die Aufkäufer unterhalten Zentralen, die in Breslau, Königsberg und anderen Städten errichtet worden sind.

Tödlich abgestürzt ist auf der österreichische,l Seite der Zugspitze der Vermessungsassistent Schmidt aus Stettin. Auf der Vorarlberger Seite der Zimmbaspitze wurde ein unbekannter Tourist tot aufgefunden. Am Fluchthorn ist der Juwelier Swenene aus Deutschland abgestürzt und schwerverletzt geborgen worden.

Preisabbau der Laudwtrte im Harz. Der Land­wirtschaftliche Verein in Osterwieck im Harz beschloß, entgegen dem von der Regierung festgesetzten Kartof- selvreise von 25 Mark für den Zentner, den Verbrau­chern nur den Preis von, 18 Mark abzimehmen.

Bei einem großen Embruchsdiebstahl bei der Che- migraphischen Kuustanstalt Siekel u. Co. in Leipzig- Schönefeld im Oktober v. Is. waren wertvolle Raster und Objektive entwendet worden, deren Diebstahl da­durch verhängnisvoll zu werden drohte, daß durch ihn 60 Arbeiter brotlos gemacht werden konnten. Eigen­tümlicherweise fanden sich die Objektive später in der Fabrik wieder. Jetzt hat es sich herausgestellt, daß der Einbrecher kein anderer a^s der Mitinhaber der Firma selbst war. Dieser hat, wie sein Kraftwagenslihrer jetzt gestand, mit diesem die Gegenstände nachts unter Be- Nutzung eines Nachschlüssels aus der Fabrik genom­men, um deren damaligen Sllleminhaber Wilhelui, mit dem er Tiftcreuzen hatte, den Weiterbetrieb der Fabrik unmöglich zu mache«. Der ganze Vorgang stellt sich somit alS ein Racheakt niedrigster Art dar.

Den Ausdruck eines Bnltans in Lapplaud meldet Dageus Nyheter". Zwei Lappen beobachteten auf dem Berae Oestre Starbetjara, wie Erde und Stetnblöcfe hoch in die Luft geschleudert wurden sich ein etwa 100 Meter breiter Krater mit etwa 6 Meter breiten Erd- riüeit nach der Seite hin bildete. Lava sei nicht hervor- '^Ein' Haus für ein «»«. Wenn wir heute über die hohen Bücherpretse klage«, so können wir uns damit trösten, daß in vergangenen Zeiten Bücher noch viel teurer bezohlt wurden. Anton von Padua mußte im 15. Jahrhundert sein Haus verkaufe«, um sich einen Livius an schaffen zu können. Eme Grafiuvvn Anjou gab für ein Buch der Hvmtlien des Bischofs Haimon von Hal- berüadi 200 Schafe, 5 Malter Wetze« und ebensoviel Reis und Hirse. Als Ludwig 11. sich im Jahre 1471 die Werke des arabischen Arztes Rhasis von der medt- zinifchen Fakultät in Paris borgte, mußte er nicht nur große Mengen Silbergerät als Pfand geben, sondern auch noch einen angesehenen Bürgen dafür stellen, daß er das Buch richtig zurückgeben werde.