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T~ Reue Konflikte.

» - Paris. 14. August. DerTemps" berichtet von einem neuen englisch-französischen Gegensatz, der da­durch hervorgerufen ist, datz Frankreich sich weigert, Emir Feffal als König von Pkewvotamicn anzuerken- neu, trotzdenr England sich dazu bereit erklärt hat.

Ketue finnische Probiltsation.

* * Helfiugfors, 14. August. (T. IL) Die Gerüchte von einer Mobilisierung in Finnland werden offiziell dementiert.

Die Lage im Saargebiet.

F Die Lage im Saargebiet.

* * Köln. 14. August. (T. U.) Meldungen aus dem Saargebiet zufolge wurden heute vormittag, obgleich die Berbändlungen zwischen der Verwaltung und der Streikleitung noch nicht zu Ende geführt sind, die Ar­beiten allgemein wieder ausgenommen. Nur der Be­trieb der Eisenbahnen ruht. Die zeitweise von den Franzosen verhafteten Personen wurden zum großen Teil wieder freigelassen. Es herrscht im allgemeinen Ruhe. Der Verkehr wird wieder normal. Auch der Telephon- und Telegraphenverkehr ist wieder ausgenom­men. Da die wesentlichen Forderungen der Arbeiter­schaft bisher erfüllt wurden, werden die Verhandlun­gen morgen zu Ende gehen.

Französische Eingriffe.

* * Karlsruhe, 14. August. (S. C.) Der Regie- rungsrai des Saarstaates hat die amtliche Entlassung von 64 deutschen Beamten ausgesprochen, weil sie der Aufforderung, den Streik abzubrechen, nicht nachae- kommen sind. Ihre Stellen wurden französischen Be­amten im Elsaß übertragen.

Deutsche Denkschrift in der Saarfrage.

* * Rom, 14. August. lT. U.) Der deutsche Geschäfts­träger überreichte eine Denkschrift der deutschen Regie­rung über die Lage im Saarbecken. Die tiefsten Gründe hierfür seien: die Französierungspolitik, die Behand­lung der Beamten, die Belastung der französischen Trup­pen im Saargebiet gegen die Bestimmungen des Ver- failler Friedensvertrages, das Fortbestehen der Kriegs­gerichte und die Tatsache, das das wichtigste Amt einem Franzosen anvertraut sei. Zum Gerichtspräsidenten sei der Geheimrat Nippold ernannt worden. Ebenso fei der franzosenfreundliche Geheimrat Muth gewählt wor­den. Dies bedeute eine neue Herausforderung der Be­völkerung. Die Folgen fallen auf Seiten der Verwal­tung.

Zum Streik im Saargebiet.

* * Saarbrücken, 14. August. Die bisherigen Ver- Hanclu lgen mit den Streikenden find ergebnislos ver­laufen. Gestern proklamierten auch die Arbeiter den Generalstreik für das ganze Saargebiet. Gerüchtweise verlautet, Präsident Rauld habe namens der Regie- rungskommisfion in einer Eingabe an den Völkerbund ersucht, hie Regierung des Saargebietes au Frankreich au übertragen.

Anschlag auf Venizelos.

Venizelos ist Donnerstag abend das Opfer eines Attentats auf dem Luouer Bahnhof gewor­den. Zwei Griechen haben 5 Revolverschüsse anf Be­nizelos abgefeuert. Benizelos wurde von 2 Kngeln ge­troffen. Der Zustand des Benizelos ist nicht besorgnis­erregend. Er würbe sofort in eine Klinik eingeliefert.

Die Agentur Havas berichtet noch Einzelheiten: Benizelos war eben aus dem Auto gestiegen und ging in Begleitung des griechischen Gesandten in Paris den Gang vor dem Gepäckrauur entling, als hintereinander acht Süchsse fielen und Benizelos zu Boden sank. Die Polizei nahm die Verfolgung der Attentäter auf. Der eine wurde sofort verhaftet, während der andere später im Hofe des Lyoner Bahnhofs festgenommen wurde. Der eine ist der Genieleutnant Georg Kyriskis, der an­dere der Schiffsleutnant Therafis. Venizelos hat in der linken Schulter eine kleine Kuael. T^,#roette Ku-

Attentä­ter waren am 22. Juli in Paris angekommen mit der Absicht, Venizelos zu töten.

Atteutatspläue gegen Lloyd George.

Daily Erpreß" schreibt, man habe gestern im Mi­nisterium des Innern Kenntnis von einer Verschwö­rung gegen Lloyd George erhalten. Nach demselben Blatt wird der Besuch Lloyd Georges auf dem Konti­nent nicht stattfinden.

Unverzügliche Entwaffnung.

Berlin, 14. August. Die Regierungen der Frei­staaten des Reiches erhielten den Auftrag des Reichs- kounnksiars für die Entwaffnung, die Eutwaffnungs- aktion unverzüglich aufznnehmev und bis zum 30. Sep­tember durchzuführen. Wenn bis dahin die Entwaff­nung nicht vollständig durchgeführt ist, tritt eine Zwangsentwaffnung durch das Reich ein.

Demonstration gegen den Steuerabzug.

w Stuttgart, 14. August. Da der lOvrozentige Steuerabzug bei der Württembergischen Arbeiterschaft vielsirch auf Widerstand gestoßen ist, wandte sich das württembergische Arbeitsministerium an das Reichsfi- nanzuEnisterium. Staatssekretär Mösle ließ erklären, daß die Reichskasse unmöglich auf den Steuerabzug ver- zichiqn kann. Vor einer Steuersabotage könne nicht dringend genug gewarnt werden, weil diese letzten En­des um Staatsbankerott führen müsse. Während dieser Verhandlungen demonstrierten 5000 Arbeiter der staat­lichen Eisenbahnwerkftätten vor dem Eisenbahndirek- tionsgebbäude gegen den Steuerabzug.

Die Fahuenaugelegeuheit.

* Genf, 14. August. lT. C.> DerTemps" mel­det: Dem deutschen Geschäftsträger wurde das Ersu­chen Frankreichs an Deutschland überreicht, die Berli­ner Fahnenangelegenheit im Sinne der französischen Forderungen vom 30. v. Mts. zur Erledigung zu brin­gen. Die Note setzt keine Frist zur Erfüllung der For­derungen, ist aber sachlich und ernst gehalten.

Orgesch in Halle.

* * Halle, 14. August. Wie hier verlautet, zogen fast sämtliche studentische Korporationen in Halle zu dem der Orgeich nahestehenden Treubund. Aus einem Vor­gefundenen Mobilmachunasplan der Korporationen, der die Aufschrift trägt,Aufstellung der studentischen Kompagnien" und in dem die einzelnen Kompagnien aufgeführt sind, geht die Richtigkeit dieses Gerüchts her­vor.

Die deutsche Frkdevsbelegation.

Nach einer HavaS-Meldung ist die deutsche Frte- dmsdelegation in Paris keineswegs aufgelöst worden. Ihr Vorsitzender Göppert hat sich allerdings nach Ber­lin zurückbegeben, um wieder in den Dienst des Mint- Aertums deß Aeußern zu treten. Biß zur Ernennung geb endgültigen Nachfolgers versteht aber Herr von Wedel die Funktionen, des Vorsitzenden.

In Lndwigshafeu und Neustadt (Pfalz) ist gestern eine Anzahl von Gewerkschaftsfunktionären durch die französische Militärbehörde verhaftet worden unter An­schuldigung der Berbindung mit den gegen die Sicher­heit der Besetzungstruppen gerichteten Umtrieben in der Pfalz. Auch in Pirmasens sind gestern vier Ver­haftungen durch die Franzosen vorgenommen worden.

Die Landwirte gegen ihren Minister.

Im großen Gürzenichsaal in Köln fand eine von über 1500 Landwirten besuchte Versammlung statt, die in einer Entschließung aufs lebhafteste bedauerte, daß der preußische Landwirtschaftsminister sich bewußt in den schärfsten Gegensatz zur Landwirtschaft stelle. Die rhei- nische Landwirtschaft verlangt aufs bestinnnteste, daß der Minister einem Mann Platz macht, der sich mehr als Ver­treter der Landwirtschaft und der Staatsregierung fühlt und betätigt. In einer zweiten Entschließung wurde da­gegen Einspruch erhoben, daß bei Festsetzung der Ge- treidepreisc auf die wirtschaftlichen Verhältnisse zu wenig Rücksicht genommen ist. Weiter wird die freie Bewirt­schaftung für Hafer und Gerste gefordert. Auf die Preise für Brotgetreide muß, wie es auch für die Ernte 1919 seitens der Reichregierung geschehen ist, ein Aufschlag ge­zahlt werden, der den höheren Produktionskosten der Landwirtschaft entspricht.

Schwere Unruhen.

Zu schweren Streikunrnhen ist es am Donnerstag und Freitag in Königsberg gekommen. Nachdem am Freitag die Schlichtungsverhandlungen im Oberprasi- dium ergebnislos verlaufen waren, fanden schwere Aus­schreitungen der Streikenden statt. Mehrere Arbeitgeber wurden mißhandelt, so daß sie im Krankenwagen wegge- schafft werben mußten. Freitag morgen sammelten sich wiederum Tausende von StreWnden in den Haupt - straßen au und warfen Fuhrwerke, namentlich solche mit Lebensmittelladungen, um. Die Sicherheitswehr rückte herane und gab Schreckschüsse auf die Menge ab. Am Holsteiner Damm wurde die Wolfmühle von den Strei­kenden gestürmt. Die dort untergebrachte Wache der Reichswehr feuerte auf die Menge. Bis jetzt sind zwei Tote und sieben Verwundete gemeldet.

Litwiuow löst Tschitscherin ab.

Aus Kopenhagen wird gemeldet: In dortigen russi­schen Kreisen verlautet, daß Litwinow Tschitscherin als Außenminister ablösen und die Verhandlungen leiten soll, wenn die politische Lage sich geklärt hat.

Allerlei »em Tage.

Dr. August Müller, Staatssekretär a. D. ist zum außerordentlichen Professor der Nationalökonomie an der Universität Berlin ernannt.

400 Deutsche aus Australien nnd 300 Deutsche aus Samoa werden am 14. August mit dem DampferMain" in Rotterdam erwartet.

In-England sind auf den kommenden Sonntag über 800 Versammlungen der Arbeiterschaft gegen den Krieg einberufen.

Die Bolschewisten haben die Stadt Resch in Persien geplündert und niedergebrannt.

Die Sterblichkeit in den dentschen Großstädte» hat sich in der letzten Juliwoche gebessert. So fielen in Ber­lin die Sterblichkeitsziffern von 17,2 auf 10,5 pro tau­send Einwohner, in Hannover von 10,6 auf 9,7 und in Leipzig von 13,6 aus 12,5.

Der Ausnahmezustand für Grotz-Hamburg ist aufge- hoben worden.

Die holländische Regierung hat in der Kammer ihre Neutralität im polnisch-russischen Konflikt erklärt.

Die Italiener haben mit dem Abzug aus Allenstein begonnen.

Der Vergarbeiterbnnd des Saargebietes hat die Wiederaufnahme der Arbeit beschlossen.

Von rumänischer Seite wird die Nachricht, Rumä­nien habe einem russischen Armeekorps den Durchmarsch nach Galizien gestattet, dementiert.

Der Magistrat der Stadt Königsberg l. Pr. hat bei den-zustä«dige«.-R<ichS- und Stueüsbehörüen sogen Ute Zuweimng eines Landstreifens auf dem östlichen Weich- felufer an den polnischen Staat schärfsten Protest er­hoben.

Sie falsche und die wahre Frömmigkeit.

Von Karl Hans Strobl.

dvk. Seltsam ist es, daß unter den Verrenkungen, den Eiertänzen, MesserschluckereieN, dem ganzen Va- rletceprwgramm modernster Literatur und Kunst, unter diesen Jüngern desrasenden Lebens", den Aposteln der Orgeastik und des Explotionismus immer wieder einer auftaucht, der sich die Frömmigkeit als besonde- res 5tennzeicheu beigelegt hat. Wir haben eine reli- rome Malerei, die das Antlitz Christi in Quadrate und Kreissegmente zerlegt und die Gottesmutter als eine Art Leberwurst mit Quasten auffaßt. Wir haben fromme Ekstatiker, deren Lyrik ihre Inbrunst mit all­zuviel schäum vor dem Mund und allzu beredten Handegefuchtel beteuert, um wirklich echt zu sein. Keine heilige Vorstellung, kein heiliger Name wird sicher da­vor, mit Farben überstlilpt, ins Geometrische verzerrt, mit Auswüchsen überrankt, durch die Worthäckselma­schine getrieben und mit einer unerhörten Wupptizität bem Hörer um die Ohren geschmissen zu werden, die sich zur echten Frömmigkeit verhält wie die Brünstig- keit der Marie Madeleine zu einer wahren Herzensnei- auna. Diese Bekenner einer neuen Religiosität und ihre Freunde, zugleich Bekenner der erpressionistischen Seelenentblößung, um sich etwas zugute auf die neue Verchrtstlichiig des Weltgefühles". Sie werten diese Erscheinung und sorgen dafür, daß der Chorus sie so werte als ein Zeichen der Herankunft des ,,dritten Reiches", in dem endlich Weltfriede, Weltversöhnung und Weltverbruderung herrschen werden. Unter ber Diktatur des Proletariats selbstverständlich. Bescheiden wie sie sind, rechnen sie das neue Weltenalter von sich und ihresgleichen ab, predigen von sich als den Borläu- fern einer glorreichen Zukunft. Und wissen nicht, oder tun so, als wüßten sie nicht, daß sie und ihresgleichen Weltuntergangserscheinungen sind, daß ihre Religiosi­tät seinen Anbruch verkündigt, sondern einen Zusam­men bruch. bau ihre Frömmigkeit eine Maske ist, die Larve, die über einem Ende grinst. Denn wahre Fröm- migkei ist immer ichtzcht und eiilfach, mehr memmimg und Gefühl als bauchtanzertsche Aufgeregtheit, sie ist kauin eines Wortes mächtig, viel weniger des schreien­den Getümmels. Frömmigkeit, wi- sie ein Erbgut der beutuben «seele ist, bedarf oft der Symbolik und Tog- matik der Kirche nicht eimnal, sie ist sich ihrer selbst kaum bewußt und offenbart sich in Handlungen und Werken, ohne dick aufzutragen und zu unterstreichen. (Rn mniges Volkslied, eine Novelle Wilhelm Raabes, « n Gedicht Mörikes, eine Zeichnung Ludwig Richters, ein Bildchen SnlümeaS hat mehr von dieser Frömmig- kejt, als der bombastische Furor, die grimassierende Schaumschlagerei der expressionistischen «eutüner. Deutsche Frömmigkeit ist Liebe zur Wottnatur, fühlt sich allen, ßkfebaffeneu nahe, sie ist Entwicklung lebenbi-

gen Seeleittums, sie braucht sich nicht dröhnend auf öW Brust zu schlagen, sie istprimitiv". Nun will ia auch der Apostel desdritten Reiches" zur Primitivität zu­rück. Seine Plastik holt sich ihre Bestätigung bei inner- afrikanischen Negerstämmen, seine Malerei versenkt sich in die Kunstübungen der Siebcnsährigen und nimmt aus den Randzeichnungen des kleinen Moritz,ihre An-, regungen, feinefortgeschrittenste" Lyrik bemächtigt sich des Lallens der Taubstummen und des Wortschatzes der gtaturvülfer. So hat er auch die Frömmigkeit als einen Zustand primitiven Seelentums entdeckt uub hat sie sich deshalb einverleibt. Der Neutöner will ja ein Anfang sein, und alle Anfänge schöpfen aus einem

en zu Gott und Weit.

Anfang sein, und alle Anfang'

neuen Verhältnisse des Mensche..... - - ------

Aber dieser Berkünöer einer neuen Menschhelisepoche ist durchaus mit allen Kultnrsalben geschmiert, seine Primitivität" ist nur äußerstes Raffinement, letzte Zu- aesvitztheit, das geradeste Gegenteil von Schlichtheit. Weltstüdter wie er ist, weiß er mit der Natur, dem le­bendigen Kleid der Gottheit, uichts anderes anzufangen, als sie im Namen seinerSeele" zu vergewaltigen. Dieser seelisch Verarnite täuscht einen seelischen Reich­tum vor, indem er die Reste seiner Innerlichkeit in eine möglichst künstliche Unordnung bringt. Er glaubt den Atheismus und Materialismus überwunden zu haben und ist inmitten seiner frommen Ekstasen genau so gott­los und avttleer wie zuvor. Unser Weg muß von die­ser falschen Frömmigkeit wegführen, unsere Ernene- r:kng will eine Umkehr, Abkehr nb Einkehr: Umkehr zu den Wurzeln unseres Wesens, das eins ist mit dem Reichtum alles Geschaffenen, Abkehr von demrasen­den Leben" weltstädtischer Zerrissenheit, Einkehr bei den großen Gestalten und Gewalten, die unseres leben­digen Seelentums Ausdruck sind. Unser christliches Weltgefühl, mit dem wir an den Aufbau unserer Zu­kunft gehen wollen, ist nicht die zuletzt doch nur aus Weltuntergangsängsten entspringende orientalisch- wüste Aufgeregtheit der Neutöner, sondern die schlichte, wortarme und gefühlsreiche Versunkenheit, das iny- stische Gottgefühl Jakob Böhmes, des Angelius Sile- sius, Descortes', Newtons, Keplers, Leibniz', Kants, Goethes.

Vermischtes#

Ein Riesenbraud ist auf der Schiffswerft in Linz an der Donau aus unbekannteil Gründen ausgebrochen. Man befürchtet, daß der Brand noch weiter um sich greift.

Eiae große Schiebung haben Beamte der Ueber- wachuugsstelle der Eisenbahndirektion Stettin aufgedeckt. Drei Beamten war es gelungen, durch Vernichtuug der echten Frachtbriefe elf Waggons mit Zucker, Hafer, Boh­nen und Heringen nach Berlin zu birtgieren. Drei Waggons mit Zucker, Heringen und Ackerbohnen sind in Berlin angehalten worden. Der Schaden betrügt eine halbe Million Mark. Die drei Eisenbahnbeamten sind verhaftet mrd bereits geständig.

Nach Unterschlagungen von 280 000 Mark ist der Zahlmeister der Elbinger Sicherheitspolizei v. Tagern- Panknin geflüchtet. Sein Fluchtweg weist nach Ruß­land.

Ein bedauerlicher Unglücksfall ereignete sich int Neuen Martinwerk des Stahlwerks Hoeich in Dort­mund. Dort explodierte im Martinofen 'eine noch ge­füllte Granate, die sich unter den dem Stahlwerk Hoesch zum Einschmelzen übergebenen, angeblich geleerten Gra­naten befand. Zehn Personen wurden verletzt, von denen eine bereits gestorben ist.

Für 2 Millionen Mark falsche englische Psuuduoteu beschlagnahmt. Bei einer Berliner Großbank erschien ein Mann, der zehn englische Psundiwten einwechseln wollte. Man schöpfte Verdacht und ließ ihn durch die Kriminalpolizei beobachten. Der Verdächtige trat auf der Straße auf einen Mann zu, der mit einer großeil Aktenmappe in ber Nähe auf feine Rückkehr wartete. Die Krtmiualpolizei hielt ihu an und es stellte sich her­aus, daß die Aktentasche 15 000 englische Psuudnoteu die, alle gefälscht waren,, enthielte Die Nachfku:MM«^«L- ergaben, daß jener früher in der Friedrichstraße eine DruckereiSaxouia" besessen hat und schon in bem Ver­dacht gestanden hatte, deutsches Geld nachgemacht zu ha­ben, die englischen Pfundnoten, im ganzen für 2 Millio­nen Mark, in einer Druckerei hatte herstellen lassen.

Auch die Reger wollen ihren Nationalstaat. 15 000 amerikanische Bürger afrikanischer Abstammung hat­ten gib kürzlich zu einer Versammlung in Neuyork zu­sammengefunden, um einfreies Amerika für die schwarzen Völker" zu fordern. Der Präsident wies dar­auf hin, daß diese Versammlung von der neugegrün- detenAllgemeinen afrikanischen Gemeinschasisliga" cinberufen worden sei, bie die Neger aller Länder der Welt umfaßt. Die Reden wurden durch die Absiiigung von Negerliedern unterbrochen. Die Versammlung protestierte ferner gegen die Bestialität des Lynchens und gegen die Gesetze, bie in den Vereinigten Staaten zum Schaden der Neger gemacht werden.

Seine Brüder. vergiftet. Der Bauernsohn Jos« Zuny aus Obergriesbach in Bayern wurde verhaftet, weil er seine bethenJöruber Georg und Hans Zuntz durch vergiftetes Mittagessen getötet hat, um sich das Hoferbe zu sichern.

General der Artillerie Max von Gallmitz, a la fuite des 5. Badischen Feld-Artillerie-Regiments Nr. 76, Mit­glied des Reichstages, in Berlin feierte am Freitag sein bOjähriges Militariubliaum. Im Kriege führte der Ge­neral zunächst ein Korps und wurde dann Ober­befehlshaber der 5. Armee, bte er bei Mlawa und bei der großen Offennve gegen die Narewlinle mit hoher Auszeichnung mOrfe.

Ein Großfener in den Mühlenwerken von Bunge in Raßnitz bei Merseburg hat das Mühlenwerk bis auf die Gruudmaueru cingcaschert. Gleichzeitig verbrannten tausend Zentner Getreide und Mehl, so daß der Schaden sehr hoch ist- Ä,,....

Deutsche Schlosser m dänischem Staatsbesiß. Die dänische Regierung teilt mit, daß nach Artikel 256 des Versäillcr Vertrages die beiden Schlösser Grasten unb Tonderoura durch die Wiedervereinigung der nord- schleswigschen Lanoesteile in den Besitz des dänischen Staates übergegangen seien.

Notlage der Rentner. Von Zentrumsseite ist im Reichstage cm » «trag eingebracht worden, unter staat- licher Bciblfle eine Verucherung in d e Wege zu leiten, bei der durch Avitaleiuzahluua, sei es allgemein, sei es im Falle der Erwerbsunfähigkeit, ein Anrecht aus eine fort lausende Rente für hie Lebensdauer erworben wer­den kann. Gegründet wirb der Antrag mit her Not­lage der kleinen Rentner.

Mehr alS eine halbe Million Vostschcckknnbc» gibt es letzt im Deutschen Reich- Mai wa­

ren es105 923. Da im Laufe dieses Monats nicht weni­ger als W lttNmtgckvmmeu sind, so beträgt iirnwF üben die,^"^l der Kunden mit Sicherheit längst über >L Million. Dusdurchschi,»Gliche Guthaben betrug im »tat wett aber 4^ Misliarden. Z/r Umsah errc^ie b" glichen ^wurden^ """ denen 42 Milliarden bargeldlos