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Physik und Geschichte.

, , Der berühmte Würzburger Physiker Wil.

Wien letzt ncy in einem gedankenreichen AufsatzUeber d:e Beziehungen der Physik zu anderen Winenschafte»" (Süöbeuticlje Monats- auch mit dem Verhältnls von Physik und Geschichte ausemander. Dabei widmet er dem Spenglerschen Buche folgende Betrachtungen:

.T^^^^^^uch »Der Untergang des Abendland hes wird folgerichtig die Auffassung vertreten, daß jede Kultur ein Lebewefen darstellt, das die verschiedenen LebenMlter zu durchschreiten hat und nach dem Greifen- tum^m Untergang entgegen geht. Wir waren Hieniach bereits mr der Schwelle des Greiseualters angelangt, u^./^Etandtge Kunstschöpfung aufhörr und auch die Wtisensckaft sich bereits im Niedergang befindet. Es ist mrzwerfelhaft richtig, wenn Spengler einerseits den Kausalitatsbegrift von der Geschichte fernhält, anderer- seits aber von der Geschichtsforschung das verlangt, was dem Physiker schon lange selbstverständlich ist,nämlich sein Bild w zu entwerten, als ob er selbst nicht da wäre." Aber gegen die Auftassung, daß jede Kultur dem organi­schen Gesetz des Filtern« unterworfen fein müsse, läßt sich zunachit einwenden, daß dieses Gesetz nicht für alle Organismen unzweifelhaft feststeht. .. . Rein ge­schichtlich genominen, werden die Analogieschlüsse von einer Kultur aur die andere immer wertvoll sein. Höchst wichtige Beziehungen müssen sich dabei ergeben und die Auftaisuug, daß wir uns in einer Spätzeit, einer in künstlerischer Hinsicht bereits vollendeten Kultur mid am Beginn einer an die römische Kaiserzeit erinnernden Zivilisation ^finden, hat vieles für sich. Man kann vielleicht noch weiter gehen und im Amerikanertum eine entwurzelte europäische Kultur erblicken, die völlig in den Aeußerlichkeiten einer rein materiellen Zivilisation mifgeht. Aber wesentlich anders gestaltet sich die Frage, wenn man nun aus solchen Analogien Schlüsse für die Zukunft ziehen will. Wenn. Spengler schließt:Es wird in ernteten Jahrhunderten keine westeuropäische Kultur, keilte Deutschen, Engländer, Franzosen mehr geben, wie es zur Zeit Justinians keine Römer mehr gab," so ist hierauf zu antworten, daß für solche Voraus­sagen der Analogieschluß unzureichend ist. Dasselbe läßt sich fasten, wenn Spengler voll der Physik sagt, daß sie sich bereits auf dem Abstiege befinde. Daß die Physik zu treuen Niethoden geschritten ist, saß sie die Statistik in steigendem Maße anwendet, wird man kaum als Zei­chen des Versalls ansehen können. Denn die Physik ist keine Philosophie und verwendet die Methoden, wie sie sie für ihre Zwecke braucht, unbekümmert darum, ob sie die Erkcnnlnistheorie vollständig befriedigt. ...

Srüüere Zeiten kamen dazu, in Augenolicken gro­ßer- Niedergeschlagenheit des Empfindens das Nahen des

Weltendes vorauszniagen. Die Lehren der Physik sind jetzt zu sehr ins allgemeine Bewußtsein übergegangen, als das wmiex Geoanten noch möglich wären. Aber es ist verständlich, daß in der surchibaren Krisis Enropas, der Untergang unserer Kultur ins Auge gefaßt wird. Seine Möglichkeit soll durchaus zugegeben werden, aber es ist ein großer Unterschied, ob wir unsere Zustände als solche ansehen, die durch menschliche Torheit zum Untergand führen, oder ob wir diesen als ein unab= weudoares durch die Natur der Dinge bestimmtes Er- eigitis ansehen wollen, war wir nur noch zu erdulden haben. Wenn wir jeder Kultur das vermeintlich allge­mein gültige Naturgesetz des JUters und des dadurch bedingten Untergangs zuschreiben, wenn wir bestimmte Voranssagen für die Zukunft hierauf gründen, so süh- ren wir eine geheime Kausalität wieder in die Geschichte ein. Denn die Naturgesetze, auch wenn sie nur statistisch gewonnen sind, wie die Ergebnisse unserer Wirtschasts- und Bevölkerungstehre, setzten süsttetzlich doch das Kau- salttütsgesctz voraus. Wir gelangen so zu einem Gc- schichtssatalismus, wie ihn Tolstoi schon vor vielen Jah-

ren in seinem großen RomanKrieg und Frieden" vcr-

reten Hat.der feöemallsder westenropätsciu:n GesckftchtO-^ 7^ Die nsfassung widerspricht. Die Folgerichtigkeit der Ge-

schichte spricht sich aber für unser Denken liiert in dem Mlans der Ereignisse nach unabwendbarer Vorherbe- stinnnung aus, sondern in der Uebereinstimmung des Geschehens mit dein logischen Denken großer Staats­männer und Führer, die allerdings die innere Freiheit besitzen mimen, nicht selbst durch chaotische Strömungen bestimmt zu werben. Als Bismarck noch von enropät- scher Warte aus die Geschichte unseres Weltteiles leitete, da hätte die Verkündung des Unterganges unserer Kul­tur wenig Eindruck gemuckt. Wenn nach ihm staatsmän- ni'che Unfähigkeit und Charakterlosigkeit einerseits und wilder Fanatismus und Demagogencum andererseits die große Vormachtstellung Europas gebrochen haben und den völligen Untergang herbeizuführen drohen,

dann nimmt das Weltacscheoen anerdinas oen Eyarar- ter eines Naturereignisies an, das es scheinbar berech­tigt erscheinen läßt, ein unabireudbares Geschick dort zu erblicken, wo es tatsächlich nur an Wvßen führenden Per­sönlichkeiten gefehlt hat. Das entspricht aber nicht ei­gentlicher Geschichtsauffassung.

Dev la%me I8v§.

Roman von H. Abt.

lSchlutz.) (Nachdruck verboten.)

Und hebt die Anne, streckt sie von ftch mit ein$r sto- Henden Bewegung, als stoße sie einen Stein zurück, die steinerne Last, die sie erdrückt. Und ist medergemnken anf den Wiesengrund und beginnt zu sprechen, schwer und langsam kommen erst die Worte wie sickernde trop­fen. die aus starrem Fels hervor den Weg sich bahnen, und plötzlich ein tosender Strom, der Hervorbricht und sich befreit.

Die Liesbet spricht alles, alles heraus. . Die Wahr­heit teuer Feuersnacht, wie sie keiner weiß, der vrüi= lende Todesschrei, den sie im Wachen und Traumen ge­hört, die aus den Flammen glühenden Augen, die wie zwei fressende Brandmale in ihrer Seele lagen und baun der Gedanke an das Kind, das Gramen vor dem Ktlld. das da koimnen sollte, das vielleicht mit sei­nes Vaters Slugen sie ansah, es ihr zuichine:Dn hast tön gemordet, du durch dich!" Das S-erbenwollen, Hundertmal sterben wollen, vor dem Kind davolitanlen . und es nicht sönnenI Und dann die Stimde, da es kam, und sie's nicht wagte, es zu berühren, es anzuschauen. Und jene andere Stunde, da sie wußte, es war blind, blind! Die Feuermale in ihrer Seele, die hatten ihm das Licht der Augen auSnebrannt! Wind war es, um seines Vaters Mörderin, die seine Mutter war, nicht sehen an müssen!

Alles drängt sich zu ihr hervor, das gewaltige Grotze und das Kleinere, neben dem Elend der Seele ine Lei­bes» ot, das Hungern und Frieren, und die Heimkehr, woran die letzte Kraft ihr erloschen war, und nun das Ende, das Nichts zerbrochene Kraft, zerbrochenes L> den.

Eftl wildes Schluchzen erschüttert ihren Körver^und iltS WiesengraS hiimb drückt sie das Gesicht.Mein Rillt, weit! Kind l Mein Gegen sollt' es werden, und zu meiner Strafe vat'S der Herrgott nrir gemacht.^ Mir am Strafe hat er ihm das Augenlicht auSgelöscht!

Bus der Heimat.

«7 Litel8«tent«g der HMrichter, Der^Juittz, Ithtifter hat nach neuem ärmlichen Erlaß verfügt, daß N Zukunft in Preußen die zu ständigen HilfSrichtern rnattnten Gerichtsassessorett bezw. »fliegende Staats, nwülle" den Titel Amts^chter bezw. Lanvrtcht« bezw.

Eine gute Apfel- und Pflanmenernte ist nach den letzten Berichten, die aus allen Obstbaugebikten Deutsch­lands eingehen, zu erwarten.

Mitteldeutsche Preisseukuugöorganisatiou. Eine großzügige Preisfenkungsorganistuwn für alle Waren, besonders Gemüse und Obst, hat sich, wie aus Gera ge­meldet wird, in Thüringen gebildet: von Glauchau bis Cassel, also die größeren und mittleren Städte fast des ganzen südlichen mittleren Deutschlands haben sich zu einer Arbeitsgemeinschaft der Prelspriisnugsstellen Hab Lebensmittelämter zmammengeschlossen, um eine ein­heitliche Preisfestsetzung für den gesamten Bezirr vor« zunehmen. In einer Zusammenkunft der zuständigen Dezernenten, die auf eine Einladung Eisenachs dort stattfand. wurde die hierzu erforderliche Zentralstation besprochen, an deren Spitze als Vorort Gera gewählt wurde. Der Leiter der Organisation, Stadtrat Dr. Trautner, hat die Fühlung mit den größeren Verbän­den und Amtsstellen, wie Estenbahnorganisationen, den Gewerkschaften, den Bürgerbünden, den Regierungs­stellen und dem Denwbilmachungskommissar ausgenom­men, die ihrerseits ihren Einfluß und ihre Macht daran setzen werden, um die von der Arbeitsgemeinschaft fest­zusetzenden einheitlichen Preise zur Geltung zu bringen und Umgehungs- und Verschiebungsversuche zu verhin­dern. Bei jeder Preisüberforderung erfolgt sofort Straf­anzeige bet dem Wuchergericht und Geschäftsschlietzung: auch gegen die preistreibenden Versteigerungen der Obstpachtungen wird energisch vorgegangen. Dieses Verfahren weicht dadurch grundsätzlich von dem bisher eingeschlagenen ab, als es nicht wie die bisherigen Maß­nahmen lediglich auf gesetzlichen Vorschriften und Ein­griffen beruht, sondern sich auf die Mitarbeit der gesam­ten Bevölkerung, insbesondere aber auch derjenigen der mächtigen Organisation der Eisenbahner, der Gewerk­schaften und der Bürgerbünde stützt. Aus Eisenach wird hierzu noch geschrieben: Der Vorsitzende der Preisprü- fungsstelle Eiseuach hatte Gelegenheit, mit der Preis- prllfnngsstelle Cassel in Fühlung zu treten und in per- sönlicher Rücksprache zu veranlassen, daß auch in Hessen die Preisprüftmasstellen sich zu einer Arbeitsgemein- schast zusammenschließen werden. Im weiteren Ver­folg soll dann ein gemeinsames Vorgehen von Thürin­gen und Hessen zum Zwecke einer Preissenkung für Le- bensmittel und sonstige Gegenstände des täglichen Be­darfs stattsinden.

Die Stift z«r Anmeldung deutscher Forderungen beim Reichsausgleichsamt ist, wie bekannt, nochmals bis mm 31. Juli verlängert worden. Mit einer weiteren Verlängerung über den 31. Juli hinaus ist indes nicht zu rechnen. Wer auch die neue Nachfrist unbenutzt ver­streichen läßt, setzt sich der Strafverfolgung gemäß § 64 des Ausgleichsgesetzes aus und hat außerdem zu gewär- tigen, daß seine Forderung, deren Anmeldung nicht in­nerhalb der genannten Stift erfolgt ist, ihm entzogen und auf das Reich übertragen wird. Im Interesse aller deutschen Gläubiger, die Sorberuw.t gegen einen am Ausgleichsverfahren teilnehmenden Staat besitzen, liegt es daher, die Aumeldnng so schnell als möglich zu be- nurken.

Die Höchstbetragsgreuze der Postkreditbriefe wird demnächst von 3000 Mark auf 10 000 Mark erhöht und ihre Geltungsdauer auf 6 Monate verlängert.

Schutzdauer für Patente. Für Zusatzpatente müssen besondere Verlüngeruuasalttrcche geftE-«»k-sv..

Gebnhr^fttr jeden Alltrag beträgt 60 Mark.

Bewingerode sKr. Worbis), 14. Juli. Bon Kir-

schendieberl erschossen wurde in seiner Kirschenanlage hier von tot jungen Männern, die die Bäume plünder­ten, der Söjükrige Brunnenbauer Georg Langlott. Er hinterläßt Witwe mit acht Kindern. Die Täter, die aus Hundeshagen stammen, sind verhaftet.

Langeusakza, 14. Juli. Dem Bienenzüchter Lehrer Thilo ist sein außerhalb der Stadt gelegenes Bienen­haus mit sämtlichen Bienenstöcken und den Bienen- zuchtgeräten niedergebraunt. Es ist mit Sicherheit an- zunehmen, daß ein Racheakt vorliegt.

Eerstungen, 14. Juli. Seit Montag früh streike» wegen Lovndisserenzen sämtliche Bahubauarbeiter, die beim Ausbau des zweiten Gleises der Strecke Gerstun- genVacha beschäftigt werden.

Eisenach, 14. Juli. Der Thüringer Verein für Denkmalspflege und Heimatschutz hat beschlossen, daß die diesjährige Hauptversammlung vom 22. bis 25. Septem­ber in Eisenach stattfinden soll.

Schmalkalden, 14. Juli. Der Eisenwarenexport.

Denk" lieber, deinem Kind zum Segen hat er » ge- tau, daß es das Böse in der Welt nicht sieht, und alles andere, womit du selber dich verklagst, das ist ja doch nur dein Unglück, nicht deine Schuld."

Sind s Menschenlippen, die so voll höchster Güte zu ihr reden, und steht auf eines Menschen Antlitz dieses Lächeln fast erhabener Milde? Sie erträgt das Lächeln nicht, drückt das Gesicht, das sie für Augenblicke dem Jörg zugekehrt, wieder zum BodeU hinab und hört's in sich:Doch deine Schuld!" Hört Worte, die im Sohn ein Toter zu ihr gesprochen und die doch Worte der höchsten Wahrheit waren:Wer seine Liebe verleugnet und verschwört, an dem hat sich das immer noch ge­rächt"

Da fühlt sie ihre Hlinde auf des KiirdeS Köpfchen gedrückt und hört wieder die Stimme voll höchster Güte: Getrau dich's nur, es lieb zu haben: dann wird dir eines Tages schon alles wieder gut."

Ich sind' mich nicht ich find' allein den Weg nicht mehr," sprach Liesbeth.

So nimm meine Hand und laß dich führem" . Fest hat seine Rechte die ihre umfaßt.Der Lahme soll sich seine Genossen bei den Blinden suchen, hast du mir ein­mal gesagt" wieder auf seinem Gesicht die lächelnde Milde, wie er fester ihre Hand drückt und dabei das Kind streicheltvertrau's mir nur au, das Blinde: ich will ihm ein rechter Vater sein. Und auch du, Lics- bet, vertrau' dich mir an nimm meine Hand, reich' mir die deine als mein Weib."

Sie hat ihn reden lassen, ganz in sich zusamuren- gesunken, und das Bittern ist wie ein Krampf gewor­den, der sie schüttelt. Nun kommt von ihren Lippen ein wahrer Todesschrei:Ich kann nicht! Sprich nicht so zu mir: ich kann nicht!"

Er wird sehr blaß.Sag' nicht so schnell ein Nein. Bedenks dir noch einmal, so lang du willst. Und be- denk' auch das: ich mein's nicht so, daß wir im Dorf hier bleiben. Fortgehen würden wir von hier wieder in eine Stadt, und ich trau" urtAS zu, dir und deinem Kind ein Leben zu schaffen, in dem kein Mangel steht. Denn ich verspür's jetzt selber, daß ich, wenn ich wollte.

Händler Oskar K. von hier hatte von einer Londoner fyinna einen Autraq für 60 000 Mark Euemvaren er« »altem In Gemeinschaft mit seinem Freunde Fritz B. füllte er 17 Kisten mit Lehmsteinen und versicherte diese Sendung mit 127 000 Mark bei der Elsässtschen Bank in Ruin. Die Polizei bekam jedoch Wing von der Sache und hielt die Steinkisten gleich hier an, so daß wenigstens die Blamage nicht erst im Ausland aufgedeckt wurde. K. wurde in Haft genommen.

Salznnge«, 14. Juli. Beim Reparieren des Way'er« rades in der Talinenschneidemühle geriet der Niaschi- nenmeifter Kühnheld zwischen das Rad und eine Beton­wand, wobei ihm der Brustkasten eingedrückt wurde. Der Tob trat sofort ein.

Erfurt, 14. Juli. Durch Erhäugen setzte am Diens­tag ein Mann seinem Leben ein Ziel. KränllichkeU dürfte der Grund zur Tat gewesen sein.

Meiningen, 14. Jnli. Die Staatsanwaltschaft in Meiningen hat wegen des Todesurteils gegen den Mad- chenmördcr Schreppel das bayerische Justizministerium um die Genehmigung zur Vollstreckung des Urteils durch den Münchener Scharfrichter ersucht, die jetzt auch erteilt worden ist

Hilbebrandshause«, 14. Juli. Von einem Bullen mit den Hörnern anfgespietzt und tödlich verletzt worden ist der Schulze Gustav Raufbold von hier.

Hann. Münden, 14. Juli. Etwa 130 erholungsbe­dürftige Eisenbahnerkinder sind aus Cassel hier einge­troffen, um ihre vierwöchigen Ferien im hiesigen ehema­ligen Durchgangslager zu verbringen.

Güttingen, 14. Juli. Der, wie gcmeldei, an der holländischen Grenze bei dem Versuch, einen Waggon Schokolade über die deutsche Grenze zu verschieben, von Grenzwächtern erschossene Mann ist ein gewisser August Meier voll hier, der f. Zt. von der Strafkammer wegen Einbruchs in das Chemische Institut zu einer längeren Freiheitsstrafe verurteilt worden war.

Hier ist Sanitätsrat Dr. Moritz Alsberg im Alter von 80 Jahren gestorben. Als junger Mann kam er, wie dieF. Z." schreibt, nach der Kap-Kolonie, wo er schon nach kurzer Zeit durch erfolgreiche Operationen und Heilung von Schlangeniß von sich reden machte. Im Jahre 1877 kehrte Dr. Alsberg in seine Vaterstadt zn- rüct und hat sich ferner hauptsächlich auf dem Gebiete der Llnthropologie ersolgreich betätiett. An den deutschen Universitäten gehörte sein BuchAnthropologir mit be­sonderer Berücksichtigung der Urgeschichte des Menschen" znm ständigen Lehrstoff.

Cassel, 14. Juli. Der Landesbürgerrat Mittel- deutschland und der Bürgerbund Cassel sandten gestern folgendes Telegramm in das östliche Zlbstimmnngsge- biet:An Magistrat Marieniverder (Allenstein). Tief bewegt von dem glänzenden Beweise deutscher Irene in der Ostmark, senden wir die herzlichsten Glückwünsche."

Ein in der Bremer Straße wohnender 74jährtger Arbeitertnvälide erhängte sich am Türpfosten feiner Wohnung.

Die tn der Waisenhausstraße wohnende Frau Nitiller hatte den zwei Monate alten Knaben Karl Wie- gers in Pflege. Das Kind fand man jetzt in seinem Bette liegend erdrosselt vor. Die Pflegemutter wurde in Haft genommen.

Ein jüngeres Dienstmädchen von außerhalb, wel- ches bei einer Herrschaft im Grüuen Weg seit einiger Zeit in Stellung war, schluckte gestern eine größere Quantität Kleesalz herunter, um sich zu vergiften. Die Lebensmüde wurde in das Krankenhaus gebracht.

Die Kleinrentner haben sich auch in Göttinnen zu einem Bunde znsammenneschlossen mit Anschluß an den Reichsrentnerverband.

Fulda, 14. Juli. Dem Magistrat der Stadt Fulda wurde vom Bischof M Fulda aus der Kinderspende deS Papstes ein Betrag von 3000 Mark zur Unterstützung armer bedürftfner_fiiuifä;- tUu&x^o&w ^»aRÄ« err KvTckeMvn überroteferL TTuS dem Charitasverband überwieß der Bischof im Laufe dieses Frühjahres der ganzen Diözese Fulda zu Unterstützungen für gleiche Zwecke insgesamt 25 000 Mark.

Marburg, 14. Jnli. Ein Unglücksfall ereignete sich auf dem Jnxplatz. Ein Mädchen mcs Kirchhain und ein junger Mann wurden beim Betreten einer Lnftschaukel von einer noch in Bewegung befindlichen Schaukel er­faßt und erheblich verletzt, so daß sie in die Klinik ge­bracht werden mußten.

Hanau, 14. Juli. Im sogenannten Gerichtswalde bei Eidengesäß ist am 13. März vorigen Jahres der im Jagdrevier seines Schwiegervaters weilende Major Goetze aus Franksurt a. M. von einem Wilderer meuch­lings erschossen worden. Für Angaben, die zur Ermitte­lung des Mörders führen können, hat jetzt der Ober­staatsanwalt in Hanau die arrsgebotene Belohnung von anfänglich 2000 Mark auf 10 000 Mark erhöht.

Frankfurt, 14. Juli. Im Mitetlbau der Strohhut- sabrik von May u. Co. in der Bockenheimer Landstraße brach ein Brand aus, der das Gebäude einäscherte. Große Meugen Chemikalien, fertige Waren und Ma- schien wurden ein Raub der Flammen.

mir mit dein Zitherspiel ein gutes Brot verdienen könnte, und du hättest dich meiner nicht zn schämen"

Schämen ich mich deiner schämen" Und aus seiner Hand die ihre dringend sagt sie ihm auch ihr letz­tes: Ja, Scham Scham vor dir; die frißt mir das Herz ab. Ich begreif s jetzt, wie ein Mensch vor 5thaut sterben kann. Dein Mitleid und (erbarmen, das ist das Aergste von allem!"

Ntitleid und Erbarmen?" Wie die helle Sonne bricht's aus seinem Blick:Lieb hab' ich dich, Liesbet."

Sie wehrt ihm wild mit den Händen.Die Lüge befleck dir nicht die Sippen damit! 's ist nur ein neues Erbarmen von dir, das grüßte von allem. Aber nimm die barmherzige Lüge zu nick: denn mit ihr schlügst du mich tot!"

In seinen Armen hält er sie und lehnt ihren Kopf an seine Brust.Lieb hab' ich dich, Liesbet, mit der­selben Liebe heute wie einst.Und du, ruh' dich nur erst aus bei mir, sind' dich nur erst zu dir selbst zurück, ftihl's daß du wieder deinen Weg hast und deine Heimat, dann wirst dn's vielleicht auch wieder lernen, mir gut zu fein."

Sie rührt sich nicht, läßt sich halten von thm, lehnt, drängt sich an ihn und hebt die Arme, schling: sie um ihn mit aller Kraft des Leibes und der Seele und schluchzt es heraus:Mein Weg und meine Heimat, du bist's, nur du! Erst es lernen, dir wieder gut zu sein! Meines Lebens Schuld ist's ja, daß ich dich lieb gehabt habe zu jeder Zeit und mich nur in meinem Trotz und Hochmut gewehrt habe dagegeu. Kannst du's vermagst du's wahrhaft in deinem Herzen, mir zu vergehen?"

Er läßt sie nicht weiter reden, schließt mit seiner Hand ihr sanft die -Sippen zu und zieht das Kind t« ihrer beider Mitte.Zu danken hab' ich dir nichts, nichts zu vergeben. Du gibst mir ja mein Glück, uu» ich will dir das deine schaffen. Und ein Lachen soll'» tragen, unser Glück, nicht Tränen im Gesicht." * Hab von den Augen küßt er ihr die Tropfen hinweg.

Ende.