Gegen den Steuerabzug. .
Bcrgarbcitcrstretk in Mansfeld.
fe* Halle, 4. Juli. (T. 11) Die Bergarbeiter im Mansfelder See- und GebirgskreiS sind gestern in den Streik getreten. Sie wollen die Arbeit nicht wieder auf« nehmen, bis der zehnprozentige Lohnabzug aufgehoben ist. Das Bezirkssekretariat der Unabhängigen in Halle hat sich telegraphisch an die ReichSregieruna ae« wandt und nm Aufhebung des Steuerabzuges ersucht. Ebeusir haben sich die Bergarbeiter gestern an die Regierung gewandt und um sofortige Aufhebung der AuS« nabmeveschlüsse gegen die Arbeiterklasse aufgefordert.
Geuvralstreikpropagauda in Magdeburg.
»* Magdeburg, 4. Juli. <T. 11) Nach der sozialde- Bvkratljchen „BolkSMmvre* wird in den Magdeburger etrtebeu in den letzten Tagen eine lebhafte Propa- Cnöa für einen Generalstreik gegen den Steuerabzug trieben.
Gegen die Teuerung.
** Braunschweig, 5. Juli. (T. 11) Als Maßnahme gegen die fortschreitende Teuerung und die bedrohliche Erregung -er Bevölkerung beschloß die Stadtverordnetenversammlung auf Veranlassung des Oberbürgermeisters die Einsetzung eines PrcisüberwachongS- M-skchasses. Diesem aus Verkäufern und Konsumenten su bildenden Ausschuß wird -ie Festsetzung und Ueber« wachung der Preise für Lebensmittel und sonstige Bedarfsartikel tibertraaen. Wer die festgesetzten Preise in -er Stadt Brannschweig überschreitet, wird sofort dem Wuchergericht zur Bestrafung übergeben.
Wenden Ausschuß wird -ie ang der Preise für Lebens
Ultimatum der Berliner revolutionäre« Obleute.
•sc Berlin, 5. Juli. Die Berliner revoluttonären Obleute beschlossen gestern abend, der Regierung eine letzte Frist zur Herabsetzung der Preise für Lebensrnittel urch Gebrauchsartikel biß zum 15. Juli zu stellen. Bleibe aber diese Forderung fruchtlos, dann wollen die revolutionären Obleute die deutsche Arbeiterschaft zur all- gemeiuen Selbsthilfe aufrufen.
Verkehrswünsche.
Leipzig, 5. Juli. Im Leipziger Hauptbahnhof fand unter Leitung des Vorsitzenden der Handelskammer Leipzig eine bedeutungsvolle Verkehrstagung statt an bei sämtliche sächsischen Handelskammern, sowie die Han- -elskammern von Frankfurt, Breslau, Erfurt, Wiesbaden, Mainz, München und Baireuth teilnahmen. Die von der Entente geschaffene Schnellzugsverbftchung KariS-Wvrfchau mit Vermeidung Deutschlands gab Ske Veranlassung dieser Tagung. Es wurde eine Resolu- rton angenommen, in der eine durchgehende Schnell- zugsverbinLuny mit kttrzester Fahrzeit mit erster bis Dritter Klasse auf den Strecken Wiesbaden, Mainz, Frankfurt, Erfurt, Leipzig, Dresden, BreSlau, möglichst mit Anschlüssen einerseits an die ausländischen Verbindungen, andererseits an die inländischen Strecken gefordert wird. Der Vertreter der RetchSetsenbahnverwal- •tung erklärte seine Bereitwilligkeit, die aufgeworfene Frage im Reichsverkehrsministerium der Wetterprüfung
zu unterbreiten.
Der Reichsbürgerrat.
In Leipzig ist die dritte Bürgerratstagung zusammengetreten, die von Mgeoröneten aus allen Teilen Deutschlands und aus Deutsch-Oesterreich beschickt war. <S^4uurb£ einstimmig eine Entschließung angenommen, in der die errates alter-
kennen, daß Dentschland seine bei' stillstandeS auf Grund der vierzehn Punkte Wilsons übernommenen Verpflichtungen zu erfüllen habe, weitergehende Forderungen aber zurückzuweisen seien. Als erste Anbahnung zu gemeinsamer Friedensarbeit sei der Schatz der Bevölkerung gegen die »«geheure« Angriffe der fremde« Machthaber in den besetzte« Gebiete» zu erstreben, ferner Abschluß wirtschaftlicher und finanzieller Vereinbarungen auf Grund des Beschlusses vom 15. November 1918 nach Gesichtspunkten des europäischen Wiederausbaues, Aufrechterhaltung der Armee von 200 000 Mann und der Sicherheitswehr als Träger staatlicher Ordnung und Sicherheit. Von den Delegierten in Spaa sei zu verlangen, baß sie keine neuen Berpflich, tun gen übernehmen, die Deutschland nicht erfüllen kann.
Die Milliarden-Fehlbeträge im Reiche.
w Berlin, 3. Juli. (S. C.) Laut einer Mttteiluua von parlamentarischer Seite schnitt das zweite Quartal (April-Juni) des Rechnungsjahres im Reichsetat mit 3i9 Milliarden Fehlbetrag ab.
Preußische Landesversammlung.
Berlin, 4. Juli. (T. U.) Die preußische Lan- deSversammlung wird bis 9. Juli Sitzungen abhalten und sich dann bis Anfang September vertagen. Der Berfassungsausschuß wird jedoch weiter tagen unö die erste Lesung des Berfassungsentwurfes durchberaten.
Ein Reichsschiffahrtsnnaisteriam?
* * Hamburg, 4. Juli. (T. U.) Wie aus Hambur- Är Reedereikreisen mitgeteilt wird, hat die Regierung > Absicht, sogleich nach den Verhandlungen in Spaa ein Reichöschiskahrtsministerium zu bilden. Es isr selbstverständlich, daß man in den Kreisen der Privat- Sedkr diesen Gedanken ablehnt und den Wiederaufbau r deutschen Reedereien auf dem Wege der Selbstver- valtuna befürwortet.
Htudeubnrg au die Ost- und Westpreuße».
Auf eine HuldigungSdepesche des Bertrauensman- «ts des Deutschen Schutzbundes an Generalfeldmar- fiSiS von Hindenburg hat dieser mit folgendem Gelett- Wort geantwortet:
On-und Westpreußen! Es gUt unser Heimatland! Mat der Welt, was es heißt, ein Preuße zu sein! Nicht «r. daß Ihr selbst Euch freudig und stolz zu Deutsch- l6w bekennt. Wirkt auch auf die ein, welche Ihr zu Hause noch schwankend und zaudernd vorfinden solltet. Reißt sie empor uns bringt mir die Gewißheit mit hier- ■her zurück, daß bei uns die Treue «och fein leerer Wahn geworden ist. Und nun vorwärts mit Gott, wie einst bei Tannenberg. gez. von Hindenburg, General-
Busschreituuge« von Eutentesoldate« in Dresden.
• * Dresden, 4. Juli. lT. 11) Vier uniformierte französische und ein englischer Soldat wurden gestern in der Präger Straße von einem jungen Herrn und einer Dame, die für die Grenzspende sammelten, mit der höflichen Bitte um einen Beitrag, zweifellos infolge -nchierkcnnens der Uniform, angewrochen. Beide wurden von zwei französischen Soldaten am Halse ge- psckt und bis auf den Stwßeudamm geschleudert. Zahl- reiche Pasianten gerieten in Erregung, und es kam zu einer regelrechten Schlägerei. Die Soldaten wäre« au« schetneud betrunken. Einem englischen Offizier in Zivil gelang es schließlich, die fünf Mannschaften nach dem Hotel der Ententekommission abzuführen. Eine groß- Plenschemnenge folgte und verlangte energisch die der Schuldigen. Das Hotel mußte auf imrze
Zeit «esmloffc« werden, worauf sich die Menge zerstreute. Die in Dresden tätige Abteilung der deutschen Friedenskommission ist von dem Vorfall in Kenntnis gesetzt worden.
Verpfändung der österreichische« Staatsbayucn.
* * Wien, 4. Juli. (T. II.) Wie in maßgebenden Finanzkreisen verlautet, beabsichtigen die österreichischen Banken in der Frage der Vorkrtegsschnlden an Frankreich auf die österreichische Regierung einen starken Druck auszuüben, daß Oesterreich zur Regelung dieser Frage ein Pfand stelle. Zu diesem Zweck soll die österreichische Staatsbahn einem französischen Konsor- tium unterstellt werden.
•* Rom, 5. Juli. (T. U.) Die katholische Volks- partei droht plötzlich, von der Regierung abzuschwenken, well diese sich nicht für den Proporz bei den Gemeindewahlen, eine Hauptforderung der Katholiken, etnsetzen will. Kommt ein Vergleich in dieser Frage nicht zustande, so ist die Stellung GtolittiS gefährdet.
von Trup.
Russische Hilfe für Kemal Pascha.
Amsterdam, 5. Juli. „Daily Herald" berichtet, zwische« Keural Pascha und der russischen Sowjetregie- rrma seien Verhandlungen im Gange. Die Moskauer Regierung hat Kemal Pascha die Entsendung t pen versprochen. Binnen kurzem sei mit enn „ . türkisch-russischen Offensive gegen die Alliierten in Kleinasien zu rechnen.
er großen
Niederlage der türkische« Nationalisten.
♦ * Berlin, 5. Juli. (L.-A.) Das griechische Haupt« qnarttcr meldet eine schwere Niederlage Mustafa Kemal Paschas.
Beschuldign ageu
»* Berlin, 5.
gegen Churchill und Lloyd George.
, ........ .. Juli. (L. 9L) Gegen Churchill unr
Lloyd George wird die Beschuldigung erhoben, unter Täuschung der britischen Öffentlichkeit im Vorjahre Truppen gegen die Bolschewisten zur Verfügung ge-
stellt zu haben.
Max Klinger f.
w Berlin, 5. Juli. (8. 81) Der Maler und Bildhauer Max Klinger ist im Alter von 63 Jahren in Groß-Jena an Herzlähmurm gestorben.
Schweres Straßeubahunuglück in Penusylvanie«.
** Berit«, 5. Juli. (L.-A.) Bei einem Stratzen- bahnunglück in der Nähe von Pittston (Pennsylvanien) wurden 18 Personen getötet und 100 verletzt.
Allerlei 00m Tage.
•* Die Zensur der Anslaudsdepesche« ist in Italien aufgehoben worden.
Die Zahl der männlichen Erwerbslose« im Reich beträgt nach amtlicher Feststellung $1123, der wBbltt chen Erwerbslosen 67 935, insgesamt also 289 058. Damit ist die bisher erreichte niedrigsie Ziffer um rund 17 000 überschritten.
Die Zweite holländische Kammer hat die Vorlage über den 200-Mtllionen-Guldenkredit an Deutschland angenommen.__________
Deutscher Reichstag«
Sitzung vom So ««abend, 3. Juli. ' I B J
Am Regierungstisch: Dr. Geßler.
Präsident Löbe eröffnet die Sitzung 11,25 Uhr.
Auf der Tagesordnung steht zunächst die Jnterpella- tion Ledebour über die Borgäuge in Thal (Erschießung von 15 Personen).
Reichswehrminister Geßler beantwortet die Atlsrage dahin, daß mit Rtickstcht darauf, daß gegen das Urteil Berufung eingelegt wurde, die Regierung nicht durch rungen in das Verfahren eingreifen
köNNe, va„ —^, ^„.„ ..»^ti-ii smnMmpnj yciwi« den ist, das hohe Haus nichts hinber.» kvnice, b<»^Ur- teil hier zu besprechen. Ich kann einen bestimmten Termin nicht in Aussicht stellen, sondern muß erst die Rechtskraft des Urtetts abwarten.
Abg. Ledebour beantragt, das Haus solle, da die Regierung eine bestimmte Antwort ablehne, beschließen, daß die Interpellation nun sofort besprochen werden solle.
Die Abstimmung des Hauses bleibt zweifelhaft. Es umß der Hammelsprung erfolgen. Dabei ergibt sich die Ablehnung des Antrages auf sofortige Besprechung mit 182 gegen 14-2 Stimmen.
Die kommunistische Jnterpellatton über die angebliche Spitzelwirtscha?t wird, wie Reichsminister Koch erklärt, in den nächsten Tagen beantwortet werden.
Das Geschäftsgebaren der Kriegsgesellschafte«.
Auf der Tagesordnung steht ein Antrag des Abgeordneten Hamm (Dem.) auf Einsetzung eines Aus- schnsies zur Prüfung des Geschäftsgebarens, des Ergebnisses und der Frage der Liquidierung der Kriegs- gesellschaften.
Der Antrag Hamm wird nach Aussprache einstimmig aNgenomucen.
. Es folgt die Beschlußfassung über die Einsetznug eines Uutersuchuugsausschustes auf Grund des Artikels 34 der Verfassung.
Der Antrag wird nach längerer Debatte mit allen gegen die Stimmen der Deutfchnattonalen und der Deutschen Volkspartei angenomrnen.
Der Reichsnotetat
wird ohne Debatte in zweiter Lesung angenommen.
Präsident Löbe gibt dabei folgende Erklärung ab: Diese Ausgaben, die wir soeben bewilligt haben, hängen zusammen mit dem großen Ltebeswerk, das von ansländischen wohltätigen Kreisen für Deutschland in Angriff genommen worden ist. Im Namen der Volksvertretung ohne Unterschieb der Parteien sagen wir den arotzberztaerl Helfern unseren allerherzlichsten Dank. (Lebhafter Beifall.)
Bei der sofort erfolgenden dritten Lesung erklärt
Abg. Crispien (Unabb.): Die Annahme des Not- etats komme einen, Vertrauensvotum gleich. Deshalb lehne seine Parrei ihn ab, obgleich einzelne Posten auch seinen Beifall hätten.
Der Notetat wird fobann in dritter Lesnug gegen hie Stimmen der Unabhängige« angenommen.
Es folgt die Beratung eines von den, Abg. Müller- Franken eingebrachten Gesetzentwurfs betreffend die
Aufhebung der Militärgerichtsbarkeit.
Abg. Warmuch (Deutfchnat.) erklärt, sein Antrag auf Ueberwersung an einen Ausschuß von 28 Mitglie- Vkrn richte sich nicht gegen den Encwurf selbst, sondern wolle nur alle und jede Ueberftür-zung verhindern. Zucht und Ordnung feien das Programm des Wiederaufbaues. Dazu gehöre auch die Militärgerichtsbarkeit.
Der Gesetzentwurf wird einem Ausschutz von 28 Mitgliedern überwiesen.
Das HauS vertagt sich sodann auf Montag nachmittag 2 Ubr. Interpellationen.
Politische Rundschau.
Keine Spielbanken in Deutschland. Der Kölner Obcrbürgeruteister hat auf eine Anfrage vom preußischen Minister des Innern die Mitteilung erhalten, daß die ReichSregierung nach Beratungen mit der Landesregierung sich neuerdings schlüssig geworden sei. keinerlei
Spkelcrlaubicisse gemäß Reichsgesetz vom 23. Dezember 1919 zu erteilen und die ErlaÄntskonzesstoneu zurück-j zuziehen.
_ Im Steneransschütz des Reichstages kam es auch Sonnabend noch nicht zu einem Beschluß. Als Ergebnis der mehrstündigen Aussprache kaun die allgemeine Auf» fassung festgestellt werden, daß von keiner Fraktton mitz Ausnahme der Unabhängigen die Aufhebung des § 4$ und folgende des Einkommenstenergesetzes vertrete» wird, dagegen die schablonenhafte Anwendung gemildert werden soll. Es soll versucht werden, durch Erhebung eines Pauschalbetrages in einer der Steuerlnstung nahe- kommenden Höhe eine Erleichterung des Abzuges zu versuchen, so daß der feste Satz von 10 Prozent nicht unter allen Umständen festgehalten w^den braucht.
„ Der Hanshaltu«asa«sschutz des Reichstages bewilligte in seiner Sitzung am Freitag den Notetat, der u. L mich, Rentenzuschläge für Altpensionare, Witwen unb Wanen vorsieht. Bet der Besprechung des, Etats der Reichsvostverwaltung bemerkte ^Bchsminister GieS- berts, daß die Verwaltmrg mit der deutschen Volksvex- sicherunas-A.-G. in Verhandlunaen stehe, nach deren, Abscrlutz Teilnehmer von Telephonanschlüssen den Tau». senönrarkbetrag voraussichtlich als Airleihe erhalten können. _______
6eridit und Recht»
Eine vereitelte Schieb««« vo« 17 000 Paar Stiefel«, die für die ärmere Bevölkerung Berlins bestimmt waren, bildete die Grundlage einer Verhandlung vor dem Schöffengericht Berlin-Dtttte. Wegen KetteuhMldelS bezw. Kriegswuchers waren angeklagt: Kontrollen« Leonhard Zucht, Kaufmann unb Stadtverordnete« Georg Samolewitz, Bankdirektor Hermann Mausbacher aus Charlotteubura, Syndikus Dr. Gustav Stahnke, Kaufmann Theodor Htrfchbera mrd Kaufmann Karl v. Wiederrfeld. Durch die Schieberkette wurden die Stiefel, die ursprünglich 14 bis 18 Mark kosten sollten, bis auf 29 Mark für das Paar hinaufgetrieben. Als sie zu diesem Preise einem Kaufmann Kraft ange- boterr wurden, griff die Polizei ein und deckte die Schiebung auf. Das Gericht verurteilte den Bankdirektor Mansbacher zu einem Monat Gefängnis und 8000 Mark Geldstrafe, Dr. Stahnke zu 3000 Mark Geldstrafe, Zucht und Samolewitz zu je 1000 Mark und Hrrschberg zu 300 Mark Geldstrafe, v. Wiedeufelh wurde freigesprochen.
Ei« furchtbares Verbreche», das vor 10 Wochen in Nabern (Reg.-Bez. Frankfurt ü. O.) verübt worden ist, ist jetzt aus Tageslicht gekommen. Dort verschwand plötzlich die Frau des Landwirts K. Hillert. Da die Ehe der beiden Leute sehr unglücklich war, tauchte in Nabern sofort der Verdacht auf, daß H. seine Frau umgebracht und beiseite geschafft habe. H. meldete seine Frau bet der Behörde als davongelaufen an. Eine neue gründliche Durchsuchung des Hillertschen Hauses förderte die Leiche der Frau H. zutage, die in der Scheune unter Heu vergraben war. Der Ehemann gestand, seine Frau aufgehängt und sie dann, weil sie geschrien habe, solange mit einem Holzpantoffel auf den Kopf geschlagen zu haben, bis sie tot war. Darauf habe er die Leiche vergraben.
Ein heftiges Gewitter, von einer Windhose begleitet, ist in der Nähe der Stadt Haqenow in Mecklenburg nie, dergegangen. Die Windhose stieg plötzlich in einer Breite von 60 Metern auf und raste blitzgeschwind über die Feldmark: was sie auf ihrem Wege traf, vernichtete sie. Die Dächer der Häuser wurden äbgedeckt, die Mauern barsten. Spurlos verschwunden sind eine Anzahl von
. ' u auf den Wiesen und verschiedene Gartenla------- .— -----...—^^.rampfhaft an einen Ktrschbaum geklammert hatte, uiachke' TMifrmtt-de«--obL__ gedrehten Kirschbaum eine Luftreise in die Nachbarschaft. Die Gewalt des Wirbelsturmes hob ein zinkenes Wasserfaß mit Wasser im Gewichte von über 7% Zentnern spielend in die Luft hoch und schleuderte es über die Baumkronen 50 Meter weit fort.
Eiu Opfer der Röntgenstrahlen. Charles Jusroit, der Borstand des Röntgen-Jnstituts in der Salpetrtere in Paris, der schon zwanzigmal operiert worden ist und dem im Vorjahre der rechte Arm abgenommen worden war, ist nunmehr neuerdings operiert worden, wobei ihm die linke Hand amputiert wurde. Er ist so ein Opfer im Dienste seiner Wissenschaft geworden.
Zwischen zwei Obrigkeiten. Die „Badische Landes- zeitung" erzählt eine lehrreiche Geschichte „was heute alles möglich ist": Eine Mannheimer Bürgersfrau wird gezwungen, ein Zimmer an ein Mädchen zu vermieten und entdeckt bald, daß dieses Mädchen liederlich ist. Sie geht aufs Wohnungsamt,unö verlangt, daß. man ihr eine anständige Mieterin zuweise. Das Wohnungsamt aber erklärt, daß kein stenttstenber Kiktdi- gunasarund vorliege. Also blieb das leichtfertige Frauenzimmer in der Wohnmig und lebte nach wie vor nach seinen „freien" Grnudsätzen. Die Vermieterin, der es nicht möglich gewesen war, die ihr lästige Person aus ihrer Wohnung zu entfernen, bekourmt nun dieser Tage eine Anklage von der Staatsanivaltfchast zugestellt wegen Kuppelei, d. h. weil sie den wenig einwandfreien Lebenswandel ihrer Untermieterin geduldet habe.
Der Verbrauch an Zncker im Deutsche« Reiche hat nach amtlichen Aufstellungen in den acht Monaten vom 1. September 1919 bis 30. April 1920 rund 12 925 800 Zentner betragen, gegen 18 218 500 und 10 475 300 Zentner in den entsprechenden acht Morutten der beiden vor- angegangenen Betriebsjahre. Die Vorräte betrugen An- »Mai rnnd 6,44 Millionen Zentner, gegen 14,28 tonen Zentner Anfang Mai 1919, blieben also ganz erheblich gegen das Vorjahr zurück.
Die Witwe Ernst v. Wildenbruchs ist nach längerem Leiden in Weimar gestorben. Sie hat ihren Gatten elf Jahre überlebt. Frau von Wildenbnrch war dem Dichter eine treue Gefährtin, die an fernem Schaffen unS fernen Erfolgen herzlichen, tätigen Anteil genommen hatte.
Aus dem Fenster eines fahrenden Zuges ist in DutS» bürg ein Kriminalbeamter von einem Gefangenen, den er begleitete, geworfen worden. Der Beamte stürzte so unglücklich, daß er von dem Zuge iiüerfahren und sofort getötet wurde. Der. Gefangene entsprang, wurde jedoch nach kurzer Zeit wieder eingefangen.
Ein Grohfener. das in der Holzfabrik von Paul Rasch in der Nähe des Potsdamer Bahnhofes in Berlin auf effenbahn-ftskaltschem Gelände ausbrach, richtete einen Materialschaden von mehreren Millionen Mark an.
Für eine halbe Million Lebensmittelkarten sollten kürzlich in Berlin aus den Räumen der 89. Brotkon» Mission geraubt worden sein. Der Hilfsbeamte Walter ------iöe dort« " ~ ‘ dem Krank
Böttcher
gebracht. Er hatte tat- und kam erst im Kmv> Herausgestellt, daß der
den und m.., ________ sächlich die Besinnung _____ ___
kenhaus zu sich. Jetzt hat sich herausgestellt,^aß der RaubUberfall erdichtet war «p» daß ein früherer Angestellter Lindemann mit Böttcher zusümmengearbestet Latte.
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