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j fiuzei-enpreise: die einspaltige >etitjeüe vier j • taten Kaun V ffennig, «uaeürts v> Pfennig, ; : am Ceftteil Alk. z- / fentsprechet nummet 8. -
Nr. 148
Dienstag, den 29. Juni
1926
' Die ProMmmrede des heichslmzln,.
e* Berlin, 28. Juni. (S. C.) Das neue Kabinett unter dem Reichskanzler Fehrenbach hat sich heute vormittag dem Reichstage vorgestellt. Die Sitzung wurde 11,15 Uhr vom Präsidenten Löbe eröffnet, der sofort nach Erledigung der Formalitäten dem Reichskanzler Fehrenbach das Wort erteilt. Der Reichskanzler war an der Spitze des Reichskabinetts kurz vor %12 Uhr im Saal erschienen, der sowohl auf der Regierungsbank wie auf den Abgeordnetenbänken überaus stark besetzt ist.
w Berlin, 28. Juni. (T. U.) In der heutigen Vormittagssitzung des Reichstages stellte sich das Kabinett den Volksvertretern vor. Reichskanzler Fehrenbach entwickelte in fast einstündiger Rede das von allen Ka- binettsmitgliedern gutgeheißene Programm der neuen Regierung. Ihr Ziel ist, das Reichsschiff über Wasser zu halten, eS zu steuern und vor Schiffbruch zu bewahren. Fehrenbach führte weiter aus, daß unsere auswärtige Politik unter der Einwirkung des Friedens von Versailles stehe. Nachdem Deutschland diesen Vertrag angenommen hat, gibt es für die Regierung keine anderen Richtlinien, als den Vertrag zu erfüllen, soweit dies möglich ist. Das Mißtrauen, welches bei unseren früheren Feinden noch gegen uns besteht, müssen wir zerstreuen. Machtvolitische Bestrebungen und Revanche- gedanken finden bei der neuen Reichsleitung keinen Platz. In Spaa müssen gangbare Wege für die Wieder- gutmachnng gefunden werden. Die deutsche Regierung wird den guten Willen hierzu mitbringen. Auf dem Gebiet der inneren Politik bleibt der Wiederaufbau erste Sorge. Alle Parteien werden znr Mitarbeit hicrzn auf- gefordert. Die «ene Regierung bekämpft jeden Klassen- «nd Rassenbaß. Bei Besetzung der Aemter kommt nur persönliche Tüchtigkeit und nicht die Parteizugehörigkeit in Betracht. Ruhe und Ordnung tun in erster Linie not. Einem Appell an die Gewalt, von welcher Seite sie auch kommen mag, wird die Regierung mit allen Mit- teln entgegentreten. Ein Gesetzentwurf zur Aushebung der Militärgerichtsbarkeit liegt dem Reichsrat bereits vor. Die Finanzen sowie Handel und Verkehr müssen wieder in Ordnung gebracht werden. Die Steigerung der Gütererzeugung ist mit allen Kräften zu fördern. Die Zwangswirtschaft läßt sich noch nicht restlos beseitigen. Die Arbeiten der Sozialifierungskommissio« werden fortgesetzt und von der neuen Regierung unterstützt. Ihr fester Wille ist es, d.Z rkM^iear« JfeJSfe • - beiterschafi, sondern mit ihr regiert wird. Durch den freiwilligen Verzicht auf Eintritt in die Regierung hat die Sozialdemokratie die Verpflichtung, nicht gegen die Regierung, sondern mit ihr zu arbeiten. Wir wollen' eine Regierung fein, die versöhnt und die Gegensätze ausgleicht. Fehrenbach schloß: Ich stehe hier als ein Opfer meiner Auffassung von vaterländischer Pflicht. In der Stunde der Not wollen wir uns znsammenfivden, auf daß Deutschland fortlebe.
Die erste Sitzung des neuen Kabinetts.
w Berlin, 27. Juni. (T. U.) Gestern nachmittag
4 Uhr fand die erste Sitzung des neuen Kabinetts statt. Zunächst leisteten der Reichskanzler und d'e neu in die Regierung eingetretenen Minister den Eid auf die Verfassung. Darauf wurde unverzüglich in die Erörterung des neuen Programms der Regierung eingetreten, über das völlige Uebereinstimmung erzielt wurde.
Die Kriegsentschädigung.
e-b Haag, 27. Juni. (T. U.) Der „Times"-Korrespott- dent in Paris meldet, er sei in der Lage, die von der zuständigen deutschen RegierungSkommission ausgestellte Berechnung des Schadens, den Deutschland in Frankreich angerichtet hat, mitzuteilen. Die Gesamtsumme belaufe sich nach dieser Aufstellung auf rund 7 Milliarden Goldmark. . ,
w Haag, 27. Juni. (T. U l Eine Denkschrift des Ausschusses für die Kriegsentschädigung Deutschlands setzte den Gesamtbetrag, der gezahlt werden muß, auf 7 Milliarden 228 000 622 Pfund Sterling fest, davon 215 260 000 Pfund Sterling, die der Ausschuß auf die Kreditseite des deutschen Kontos setzen zu müssen glaubte.
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Nach der vorstehenden deutschen Berechnung ist durch die Kriegführung in Frankreich ein Schaden won 7 Milliarden Goldmark entstanden, den Deutschland nach den Bestimmungen des FriedensveAragcs zu ersetzen hätte. Es ist allerdings in der Meldung der „Times" nicht angegeben, ob auch die schaden, die Belgien erlitten hat, in dieser Summe enthalten sind. Der Wiedergutmachungsausschutz der Entente hat nach, Umrechnung in deutsche Mark eine Entschadigungsmmme von etwa 145 Milliarden Mark ^gerechnet, die sich infolge der niedrigen deutschen Valuta noch um ein Vielfaches erhöht. Auf jeden Fall wurde die Entschädigungssumme das gesamte deutsche Nationalvennogen weit übersteigen. Die Forderung der Entente ist nicht allein eine Wiedergutmachung, sondern ausgesprochen eine unmögliche Kriegsentschädigung. Nach den Bestimmungen des Friedensvertrages hat Deutschland nur die Schäden des Krieges wieder gistzumachen, aber keine Kriegsentschädigung zu leisten. Ursprünglich hatte die Entente die Schnbcnscrsatzansprüche auf etwa 60 Milliarden Goldmark geschätzt, die im Laufedes Jahre» nun schon auf 145 Milliarden gewachsen sind. Gegenüber dieser gewaltigen Summe wird keine internationale An- ' leihe Deutschland etwas nutzen, um seine zusammenge- brochene Wirtschaft wieder aufzurtchten und seine Schulden zu bezahlen. Die Suurme ist so phantastisch, Mb sie einfach nicht aufgebracht werden, kann, und Deutschland unter drr Schuldenlast vollständig zusammenbre-
chen muß. In Anbetracht der großen Differenz zwischen den Forderungen der Entente, der deutschen Berechnung der Kriegsentschädigung und der deutschen Leistungsfähigkeit werden die Verhandlungen in Spaa eine neue Belastungsprobe für Deutschland fein. Sie werden auch zeigen, ob die Ententestaatsmänner den Willen und die Kraft haben, Europa aus dem Chaos und Elend herauszuführen, ober ob sie es in Berkennung der wirklichen Lage in den Abgrund stürzen lassen werden.
** Gc«f, 28. Juni. (T. 11.) Im Anschluß an die Konferenz in Boulogne ist es zwischen der englischen und französischen Presse zu einer Auseinandersetzung gekommen über die Festsetzung -er deutschen Kriegsentschädigung und ihre Aufteilung unter den Alliierten. Es ergibt sich aus dieser Polemik, daß England es für unmöglich hält, Deutschland eine Entschädigung zuzu- muten, die über den Betrag von 105 Milliarde« Goldmark hinausgeht. In London bestreitet man aber auch, daß Frankreich nach den bestehenden Souderabmachun- gen 55 Prozent dieser Summe erhalten soll. Londoner Blätter geben zu verstehen, daß Llond George gar nicht das Recht hatte, einen derartigen Prozentsatz ohne die Zustimmung der tibrigen 91(liierten festzusetzen. Er habe in Wahrheit mit Clemenceau nicht über die Aufteilung der deutschen Kriegsentschädigung unter den Alliierten verhandelt, sondern lediglich wegen einer Uebereinstimmung zwischen Frankreich und England über das Verhältnis, in dem beide Länder bei dieser Aufteilung berücksichtigt werden sollen. Für den Fall, daß die Regierung des Deutschen Reiches in Spaa eine Forderung von 105 Milliarden Goldmark anerkennen sollte, würde Frankreich nach der Auffassung der Pariser Presse 55 Prozent dieser Summe erhalten, nach dem gegenwärtigen Stmkd der Valuta über 200 Milliarden Mark. Nach der englischen Auffassung müsse die Aufteilung unter den Alliierten in der Weise erfolgen, daß Frankreich und England diese Ansprüche gemeinsam geltend machen gegenüber den übrigen Alliierten und die ihnen zugesprochene Summe alsdann unter sich aufteilen in dem Verhältnis von 11:5 zu Gunsten Frankreichs. Für die deutsche Regierung wäre diese Frage nebensächlich. Es darf sich für sie in Spaa nur allgemein darum handeln, die Entschädigung an die Alliierten insgesamt festzusetzen. Dafür kann auch nach der englischen Auffassung die Gesamileistungsfähigkeit Deutschlands maßgebend f >u _.
— RvtmriMW, 28. Juni. Die „Times" melden aus Paris, der französischen Forderung au Deutschland schließen sich nicht noch berücksichtige Nebenforderungen aus rückständigen Vertragslieferungen an. Sie erreichen einen Wert von 3 Milliarden Goldmark. ,
Der Wiederaufbau Nordsraukreichs.
»» Genf, 28. Juni. Aus Paris wird berichtet: Frankreich hat für die nicht zustandeaekounnenen deutschen ArbeitertranSporte m das nordfranzösnche Wie- öerausbaugebiet irische im- italienische Arbeiter angeworben. Die Gesamtkosten zu Lasten Deutschlands belaufen sich auf zwei Milliarden Franken.
Die dentschen EntfchädkgnngSansprüchc für den Maingan a-gclehut.
t-* Gens, 28. Juni. Nach einer Meldung aus P,a- riS hat Frankreich die deutschen Ansprüche, die anläßlich der Besetzung FrankstrrtS a. M. und des Maingimes erhoben worden waren, abgelehnt.
Dentsch-frarrzösische Wirtschaftsbefprechnngen.
** Berlin, 28. Juni. (S. C ) Die deutsche Delegation zur Wiederaufnahme der de' ' e-französis'en Wirtsckraftsbesprechungen ist Sonnabend früh nach Paris abgereist. Die Kommi'sivn nahm den offiziellen Antrag Deutschlands auf Aufhebung sä.Mlicher jetzigen Beschränkungen und Wiederherstellung des freien Handelsverkehrs zwischen Deutschland und Frankreich naca Parts mit.
Die Lebensmittelunruhen.
Ausnahmezustand in Hamburg.
die
** Berlin, 28. Juni. (Eig. Drahtil.) Nachdem Lebensnlittelkrawalle in Hamburg am Sonnabend abend einen bedeutenden Uvlfaug angenoumien und zu Räubereien, Plünderungen und blutigen Exzessen zwischen der Menge «nd der Sicherheitswesr gerührt hatten (zwei Tote, 80 Verwundete mrd vier Verhaftete), wurde gestern in den Abendstunden, nachdem vornnt- Jags die wildesten Gerüchte über neue besonders am Montag beabsichtigte Unruhen die Stadt erfüllt hatten, der Ansnahmeznstand in Hamburg erklärt. Durch oi- fentliche Anschläge wurde bekanntgegevcn, daß zum Schutz des Eigentums der Bevölkerung und Sicheritel- luilg der Lebensmittelzufuhr nach Hamburg die vollziehende Gewalt in die -Hände des Polizeiherrn Lenators Sense, der gleichzeitig zum Regieruncpckommissar ernannt wurde, überaeaanaen sei. Plünderer werden nach -er Berordunna standrechtlich erschossen. Der Au- schlag hat seine Wirkung nicht verfehlt. Bald herrschte sowohl in der inneren Stadt als auch in den Vororten, in denen der Pöbel am Sonnabend abend bewnderc mild gebanst hatte, bei schönstem sonnigen Wetter normale Ruhe. Nur Sicherheitswehr patrouillierte in den Straßen. Bom Mob war nicht das geringste mehr zu bemerken.
** Hamburg, 28. Juni. (S C.) Die Nacht und der Vormittag sind hier ruhig verlaufen. In den Krankenhäusern befanden sich 36 Verwundete. Die Gesgint-- zahl -er Opfer beträgt vier Tote und 12 Verwundete. Die Schäden der Plünderungen belaufen sich laut „Neue -Hamburger Zeitung" auf viele Millioueu Mark
** Hamburg, 28. Juni. tS. C.) Heute iu den Mittagsstunde« hatte« sich die Nnrnbc« erneuert, Eine
Bolksmeuge hat sich nach »em Alton«« «yucinwatnt * * Bewegung gesetzt. - 4
*» Essen, 28. Juni. (S. C.) In Oberhausen, Duisburg und Miilheim kam es gestern zu Lebensmitt«lun-s ruhen. Die Menge wurde gegenüber den Sicherheit-« Mannschaften tätlich, die von ihrer Waffe liseörauch' machten. Gestern abend wurden im engeren Ruhrre- vier Aufrufe verbreitet, die zur Fortsetzung der Lebens« nntteldemonstrationen für heute aufforderten.
„ •* Berlin, 28. Juni. (S C.) Bet den Kommuni« ftenftihrern in Berlin und im Reiche haben -Haussuchungen stattgesunben. Es wurden Anfrnse und Druckschris, ten beschlagnahmt, die in Verbindung mit den zur Zeit über das ganze Reich gehenden Lebensmittelkraw«Le« stehen.
Ansschreitnngen in Magdeburg.
In Magdeburg kam es Sonnabend vormittag auf dem Altmarkt zu schweren Ausschreitnnge» der über die hohen Obst- und Gemüsepreise erregten Volksmenge. Der Inhalt der Körbe wurde auf die Straße geschüttet, und man versuchte sich der Verkäufer zu bemächtigen, di« in nahe gelegene Häuser geflüchtet waren. Dre sehr schwach vertretene Polizei war der vielhunberkköpfigen Menge gegenüber machtlos.
»* Magdeburg, 28. Juni. (S. C.1 In der letzten Nacht veriilchten einige Arbeitslose die geschlossenen Lü« den gewaltsam zu öffnen. Die SicherheitSwehr vertrieb die Angreifer. Es wurden Schüsse gewechselt, wobei drei Plünderer »«letzt wurden.
Prompte Jnstiz gegen Wnch«« in Köln.
In Köln haben, der „Köln. Ztg." zufolge, die Ge- richte gegen die Wucherer außerordentlich rasch gcarßet. tel. Die am 24. Juni auf den städtischen Märkten verhafteten Erzeuger sind zum Teil schon am 25. Juni von den Wttch«gerichten zu empfindlichen Geld- und Gesang, nisstrafen (5000 bis 7000 Mark und fünf Tage bis biet Monate) verurteilt worden.
Hindenburg an dieOberschlefier.
c* Benthev, 27. Juni. (T. U.) Feldmarschall von Hindenburg hat an die Bevölkerung von Oberschlesien folgenden Aufruf gerichtet:
„Oberschlesier! In schweren Schlach tLst.hu utz Luch ^"si.M7 h-'^Kt—^^'^"' crtnbn c-' bete*'Art.•Cure Söhne, Brüdek und Väter haben dainals als brave Soldaten zu mir gestanden. Darum glaube ich das Recht und die Pflicht zu haben, Euch in dieser über Euer Schicksal entscheidenden Stunde folgendes zuzurnfen: Wollt Ihr Ench wirklich, durch Irrlehren verleitet, von Preußen und Deutschland loösagen? Wollt Ihr wirklich Verrat üben an dem Lande, dem Ihr Eure ganze friedlick»« Entwickelung verdankt? Wißt Ihr Senn nicht, daß Ihr dadurch ins Elend gestoßen werdet, daß Eure blühende Industrie vernichtet wird, daß Ihr nur Arbeitslosigkeit und dadurch dem Hunger verfallt und bald, wie schon so viele jenseits der Grenze, gezwungen fein werdet, in anderen Ländern Frondienste zu leisten? Wißt Ihr denn nicht, daß Ench in dem unruhigen Polen neue Kämpfe bevorstehen? Aber ich kann und miH es nicht glauben, daß Ihr von uns gehen wollt. Hört auf mich, denn ich meine es treu mit Euch und bleibt bei unS! v. Hindenburg, Generalfeldmarschall?
BefrieSigenhe Erklärungen General ^errnds.
»^ Oppeln, 28. Juni. -T. 1D Der Präsident der interalliierten Kommission, General Lerond, hat in einer Besprechung mit dem FimferauSschuß der Justiz- beamten die befriedigende Lösung aller Streitfragen, insbesondere die Gewährung aller Beguemlichkeiten zur Abreise aus Oberschlesien den Beamten zugesichert.
Die Abstimmung in Oft- und Westpreutzen.
** Warschan, 27. Juni. lT, U.) Der Vorschlag Polens, den Termin der Abstimmung in West- und Ost- prenßen zu verschieben, wurde von den Allsterten abge- lehM. Die Abstimmung erfolgt also am 10. und 11. Juli.
Sturm in der iiaüenischeu Kammer.
Rom, 28. Juni. (T. u.) Die Kammersitzung am Sonnabend schloß mit einer bewemen Auseinandersetzung über Albanien. Der Kriegsminister Bonomi gab auf eine Interpellation hin eine Darstellung über die Ereignisse in Arcona ohne zu erwähnen, wohin der Transport der meuternden Bersaaliert bestimmt war. Die Sozialisten verlangten durch Zwischenruse eine Auskunft. Da die Regiening schwieg, entstand ein Lärm, sodaß die Sitzung unterbrochen werden mußte. Nach Wiederaufnahme per Sitzirng erklärte Giolitti, die Regierung habe bereits verkünde, Saft sie das Protektorat über Albanien nicht amrecht erhalte und daß sie dem Lande die Unabhängigkeit gebe. Die Sozialisten riefen dazwischen, worauf Giolitti antwortete, unsere Soldaten stehen allerdings noch in Balona und müssen sich gegen die Angreifer verteidigen. Auch die Sozialisten konnten, wenn sie regierten, nicht zugeben, daß unsere Soldaten ins. Meer geworfen werben. Dann folgte ein HanSgemenge zwischen Sozialisten und Bürgerlichen. Ein großer rankender Knäuel bildete sich vor Giolitti. Dieser behielt seine Ruhe. Die Tribünen wurden geräumt.
** Berlin, 28. Juni. (dia. Dralstn.) Die sich in bet letzten Zeit häufenden Ausschreitungen in den großen Städten Italiens, besonders in Oberitalien, wurden in der Kammer besprochen Dabei forderten die Soziali» sten die Zurückziehung der Truppen aus Balona. Der gemäßigte Sozialist Turast erklärte als erste Notwerrdig- feit zur Vermeidung einer gewaltsamen Revolution in ganz Europa die Aufhcbuns öc>? Versailler B«irages.