Einzelbild herunterladen
 

HersselSer TagemM

Erstheint se-en Wschent», n»chm. / Singspiels j für yersfel» sowie »urch »je Post belegen viertel- führl. Hk i - ohne Crigedeijn u, Postkestellgeld, :

tjerefelder Lreisbllltt

Druck: e. funks Luchtruckem, f. -.SchÄf"eitvnz »r»nnv. f*n> funk, herrfelS.

J6geigenyreife: die einspaltige Petitrsile ober deren Rautx' Pfennig, auswärts v. pfennig, im lertteil Ulk .- / femsprecher Nummer 8.

Nr. 137

Mittwsch» den 16. Juni

1926

Noch keine Klärung.

Trimborn verhandelt mit den Mehrheitssozialdemo-

krate« nn» der deutschen Bolkspartet.

** Berlin, 15. Juni. (Eig. Drahtn.) Dr. Trinr- Shat bei seinen Bemühungen um die Kabinetts- ng zunächst mit den Mehrheitssozialdemokraten u«g genommen und wird auch heute vormittag noch eine Unterredung mit dem Fraktionsvorsitzenden der sozialdenwkratischen Reichstagsfraktion, Lobe, haben. Er wird, wie man in parlamentarischen Kreisen an- nimmt, versuchen, die Sozialdemokratie z» einer wohl­wollenden Neutralität zu veranlassen. Auch mit den Deutsch-Nationalen wird er in dieser Richtung Fühlung nehmen. Auf diese Weise glaubt Trimborn eine sichere Grundlage für eine bürgerliche Koalition von der deut­schen Volkspartei bis zu den Demokraten schaffen zu können, die zwar zahlenmäßig noch keine Mehrheit hat, aber bei wohlwollender Neutralität der beiden Flügel- parteien wohl regierungsfähig wäre. Eine Unterredung zwischen Trimborn und dem Führer der deutschen Volkspartei, Dr. Hcinze, hatte nur unverbindlichen Cha­rakter. Die deutsche Volkspartei hat Dr. Heinzes Stel­lungnahme zur Regierungsbildung gebilligt. Er machte dabei MUtetlung von einer kurzen Unterredung, die er

deiner mtttelvarteiltchen Koaltzion »«t« der.Statirctititt sprechungen zwischen den' MehrheitssoziaiSemv!r«: der beiden Flügelparteien nicht zum Erfolge fuhren soll- Unb Unabhängigen werden, wie aus dem Reichstage

lungnahme zur Regierungsbildung gebilligt. Er machte dabei Mitteilung von einer kurzen Unterredung, die er mit Trimborn gehabt hat. Die Fraktion ermächtigte ihn Su weitere« Verhandlungen mit dem Zentrumsvor- tze«den unter Hinzuziehung einiger hervorragender Mitglieder der deutschen Volkspartei. Auch der Vorstand des Zentrums tagte gestern. Ein Beschluß wurde nicht gefaßt. Die Reichstagsfraktion tritt heute zusammen. Die Demokraten, die erst für Mittwoch ihre erste «rak- tionssitzung angesetzt haben, verhalten sich nach rote vor schwartend. Sw machen ihre Stellungnahme von der Haltung des Zentrums abhängig. Gestern nachmittag tagte im Reichstage die de«tsch-«ationale Fraktion. Dort wurden alle Möglichkeiten durchgesprochen, die die Fraktion veranlassen könnten, Stellung zu nehmen. Der Standpunkt der Fraktion ist unverändert: Sie ist zur po- fittoen Mitarbeit bereit, da sie den Standpunkt vertritt, daß unsere gegenwärtige außen- und innenpolitische ; Lage eine starke Regierung erfordert. Dr. Trimborn ist bis heute noch nicht an sie herangetreten. Auch für heute vormittag ist eine Tagung in Aussicht genommen, um Stellung nehmen zu können, falls sich im Laufe des Vor­mittags für sie die politische Lage ändern sollte. Für den Fall, daß Trimborns Bemühungen um die Bildung

---------- »--wo» unter der

cht zum Erfolge, .

ten, wird der Vorsitzende der Zentrumsfraktion, wie ver­lautet, versuchen, die alte Koalttto« wieder zustande z« bringen «nd die bayerische Volkspartei zum Eintritt zu bewegen. Dieser Block würde bann über eine knappe Mehrheit verfügen. Zwar steht der Beschluß der Reicho- tagsfraktion und des Parteivorstandes der Mehrheits- sozialdemokraten dieser Koalition entgegen, doch glaubt man neuerdinas, die Sozialdemokraten halten die bisher aetriebene Koalitionspolitik mit den beiden alten bürger- Heften Mehrheitsparteien nur deswegen nicht für mog- lich, weil dieser Block keine tragfähige Mehrheit mehr 1 hinter sich hat. Wenn aber die bayerische. Volkspartei in die Kvalition eintreten würde, so sei eine Mehrheit gegeben, und auch die Mehrheitssozialdemokraten dürften sich dann bereit finden, mit den alten Mehrheitsparteien und der bayerischen Volkspartei mttzumachen. Trimborn werde aber vorerst alle Anstrengungen machen, um einen bürgerlichen Mittelblock zustande zu bringen.

^ Berlin, 15. Juni. (T. U.) Dr. Trimborn hat neben anderen Möglichkeiten auch einen Block der Mitte ins Auae gefaßt, der aus Demokraten, Zentrum und ' deutsche Volkspartei bestehen würde. Zwar könnte der­selbe nur 188 Abgcordncie aufweisen, aber vielleicht auf wohlwollende Neutralität der Nachbarparttien, beson­ders -er Sozialdemokraten, rechnen. Die Sozialdemo­kraten, welche doch auch die Herstellung, eines regierungs­fähigen Kabinetts wünschen, dürften eme solche Bildung nickt schroff nblebnen, sondern die Verbindung der Ver- aanaenheit und Zukunft mit aufrecht erhalten. Sie kön- nen enteist einen Fachminister als Sicherheitswache int Käbiuett zurücklassen. Ein allen genehmer Reichskanz­ler sei vielleicht in Herrn Fehrenbach zu gewinnen.

Hierzu schreibt derVorwärts":Da die sozialde- mnfrntifdsie Fraktion zu einer solchen Koalition noch uK^Äm« Genommen hat, müßten unsere Vertreter

L^llunanahme bis nach erneuter Rücksprache mit & vertagen. Genosse Müller «der bis-

Reichskanzler) versichert aber im voraus, daß eine tnlck^ Reaierung von uns nach ihren Taten beurteilt werben müßte und jeder Versuch, auswärtige Politik ttM) dem Rezept der deutschen Volkspartei zu treiben, M uns aufs schärfste bekänipft werden müßte."

w »erlitt, 15. Juni. lEig Drahtn.) Wie dieBerl.

<tn?nTAPttDnHv/ wtifett ülUU^tp lütlb TnWWttt

Stuf den Eintritt in die RegteEg verzicht^ ^eignete darauf beschränken, dem Reichspräsidenten geeignet Persönlichkeiten vorzuschlagen. so wir d er^ den pran deuten der Nativnalversammlung Fehrenbach ls Reichskanzler in Vorschlag^vringen den Bestrebun­gen, die Aemter mit pabtZpolitisch mittralen Fackman giern zu besetzen, einiges Entgeacnkommen ^igen. A o lftisch soll die neue Regierung sich auf die^Rtraerliche« Parteien stütze«, aber auch kermtnisreiche Personlichket

, ten aus den Reihen der Sozialdeuwkraten umfas,en, dw jedoch nicht als Sozialdemokraten, sondem eben wegen ihrer sachlichen Eignung für gewisse K^r unpolitische Posten beritten werden. Einer solchen Regierung gegen­über, so hofft man, werden die Sozialdemokraten sich

»oblwollend verhaften, .

icn

| Scheiternder Kab!nettsbildungdurchTrimborn \ Ei« vierter Versuch mit den Demokraten.

^> Berlin, 15. Juni. (& G.) Der Versuch des Zentrumsführers Dr. Trimborn, ein Kabinett zu bilden, dürfte bereitsjetzt als gescheitert z« betrachten kein. Er wird sein Mandat in die Hände des Äeichsprästoeu- ten zurücklegen, der nach den bisherigen Absichten nun­mehr den Demokraten Schiffer beauftragen wird, seiner­seits die Kabinettsbildung z« versuchen. I« matzgeveu- den politischen Kreisen glaubt man, das, schließlich ein Notstaudskabinett ans den alten Koalitionspartete« ge- blldet werden wird. ,

** Berlin, 15. Juni. (L. A.) Ueber den Stand der Verhandlungen des heutigen Tages erfährt derß. A.": Die Versuche Trimborns, eine nach rechts erweiterte Koalition mit Einschluß der Sozialdemokraten zustande zu bringen, sind an dem Widerstände der Mehrheitsso- zialdemokraten gescheitert. Auch die zweite Möglichkeit, die alte Koalition mit der bayerischen Volkspartei zu er­weitern, mußte Dr. Trimborn fallen lassen, da die So­zialdemokraten diesen, Gedanken den grüßten Widerstand entgegeusetzten. Von hervorragender sozialdemokrati­scher Seite wird dazu erklärt, ein Zusammenarbeiten von Sozialbemokratte und bayerischer Volkspartei sei unmöglich, einmal wegen der Person Dr. Heims, dann wegen des Verhaltens der bayerischen Volkspartei wäh­rend der Wahlen. Außerdem würde ein solcher Block nur eine verhältnisnräßig schwache Mehrheit haben.

Schiffer zum Reichspräsidenten geladen.

* Berlin, 15. Juni. lS. C.) Der Reichstags- abgeordueie Schiffer ist für heute nachmittag 2 Uhr zum Reichspräfidenteu geladen worden. Herr Schisfer bat heute früh «och a« der Fraktio«ssitzu«g der Demokraten tellgenomme«.

Neue Kombinationen.

** Paris, 15. Juni. Wie aus informierten Kreisen berichtet wird, beschäftigt man sich nach wie vor mit der möglichen Lösung der deutschen Krise. Nach hier etnge- troffenen Nachrichten aus Berlin nimmt man allgemein an. daß Geschäftsträger Dr. Mayer in aller KUrze Reichs­kanzler wird. Die mögliche Rückkehr Mayers nach Ber­lin würde allgemein bedauert werden. Man nimmt aber an, daß, wenn er Reichskanzler wird, seine Politik zur Verbesserung der deutsch-französischen Verhandlungen beitragen werde.

Besprechungen der beide« sozialdemokratischen Parteien.

** »erlitt, 15. 3uuL A&r-£~;

en

und Unabhängigeil werden, wie aus dem Reichstage ge­meldet wird, fortgesetzt. Sie betreffen die Frage eines taktischen Zusammengehens für den Fall, daß eine bür-

gerltchc Koalition zustande kommt.

Die Stimmung im Zentrnm.

Wie dasB. T." aus Zeutrnmskreisen hört, würde man es dort am liebsten sehen, wenn die alte Koalition die Regierung wieder übernehmen würde. Dia einzige Schwierigkeit bestehe darin, daß die Haltung der bayeri­schen Volkspartei, also des bayerischen Zentrums, noch nicht geklärt ist. Man hofft aber, um so eher mit ihr 3» einer Verständigung zu kommen, als Erzberger, an dem dieBayerische Volkspartei" bekanntlich den Hauptan­stoß nimmt, die Partei hat wissen lassen, daß er vorläufig nicht nach Berlin zu kommen und an den parlamentari­schen Sitzungen teilzunehmen gedenkt. Einen sogenann­ten Bürgerblock, der auch die Deutschnationalen umfasse, der aber andererseits die Sozialdemokraten ausschaltet, würde das Zentrum auf leinen Fall mitmachen. In der Fraktionssitzung des Zentrums am Dienstag wird eine endgültige Klärung der Haltung der Partei erfolgen.

Gegen die Katzbalgereien der Parteien.

Der frühere sozialdemokratische Staatssekretär Dr. August Müller wendet sich gegen den Parteiklüngel und die parteimäßige Behandlung der Regterungsbildung. Er schreibt in derNattonalzeitnng" u. a>: Wrr brauchen eine Regierung von Männern mit Ideen, mit polttnaicm Instinkt, wirtschaftlichem Verständnis und sozialem Empfinden. Welcher Partei ftc angehören, ist gleichmü­tig. Entscheidend ist allein das Programm der Reg,e- rung nud ihre Befähigung, es zu vollenden. Deshalb soll man endlich einmal mit den Katzbalgereien der Par­teien untereinander aufhören und die Regierungsbil­dung damit beginnen, daß die Parteifüh^r unter Aus­schaltung der ganz links und ganz rechts stehenden sich zusammensetzevum die Forderungen festzusteUen. die aus der Not des Vaterlandes geboren sind.

Die sozialistische Gesetzgebung der Nationalversammlung.

** Berlin, 15. Juni. fS. GJ In der Sitzung der Mehrheitssozialdemokraten avl Sonntag wurde auf die Frage einer Aufhebung bczw. AbicowachunGder von der Nationalversammlung auaenvmmcnen fo^iintfft,wnj^ setze und der Steuergesetze enmeveub bespwcken. Santt- liche Redner zu diesem Thema erklärten, daß eine Ab- schwächung bezw. Aenderung der so.,iali,tssa>cn Gesetze durch eine bürgerliche Reichsregierung die Kampsauf- nahnre des gesinnten Proletariats gegen das Bürgertum und den Generalstreik der deutschen Arbeiterschaft zur

Folge haben müßte.

Schwerer vorwors gegen Erzberger.

~ Berlin, 15. Juni. (T. U.) In einer am Sonnabend in Saarbrücken abaehaltenen öffentlichen Versammlmm der deutschen Volkspartei teilte, wie rechtsstehende Blätter erklären, der Parteivorsitzende Bankdirektor Georg Schmidt mit, das die während der Versailler FriedenSverhanölungen von führendenPer­sönlichkeiten der saarländischen Parteien aufgeftelUe

Adresse an Wilso«, die das Verbleibe« »es saargewees im oevtfchen Reichsverbande ans geschichtlichen und wirftchaftliche« Gründen ««d mit Hinweis auf das Selbstbestimmungsrecht sordert, der Adressat überhaupt uicht erhalten habe, sondern in einem Berliner Archiv ruhe, wei1 Erzberger keine Zeit gefunden habe, sie z» überreichen.

Hterzjl bemerkt dasH. T": Man wird erwarten müssen, daß sich Erzberger dieser schweren Anschuldi­gung umgehen- äußert. Gerade jetzt neröffcntlidn An- drä Tardieu in der PariserLJllustratiou" einen Auf­satz, aus dem hervorgeht, daß Wilson gegen das von den Franzosen geforderte Autonomiestatut für das Saarge­biet die allerschiirfsten Bedenken geltend gemacht hat. Tardieu sagt,Wilson war nicht nur gegen die Grerizc von 1914, sondern ging noch weiter und verbot alio die Gemeinsamkeit unserer Forderungen auf Gruud und Boden. Er war nur damit einverstanden, daß wir aus dem Saarbecken eine Kohlenmenge entnehmen, die un­serem auö dem Kriege erstandenen Kohlenmanko ent. sprach".

Die Regierungskrise in Oesterreich beendet.

W Wie«, 15. Juni. Die österreichische Krise ist be­endet. ES bleibt alles beim alten. Die Parteien, die notß gestern erklärten, sie seien nicht in der Lage, zusam­men zu arbeiren, üubcit sich wieder gefunden. Die Re­gierung bleibt weiter im Amte. Ihr Arbeitsprogramm wird aber begrenzt werden. Die Wahlen finden im

Herbst statt.

Auch Krisenstimmung in Frankreich?

W Paris, 15. Juni. Pariser Blätter halten eine Präsideutschaftskrise in Frankreich als unausbleiblich. Der Gesundheitszustaud Deschancts sei derart, daß er seine Arbeit kaum mehr wird verrichten können. Man versucht, diese Tatsache zwar «och zu verschweigen, aber die Frage der Nachfolge Teschanels beschäftigt bereits alle volftitchen Kreise. Es verlautet, daß Poincarce tlln- strengungen mache, um sich als Kandidaten für die Präsidentschaft zu empfehlen. Auch ist man der Anucht, daß Millcraud feine Kandidatur betreibe. Man renntet übrigens mit der Möglichkeit einer Krise im französische« Kabinett, die {ebenfalls nach der Konferenz von «paa ausbrechen werde.

Nordschleswig.

Die .^Ui»Ai^ÄMUt >vFd-r,^»t«^LWttchep. S«t»«LL»ität.

»^Berlin,^. Juni. lT.1l.) Am Mittwoch abend 12 Uhr geht die Souveränität in btr zweiten Zone in vollem Umfange wieder an Deutschland über. Donner--« tag früh stehen die densschen Truppen marschbereit an »er nordschleswigschen Weiche. Der Empfang toll , wie demL.-A." aus Flensburg gemeldet wird, festlich ge­staltet werden. Der Ncichsmiuister »es Answärtige» «nd der preußische Minister des Innern kommen z« diesem

Zweck nach Flensburg.

polnischer Machthunger.

ES ist ein alter Erfahc'ungssatz, daß Dankbartte,, keine Stelle im Verhältnis der Völker zu eiuander ha" beu samt. Aber ein Verhalten, wie das btr Polen tss- genttber den Teutschen kann man kaum noch mit Un­dankbarkeit bezeichnen. Es ist ein sinnloser, vor eigener Schädigung nicht zurückschreckendcr blinder Haß, wi« er nicht leicht seines gleichen finbet. Vergessen ist, daß ohne die deutschen Siege Polen sicherlich noch eine russische Provinz wäre, ganz gleich, ob in Rußland die Revolu­tion gesiegt hätte oder nicht. Für die Befreiuug selbst auch nur einen Finger zu rühren, fiel dem edlen Polen nicht ein; aber es war ganz feine Art, wenn der Große Virtuose Paderewski der ahnungsloserc tyrau Wssion sein Polenleid über die Bedrückuug durch die Teu:- schen klagte. Unb Wilson, der sich vermaß, alle Berge- waltigung nationaler Minderheiten aus der Welt zu schaffen, war nur zu empfäirglich gegeuüber solche« Ver­dächtigungen. Ganz auf polnischer Seite war von vorn­herein Frankreich. Säwn vor mehr als dreihundert Jahren betrieb man die Wahl eines sranzöstschen Prin­zen zum Köuig vou Polen, unb als die Polen nnbedingt einen einheimschen Herrscher verlangten, wurde Johanu SovWHki mit sranzösischem Gelde gcivählt. Unb jetzt war das unabhängige Polen wieder an erster Stelle eine französische Forderung, es sollte als drohende Gewnt.r- wolke stets über Deutschland hängen, noch ganz anders wie Rußland für das die Westgrenze nur eine neben­

sächliche Rolle spielte. . _

Die Polen waren in ihrer staatenlosen Zeit aller wirMcklen Staatskunst völlig entfremdet. Wie Kinder sahen sie und sehen sie noch die Größe eines staates nur im Umfange seines Gebietes. Darum mußte alles, was nur je in fernster Zeit er unal zu Polen gehört hatte, wiedergewonnen werden. Und sie erlebten bas märchenhafte Glück, daß Versailles sich ganz auf ihren Standpunkt stellte. Nicht nur Posen, auch We' Preußen fiel ihnen zu. Daß thuen Danzig versagt blieb, war ein Erfolg englischer Politik, für die biejilte wmertabt dasselbe bedeutet wie Hougkong ober «smgavur. .Als die Polen die Herrschaft über die alten, pr^tztiären Provinzen ant raten, empfanden sie itod) eine Art von Ehrfurcht vor dieser frcmbcii Kulturarbeit,' und sie über­legten, wie man sie erhalten könnte: aber bald schwand alle Scheu. Die beste Auöeinaudersevung schien ihnen nun die Ausrotlitng der deutschen Kultur. Durch Schi- kauen und Quälereien aller Art izwingt man die Deut­schen, das Land zu verlassen. Posen Ächlte bet 100 000 Polen 60 000 Deutsche, jetzt schon sind die Zahlen 150 000 und 20 000. Die deutschen Schulen werden mtterdrückt, die Universitäten den Deutschen gesperrt. Das Pole«»