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rSttwU haben aroße Umgruppierunge« stattgefunden. Es wird znverlässta behauptet dah »wische» r.ttlitäris»he» :«» politische* Führer« große Mci«u»gsver:chicdeu- hette« ^sieben. Die Wedirtdit, daß die bisher, in Czcruo- wts liegende Infanterie abtransportiert worden ist, -eitäUgt sich. Ebenso ist auch die Arrillcrie aus Czeruo- **e verlegt worden. Eine starke Bewegung regulärer Truppen ist in der Gegend von FrieUz-Biala zu merken.

Nach den vorliegenden Nachrichten: scheint die pol- xüdw Front gegen die Russen erhebliche Verluste ge» habt zu haben. Die Aushebungen in ganz Polen dan- «x an. Die Rekrutendepots in den Ersatzformationen «erven danenid wieder aufgefüllt, obwohl zur Ansbil- Nroo und Einkleidung dieser Leute weder geinigend Waffe« noch Monturen vorhanden sind. Die Rekruten Äte« zum Teil noch in Zivil Dienst. Die gleiche man- »Lbost« Ansrüstung weiieu auch die Ersatzformationen

Polen sucht Bnndesgeuosfen.

** Riga. 11. Mai. Polen verrucht jetzt, die übrigen «Mschen Randstaaten zum Auschlutz an seine Politik Uvenüvcr Sr-wietrußlan- -u veranlassen. Die Räu- M»o Kiews durch die Bolschewisten bat einen gewis- Ex Eindruck aus die Randstaaten geuwcht. ES bleibt »oc fraglich, ob sie sich zu einer Aenderung ihrer jetzt- W Politik gegenüber Svlvjetrutzlaud entschließen

A»famme«-r«ch des polnischen Generalstreiks.

*. B r e s I a n, 11. Vtai. (V. 3) Der Ans stand in vterschleste« ist heute früh infolge der ruhigen Weiter- M5kt< der meisten deutschen Arbeiter und der getroffenen Sch««mabua-men weiter abgeflaut. Mau rechuet noch We »entc mit einem völligen Zusammenbruch der Be- wag««-. Die polnische Machtprobe ist völlig mitzlungen.

Die dänischen RaubgelWe.

6me Kopenhagener Trahtmclduug derDeutschen ». Ztg." gibt eine Unterredung des dänisch

icn

Stwatsministers Neergaard unt einem Vertreter von LlagenS Slybeier", Stockholm, wieder, in der er erklärte, M für die Dänen unter so ungünstigen Umständen, un= der starkem Wahldruck und unverständlichen Besttm- W»»gcn abgehaltene Abstimmung in Schleswig könne Mht als endgültig gelteu.

Die «kutsche Reichsregierung hatte d:r dänischen Re- ermrg einen Borschlag unterbreitet, einen Gegenset- keitsvertrag über den Schittz der Minderheiten in e^kSrotfi abzuschließen. Dieser deutsche Vorschlag ist, wie aus Berlin verlautet, von der neuen dänischen Re- »ftrmm schroff abgelehut worden. Damn kommr zum Av-druck, daß die jetzt in der dänischen Regierung vor- doerschende Stimmung einem friedlichen Ausgleich, rote er von Deutschland angestrebt wird, nicht geneigt ist.

D« deutsch-holländische Kreditabkommen.

Dk Regelung zwischen der deutschen und der hol- Wmwschen Regierung über die Verwendung des Kre- MS von sechzig Millionen Gulden für den Ankauf von revensmitteln, wovon bereits fünfundzwanzig Millio- ä« als Vorschuß gegeben sind, sieht vor, daß 80 530 000 Gulden für den Ankauf von Lebensmitteln aus Holland wb Rieberländtsch-Jndten besttnnnt werden sollen.

Die holländische Regierung verpflichtat sich, 5000 Touuen Weizen zum Betrage von 1570 000 Gulden an Deutschland zu verlausen und verspricht, daß sie nach Beendigung des Transportstreiks die Versorgung Deutschlands mit Brotgetreide unterstützen wird.

Die deutsche Regierung erklärt sich zum Ankauf von Heringen aus der Nordsee und dem Zuidersee im Ve- frage von ^ Millionen -Gulden, Milch und Milch- «rodukien im Betrage von 6 000 000 Gulden, Kokosöl «Mb Kokosnüssen im Betrage von 2 660 000 Gulden, Tee M« Betrage von acht Millionen Gulden und Marme- 6be zum Betrage von einer Million Gulden bereit. Die äct>erlttndische Regierung erklärt sich unter den heuti­ge« Umständen bereit, der deutschen Regierung einen Vorschuß von 25 000 000 Gülden zu gewähren, der, wenn Mt allgemeine Uebereinkunft nicht zustande kommt, als «^rordenilicher Kredit betrachtet werden soll, der auf

: Dauer von fünf Jahren zu einem Zinsfuß von 6 Prozent gewährt wird. Die Rückzahlung soll in Raten von fünf Millionen jährlich erfolgest.

Der Streik in Frankreich.

Havas veröffentlicht folgende Meldungen über den Streif: In Cannes haben die Bauarbeiter, in Bordeaux

e Metallarbeiter, in Marseille die Straßenbahnange- HrLtcn. in Lyon die Bau- und Metallarbeiter, in Gre- noble die Bau-, Metall- und Transportarbeiter beschlös­se«, dem Streikbeschluß Folge zu leisten. Die Gruppe der Metallarbeiter des RorddepartemcmS, welche die Städte Liste, Arras, Valcnciennes, Cambray, Düntir- chen, Roubaix und andere umfaßt, hat ebenfalls beschlos­sen, die Arbeit einzustellen. Auch die Eisenbahner in Lille wollen in die Streikbewegung eintreten.

Das gesamte Personal der Pariser Untergrund­bahnen ist zur Arbeit erschienen, so daß der Verkehr voll­ständig durchgeführt werden konnte. Auf der Nord-Süd- bahu läuft der Verkehr wieder regelmäßig. Ebenso konnte der Dienst der Straßenbahnen und der Omnibusse aufrechterhalten werden.

Neue Laudräte in Helscu-Nassau.

** Hanau, 11. Mai. Noch vor den Wahlen, sollen etwa 24 neue Landrüke in Hessen-Naisau eingesetzt wer« derr, uätnlich 12 sozialdemokraii^che, 6 demokratische und 6 ZentriunSanhänger.

Die fozialdemokratischen Saudidaten in Hellen.

* Frankfurt, 11. Mai. Der sozialdemokraiische Ber- trttertag stellte folgende Kaiididalenliste für die ReiMS- tagSwahlen auf: Oberbürgermeister Tcheidcmann-Caisel/ Frau Tesch-Frankfurt Eugen Kaiser-Frankfurt, Land- rat Thbnr-Wittenhaiiien, Schriftsteller Hoch-Hanan, Paul RvklS^Fcauksu't. Oliv Witte-Wiesbaden, Valentin Trantb-Callel, Dr. Quarck-Fraukftlrt und andere. Ouarck soll alttzerdenr aus die Reichsliste gesetzt werdeit.

Nebergabe des türkischen Friedeurverlrages.

* B ritu, 11. Mai. lL. A.> Heuie wird in Ver­sailles den türkischen Delegierten der Friedensvertrag übergeben roerben.

Niederqang der deutschen Industrie.

>* Berlin, 11. Mai. (®. C.» Die »Neue Ber­liner Zettnug- meldet, es mehren sich die Nachrichten, die l-eiage«, daß Inüustrieunternchmungcu aller Art ihre Be.'ricdr-eluschräukcn oder ganz einstelle« und ihre Mafchtucn ins Anblaud verkaufen.

» w Mannheim, 11. Mai. lS. Infolge der durch die Lobusteigerunan, der letzten Monate eingetretenen Utttentabintät der Betriebe wurde in Mannheim und Ludwigsh.Len r,Mv Industriearbeitern gekündigt.

Der Slb-Schifferstreik.

v* Halle, 11 Mai. (T. N.) Bei Cchvuebcck an der Skbe wurde mit Hilfe von ReichswehAruvpen auf Ver- tnlassnno'drS sächsischen Wtriichaftsministerinms die itu Age des Streils festitegende Kartoffelladnug, insge­

samt (M>M Aeniner auS Dänemark, trotz der drohende» Haltttng der Streikenden abtrausportiert. Die Schiffahrt auf der Saale, die bisher noch aufrecht erhalten werden konnte, wurde stillgelegt, weil die Streikenden androhten, die fahrenden Schiffe mit Maschinengewehren zu be­schießen.

Wer Streik in Elsaß-Lothringen.

** Metz, 11. Mai. Die Streiklage hat sich verschärft. Vcrhaiidlnugcn zwischen deit Hüttetldirekttonen und den ausgespMten Arbeitern in Hagendingen sind geschei­tert. Etwa 5000 Entlassungen voir Arbettern liegen vor. Am 15. Mai sollen weitere Verhandlungen erfolgen.

Rückgang der Spareinlagen bei den Berliuer Spar­kassen.

* * Berlin, 11. Mai. (S. C^ Die Abhebullg von Svareinlagell bei den Grotzberltner Sparkassen hat im Monat April weiter beträchtlich angenommen. Es wur­den im April täglich 15 Prozent Spargelder mehr ah- gehobeu, als Neueinzahlungen gemacht wurden.

Rücktritt des Sultans?

* * Haag, 11. Mai. Londoner Meldungen zufolge haben der Sultan und der Kronprinz der türkischen Re­gierung ihren Rücktritt angeboten, weil der Friedens- vertraa der Türkei Thrazien und SuiyrNa raubt.

Rückgang der Steuerkraft Wiens.

^ Wien, 11. Mai. lS. C.) Wie die »Mittagszei- tuug" meldet, ist durch die fett dem Zusammenbruch betriebene Steuerpolitik in Deutsch-Oesterreich eine ra­pide Abnahme der Steuerkraft der Reichshauptstadt eiugctreten. Im letzten Quartal des Jahres 1919 sind in Wien 937% Millionen Kronen an Steuern weniger eingegangen als im letzter: Quartal des Jahres 1918.

Ausschreitungen tu Linz. .

* Berlin, 11. Mai. (8. A.) In Linz fanden ge­stern im Anschluß an eine komumnistische Demonstra- tton blutige Straßeukämpfe statt, bet betten mehrere- Personen getötet und verwundet wurden.

Gegen die schwarze Schmach.

DieHaager Post" knüpft an den Protest des Ame­rikaners John de Kay gegen die Verwerröung schwarzer« Truppen durch die Franzosen in Deutschland an und stellt mit Entrüstung fest, daß die Franzosen ihrer schändlichen Handlungsweise kürzlich die Krone durch die Besetzung der Frankfurter Uuiversttät mit Neger- soldaten aufgesetzt hätten. Frankreich, das früher an der Spitze der Zivilisation stand, scheint nicht zu begrei­fen, daß es sich mit solcher Handlungsweise sozusagen anßerhalb der Reiheu -er zivilisierte« Nationen stellt.

Der deutsch-russische Gefaugeuenanstausch.

Die von der Reichszentralstelle für Krreas- unb Zi- vilacfangene in Rcval und Helsingfors geführten Ver- b Handlungen über den Durchtransport der deutschen und russischen Gefangenen durch Esthland und Finnlaud sind mit günstigem Ergebnis abgeschlossen. Der Aus­tausch in Narva beginnt am 11. Mai, wo der erste Transport mit 500 deutschen Heimkehrern aus Rußland eintrifft. Weitere Transporte folgen laufend in Ab- ständen von zwei bis drei Tagen. Der erste Transport mit 500 Russen hat bereits mn 6. Mai Stettin verlassen. Die deutsche Regieriung wird gleichzeitig die in Ruß­land befindlichen Gefangenen der ehemaligen österrer- chisch-ungarischen Monarchie mit übernehmen und hat deren Weitertransport sichergestellt.

Russisch-türkischer Militärvertrag?

»Times" meldet aus Teheran: Zwischen SowietruH- land und den türkischen Nationalisten ist ein Militär­vertrag für den Zeitraum von zwanzig Jahren abge­schlossen worden. Die türkischen Nationalisten überneh­men die SBawUditung- in M-Verminderung der türki­schen Souveränität nicht einzuivilligen, tüllhrend Sowjet- rußland sich verpflichtet, ben Türken im Falle eines An­griffes der Alliierten beizustehen.

Allerlei vom Tage.

Eine internationale Eiseubahuerkonferenz beginnt am 14. Mai in Paris. Sie wird sich mit der Wiederer­öffnung des Verkehrs in ganz Europa beschäftigen. Zu dieser Konferenz soll auch Deutschland Vertreter ent­senden.

Zu der dcntsch-frauzösischeu Wirtschastskoufercuz meldet der »Pettt Parisien", daß die französischen und deutschen Vertreter bereits am 16. oder 17. Mai zusam- mentreteu wurden.

* * Für die nächste Sitzung des Völkerbundes ist ein Antrag eingelaufen, Deutsch-Oesterreich tu den Völkerbund aufzunehmeu.

* * Kapitän Ebrhardt hat die holländische Grenze überschntien. Er befindet sich zur 33t in Amsterdam.

Vermischtes.

Ein wertvolles Stofflager ist in Berlin von der Kri- minalpolizei entdeckt und beschlagnahmt worden. Bei der Durchsuchung einer Wohnung stießen Beamte auf einen Ballen Herrenstoffe. Der Besitzer erklärte, daß er ihn von einem gewissen W. gekauft habe. Bei W. faud man dann auch noch zehn Bästen Alle diese Stoffe, Herren- Anzugstosfc, die wohl an die hilnderttauseud Mark wert sind, stammten von einem Schankwirt R. in Lichtenberg- Friedrichsfelde, der verhaftet wurde.

Der erste Transport deutscher Kinder ist in Stock­holm ringe troffen. Die Kinder sollen ben Sommer in Schweden verbringen. Ein Vertreter der deutschen Ge­sandtschaft war zum Empfang der Kinderschar am Bahn­hof anwesend.

Heutige Zustä»-e. Ein bezetchuender Borfall spielte sich, wie derH. K." meldet, in Ludwtaslusl auf dem Bahnhöfe ab. Dort wollten über 50 Kartofselhamster aus Hamburg in den überfüHteu Zug einsteigen. Das ivähAe geraume Zeit. Der Zugführer, der die große Verspttiung nicht verantworten konnte, gab schließlich daö Signal zur Weitersabrt, noch ehe alle Hamster Platz gefunben hatten. Die Zurückgebliebenen liefen unter wüsten Drohungen auf dem Perron hin und her. Kaum hatte der Zug die Station verlassen, da wurde die 9lot= keine gezogen. Eine Anzahl junger Burschen sprang aus beut Zuge und bedrohte den Zugfflhrer mit Prügel, wenn er sich unterstände, weltersufabren, bevor ane Hamster eingestiegen seien. Nicht er, sondern sie gäben das Zeichen zur Weiterfahrt. Und tatsächlich durfte der Zug erst absähren, als alle Hamster mit ihren Säcken im Zuge Platz gefunden hatten.

Die Tchlafkrauk-cit itn Rheiuläud«, die offenbar von den schwarzen Truppen emgeichleppi werben ist. greift immer weiter um sich. Aus GeniSheim sind Etzt wieder zwei Fälle besannt geworden: in dem einen handelt es sich um eine löiäürige Frau, die sich bereits seit drei Wochen ständig in bewußtlosem schlafahultcheu Dämn:erznstandc befindet.

Heldentod eines deutschen Offiziers in Argentinien. Der deutsche Hanpimauu Wilhelmy, der erst vor Rcmgeu Monaten in Argentinien eingetrossen war, hat Enoc Januar bei der Errettung Ertrinkender in Tiare, nahe

der Bundeshauptstadt BuenoS AireS, den Tod gefuudeü- Nachdem er sich bereits an der Weitung mehrerer In»! fassen eines gefenterten Bootes beteiligt hatte, gelang eSk ihm, ein hierbei gleichfalls ins Wasser gestürztes KtndZ vor dem Tode zu bewahren, während er selbst in ben: Fluten unterging. Die argentinische Presse weist mehr-j fad) darauf hin, daß der bei diesen: edlen Werke Umge* kommene demselben: Heere angehöre, gegen das vom selten seiner Gegner die unerhörtesten Beschittdigungeuz erhoben werden.

Ein großer Diebstahl ist in dem Kruppsche:, Werk ins Freimann bei München aufgebeeft worden. Ein Rangier­meister des Werkes entwendete für 125 000 Mark Stahl und verkaufte diesen Posten an einen Altwarenhändler für 37 500 Mark. Der Täter wurde verhaftet. Bei den Festnahme versuchte er den Kriminalbeamten mit 15 ooa Mark zu bestechen.

Durch ein Großfeuer auf dem eisenbahnfiskalische« Lagerplatz am Schlesischen Bahnhof in Berlin sind groM Mengen Futtermittel, Hafer, Erbsen, Bohnen, Mehl^! Melasse, Rübenschnitzel usw. zum Teil verbrannt, zumi Teil stark beschädigt worden. Es liegt Brandstiftung vorj

Ein Kampf spielte sich bei der Dnrchfahrt des Ex-f prehzuges durch Szegedin in Ungarn zwischen einem at» geblichen Kurier, der sich mit Goldschmuggel befaßte, und? einem Detektiv ab. Dem Schmuggler wurde, als er ant den -urchfahrenden Zug zu springen suchte, um seine, Ware in Sicherheit au bringen, etue Tasche mit 2% Mtl« Honen Dollar entrissen, Sie gegenwärtig einen Wert voni % Milliarde Kronen haben.

Auf dem Jahrmarkt in Groningen (Holland) brach eine in 20 Meter Höhe befindliche Plattform einen Wasserrutschbahn zusammen. 25 Personen stürzten im die Tiefe: 2 junge Leute und ein Mädchen wurden geJ tötet, 9 Personen wurden schwer und 13 leicht verletzt.;

Ei« Bombenanschlag ist in Kairo auf den Minister; für religiöse Einrichtungen verübt worden. Der Mi^ nister blieb unverletzt. Drei Studenten, Sie verwundet wurden, wurden in Haft genommen.

Für die Wiederherstellung -er Kathedrale vo« Reims kamen in Dänemark 1932 919 Franken durch Ber^ kauf der Weltfriedensmarke ein. Die Summe wurde dem französischen Gesandten überreicht.

Auf ein raffiniertes Mittel des Strafvollzuges ist angeblich ein amerikanischer Richter verfallen, der nach dem Grundsatz, daß man an dem gestraft werden müsse/ woran man gesündigt hat, einen der Doppelehe über-! führten Angeklagten au -er grausamen Strafe verur­teilte, sechs Monate mit den beiden Schwiegermütter«^ zusammenzuleben und deren Unterhalt zu beftreiten^ Der Verurteilte brach, wie amerikanische Blätter ganz ernsthaft melden, nach der Verkündigung des Urteils vernichtet zusammen und bat flehentlich, ihn lieber au^ unbcstimmte-Zeit ins Zuchthaus zu schicken, ihn dort ich harte Fesseln zu legen und bei Wasser und Brot in @ii> -elhaft zu halten. Aber der Richter blieb unerbittlich und entließ den Gebrochenen in die Hölle der beiden Schwiegermütter.

»Er" will abbestelle«, weil derBerl. Lokalauzeiger^ jetzt monatlich 8 Mark kostet. Aber »sie" duldet es nicht und hält ihm folgende, von Leo Leipziger erlauschte Standpauke:

Zunächst mal das Papier!

Es stieg bereits aufs Fünfzehnfache

Und nicht zu Ende ist die Sache! $

Der Preis der Farbe für den Druck

Ist zwanzigsach, und diesem Zug Ins Uferlose folgen alle

Maschinenöle und Metalle.

Den Setzer treibt es impulsiv i:

Zu steigern seinen Sohntarif;

Dasselbe zeigt sich anch nicht selten

He: OTTen andern Angestellten. ___ ^. A

Nur eiuer setzt dabei nichts zu:

Das ist der Abonnent, wie du, v

Der, wenn sich alles täglich steigert,

Das Recht auf Preiserhöhung weigert

Nur ganz allein dem Zeitungsmann.

Was kriegst du heute für acht Mark?,

Zwei Senkel, um die Schuh' zu schnüren, ,

Laßt sechsmal dich dafür rasieren,

Bekonttnst ein Stückchen Marzipan,

Fährst Ach zehnmal per Straßenbahn,

Erfreust mich mit sechs frischen Eiern

Und mit zwei Lappen, um zu scheuern

Darfst einmal auch von acht bis zehn

Mit mir in einen Kientopp gehn!

Nein, Fritze, mach dich nicht zum Narreul

Du zahlst acht Mark für vier Zigarren.

Bekommst dafür mit knapper Not,

Fünf Bücklinge fürs Abendbrol:

Zehn Strcstchholzschachteln, die nichts nutzen.

Ein Taschentuch zum Wafc-1 putzen,

Fünf Knöpft für ein Tnchjakeit

Und ein Stück Seift ohne Fett!

Doch, weil du sparsam, klug und weife Willst bit dein Blatt zum alten Preise.

Wo alles drin steht, was passiert,

Und Sonntags auch noch illustriert!

Du Geizhais solltest -ich was schämen ...

Soweit beider Stan-pnnkt. Tatsächlich sind in Ber­lin die Preise fast aller Zeitungen auf monatlich zehn Mark heranfgesetzt, weil es eben nicht mehr anders zn machen war. Stach den heutigen Papierpreisen muß dir kleinste tägliche Zeitung znm mindesten 3,50 Rtk. monat­lich. 11,40 Mk. vierteljährlich, die kleinste dreimal! wöchentlich erscheinende Zeitung 2,25 Mk. monatlich, 6,7$ Mark vierteljährlich kosten, wenn die Verleger nicht mit allzu großem Verlust arbeiten wollen. Und dazu steigen die Papierpreise immer weiter. Ein Bild der immer größer werde üben Notlage der deutschen Presse hat auch, wie gemeldet, die außerordentliche Hnuptvcrsammluuü -es Vereins deutscher Zeitungsverleger in Dresden ge­bracht.

Heiteres vom Tage. Tenorist: »Sie nehmen es doch: nicht übel, gnädige Fran, daß ich heute mir ein Lied ge» fangen habe?!" ParvenUsgattin: »Bitte, bitte . . . Sie. haben ja auch nicht viel gegessen!" Untersuchungs­richter'. . . Nachdem Sie den Wechsel gefälscht haben, behaupten sie ielct, es sei das mit Einwilligung der Ak­zeptanten geschehen! . . Sind Sie verrückt?" Ange­klagter:Herr Gerichtsrat Sie bringen mich da aufne Idee!" »Die mir so unerwartet zu teil gewordene Eh­rung macht mich sprachlos!" sagt der Gefeierte und hält dann eine dreiMertelstiindige Danksagungsrede.

Handel und Verkehr.

w Devisenkurs: Holland 100 Gulden Geld 1788,20.

w Wie«, 11. Mai. Auf den Wiener Mttrlteu hält der große Preisrückgang mwerminbeil an. Die Wa­ren werden weiter unter Höchstpreis abgegeben.

w Frankfurt. 11. Mai. Die Warenbörse verläuft ruhig. Weinte unwerte Umsätze kamen nicht zustande. Die Getreidebörse zeigte das gleiche Bild wie in der Vorwoche. Das Geschäft war bei unveränderten Prei­sen sehr aerina.