Ostern.
Die Osterglocken läuten bell, Sie dringen in die Herzen. Die neue Erde hat angesteckt Störe leuchtenden Blumenkerzen. Rings ein Erwachen allüberall, Des Winters Druck ist genommene - • , Nur ruhig, mein Deutschland, auch dir wird Loch Einmal dein Ostern kommen, C. M.
Ostern 1920.
,®ic Osterbotschaft Blüte
Die im Schoße der Zukunft sich wiegt. Das ist die reinmenschliche Güte, Die Jammer und Elend besiegt.
Aus köstlichen Kelchen flimmern Dre Segnungen glücklichster Lust, Die Blätter der Hoffnung sie schimmern In der gequälten Brust.
Ihr Menschen im Dränge der Zeiten. Kommt vor aus den Tiefen der Not! Vergeht Euern Kummer, die Leiden, Beim Oster-Morgenrot.
Schanmmöven der Freiheit schwingen Und kreisen alanzerhellt, Jern in der Tiefe erklingen
Dre Klagen der sinkenden Welt.
Deutsche Ostern»
nettes
, Auch Deutschlands Karfreitag wird vorübergehen, Mb es wird ebenfalls sein großes Auferstehungsfest, 'Tetn herrliches deutsches Ostern, wie schon so oft nach schweren Jahren der Niederlage, wieder einmal feiern. Kin deutscher Dichter, der ebenfalls in einer Revolutionszeit flammende Jreiheitslieder sang, verglich einst Deutschland mit Hamlet. Nein, ein Hamlet ist es nicht und soll es nicht fein; kein Zweifler an sich selbst; kein Komödiant aus philosophischer Berechnung, sondern ein Ringer, wie ihn unter größter Dichter, deutsch durch und durch und doch weltbürgerlich gesinnt, schildert: ein Jaust. Wie Jaust nach einer Nacht der Verzweiflung, wo er sein mühseliges Leben durch Selbstmord von sich werfen wollte, beim Osterklang der Glocken plötzlich Erlösung und Jreiheitün seiner Seele fühlt, so soll es auw uns Deutschen ergehen. Der Deutsche macht jetzt die Jausttragödie durch. Er ringt und kämpft mit finsteren Mächten und scheint dem Teufel ohnmächtig verfallen zu sein. Er sündigt, weil er trotz aller Not genießen will, und er jagt oft falschen Idealen nach. Er stürzt sich in manchen Hexensabbats? und beneidet in seinem Skeptizismus doch wieder die schlichte und frommgläu- bige Seele. Er macht wie Jaust, der Ringer, dre Jrr- chänge der Politik durch und wird letzten Endes doch zu «dem Schlüsse kommen, daß alles, was Matertalrsmus mnö falscher Idealismus bieten, eitel und nichtig ist und daß allein die Arbeit Glück und Frieden bringen kann. Zum Schlüsse der großen Jausttragödie, die man jetzt Mit „Deutschland" überschreiben kann, wird der Deutsche gleich Jaust ausrufen: i
Das Abgesteckte muß sogleich geraten.
Auf strenges Ordnen, raschen Fleiß Erfolgt der allerschönste Preis.
Daß sich das größte Werk vollende, , Genügt ein Geist für taufende Hände.
Ein Geist und nicht viele wirre Köpfe, von denen ein jeder sich seine Welt nach seinem Sinne schaffen will! Tausende, nein, Millionen Händel Die sollen sich wre- der regen und aus den Trümmern ein N-nlKud ein ...ll^ Leutschiand-schakseri, und wenn wir das endlich errungen haben nach vielen Irrungen und Wirrungen, dann werden wir auch mit Jaust zufrieden und gensig- sam ausrufen können: .
lind so verbringt, umrungen von Gewirr hier Kindheit, Mann und Greis sein tüchtig Jahr. Solch ein Gewimmel möcht' ich feh'n
Auf freiem Grund, mit freiem Volke stehn.
Zum Augenblicke dürft' ich sagen: Verweile doch! Du brit so schon! ES kann die Spur von memen Erde Tagen Nicht in Aeonen untergeh'n! —
Im Vorgefühl von solchem hohen (sisudE Genieß' ich setzt den höchsten Augenblick. ,
Wenn sich der deutsche Jauit wieder durch Einsicht «nd ehrlich Arbeit bis zu einem solchen hohen Men- Mentnur ewptrgearbeitet bat, dann wird er wieder in sich ein Glück und Selbstbewußtsein fühlen, das ihn wieder zum ersten Kulturvolk der Welt macht, der kran- ken Welt die schließlich doch am Deutschtum allein ge- Nesen muß Dann ist Deutschlands Ostern gekommen.
Verkürzung der Staatskasse durch | Steuerhinterziehung.
Nach dem Stande am 31. 12. 1913 ist zugunsten • der Retchskasse vom Vermögen sowohl als auch vom Einkommen smehr als 5000 Mark) ein Wehrbeitrag erhoben worden. Im § 68 des Wehrbeitragsaesetzes vom 3. Juli 1913 ist ein Generalpardon gegeben gewesen,' danach ist derjenige von der landesgefetzlichen Strafe und von der Verpflichtung zur Nachzahlung der Steuer für frühere Jahre frei geblieben, der bei der Veranlagung zum Wehrbeitrag oder in der Zwischenzeit seit dem Inkrafttreten dieses Gesetzes bei der Veranlagung zu einer direkten Staats- oder Gemeindesteuer Vermögen oder Einkommen angegeben hat, das bis dahin der Besteuerung durch einen Bundesstaat oder eine Gemeinde entzogen worden ist. Trotz dieses Generalpardons gibt es noch eine große Zahl von Steuerpflichtigen, die Wertpapiere und Einkommen daraus zur Wehrbeitragsveranlagung und auch späterhin nicht angemeldet haben. Nachdem nun durch Gesetz eine Kontrolle der Wertpapiere, Guthaben auf Sparkassen, Banken usw. insofern vorgeschrieben ist, als diese den zuständigen Finanzämtern Kundenverzeichnisse und die Steuerpflichtigen, die ihre Wertpapiere selbst verwalten, dem zuständigen Finanzamt ein Verzeichnis ihrer Wertpapiere einreichen müssen, da sie sonst die Zinsscheine von ihren Wertpapieren nicht einlösen können, ist den Steuerpflichtigen der Boden für eine Verheimlichung von Kapitalvermögen genommen. Damit nun nicht unrechtmäßigerweise den Steuerpflichtigen ein Zuwachs an Vermögen festgestellt wird, indem sie zum 31. 6. 1919 ihr Vermögen richtig angeben, während sie für den 31. 12. 1911 jAnfangsvermögen) ihr Vermögen zum Teil verschwiegen haben, ist durch Gesetz über Steuernachsicht vom 3. Januar 1920 die Bestimmung getroffen, daß die Pflichtigen nach dem Stande vom 31. 12. 1918 ihre Angaben berichtigen können, falls sie in der Lage sind, es gewissenhaft nachzuweisen. Zur Aus- führunMesesGesetzesistfolgendeBestimmunggetroffen:
Wer Vermögen oder Einkommen, das zu einer öffentlichen Abgabe hätte vorgelegt werden müssen, bisher nicht angegeben hat und deswegen verwirkte Strafen wegen Steuerzuwiderhandlung sowie Verfall des verschwiegenen Vermögens gemäß dem Gesetz über Steuernachsicht abwenden will, wird auf- gefordert, das bisher nicht angegebene Vermögen und Einkommen spätestens zum 15. April 1921 dem Finanzamt anzugeben; dabei sind Vor- u. Zuname, Stand, Beruf fober Gewerbe und Wohnung genau zu bezeichnen. Die Angabe befreit den Steuerpflichtigen von jeder Strafe wegen Steuerzuwiderhandlungen, die sich auf das nachträgliche angegebene Vermögen oder Einkommen beziehen. Nachforöe- rungen von Abgaben für die Zeit vor dem 1. 4.1915 sind ausgeschlossen. Vermögen, das bei der Veranlagung zur Kriegsabgabe vom Vermögenszuwachse oder zum Reichsnotopfer vorsätzl. verschwiegen ist, verfällt kraft Gesetzes dem Reich. Unrichtige Angaben, die sich etwa noch in der Steuererklärung zur Kriegsabgabe vom Vermögenszuwachse finden, müssen daher unverzüglich uns jedenfalls so zeitig berichtigt werden, daß die Angabe noch bei der Veranlagung zu der Steuer berücksichtigt werden kann.
Im Anschluß hieran sei darauf hingewiesen, Mr die vielfach verbreitete Ansicht, Guthaben auf Banken, Sparkassen usw. im Betrage von unter 3090 Mark seien steuerfrei, in den Gesetzen keine Stütze findet. Das Reichfinanzministerium hat nur den Banken und bankähnUchen Betrieben eine Erleichterung schaffen wollen, indem es ungeordnet hat, daß diese Geschäfte nur die Guthaben von 3000 und mehr Mark in die Kunöenliste aufnehmen sollten. Durch diese Vorschriften sind die Bestimmungen über eine richtige Angabe des Vermögens und Einkommens durch die Steuerpflichtigen durchaus nicht geändert. Bei den Finanzämtern durch die Reichsabgabeordnung eingeräumten Rechten gegenüber diesen Geschäften sei den Steuerpflichtigen empfohlen, ihre Angaben über Vermögen und Einkommen den Tatsachen entsprechend zu machen.
Ist hiernach eine. Berichtigung der Angaben in den Steuererklärungen für 1915 bis 1919 notwendig, so muß den Steuerpflichtigen empfohlen werden, auch diese Angaben vor dem 15. April 1920 zu berichtigen.
B» der Heimat.
§ HerSfeld, 3. April. Die Deutsche Demo» kratische Partei, Verein für Hersfeld und Umgegend sandte folgendes Telegramm an den Herrn Reichsminister Koch: Bitte alles aufbieten, Wahl- entwurs ( durchzubringen. Halten ihn für wesentliche Verbesserung. Erhebliche Verkleinerung der Wahlkreise ist in jedem Fall unbedingtes Erfordernis.
Deutsche demokratische Partei Hersfeld.
5 Hersfeld, 3. April. Die Wahlen stehen vor der Tür. Pflicht jedes Staatsbürgers ist es, sich über die Ziele der politischen Parteien zu unterrichten. Ins- besondere sollen das unsere Frauen tun, denen mit dem Wahlrecht auch die Wahlpflicht zugefallen ist. Unter diesem Gesichtspunkt ist es zu begrüßen, daß es der Deutschen demokratischen Partei gelungen ist, eine Rednerin von Ruf zu gewinnen, die am kommenden Dienstag, abends 8 Uhr im Stern einen wichtigen Teil des demokratischen Kulturprogramms behandeln wird sDemokratie, Religionsunterricht und Kirche). Allen denen, denen Religion und Kirche wahrhaft am Herzen liegt, wird Oberlehrerin $rL Dr. Barth etwas zu sagen haben. Die Rednerin darf mit ihren Ausführungen auf ein weitgehendes Interesse rechnen, umsomehr, als in unserer Stadt in den nächsten Wochen die Wahlen zu den Eltern- beträten, denen weite Kreise heute noch viel zu gleich- gültig gegenüberstehen, stattfinden.
):( Hersfeld, 3. April. Am 31. März sind sämtliche Feldpostanstalten aufgelöst. Vom 1. April ab genießen die Angehörigen der Grenzschutztruppen nur noch die folgenden, den übrigen Heeres- u. Marineangehörigen im Inland zustehenden Portovergünstigungen. Es werden befördert an die in Reih und Glied stehenden Personen des Soldatenstandes des Handheeres und der Marine bis zum Feldwebel, Wachtmeister oder Overdeckoffizier einschließlich aufwärts: a) gewöhnliche Briefe bis zu 60 gr. und Postkarten portofrei, b) Postanweisungen bis zu 15 Mark einschließlich gegen 10 Pfennig Porto und c) gewöhnliche Pakete bis zu 3 kg auf alle Entfernungen gegen 20 Pfennig Porto. Alle vorgenannten Sendungen, die zu den vorbezeichneten Vergünstigungen befördert werden sollen, müssen in der Adresse den Vermerk: „Soldatenbrief. Eigene Angelegenheit des Empfängers" tragen. Bei Paketen muß dieser Vermerk auf der Paketkarte und auf der Paketaufschrift angebracht werden. 9er Be- stimmmungsort muß stets angegeben werden.
Kirchliche Nachrichten.
Am 1. Ostertag.
Vormittags ValO Uhr: Herr Superintendent Feyerabend, Abendmahlfeier. — Nachmittags 2 Uhr: Herr Pfarrer Gormermann.
Am 2. Ostertag.
Vormittags Valt Uhr: Herr Pfarrer Scheffer, Vorbereitung und Abendmahl. — Nachmittags 2 Uhr: Herr Pfarrer Will.
Petersberz. Am 1. Ostertag Vormittags ValO Uhr Konfirmation und Abendmahlfeier. — Unterhaus. Am 1 Ostertag vormittags 9 Uhr Gottesdienst und-Abeud- mahl, Vorbereitung Va9 Uhr. — Heeues. Am 1. Ofter- tag Nachmittags 2 Uhr Gottesdienst. — AllmerShause». Am 2. Ostertag Vormittags ValO Uhr Gottesdienst. — Kallobes. Am 2. Ostertag Vorm. 11 Uhr Gottesdienst.
Katholische Kirche.
Karsamstag: 7 Uhr abends Auferstehungsfeier.
Oster-Sonntag: 7 Uhr: hl. Messe, ’Aie Uhr:
Amt und Christenlehre, Va3 Uhr: Andacht.
Oster-Monlag: 8 Uhr: Erstkommunion der Kinder. VdO Uhr: hl. Messe. Va3 Uhr: Andacht. Werktags 7V* Uhr hl. Messe. Gelegenheit zur hl. Beichte:
Sonnabend 5 und 8 Uhr, Sonntag 6 und 3 Uhr.
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