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Nr. 62

Dienstag, den 16. März

1920

An die Stiölfttim um Stcbt«. Kreis Knsstli

Einige wenige

Landesverräter,

ketten es an jeglichem politischen Verantwortlichkeitsgefühl fehlt, haben versucht, das durch den Willen des V»lke8 zustande gekommene politische Systein zu stürzen in einem Augenblick, der für jeden Sehenden 'deutliche Zeichen der Gesundung offenbarte.

In demselben Augenblick, da das Vertrauen zu der deutschen Wirtschaftskraft wiederkehrte, wurde dieses wahnsinnige Verbrechen am deutschen Volke begangen! Unermeßliche Zerrüttung des Wirtschaftslebens, unabsehbares Unglück für das gesamte Volk ist die Folge dieser unsinnigen Tat. Deutschland wird, wenn nicht sofort alle freiheitlich gesinnten Staatsbürger sich einheitlich zusammenfinden und sich in ge­schlossener Front hinter die verfassungsmäßige Regierung stellen,

dem schrecklichsten aller Kriege, dem Bürgerkrieg entgegengehen.

Dgs. darf nicht sein H

Im Ausland muß Deutschland jedes Vertrauen verlieren, wenn es den verfaffunzstreuen Kreisen des deutschen Volkes nicht sofort gelingt, die Staatsstreichler in Berlin zu stürzen. Einzig und allein zu diesem Zweck wurde der

Generalstreik erklärt!

Es i^n, den Landesverrätern in Berlin jede Lebensmöglichkeit abzuschneiden. Im Regierungsbezirk Cassel haben sich die Behörden und die Führung der Reichswehr durch Proklamation auf den Boden der Ver­fassung gestellt.

Volksgenossen in Stadt und Land!

Bewahrt deshalb Ruhe und Ordnung! Sorgt für die Ernährung der voller! Der Sieg ist uns gewiß, dem verletzten Rechte wird die Sühne »erschafft werden! Dazu bedarf es tatkräftigen Handelns der Regierungen und Volksvertretungen und geschloffen«' Widerstandes aller Kreise des Volkes gegen die Reichszertrümmerer 1

F Oeknnt Euch offen zu der demokratischen Republik zu den von der Verfassung ^ bestimmten Regierungsgewalten!

W Mp den rn««»en «nd äutzeven Frieden! W H. Für Gesetz und Ordnung!

M "» die' deutsche Einheit!

A Christliche Volkspartei (Zentrum).

' . Deutsche demokratische Partei Gersfeld.

Sozk^ldemotratische. Partei Deutschlands, Bezirk Hersfeld. Unabhängige sozmldemotratische Partei Hersfeld.

Ein Ausruf der Reichsreßieruog.

D r e 8 b e n, 14. März. Die »leichkregierung er­läßt folgenden Aufruf:

Es ist nicht wahr, daß die verfassungsmäßige Reichsregierung abgedankt hat. Die verfassungsmäßige ReichSregierung denkt nicht daran, abzudanken. Sie hat nur dasselbe getan, waS sie im Februar 1119 tat, als sie nach Weimar übersiedelte. Um ruhig und klar arbeiten zu können, ist sie nach Dresden übergesiedelt und nimmt mit dem Zusammentritt der National- ' »erfammUmg ihren Sitz in Stuttgart. Was in Berlin . vorgeht, ist eine Köpenickiade im großen. Die Berliner müssen sich den politisch klaren Blick bewahren. Für

die Köpenick-Regierung besteht keine Möglichkeit zu regieren. Ihr Gebäude ist innen hohl. Sie kann weder Kohlen noch Nahrungsmittel schaffen. Ohne Arbeiter kann man nicht regieren. Berlin kann nicht von selbst leben. In wenigen Tagen bricht dieses System zusammen. Wer er unterstützt, lädt den Fluch der Verantwortung auf sich.

Beamte! Euch bindet nicht nur die politische Ein­sicht, sondern auch der Eid auf die Versaffung. Ihr habt nur den Befehlen der verfassungsmäßigen Re­gierung zu gehorchen. Wer die neue Regierung unter­stützt, bricht seinen Eid.

ES ist nicht wahr, daß die Beamten am 9. Nov. 1918 daS Gleiche taten Damals dankte der Kaiser ab.

Der vom Kaiser eingesetzte Reichskanzler Drinz Dior von Baden gab nach der Abdankung deS Kaisers seine» eigenen Rücktritt und übertrug alsdann die ReichS- kanzlerschaft dem jetzigen Reichspräsidenten Ebert. Er forderte die Beamten auf, der neuen Regierung zu ge­horchen. Heute hat die Reichsregierung nicht abgedankt. Die Usurpatoren sind von keiner befugten Stelle eingesetzt. Wer ihnen dient, wird entlasten. Die Mehrheitsparteien stehen fest zusammen, Kapp, v. Jagow und Genossen finden keinen Widerhall im de«tsche» Volk. Für sie war schon dieDeutsche Tageszeitung' ein radikales Linksblatt, das sie verbieten mußten. Und das Ausland? Eine Militärdiktatur, eingesetzt vo» den Baltikumtruppen, von der reaktionärsten preußische» Militärpartei, wird uns keine Erleichterung des harte» Friedens, keine wirtschaftliche Hilfe bringen. Die der verfassungsmäßigen Regierung in Aussicht gestellte große Ententeanleihe wird Kapp und Genossen nicht gewährt. Der Wert des deutschen Geldes, der eben mit starkem Ruck in die Höhe ging, fällt tiefer denn je. Sorge jeder dafür, daß diese Militärdiktatur so schnell wie möglich zusammenbricht. Sämtliche Landes­regierungen, die westlichen preußischen Oberpräfidien, die Zentralverbind» der deutschen Arbeiter und An­gestellten, die staatlichen Unterbeamten, der Reicht- Wirtschaftsverband deutscher Berufssoldaten mit 96 006 Mitgliedern, sämtliche süddeutschen Reichswehrteile und eine Reihe preußischer, darunter das besonders wichtige Wehrkreiskommando Matter (Ruhrbezirk) stehen fest hinter der verfassungsmäßigen Regierung.

Dresden, 14. März.

Der Reichspräsident: Ebert.

Die ReichSregierung: Bauer, Müller, Kock.

GieSbertS, NoSke, Geßler, David.

Rücktritt derbaqrischenRegierU«g.

M ü n ch e n, 14. März. Amtlich. Das bayerische Gesamtministerium ist gemäß einem heute abend ge­faßten ministeriellen Rechtsbeschluß zurückgetrete». Der bayrische Landtag tritt am Dienstag den 16. März zusammen und wird sich mit der Bestellung der neue« Ministeriums befassen. Bis zur ,Neubildung der Regierung führen die bisherigen Minister ihre Amtsgeschäfte weiter. Die Geschäfte des Minister- Präsidenten werden von dem verfassungsmäßig ge­stellten Vertreter, randwirtschastsminister Freiherr» v. Freyberg, die Geschäfte des Ministeriums der Aeußern und des Ministeriums für Unterricht und Kultus von Staatssekretär Sänger wahrgenomme». Die Regierung wird mit allen Kräften für Ruhe und Sicherheit und besonders für die ungefährdete Fort­führung der Lebensmittelversorgung ein treten.

München, 15. März. DaS Gesamtministerium hat seinen Beschluß, die Aemter in die Hand der Volksvertretung zurückzulegen, dem Präsidenten des Landtags in einem Schreiben mitgeteilt.

München, II. März. Ob sich auch das bayrische Verkehrspersonal an dem Generalstreik, der im übrige» heute früh in vollem Umfang wirksam geworden i^ beteiligen wird, ist noch nicht entschieden; die Frage beschäftigt heute noch die Organisationen. Inzwische» hat der Staatskommissar General v. Moehl durch öffentliche Bekanntmachung jeden Streik in lebens­wichtigen Betrieben unter Androhung von Gefängnis bis zu einem Jahr verboten.

Der Ste»d»««tt der friii. Regierung.

Seine Anerkennung Kapps.

Paris, 1S. März. DerMatin" schreibt: Der deutsche Geschäftsträger Herr Dr. Mayer hat sich gestern nachmittag zum Ministerpräsidenten Millerand begeben, um ihm die Nachrichten zu übermitteln, die er über die deutsche Revolution erhalten hat. Herr Dr. Mayer hat gestern nachmittag mit Dresden tele­phonisch sprechen können. Außerdem übermittelte er der französischen Regierung eine Zirknlarnvte de» Unterstaatssekretärs im Auswärtigen Amt v. Hantel die gestern an die deutschen Vertreter im Auslande gerichtet worden war. Diese Zirkularnote schreibt den deutschen Vertretern im AuSlande vor, de» Regierungen, bei denen sie beglaubigt sind, die Ver. sicherung auszudrücken, daß die deutsche Regierung dauernd die feste Absicht habe, sich an die Verbindlich­keiten, die sich aus dem Friedensvertrag ergeben, zu halten. Herr Dr. Mayer hat Herrn Millerand gegen­über die Meinung ausgedrückt, daß der militärische Staatsstreich in Berlin vom größten Teile der Be­völkerung Deutschlands nicht unterstützt würde. Die französische Regierung beabsichtigt, so schreibt der Matin'. nur diejenige Regierung als gesetzlich an- -«erkennen, die morgen in Stuttgart zusawmentrete» wird, um sich der deutschen NanonalversamMluvß vorzustellen. An diese Regierung werden wir, f» schreibt der ,Mattn", unsere Forderungen richtme