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KormrSsrtzttnae« für -aS «MschaftNche «ud MätS» jbouaieHe Dasem Oesterreichs sichergestellt werden. Er «rwieS auf die Erhöhung der LehenSmitteldilfe auf GVW6 Tonnen imd erklärte, daß es durch die alliierten Mächte möglich sein werde, diese Hilfe «och weiter su Geiger«. Er kündigte die Vorlage über die große Vermögensabgabe für nächsten Mitiwoch an sowie wet­tere Vorlagen. die bezwecken, die alten Steuern der Veränderung des Geldwesens anzupassen. Hinsichtlich der moralischen Wiederbernellung Oesterreichs sei die Pariser Reite ein wesentlicher Erfolg, und Sie Re- tzicruna beabsichtige, auf dem einmal eingeschlagenen Wege fortzufahren und die BerbinSnug mit dem Obersten Rat i« Paris ständig anfrechtMerhalten. Bon besonderer Wichtigkeit sei eS natürlich, unt den Nachbar- fragten in guter Beziehung zu leben. Die auswärtige Politik lege selbstm-rständlich daS größte Gewicht aus KaS beste Kinv«stän»«iS mit dem Deutsche« Reiche. Die ganze auswärtige Politik könne in erster Lücke nur WirtschastSpolitik sein.

Oesterreichs duskle Pläne.

Wie der Pariser Korrespondent desJournal de Geneve" in einer Besprechung der Sixtusbriefe uckt- teilt. bar Oesterreich-Ungar-n sich zu gewissen eigenen gonzessionen bereit erklärt unter dem Vorbehalt, daß es

- Schleste« nur Bayer« entschädigt würde. Oester- «eich-Ungarn habe also völlig schadlos und fast noch vergrößert aus dem Krieg hervorgeben ivoKeit.

Die sra«zösische Botschaft in Rom veröffentlicht eine Mitteilung, die sich auf die Beziehungen zwischen Frankreich und Italien während der FriedensSe- Hrebungen im Jaüre 1917 bezieht und ein französisches Dementi der Aeußerungen des Prinzen Sixtus darstellt.

Orgauisationsfrage« für die Zwangswirtschaft.

Der BerlinerAbend" bringt die Meldung, daß das Retchswirtschaftsministerium beabsichtige, mit den Ver­tretern der Landwirtschaft über den Abbau der Zwangs­wirtschaft zu verhandeln. Bon zuständiger Seite wird dazu mitgeteilt, daß es sich dabei nicht um einen neuer- dma§ hervorgerusenen Vorgang, sondern um eine vor einiger Zeit anberaunne Besprechung handelt, in der die in einer Denkschrift niedergelegten Wünsche des Keichcs und der deutschen Länder erörtert werden sol­len. Es wird sich hierbei hauptsächlich um eine Be- Lvrcch««g der Orgasisationsfragca handeln. An eine alsbalöiac Aufhebung der Lebensmittelbewirtschaftung, wie die Notiz vermuten läßt, ist dabei «icht gedacht.

Die Erhöh««q der Teueruugszstlageu für die Beamte«.

Wie dieV. Z" meldet, gab die Bundesleitung Berlin des Gewerkschaftsbundes der Beamten folgende Anweisung an die Geschäftsstellen im Reiche: Der Reichskanzler sagte erneut Verhandlungen mit dem Reichsrat und der Nationalversammlung unter Zu- ziebnng der Beamtengewerk'chasten über Erhöhung der Teuerungszulagen in den nächsten Tagen zu. lieber­eilte Hasdluuges gefährden die Verhandlungen.

Ein Familiesrat der Hoheuzsller«.

n* Amsierdaw, 8. Januar. Von zuverlässiger Seite erfahren wir, daß nach der Ratifikation des Friedens- verirageS vom früheren deutschen Kaiser ein Familien- rar der Hohenzollern einberufen wird, der wahrschein­lich in Holland üattfindet. Vermutungen, daß auf die­sem Familienrat die künftige politische Haltung der Ho- Lenzollern beraten werden soll, wird uns als nicht zu­treffend kezeichnet. Die BerurögeusaLiindung sowie der dauernd; Verbleib des Kaiserpaares und der Ho- HenzöLcrnvrinzeir in Holland befinden sich unter den Fragen, die im Familienrat beschlossen werden sollen.

averischL^Königspartei.

^^^'" ,r-~ 0-> c»^^. ^rx eine Tagung in München ab. Tas Erscheinen einer eigenen Tageszeitung der Partei, desBäuerischen Königsboten", vom , L Februar ab sei gesichert. Die Partei will auf eine Ei«ia««s der Mosarchiste« des gesamte« Deutschlands hi« arbeite«.

Die Ausliesermnssliste« fertiggestellt.

Petit Parisien" kündigt an. Saß sich Sie interalliierte Kommission, die mit der Regelung des Rechtsstandes und der Auslieferung gemeiner Verbrechen angeklag­ter Teutscher betraut ist, unter dem Vorsitz von Unter- stoatsiekrelär Jgnace versammeln wird. Diese Kom­mission hat sich vornehmlich mit der Berteilung der ver­schiedenen Angeklagten aus Sie militärischen Gerichte der verschiedenen Staaten zu befassen. Die Listen der ans- znlieserude« Persone« sind fertiggestellt.

Die französische Präsidentenwahl am 17. Januar.

h- Genf, 8. Januar. (£. C.) Die französische Kammer und der Senat sind für den 17. Januar zur Nationalversammlung nach Versailles einberufen wor­den, um die Neuwahl des Präsidenten der französischen Republik für die kommenden sieben Jahre vo-rzu- nehmen.

Pole« will in DentschlauL Kriegsmaterial kaufen.

»* Genf, 8. Januar. (S. C) Die polnische Frte- densdesr^ation hat beim Obersten Rat die Erlaubnis »achc^esucht, Kriegsmaterial in Deutschland kaufen zu dürfem

Nückf mg der amerikanische« Lebeusmittelausfuhr.

^ Rotterdam, 8. Januar (S. C.) Der Börsen­bericht desManchester Guardian" meldet, daß die Aus­fuhr von Lebensmitteln aus der Union nach Europa im zwei en Halbjahr 1919 fast. 35 Prozent weniger be­tragen habe als im ersten Halbjahr 1819.

Hilfe für die Ueberschwemmungsgebiete.

Die Notlage, in die viele der Bewohner der Ge­biete geraten sind, in denen das Hochwasser des Rhei­nes und einiger seiner Nebenflüsse große Schäden an- gerichtet hat, veranlasste das preußische Ltaasmmisie- rium, vorerst einen größeren Betrag aus dem Dispo- sitionsinds der Staoisregierunq zur sofortigen Auszahlung an die betreffenden Provinzialbehörden an zuweilen. EntPrechend dem Verfahren, das schon bei iri deren Hochwa sierkatastrophen so im Jahre 1897, zur Anwendung kam, wird der Landesversammlung »fort ein Entwurf der Staatsregierung über eine weit­gehende Hilfeleistung zugehen.

Eiuverleibuug Ostgalizieus in Pole«.

w Warschau, 8. Januar. Der französische Gesandte teilte dem Ministerium des Aeußern mit. daß es Cle- menceau während seines Londoner Aufenthaltes gelun- gen sei. Lloyd George davon zu überzeugen, daß die ««- befristete Zugehörigkeit Ostgalizieus zu Polen eine zrou aende, besonders im Interesse der Entente lie- geure Nerwendigkeit sei. Dem daraufhin gefaßten Be- idUuS zufolge wird Ostgalizien mit besonderem Auto- : n .reckte ohne jede Befristung dem polnischen Staate e^nverleibt.

Amnestie für die besetzten Gebiete.

^ Berlin, 8. Januar. Die Pretz-Jnformation mel- oet aus Paris: Der Oberste Rat hat beschlossen, nach der Natiiiianon des Friedensvertrages eine allgemeine Amnestie für alle im besetzten Gebiet wegen Vergehens Hegen die Vorschriften der Besatzungsbehörden bestraf­

te« oder noch abzuurteilenden Persone» zu erlasse«. Die Aumestie findet auch auf Elsaß-Lothringen und daS Saargebiet Anwendung.

Unruhe« in Marokko.

h* Fez, 8 Januar. (WTB.) HxN'aS. Hier hatten sich Streikabteilungen der Stämme von Dieballa gesmn- melt. um die verbündeten Dörfer des Pkachzen zu beun­ruhigen. Die Artillerie des Postens von Amavna bom» barbierte mit Nuterstützung einer Gcbirgsabteilnng ntebi rcre Dörfer und zerstreute die Aufstandigen, welche zahl­reiche Tote hinterließen.

Streikvandalismus in Bulgane«.

w Paris, 8. Januar. (WTB.) Aus Saloniki wird gmeldet: In Bulgarien sprengten die Streikende« eine isenvabndrücke auf der Strecke Sofia-Warna in die Luft. An anderen Punkten wurden ähnliche Versuche gemacht. 200 Schuldige wurden verhaftet, von denen vier erfckosieu wurden.

Anklageerhebuug gegen Oberst Reinhard?

w Berlin, 8. Januar. (S. C.) In einer Ver­sammlung radikaler Betriebsräte teilte heute ein mehr- heitssozialistischer Funktionär mit, daß nach ihm ge­wordenen Jnsvrurationen die Anklageerbebung auch gege« den Oberste« Reinhard unmittelbar bevorstehe. Der Reichspräsident habe angeordnet, die Schuldfrage an den Matrosenmorden ohne Ansehen der Person auf- zuklären.

Keine neue BerkÄhrösperre.

>* Berlin, 8. Januar. tWTB.i Amtlich wird mit- geieilt: Die 9iat6rid)t emes hiesigen Korrespondenz- Büros, wonach der Reichsverkehrsurinlster eine neue Berkeürssperre zu rerbäitgen beabsichtige, entbehrt jeder BegrüuSung.

Allerlei vsm Tage.

Die Reichswehr hatte am 1. Januar einen Bestand von 280 000 Mann. Steter wird monatlich derart ver­mindert werden, daß am 1. April die im Friedensver- trag vorgesehene Stärke erreicht sein wird.

Das bolschewisttsche Berdget für die ersten sechs Mo­nate des Jahres 1919 weist nach einer Washingioner Meldung einen Fehlbetrag von 30 MMarden Ru­bel auf.

Das deutsche Konsnlat in Bern ist aufgehoben worden.

Auf dem indische« Nationalkongretz griffen ver­schiedene Redner den Vizekönig an. In ihren Reden traten Unzufriedenheit mit der Regierung und unver­minderter Rassenhaß zutage.

Der Vorsitzende der niederländischen Zweite« Kam­mer teilte mit, daß die Regierung ein Gesetz über den Anschluß der Niederlande an den Völkerbund ein- bringen werde.

Die Volschewisten haben lautTimes" ein Frie­densangebot an Italien aerichtet.

Die Konferenz der drei MinisterpräsiSsute«, die Ende dieser Woche in Paris zusammenkommen, wird sich lautMatin" sehr wahrscheinlich vorerst nur mit der adriatischen Frage befassen.

Die spanische Regierung hat die Aufhebung der ge­werkschaftlichen Organe in Barcelona angeordnet und zahlreiche Verhaftungen vornehmen lassen. Die Ursache dazu war ein Attentat auf den Präsidenten des Arbeit- geberverbandes.

Die bra««schweigische Haudelskammer richtet eine bringende Aufforderung an die Exportfirmen, Ge- fchäste mit französischen Firmen solange abzulehnen, bis die Auslieferung der Kriegsgefangenen ange- ordnet ist.

Der österreichische ^Staatsrechtslehrer Heinrich S«A,«i»^ch isi, W JuV^V 8rn tu <;7H^!!f-V^siorbeN.

Der englische Vertreter in de« Ostseeländer«, Oberst Tallents, ist nach London abgereist. Man bringt seine Reise in Verbindung mit Lenins Friedensan­gebot an England.

Eine Arbeitslosen-Demonstration führte in Ham­burg zu Unruhen. Verletzt wurde niemand.

Die Wahlen in der Türkei sind zu Gunsten des KomiteesEinheit und Fortschritt" ausgefallen. Die gemäßigten Parteien sind geschlagen worden.

Der Reichsbund deutscher Techniker hat als Haupt­punkt seiner vom 9. bis 11. d. Mts in Hannover statt- findenden Reichstagung den Antrag auf Schaffung eines technischen Reichsministeriums auf Sie Tages­ordnung geletzt.

Die Alliierte« haben gegen die Hinrichtung der Bu- bar 7 Kommunisten Einspruch erhoben.

Die französische Regierung hat eine Bestandauf­nahme aller fremden Werwapiere, die sich in französi­schen Händen befinden, angeordnet. Diese Wertpapiere müssen, wie französische Zeitungen melden, dem fran­zösischen Staate zu einem festgesetzien Kurse abgetreten werden.

Die gesamte rote Armee in Rußland soll nach einer Meldung derChicago Tribune" 2% Millionen Mann zählen.

Politische Rundschau.

Die Veröffentlichungen des Obersten Reinhard wer- ben, wie von zuständiger Stelle in Berlin verlautet, vom Reichswehrministerium gemißbilligt, weil die Mitteilun­gen vertrauliche und dienstliche Rücksprachen des Obersten mit seinen Vorgesetzten enthielten, deren Wie­dergabe nach den bisherigen Gebräuchen nicht Sitte war und die zum Teil unrichtige Angaben enthielten. Letzteres gilt namentlich von der Behaupiung Rein­hards, General v. Lüttwitz habe ihm die sofortige Be­förderung zum General in Aussicht gestellt wenn der Oberst sein Rücktrittsgesuch einreichen würde. Ein derartiges Angebot ist ihm von keiner verantwortlichen Stelle gemacht worden.

Auf eine Anfrage der -eutschen Volkspartei wegen der Beamtenbesoldungsnovelle hat lautD. A. 3" der Reichsfinanzminister u. a erwidert, es bestehe die Ab­sicht, die Bearnienbewidungsnovelle den gesetzgebenden Körperschaften tunlichst so zeitig vorzulegen, daß sie zum 1. April 1920 in straft gesetzt werden könne.

Ein Wechsel im bayerischen Finanzmin - erium steht, wie die Korrespondenz Hossmann meidet bevor. Dr. Heim erklärte in einer Versammlung in stemmten, daß Minister Speck angesichts der ganzen Art und Weise, wie in Berlin die Steuergesetzgebung gemacht werde, die Veran-wvriuna für die Leitung des bayrischen Fi­nanzministeriums nicht länger tragen könne und wolle.

Die ReichsweHrtruppen bestehen nach den neu er­lassenen Ausstthrungsbestimmungen zum Heereshaus- Halt aus 33 Regimentern Infanterie und Jäger zu drei oder zwei Bataillonen, 23 Regimentern Kavallerie zu drei oder zwei Eskadronen 20 Real mentLrn Artillerie, 21 Bataillonen Pioniere, 20 Nach- ch uavieB.umcn, 1 Nachrichtenzügen bei Gruppenkomun nsas, 20 straft fahrabtetlungen 1 Krastlahrlruppe zu besonderer Ver­wendung tGryppen-Krustwogensormationen), 19 Bri- gade-Brückentrains, 19 Santtätslomvagnicn, 20 Stas- felstäben und 7 Fclökolönnen. Behörden und Kom­mandos der Reichswehr sind das Reichswehrnriniste- rtum, 4 GruppenkontmandoS, f. Wehrkreiskommandos, 15 BrigadekommandoS, 20 Jnfanterteführer, 20 Arttl--

leriefübrer, 6 Jnjpekteure des Maschinengetvehr- u«l MinemverferwesenS, 1 Inspekteur des Bildungen^ seuS, 1 Sanitätsinspekteur und 1 VetcrinärinspektenÄ 1 Festungsiyspekteur, 1 Inspektion für Waffen und Ge­rät. Eine KonnnanSanlur befindet sich in Berlin, Fs« fiungbfoinmandanturcn in Breslau, Boyen Küstri», Glatz, Glogau, Jngvlstadt, .Königsberg, Königstctn, Ptarienburn, Neiße, Pillau, Svandait, Swincnrünöe tknd Ulm. Uebungsplätze gibt es in Altengrabow, Arys> Döbcritz, Grasemvöhr, Jüterbog, KönigSbrück, Kum- mersdoA, Lockstedt, Münsingen,« VUmster, NeuhaM- mer, Ohrdruf, Orb, Senne, Spererrberg, Klausdorf un» Zvsscn. _________ _

Vermirdites.

Ein großer Schneestnrm hat das Erzgebirge heim- gesucht. Auf den Straßen lagen derartige Schneenlasse», Satz ein Fortkommen unmöglich war. In den hochge­legenen Dörfern waren die Häuser im Schnee vergra­ben. Jeder Verkehr ist unterbrochen. Der Sturm hat großen Schaden angerichtet.

Der Mörder der 62jährigen Schneider!« und Kar- tenleacrin Dommik, Kaufmann Dobrik, ist von Beam­ten der Berliner Kriminalpolizei in dem Augenblick verhaftet worden, als er versuchte, die polnische Grenze zu überschreiten.

w Die Einbrecher und Mörder Gebrtt-sr Strauß sind aih Mittwoch in Berlin verhastet worden. Sie hat­ten den Krimiual-Oberwachtmeister Erdmann ermordet und hielten sich unangemeldet in der Köpenikerstraße auf. Sie wurden gefesselt nach dem Polizeipräsidium gebracht. Bei den Einbrechern wurden u. a. Dum-Dum- Geschosse gefunden.

Wegen Unterschlagung von LebensMittelkarte« ver­urteilte die Strafkammer in Krefeld den Buchhalter Büschkens. Außerdem hat er in einer Buchdruckerek Zinarettenbanderolen gestohlen und diese zu Wucher- preisen verkauft. Er erhielt eine Strafe von 18 Mona­ten Gefängnis und 15 600 Mark Geldstrafe.

Ungewöhnlich strenge Kälte herrscht, wie aus Chri- stiania gemeldet wird, gegenwärtig im südlichen Nor­wegen. An mehreren Stellen find 35 Grad Celsius un­ter Null gemessen worden.

Der große Brotkartenfchwiudel tn Berlin, der, wie berichtet von der Berliner Kriminalpolizei aufgebeeft wurde, hat zu einem Konflikt zwischen dem Berliner Magistrat und der Gemeindeverwaltung von Weißensee geführt. Beide schieben einander die Schuld zu. Nach einer weiteren Meldung sollen übrigens noch in einer Reihe anderer Landgemeinden Grotz-Berlins ähnliche Schiebungen vorgekourmen sein.

I«! Zeichen der Wohnungsnot. In einer Berliner Borortzeitung finden wir das folgende Inserat: Wünsche Herrenbekanntschaft zwecks Heirat Bin 41 Jahre, besitze 3-Zimmerwohnung. Offerten unter usw." Besitze 3-Zimmerwohnung da kann es an einem Manne nicht fehlen.

Von dem Erdbeben in Mexiko zerstört worden ist rrach einer amtlichen Meldung Coatzalan. 2000 Men­schen sind verunglückt, davon über 1000 tödlich. Bon den Mannschaften der Garnison Teocelo (?) wurden 50 Mann getötet und 60 verwundet. In Barranca- Grande wurden 300 Personen getötet Die letzten Nach­richten besagen, daß in der Provinz Veracruz ein Dut­zend Städte oder Dörfer durch das Erdbeben ganz oder teilweise zerstört wurde. Die Stadt Calzahulze fei in einen Abgrund verschwunden und von dem ganzen Ort fei nichts übrig geblieben als eine mit Trümmern an= gefüllte Grube. Hausereinstürze in Huteszo töteten 40 Personen.

WkW FSmMeMrag'ckdw spickte sich in DenaÜ ab. Mit­bewohner hörten plötzlich ein unterdrücktes Röcheln. Man drang in die Wohnung des vor zwei Tagen zu­gezogenen Friedrich Krause ein und fand die fünfköp- fige Familie vergiftet vor. Der Mann ist tot Die Mu> ter mit ihren drei, 2, 9 und 11 Jahre alten Söhnen ringen mit dem Tode. Der Grund dürfte in Not uns Sorgen zu suchen sein. Die Polizei fand drei gericht­liche ZustellungsurkunSen auf dem Tische vor

Bei Sem letzte« großen Schneestnrm strandete der Danziger SeglerWilhelmina" in der Gegend des Dor­fes Sarkau beim Cfteebade Cranz Auf der Höhe von Hella geriet das Schiff in'einen Wirbelsturm, der ihm beide Masten brach: der Rumpf wurde dann ein Spiel der haushohen Wogen und nach zwei Tagen auf die Klippen geworfen, wo er zerschellte. Die Mannschaft erreichte, zu Tode erschöpft schwimmend das Land.

Das vermißte Opfer derBodeusee"-Sturmsahrt vom 2. November, der Werkzeugmacher Stümel aus Staaken, ist jetzt aufgefunden worden. Er wurde von dem Luftschiff an .einem Halteseil bis nach Genthin ge­schleppt, dort stürzte er ab und wurde von Holzsamm- lern im Walde aufgefunden. Eine Gerichtskommissio» stellte den Tod durch Ersticken fest und man beerdigte ihn als unbekannt. Eine Fahrkarte Staaken-Spandau und eine Einlaßkarte zur Zeppelinwerft führten jetzt zu seiner Ermittlung.

Das Ehescheidttngsfieber in Paris. Paris wird ge­genwärtig von einer wahren Epidemie der Scheidungen heimgesucht. Selbst Ehen, welche noch im Jahre 1914 auf felsenfestem Grund zu ruhen schienen, haben den Erschütterungen des Weltkrieges nicht standgehalten. Bei den Pariser Gerichten sind zurzeit nicht weniger als 123 000 Ehescheidungsklagen anhängig, d. h. mehr als doppelt soviel wie im vergangenen Jahre. Da bei solchem Andrang der einzige Ehescheibungsgerichtshof, mit dem Paris bis dahin ansgekommen war, nicht mehr die ihm zugemuteie Riesenarbeit mit gebührender Schnelligkeit erledigen konnte, hat man vier neue Ge­richtshöfe gebildet die sich alle ausschließlich mit Ehe- scheidungssachen beschäftigen sollen.

Mordversuch und Selbstmord. Der stantiiieiwer? maller Karl Genthe, der eine Hilfskantine im Krupp- Grusonwerk in Magdeburg verwaltet, Hat versucht, ein ihm bekanntes junges Mädchen zu ermorden, und Hat sich dann selbst erhängt. Ein Zettel, der bei der Leiche Genthes gefunden wurde, gibt an, er sei im Einver­ständnis mit dem Mädchen gemeinsam in den Tod ge­gangen. Das Mädchen konnte iedoch wieder ins Leben zurückgerufen werden. Ihre Aussagen widerlegen die Angabe auf dem Zettel und lassen darauf schließen, daß G., der sehr viele Schulden hatte, vielleicht wegen dieser aus dem sieben geschieden ist.

200 Kohlenkähne eingefroren sind in Fürstenberg, von denen ein großer Teil für Berlin bestimmt war. Gegenwärtig wird der Wasserweg von Fürstenberg nach Berlin freigemacht, eine Anzahl Eisbrecher und großer Dampfer ist an der Arbeit. Von diesen Koh- lentähnen sollen sofort einige den Siemens-Werken übermiefen werden.

Das Leipziger Meßamt an der Utrechter Messe. Dt« GZchästslc'tuug der Niederländischen ^abrebmeffe tu 11t cht rai dem Meßamt in Leipzig die MUb-ilung ge­macht. daß ihm an der nächsten, vierten Utrechter Messe vom 23. Februar bis 6 März b I. ein besonderes stim­met zur Erteilung von Auskünften über die Leipzigeo Messe zur Verfügung gestellt nnrb. Wie schon im ver­gangenen Jahre, ist auch diesmal ein wirtschaftliche« Auskunftsdienst der fremden Gefandtschaften eingerich-^ tet worden.