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PariS auaewiöscn worden, die französische Regierung für -eu Laiadeu in vollem Umfange haftbar su machen.

Todesstrafe für deutsche Gesinnung.

Drei streikende elsiissische Arbeiter machten in Metz sich französisch unterhaltenden Soldaten gegenüber Bemerkung: »Hier spricht man deutsch." Darüber es zu einer Rauferei, bei der ein Franzose schwer erst wurde. Von: Kriegsgericht wurde einer der -sser a!S Haupträbeisfübrer znm Tode, die beiden andern zu je 6 Monaten Gefängnis verurteilt.

Die Mission Rittis in London.

Der Londoner Korresvondertt des »Petit Journal" «lauot, daß die Besprechungen zwischen Ritti und Lloud George die Fragen betreffend Fiume. Istrien, Zara und den Inseln der dalmatinischen Küste sowie die italie­nisch-südslawische Frage behandeln werden. Außerdem werde man auch Mittel und Wege suchen, um die Kurs- verhältnisse auszugleichen.

Handgranatenangriff auf eine Zeitung in Unna.

** Unna, 7. Januar. (WTB.) Heute mittag um 12^^ Uhr wurde gegen den »Hellweger Anzeiger und Boten" ein Handgranaten streich versucht. Bon zwei in den Maschiuensaal geworfenen Handgranaten explo­dierte eine in einem Gang. Durch den Luftdruck wur­den die Fensterscheiben des Saales zertrümmert. Ver­letzt wurde niemand, trotzdem sämtliche Au gestellten sich' in Sem Saal befanden. Die Polizei fahndet nach dem Täter.

Die Bedeutung der Donauschiffahrt für Frankreich.

** Budapest, 7. Januar. (WTB.) Ueber die Zu­kunft der Donauschiffahrt äußerte der französische Admi­ral Fatou, die Donau werde in Zukunft einer der wich­tigsten Faktoren des europäischen Wirtschaftslebens sein. Von besonderer Wichtigkeit sei die Ostdonau für Frank­reich. Denn wenn der Rhettr-Tonan-Kanal fertigge- nellt fei, bedeute dies die Eröffnung Mittel- und Ost­europas für die französische Binnenschisfahrt. Zum Sitz des Generalsekretariats der Donaukoumimion sei Bu­dapest bestimmt.

Eutsvanvung zwischen Italien und Südslawieu.

Zürich, 7. Januar. Der gegenwirtig in Belgrad weilende Direktor eines italienischen Nachrichtenbüros halt die Aussichten einer direkten Einigung zwischen Italien und Südilawieir für günstig. In Serbien bat man die Vorteile einer Einigung durchaus begriffen. Die zuerst feindselige Stimmung gegen Italien sei einer ernsthaften Würdigung der Lage gewichen.

Lebeusmittelknappheit in England.

=- Rotterdam, 7. Januar. (S. C.)Wie derCou- ram" aus London melden ist der englische Lebeusmit- telbedarf nur bis Anfang März sichergestellr. Wenn auch durch die ausländischen Zufuhren eine Krise für England ausgeschlossen sei, so werde jedoch durch die starke Inanspruchnahme der amerikanischen Lebensmit- tellieferung für England die Ernährungsfrage für die Rmtschc« und öfterreichischeu Notstandsgebiets weitcr- h« verschärft und ungünstig beeinflußt

Rücktritt der bulgarischen Regierung.

Die Telearaphenagentur Tacia meldet aus Tona: Minifterpräfisent Staurbulinski wurde auf der Rück­reise von Belgrad von einer Bolschewisteubaude auge- griffeu. Er entkam mit großer Blühe. Seine Belgra­der MUsion ist vollständig mißlungen, da die Belgra­der Regierung kein Vertrauen zu Bulgarien hat. Die bulgarische Regierung ist znrückqctreten. Die Soziali­sten sind bestrebt, mit Danew ein Kabinett zu bilden.

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* Rotterdam, 7. Januar. (S. 6.) DieMonling- Votz" meldet aus Paris: Die Friedensbedingungen für die Türkei stellen die gesamte türkische Staatsverwal- tnng unter die Kontrolle der alliierten Staaten bezw. des Völkerbundes. Die staatliche Unabhängigkett der Türkei in der internationalen Politik sei damit zum Heile der Zivilisation beseitigt.

Opttmismus der Regierung in der Ernährungsfrage.

* Berlin, 7. Januar. (B. T.) Der große Pessi­mismus und die Befürchtung für die zukünftige Lebens- «tttelversorgnng Groß-Berlius, die in den Beröffent- lichnuge« «nd ru Aeußervugeu des Magistrats zum Ansdruck kommt, wird in den Kreisen der Regiermng Nicht geteilt. Bor allem müsse der Auffassung entgegen- tetrefen werden, daß die Mengen der Borräte, die a«- geblich «nr noch 14 Tage ausrelche«, gegenüber dem bis­herigen Stande der Reserven besonders gering seien.

Auslieferung Sonnenfelds durch Holland.

** Berlin, 7. Januar. (B. T.) Die holländische Regierung hat der deutschen Regierung mitgeteilt, daß dem Untersuchungsrichter in Haarlem binnen 14 Tagen die Grenzstation bezeichnet werden möge, an der die UntersuckungSgesangenen Sonnenfeld und Fräulein Schlack, die frühere Privatsekretärin des Parvus, aus- aelieiert und der deutschen Behörde übergeben werden

Sartoffelknappheit in Süddeutschland.

*» Mannheim, 7. Januar. lB. T.) Die häufig ver­breitere Ansicht, daß Süddeut'chlano mit Kartoffeln reichlich verfolgt fei, ist durchaus unzutreffend, insbe­sondere herrscht im Lande Baden eine große Kartof-

Anschluß der schottländischen Sszialiste« an Moskau.

** Berlin, 7. Januar. (L. A.) Die sozialistischen Verbände Schottlands, die der englischen unabhängigen Arbeiterpartei angehören, haben sich der drttten bol, tzhewistischen Juteruatiouale angeschlossen.

Lebensmittelverschiebungen nach Dänemarr.

Zu den Meldungen der Blätter Über u»kontrollier­bare Warenverschiebunge« von Deutschland nach«e- »art, die von der dänischen Presse übernommen sind. Wird von zuständiger Stelle mitgeteilt, daß die Berichte znm Teil sehr übertrieben sind. Auch haben weder der StaatSkommissar noch die Regierung von Schleswig den Auftrag gegeben, an Soldaten oder Beamte des Grenzschutzes mit Geldangeboten Heranzutrete.u Tat­sache ist jedoch, daß der traurige Stand der deutschen BÄuta dänische Aufkäufer veranlaßt har, nicht nur ge­werbliche Erzeugnisse, sondern auch LcbensmUtel in großen Mengen nach Dänemark zu verschieben. Gegen solche Versuche, die erst m letzter Zeit einen gefährli­chen Charakter angenommen haben, hat für den ge­samten Norden des Abstimmungsgebters der sofortige Erlaß des VerkehrSverbotS für ausländische Automo­bile bereits heilsam «wirkt. Weitere energische Maß­nahmen sind in Vorbereitung.

Neue Gewaltmatzsahme« gegen Jrlaud.

Wie »Times" aus London melden, wurde in Ball- vsngham in Irland eine Polizeimannschaft vo« Siuu- feineru sugegrisse«. Ein Beamter wurde verwundet. Mit Rückücht auf die ernste Lage in Irland wird ge­plant, in London ein Rekrutterungsbüro für die irische Polizei ^tnzurichten. Der Bedarf an Rekruten beträgt MK&-2000 Mann.

Allerlei vom Tage.

Die «uaarische Friedeusdelegatio«, insgesamt 85 Personen, ist in Parts etnaetroffen.

Die EuteutekorumiMu zur Feststellung des deut­schen Hasenmaterials bat ihre Arbeiten beendigt.

Der demokratische Senator King li.it nach eine " '!« düng aus Washington eine neue Resolution einen -t, die sich auf die Ratifikation bezieht und 15 Bord e enthält.

Große japanische Trupveuverstärknuge« sind nach einer Tokioer Meldung nach Jrlutsk geivorfen worden, um den Streitkräften Koltschars beizusteheu.

In den Bereinigten Staaten sind bisher über 4000 Kommunisten und andere Revolutionäre verhaftet wor­den. Aus lxschlaguahmteii Schriftstücken geht hervor, daß die Kommunisten in engster Verbindung mit Ruß­land itanben und die Gründung einer Sowjetrepublik in Amerika angestrebt hätten

Die Anfbebuug des Belagernugszustandes im Ruhrrevier hält ReichSkommissar Severing wegen der syndikalistischen Bestrebungen anf Erzniingung des SemSstundeutages nicht für angebracht.

Hanpima«,, von Kessel ist lautB. T." erneut in UniersuÄuugShaft geuommen worden.

Pollülcks Rundfdiau.

Das' neue Reichstaqsmahlgesctz wird vom ReichS- miuister Koch eifrig gefördert. Die 37 Reichswahlkreise der Nationalversammlung verschwinden wieder. Die Verhältnis- und Listenwahlen bleiben. Die Stimmen einer Liste werden durch 60 000 geteilt So viel mal das geht, so viel Abgeordnete erhält eine Partei. Der Rest wird schließlich auf eine Reichsliste übertragen, wieder durch die erwähnte Ziffer geteilt, und so wird jede Par­tei Abgeordnete aus den Wahlkreisen und aus der Reichsliste erhalteu. Somit kommt auch die Rtinder- Heir zu ihrem Recht, und alle Parteien erhalten wirklich die lSiM für die Stimmen ausgebracht wurden:

Der Reichsrat ist für die kommende Woche zu einer Sondersitzung zur Beratung über den Entwurf des GesetzeS betr. die Zensur von Bildstreifen (Film) für Lichtspiele einberufen worden.

Sie 8e|3rm des Wtizwesens.

In feinen Ausführungen über die Reform des Reicksjustizwesens bemerkte Justizmtntster Schiffer, daß die jetzige Reform sich an die bereits früher in dieser Hinsicht vorharrdenen Gesetzentwürfe anlehnen solle. Die neuen Gesetze seien also nicht allein ein Produkt der neuen Zeit. Dem Beschuldigten soll Gelegenheit geboten sein, beim Gericht gegenüber Maßnahmen der Staats­anwaltschaft Zuflucht zu fuchen Die Rechtsstel­lung des Beschuldigten soll gehoben werden: es tritt eine gewisse Oeffentlichkeit des VorveFahrenS ein. Dem Beschuldigten wird das Recht gegege», gehört zu wer­den, und man muß ihm vor der Eröffnung des Haupt- versahrens die Gesamtheit des Anklagematerials vor Singen führen. Die Fälle, in denen die Stellung eines Verteidigers notwendig ist, werden vermehrt, auch wer­den die Rechte des Verteidigers erweitert,- ihm darf der Verkehr mit dem Angeklagte:r nicht mehr beschränkt werden. Eine Jnhaftnahme wegen Kollisionsgefahr kann nur dann erfolgen, wenn diese Kollision bereits eingetreten ist. Die Rechte des Angeklagten werden er­weitert, so bezüglich der Haftentlassung. Im Zwischen- verfahren sind ebenfalls Verbesserungen vorgenommen worden. In allen Sachen, die vor das Amtsgericht kvm- n*m, Hai d-r--SttraksarLrE &tem«le ^ernntinortung für seine Erhebung der Anklage zrr übernehmen. Ein Vorterrnin kann zur Abwendung des Hauptverfahrens führen. Geringfügige Vergehen sollen künftig über­haupt nicht mehr verfolgt werden, und das Gericht hat das Recht, ein Verfahren einzustellen, wenn es findet, daß das Vergehen nur geringfügiger Natur ist.

Wesentliche Aenderungen sind ferner bezüglich der Gestaltung der H a u p t v e r h a n d l u n g in Aussicht genommen. Das Gericht soll im Hauptverfahren zu­nächst nicht mehr im bisherigen Maße als Organ der Strafverfolgung auftreten. Das Verhör am Anfänge der Hauptverhandlung wird anders gestaltet werden, Protokolle aus den Vorverhaudlwlgen sollen nicht ver­lesen werden, und Urteilsbegründungen sollen nur dann von Amtsgerichten schriftlich fixiert werden, wenn einer der Beteiligten es wünscht. Auch bei Schwurge­richten werden sich Aenderungen in der Hauptverhand­lung ergeben. An Rechtsmitteln bleiben Berufung, Beschwerde und Revision. An Stelle der Privatklage tritt die sogenannten Eigenklage, die über das bisher geltende Matz erheblich ausgedehnt werden soll. Die Zuständigkeit des SchiedsmanneS soll über die Beleidi­gung hinaus ausgedehnt werden.

Was das Jugendgericht anbelangt, so soll die Tätigkeit des Richters wesentlich ausgedehnt werden. Er erhält das Recht der Entscheidung darüber, ob er Er­ziehungsmaßnahmen unter Ausschaltung von Strafmit- teln anwendxn oder Strafgesetze unter Ausschaltung von Erziehungsmaßnahmen anwenden will, oder ob er beide Methoden aleichzeitig berücksichtigen will. Es soll im­mer berücksichtigt werden, wieweit der jugendliche Be­schuldigte lediglich ein Produkt seiner Erziehung seitens seiner Erzieher ist. Die Strafmündigteit des Jugend­lichen wird auf das 14. Lebensjahr heraufgesetzt. Es kommt eine bedingte Strafausfetzung mit fünfjähriger Bewährungsfrist in Frage. Nach Ablauf dieser fünf Jahre tritt bei dauerndem Wohlverbalten der Strafer­laß automatisch in Kraft, doch soll dem Richter vorbe­halten sein, die endgültige und letzte Entscheidung zu fällen.

Es tritt eine weitergehende Verbindung zwischen dem Jugendrichter und dem Vormundschaftsrtchter in Kraft. Beim Jugendrichter wird besonderer Wert auf seine Erfahrung gelegt werden. Der jugendliche Be­schuldigte soll nach Möglichkeit immer wieder vor den­selben Richter gebracht werden. In erster Instanz ha­ben abzuurteilen ein Mann und eine Frau, in der Be­rufungsinstanz ein Mann und zwei Frauen. Um den Jugendschöffen besondere Kenntnis der Dinge zu geben, sollen sie zu Dauerschöffen gemacht werden, damit sich bei ihnen eine bestimmte Praxis herausbildet. Dies Jugendgericht soll sich zur Beurteilung aller Erkennt- niSauellen bedienen, also vor allem der Fürsorgever­eine, deren Tätigkeit künftig aefetz'.ich geregelt werden soll. Den Jugendlichen soll eine gewisse Schlitzaufsicht gestellt werden, durch die sie verhindert werden sollen, mit dem Strafrichter nochmals in Konflikt zu geraten. Ter jugendliche Beschuldigre erhälr in Zukunft immer einen Verteidiger, wenn der Gegenstand der Anklage eine strafbare Handlung von wesentlicherer Bedeu- tungist

WinenFchaft, KunH und Literatur.

Die Techter RÜckerts f. In NeuseS bei Koburg starb 85jädrig Frl. Marie Rückert, die älteste Doch» r und der letzte direkte Nachkomme des Dichters Friedrich Rückert.

Der Meister des .Klaviertrillers f. Im 76. Lebens­jahre ist in Paris Louis Dismer gestorben, einer der

bekanntesten Pianisten der älteren Generation und bei berühmteste französische Klavierpädagoge der neuen Beta Unter seinen zahlreichen Schülern zeugen insbesondere üte auch in Deutschland bekannten KlaviervirtuoseM Edouard Risler und Corivt für den Ruhm ihres Mei­sters. Divmer, der sich auch durch die Gründung des PariserGesellschaft der alten Instrumente" mtb durch die.Herausgabe alter vergebener französischer Klavier- Musik bekannt gemacht hat, glänzte als Pianist insve- wndere dnrch eine unverpleicmtü) glatte Ausführung deS Trillers, den ihm in dieser Vollendung feiner der Pia­nisten der damaligen Zeit nacbrmfvtelen vermochte.

$m ^Tttsscng zum Südpol. Der Organisator einen neuen Südpolexpedition, John Cove, hielt kürzlich iM Londoner Manston Hanse einen Vortrag, in dem er sei­nen ErveditionSpIan eingehend entwickelte. Die For- KlMS reise soll 5 Jahre dauern Sie bezweckt vornehm­lich das Studium der wirtschaftlichen und kommerziellen Quellen der antarktischen Gegenden. Das SchiffTerra- Nova" das die Expeditionsmitglieder an Bord nehmen wird, soll England im Juni verlassen. Cope will ver­suchen, dnrch Ueberfliegung der Etsbarriere den Südpol mittels Flugzeuges zu erreichen.

Vennifdifes«

Ein Millionenschwindler namens Max Steuer M in Görlitz verhaftet worden. Durch gefälschte Duplikat- fraebtbriefe hat er Berliner Kaufleute um mehr als 1^ Million betrogen und auch andere Schwindeleien aus­geführt.

Mit Zyankali vergiftet hat sich ein Chemiker der Badischen Anilin- und Sodafabrik in Ludwigshafen. Aus seinem Büro war ein Dokument gestohlen worden, das die genauen Angaben über .Herstellung von Bitter- marrdelöl enthielt. Die Nachforschungen ergaben, daß ein Angestellter das wichtige Geheimdokument entwen­det und an die Franzosen verkauft hatte. Er ist ver­haftet. In der schwebenden Untersuchung sollte auch jener Chemiker als Zeuge vernommen werden.

Von einem Bergsturz bedroht wird seit einiger Zeit, wie dieK. V." meldet, das Städtchen Lorch, Auf dem -werfelsberge hat der Teil, auf dem die Burgruine Rollo steht, schon seit langer Zeeit den Einwohnern Sorge bereitet. Die Burg Seemannsrey mit der von ihr jäh! abfallenden fagenbefannten Teufelsleiter ist ins Wan­ken geraten. Im Felsen klafft bereits ein Spalt von ei­nem Meter Breite. 10 Häuser mit 18 Familien müsse» geräumt werden. Die Anwohner des rechten UferS der Wisper sind in steter Gefahr.

Eine ganze Theaterausstattung gestohlen wurde der Schauspielerin Edith Beinert-Oberreich in Berlin, bifl mit einer kleinen Truppe Gastvorstellungen gibt. Sie sandte ihre Garderobe in vier großen fünf Zentrier - schweren Koffern nach dem Schlesischen Bahnhof. Ihr 1 Theatermeister gab auch das Gepäck auf, kehrte aber eine $ halbe Stunde später nach dem Bahnhof zurück, ließ sich die Koffer wieder aushändigen und verschwand damit ; Der Inhalt der Koffer, der aus der ganzen Garderobe ' der Bestohlenen, allerlei TSeairransstattungen usw. be­stand, war über 50 000 Mark wert. :

Ein großer Treibriemendiebstahl brächte die Srimt» nalpoltzei in Berlin auf die Spur zweier gefährlichen Einbrecher und führte zugleich zur Aufklärung eines großen Wohnungseinbruches, bet dem den Dieben für 50 000 Mark Wert- und Schmucksachen in die Hände ge­fallen sind. Aus einer Fabrik in Lichtenberg hatte» Einbrecher für 25 000 Mark Treibriemen gestohlen. Die Diebe wurden als ein wiederhokt vorbeffTttfter-iSitt* 4^ brecher Breitenbach und ein gewisser Backhaus fest­gestellt. Bei der Durchsuchung der Wohnungen der Verbrecher fanden die Beamten Gegenstände, die aus einem Wohnungseinbruch herrührten. Die weitere» Nachforschungen ergaben, daß die Geliebte des Back­haus, eine Wirtschafterin Marie Krüger, bei dem be­treffenden Wohnungsinhaber Stellung genommen und dabei die Gelegenheit zum Einbruch auSgekundschaftet hatte. Sie wurde gleichfalls festgenommen. Breiten­bach. der krank war, mußte nach der Cbaritee gebracht werden, ist aber von dort entflohen.

Für 60 000 Mark Schmucksachen stahl ein Dieb fit einer Villa in Dahlem. Er gab sich als Kontrollen» der Allgemeinen Elektrizitätswerke aus, prüfte schein­bar den Zähler und stahl in einem unbewachte» Augenblick mehrere Schmucksachen, darunter ein Bril- lantgehänge mit 5 großen und 7 kleinen Brillanten, das allein etwa 50000 Mark wert ist

Ein Kesseldefekt im städtischen ElektrizitätSmerk zu Hildesheim hatte die Einstellung der gesamten Versor­gung der Stadt mit Licht und Kraft zur Folge. Dies elektrische Straßenbahn konnte den Betrieb nicht auf­nehmen. und auch der Fernsprechverkehr, der auch elektrisch a»geschlosien ist mußte eingestellt werden. Die Tageszeitungen konnten nicht erscheinen, das Stadt­theater mußte seine Pforten schließen. Die Gottesdiensts konnten nur durch Kerzenbeleuchtung möglich gemacht werden. Zur Behebung der Betriebsstörung sind Mon- teure der A. E. G. aus Berlin nach Hildesheim ge­rufen, doch ist noch nicht abzuseben, wann die Störung beseitigt sein wird.

44 Morde auf dem Gewissen hat der Budapester Kommunist Arpad Kereskes-Kohn. Am Tage vor sei- ner Hinrichtung gestand er, daß er, um Tibor Da» muelys Gunst zu gewinnen, eigenhändig 44 Mensche» erschossen habe. Auch an der Ermordung zweier ukrainischer Offiziere fei er beteiligt gewesen.

Eine schwere Explosion erfolgte beim Außwechfelu von Sauerstoff-Flaschen in der EisenvanzerMetzerei des Magdeburger Kruppwerkes, in der schwere Geschütze eingeschmolzen werden. Drei Arbeiter waren sofort tot, zwei wurden tödlich verletzt.

Zahlreiche Gitierdiebstäble auf dem Lehrter und Hamburger Bahnhof in Berlin sind aufgeklärt wor­den. An den Diebstählen, die etwa vier Nabre zurück- lieaen, sind wieder zahlreiche Beamte und Arbeiter beteiligt, die zum größten Teil geständig find, Fracht­briefe entwendet zu haben. Die Frachtbriefe wurden von einem 22jährigen Kaufmann Hans Markus und seinem Freunde Herrmann Dannenberg gekauft, die die Güter dann zu Geld machten, nachdem sie von einem Kutscher Johannes Wünsch von den Bahnhöfen ab­gerollt worden waren. Alle drei konnten bisher noch nicht ergriffen werden.

Der Tanz im brennende« Hause. Kennzeichnen« aenua für die wahnsinnige Tanzmut des Revolution«- geschlechtes ist eine Nachricht derB. Z." Im Böh- mischen Brauhause in Berlin NO. brannte ier Dach- fiubt ab Das Feuer nahm sehr großen Umfang an unb eschäftigte die Feuerwehr bis in die Morgenstun­den. Der Brand und die ganze Aufregnng der Feuerlöscbarbeit kvnnte jedoch die zahlreichen Beranü- gmmblufüaen, die unten im Saale der Brauerei Ihrein Neujahrstanz lmldigtemauch nicht eine Sekunde an« ihrem Eifer bringen. Während oben krachend die Bal­len eiiistürzten und die Feuerwehr von allen Seiten anrückte. Hörte unten im Saale die Musik nicht eine M'mite auf. Flott wurde Foxtrott, Hiawatha usw. ge- scherbelt. Und selbst, als die Treppen schon Feuer ae* fangen hatten und total veraualmt waren, wurde weite« geschwooft.