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vtrSfeifc, Je« 7. Januar l®eo.
Fle schverkauf.
Verkauf um Freitag - ad Sonnadcnü dieser Woche M §r. §ieil», 28 gr. Wirrst oder 100 g_. Fleisch.
Kdgave und Lntgrgevna-Ne von Fleisch ist nur auf den KleischArtenadschuitt dieser Woche gestattet,
Vortage der Fleischkarte^. und der Avrechnuug bis spätestens Mentag. -c» 12. Fannar, v»r«itts»S 11 UNr.
In de °: ländlichen Laflachtbezirken setzen die Send. Wachtmeister den Hcrka<n fest.
KreiLWirrschüftsQMt.
Berlin W. 66, den 22. November 1919.
'Seit dem 1. November diese? Jahres sind die Angelegenheiten. betreffend Pflege der schulentlassenen Jugend vom Ministeriums für Wissenschaft, Kunst und * Volksbildung auf da? mir unterstellte Ministerium für VolkSwühlfahrt übergegangen.
Ich begrüße herzlichst die Tausende ideal gesinnter deutscher Männer und Frauen in Stadt und Land aus allen Ständen und Berufen sewie die mannigfachen Bereinigungen, Verbände und Körperschaften, die bisher schon in ox erwilligster Weiss hiess m Zweige der Jugendwohlsah«, Zeit" Kraft und Mittel gewidmet haben.
Ich bitte sie alle, gerade in der gegenwärtigen schweren Nst unsere? Vaterland?? sich der Jugendsache auch weiterhin in bewährter Treue und Hisgabe anjunehmen, ihr neue zahlreiche Freunde und Mittel zu gewinnen und durch gesteigerte Liebe und Arbeit für das körperliche, geistige und sittliche Gedeihen der Schulentlassene« männlichen und weiblichen Jugend unser Volk bald einem neuen Frühling entgegenführen zu helfen.
Jede ernstgemeinte Jugendpflege werde ich ohne Ansehung der Religion (Konfession) und der politischen Stellung der Beteiligten gern auf alle mir mögliche Weise, auch durch Beihilfen aus dem auf mein Ministerium übertragenden JugendpflegefendS,. zu fördern bemüht sein.
Dabei glaube ich im Sinne aller Richtungen und Parteien zu handeln, wenn ich dafür «intrete, daß Parteipolitick von der Jugendpflege fern gehalten wird. Wohl aber kann und soll die Jugendpflege dazu bei» tragen, daß die deutsche Jugend, einerlei od ihr Wiege in der Hütte oder im Schloß stand, dem Vaterlands in seinem tiefen Unglück erst recht Siele und Teeue bewahrt und deutsche? Wesen hoch hält. In ihren Reihen muß brüderlicher Geist walten, der unbeschadet allgemeiner Menschenliebe zunächst in jedem deutschen Volksgenossen den Freund und Bruder zu achten und ^ zmürrben »hrt; Die Jugend soll .willig und tüchtig werden, ihren Pflichten gegenüber dem Volksganzen gewissenhaft und in opfermütigem Gemeinsinn zu erfüllen.
Für den richtigen Gebrauch der weitgehenden politischen Freiheit, die sich das deutsche Volk in der Verfassung vom 11. August 1919 gewährt, ist Voraus- seynng der Besitz oder doch das ernste Streben nach rechverstanderrer sittlicher Freiheit, das Ringen nach Befreiung des inneren Menschen von der Herrschaft, niederer Triebe nach Stärkung des Willen? zum Guten, Wahren und Schönen. In diesem schwersten aller Kämpfe, den die Heranwachsende Jugend innerlich durch- zukämp^sn hat, rhr in verständnisvoller Weise und mit pädagogischem Takt beizustehen, ihrem besseren selbst trotz alle. Lockungen der Unweit zum Siege zu verhelfen, gchon zu den schwierigsten aber auch dringensten Aufgaben der Gegenwart.
Dtete Ausgabe liegt in erster Linie der Familie ob. Schule und Kirche helfen ihr, and auch die Jugendpflege ist berufen, mit' allen geeigneten Mitteln dabei ergänzend und weiterführend mit zuwirken. Die auf diesem Gebiet ohnehin vorhandenen großen Schwierigkeiten sind neuerdings noch erheblich gewachsen. Ich erinnere nur an die mehr und mehr anschwellende Flut der Schmutzes in Wort und Bild, die bekannten Miß- stände tm Kinowesen usw. Dazu kommt, daß auch in wetten streifen der Erwachsenen eine bedauerliche Verwirrung oer sittlichen Begriffe zutage getreten ist. Demgemäß ist das für ein Hineinwachsen der Jugend in edle Zucht und Sitte so wichtiß« gute Beispiel der Kelteren nicht überall in dem wünschenswerten Umfange vorhanden oder wirksam.
Die Aufgrde muß aber gelöst werden, wenn fir einen neuen Ausbau deutscher Zukunft die unentbehrlichen sittlichen Grundlagen geschaffen werden sollen.
Unter den bewährten Mitteln der Jugendpflege, bez^ glich deren ich auf die grundlegenden, zeitgemäß an- ßMmdenden Erlasse des Preußischen Kukusminsttermms vom 18. Januar 1911# 30. April 191» v.. 17. Dezember 1918 — U. HL B. 6088, .155, und 7165 — »erweise, nehmen auch Leibesübungen, sofern sie sachkundig und im rechten Geiste geleitet werd«, einen hervorragenden Platz ein. Ihre Förden ung werde ich mir auch deshalb besonders angelegen sein lasten, weil sie vorzüglich geeignet erscheinen, die durch den Krieg und seine" Folgen bedingten schweren Schädigungen unserer Volkskraft bessern und hellen zu helfen.
Vorzügliche Berücksichtigung in der Jugendpflege erfordert die besondere Not unserer weiblichen Jugend. Namentlich wird ihrem Verlangen, nach Hauswirtschaft- licher u. hausmütterlicher Ertüchtigung, nach besonderer Stählung für den Berufskampf nach Kräften entgegen» zukommen sein. Alles waS nach dieser Richt mg für die weibische Jugend geschieht, kommt dem Vaterlands zugute, das in seiner gegenwärtigen Verarmung eines fleißigen, sparsamen, im edelsten Sinne des Wortes
dienenden Frauengeschlechis dringender Bedarf als je zuvor.
Bei allen Maßnahmen auf dem Gebiete der Jugendpflege lege ich auf ein vertrauensvolles Zusammenarbeiten der beteiligten Vereinigungen und Verbände untereinander sowie mit allen in Frage kommenden Behörden und in sonderheit auch mit dem mir' Unterstehenden Ministerium hervorragenden Wert. Ich behalte mir vor, die bestehende Organisation der Orts-, Kreis- und Bezirksausschüsse für Jugendpflege mit dem Ziele zu ergänzen, daß eine leichte, unmittelbare Fühlungnahme meines Ministeriums mit führenden Vertretern der Jugendpflege ermöglicht wird.
Der Preußische Minister für Volkswohlfahrt.
III. c. 100. gez. Stegerwald.
Herkfeld den 17. Dezember 1919. Wird »eriffentlicht.
Nr. 7861. Der Landrat (KreiSfSrsorgeamt).
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Der grösste deutsche Film der Gegenmart
Inchischauspielbaus
6b 13. Januar
Das Buch von Madame Dubarry (von Fred - Orbing und Hanns Kräly) geht über die Voraus- 1 Setzungen der bisherigen Filmdramen hinaus, i Hier ist zum erstenmal so etwas wie das große ' Theaterstück des Films, ja noch mehr, die : Theaterdichtung für die Leinwand geschrieben. ' Die Geschichte der Dubarry ist mit so viel i historischer Treue wiedergegeben, daß sie Zeit und Sittenschilderung, die Atmosphäre und Psychologie von Versailles bis zur großen Revolution bietet. Die Verfasser haben sehr geschickt erfasst was der Film- an räumlicher Freiheit, zeitlicher Elastizität und materieller Ueber- legenheit vpr dem Theater voraus hat. Aber sie haben sich damit nicht begnügt, sie haben den geschichtlichen Stoff noch vermenschlicht, also im eigentlichen Kunstsinne dramatisiert.
Die Laufbahn der Dubarry aus deaa Putzmacherladen bis in die Arme Ludwigs XV den sie zu I ihrem Narren machte, wird seelisch geformt durch die eingedichtete 'Liebschaft zu einem Studenten, die für beide Schicksal wird: nach
wirklich kaiserlich prunkende Freitreppen. Täfelungen, Gobelins, Möbel aus der dekorativsten Zeit, Schönheiten die immer wieder lauten Beifall weckten. Aber Lubitsch tat noch seine anscheinend unerschöpfliche Variationskunst dazu, tausendfachen Wechsel kleiner Einzelheiten (Kerker mit echten Ratten ■ und großer Be- wegungsphantasie (der Sargzug der Königsleiche, Erstürmung der Ba^ille). Dann brächte er es fertig, dass man zv/ei Stunden lang von Bild zu Bild ohne Ermüdung gleich gefesselt blieb. Die Schlußszenen der Revolution brachten Wiedergaben alter Stiche, zum Teil waren sie auch von Reinhardts Theatralik (Dantons Tod) entlehnt aber ihre Monumentalität hatte einen grossen Zug künstlerischen Temperamentes.
Endlich aber erreichte auch die Darstellung dieses Films eine neue Leistungsstufe. Voran
I ist Jannings als Ludwig XV. zu nennen. Er gab in vorzüglicher Maske, Gesichtszeichnung u. Charakter des kgl. greisen Lüstlings zugleich. Ihm zunächst kam Liedtke als Student, der in
seiner ergreifen, salsdramatik im
dem Tode des Königs verbannt u. aus zwanzig- i jähriger Versärollenheit (historisch von Robe- : spierre) aufs Schafott gerissen, trifft die Dubarry 1 hier noch einmal den Mann ihres Lebens als ihren eigene» Richter. Es gelingt der wortlosen Filmkunst die Tragik des vorbestimmenden . Schicksals spürbar zu machen. Auch in seiner Bautechnik ist dieses fylmdrama von den bisherigen wesentlich verschieden. Man spürt in der Steigerung zu den „grossen“ - Aktschlüssen hin eine theaterkundige Hand.
Aber dieses Buch musste nun verfilmt d. h. in Zeichnung und Bewegung aufgelöst werden. Das besorgte der Regisseur Lubitsch und auch er überbot mit seiner Leistung alle bisherigen deutschen Films bei weitem. Er hatte gute Helfer: den Maler Kurt Richter der ein architektonischer Zauberer ist und die echte Herrlichkeit von Sanssouci, des Neuen Palais in Potsdam. Das gab wundervolle Bilder, Park- scenen, Auffahrten, Wiesenspiele, Aufzüge über •
tbtiüamiXmad^ujige« 0er L»r«otvLyorüen.
Lebenswittelserttilung für die Woche vom 4.—10. d. M.
Am Donnerstag den 8. 1. 20
1) gegen Vorlage der Kinderbrotkarte und auf Ab- schnitt 70 der Lebensmittelkarte für Kinder von über 1—4 Jahren 1OO gr. Kakao zu 1,80 Mk., fürs Pfd. 9.— Mk. Verkäufer: L. Schäfer, A. Rohden Nachf., Consum-Verein, L. Siebe und H. Wittekind.
2) auf Abschnitt 396 der allgemeinen Lebensmittelkarte ISO gr. Gerstenflockelt zu 23 Pfg., fürs Pfund 75 Psg. Zu haben in allen Lebensmittelgeschäften. Ablieferung der Kartenabscynitte durch die Verkäufer bis 12. 1. 28
. hichischauspielhausT
Telefon 156. Kaisersir. 19 Telefon 156.
Sp i e 1 p 1 a n : RSätäwoch. Donnerstag, Freitag 8 Uhr Anfang
Eiss Spiel vom K®®r s Je Mag ant Segen“.
Nach dem gleichnamigen Schauspiel von Hermann Hayermanns.
Vom 13. Januar: „SBadasme Dubarry“ mit Pola Negri.
Vom 21. Januar: „Die LMSirapenprin^essin“ mit Gounar Tollnais.
Es ladet ein Die Direktion.
Mwtltai
Das Jagdrecht an dem gemeinschaftltchenJagdbezirk derGsmarkungGostMaunS- rsde soll anderweit auf 6 Jahre verpachtet werden.
Termin hierzu ist auf
HM I 14. Zm.
uachmittags S UhL in der Wohnung des Bürgermeisters anberäumt worden,. wozu Pachtliebhaber freundlichst eingeladen werden.
Die Bedingungen werden im Termin bekannt gegeben, und liegen 14 Tage lang zu Jedermanns Einsicht im Bürgermeisteramt offen.
GotzWKurssrsde, den 29. Dezember 1919.
Der IagdvorsLeher:
Bürgermeister.
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oder Gebäude, welches sich dazu einrichten läßt, gesucht. Gest. Angebote unter P. 5 an die Geschäftsstelle d.
Bls. erbeten. ,
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C. u. W. Strippe!
Fuldastraße 6.
pielten Sterbeszene Schick- zu verdeutlichen vermochte.
Ebenso treffsicher war Winterstein als Graf Dubarry. Die Dubarry spielte Pola Negri. Sie ist außerordentlich schnell hochgekommen, auch künstlerisch und wurde hier noch von einer unfehlbaren Rolle getragen. Sehr fein war Schünzels Minister, sauseullolisch trotzig Ekerts Schuster und mit diesen wären nicht nur Biens- feldts Lakai, Stifters Diplomatenfigur, sondern auch alle anderen zu nennen, die dem Königshof und .dem roten Paris Gesichter und Details gaben •
Wir kennen die ausländische Produktion der letzten Jahre nicht. Wir denken aber, daß sie ebenso unerwartet zugelernt haben muß, wenn sie inzwischen diesem deutschen Film auch nur Gleichwertiges geschaffen hat. Jedenfalls ist damit ein Abschnitt erreicht, wo mit vollem Recht von Filmkunst gesprochen werden darf.
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M. Reis
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