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Daxkschreibe« scknlde. weil «e de« deutsche«' Militaris- HMS zertrümmert Hütte«.

Die «euen Steuervorlage«.

* Berli«, 6. Januar. (S. C.) Die neuen Steuer- «orlaaen SeS Rcia ennaiinninisiers gehen noch in die­sem Monat der 'Nationalversammlung zu. Ihre Nn- «ahme soll noch bis März erfolgen. um sämtliche direk­te« Steuern am 1. April in Kraft treten zu lassen.

Die Wahlen in der Rheiuxfalz.

* -* München, 6. Januar. (T. U.) Die Nenwahlen »v den Selhstverwaltnngskörpern in der Pfalz, zu de­nen die Genehmigung der französischen BesatzmigSbe- Horde erteilt ist, werden, wie von zuständiger Seite mit- 8teilt wird. wahrscheinlich im Frühjahr und zwar im Stil stattfinden. Was die Frage der neuerlich erör- terten Renwahl zum baveriscke« Landtag betrifft, so gibr es heute noch keine bestimmten Unterlagen. Es ist aber keineswegs unwahrscheinlich, daß die Wahl im Früh- jaür srattfindet.

Generalstreik bei den Berliner Versicherungs­gesellschaften.

* - Bcrlt«, 6. Januar. sS. C.) Bei den gestrigen Abstimmungen in den Berliner Versicherungsgesell­schaften Laben 87 v. H. der Angestellten sich für den Generalstreik erklärt, somit mehr als Sie erforderliche Zweidrittel-MeSrheit.

Die Entscheidung, ob in den Ausstand eingetreten werden soll oder nicht, wird im Zemralverband der Än- gestellten erst im Laust des Dienstag erfolgen Man wL. falls es zur Arbeitsniederlegung komnrt, diefe nicht allein auf Berlin beschränken, sondern au* auf Sie An- gesteUreu des ganzen Reiches ausöebnen. Kundgebun­gen sind auch aus Köln und Magdeburg eingetroffen.

Augestellten-Dearouftratto« in Berlin.

** Berlin, & Januar. (S. C.) Im Anschluß an Met große Masienr^r-'numlungen der Angestellten der Retcks- und Staatsbetriebe wegen des Reichstarifs bildete sich gestern abend ein Demonstrationszug nach der Reichskanzlei. Dort übermittelte eine Deputation die Forderungen der Angestellten.

Weitere Arbeiterenllaffnngea i« Berli«.

Berlin, 6. Januar. lS. C.) Die Arbetterkündi- gütigen in -er Berliner JrrSuitrie sind auch am Mon­tag forigesetzt worden. Der größte Teil der Großfabri- ken ver-ügt nur noch über einen Kolenvorrat für ein bis zwei Tage.

BoröSergehes de Stillegung der Weser werft.

* Bremen, 6. Januar. lT. U.) Die Kohlenwirt- toaffSfteHe Bas angeordnet, daß die Werftinduitrie in Bremen für die Da«er einer Woche nicht mit Kohlen beliefert wird. Die 6600 Arbeiter beschäftigende Werst der A.-G. Weser wird infolgedessen geschlossen.

Pla« eines staatliche« RüstuRgsindusstiekonzerus.

=s München, 6. Januar. (T. U.) Wie dieTäg­liche Rundschau" hört, sollen die deutschen Heeres- und ESartnebetrieBe und die Verwaltung des noch vorhan­denen Heeresmaterials durch eine Aktiengesellschast un­ter Bereiliaung des Reiches und später auch der Kom­munen unS Länder betrieben werden. Falls dieser Plan gelingt, würde öamü der größte Jnöustriekonzern Europas aeschasfen weröem Sachsen hat sich ebenso wie Südöeurlchland gegen den Plan ausaesprochem Sachsen »tu vielmehr bis 3L März alle in Sachsen besinölichen Heeresvorrate, soweit wie möglich, verkaufen.

Japavs Bordriuge« i« Sibtrie«.

* * Paris, 6. Jgnnar. lT. U.) DerMatin" schreM, Latz Java« fetzt «Kein in Sibtrie« operieren werde. Die BeLeinigten Staaten ließen Japan völlig Quelle» an Natsrschätze«, die Japan dadurch bekomme, ihm ein asiatisches Kanada sichern.

VerhandlAnge« mit der Baltikumrommtssto«.

* * Berli«, 6. Januar. (WTB.) Wie wir hören, finden zurzeit Verhandlungen der zuständigen Stellen Sif den Mitgliedern der Ententekommission für LaS altikum wegen der 8iquidier««g des SMischen u«- ternehmevs statt.

Die LeSessmittelnoi Grotz-Berlius.

^ Im Auftrage der Großberttner Gemeinden Segab sich eine Abordnung unter Führung des Oberbürger­meisters Wermuth zum Reichskanzler, um auf die äu­ßerst kritische Lage hinzuweisen, in der sich zur Zeit die gesamte Lebe«smittelverforgsug Grotzöerlins befinde « die nunmehr durch die Stock««« der Getretdez«-

f«hre« «och weiter bedenkliche Berschärfurrgerl e Den Befürchtungen der städtischen Vertreter geg verächerten der Reichskanzler und die anwesend!.. deren Vertreier der Regierung, daß für die nächsten Wochen kein Grund zur Besorgnis vorliege. Sie könn­en bei der gegenwärtigen Sachlage die Gewähr dafür übernehmen, daß die Versorgung mit Brot und Nähr- mittel« «ud mit Kartoffelersatz ms Mitte Februar völ­lig gesichert fet

lenüber

ien an-

Der Telephon streik in Kopeuhaqe«.

W Sepenhagen, 6. Januar. lWLB.) Der Telephon- streik dauert an. Verhandlungen zur Beilegung des Etre ^s sind noch nicht ausgenommen. Die Telegraphen- angestellten in Schweden und Norwegen beschlossen, die streikenden Koverchagener Kollegen wirtschaftlich zu uw- .«rstüyen.

Furchtbare Ausblicke i« die Zukunft.

- W »erlitt, 6. Januar. (S. C.) ImRote« Tag" .«ereifentlicht heute Herr von Braun, der fünf Jahre lang unter von Batocki vnd Wurm Unterstaatssekretär i« Reichsernährnugsamt war, einen Artikel, worin er von der drohenden Hungersnot Deutschlands spricht. Herr von Braun spricht die Waruung gegenüber dem schon färberischen Aeußerungen der Regierung im vol­len Bewußtseiu der Verantwortung aus und belegt seine Behauptungen mit statistischem Material. Wie wir im letzten Jahre mit Schändern in Wien das Bei­spiel Lheu, wo das große Sterben erst beginnt, so wer- dm wir es im nächsten Jahre in Berlin, Dresden, Leip­zig und im Industriegebiet im Westen erleben, wen« mit gleicher EiusichtslofigkeU weiter gewirtschaftet wird wie bisher.

Demonstrationssahrt im Mittermeer.

** Genf, ß. Januar. (S. EI Der PariserTemps" meidet, daß die französische Flotte an ven Kreuzer- kahrten der englischen Flotte im Mittelmeer, die Mitte b. M°S. beginnen, teilnehmen werde. DerTemps" geLebt zu, daß es sich um eine Dümsustrationsiahrt der er-'-sch-franzofisch-m Flotte ist östlichen Mrttelmeer f ^<n wird.

Die Kölner Erzbischofswahl. , Berlin, « Januar. (D. A. Z.) DieD. A. Z. tct .öt: Durch die Presse gehen in den letzten Lagen yr nlunc-n, die sich mit der Frage der Neuwahl des KoLer ErzbischofS bei (Eigen. Es wird «. a. auf die Mlnltchkeit hingem^fen, van das Kölner Domtapitel auf 'ein Recht der Wabl unter Umständen verzichten könne. Demgeaknüder ist zu bemerken, daß die Ver­handlungen Switch«- der preußischen Regierung und der Lwücheu Ku^ D-Verständnis darüber ergeben daven. Laß für d'^ «w»«&e Neuwahl das vereinbarte,

w der Bulle des de Valuta Animarum niedergelegte LSablreckt des Domkapitels in Geliung bleibt. Fremde Einflüsse auf die WaW werden nicht geduldet iverSen könnet!.

Eisettbahnvvglück i« U«gar«.

* Berlin, 6. Januar. (8. A.) Bei einem Eisenbahn- zusammenstoß in Scr Nähe von Aras in Ungarn wur­den 24 Personen getötet und 4 verletzt.

Allerlei vom Tage.

w Der parlamentarische Nntersnchnngsansschtttz für die Kriegführung beginnt seine Beruehmungeu am 18. Januar wieder.

Die Generalversammlnng des Bnndcs der Land­wirte findet lautD. T." am 17. Februar im Zirkus Busck in Berlin statt.

In dem Strafverfahren gegen den Grafen Arco de Balle« wegen Mordes ist der Termin zur Hguptver- Handluug vom Vvlksgericht München I auf den 15. Ja­nuar 1920 anberaumt.

Das Gebäude der Hamvurg-Amerika-Li«ie in New- «ork ist, wie dieFranks. Ztg." melöet, von dem Ver­walter feindlichen EigentumS au das BunSeSfckiff- fahrtsaust für 2 Millioueit Dollar verkauft worden.

Die sächsische» Staatsbahnen haben laut8. A." im abgelaufenen Jahre einen Fehlbetrag von fast 300 Millionen Mark gehabt.

2030 dentsche Schiffe sind nach einer Meldung des Aftmwosten" mit gesalzenen Heringen von der West­küste Norwegens nach Deutschland abgegangen.

Infolge weitere« Rückgangs des Hochwassers des Rheins konnte die Schiffahrt wieder ausgenommen- werden.

> * Die englische« Hanptdelegiertcn auf der Pariser Konferenz werden Llovd George, Bormr Law, Curzon und Montague sein.

- Die dcmtsch-östemeichische Südbahn veröffentlicht eine Mitteilung, der zufolge auf Einladung der Associa­ted Nation der Präsident und eine Anzahl von Verwal­tungsgeräten und Beamten der Südbahn sich am 9. ös. Mts. nach Paris begeben werden.

« Eine Fenersbrnnst, deren Ursache noch unbekannt ist, brach, wie aus Neuvork gemeldet wird, am Montag morgen an Bord des früheren deutschen DampfersBri- taniä" aus. Der Schaden wird auf 100 000 Dollar ge­schätzt.

-^ Aus einem Souderzug mit polnischen KrtegSae- fangenen, die nach den deutsö-polnncken Abstimmungs­gebieten entlasten wurk^n, flüchteten in Karlsruhe 40 Soldaten, die sich als Polen ausgegeben hatten, um so nach Deutschland zu gelangen.

Politische Rundschau.

Der Reichswirtschaftsminister begibt sich nach einer Meldung derB. Z." in Begleitung des Reichskommis­sars für Ein- und Ausfuhr nach Stuttgart, wo Be­sprechungen mit den bayrischen, Württembergischen, ba- dischen und hessischen Ministern über allgemeine Wirt- schaftsfragen stattfinden sollen. Dabei wird über Ein- und Ausfuhr, Ernährungswesen, Kohlenlieserun- gen für Süddeutschland, Eisenpreife usw. verhandelt werden.

In einer Ze«trumsversammlu«g in Freiburg sprach der Präsident der Nationalversammlung Fehcenbach und führte aus, daß die heutige politische Lage das Be­kenntnis zur Republik als notwendig fordere. Ein Zu­sammengehen mtt den Rechtsparteien sei solange nicht Möglich, wie diese gegen die Regierung arbeite-ex Bon den SoziaiSemokraten trenne das Zentrum uranche ^rtteEerez-myrnerMM tk Kf^WSr "d ilARelMom Gleichwohl könne das Zentrum mit ihnen und den Demokraten eine Koalitionsregierung bilden.

Ueber seine Verabschiedung schreibt Oberst Reinhard in verschiedenen Blättern, Exzellenz v. Lüttwitz habe ihm gesagt, daß, wenn er nicht ginge. Minister Noske ßen müsse. Man habe ihm entgegenkommett wollen urch, daß man ihn zum General ernenne, wenn er den Abschied sofort einreiche. Er lehnte dies ab.

Set MSversichenWSverlrag.

Bon unserem Berliner M.-Mitarbester.

sicherungsvertrag t neuert wurde. Wenn

bleibe, so wurde er

Bon den Briefen Wilhelms IL, die jetzt veröffent­licht werden, ist einer insofern von hohem Interesse, wett er, vorsichtig allerdings, den Rückversicherungs­vertrag, den Bismarcks meisterhafte Diplomatie fein gesponnen hatte, berührt. Die erste Heldentat des neuen Kanzlers Eaprivi, eines ehrlichen Mannes, aber schlech­ten Dkusikanten, war bekanntlich die, daß der Rückver- zum Erstaunen Rußlands nicht er- ________ _______ Penn auch der Kaiser, jedenfalls aus Furcht vor dem Leutschen Volke, die Versicherung gab, baß bei dem Rücktritt Bismarcks der Kurs der alte . 7 ., S _____L .: doch ein völlig neuer. Bismarck hatte Oesterreich nie recht getraut, so sehr er auch die österreichische Schachfigur auf seinem diplomatischen Brettspiel brauchte. Bismarck, der Schöpfer des Zwei­und später Dreibundes, kannte sehr genau die Schwa­chen und Mängel der Donaumonarchie. Er wußte, daß immer noch Smwarzenberas Wort aalt vom Undank Oesterreichs. Er wußte ferner, dan die Habsburger Monarchie nur noch auf zwei Augen, nämlich auf de­nen des ehemaligen Kaisers Franz wußte ferner, daß das Slawentum zu befreien suchte und nach Petc

,._ _________ ____ __.. . Österreich sich

befreien suchte und nach Petersburg unentwegt tte. Er kannte die schwierigen Balkauvrobleme, bei

drohten, Äelt zu

deren Lösung Oesterreich eine Hauptrolle und vorvus- sichllich eine leidende spielen würde. Er kannre vor al­lem den Antagonismus zwischen Rußland und Oester­reich, seitdem dieses hartnäckig dem russischen Bär den Weg nach Konstantinopel verlegte.

Um nun alle diese Mängel und Gefahren, die von dem Bündnis mit Oesterreich Deutschland drohten, möglichst abzuschwächen oder ganz aus der Welt zu schaffen, hatte er mit Rußland einen Gehesinvertrag ge- schlosten, der durchaus nicht gegen Oesterreich selber ge­richtet war, sondern, wenn Oesterreich es ehrlich meinte, sogar für dieses ein Palliativ sein mußte. Stelen Ver­trag zerriß die wilhelminisch-caprivische Staatsruust. Bei seinem Rücktritt hatte Bismarck für eine Veröffent­lichung des Vertrages gesorgt, und des Kaders Enr- pörung kannte keine Grenzen Das acht aus dem Briefe vom 12. November 1896 hervor, in dem der Exkaiier sei­nem lieben Nicku sein Herz ausschLinste und Bismarck sogar einenunbändigen Mann mit niedrigem Charak­ter" nannte. Gerade diese Stelle gibt einen tiefen Ein- bltck in des Kaisers wankelmütige Denkr>»eff?< Wenn er in demselben Briefe behauptet, daß er, weil er Bm- marcks Niedrigleit und Ditzz-Plinlosigleit vom -nagug seiner Thronb« leiguug an richtig cingesclmtzt Patte, Ar« mit Recht entlassen hätte, so war es zumindestens fein ehrliches Sv:el, wenn er bei der Entlassung Bismarcks am 22 März 1890 an den Grasen Gürz-Schlitz in Wei­mar telegraphierte:Seit ist so weh ums Herz, als ob ich meinen Großvater noch einmal verliere! Es ist mir aoer von Gott einmal bestimmt, also habe ich es zu

tragen, und wenn ich darüber zuari

Das Amt des wachthabende« Offiziers auf dem StaatS» schiff ist mir zugefallen. Der KurS bleibt der alle. Null Volldampf voraus!"

Bismarck der Niedertracht und der Illoyalität beschuldigen, war ein Verbrechen der Impulsivität. Es:t hat sich, bitter gerächt, daß der Alte so urplötzlich zum alten Eisen geworfen worden war und daß vor allem nicht auf seinen Bahneu weiter geschritten wurde. Schott­in den folgende« Jahren zeigten sich Sie Verhängnis-, vollen Folgen der Nickterneuerung des NückverftHe-i rungdvertrage«. Diese Zerstörung des Bismarcksche»! Werkes ist eine der vielen Ursachen des Weltkrieges.

Seridif und Recht

von au verirrte

_ Wegen umfangreicher Eise«bah»diebstLhle auf dem Rangierbahnhose in Chemnitz-Hilbersöorf hatten sich vor der Cheumitzer Strafkammer 27 Bahnbedienstete zu verantworten. Die Angeklagten verübten in der Zeit vom Frühjahr 1917 bis Februar 1918 teils allein, teils gemeinschaftlich etwa 600 einfache und schwere Dieb­stähle und machten sich in 350 Fällen der Hehlerei schul­dig. Sie entwendeten nachts aus offenen und ver- schlossenen Waggons durch Ablösen der Plomben Lie- besgaberipakete, Lebensmittel, BekleidungS-, Militär- ausrüstungS-, Wohnungs- und Haushaltgegeustände aller Art, Chemikalien, Werkzeuge und anderes mehr üervrdentlich großem Gesamtwert. Das Gericht

ilte neun Angeklagte zu Strafen von 1 Jahr S Nionaten bis zu 3 Jahren 6 Monaten Gefängnis we­gen schweren Diebstahls, weitere 4 Personen zu 6 Wo­chen bis 4 Monaten Gefängnis, insgesamt 14 Personen- zu 22 Jahren 10 Monaten 6 Wochen Gefängnis und 37 Jahren Ehrenrechtsverlust.

Vor Sem Kriegsgericht i« Halle Hat ver Prozeß ge­gen den ehemaligen Militärbevollmächttgten des Halle­schen Soldatenrates. Ferchlandt, wegen Mitzbrauchs der Dienstgewalt, unbefugter Bildung bewaffneter Haufen. Freiheitsberaubung, Mißhandlung Untergebener und' Zivilpersonen sowie Aufwiegelung und Ungehorsam begonnen. Der Prozeß wird ungefähr 14 Tage dauern.

Vermischtes.

^^*.6Ee BrsLkarteuschwi«del, der sich je ereignet hat, ist fetzt von der Kriminalpolizei in Berlin ausge- deckt worden. ES wurde vielleicht schon so lange betrie­ben, als es überhaupt Brotkarten gibt. Die Bäcker­meister müssen die Brotkarten, die sie von ihrer Kund- schaft erhalten, zur Belieferung mit neuem Mehl all­wöchentlich Montags bis 7 Uhr abends abliefern. Aus­genommen davon sind die Landbrotbäckereien. Für sie' ist die Ablieferungszeit von 10 bis 11 Uhr abends an« gefeit* Sie Zwischenzeit nutzten Betrüger aus, um sich von Hilssangestellten des Magistrats gegen Entgelt be­reits abgelieferte und abgewogene Brotkarten zu ver» schaffen. Die Schieber lieferten die Karten an einen polnischen Arbeiter Max Laski in Weißensee. Dieses gab sie an einen früheren Bäcker Rassau weiter, der der; Hauptvermittler zwischen den Schiebern und den Land- backereien war. Die Bäckermeister gaben für je 109' Karten, die bereits abgeliefert gewesen waren, 80 Stück noch gültige Brotkarten. Die abgelaufenen Karten lie«' ferten sie dann beim Magistrat ab. Sie hatten so je-, dermal einen Gewinn von 20 Stück. Dieser Handel wurde zum großen Betriebe. Die von den Bäcker-" meistern in Tausch gegebenen 80 Karten wurden an Kleinhändler versauft. Diese verkauften sie im Stra-' Mandel weiwr. Rassau,.der febwjpeferei^ hat. verdienst/soviel daß er mehrere Häuser rrrru etnnr Villa erwerben und Mitinhaber einer Maschinenfabrik werden konnte.

Zu der Erbohr««g der netten Gasquelle bei Neuen- gamme wird berichtet, daß es sich um eine äußerst er­giebige Gasquelle handelt, die tatsächlich an der von- drei unabhängig von einander arbeitenden Rutengän-^ gern bestimmten Stelle gefunden wurde. Während diei alte Gaslluelle 240 Meter tief lag, mußte jetzt etwa 280 Meter tief gebohrt werden. Mit mächtigem Druck und starkem unterirdischen Getöse schoß das Gas empor und ritz zentnerschweres Material und die Erdgrabung mist SH empor. Trotzdem der kolossale Gasdruck auch die ohrventile zerstörte und sich neben den Röhren Bahn brach, gelang es doch, das Gas aufzufangen und in baSi Ttestaker Gaswerk zu leiten.

Heftige Erdstöße haben in verschiedenen Gegenden Mexikos, namentlich in der Provinz Veracruz, großen Schaden angerichtet. Ueber 100 Tote werden gemeldet: Auch ein Seebeben auf der Höhe von Veracruz forderte Menschenleben und verursachte gewaltigen Schaden.

Mit 700 000 Mark geraubtem Gelde Nüchtig gewor­den sind Soldaten, die die Intendanturkasse des deut­schen Kasinos in Wallkiachken (Kr. Tilsit) erbrochen hatten

Ei« Braud i« der LokomotivwerkstLtle tu Flöbde- dorf bei Wien hat 32 Lokomotiven stark beschädigt mrd! einen Schaden von mindestens 40 Millionen Kronen, angerichtet.

Vom Maskenball in den Tod gegangen ist ein tun«; ger Mann in Berlin. Man fand ihn nachts im Tier-j garten in einer Tirolertracht mit einer Schutzverletzungs am Kopfe tot auf.

Der Raubmord a« der Kartenlegeri« Dnmmik in: Berlin geht seiner Aufklärung entgegen. Unter dem dringenden Verdacht, das Verbrechen verübt zu haben, werden von der Kriminalpolizei Kurt Bobrik und Sei­fen Geliebte, das Dienstmädchen Ärmgard Heinrichsen, gesucht. Bei der Entdeckung der Mordtat fand die 5kri- minalpolizei in dem durchwühlten Zimmer der Ermor­deten eine Streichholzschachtel. Die Schachtel wurde aus einer Schankwirtschaft von einem Mädchen, das bei der Schneiderin wohnte, entnommen, und zwar mit dem ausdrücklichen Hinweis, daß sie für Fräulein D. be­stimmt sei.

Todeöfahrt im Automobil. Der Fabrikbesitzer Fritz Casper aus Berlin benutzte Silvesternacht mit seiner Ehefrau und mehreren Bekannten einen des Weges konlmenden Lastkraftwagen zur Heimfahrt. Unterwegs gab die Rückwand, an die sich der Fabrikant gelehnt hatte, plötzlich nach, Casper stürzte aus dem Wagen und erlitt einen Scküdelbruch, an dessen Folgen er jetzt ge­storben ist.

Der größte Krater der Welt. Eine Forschungsreise durch Island haben zwei schwedische Gelehrte, Wadell und Aaberg. unternommen und, nachdem sie das gewal­tige Eismeer des Watnajökel von West nach Ost über­quert hatte«/ Kolar am Hornafjord erreicht. Der Ueber- gang, der mit drei Pferden und Schlitten erfolgte, er­forderte eine Zeit von neun Tagen. Wie imPromc- Uieus" mi'äeteüt wird, entdeckten die Forscher auf dem J Lkei einen gewaltigen Krater, acht Kilometer lang und fünf tiKweter breit, in dem sich heißes Wasser sged. Auch einige warme Quellen wurden in der Um­gebung des Kraters gefunden. Dieser Krater, den die schwedischen Gelehrten Svea-Krater tauften, ist nicht nur der größte «ratet Islands, sondern überhaupt der größte Krater der Welt.