Die nordische Friedensnote in Berlin überreicht.
Der schwedische Geschäftsträger, der dänische und der norwegische Gesandte haben im Auftrage ihrer Regierungen am Freitag im Auswärtigen Amte gleichlautende Noten überreicht, die wir nachstehend H^beutnDer
Uebciwt^ hat mit dem lebhafteste»
Interesse von den Vorschlägen Kenntnis genommen, die der Präsident der Bereinigten Staaten soeben, gemacht hat, um die Maßnahmen zur Herstellung eines dauerhaften Friedens zu erleichtern. Wenn sie auch jede Einmischung zu vermeiden wünscht, die legitime Gefühle verletze» könnte, so wurde dre Königliche Regierung ihre Pflichten gegenüber ihrem eigenen Volte und gegenüber der gesamten Menschheit nicht zu erfut- leu glauben, wenn sie nicht ihre tiefste Sympathie für alle Bestrebnngen ausdrücken würde, die der fortgewtz- ten Steigerung von Leide», sowie von moralischen und materiellen Verlusten ein Ende setzen konnten. Sie gibt sich der Hoffnung hin, daß die Initiative des Präsenten Wilson ein Ergebnis zeitigen wird würdig der jochherzigen Gesinnung, von der ihr Urheber beseelt st "
Zu der «orwegischeu Friedensuote schreibt das „Berl. Tagbl.", sie unterscheide sich naturgemäß etwas von der des schweizerischen Bundesrates. Wie dieser seinen Schritt ausdrücklich für eine Unterstützung der Initiative Wilsons bezeichnet hat, so gaben auch die skandinavischen Regierungen ihrer Note diesen Charakter. In Deutschland werde niemand etwas anderes für die Note empfinden als Dank und Anerkennung.
Eine Dumaabordnung zum Studium der Friedensfrage.
Die Duma beschloß, nach Petersburger Blättern, weil die Friedensfrage eine greifbare Gestalt annehme, eine Reihe Abgeordneter ins Ausland zu entsenden, um die Meinungen anzuhören, welche in den verschiedenen Ländern über die Friedensfrage herrschen.
Eine Note des Papstes an Wilson?
Einer Schweizer Meldung der „Nationalztg." zufolge steht für die nächsten Tage eine Note des Papstes an Präsident Wilson bevor.
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Das November-Ergebnis unseres
Uboot-Kreuzerkrieges.
Im Monat November sind 138 feindliche Handels- fahrzeuge von insgesamt 314.500 Brnttoregistertonnen durch kriegerische Maßnahmen der Mittelmächte verloren gegangen. Davon sind 244.500 Tonnen englisch Außerdem sind 53 neutrale Handelsfahrzeuge mit 94.000 Bruttoregistertonnen wegen Beförderung von Bannware zum Feinde versenkt worden. Das Monatsergev- nis beträgt also gesamt 408.500 Tonnen. Seit Kriegsbeginn sind damit dnrch kriegerische Maßnahmen der Mittelmächte 3.636.500 Tonnen feindlichen HanbelsMffs- raums verloren gegangen. Davon sind 2.794.500 Tou- neu englisch. ^^ §e§ Admiralstabes der Marine,
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Die bisher höchste Vernichtungsziffer an feindlicher Tonnage verzeichnete der Oktober: 218 Schiffe mit 893 000 Tonnen. Was solche Zahlen bedeuten, mag man daraus ersehen, daß der Verlust an HÄNdelAMsfen,. den
gleich doch der Arbeit^vhn sich verdoppelt hat, ebenso wie alles, was der Bauer nötig hat. Man beschlagnahmt alles: Hafer, Weizen, der zu 33 Frcs. bewertet wird, während er in Genf 45 Frs. kostet. Das ist die Höhe! Letztes Jahr haben wir alle zwangsweise junge Kühe aufziehen müssen, und jetzt beschlagnahmt man uns das Heu. In Cyoisy muß infolgedesftn die Mehrzahl das Vieh verkaufen."
Aus Paris schreibt eine Schwester unterm 7. 12. an ihren Bruder im Gefangenenlager Holzminden: „Du sprichst mir von Schuhen: ja, Du gehst zu welchem Preise! Derselbe hat sich verdoppelt, und im nächsten Jahr wird es noch schlimmer sein. Die Arbeiter werden nicht mehr essen können. Das Leben ist hart und es muß überall dieselbe Sache sein. Man verlangt nach dem Ende von all diesem. „Eine kranke Frau schreibt an ihren gefangenen Mann in demselben Lager: „Mein Gott, wird dieser Krieg eines Tages enden?" Ich fange wirklich an, daran zu zweifelt:. Glücklicherweffe werden wir einen Ausweg finden, nämlich den, zu sterben, die einen vor Elend, die anderen vor Kummer." (OKM.)
kriegsaüerlel.
Osmauische Auszeichnung für Hindenburg und Lndeuborff.
Der Sultan hat Generalfeldmarschall v. Hindenburg den Osmanie-Orden in Brillanten, General Lu- öendorff denselben Orden erster Klasse verliehen.
Zwangsanlage tu englischer Kriegsanleihe.
Die „Morning Post" meldet: Die Regierung werde eine Vorlage einreichen, wodurch den Arbeitgebern zur Pflicht gemacht wird, jugendlichen Arbeitern 5 Prozent vom Lohn abzuziehen, Erwachsenen 8 bis 10 Prozent, 4e nach Arbeitsverdienst, kaufmännischen Angestellten und Beamten 10 bis 12% Prozent. Diese Abzüge sollen in Kriegsanleihe angelegt werden.
13 Milliarden Verlust im französischen Außenhandel.
Nach der amtlichen französischen Statistik Dar die Unterbilanz des französischen Außenhandels für die ersten 11 Monate des laufenden Jahres fast 13 Milliarden erreicht.
Tausend Mark für den Ueberläuser!
An der Front einer Armee im Westen wurde kürzlich von französischen Fliegern ein Fluqblatt abgewor- sen, das folgende Worte in deutscher Sprache enthielt: „Deutsche Soldaten! wer zu den Franzosen hinüber- kommt, wird freuu,W:mtIM wie ein Kamerad behandelt id erhält' etF^oäkÄTmig von 1000 Mark." der
Die Truppen materiellen schließen von sische Poilu 6
rs den Mut ihrer von großer Beute und
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rt anzustaLeln suchten, andere. Aber auch der franzö- . ., . nicht naiv genug sein, um zu glauben, daß ein Ueberläuser von dem Feinde nun wirklich 1000 Mark in bar ausgehändigt bekomme.
LeutschlaiiSZ wUschafWe Ceiftnngen im Jahre 1818.
Geh. Regierungsrat Prof. Dr. Hermann Schumacher schreibt darüber in den „Dtsch. Kriegsn." u. a.: Zunächst ist der Ausbau der Kriegswirtschaft vervollständigt und verbessert worden. Unter den vielen Beweisen unserer Friedensliebe wird später die Tatsache eine be- sandere Rolle spielen, daß wip auf wirtschaftlichem Ge-
umgekehrt. Den alten Monopolorganffatione« der Erzeugung mußten hier solche für die Einfuhr von Rohstoffen und die Ausfuhr von Fabrikaten angeschlossen werden. Ja, wir haben 1916, um unseren Zahlungsverkehr zu schützen, fast unsere gesamte Aus- und Einfuhr unter eine einheitliche Kontrolle zu stellen gesucht, indem wir insbesondere auch ein Einfuhrmonopol für ausländische Zahlungsmittel geschaffen haben.
Doch mit dem allen war der Höhenflug des Organisationsgedankens noch nicht beendet. Da das kämp- fende Heer an der Front und das arbeitende daheim gleichmäßig Volksheere sind, so griff das eine immer fühlbarer in die Kreise des anderen: immer mehr der besten Kräfte wurden Industrie und Landwirtschaft entzogerk. Immer schwieriger wurde die Gütererzeu- Und wenn auch im Neuorganisieren mit unge- en Kräften, vor allem durch den Opfersinn unserer Frauen, wunderbare Werke verrichtet wurden, die Grenze wurde immer mehr strittig, und die Rekrutierung unserer Arbeitsarrnee immer dringlicher. Durch das Hilfsdienstgesetz wurde auch für tie der stolze deutsche Grundsatz der allgemeinen Dienstpflicht aufgestellt. Die „Arbeitsgemeinschaft des deutschen Volkes" wurde begründet, damit dem rümpfenden Heere nach den Worten Groeners in der Heimat „der Rücken gedeckt" werde. So hat der Organisationsgedanke in einer das ganze Volk umfassenden Arbeits- und Wirtschaftsgemeinschaft seine denkbar höchste Entfaltung erfahren. Wie im Frieden, wird er auch im Kriege uns von Sieg zu Sieg führen. Ein Volk, das in gemeinsamem Streben zu großen Zielen verständnisvoll sich die Hände reicht, kann weder im grimmen Kampfe der Waffen noch im rücksichislosen Wettstreit der Arbeit unterliegen.
Vermischtes«
Die Kleidungsfrage bei der Konfirmation. Da die schwarzen Stoffe ungeheuer im Preise gestiegen sind, wird im Sächsischen Kirchenblatt darauf aufmerksam gemacht, daß es unter den gegenwärtigen Verhältnißen durchaus nicht gegen kirchlichen Anstand verstößt, in einem nur dunklen Anzug bei der Konfirmation zu erscheinen. Solche Anzüge sind nicht nur billiger, sondern auch praktischer als schwarze. Dunkle Kleider passen zugleich zur Kommunion.
Die Polizeistunde in der Neujahrsnacht. Der „Berl. Lok.-Anz." schreibt: Eine Verlängerung der Polizeistunde zu Silvester war seitens der Berliner Gastwirte gegenüber dem amtlich auf 11% Uhr abends festgesetzten Schluß mit Rücksicht auf die Notlage des Gewerbes beantragt worden. Nach zahlreichen Vorerhebungen hat das Polizeipräsidium dem Anträge in dieser Form allerdings nicht stattgeben können. Den Gastwirten wird jedoch soweit entgegengekommen werden, daß die Polizeireviere keine Anzeige erstatten, wenn sich der Gastwirtsbetrieb bis 1 Uhr ausdehnen sollte. Es liegt also keine Aufhebung der amtlichen Bekanntmachung vor, und eine solche wird auch nicht ergehen. Vielmehr handelt es sich um einen Akt stillschweigender Duldung mit Rücksicht auf die bedrängte Lage fo vieler Gastwirte.
Die Riefenverdieuste der Neutralen. Die Maschinen- und Automobilfabriken Piccard Pittet u. Cie. in Genf erzielten im lebten Betriebsjahr bei einem Aktienkapital von 1,5 Mill. Fr. einen Reingewinn von 3 833 600 Fr. Die Verwaltung beschloß die Erhöhung des Aktienkapitals durch Zuweisung von je-400 Fr. in Form einer neuen Aktie. Die Aktionäre erhalten somit für die Aktie von 400 Fr. eine Dividende von vOS Francs. ^-
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des Bestandes der deutschen Handelsflotte zu Beginn des Krieges umfassen, und Englands Einbuße allein dem Umfange der italienischen und japanischen Handelsflotte gleichkommen würde, die vor dem August 1914 auf den Meeren schwammen, oder noch anders ausgedrückt: eine halbe Million Tonnen höher sein als die franzö- osche Handelsflotte zu Beginn des Krieges stellte. Das Wö Ziffern, die erst die volle Bedeutung unseres Uboot- Wreuzerkrieges dartun und die auch die Klagen der Londoner Regierungs- und englischen Schiffahrtskreise begreiflich machen. , . „ .
Ein rumänischer Drplomat in einer Hauptstadt der uns feindlichen Länder hat, wie zu unserer Kenntnis gekommen ist, gesprächsweise geäußert, daß 60 Prozent der für Rumänien bestimmten Munition durch unsere Uboote und Minen verloren gegangen seien.
Russischer Neutralitätsbruch in China.
Drei deutsche Offiziere von rnsfischen Soldaten erschossen.
Der Draht meldet aus Berlin: Nach einem Bericht des kaiserlichen Gesandten in Peking an das Auswärtige Amt wurden drei aus russischer Kriegsgefangenschaft in Torottzkossaver (?) nach Urga entkommene deutsche Offiziere: Max Gräff, Rittmeister im Husa- ren-Regiment König Humbert 13; 'Ludwig von Wer- ner, Oberleutnant im Jäger-Regiment zu Pferde Nr. 18; Hans von Hoffmeister, Leutnant der Reserve im Badischen LeibdraWuer-Regiment Nr. 20, trotz einer
«ischen Eskorte von rnssischen Soldaten verfolgt und
em Orte Taolin in der äntzeren Mongolei, nahe der Grenze der inneren Mongolei, erschosien. Eiuzel- heiten fehlen. Der chinesische Resident in Urga hat beim russischen Konsul Protest eingelegt. Der Protest wurde ihm mit der Erklärung zurückgegeben, daß er sich um chinesische Interessen in der äußeren Mongolei zu kümmern habe: deutsche Kriegsgefangene gingen ihn nichts an. Der kaiserliche Gesandte hat gegen diesen russischen Völkmrechtsbruch, der eine krasse Verletzung der ch:ne- sischett Neutralität bedeutet, scharfe Verwahrung eingelegt.
Die Stimmung in Armkreich.
jetzt nicht mehr erleuchten. Uhr abends schließen, nm
Von besonderer Seite wird der Korrespondenz „Heer und Politik" geschrieben: Die Stiummng in Frankreich spiegelt sich in Briefen an Kriegsgefangene sehr deutlich ivteder. Eine Mutter schreibt aus Mtarsewe unterm $4.11. an ihren Sohn im Gefangenenlager in Landsberg a. L.: „Seit einigen Tagen ist es sehr kalt. Wir werden einen schlechten Winter haben zumal wegen der Heizung. Die Kohle ist sehr teuer und man findet keine. Gas gibt es abetlds nicht. Aus Sparsanckeitsgründen will man ' ,: .....' erleuchten. Man läßt die Läden um 6
itßr abends schließen, nur die Bars, Wirtschaften und
Selen bleiben bis 9% Uhr geöffnet. Dann ist alles issen. Die Straßen werden auch nicht mehr er- " " * * ’ 'er, eine Gaslampe hier und die andere
v«u, «uiy «z» wir möchte man wirklich es ein wirkliches Grab nennen, und all dies, um Gas zu sparen. D LevenSmIttel sind so teuer, daß man nu kann und dann ist auch alles schlecht. S welches immer mehr kostet und schleck Es ist ein wahres Elend."
Aus Choist) (
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cht mehr essen Jlctvt. Selbst das Brot, schlecht hergestellt wird.
Alts Choist, (Haute Savoie) schreibt unterm 20. 11. ein Franzose seinem Bruder im Gefangenenlager Eich- statt: Wir sind auf dem Wege, der zur Hungersnot führt. Die Landwirtschaft ist auf das letzte angewiesen. Anstatt sie auszumuntern, schätzt man unsere Erzeugnisse K den Werten vor dem Kriege ein m» kaum hoher, ob-
vier ran unvorbereitet in UFa Krieg gegangen sind.' Plötzlich,, wie das Bedürfnis- auftauchte mußte die gereifte Organisationskraft unseres Volkes die vielen Lücken ohne einheitliche!: Plan, so gut es ging, aus- fullen. Aus dem Airgenblick geboren, reichten diese zahllosen Zufallsgründungen für den Augenblick aus: für eine Kriegsdauer von Jahren mußte sie vereinheitlicht und verbessert werden. Der Konzentrationsgedanke drang siegreich durch. Er faßte 1916 die vielen Einzel- organisationen der Volksversorgung im Kriegsernährungsamte zusammen. Dadurch wurde manche Unvoll- kommenheit beseitigt, aber natürlich für den Ausfall der großen Einfuhr, die allein in Brotgetreide und
kommenheit beseitigt, aber natürlich für den Ausfall der großen Einfuhr, die allein in Brotgetreide und Futtermiiteln au^O Millionen Tonnen im Jahre sich velief, kein Ersatz Taimen. Die Knappheit zu beseitigen, lag trotz am ^Ämteit der Wissenschaft und Technik außerhalb ts VereMW^Zuenfckltchcn Könnens, zumal unvermeidlich:--^MM^auch heimische Rah- rungsnuttel ausfieh. EZ ... ^W^nerhind^rt werden, daß die unabtzkchmre einzelnen Gegenden und Phäufte. Sie durch möglichst gleichmäßige Verteilung unschädlich zu machen, war die neue gewaltige Aufgabe. Im Wege des freien Verkehrs war sie nach den unumstößlichen Gesetzen des Wirtschaftslebens nicht zu lösen. Wenn der Borrat hinter der Nachfrage zurückbleibt, ist sein
Versorgung mit Sicherheit zu verhindern. Das wirkt naürlich verteuernd und ist nie befriedigend. WitSgriffe konnten auch im abgelaufenen Jahre nicht vermieden werden. Aber die unerprobten Versuche der Anfanqs- zeit sind mehr und mehr durch ein wohldurchdac ' '3 System zurückgedrängt worden, und für den unb^. e» Blick bleibt es im ganzen ein Wunderrverk deX.-er Selbstbeherrschung, wie wir durch alle Schwierigketten und Gefahren hindurchgekommen sind. Daraus dürfen wir, zumal der Organisatiorrsgedanke jetzt von der Verteilung auch auf die Erzeugung erstreckt wird, feste Zuversicht für die Zukunft schöpfe:!, auch wenn uns das Schwert nicht einige der fruchtbarsten Getreidegebiete Europas mit reichen Ertragen in Rumänien wunderbar erstritten hätte. An Entbehrungen wird es auch in Zukunft nicht fehlen, aber das Gespenst des Hungers, das von Deutschland endgültig verscheucht ist, beginnt infolge schlechter Ernte in den überseeischen Er- zeugungsgebicten in Wigland, dem Lande, das den Schandplan des Aushungerungskrieges gebar, immer ernster sein Haupt zu erheben. Die Gerechtigkeit ist strafend im Anmarsch.
Hat der Krieg uns genötigt, -in der Verteilung und zum Teil auch Hervorbringung landwirtschaftlicher Erzeugnisse unerprobte Wege kühn zu beschreiten, so hat der Organisationsgedanke sich in der Industrie zunüchst in den schon im Frieden betretenen Bahnen weiter bestätigt. Vor allem in der führenden Eisenindustrie haben nicht nur großartige Betriebserlveiterungen und mall- nigfache Werksvereinigungen stattgefunden, sondern ist auch die Gesaultorgaulsation gefestigt und ausgebant worden. Zugleich aber hat man auch die Arbeit im etnzeueu verbessert. Der Krieg war früher stets nur Verschwender. Heute ist er dank den Engländern für uns auch zum strengen Lehrmeister der Sparsamkeit geworden. Die SWfauverwermitg, die schon bisher unsere Industrie auszeichnete, ist im Kriege gewaltig gefördert worden. Mit sorgsamer Sparsamkeit verbindet sich erhöhte Güte der Erzeuaun,„
Ist der Organisativu -^ömikc in der Landwirtschaft erst langsam und uUvollnmnhen von der Sicherung der Verteilung auf die Sicherung der Erzeuauug erstreckt worden. io war die Cmtwickluna in der Industrie
zur Föröeruu^^ der Neckar-Kanalisation. Im Stuttgarter Gemeinderat machte Oberbürgermeister Lautenschlager die Mitteilung, daß Fabrikant. Dr. ing. Robert Bosch durch Stiftung vom 25. Dezember eine Stiftung von 13 Millionen Mark in fünfprozentiger deutscher Reichsanleihe zur Sörderung des für die Entwicklung des wttrttembergi- jen Wirtschaftslebens bedeutsamen Werkes der Neckarkanalisation errichtet hat.
Der 1815er. Der reiche Traubenherbst des 1915er Jahrgangs ist zu einem Bruchteile in diesen Tagen im weingrünen Trier versteigert worden. Diesen großen Weinversteigerungen, die schon in Friedenszeiten ein Ereignis für die Stadt und alle Weinliebhaber bedeuten, ging diesmal das hohe Loblied des „süffigen", „graziösen , „duftigen und neidischen" 1915er voraus, fodaß man mit Spannmig dem Verlauf folgte. Ein so hoher Erlös wie der diesmalige ist in der Geschichte des Moselweines ein Markstein zu nennen und als Triumph des deutschen Weinhandels im Kriegsjahr zu betrach. ten. Es wurden 7% Millionen Mark für 1549 Fuder erzielt! Ein ähnliches Ergebnis ist nur mit dem Jahrgang 1911 zu vergleichen, der eine förulliche historische Bedeutung in Fachkreisen errungen hat. Für einzelne Fuder (etwa 957 Ltr.) wurden 16 000, ja 22 200 und 22 250 Mark bezahlt!
Heiteres vom Tage. Die richtige Adresse. „Sie wollen wohl zum Zahnarzt, der wohnt nebenan!" „Na, Herr Advocat, i’ bin Wo recht da; i' komm' wegen Ehrenbeleidigung mit Ohrfeigen!" — Ein Ehrgeiziger. Barbiersgattin: „Sie glauben gar nicht, was mein Mann für einen engbegrenzten Ehrgeiz hat. darum bemüht er sich auch jetzt, den Posten des Trichinenbeschau- ers zu kriegen! Einbringen tut er allerdings gar nichts — 's ist nur wegen dem Titel!" — Ein Glücksfall. „Gestern habe ick mit meiner Tante, die zu Besuch gekommen war, Karten gespielt." „So!" Und wie ist es gegangen?" „Ueber Erwarten gut: Sie hat so viel verloren, daß sie aus Zorn sofort abgereist ist!" (Flgd. Bl.)
MW Heldentaten.
Gin mannhaftes Wort zur rechten Zeit.
Es war am Morgen des 29. September, die Fran- zosen hatten durch einen furchtbaren Hagel schwerer Granaten und Minen die Schützengräben der 4. Kompagnie des Infanterie-Regiments 92 fast völlig ein« geebnet und die Drahtverhaue hinweggefegt. Der darauf einsetzende Sturmangriff der feindlichen Jnfante- terie sollte die dünne schon bedenklich erschütterte Linie des zähen Verteidigers gänzlich überrennen. Die französischen Sturmkolonnen, denen es trotz unseres heftigen Artillerie- und Jnfanteriefeuers gelungen war, sich bis an die Gräben heranzuarbeiren, waren gerade im Begriff, in diese einzudringen, als der Unteroffizier Metje (Tischler aus Ganderskeim, Herzogtum Braun- schweig), in klarer Erkenntnis der höchsten Gefahr^ aus den: Graben l erausdrang und den wenigen ihm noch verbliebenen Loten zuries: „Kerls, zeigt daß ihr deutsche Soldaten seid!" Mit Handgranaten und Sie- wehrkolben wurde der Angreifer empfangest, so daß der Angriff einen Augenblick ins Stocken kam. Angefeuert durch das hinreißende BeispielMetjes und seiner Gruppe ging nun die ganze Kompagnie dem Feinde zu Leibe, bis dieser wieder in seine alte Stellung zurückgeworfen war. Leider mit fite Metje seine Treue mit dem T^ode besiegeln. Ein Kopfschuß streckte den ttnerWrrtfW» Helden nieder. Kameradeiwände betteten ton t;F stier Nackt ins küble Grab. Ehre seinem Sinfonien®